Mehr Mut zum Spoilern!

Der neue Buchpodcast (www.buchpodcast.de) von Jochen und Falko findet in diesem Forum einstweilen sein Zuhause.
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Epidemiology
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Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Epidemiology » 2. Okt 2018, 03:23

Moin.

Toller Podcast, vielen Dank dafür!

Mir gefallen eure Diskussion wirklich sehr aber ich habe ein paar Wünsche, die ihr vll als Denkanstöße nehmen könnt

Es ist vielleicht unfair zu sagen nach 2 Episoden, aber mir kommt eure subjektive Bauchmeinung ein wenig zu kurz. Ich mag eure analytische Herangehensweise sehr aber mich würde auch interessieren wie ihr z. B. den Faktor "Spaß", falls man das so nennen kann, beim Lesen seht. Harry Potter oder Ready Player One z.b. sind jetzt bei weitem keine Meisterwerke. Jedoch, für mich persönlich, solch spaßige Bücher die mich in ihre Welt entführen, dass ich sie sofort weiterempfehlen würde. Beim lesen geht es mir nicht immer nur um den Anspruch etwas besonders Horizonterweiterndes zu lesen, sondern gerne auch einfach etwas dass einen in eine Welt entführt in die man eintauchen kann.

Ich würde mich freuen, wenn ihr in Zukunft jeweils eure Lieblingsstelle aus dem Buch beschreibt und gegebenenfalls eure größte Fruststelle. Es kommt bestimmt bald der Zeitpunkt, wo ihr ein Buch ziemlich zerreißen werdet (50 Shades of Grey zur Jubiläumsausgabe!) und grade in der Situation fände ich es doch sehr witzig zu sehen was euer persönlicher "peak" in der jeweiligen Story war.

Das geht natürlich nur wenn ihr frei über die Story sprechen könnt. Habt ruhig Mut zum spoilern oder gebt eurer Zeit einen größeren Spoileranteil. BITTE, BITTE Mehr Spoileranteil!


Das Buch, welches Jochen immer am Ende des Podcasts anteased sehe ich als persönliche Hausaufgabe an um es bis zur nächsten Ausstrahlung zu lesen. Bestimmt sehen es viele wie ich und finden es richtig motivierend eine frische Diskussion zu hören über ein Buch welches man gelesen hat, um zu sehen, wo sich die eigene Meinung dazu überschneidet und wo nicht.

Eine Frage hätte ich noch an euch beiden. Hört ihr Musik beim lesen oder seid ihr in kompletter Stille?

Hier noch ein paar meiner Lieblingsbücher:

The Way of Kings - Brandon Sanderson
Die Verlassenen - Tom Perrotta
Sternenschatten / Sternenspiel - Sergej Lukianenko
The Road - Cormac McCarthy
Todesmarsch - Stephen King

Ich freue mich auf weitere Episoden!

PS: Googlet mal das Buchgenre "LitRPG"

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Jochen
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Jochen » 7. Okt 2018, 16:41

Epidemiology hat geschrieben:
2. Okt 2018, 03:23
Hier noch ein paar meiner Lieblingsbücher:

...

The Way of Kings - Brandon Sanderson
Ha! Das habe ich gestern zu Ende gelesen - und es ist in der Tat fantastisch. In mancherlei Hinsicht der beste Fantasy-Roman, den ich je gelesen habe. Aber bis zum endgültigen Urteil muss das noch ein bisschen sacken. Und angesichts der 1.000 Seiten wäre es wahrscheinlich ziemlich unfair, wenn ich den armen Falko jetzt zur Lektüre zwingen würde. Wobei er das dringend sollte. Denn das Ding ist wirklich verdammt gut.

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falkoloeffler
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von falkoloeffler » 7. Okt 2018, 18:56

Jochen hat geschrieben:
7. Okt 2018, 16:41
Und angesichts der 1.000 Seiten wäre es wahrscheinlich ziemlich unfair, wenn ich den armen Falko jetzt zur Lektüre zwingen würde.
Wir wollten ja erst "Ulysses" durchgehen, nä? :D

Spoileranteil: Da werden wir sicher von Fall zu Fall entscheiden.

Musik beim Lesen: Nur, wenn andere Geräusche ausgeblendet werden müssen.

Moosbert
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Moosbert » 10. Okt 2018, 13:56

Jochen hat geschrieben:
7. Okt 2018, 16:41
Epidemiology hat geschrieben:
2. Okt 2018, 03:23
Hier noch ein paar meiner Lieblingsbücher:

...

The Way of Kings - Brandon Sanderson
Ha! Das habe ich gestern zu Ende gelesen - und es ist in der Tat fantastisch. In mancherlei Hinsicht der beste Fantasy-Roman, den ich je gelesen habe. ...
Da habt ihr mich jetzt aber neugierig gemacht. Ich hab mal nachgeschaut: Das ist ja Band 1 einer Trilogie. Ist der in sich abgeschlossen? Oder muss man gleich den nächsten weiterlesen? Dann reden wir nämlich von 3500 Seiten. Ich bin grad am Überlegen, ob ich nur den ersten Band kaufe oder das 3-in-1 Sparpaket.

Epidemiology
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Epidemiology » 10. Okt 2018, 17:52

Da habt ihr mich jetzt aber neugierig gemacht. Ich hab mal nachgeschaut: Das ist ja Band 1 einer Trilogie. Ist der in sich abgeschlossen? Oder muss man gleich den nächsten weiterlesen? Dann reden wir nämlich von 3500 Seiten. Ich bin grad am Überlegen, ob ich nur den ersten Band kaufe oder das 3-in-1 Sparpaket.
"Die Wege der Könige" funktioniert ganz gut für sich alleine. Ist der Anfang der "Sturmlicht-Chroniken" wo insgesamt 10 (!) Bänder erscheinen sollen, Band 6-10 soll aber neue POV Charaktere bekommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Das ganz ist im Universum "Cosmere" angesiedelt. Viele von Brandon Sandersons Bücher spielen schon in dieser Welt. Im deutschen sind die Bücher aufgeteilt in jeweils zwei Parts, also "The Way of Kings" wäre dann "Die Wege der Könige" und "Der Pfad der Winde".

Ich persönlich habe bisher nur die drei Bänder der "Stormlight-Archives" gelesen und bin einfach hellauf begeistert. Werde nun versuchen mich nach und nach an die anderen Bücher des "Cosmere" heranzuwagen. Für mich hat zumindest das erste Band sehr gut funktioniert, ohne Hintergrundwissen zu haben. Die Charaktere der Geschichte lernen mit dir als Leser die Regeln der Welt kennen. In späteren Bändern wird es aber ganz schön wild.

Also dicke, dicke Empfehlung!

Hier alle Bücher, die im Cosmere angesiedelt sind von denen ich weiß:

Elantris
Mistborn First Era: The Final Empire
Mistborn First Era: The Well of Ascension
Mistborn First Era: The Hero of Ages
Warbreaker

Stormlight Archive Book 1: Way of Kings
Mistborn Second Era: Alloy of Law
Stormlight Archive Book 2: Words of Radiance

Mistborn Second Era: Shadows of Self
Mistborn Second Era: Bands of Mourning
Edgedancer
Stormlight Archive Book 3: Oathbringer

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Brahlam
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Brahlam » 11. Okt 2018, 13:09

So lange der Spoilerteil klar von der Allgemeinen Besprechung getrennt bleibt wären mir mehr Spoiler egal. Alles andere würde für mich wenig Sinn ergeben. Wer will eine Geschichte lesen deren Twists und Wendungen man alle schon kennt? Das ist der Tod jeden Spannungsbogens und lässt selbst noch die besten Werke fad und langweilig werden.
Vor allem wenn man sehr viele Medien rezipiert kennt man einfach viele Tropes in und auswendig. Wenn dann ein Plot mit etwas neuem daherkommt dann möchte man das doch nicht schon vorher wissen, maximal das es sich lohnt es zu konsumieren.

akill0816
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von akill0816 » 11. Okt 2018, 23:23

Jochen hat geschrieben:
7. Okt 2018, 16:41
Epidemiology hat geschrieben:
2. Okt 2018, 03:23
Hier noch ein paar meiner Lieblingsbücher:

...

The Way of Kings - Brandon Sanderson
Ha! Das habe ich gestern zu Ende gelesen - und es ist in der Tat fantastisch. In mancherlei Hinsicht der beste Fantasy-Roman, den ich je gelesen habe. Aber bis zum endgültigen Urteil muss das noch ein bisschen sacken. Und angesichts der 1.000 Seiten wäre es wahrscheinlich ziemlich unfair, wenn ich den armen Falko jetzt zur Lektüre zwingen würde. Wobei er das dringend sollte. Denn das Ding ist wirklich verdammt gut.
Ich glaube im Bereich Fantasy ist mein Geschmack mit deinem nicht wirklich kompatibel. Für mich war es das am stärksten überschätzte Fantasybuch was ich bisher in der Hand hatte und ich habe mich nur durchgearbeitet, weil ich die Hörbuchversion hatte. Ich habe mich zeitweise gefühlt wie in einem JRPG und ich habe selten ein Buch gelesen in dem ich die Handlungsweisen der Hauptfiguren weniger nachvollziehen konnte - gerade am Ende.
Aber ich konnte schon mit Robin Hobb wenig anfangen, die du ja auch so liebst - im Vergleich aber noch deutlich mehr als mit Sanderson.

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Jochen
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Jochen » 12. Okt 2018, 12:15

Hast du die im Original oder in der Übersetzung gelesen? Gerade bei Fantasy ruiniert eine mittelmäßige oder schlechte Übersetzung einen Roman beinahe komplett. Ich will mir gar nicht ausmalen, was die bei Hobb alleine aus den Eigennamen machten ...

akill0816
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von akill0816 » 12. Okt 2018, 13:48

Jeweils die Übersetzungen. Bei Hobb wars tatsächlich grenzwertig aber mein Hauptprobleme waren eher inhaltlicher Natur. Ich habe bisher nur die erste Fitz Trilogie gelesen und fand Band 3 ganz fürchterlich, weil er mehrere Dinge tut, die ich an Fantasy Büchern so gar nicht mag und er sich zieht wie Kaugummi.
Wenn meine Erzählperspektive verrät, dass die Hauptfigur überleben wird, sollte die erste Hälfte eines Buches nicht daraus bestehen, dass eben jene Hauptfigur von einer eigentlich aussichtslos lebensbedrohlichen Situation in die nächste schlittert. Außerdem fand ich das Ende der ersten Trilogie sehr schwach. Es war doch sehr auf eine Deus-Ex-Machina ausgelegt und das zentrale Misterium von Buch 1 und 2 wird in ein paar Sätzen abgehandelt.
Außerdem mag ich keine Antagonisten, die zu stark überzeichnet werden, was meiner Meinung nach bei der ersten Fitz Trilogie der Fall war.
Bei Hobb werde ich aber irgentwann noch weiter lesen, denn die ersten beiden Bände fand ich solide.

Sanderson dagegen habe ich aufgegeben. Wenn ich das Way of Kings hätte bearbeiten dürfen, wäre es um mindestens 400 Seiten gekürzt worden ;)
Aber ich weiß, dass der Mann viele Fans hat und Literatur dürfte noch subjektiver sein als Spiele.

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Jochen
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Jochen » 14. Okt 2018, 15:13

akill0816 hat geschrieben:
12. Okt 2018, 13:48
Sanderson dagegen habe ich aufgegeben. Wenn ich das Way of Kings hätte bearbeiten dürfen, wäre es um mindestens 400 Seiten gekürzt worden
Normalerweise würde ich bei 1.000 Seiten, in denen Plot für 300 Seiten passiert, auch ärgerlich werden. Schwafelige Fantasy-Romane, die 1.000 Seiten lang sind, um 1.000 Seiten lang zu sein, sind entsetzlich. Aber Way of Kings ist halt nicht schwafelig, sondern funktioniert für mich ganz ausgezeichnet als Prolog für eine der durchdachtesten, glaubhaftesten und interessantesten Fantasy-Welten, die ich seit langem gelesen habe. Alleine deshalb habe ich den Roman wahrscheinlich mit solcher Freude gelesen - weil die meisten fiktiven Fantasy-Welten potemkinsche Dörfer sind. Außerdem belohnt er einen fürs Durchhalten mit einem zwar nicht sonderlich überraschenden, aber höchst befriedigenden "Payoff".

Was mich tatsächlich störte, waren die im wahrten Sinne des Wortes zu perfekten Protagonisten, deren eklatante charakterliche Schwäche darin besteht, entweder zu barmherzig (Kaladin) oder zu ehrenhaft (Dalinar) zu sein. Sanderson treibt's zwar nicht ganz so weit wie Rothfuss (den ich genau aus diesem Grund nur mit zusammengebissenen Zähnen lesen kann, obwohl er ein erheblich talentierterer Autor ist), aber nerven tut's trotzdem. Dafür mochte ich nahezu alles andere. Und mag es jetzt im zweiten Band immer noch sehr.

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Kingslayer
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Kingslayer » 14. Okt 2018, 21:04

Jochen hat geschrieben:Was mich tatsächlich störte, waren die im wahrten Sinne des Wortes zu perfekten Protagonisten, deren eklatante charakterliche Schwäche darin besteht, entweder zu barmherzig (Kaladin) oder zu ehrenhaft (Dalinar) zu sein.
Absolut. Shallan ist in allen Belangen ein besserer Charakter und spaßiger zu lesen, aber leider rückt sie später immer mehr in den Hintergrund. Dalinar fande ich irgendwann sogar so unerträglich, dass ich seine POV Kapitel im 3.Band nur noch überflogen habe. ;)
Sanderson treibt's zwar nicht ganz so weit wie Rothfuss (den ich genau aus diesem Grund nur mit zusammengebissenen Zähnen lesen kann, obwohl er ein erheblich talentierterer Autor ist), aber nerven tut's trotzdem.
Hm. Rothfuss ist vielleicht stilistisch bzw. technisch hervorragend, aber was Charaktere und seinen Plot angeht ist er dafür umso schlechter. Ich weiß nicht, ob man so jemanden als guten/talentierten Autor bezeichnen kann.
"What a coincidence." "No, by chance."

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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von akill0816 » 15. Okt 2018, 01:39

Rothfuss finde ich deutlich besser in nahezu allen belangen - jedenfalls im ersten Buch. Das zweite hatte leider einige unerträgliche Passagen. Ich hatte bei Rothfuss komischerweise gar nicht dieses "perfekter Protagonist" Problem, da mir Kvothe zwar als außerordentlich talentiert in fast allem erschien, aber durchaus auch kindische und nicht zu moralische Verhaltensweisen an den Tag legte.
Außerdem lässt die Erzählstruktur bei Rothfuss zu, dass Kvothe ein unzuverlässiger Erzähler ist.

Die Kaladin Kapitel waren für mich im ersten Buch wirklich schwer zu lesen. 1. wusste ich recht früh worauf das Finale in Bezug auf ihn hinauswollte und 2. fand ich die Rückblenden ermüdend langsam. Am schlimmsten waren aber die gestreckten Kampfszenen, besonders die erste auf der Jagd. Da Sanderson mit so wenigen Protagonisten agiert, fehlt den Kampfszene jede Spannung, da ein Tod eines der Protagonisten nahezu ausgeschlossen ist. In solchen Konstellationen langweilen mich Kampfszenen ungeheuer. Das ist das selbe Problem was Hobb im dritten Roman der Farseer-Trilogie für mich hatte. Gute (Fantasy)Romane sollte ihre Protagonisten nur dann in ständige Lebensgefahr bringen und so Spannung erzeugen, wenn ich als Leser auch daran glaube, dass eine Situation negative Folgen haben kann. Wenn ein Kampf nur als Plotmittel dient um die Handlung vorangzubringen dann bitte kurz und bündig ;). Dafür stören mich ausufernde Sideplots und weniger Fokus im Plotting nicht so stark. Bei Rothfuss finde ich die Auri Passagen z.B. sehr schön obwohl sie bisher für den Plot wenig relevant sind.

Außerdem finde ich Roshar als Welt nicht so grandios wie die meister Sanderson-Leser. Die ganze zerbrochene Ebene wirkt für mich wie ein konstrukt für ein Videospiel und doch sehr künstlich. Viel mehr bekommt der Leser von der Welt ja leider nicht zu sehen, da der Großteil des ersten Buches dort spielt. Die Shallan-Kapitel haben mir im ersten Buch auch noch am besten gefallen, da dort die Charakterinteraktion spannender war auch wenn in meinem Kopf der Erziehungshintergrund und das Geschick im sozialen Umgang bei Shallan nicht sonderlich glaubwürdig waren.

Bei Rothfuss finde ich alle Charaktere spannend und die Erzählstruktur außerordentlich gelungen. Die Frage wie aus dem Kvothe der Hauptgeschichte der Wirt des Nebenplots wird, ist toller Rahmen. Die Frage ist nur, ob es Rothfuss gelingt den dritten Roman irgentwann abzuliefern. Immerhin hat er im Gegensatz zu Martin wohl noch deutlich mehr Lebenszeit zur Verfügung. Bei Martin habe ich wirkliche Bedenken.....die Serie habe ich bisher versucht zu meiden wie der Teufel das Weihwasser und bin trotzdem teilweise gespoilert worden :cry:

Ich finde bei Sanderson merkt man seinen enormen Buchoutput. Ich habe immer ein gesundes Misstrauen gegenüber Autoren, die Bücher jährlich raushauen. Manchmal ist die Qualität erstaunlich hoch (King hat ein gutes Grundgerüst für eine solche Schreibweise) aber es funktioniert bei vielen Autoren einfach nicht und auch bei Sanderson habe ich einfach das Gefühl, dass ein wenig mehr Zeit seinen Bücher gut tun würde. Aber wie gesagt, ich weiß, dass ich hier absolut in der Minderheit bin und viele Fantasyleser Sanderson sehr mögen.

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Kingslayer
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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von Kingslayer » 15. Okt 2018, 02:37

akill0816 hat geschrieben:Außerdem lässt die Erzählstruktur bei Rothfuss zu, dass Kvothe ein unzuverlässiger Erzähler ist.
Die Erzählstruktur lässt das zwar zu aber es gibt dafür bis jetzt absolut null Anzeichen.
Bei Rothfuss finde ich alle Charaktere spannend und die Erzählstruktur außerordentlich gelungen. Die Frage wie aus dem Kvothe der Hauptgeschichte der Wirt des Nebenplots wird, ist toller Rahmen. Die Frage ist nur, ob es Rothfuss gelingt den dritten Roman irgentwann abzuliefern. Immerhin hat er im Gegensatz zu Martin wohl noch deutlich mehr Lebenszeit zur Verfügung. Bei Martin habe ich wirkliche Bedenken.....die Serie habe ich bisher versucht zu meiden wie der Teufel das Weihwasser und bin trotzdem teilweise gespoilert worden
Du findest die Charaktere bei Rothfuss spannend? Fela, deren Persönlichkeit ausschließlich über ihre Brüste definiert wird? Kvothe, der einfach eine selbstgerechte Mary Sue ist, und der von absolut allen als der absolut krasseste Typ überhaupt gesehen wird, egal wie verdammt abstoßend er sich teils verhält? Die Gegenspieler, die einfach alle das pure Böse sind? (Chandrian, Ambrose, die Söldner, der Baum,...)
Die Rahmenstory finde ich auch interessant, genauso wie den Teil mit den Chandrian. Nur sind halt 90% der beiden Bücher Erzählungen von Kvothe dem unfehlbaren Stalker. Es wird sich leider auf Dinge konzentriert, die nicht wirklich funktionieren. Gepaart mit einigen absurden bzw. absurd schlechten Plotpunkten wie dem Disstrack und der Faelurian-Story habe ich mittlerweile einfach null Interesse mehr an einem 3.Band. Obwohl das "Prose" so verdammt gut ist.
da mir Kvothe zwar als außerordentlich talentiert in fast allem erschien, aber durchaus auch kindische und nicht zu moralische Verhaltensweisen an den Tag legte.
Das Problem hierbei ist, dass diese Charakterschwächen von seiner Umwelt nicht als solche identifiziert werden. Er wird trotzdem von allen wie die zweite Wiedergeburt Jesu behandelt. Du kannst einen noch so fehlerbehafteten Charakter haben, solange dies nicht von seiner Umgebung reflektiert wird ist das vollkommen langweilig und belanglos. Das ist jetzt reine Spekulation von mir, aber ich habe mittlerweile das Gefühl, dass Rothfuss sich Kvothes Schwächen nicht bewusst ist, denn bisher, wurde diese noch nirgends im Buch aufgegriffen. Veilleicht passiert da ja noch was in Band 3. aber irgendwie bezweifle ich das.

auch wenn in meinem Kopf der Erziehungshintergrund und das Geschick im sozialen Umgang bei Shallan nicht sonderlich glaubwürdig waren.
siehe Kvothe
"What a coincidence." "No, by chance."

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Re: Mehr Mut zum Spoilern!

Beitrag von akill0816 » 15. Okt 2018, 18:58

Kingslayer hat geschrieben:
15. Okt 2018, 02:37
Du findest die Charaktere bei Rothfuss spannend? Fela, deren Persönlichkeit ausschließlich über ihre Brüste definiert wird? Kvothe, der einfach eine selbstgerechte Mary Sue ist, und der von absolut allen als der absolut krasseste Typ überhaupt gesehen wird, egal wie verdammt abstoßend er sich teils verhält? Die Gegenspieler, die einfach alle das pure Böse sind? (Chandrian, Ambrose, die Söldner, der Baum,...)
Fela ist sicher nicht der beste Charakter der Reihe. Kvothe finde ich in Bezug auf Mary Sue deutlich weniger schlimm als Kaladin bei Sanderson. Die Rivilität zu Ambrose baut sich gut auf, da die Gemeinheiten sich gegenseitig hochschaukeln, wie es bei solche Hass/Konkurenzverhältnissen gerne so ist. Ambrose war für mich eine der stärkeren Antagonisten in Fantasyromanen. Wohin die Chandrian Geschichte letztlich führt muss sich noch zeigen.
Ich finde den Denna-Arc spannend (ich weiß dass die wenigstens ihn mögen aber mir gefällt er). Elodin ist interessant. Die Auri Episoden finde ich einzigartig und gut. Rothfuss baut recht viele Nebenfiguren ordentlich aus. Bei Sanderson wird es hier schnell mau. Mir fehlt bei Sanderson z.B. eine Charakterisierung der Großprinzen mit Ausnahme von Dalinar und Sadeas. Wenn wir schon bei Sadeas sind.....die Figur finde ich als Antagonisten wesentlich einseitiger als z.B. Ambrose.
Sicher erreicht Rothfuss nicht Martinsches Niveau was seine Charaktere angeht. Aber neben Martin steht da halt auch nicht viel im Bereich der Fantasy. Allenfalls Abercrombie funktioniert bei mir auf ähnlichem Niveau.
Kingslayer hat geschrieben:
15. Okt 2018, 02:37
Die Rahmenstory finde ich auch interessant, genauso wie den Teil mit den Chandrian. Nur sind halt 90% der beiden Bücher Erzählungen von Kvothe dem unfehlbaren Stalker. Es wird sich leider auf Dinge konzentriert, die nicht wirklich funktionieren. Gepaart mit einigen absurden bzw. absurd schlechten Plotpunkten wie dem Disstrack und der Faelurian-Story habe ich mittlerweile einfach null Interesse mehr an einem 3.Band. Obwohl das "Prose" so verdammt gut ist.
Der Faelurian-Part war in der Tat extrem schwach und die Adem-Episode war auch nicht unbedingt toll. Trotzdem habe ich weiterhin Lust auf Teil 3 und bin gespannt, wie Rothfuss das Ganze zu Ende bringt und wie die Gegenwartsgeschichte endet.
Kingslayer hat geschrieben:
15. Okt 2018, 02:37
Das Problem hierbei ist, dass diese Charakterschwächen von seiner Umwelt nicht als solche identifiziert werden. Er wird trotzdem von allen wie die zweite Wiedergeburt Jesu behandelt. Du kannst einen noch so fehlerbehafteten Charakter haben, solange dies nicht von seiner Umgebung reflektiert wird ist das vollkommen langweilig und belanglos. Das ist jetzt reine Spekulation von mir, aber ich habe mittlerweile das Gefühl, dass Rothfuss sich Kvothes Schwächen nicht bewusst ist, denn bisher, wurde diese noch nirgends im Buch aufgegriffen. Veilleicht passiert da ja noch was in Band 3. aber irgendwie bezweifle ich das.
Zum Teil reflektiert die Umwelt Kvothes Schwächen durchaus - meistens die "bösen" Charactere. Das hier etwas mehr drin wäre gebe ich gerne zu. Ich halte es auch durchaus für realistisch, dass ein sehr talentierter Mensch wie Kvothe selten mit den Fehlern seiner Persönlichkeit konfrontiert wird.
Und Kvothes Hintergrund erklärt seine besonderen Gaben zumindestens im Ansazt während Shallan für eine junge Frau ohne viel zwischenmenschlichen Kontakt schon sehr geschickt im Umgang mit Menschen ist, was für mich persönlich wenig glaubwürdig ist aber noch eines meiner geringsten Probleme mit Sanderson.

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