Der Zustand der Deutschen Spielebranche

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Peninsula
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Peninsula »

Vinter hat geschrieben:Ich sage nur, dass eine gut geölte, finanziell erfolgreiche Medienproduktion notwendig ist, um zuverlässig auch Kleinode produzieren zu können.
Das klingt nach einer Übertragung der Trickle-Down-Theorie auf die Medienproduktion, einer Theorie also, die in ihrer Herkunftsdisziplin meines Wissens alles andere als unumstritten ist.

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Vinter
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Vinter »

Naja, Ubisoft macht das z.B. ganz explizit mit ihrem Programm, dass so Sachen wie Valiant Hearts herausgebracht hat. Das wird auch von Assassin's Creed querfinanziert. Auch EA haben Mirror's Edge Cataclysm sicher nicht produziert, weil der erste soviel Geld eingespielt hat. Das war auch nur möglich, weil parallel dazu Dinger wie Battlefield und Fifa laufen.

Und es geht ja nicht mal nur ums Geld: Wo geht denn ein talentierter Uniabsolvent in Deutschland hin, wenn er in der Branche seine Sporen verdienen und sich einen Namen machen will? Der kann dann bei BlueByte Zulieferer für einzelne Programmteile der Ubisoft-Marken werden - wo man weder Geld verdienen noch eine künstlerische Vision verwirklichen kann. Die sind ja laut einer Folge hier im Podcast neulich komplett zu Auftragsarbeitern degradiert. Natürlich alles wieder überspitzt, aber vdss Fazit bleibt: Die Karrierechancen sind mau.
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Malvitus
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Malvitus »

@Axel

Es geht hier doch gar nicht darum, ob jemand nachhaltig Erfolg hatte oder gar ein neues Genre gegründet hat. Es geht auch nicht darum ob AAA Produktionen innovativ sind, Kunst, toll oder doof. Es geht hier um die Diskussion auf Facebook und insbesondere um den Herrn Reichert, der beklagt, dass die deutsche Spieleindustrie verschwindet, weil sie keine Relevanz mehr hat. Er beklagt, dass der Markt gesättigt ist, dass es nur wenig Indie Entwickler gäbe und das wir den Anschluss verlieren würden. Und soweit muss ich ihm auch erstmal Recht geben. Statt jedoch echte Lösungen aufzuzeigen, verschiebt er das Problem in Richtung Politik und die großen Entwickler, die doch endlich von ihrem hohen Ross runterkommen und den armen Kleinen helfen sollen.

Wieso kann denn die dt. Spieleindustrie keine Talente halten? Wieso gehen die denn alle wo anders hin? Sie bekommen hier einfach keine Perspektive. Als studierter Informatiker bekomme ich in der nicht Spieleindustrie die deutlich besseren Angebote, als Game Designer bin ich im Ausland besser aufgehoben, weil mehr Geld. Und wieso ist das so? Weil viele dt. Entwickler meist in Nischen unterwegs sind, die diese Leute in der Qualifikation einfach nicht bezahlen kann. Ich brauche Geld um einen neuen Chris Roberts zu halten und das Geld verdiene ich sicherlich nicht mit einem Feuerwehr Simulator oder einem knuffigen deutschen Adventure, dass sich auf den deutschen Markt beschränkt. Es wäre mir auch lieber, es würde nur geile innovative Indie Titel geben, aber das ist einfach nicht die Realität. Am Ende steht eine Rechnung und die muss bezahlt werden, sonst sind alle morgen auf der Straße.

Um diese Rechnung zu bezahlen fordert nun der gute Herr Reichert nicht etwa, dass die Studios sich der neuen Realität stellen müssen, sondern er fordert dass der Staat zu Gunsten des jetzigen Systems eingreift. Wohin das führt sieht man ja beim Film. Keine Frage, da gibts viele kleine Perlen, die im freien Markt vielleicht so nicht entstanden wären, aber es wird auch ganz schön viel Mist produziert mithilfe der Filmförderung. Diese staatliche Förderung hat also nicht dazu geführt, dass hier ein Hollywood in kreativer entsteht. Aber genau das gleiche soll jetzt die dt. Spieleindustrie zum Silicon Valley machen?

Sein zweite Forderung ist, dass die großen den kleinen als Buisness Angels helfen. Und auch da sieht man ja schon Reaktionen, dass das durchaus gemacht wird, aber nicht wirklich beherzigt wird. Wieso sind denn die großen so erfolgreich? Weil sie nach den Spielregeln der Großen spielen. Crysis war keine Innovationsbombe, sondern ein Standard Shooter mit außergewöhnlich guter Technik. Wieso scheffelt Goodgames soviel Geld? Weil sie den Markt ausnutzen. Die machen keine Kunst. Die machen Kommerz. Ich würde wetten, dass wenn der Herr Yerli versuchen würde ein Indie Studio zu beraten, er großartig an der Sturheit der Menschen dort scheitern wird. "Der hat ja keine Ahnung, der hat ja nur son doofen Shooter gut vermarktet. Unsere Stärke ist unsere gute Idee, das ist alles was wir brauchen".

Ich bin ja auch für geile Spiele und ich mag viele Indie Titel. Aber mit Herzensprojekten verdient man in den seltensten Fällen Geld. Das ist schade, ist aber leider die Realität. Man muss halt manchmal einfach 3 Call of Dutys machen, damit man genug Reserven hat um ein Spec Ops The Line zu machen und verkraften zu können (falls es denn schief geht). Die ersten Blizzard Spiele waren auch keine Warcrafts, sondern kleine Auftragsarbeiten und einfache Massenmarkt taugliche Spiele. Das zieht sich auch durch die Historie der meisten heute noch existierend Studios durch, die haben alle eine Phase von Low Budget Produktionen und Auftragsarbeiten hinter sich. Man fängt nicht als Picasso an, man fängt als Straßenkünstler an, der für Leute Schnellporträts zeichnet.

Zum Thema Innovation:
Ja die kommt oft aus dem Indie Bereich, was daran liegt, dass diese sich solche Experimente leisten können, da sie ja nichts zu verlieren haben. Sie haben nur ein kleines Team, ein kleines Burö, keinen Ruf zu verlieren und auch keine Erwartungshaltung, die sie erfüllen müssten. Deswegen kann ein Notch mit Minecraft Innovation in den Markt reinbringen, denn wenn wir ehrlich sind, wenn DICE, Bioware oder Infinity Ward Minecraft gemacht hätten, wäre das nie so erfolgreich geworden.

Deswegen bin ich ja auch dafür Indie Entwickler zu unterstützen, nicht zuletzt weil sie eben ein Innovationsmotor sind, den die Industrie in ihrer Gänze braucht. Die großen internationalen Publisher haben das ja auch begriffen, schließtlich gibt es genug Förderprogramme für eben jene. Diese Programme haben aber nichts mit Steuererleichterung zu tun oder staatlichen Finanzspritzen, sondern viel mit Buisness, Marketing und so weiter.

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Heretic
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Heretic »

Axel hat geschrieben:Da hat der Kerl doch tatsächlich die gute Nico vergessen, ich fasse es nicht!!!!1
Dabei steht die gute Frau sogar in meinem CD-Regal. Aber man kann ja nicht an alles denken. :mrgreen:
Axel hat geschrieben:Dagegen würde ich tatsächlich den nachhaltigen Einfluss einer Lady Gaga oder einer Beyoncé eher anzweifeln.
Jepp. Die beiden Damen habe ich nur aufgrund ihres Einkommens genannt, das man wohl nur als exorbitant bezeichnen kann. Ob ihre Musik in irgendeiner Form stilprägend ist, kann ich nicht beurteilen. Ist schlichtweg nicht meine Baustelle.

@Relevanz-Begriff:
Für mich ist ein Werk relevant, wenn ich es als künstlerisch wertvoll einstufe. Verbreitungsgrad und finanzieller Erfolg sind mir da völlig egal. Problem: Wie definiert man Kunst? Kommt Kunst wirklich nur von Können? Ist "Style over substance" oder Mainstream automatisch schlecht? Wohl kaum. Aber das sieht jeder anders... ;)

Peninsula
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Peninsula »

Vinter hat geschrieben:Naja, Ubisoft macht das z.B. ganz explizit mit ihrem Programm, dass so Sachen wie Valiant Hearts herausgebracht hat. Das wird auch von Assassin's Creed querfinanziert. Auch EA haben Mirror's Edge Cataclysm sicher nicht produziert, weil der erste soviel Geld eingespielt hat. Das war auch nur möglich, weil parallel dazu Dinger wie Battlefield und Fifa laufen.
Du hast selbst Axel entgegengehalten, dass vereinzelte Beispiele nicht als Argument gegen deine Thesen genügen und so würde ich das in diesem konkreten Fall sehen. Ja, es gibt ein paar wenige Beispiele dafür, dass sich große Hersteller auch mal kleine Prestigeprojekte leisten, die von dir genannten etwa. Meinetwegen noch sowas wie Child of Light, Grow Home etc. Die überwiegende Mehrheit innovativer "kleiner" Spiele stammt aber nicht aus solchen Programmen! Zumal sich mMn ohne Weiteres argumentieren ließe, dass der Prestigewert, den solche Titel mit sich bringen, vom Erfolg (und zwar nicht in erster Linie dem finanziellen) der "echten" Indies herrührt.

Natürlich ist ein gewisser finanzieller Erfolg nötig, um Spieleentwicklung dauerhaft zu ermöglichen, aber im Podcast (u.a. in der von dir angesprochenen Ubisoft-Folge) wurden doch bereits Unmengen an Beispielen dafür gebracht, dass der wirklich ganz große finanzielle Erfolg und die damit einhergehende Orientierung am Massenmarkt, Innovationen eher verhindern als fördern.
Daher bietet aus meiner Laienperspektive die von lolaldanee gewünschte Etablierung mittelständischer Entwickler in der Branche deutlich bessere Chancen für eine vielfältige Spielelandschaft und mehr Sicherheit für die Mitarbeiter, als der Versuch im AAA-Segment mitzuspielen. Auch weil bei börsennotierten Unternehmen der Druck viel höher sein kann, ein Studio dicht zu machen, weil es nicht den maximal möglichen Profit abwirft, auch wenn es sich eigentlich trägt.

Peninsula
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Peninsula »

Axel hat geschrieben:Rammstein ist auch ein guter Name. Die sind ja nicht nur extrem erfolgreich, die haben gleich mal ein ganzes Genre gegründet.
Welches denn? "Runtergedummte Laibach-Imitation"? SCNR :twisted:

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Vinter
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Vinter »

Naja, wir müssen hier zwei Dinge unterscheiden: Zum einen natürlich die Frage, wie sich ein Marktteilnehmer in einem etablierten Markt verhält. Und da gehen die Großen natürlich unzweifelhaft wenig Risiko ein. Innovation erwarte ich in dem Segment auch gar nicht groß von Ubi & Co. Der Markt ist ja so umkämpft, dass schon ein Fehlschlag zum Aus eines Studios führen kann. Dementsprechend sind solche Prestigeprojekte zum einen selten und zum anderen wenig mutig, weil andere (Indies) ja schon den Weg geebnet haben.

Aber: In Deutschland haben wir ja noch nicht mal diesen etablierten Markt. Das heißt, wir haben nicht mal eine Situation, in der stabile Firmen regelmäßig Titel produzieren, die so erfolgreich sind, dass sie internationale Beachtung finden - und dann entsprechend auch Kohle einfahren. Das heißt, wenn das schon nicht existiert, wenn ich schon nicht mit einiger Zuverlässigkeit zumindest finanziell relevant und konkurrenzfähig bin - wo soll dann noch Spielraum herkommen für Experimente, die ja eh enorm risikobehaftet sind und auch für die großen nicht einträglich, wenn die Produzenten nicht gerade enormes Glück haben? Was ist denn der letzte große Titel, den niemand auf den Schirm hatte aus dem AAA Bereich?

Ich sehe in diesem Stadium der deutschen Spielebranche (bzw. Medienbranche allgemein) also das Hauptproblem noch nicht in der Frage zwischen Innovation und Marktkonformität. Wir sind nichtmal in der Nähe, uns über solche Luxusprobleme wie "Innovation" Gedanken zu machen. Es wäre ja schon schön, wenn überhaupt mal Spielefirmen sich langfristig ansiedeln würden - selbst wenn die dann "nur" extrem polierte und hochwertige Shooter produzieren, wie CryTek. Aber das wäre zumindest schon mal ein Anfang, als Keim einer deutschen Spielebranche.* Der ganze Rest: Innovation, Eigenständigkeit usw kann gerne danach kommen. Aus Spielersicht versteh ich natürlich voll und ganz, warum diese künstlerischen Aspekte hier im Forum Priorität besitzen. Ich spiel auch lieber etwas neuartiges, nie gesehenes, als den x-ten Klon. Es ist nur nicht realistisch, sowas ausgerechnet aus Deutschland zu erwarten. Dafür fehlen derzeit Talente, Know-How, Strukturen. Das fängt bei der Nachwuchsförderung an, geht über die Marktchancen eines Uniabsolventen, hierzulande in einer erfolgreichen Softwarefirma zu landen und endet beim Willen der Finanziers, hier Kapital reinzubuttern. Guck dir doch z.B. mal an, wie man Risen außerhalb der deutschen Filterbubble betrachtet: Teil 1 hat noch akzeptable 77 bei Metacritic, Teil 2 schon nur 69 und Teil 3 dann direkt 51 für die PS4 Version - aber hierzulande feiern alle Piranha Byte und keiner merkt, dass auch deren Spiele eigentlich keinen interessieren.

Es läuft letztenendes daraus hinaus, dass mir, wenn ich 100 Millionen $ in einen Film, ein Videospiel o.ä. stecken wollen würde, mir nicht als erster Standort Deutschland einfällt. Und hier wurde es ja schon öfter mal relativ lapidar zumindest angedeutet: Selbst die Deutschen wollen keine deutschen Medien konsumieren. (Auch wieder überspitzt, bevor jetzt wieder jemand aufschreit).

------
* Übrigens hat Chris Roberts extra in Frankfurt ein Entwicklungsstudio für Star Citizen angesiedelt und dafür Leute von CryTek abgeworben. Warum? Weil das die Experten für die CryEngine sind. Da sieht man dem Standortfaktor Know-How live bei der Arbeit zu. Aber auch die sprechen meines Wissens englisch in ihren Büros und nicht deutsch, was schon einen guten Hinweis auf den Nachwuchs hierzulande gibt.
Zuletzt geändert von Vinter am 26. Nov 2016, 21:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Malvitus
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Malvitus »

Peninsula hat geschrieben: Daher bietet aus meiner Laienperspektive die von lolaldanee gewünschte Etablierung mittelständischer Entwickler in der Branche deutlich bessere Chancen für eine vielfältige Spielelandschaft und mehr Sicherheit für die Mitarbeiter, als der Versuch im AAA-Segment mitzuspielen. Auch weil bei börsennotierten Unternehmen der Druck viel höher sein kann, ein Studio dicht zu machen, weil es nicht den maximal möglichen Profit abwirft, auch wenn es sich eigentlich trägt.
Zwei Dinge dazu:

1. Mittelständische Entwickler werden aber nicht die Spiele produzieren, die wir alle unter Indie Perlen verstehen, sondern momentane Trends eher verstärken. Sprich: Die Nischen bedienen, die von den großen nicht abgefischt werden bzw. den großen Zuarbeiten. Das ist für die eine sichere Bank. Ich finde nicht, dass der Druck bei börsenotierten Unternehmen größer ist. Im Gegenteil. DICE konnte den Flop von Mirrors Edge ganz gut verkraften, weil andere Marken das Geld wieder reingeholt haben, sodass die Rechnung wieder stimmmt. Ein mitterlständischen Unternehmen, dass alles auf die Karte Mirrors Edge setzt fährt ein viel höheres Risiko, da ein Flop die Insolvenz bedeuten kann.

2. Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Sweet Spot in dieser Region gibt. Kleinere Indie Titel müssen letzendlich ja die ganzen Entwicklungskosten tragen. Bei einem kleinen 4 Mann Team kann ich mir das gerade noch so vorstellen, das geht ja aber eher richtung Startup als Mittelständischen Unternehmen. Bei größeren Teams braucht man wiederum Titel, bei denen der erwartete Umsatz auch stimmt.

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Malvitus
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Malvitus »

Axel hat geschrieben:@Malvitus: Aber wie stellst Du Dir das vor? Nehmen wir mal an, wir hätten jetzt mal nen Multimillionär der mal 30 Millionen Euro in die Finanzierung eines AAA Titels Made in Germany steckt. Vielleicht ein Open World RPG mit DSA Lizenz oder sowas. Wer garantiert Dir, dass man A) dafür das geeignete Personal hier Deutschland findet und B) es im Ausland auch nur irgendwem interessieren würde?
B) Sollte kein allzugroßes Problem sein. Man müsste das Regelwerk entsprechend ein bisschen frisieren, aber Drakensang hat ja auch funktioniert. Man darf haalt nur keine allzu deutschland spezifische Story etc. drauß machen A) ist ja ganz genau das Problem was die Spieleindustrie in Deutschland hat. Man hat jahrelang einem Brain Drain zugesehen und wundert sich jetzt, dass junge Leute nicht bereit sind für ein Appel und ein Ei Spiele zu entwickeln, wenn Kollegen in den USA das doppelte verdienen.

Das Problem bei Shin'en wäre jedoch, das sie wohl nicht wirklich weiter wachsen könnten, wenn sie wöllten. Die Nische gibt einfach nicht mehr her. Das sieht man jetzt ja auch bei Daedalic, die wieder zurückbauen müssen. Das ist ja auch alles cool und für mich voll kommen okay. Wenn eine Firma eine Nische bedienen will und is damit zufrieden, dann ist das ja vollkommen okay. Man ist aber halt an diese Nische gebunden, wenn sie schrumpft musst man halt mitschrumpfen. Ich finde es nur fragwürdig, dass man jetzt (nachdem man abgehängt wurde, keine Strukturen aufgebaut hat und man langsam merkt, dass nur Nische auch nicht funktioniert, v.a weil die Kosten weiter steigen) nach der Politik schreit, damit die einspringt und die Party so wie sie grad läuft weiter finanziert. Eine Steuererleichterung bringt keinem Indie Studio was, keinem Nachwuchsentwickler und auch dem Spieler nix. Sie sorgt nur dafür, dass man den sich abzeichnenden Verlust auffängt. Hätte der gute Mann gefordert Förderprogramme für Startups zu machen und vorhandene Programme auszubauen (zb. im Rahmen des EXIST Programms) wäre ich voll dabeigewesen. In der Form wie er seine Kritik jedoch geäußert hat, war da viel Jammerei ob des Bösen internationalen Geschäfts dabei, dass uns unseren lokalen Markt kaputt macht. Und wir wollen uns bitte bitte nicht anpassen müssen.

Ich kanns nur wiederholen. Wir haben mit der Gamescom eine riesen große Spielemesse jedes Jahr vor der Haustür. Trotzdem scheinen mir deutsche Entwicklungsstudios weder international, noch national sonderlich gut vernetzt zu sein. Perlen vor die Säue.

Peninsula
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Peninsula »

Vinter hat geschrieben:Naja, wir müssen hier zwei Dinge unterscheiden: Zum einen natürlich die Frage, wie sich ein Marktteilnehmer in einem etablierten Markt verhält. Und da gehen die Großen natürlich unzweifelhaft wenig Risiko ein. Innovation erwarte ich in dem Segment auch gar nicht groß von Ubi & Co.
Eben. Aber deine vorigen Posts klangen so, dass ganz großer Mainstream-Erfolg die Voraussetzung dafür wäre, dass man sich Innovation quasi nebenbei leistet und ein Mangel an in diesem Sinne international erfolgreichen "AAA-Mainstreamkulturprodukten" ein Beleg dafür sei, dass in Deutschland (vereinfacht gesagt) "tote Hose" sei. Darauf habe ich reagiert und für den Spielebereich argumentiert, dass AAA-Erfolg sich eben nicht darin niederschlägt, dass im Umfeld sonderlich viel entsteht, und sogar die Gefahr besteht, dass den unheimlichen Profitzwängen in diesem Segment selbst Firmen in Gefahr geraten können, die eigentlich rentabel sind (siehe Ubisoft).
Vinter hat geschrieben:Aber: In Deutschland haben wir ja noch nicht mal diesen etablierten Markt. [...] Ich sehe in diesem Stadium der deutschen Spielebranche (bzw. Medienbranche allgemein) also das Hauptproblem noch nicht in der Frage zwischen Innovation und Marktkonformität. Wir sind nicht mal in der Nähe, uns über solche Luxusprobleme wie "Innovation" Gedanken zu machen.
Vinter hat geschrieben:Es läuft letztenendes daraus hinaus, dass mir, wenn ich 100 Millionen $ in einen Film, ein Videospiel o.ä. stecken wollen würde, mir nicht als erster Standort Deutschland einfällt.
Und da liegt der Hund begraben! :mrgreen: Vor all den genannten Hintergründen sehe ich nicht, wieso man den 100-Millionen-$-AAA-Bereich überhaupt anpeilen sollte. Und deine Posts wirken so, als würdest du diesen Bereich ganz selbst verständlich für das non plus ultra jeglicher Kulturproduktion (Film, Musik, Spiele,...) halten. Wie Axel schon schreibt, heißt "mittelgroß" doch nicht, dass man nur noch kleine Kunstprojekte fern kommerzieller Interessen vorantreibt, sondern dass man versucht durchaus profitable Nischen zu bedienen. Der Vorteil für "Innovation" besteht lediglich darin, dass mit kleineren Projekten weniger Risiken verbunden sind und somit öfters mal Experimente gewagt werden können. Deswegen muss aber doch nicht jedes kleine bzw. mittelgroße Spiel versuchen das Rad neu zu erfinden!

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Vinter
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Vinter »

Das Problem ist ja hier der Teufelskreis, der nicht durchbrochen werden kann:
Wir haben keine großen, international konkurrenzfähigen Teams, also investiert hier niemand in die Medienbranche, also wandert der Nachwuchs ab (oder entsteht erst gar nicht erst), also haben wir keine großen, international konkurrenzfähigen Teams.

Und an der Stelle müsste man eben ansetzen. Ursächlich ist hier vermutlich in erster Linie die Mentalität, die Unterhaltung als Berufswunsch immer noch mit Skepsis betrachtet. Ich hatte es ja oben schon erwähnt: In den USA ist die Branche der Kreativschaffenden eine Selbstverständlichkeit (Auch wenn es hier wie dort das Trope des arbeitslosen Schauspielers gibt). Die USA haben nicht zufällig eine dominante Rolle in Film-, Musik- und Videospiel.

Hier hingegen wird schief angeschaut, wenn man Film studieren möchte. Aber vor der Glotze hängen sie alle jeden Abend und beschweren sich über das Programm.Davon, dass es erst seit kurzem überhaupt erst zaghafte Versuche gibt, Videospiele an die Uni zu bringen mal ganz zu schweigen.
Als sie in den USA bereits Milliarden mit Videospielen umgesetzt haben, überlegten Politik und Journalismus hierzulande noch, ob man diese ganzen Killerspiele nicht besser verbieten sollte. Man erlaubt sich auf der einen Seite eine Gamescom, auf der anderen Seite jedoch den Zirkus mit dem deutschen Computerspielpreis 2014, bei dem die Politik effektiv jeden USK18-Titel aus der Gewinnerriege wirft.

Wo anfangen? Geld in die Unis, zu den Start-Ups, bei der Nachwuchsförderung. Imho. Aber ohne diesen ganzen, typisch deutschen "pädagogisch wertvoll"-Quatsch, bei der dann 65-jährige Landespolitiker skeptisch schauen, wenn man ein Videospiel für Erwachsene machen will. DAMIT hier mal eine Substanz ensteht, in die Geldgeber dann auch investieren wollen - es müssen ja nicht direkt 100 Millionen Dollar für das nächste Battlefield sein.

Edit: Und ja: Aus Investorensicht ist AAA natürlich das Nonplusultra, weil es die meiste Rendite verspricht. Man muss ja hier meine Meinung darüber, welche Spiele ICH spielen möchte davon differenzieren, wie man es schafft, Investoren und Talente anzuwerben und dem Laden einen ersten Impuls zu geben. Und das klappt eher mit einem AAA-Blockbuster als mit einem "mittelgroßen" Projekt, von dem wir ja auch durchaus schon welche haben, mit Daedelic, Piranha Bytes oder Deck 13. Aber da ist natürlich dann wieder das Eingangs erwähnte Problem: Es gibt ja hierzulande niemandem, dem man eine AAA Produktion zutrauen würde. Und mal ehrlich: Den "mittelgroßen" konnte man jetzt 2 Dekaden lang zusehen, wie sie nicht aus dem Quark kommen. Denn wir haben ja nun diese Zustände, OBWOHL wir eine handvoll dieser Mittelständler hier haben. Das scheint also nicht zu klappen.
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Kravion
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Kravion »

Axel hat geschrieben:
Andererseits sind Deutsche nunmal auch Gewohnheitstiere. Wenn jemand mal was ganz anderes macht, wird es nicht gekauft. Mal angenommen, Daedalic würden mal nen Action-Adventure oder sowas machen. Wer würde das von deren Fans kaufen?
Ja das stimmt, aber das ist kein deutsches Alleinstellungsmerkmal. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Gamer hätte doch am liebsten: Remakes von Remakes zu Remakes. Schaut man doch mal auf die Kommentarbereiche von "Remaster von Spiel X geplant" Berichten, sieht man immer genug Zustimmung. Was Neues wird nur dann akzeptiert, wenn es einem schon bekannten Spiel ähnelt.

Stammbräu
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Stammbräu »

Was mich interessieren würde ist, ob es Firmen wie PB oder Crytek nach ihren ersten großen Titeln geschafft haben, schwarze Zahlen zu haben.
Hatten sie das?

Wenn ein Titel aus Deutschland so erfolgreich ist, dass man damit nicht auf der Straße landet - warum nicht produzieren?! Am Ende kommen Rammstein, Gothic und Cry-Engine.
Über den Anspruch an den Erfolg, entscheidet man ja individuell.

Vinter spricht einige wichtige Punkte an, wie ich finde:
Die Moralkeule über der Gesellschaft bringt nichts, weil Deutschland wollte deswegen die Killerspiele nicht weniger. Nö, vielleicht erst Recht nen Ticken mehr^^
Darum halte ich es auch für falsch, nur "pädagogisch-wertvoll"-Quatsch zu finanzieren. Das ist subjektiv und außerdem will die Gesellschaft nachweislich Doom + LifeIsStrange + SuperMario spielen. Fördergelder die einem Produkt helfen wollen, für das es gar nicht viel Nachfrage gibt, sind Minusgeschäft.
Kravion hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Andererseits sind Deutsche nunmal auch Gewohnheitstiere. Wenn jemand mal was ganz anderes macht, wird es nicht gekauft. Mal angenommen, Daedalic würden mal nen Action-Adventure oder sowas machen. Wer würde das von deren Fans kaufen?
Ja das stimmt, aber das ist kein deutsches Alleinstellungsmerkmal. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Gamer hätte doch am liebsten: Remakes von Remakes zu Remakes. Schaut man doch mal auf die Kommentarbereiche von "Remaster von Spiel X geplant" Berichten, sieht man immer genug Zustimmung. Was Neues wird nur dann akzeptiert, wenn es einem schon bekannten Spiel ähnelt.
Es ist schwierig etwas zu fordern, das man nicht kennt.
Ich hab 2013 kein Gamestar-Kommentar verfasst, indem stand:"Ich wünsche mir einen Spielepodcast von André! Am besten noch mit einem anderen Redakteur von den Alten. Und Bier, damit die Zunge locker bleibt!"
Damit wurde ich knallhart überrumpelt. Eine Spitzeninnovation wie ich finde :)
"Auf ein Bier" Community TS3-Server - aufeinbier.ts.gamed.de - pw: skolprost

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Heretic
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Heretic »

Stammbräu hat geschrieben:Fördergelder die einem Produkt helfen wollen, für das es gar nicht viel Nachfrage gibt, sind Minusgeschäft.
Aber gerade solche Titel brauchen die Förderung am meisten und wären ohne diese womöglich niemals entstanden.

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Leonard Zelig
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Leonard Zelig »

Axel hat geschrieben: Und das fande und finde ich immer eine große Stärke des deutschen Films. Ich verstehe immer nicht, dass schwedische Filme für ihre Dunkelheit oder französische Filme für ihre Schrulligkeit gelobt werden, aber auf den deutschen Film wird von vielen Leuten nur mit Verachtung geschaut. Woher kommt das? Würden sich mehr Menschen damit auseinandersetzen, was wir hier an guten Produktionen haben, dann würde man auch den deutschen Film nicht auf Til Schweiger herunterbrechen, im Gegenteil. Da können aber die Kreativen sehr wenig dafür, wenn sich das Publikum einfach nur auf amerikanische Großproduktionen versteift.
Ich schätze mal für den Ruf dürften die zahlreichen Spielfilme auf ARD und ZDF verantwortlich sein, die oft unfassbar spröde und bieder wirken. Und Großproduktionen drehen sich meist um historische Themen, das ist ja auch nicht jedermanns Sache. Was wurde "Lola rennt" damals abgefeiert, aber das ist jetzt auch schon wieder 18 Jahre her. "Ziemlich beste Freunde" war ein Kassenschlager in Deutschland, es muss also nicht immer Hollywood sein. Ich würde mir etwas mehr Mut bei der Themenwahl und Inszenierung wünschen.
Kravion hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Andererseits sind Deutsche nunmal auch Gewohnheitstiere. Wenn jemand mal was ganz anderes macht, wird es nicht gekauft. Mal angenommen, Daedalic würden mal nen Action-Adventure oder sowas machen. Wer würde das von deren Fans kaufen?
Ja das stimmt, aber das ist kein deutsches Alleinstellungsmerkmal. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Gamer hätte doch am liebsten: Remakes von Remakes zu Remakes. Schaut man doch mal auf die Kommentarbereiche von "Remaster von Spiel X geplant" Berichten, sieht man immer genug Zustimmung. Was Neues wird nur dann akzeptiert, wenn es einem schon bekannten Spiel ähnelt.
Ich mag neue Erfahrungen. Und das geht vielen Gamern so. Sei es damals der Erfolg der Wii, der Guitar-Hero-Boom oder jetzt die Begeisterung für PlayStation VR.

Aber warum soll ich für ein 08/15-Spiel für 30 Euro zahlen, wenn ich bei Steam ähnliche, etwas ältere Spiele für 3 Euro im Sale bekomme?

Die Kritik an der Existenz von Remasters verstehe ich nicht. Regen sich diese Leute auch auf, wenn Filmklassiker auf Blu-ray wieder aufgelegt werden? An den Remasters sitzen doch in der Regel ganz andere Studios, die sich auf Ports spezialisiert haben.

BTT:
Der GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. zeigt sich enttäuscht über den Beschluss der Haushälter des Bundestages, die finanziellen Mittel des Deutschen Computerspielpreises auf das Niveau von 2016 einzufrieren und gleichzeitig zur paritätischen Finanzierung durch Bund und Branche zurückzukehren.
http://game-bundesverband.de/game-zeigt ... pielpreis/" onclick="window.open(this.href);return false;
Acht Jahre Politik von BIU und GAME haben sich aber mal so richtig gelohnt!
Wir lassen uns abspeisen, seit vielen Jahren. Wir machen mit und sind froh um die Bröckchen, die man vom Tisch fallen lässt, damit wir sie vom Boden auflesen. Und die Politik, die ein feines Näschen dafür hat, wenn jemand opportun nach allem schnappt, die Schwäche wittert wie der Drogenhund die Hanfplantage, die amüsiert sich prächtig auf unsere Kosten.

Es is ein erbarmungswürdiges Schauspiel. Die beiden Verbände, die zu viel Kraft in den letzten Jahren auf ihren Grabenkrieg verwendet und – wer will es bei dem Ergebnis bezweifeln – zu wenig zur Interessenvertretung der Branche getan haben, sollten jetzt einmal tief in sich gehen. Denn letzten Endes haben sie zu allererst diese Katastrophe zu verantworten. Ich bin Mitglied im GAME und bei BIU.dev. Ich bin also nicht ohne Schuld.

Es ergibt auch keinen Sinn, vor diesem Hintergrund so zu tun, als hätte der DCP in dieser Form eine Zukunft. Wie soll die aussehen? Wie soll die Verleihung im April aussehen? Wollen wir da alle in Anzug oder Abendkleid so tun, als würde die Branche ernst genommen?
https://thevirtualmirror.wordpress.com/ ... ohne-mich/" onclick="window.open(this.href);return false;
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

Konsolengaming in den 2010er-Jahren - Eine Dekade in Zahlen und Worten

UncleHo
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von UncleHo »

Wurde eigentlich der Link zu der im ersten Post genannten Facebook Diskussion mittlerweile gepostet? Finde ihn nämlich nicht.. wäre hochinteressant da mal querzulesen.

Kravion
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Kravion »

Leonard Zelig hat geschrieben: Aber warum soll ich für ein 08/15-Spiel für 30 Euro zahlen, wenn ich bei Steam ähnliche, etwas ältere Spiele für 3 Euro im Sale bekomme?
Mit neu meine ich nicht aktuellere Spiele sondern, vom Gameplay oder von den Storyansätzen, andere Wege gehende Spiele.

Es ist nämlich wie du sagst es gibt zu viel 0815 Müll. Diese Spiele sind im Prinzip immer das Selbe. Mehr Spiele, die sich von alten Denkmustern lösen wäre doch mal ein Anfang. Zum Beispiel mal einen Protagonisten, der weder der Held, noch Dreh und Angelpunkt des Spieleuniversums ist.

Ich bin der Meinung, dass Spiele nach klassischem Muster, ein guter (Super)Held der den Verlauf der Story total unauthentisch beeinflusst und am Ende wie ein Gott verehrt wird (Gefühlt alle RPG Spiele auf dem AAA Markt), besser verkauft als ein Spiel, dessen Muster ich im vorherigen Absatz erwähnt habe. Ich bin nicht allgemein gegen solche Spiele, es sollte einfach nur mehr Vielfalt im AAA-Bereich geben.

Nur mal als Beispiel: Ich bin ein Fan von Mass Effect. Ich bin froh, dass das neue Spiel nichts mit der alten Trilogie zu tun hat. Ich hoffe auf weniger Personenkult und einer in sich Sinn ergebender Story. Wenn ich aber in Fanforen oder z.B. bei Gamestar in den Kommentarbereich schaue komme ich zum Schluss, dass genau das erwartet wird. Ryder soll ein Shepard 2.0 sein. "An Shepard würde er/sie ja nie rankommen" usw... Wieso darf Ryder nichts eigenes sein? Was wäre zum Beispiel schlimm daran, wenn Ryder mal nicht der Dreh und Angelpunkt der Story wäre?

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Leonard Zelig
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Leonard Zelig »

Andre Peschke hat geschrieben:
Leonard Zelig hat geschrieben:Crytek hat seine Grafikengine an Amazon verkauft und konnte so das Aus nochmal abwenden. Das aktuelle Projekt Robinson - The Journey für PlayStation VR kommt recht gut an (Metacritic-Score: 64), mir persönlich verhagelt aber die Preisdifferenz zwischen USA und Europa (40$ vs. 70€) die Laune.
Was Crytek angeht, gibt es aktuell wieder eine Menge unschöner Gerüchte in der Branche. Angeblich wieder ausbleibende Lohnzahlungen etc. Hab das aber bislang nicht ernsthaft verfolgt. Kann Quatsch sein.

Andre
Leider kein Quatsch. :(

http://www.polygon.com/2016/12/10/13908 ... s-not-paid" onclick="window.open(this.href);return false;
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Andre Peschke
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Andre Peschke »

Leonard Zelig hat geschrieben:Leider kein Quatsch. :(

http://www.polygon.com/2016/12/10/13908 ... s-not-paid" onclick="window.open(this.href);return false;
Ja, dachte ich mir. Die Quellen waren eigentlich ganz gut und andere Leute hatten das auch schon gehört.

Der Amazon-Deal sollte ihnen ja eigentlich ein bisschen was gebracht haben... Kein gutes Zeichen, wenn sie jetzt schon wieder in Problemen stecken.

Andre

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Leonard Zelig
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Re: Der Zustand der Deutschen Spielebranche

Beitrag von Leonard Zelig »

Die Probleme bei Crytek reißen nicht ab:

https://www.reddit.com/r/gamedev/commen ... d_in_2017/" onclick="window.open(this.href);return false;
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