California Department of Fair Employment gegen Blizzard

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Gonas
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Gonas »

Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:38
Gonas hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:31
Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:28 Ich habe aber eben auch zu Beginn gezielt die anderen Punkte herausgestrichen und hinterfragt, ob das jetzt wirklich sinnvoll bzw notwendig ist. Dass es nicht in Ordnung ist, andere anzugrapschen sollte eigentlich klar sein. Umso schlimmer finde ich es, wenn so etwas mit schlechten Witzen gleichgesetzt wird.
Ich glaube niemand hier würde das gleichsetzen, aber viele finden es halb auch absolut nicht in Ordnung. Nur weil man zwei Dinge schlimm findet findet man sie nicht gleichschlimm. In dem zur Debatte stehenden Fall scheint beides passiert zu sein.
Ja, nur will ich mir dann nicht unter die Nase reiben lassen, dass ich Grapschereien gut finden würde. ;)
Nungut, so anders als du ich die Sache mit dem 'Humor' sehe, da hast du natürlich Recht. Kann die Reaktion aber trotzdem verstehen. Ob ein langfristiges ausgesetzt sein von für mich herabwürdigend empfunden Humor psychologisch so viel Unterschied zu Angrapschen hat? Ich bin mir da nicht sicher. Mindestens Angst dürfte beides erzeugen.
Zuletzt geändert von Gonas am 26. Jul 2021, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Early
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Early »

ZiggyStardust hat geschrieben: 26. Jul 2021, 17:49 Humor gehört zum Menschsein dazu und in JEDEM Unternehmen in dem ich war wurde in der Mittagspause herumgeblödelt. Das Problem ist doch nicht, dass Witze gemacht werden, sondern dass es bei manchen Spielestudios zugeht wie beim Bund. Wenn 99% der Belegschaft männlich oder weiblich sind und Diversität ein Fremdwort ist, dann ist das der perfekte Nährboden für toxische Bubbles. In reinen Männer- und Frauenrunden werden Zoten rausgehauen, die man bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis niemals von sich geben würde. Wenn man eine vernünftige Arbeitskultur schaffen möchte, dann sollte man als Personalabteilung darauf achten, dass solche Bubbles erst gar nicht entstehen können.
Ist halt oft leichter gesagt, als getan. Bei uns bewerben sich auch immer jährlich 50-70 Leute für eine Stelle. Ich glaube, vor vier oder fünf Jahren hat sich die letzte Frau beworben. Wir würden sogar gerne gezielt mal wieder eine nehmen, aber es findet sich halt kaum eine.
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Early
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Early »

Gonas hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:57
Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:38
Gonas hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:31

Ich glaube niemand hier würde das gleichsetzen, aber viele finden es halb auch absolut nicht in Ordnung. Nur weil man zwei Dinge schlimm findet findet man sie nicht gleichschlimm. In dem zur Debatte stehenden Fall scheint beides passiert zu sein.
Ja, nur will ich mir dann nicht unter die Nase reiben lassen, dass ich Grapschereien gut finden würde. ;)
Nungut, so anders als du ich die Sache mit dem 'Humor' sehe, da hast du natürlich Recht. Kann die Reaktion aber trotzdem verstehen. Ob ein langfristiges ausgesetzt sein von für mich herabwürdigend empfunden Humor psychologisch so viel Unterschied zu Angrapschen hat? Ich bin mir da nicht sicher. Mindestens Angst dürfte beides erzeugen.
Es ist sicher möglich, dass will ich gar nicht abstreiten. Als ich die einzelnen Anklagepunkte gelesen habe, hatte ich aber ehrlich gesagt nicht diesen Eindruck. Mich hat's dann auch eher verwundert, dass sich hier dann alle so einstimmig auf Activision eingeschossen habe. Denn viele Punkte - eben die von mir angesprochenen - kann man halt schon auch sehr differenziert sehen.
Rince81
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Rince81 »

Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:57
Ist halt oft leichter gesagt, als getan. Bei uns bewerben sich auch immer jährlich 50-70 Leute für eine Stelle. Ich glaube, vor vier oder fünf Jahren hat sich die letzte Frau beworben. Wir würden sogar gerne gezielt mal wieder eine nehmen, aber es findet sich halt kaum eine.
Vier Jahre seit der letzten weiblichen Bewerbung um eine Stelle? Das macht (wenn wir mit 4 Jahren rechnen) bei 200-280 Bewerbern EINE Bewerberin. Verrätst Du,was für eine Branche das ist?
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Otis
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Otis »

Floki hat geschrieben: 26. Jul 2021, 18:00 Im Zweifel lassen. Klar, kann man so sehen, aber sehen wir das nicht alles gerade sehr schwarz weiß? Rape Jokes auf der einen Seite, totale Angst auf der anderen?
Rape jokes wurden immerhin erzählt, totale Angst ist nachweislich nicht gegeben, zumindest nicht die Art, die Du meinst. Das einzige Problem bei diesen "neuen Strömungen" ist, dass deren Gegner ständig übertreiben und so tun, als würde jeder sofort standrechtlich erschossen, der 'nen falschen Pieps macht. Niemand wird außer einem bösen Blick oder einer ungehaltenen Antwort Sanktionen erleiden, wenn er am Arbeitsplatz mal einen unangebrachten Witz erzählt. Und wenn es heißt, man solle Witze vielleicht lieber der entsprechenden Bubble vorbehalten, ist damit kein Redeverbot gemeint, sondern sollte einem das eigentlich der gesunde Menschenverstand sagen, dass man zum Erhalt eines angenehmen Arbeitsklimas nicht jede Taktlosigkeit aus sich rausposaunt, die einem gerade durchs Hirn düst.
Aber so ein vorauseilender Gehorsam, am besten noch stellvertretend für die angesprochene und vermeintlich diskriminierte Minderheit finde ich schon sehr befremdlich bzw. die Strömung gefällt mir nicht. Zum einen kann sich die Gruppe selber wehren und braucht da keine Simps oder weißen Ritter
Wenn sich die jeweiligen Gruppen gut alleine wehren könnten, wären sie keine jeweiligen Gruppen.
zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob es immer gut ist, ein Vorankommen dadurch zu erzwingen, indem wir einfach Sachen verbieten oder als "kann man nicht sagen" erklären.
Wo ist denn irgendetwas verboten? Gegenwind, wenn man Mist labert, ist weder Zwang noch Verbot und warum zB. am Arbeitsplatz bestimmte Dinge nicht offen besprochen werden, muss hoffentlich nicht erklärt werden. Komisch dass sich über solche angeblichen Zwänge immer nur ereifert wird, wenn man selber mal angehalten ist, sein Tun und Reden zu überdenken, aber dass Sabine Möller am Arbeitsplatz seit Jahren gezwungen ist, sich das sexistische Gelaber ihrer Kollegen anzuhören, stört die lieblichen Frat-Boys kein Stück. (Und ich möchte damit ausdrücklich nicht Dich meinen, da ich Dich nicht kenne; Du hast das Thema Zwang und Mund verbieten aber angesprochen, deshalb antworte ich Dir darauf.) Und wenn mir aus alter Gewohnheit doch der Negerkuss rausrutscht, bekomme ich deswegen auch nicht gleich die Krise, auch wenn ich anerkenne, dass und warum der Begriff besser nicht mehr verwendet wird; genauso werde ich nicht anfangen mit dem:r dämlichen Gegender:in und wenn die Frauenwelt mich deshalb sexistisch findet, sei es ihr gegönnt. Wie gesagt, alles kein Zwang.
Wer setzt da den Maßstab an und wo hört das auf?
Jeweils derjenige, der das Hausrecht hat, setzt den Maßstab an bzw. in argen Angelegenheiten der Gesetzgeber. Es hört auf, wann man will. Dieses Strohmann-Argument vom Fass ohne Boden und deshalb ändert man am besten gar nichts ist unsinnig.
Ich bin bspw. über 190 cm groß, also abseits der Norm. Wurde als Kind deswegen so manches mal vera*scht. Und? ich käme nie auf die Idee jetzt eine eigene Liga oder eV zu gründen und in Schulen aufzuklären? Nein, ein wenig Abstand und eine weniger vorhandene Verbissenheit bringt der Sache (und mir) da echt mehr.
Schön für Dich, (ehrlich gemeint,) dass Du da locker mit umgehen kannst, aber wenn Du Dich gedrängt fühlen würdest, irgendwie dagegen vorzugehen, dass langgewachsene Kinder deswegen gehänselt werden, würde Dich jetzt wer genau deswegen verurteilen? Man kann auch schlecht beurteilen, was jemand anderen weshalb wie schwer belastet, dazu sind unser aller Leben und Erfahrungen zu unterschiedlich.
meieiro
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von meieiro »

Nur mal so wieder mal in Erinnerung gerufen. Bei den Vorwürfen gegen Blizzard geht es nicht um ein paar rape jokes hier und da.
Es geht hier um systematische Benachteiligung von Frauen, sexuellen Übergriffen usw.
Und ich würde lieber in einer Firma arbeiten, in der die 9 Personen versuchen die 10. Person zu integrieren und sich evtl. hinterfragen ob man da was verbessern kann, als in einer Firma, wo einfach beschlossen wird der passt nicht zu uns. (und ich habe auch das Glück, dass das so ist)

Warum muss dass bei dem Thema eigentlich immer so verwässert werden, dass wir jetzt nur noch darüber reden ob bestimmte Witze angebracht sind?

Ich bin auch über 190cm groß und da kriegst du halt ab und an mal einen blöden Spruche, aber das ist halt komplett was anderes. Frei nach Jules Winnfield: Das ist nicht die gleiche Liga, das ist nicht mal der gleiche Sport.
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Stew_TM
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Stew_TM »

Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:28
Ich habe aber eben auch zu Beginn gezielt die anderen Punkte herausgestrichen und hinterfragt, ob das jetzt wirklich sinnvoll bzw notwendig ist. Dass es nicht in Ordnung ist, andere anzugrapschen sollte eigentlich klar sein. Umso schlimmer finde ich es, wenn so etwas mit schlechten Witzen gleichgesetzt wird.
Ja, aber das ist halt nicht zulässig, weil es sich nicht voneinander trennen lässt.
Erst dadurch, dass wiederholte sexistische "Witze" unwidersprochen bleiben, bildet sich ja eine derartige Firmen-"Kultur" heraus. In welcher sich die widerlichsten unter den Mistkerlen am Ende so sicher sein können, dass sie bei Sexualstraftaten keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben, dass sie dies dann auch tatsächlich tun und Nacktfotos ihrer Kollegin teilen, diese bedrängen oder sogar begrapschen.

Das hängt miteinander zusammen, und deswegen ist bei solchen Geschichten ja auch jede Person mitschuldig, die an dieser Scheiße mitgewirkt hat, obwohl sie etwas daran hätte ändern können - egal ob aktiv oder durch Nichtstun. Natürlich steigt die Verantwortung mit der Menge an Macht in einem Betrieb.

Ich werfe dir hier ganz klar nicht vor, Sexualstrafstaten gutzuheißen, nur um das klarzustellen - aber schon, den Kontext dieser Diskussion zu verkennen.
Zuletzt geändert von Stew_TM am 26. Jul 2021, 23:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Alienloeffel
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Alienloeffel »

ZiggyStardust hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:18
Alienloeffel hat geschrieben: 26. Jul 2021, 18:39 Ich würde auch gern einfach Videospiele spielen, das Problem sind aber eben solche Firmenführungen. Von daher verstehe ich nicht warum sich der Zorn nicht ausschließlich gegen diese richtet.
Der Ruf der Firmenführung von Blizzard ist doch schon seit der Hongkong-Geschichte durch und auch Bobby Kotick wird bei ResetEra kein Ehrenmitglied mehr. Finde es nicht verkehrt, wenn sich der Zorn auch gegen die Täter richtet und nicht alles auf die Firmenführung abgewälzt wird. Es müssen sich auch Beschäftigte in der Videospielindustrie kritisch hinterfragen, warum sich solche Vorfälle in ihrer Branche häufen und ob es nicht doch Zeit wäre für eine gemeinsame Gewerkschaft. Die Firmenführungen werden in kapitalistischen Gesellschaften wie den USA immer maximales Arschlochverhalten an den Tag legen, da sollte man sich keine Illusionen hingeben.
Und wo genau sind die Täter unbedingt andere Personen als die Firmenleitungen? Es sind in den bisherigen Berichten doch soweit ich mich erinnere immer Abteilungsleiter etc gewesen, die eine Arbeitsatmosphäre aufzubauen schienen, die sowas möglich macht. Und da glaube ich einfach keine Sekunde das die CEOs, die ja komischerweise oft buddies eben jener Leute sind, gar nichts von den Arschlochhaftigkeiten ihres Führungspersonals wissen.
Darüber hinaus ist kapitalistischer Opportunismus wie beim Hong Kong Beispiel auch ekelhaft. Aber wenn sich eine Frau wegen des Umgangs auf der Arbeit umbringt sind das zwei Paar Schuhe und ein anderes Level an scheiße.
Gewerkschaften würde es bestimmt geben wenn sich die Branche da nicht so wehren würde. Wie kann man auch so undankbar sein und wegen Überstunden meckern. Dafür darfst du doch an Assassin's Creed 84 mitarbeiten.
GoodLord
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von GoodLord »

meieiro hat geschrieben: 26. Jul 2021, 21:41 Nur mal so wieder mal in Erinnerung gerufen. Bei den Vorwürfen gegen Blizzard geht es nicht um ein paar rape jokes hier und da.
Es geht hier um systematische Benachteiligung von Frauen, sexuellen Übergriffen usw.


[...]

Warum muss dass bei dem Thema eigentlich immer so verwässert werden, dass wir jetzt nur noch darüber reden ob bestimmte Witze angebracht sind?
Weil das halt der kontroverse Part ist. Ich denke alle sind sich hier einig, dass "systematische Benachteiligung von Frauen, sexuellen Übergriffen usw." inakzeptabel sind, also gibt's da wenig zu diskutieren. Bei der Frage welche Jokes noch OK sind gibt's halt scheinbar unterschiedliche Meinungen und daher mehr Diskussionen.

Das würd ich jetzt nicht als Themaverwässerung interpretieren.
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Early
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Early »

Stew_TM hat geschrieben: 26. Jul 2021, 23:08
Early hat geschrieben: 26. Jul 2021, 19:28
Ich habe aber eben auch zu Beginn gezielt die anderen Punkte herausgestrichen und hinterfragt, ob das jetzt wirklich sinnvoll bzw notwendig ist. Dass es nicht in Ordnung ist, andere anzugrapschen sollte eigentlich klar sein. Umso schlimmer finde ich es, wenn so etwas mit schlechten Witzen gleichgesetzt wird.
Ja, aber das ist halt nicht zulässig, weil es sich nicht voneinander trennen lässt.
Nein, das sehe ich schlichtweg anders. Sorry. Nur weil jemand schlechte und geschmacklose Witze macht, sitzt derjenige nicht im selben Boot wie ein Grapscher oder gar Vergewaltiger. So einfach ist das Leben nicht.
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Felidae
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Felidae »

Early hat geschrieben: 27. Jul 2021, 00:58
Nein, das sehe ich schlichtweg anders. Sorry. Nur weil jemand schlechte und geschmacklose Witze macht, sitzt derjenige nicht im selben Boot wie ein Grapscher oder gar Vergewaltiger. So einfach ist das Leben nicht.
Der eine begünstigt die Rahmenbedingungen für den anderen.
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von meieiro »

GoodLord hat geschrieben: 26. Jul 2021, 23:31 Das würd ich jetzt nicht als Themaverwässerung interpretieren.
Ich schon. Es gibt massive Anschuldigungen gegenüber Blizzard, dass bei ihnen Frauen systematisch benachteiligt und belästigt wurden. Und ein Teil davon sind die unangebrachten Witze. Das ist nicht das Hauptproblem, aber es trägt entscheidend zu der Kultur, die da geherscht haben muss bei.

Und wir haben uns jetzt, bewusst oder nicht, einen der "harmlosesten" Aspekte des Themas rausgepickt und sind teilweise schon wieder bei dem Punkt angekommen, dass es ja gar nicht so schlimm ist.
Ich werfe hier niemanden vor, dass er Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, usw. irgendwie entschuldigen oder verhamlosen will, aber es sollte von der ganzen Sache halt nicht hängenbleiben, dass da ein paar Idioten ein paar unangebrachte Witze gemacht haben, sondern dass die Gamingbranche nach wie vor ein massives Sexismus-Problem hat und das einfach absolut nicht ok ist und abgestellt gehört.

Und zu den Witze. Es sollte doch zum Beispiel durch diesen Thread klar geworden sein, dass bestimmte Witze für bestimmte Personen verletztend sind. Warum lässt man es denn nicht einfach, wenn man nicht weiß wie der Gegenüber darauf anspricht? Gerade wenn zu der Person ein Machtgefälle existiert.
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Rince81 »

meieiro hat geschrieben: 27. Jul 2021, 08:57 Und zu den Witze. Es sollte doch zum Beispiel durch diesen Thread klar geworden sein, dass bestimmte Witze für bestimmte Personen verletztend sind. Warum lässt man es denn nicht einfach, wenn man nicht weiß wie der Gegenüber darauf anspricht? Gerade wenn zu der Person ein Machtgefälle existiert.
Word.


Heiko Klinge hat bei der Gamestar einen Text zu gepostet:
https://www.gamestar.de/artikel/sexismu ... 72008.html

Ich finde es interessant, dass er wirklich den Bogen zur Gamestar zieht.
Die erschütternden Vorfälle beim WoW-Entwickler zeigen für Heiko, dass die Games-Branche endlich Verantwortung übernehmen und sich ändern muss. Das gilt für Blizzard genauso wie für GameStar.
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Floki
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Floki »

Felidae hat geschrieben: 26. Jul 2021, 18:13
Floki hat geschrieben: 26. Jul 2021, 18:00
Puh, als ich das las, musste ich schlucken und dachte mir, dass genau diese Annahme eines der grds. Probleme bei diesen - nennen wir sie - neuen Strömungen ist. Im Zweifel lassen. Klar, kann man so sehen, aber sehen wir das nicht alles gerade sehr schwarz weiß? Rape Jokes auf der einen Seite, totale Angst auf der anderen? In diesem konkreten Kontext und im Ausgangsfall sind ein paar Grenzen überschritten worden, dafür gibt es Ärger und daraus lernt man im besten Falle. Aber so ein vorauseilender Gehorsam, am besten noch stellvertretend für die angesprochene und vermeintlich diskriminierte Minderheit finde ich schon sehr befremdlich bzw. die Strömung gefällt mir nicht. Zum einen kann sich die Gruppe selber wehren und braucht da keine Simps oder weißen Ritter, zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob es immer gut ist, ein Vorankommen dadurch zu erzwingen, indem wir einfach Sachen verbieten oder als "kann man nicht sagen" erklären. Wer setzt da den Maßstab an und wo hört das auf? Ich bin bspw. über 190 cm groß, also abseits der Norm. Wurde als Kind deswegen so manches mal vera*scht. Und? ich käme nie auf die Idee jetzt eine eigene Liga oder eV zu gründen und in Schulen aufzuklären? Nein, ein wenig Abstand und eine weniger vorhandene Verbissenheit bringt der Sache (und mir) da echt mehr.
Ich bin tierisch gespannt, zu erfahren, in welchem Alltagsbereich des Lebens Du aufgrund Deiner Größe systematisch diskriminiert wirst, außer, dass Du Dich manchmal vermutlich bücken musst.

Warum das relevant ist? Weil es Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Handycap und Menschen abseits der sexuellen Norm tagtäglich aufgrund all dessen passiert. Und entsprechende Witze am Arbeitsplatz Teil des Problems sind.

Und jetzt Du.
Und jetzt ich: Als early Teen überdurchschnittlich groß zu sein hat nichts mit "ich muss mich bücken" zu tun, sondern mit anders sein und eine (schwachsinnige) Grundlage für Angriffe zu bieten. Ich kann die genug Geschichten über Bullytum etc. erzählen. Klar, das war eine temporäre Geschichte und verschwindet mit dem Erwachsen sein. Wo Du es gerade ansprichst, mein Nachname lässt auch Rückschlüsse auf meine osteuropäische Herkunft unmittelbar zu. Noch so ein schöner Punkt. Habe ich deswegen Nachteile erlitten? Keine Ahnung, vielleicht, mittelbar sicherlich, vielleicht sogar unmittelbar und ich habe es gar nicht so wahrgenommen. Und auch wenn schon: Ich habe es mir nie erlaubt mich als Opfer zu definieren. Und ich glaube das ist eines der maßgeblichen Punkte in dieser Sache: In wie weit gefällt man sich in der unantastbaren Opferrolle und in wie weit will man sie selbst(!) loswerden? Das geht über das Thema jetzt hinaus und betrifft alle "offended"-Bereiche. Bevor jetzt wieder übelst versimpelt wird: Nein, Rape Jokes sind nicht ok, nein, grapschen auch nicht. Mir geht es nur darum, wie man sich wehrt, in wie weit man ein sich wehren erwarten darf und in wie weit man als Gesellschaft hörig jedes Gefühl von offended mit ausgebreiteten Armen aufnimmt und auf Lebzeit tröstet.
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von TheDarkShadow »

Einfach nur mal als Gedankenstoß und weil es hier so auffällig ist, aber was sagt es über diesen Thread aus dass jeder sich genötigt fühlt als disclaimer direkt reinzuschreiben dass man natürlich nicht rape-jokes okay findet, oder grabschen oder andere Sachen die in diese Richtung gehen.
Vielleicht würde es auch dem Thread gut tun wenn man eben nicht von seinen Gegenüber erst mal als, nennen wir es mal Täter, ausgeht.
Falls ich jetzt wieder angefeindet werde, bitte mal einfach drüber nachdenken ob hier nicht schon mit einem negativen Grundtun gegen Menschen, welche die Meinung anderer nicht zu 100% teilen rangegegangen wird oder es zumindest so wirkt. Vermute dass würde auch der Gesprächskultur hier nicht schaden.
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Rince81 »

TheDarkShadow hat geschrieben: 27. Jul 2021, 09:44 Vielleicht würde es auch dem Thread gut tun wenn man eben nicht von seinen Gegenüber erst mal als, nennen wir es mal Täter, ausgeht.
Falls ich jetzt wieder angefeindet werde, bitte mal einfach drüber nachdenken ob hier nicht schon mit einem negativen Grundtun gegen Menschen, welche die Meinung anderer nicht zu 100% teilen rangegegangen wird oder es zumindest so wirkt. Vermute dass würde auch der Gesprächskultur hier nicht schaden.
Ein Einwand. Ich denke niemand hier sieht andere Diskussionsteilnehmer als Täter. Es ist aber nicht hilfreich, wenn man sich in seinem Post vorab in eine Opferrolle bringt, das "falls ich jetzt wieder angefeindet werde" ist für die Gesprächskultur auch nicht förderlich.
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von TheDarkShadow »

Rince81 hat geschrieben: 27. Jul 2021, 09:56 Ein Einwand. Ich denke niemand hier sieht andere Diskussionsteilnehmer als Täter. Es ist aber nicht hilfreich, wenn man sich in seinem Post vorab in eine Opferrolle bringt, das "falls ich jetzt wieder angefeindet werde" ist für die Gesprächskultur auch nicht förderlich.
Täter ist zugegeben ein unglücklich gewähltes Wort, weil zu stark, hoffe aus dem Kontext heraus ist aber klar was ich meine.
Bezüglich des zweiten Teils, ist halt wie es hier für mich rüberkommt, auch wenn ich hier was schreibe. Ich kann es weglassen, wenn man es nicht lesen will, fördert dass dann die Gesprächskultur? Ist sogar ne ernst gemeinte Frage.
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Andre Peschke
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Andre Peschke »

Alienloeffel hat geschrieben: 26. Jul 2021, 23:18 Und da glaube ich einfach keine Sekunde das die CEOs, die ja komischerweise oft buddies eben jener Leute sind, gar nichts von den Arschlochhaftigkeiten ihres Führungspersonals wissen.
Die Klageschrift ist ja einsehbar, hier: https://aboutblaw.com/YJw

Darin wird ja u.a. auch klar der Vorwurf erhoben, eine Führungsperson habe sich derart konsequent daneben benommen, dass höhere Funktionäre auf Firmenevents einschreiten mussten und sein Büro als "Cosby Suite" bezeichnet wurde. Jetzt muss man natürlich abwarten, was die Gegenseite zu ihrer Verteidigung vorzubringen hat, aber nach den bisher vorhandenen Informationen, steht das zumindest klar im Raum.

Übrigens noch ein interessanter Podcast-Tipp, der grob zum Thema passt, ist dieser Vortrag von Torben Lütjen:

https://www.deutschlandfunknova.de/beit ... r-spaltung

Darin geht es erstmal um die Spaltung der Gesellschaft in den USA die zum Sturm auf's Capitol führte, aber er beschreibt darin IMO interessante Gedanken, wie zB dass gerade neu gewonnene Freiheiten zu eine Polarisierung in der Bevölkerung füren, weil jetzt eben bestimmte Gruppen überhaupt erst (durch gewonnene Freiheit) imstande sind, ihre Anliegen vorzubringen und eine Auseinandersetzung zu erzwingen. Ich fand auch den Gedanken interessant, dass die Brennpunkte der Diskussionen die Stellen markieren, in denen noch kein gesellschaftlicher Konsens gefunden wurde, dass hier der Streit also wichtig und ganz normal ist und wo - auf beiden Seiten - die Grenzen zu "bösartiger Polarisierung" verlaufen.

Andre
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Heretic
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Heretic »

Ich bin im Grunde der Ansicht, dass Satire alles darf und auch der ein oder andere ätzende Witz seine Daseinsberechtigung hat, wenn er dazu dient, Missstände anzuprangern. Wie immer kommt es auf den Kontext an. Wenn man aber solche Witze arglos oder gar mit böser Absicht zum besten gibt, dann ist die Grenze überschritten. Wenn ich mein Gegenüber nicht gut genug kenne um einschätzen zu können, wie meine humorigen Sprüche ankommen, dann verkneife ich sie mir eben komplett. Das ist schlicht eine Sache des Anstands. Und sollte ich jemanden unabsichtlich verbal auf den Schlips getreten sein, dann habe ich kein Problem damit, mich zu entschuldigen.

Was bei Activision Blizzard abging bzw. abgeht, ist aber 'ne ganz andere Liga. Da ist's mit Entschuldigungen nicht getan. Ich hatte als Azubi auch mal 'nen Abteilungsleiter, der erst einen auf freundlich machte, aber irgendwann sein wahres Gesicht gezeigt hat. Ich habe seine Machtspielchen zuerst ignoriert, bis mir irgendwann der Kragen geplatzt ist und ich ihm meine Meinung vor den Latz geknallt habe. War mir egal, da ich nur ein paar Wochen in der Abteilung verbringen musste und die einzige Konsequenz ein nicht unterschriebenes Berichtsheft war (was im Nachhinein zum Glück keine Sau interessiert hat :D). Mir haben aber die anderen Mitarbeiter leidgetan, die sich diesen Honk auf unbestimmte Zeit Tag für Tag geben mussten. Da hat sich schlicht keiner getraut, mal Kontra zu geben.
Urlaub_in_Italien
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Re: California Department of Fair Employment gegen Blizzard

Beitrag von Urlaub_in_Italien »

The types of allegations in the lawsuit?

Workplace issues:
  • Women denied promotions, raises or even equal pay despite over-performing their male counterparts.
  • Male employees frequently neglecting work and delegating assignments to women in favor of playing video games.
  • Male employees refusing to communicate with women, asking their male counterparts for information instead.
  • Women of color being criticized for their body language, asking for assistance, taking breaks and being forced to document days spent off from work, when those criticisms and requests were not made of anyone else.
  • Breastfeeding women being kicked out of lactation rooms so meetings could be held there instead.
Sexism and harassment:
  • Documentation of a “cube crawl” where male employees drink “copious” amounts of alcohol and harass and grope women.
  • Male employees publicly discussing sexual encounters, speaking openly about female bodies and joking about rape.
  • Female employees discouraged from taking harassment issues to HR, given that members of HR were close to the harassers in question.
And finally, the most haunting story documented in the lawsuit. Again, a content warning:
  • A female employee died by suicide on a company trip. The lawsuit alleges this was “due to a sexual relationship she had been having with her male supervisor,” who was found by police to have brought sex toys to the trip. Additionally, it was cited the female employee had previously faced intense sexual harassment at work, including an incident where a photo of her genitals was passed around by male employees at a holiday party.
Source: https://www.forbes.com/sites/paultassi/ ... -of-women/
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