10JK: Leaks, Merch und Accessibility

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rammmses
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von rammmses »

ZiggyStardust hat geschrieben: 23. Jul 2021, 14:57 Auch sollten Souls-Spiele ruhig einen Easy-Modus haben für Gelegenheitsspieler.
Er hat Jehova gesagt!
Voigt
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Voigt »

Numfuddle hat geschrieben: 23. Jul 2021, 14:41 Die Bibel ist auch immer wieder übersetzt und an die zeitgenössische Speaxhe angepasst worden. Niemand liest das neue Testament auf Altgriechisch und Aramäisch.
Naja mit den Heiligen Schriften würde ich gerade jetzt nich anfangen. Gibt einigen Streit über die verschiedenen Übersetzungen, und es hat schon einen Grund warum bei der Tora schon stark drauf geachtet wird die in Hebräisch zu lesen, um genau solche Übersetzungsfehler zu vermeiden.
Numfuddle
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Numfuddle »

Voigt hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:01
Numfuddle hat geschrieben: 23. Jul 2021, 14:41 Die Bibel ist auch immer wieder übersetzt und an die zeitgenössische Speaxhe angepasst worden. Niemand liest das neue Testament auf Altgriechisch und Aramäisch.
Naja mit den Heiligen Schriften würde ich gerade jetzt nich anfangen. Gibt einigen Streit über die verschiedenen Übersetzungen, und es hat schon einen Grund warum bei der Tora schon stark drauf geachtet wird die in Hebräisch zu lesen, um genau solche Übersetzungsfehler zu vermeiden.
Du sprichst da ein interessantes Thema an weil das gerade bei der Torah durchaus ein Thema ist. Das moderne Hebräisch hat sich sehr weit vom Hebräisch der vorchristlichen Zeit entfernt und selbst hier gibt es viele Instanzen wo aus heutiger Sicht nicht mehr klar ist wie die ursprüngliche Bedeutung einer Passage mal ausgesehen hat und sich daraus dann unterschiedliche Interpretationen herausgebildet haben (was jetzt auch nichts anderes ist als eine Übersetzung aufbleibe moderne Bedeutung)
Voigt
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Voigt »

Daher wird ja in Israel auch Alt-Hebräisch gelehrt, soweit ich weiß. Quasi halt nur für die Tora da. So wie Thelogen teilweise auch Alt-Griechisch lernen für Originaltexte lesen können.

Ich meinte aber jetzt bloß, das gerade dieser Punkt die Übersetzungen kritisiert werden und wenn möglich versucht zum umgehen mit Originalsprache lernen. Daher ist dieser Punkt nicht so gut als Pro-Argument für Übersetzungen/Anpassungen an moderne Sprache.

Auch wenn ich sonst natürlich für Übersetzungen als Stützhilfe bin, wie halt schon mit meinem Anime und russische Literatur Beispiel. Ich würde es sicherlich mehr genießen könnte ich die Sprachen direkt verstehen, aber ich nehme ansonsten auch gerne die Stützhilfe.
Ist ja auch mit Bibel und Tora, gibt ja Übersetzungen in allgemeiner Sprache um die grobe Bedeutung mitzunehmen, wenn man aber wirklich religiös ist sollte es schon Originalsprache sein.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Elb356 »

Heretic hat geschrieben: 23. Jul 2021, 13:41
rammmses hat geschrieben: 23. Jul 2021, 13:13 Gerade das "Kulturgut" wäre mein Argument, die Erfahrung möglichst wenig anzupassen, damit noch das rauskommt, was sich dabei gedacht wurde. Mit "für jedermann" wird automatisch alles verwässert, da könnte man auch bei einem Gaspar Noe Film Stroboskop-Licht, Sex- und Gewaltexzesse rausschneiden, weil das ja für viele "unzugänglich" ist, aber es ist dann eben ein anderer Film ;)
Wenn ich mir bei einem Gaspar Noe-Film bei den Stroboskop-Licht, Sex- und Gewaltexzessen die Augen zuhalte, habe ich auch nicht mehr die vom Regisseur intendierte Erfahrung. Juckt aber keinen. ;)
rammmses hat geschrieben: 23. Jul 2021, 13:13 Ähnlich sehe ich das mit einem Last of Us auf "leicht" oder ohne Grafik.
Die Spielerfahrung mag eine andere sein, aber die Möglichkeit, dass möglichst viele Leute in den Genuss des Spiels kommen, ist das doch wert. Außerdem wäre es ja möglich, dass mir die vom Entwickler vorgesehene Spielerfahrung nicht gefällt, ich aber trotzdem die Geschichte erleben und selbst spielen möchte. Das kann mir ein Let's Play nicht bieten.
um mal vielleicht ein kleines Missverständnis aufzuarbeiten, dass auch schon häufiger auch bei den Dark Souls-Debatten aufkam.
es geht bei Kunst eher selten um eine vom Autor intendierte Erfahrung. Viel mehr steht das Werk im Mittelpunkt, was seinen Wert nicht daraus zieht wenn es besonders präzise eine Emotion oder einen Gedanken beim Publikum auslöst. so etwas wie "9 von 10 Personen haben so reagiert wie sich der Künstler das vorgestellt hat und deswegen ist es gut", ist keine Kategorie in der Kunst. sprich Kunst ist nicht messbar und der Rezipient nicht kontrollierbar. auch wenn das viele denken und deshalb fälschlicherweise Fokusgruppentests etc für das effektivste Mittel halten.
Ich bin allerdings auch der Meinung dass ein Entwickler jede Option einbauen darf, die er einbauen will. Er muss sich aber auch daran messen lassen und darf es nicht auf vermeintliche Optionalität schieben.

eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
bei Last of Us kann man so ziemlich jede Komponente ausklammern. man kann es als gehörlose Person spielen, man kann es als nahezu blinder Mensch spielen und man kann das Gameplay so stark verändert, dass es keinen Wiedererkennungswert mehr hat. Was bleibt da noch übrig?
Daher würde ich sagen, dass es sich um keine Kunst handelt, was aber gar nichts Schlimmes heißen muss. Eine Art Singleplayer-Baukasten wo man sich nach den eigenen Bedürfnissen etwas zusammenstellt, ist ja auch recht gefragt. Es sollte halt nur nicht die einzige Art von Spiel sein, die es geben darf.

Eine Option ist übrigens nie nur eine Option. bei Spielen geht es sozusagen nur um Optionen, deswegen sollte man vorsichtig sein diese nicht der Beliebigkeit freizugeben mit Argumenten wie -es wäre ja nur optional und daher für jeden ebenso leicht ignorierbar.
Zumal es durchaus gravierende Auswirkungen haben kann. Lootboxen oder xp-Booster werden auch oft als optional angepriesen und verteidigt, dabei haben sie meistens enorme Auswirkungen auf den Kern des jeweiligen Spiels.
Zuletzt geändert von Elb356 am 23. Jul 2021, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
Rick Wertz
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Rick Wertz »

Numfuddle hat geschrieben: 23. Jul 2021, 12:50 Ich würde mir wünschen dass die das mal wenigstens mit normalem Betrachtungsabstand von 3 - 5m testen würden.
Das ist viel zu weit weg von einem 55"-Fernseher. Kein Wunder hast du Probleme, UI-Elemente zu erkennen.
Otis
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Otis »

rammmses hat geschrieben: 23. Jul 2021, 13:48Wem das Spiel nicht gefällt, der spielt es halt nicht, aber es ist doch um Gottes Willen nicht Aufgabe der Entwickler dann irgendwelche Anpassungen vorzunehmen, damit jeder irgendwie noch was dran finden kann. Das zu fordern ist respektlos finde ich. "Ja, ich würde schon gern Tukolsky lesen, aber das ist mir zu anstrengend, kann der das nicht nochmal in Alltagssprache zusammenfassen?"...
Was hat denn das mit den Zugänglichkeitsanpassungen, um die es hier geht zu tun? Willst Du "ach ich les nicht gern so kompliziert" ernsthaft damit gleichsetzen, dass jemand aufgrund einer Krankheit oder Behinderung Spiele nicht spielen kann, weil er z.B. das Bild nicht so sieht oder die Knöpfe nicht drücken kann wie der gesunde Spieler? Accessibility-Optionen sind doch auch nicht dazu da, "dass jeder was daran finden kann"; denkst Du echt, dadurch soll das Spiel an irgendwelche geschmacklichen Befindlichkeiten angepasst werden?

Und wenn ich hier den Blödsinn von wegen "künstlerische Vision beibehalten" lese, kann ich mich nur fragen, wie ignorant und auf sich selbst fixiert man eigentlich sein kann. DIE MENSCHEN MIT DEN ENTSPRECHENDEN BEEINTRÄCHTIGUNGEN KÖNNEN DAS WERK OHNEHIN NICHT SO GENIESSEN WIE VOM KÜNSTLER VORGESEHEN. DENEN SOLL GEHOLFEN WERDEN, DAMIT SIE AUCH ETWAS DAVON HABEN.

Deine Meinung als Typ mit z.B. perfektem Blick ist irrelevant, wenn es um einen Farbenblind-Modus geht. Ja, wenn Du den anschaltest, siehst Du das Spiel nicht wie vom Künstler vorgesehen. (Der übrigens auch Deine Monitoreinstellungen weder kennt noch kontrolliert, mal nebenbei bemerkt.) Und wenn ein Farbenblinder ihn nicht einschaltet oder überhaupt hat, sieht er das Spiel genauso wenig wie vom Künstler vorgesehen, kann aber zusätzlich womöglich wichtige oder hilfreiche optische Signale nicht erkennen.

Verstehe auch nicht ganz, wie man sich dagegen aussprechen kann, wenn viele behinderte Menschen sagen, sie haben sich gefreut und es hat ihnen geholfen. Was ist der nächste Schritt, Untertitel und Zeichensprache-Einblendungen abschaffen, weil die Gehörlosen sich erdreisten, Filme ohne den vom Regisseur gewollten Ton zu schauen? Was für Banausen! :snooty:
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Heretic
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Heretic »

lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
bei Last of Us kann man so ziemlich jede Komponente ausklammern. man kann es als gehörlose Person spielen, man kann es als nahezu blinder Mensch spielen und man kann das Gameplay so stark verändert, dass es keinen Wiedererkennungswert mehr hat. Was bleibt da noch übrig?
Die Story ist noch da. Die Spielwelt und die Atmosphäre auch. Ganz egal, mit welchen Sinnen ich die wahrnehme. Und auch das Gameplay ist noch da, wenn auch mit geändertem Anspruch. Und natürlich ist auch der Spielspaß noch da. Wenn mich ein Spiel so überhaupt nicht anspricht, würde ich es auch mit aktivierten Hilfestellungen nicht spielen wollen.
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 Eine Option ist übrigens nie nur eine Option. bei Spielen geht es sozusagen nur um Optionen, deswegen sollte man vorsichtig sein diese nicht der Beliebigkeit freizugeben mit Argumenten wie -es wäre ja nur optional und daher für jeden ebenso leicht ignorierbar.
Zumal es durchaus gravierende Auswirkungen haben kann. Lootboxen oder xp-Booster werden auch oft als optional angepriesen und verteidigt, dabei haben sie meistens enorme Auswirkungen auf den Kern des jeweiligen Spiels.
Aber nur, wenn der Entwickler sein Spiel mit Lootboxen im Hinterkopf designt. Was bei so gut wie allen Spielen mit Lootboxen oder Microtransactions der Fall sein dürfte. Auch wenn die Entwickler vielleicht was anderes behaupten. ;)
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Felidae
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Felidae »

Otis hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:15
[...]
Danke.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Elb356 »

Heretic hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:17
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
bei Last of Us kann man so ziemlich jede Komponente ausklammern. man kann es als gehörlose Person spielen, man kann es als nahezu blinder Mensch spielen und man kann das Gameplay so stark verändert, dass es keinen Wiedererkennungswert mehr hat. Was bleibt da noch übrig?
Die Story ist noch da. Die Spielwelt und die Atmosphäre auch. Ganz egal, mit welchen Sinnen ich die wahrnehme. Und auch das Gameplay ist noch da, wenn auch mit geändertem Anspruch. Und natürlich ist auch der Spielspaß noch da. Wenn mich ein Spiel so überhaupt nicht anspricht, würde ich es auch mit aktivierten Hilfestellungen nicht spielen wollen.
was verstehst du darunter? ist das wirklich noch der Fall wenn man das Visuelle ausklammert, die Stimmen der Protagonisten oder die Musik?
um Missverständnisse vorzubeugen: mir geht es nicht darum dass beispielsweise Gehörlose diese Spiele nicht spielen sollten. ganz im Gegenteil, gerade durch ihre Limitation liegt der Fokus viel stärker auf dem Visuellen und sie haben so eine ganz eigene wertvolle Spielerfahrung, die vor allem organisch (!) ohne die führende Hand des Entwicklers entstanden ist.

Story-Anpassungen (nichts Audiovisuelles) werden in Zukunft hinzukommen. Zum Beispiel gibt es jetzt schon Horror-Spiele, dessen Horror-Aspekte "optional" komplett abschaltbar sind und das betrifft dann auch die Story.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Numfuddle »

Rick Wertz hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:51
Numfuddle hat geschrieben: 23. Jul 2021, 12:50 Ich würde mir wünschen dass die das mal wenigstens mit normalem Betrachtungsabstand von 3 - 5m testen würden.
Das ist viel zu weit weg von einem 55"-Fernseher. Kein Wunder hast du Probleme, UI-Elemente zu erkennen.
Der optimale Betrachtungsabstand für Fernseher bezieht sich auf das Gesichtsfeld und wie viel davon das Bild einnimmt. Das sind Empfehlungen von z.B dem Motion Picture Institute und sie beziehen sich alle nur auf den optimalen Betrachtungsabstand für Filme (Stichpunkt Immeersion) bzw. Auf die Pixelgrösse.

Das sieht man auch daran dass die Abstände bei „Mixed Usage“ deutlich größer sind.

Der optimale Betrachtungsabstand für einen 55 Zoll Bildschirm in 4K ist 2,35 m. 60 cm mehr mögen für die Immersion nicht gut sein. Das ist aber ein Abstand der beim Lesen von Text nicht wirklich relevant ist.

Außerdem passt ein 75 Zoll Fernseher nicht mehr in mein Wohnzimmer.

Nein, das Problem ist dass die UI sehr oft an Schreibtischen designed wird. Schau dir making offs an, da sitzen häufig Entwickler Mitte zwanzig an einem Büroschreibtisch vor einem 32 Zoll oder 36 Zoll Bildschirm mit einem Betrachtungsabstand von < 30 cm.

Da kann ich mit ganz anderen Textgrössen und UI Elementen arbeiten.

Da wird das oft dann kleiner als es eigentlich sein müsste es sitzen vermutlich wenige Leute auf der Couch 1m von ihrem 65 Zöller entfernt.
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Andre Peschke
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Andre Peschke »

lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
Es kann aber Kunst ja auch gerade aus Wahlfreiheit entstehen. Siehe Interaktive Erzählungen, in denen der Spieler ja auch zwischen mehreren vorgeformten Optionen wählen darf.

Was man als Kunst begreifen will, wird am Ende ziemlich subjektiv sein, da es keinen allgemeingültigen Kunstbegriff gibt. Aber wir Computerspieler akzeptieren doch schon EWIG ganz unterschiedliche Konfigurationen. Früher gab es das gleiche Spiel in EGA/CGA/VGA/SVGA. Es gab eine Konsolenversion mit völlig anderen Eingabemodi. Wir haben Sachen irgendwo zwischn 640x480 und 1080p gespielt, der eine mit 20FPS, der nächste mit 60FPS. Einige haben früher noch auf Monochrom gespielt, andere hatten schon Farbe. Heute hat der eine FSAA, Raytracing und Motion-Blur aktiviert bei 120 Grad FOV, der nächste völlig anders. Als man bei Manhunt das Filmkorn und die VHS-Artefakt-Optik ausschalten konnte, waren auch einige sehr froh (oder nur das Filmkorn bei Mass Effect).

Insofern weiß ich da nicht, warum der Farbenblinden-Modus oder Untertitel-Konfigurationen da nun ein Problem sein sollten. Sowas wie der Schwarz-Weiß-Modus für starke Seheinschränkungen bei TLOU2 ist natürlich ne krasse Ausnahme, aber wie im Podcast schon gesagt: Man konnte auch schon immer einen Bobblehead-Modus freispielen, Schwarz-Weiß-Filter zuschalten usw.

Wenn man da überall sofort sagen will "Ok, keine Kunst!" - kann man machen. Persönlich fände ich das recht eng, gerade bei einem Medium, das sich ausgerechnet dadurch auszeichnet, dass es keine uniforme Rezipientenerfahrung anbietet, sondern teilweise extreme Spannweiten zulässt.

Andre
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Elb356 »

Andre Peschke hat geschrieben: 23. Jul 2021, 17:42
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
Es kann aber Kunst ja auch gerade aus Wahlfreiheit entstehen. Siehe Interaktive Erzählungen, in denen der Spieler ja auch zwischen mehreren vorgeformten Optionen wählen darf.

wie gesagt, in jedem Spiel gibt es Optionen. Die Sache ist nur die, dass diese Optionen in eine Wahllosigkeit umschlagen können und alle möglichen Optionen angeboten werden weil es halt geht. neuerdings kann man Rhythmus-Games sogar ohne den Rhythmus spielen :D
geht teilweise auch sehr ins Philosophische rein. ein Kaffee ohne Milch ist zum Beispiel laut dem Philosophen Zizek (mit Verweis auf Hegel) nicht dasselbe wie ein Kaffee ohne Creme :ugly: (https://www.youtube.com/watch?v=_WHdAKfcNnA ist ganz witzig und was zum Grübeln :D)
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Rick Wertz »

Numfuddle hat geschrieben: 23. Jul 2021, 17:05
Der optimale Betrachtungsabstand für Fernseher bezieht sich auf das Gesichtsfeld und wie viel davon das Bild einnimmt. Das sind Empfehlungen von z.B dem Motion Picture Institute und sie beziehen sich alle nur auf den optimalen Betrachtungsabstand für Filme (Stichpunkt Immeersion) bzw. Auf die Pixelgrösse.

Das sieht man auch daran dass die Abstände bei „Mixed Usage“ deutlich größer sind.

Der optimale Betrachtungsabstand für einen 55 Zoll Bildschirm in 4K ist 2,35 m. 60 cm mehr mögen für die Immersion nicht gut sein. Das ist aber ein Abstand der beim Lesen von Text nicht wirklich relevant ist.

Außerdem passt ein 75 Zoll Fernseher nicht mehr in mein Wohnzimmer.

Nein, das Problem ist dass die UI sehr oft an Schreibtischen designed wird. Schau dir making offs an, da sitzen häufig Entwickler Mitte zwanzig an einem Büroschreibtisch vor einem 32 Zoll oder 36 Zoll Bildschirm mit einem Betrachtungsabstand von < 30 cm.

Da kann ich mit ganz anderen Textgrössen und UI Elementen arbeiten.

Da wird das oft dann kleiner als es eigentlich sein müsste es sitzen vermutlich wenige Leute auf der Couch 1m von ihrem 65 Zöller entfernt.
Diese empfohlenen Betrachtungsabstände sind meines Erachtens schon immer totaler Quark (erst recht für 4k) und viel zu groß. Du sitzt zu weit weg, entweder stellst du den Fernseher näher auf oder musst damit leben, dass die UI in vielen Spielen zu klein sein wird. Ich sehe hier eine sehr offensichtliche Lösung für dein Problem.
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Heretic
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Heretic »

lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:34 was verstehst du darunter? ist das wirklich noch der Fall wenn man das Visuelle ausklammert, die Stimmen der Protagonisten oder die Musik?
Das Erlebnis mag in Teilaspekten verändert sein, keine Frage. Da muss dann eben die eigene Vorstellungskraft ran. Ein Freund von mir ist blind, aber er "schaut" ganz normal Filme. Auch ohne spezielle Fassung für Blinde. Ihm reicht der Ton und die ein oder andere kleine Info nebenher.
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:34 Story-Anpassungen (nichts Audiovisuelles) werden in Zukunft hinzukommen. Zum Beispiel gibt es jetzt schon Horror-Spiele, dessen Horror-Aspekte "optional" komplett abschaltbar sind und das betrifft dann auch die Story.
Auch da kommt's drauf an, was genau abschaltbar ist. Werden nur Schockmomente oder Gewaltspitzen ausgeblendet, kann das Spiel trotzdem noch funktionieren. Oder wenn die Spinne für Arachnophobiker durch ein anderes Viech ersetzt wird. Schwierig wird's, wenn tatsächlich Teile der Story wegfallen. Hast du da ein Beispiel aus dem Spielebereich, wo das schon vorgekommen ist? Mir fällt da spontan nichts ein.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Elb356 »

Heretic hat geschrieben: 23. Jul 2021, 18:59
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:34 blind, aber er "schaut" ganz normal Filme. Auch ohne spezielle Fassung für Blinde. Ihm reicht der Ton und die ein oder andere kleine Info nebenher.
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:34 Story-Anpassungen (nichts Audiovisuelles) werden in Zukunft hinzukommen. Zum Beispiel gibt es jetzt schon Horror-Spiele, dessen Horror-Aspekte "optional" komplett abschaltbar sind und das betrifft dann auch die Story.


Auch da kommt's drauf an, was genau abschaltbar ist. Werden nur Schockmomente oder Gewaltspitzen ausgeblendet, kann das Spiel trotzdem noch funktionieren. Oder wenn die Spinne für Arachnophobiker durch ein anderes Viech ersetzt wird. Schwierig wird's, wenn tatsächlich Teile der Story wegfallen. Hast du da ein Beispiel aus dem Spielebereich, wo das schon vorgekommen ist? Mir fällt da spontan nichts ein.
da wären wir wieder beim Thema was alles zur Story gehört und was nicht. Soma kannst du zum Beispiel im Safe-Mode durchspielen.
Soma hab ich zwar nicht gespielt, bei einem Portal hingegen würde das die Macht-Dynamik zwischen Gladdis und Chell (dem Spieler) auf den Kopf stellen.

Trigger Warnungen sind bei Story-Inhalten Gang und Gebe. Wenn der Aufwand in Zukunft geringer wird diese Story-Inhalte optional abzuschalten und zu ersetzen um sie zu umgehen, wird man das auch tun als Entwickler. Wird hauptsächlich eine finanzielle Frage sein denke ich.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von skade »

Andre Peschke hat geschrieben: 23. Jul 2021, 12:22
Felidae hat geschrieben: 23. Jul 2021, 11:01 Zu Accessibility - wäre "Barrierefreiheit" nicht der übliche deutsche Begriff?
Ja, darauf sind wir nach der Aufnahme auch gekommen. Auch "schrankenlos", Uneingeschränktheit und so. :D

Andre
Eher nicht. "Zugänglichkeit" ist schon richtig. "Barrierefreiheit" wäre nicht falsch, aber wird eher seltener verwendet. "Barrierefreiheit" ist, wenn die Barriere nicht existiert (da ist keine Treppe, da ist eine Rampe). Weil das eigentlich nicht existiert, wird heute auch eher gerne von "Barrierearmut" geredet.

In dem Kontext, in dem ihr redet (Schalter zum umflippen, um das Spiel _zugänglicher_ zu machen), ist das genau der richtige Begriff.

Natürlich ist "Accessibility" mal wieder so ein Englisches Wort mit 8 Übersetzungen, das macht es nicht einfacher...

(Auch wenn das Thema nicht direkt auf der Seite zu finden ist, kann ich nur auf das vorzügliche Projekt https://leidmedien.de hinweisen, die viele praktische Handreichung zu dem Thema für Medienmenschen geben)
Andre Peschke hat geschrieben: 23. Jul 2021, 17:42
lovecraftFTW hat geschrieben: 23. Jul 2021, 15:44 eine weiterführende Frage in Bezug auf Kunst wäre nun, ob ein Spiel, dass fast jede Option zulässt und dadurch keinen eigenen Kern mehr hat, noch Kunst ist.
Es kann aber Kunst ja auch gerade aus Wahlfreiheit entstehen. Siehe Interaktive Erzählungen, in denen der Spieler ja auch zwischen mehreren vorgeformten Optionen wählen darf.
Vor allem sollte man auch beachten, dass modding und mutation schon immer zu Computerspielen gehört, warum sollte jetzt gerade der Entwickler da Vorsicht walten lassen?
Insofern weiß ich da nicht, warum der Farbenblinden-Modus oder Untertitel-Konfigurationen da nun ein Problem sein sollten. Sowas wie der Schwarz-Weiß-Modus für starke Seheinschränkungen bei TLOU2 ist natürlich ne krasse Ausnahme, aber wie im Podcast schon gesagt: Man konnte auch schon immer einen Bobblehead-Modus freispielen, Schwarz-Weiß-Filter zuschalten usw.
Ich denke, TLOU2 ist auch ein Test seitens Sony, um bei einem populären Spiel Umsetzungen weiter zu treiben. Am Ende ist das ja vor allem ein Problem in der Produktionskette - mit der Standardisierung auf Engines wie Unreal/Unity & Frostbite kann ich mir sehr gut vorstellen, dass solche Sachen eher Standard werden, wenn sie direkt in der Engine unterstützt werden.

Gerade das angesprochen Thema mit den Untertiteln fand ich interessant: die neue Unreal-Engine scheint ja wohl darauf zu setzen, dass Tonspuren live gemischt werden, das sollte es dann auch einfacher machen, bei Geräuschen einen entsprechenden Untertitel einzublenden.
Zuletzt geändert von skade am 23. Jul 2021, 20:07, insgesamt 2-mal geändert.
Voigt
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Voigt »

Was auch immer empfohlen werden kann ist GameMakersToolkit und dessen Reihe zur Accessibility:
https://youtube.com/playlist?list=PLc38 ... ocTZ8mKQzR
rammmses
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von rammmses »

Otis hat geschrieben: 23. Jul 2021, 16:15
rammmses hat geschrieben: 23. Jul 2021, 13:48Wem das Spiel nicht gefällt, der spielt es halt nicht, aber es ist doch um Gottes Willen nicht Aufgabe der Entwickler dann irgendwelche Anpassungen vorzunehmen, damit jeder irgendwie noch was dran finden kann. Das zu fordern ist respektlos finde ich. "Ja, ich würde schon gern Tukolsky lesen, aber das ist mir zu anstrengend, kann der das nicht nochmal in Alltagssprache zusammenfassen?"...
Was hat denn das mit den Zugänglichkeitsanpassungen, um die es hier geht zu tun? Willst Du "ach ich les nicht gern so kompliziert" ernsthaft damit gleichsetzen, dass jemand aufgrund einer Krankheit oder Behinderung Spiele nicht spielen kann, weil er z.B. das Bild nicht so sieht oder die Knöpfe nicht drücken kann wie der gesunde Spieler? Accessibility-Optionen sind doch auch nicht dazu da, "dass jeder was daran finden kann"; denkst Du echt, dadurch soll das Spiel an irgendwelche geschmacklichen Befindlichkeiten angepasst werden?

Und wenn ich hier den Blödsinn von wegen "künstlerische Vision beibehalten" lese, kann ich mich nur fragen, wie ignorant und auf sich selbst fixiert man eigentlich sein kann. DIE MENSCHEN MIT DEN ENTSPRECHENDEN BEEINTRÄCHTIGUNGEN KÖNNEN DAS WERK OHNEHIN NICHT SO GENIESSEN WIE VOM KÜNSTLER VORGESEHEN. DENEN SOLL GEHOLFEN WERDEN, DAMIT SIE AUCH ETWAS DAVON HABEN.
Das ist da ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen, da ging es mir vor allem um Geschichten wie leichten Schwierigkeitsgrad, Godmode etc., die das Spiel ja auch anbietet; zu den Anpassungen, die ausschließlich für stark körperlich beeinträchtigte Menschen gemacht wurden, habe ich nur gesagt, dass ich skeptisch bin, ob das dann wirklich jemand so konsumieren will, weil wie gesagt nicht mehr viel übrig ist vom Werk.
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Re: 10JK: Leaks, Merch und Accessibility

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

rammmses hat geschrieben: 25. Jul 2021, 14:46
Das ist da ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen, da ging es mir vor allem um Geschichten wie leichten Schwierigkeitsgrad, Godmode etc., die das Spiel ja auch anbietet; zu den Anpassungen, die ausschließlich für stark körperlich beeinträchtigte Menschen gemacht wurden, habe ich nur gesagt, dass ich skeptisch bin, ob das dann wirklich jemand so konsumieren will, weil wie gesagt nicht mehr viel übrig ist vom Werk.
Deine Fehlannahme ist, dass jeder es so konsumieren will wie du. Das ist aber nicht der Fall.
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