Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

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TrueKraut
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von TrueKraut » 11. Dez 2016, 00:18

Stange ergreift die Initiative und besingt mit dem Vokabular eines (ost)deutschen Minnesängers die Erzeugnisse fränkischer Brauereimarken. Wohltemperiert und doch bei der Sache wird der Biertalk am Anfang Redaktionsplankonform von Neuzugang S. zugunsten der handfesten Inhalte davor gerettet, in ein Gunnar Lotteskes rezitieren alter Bieranekdoten abzudriften.

Soviel zu den ersten 7, 8 Minuten.

Ich bewerte schonmal prognostisch mit einem mittleren 80er Podcast.
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Lurtz
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Lurtz » 11. Dez 2016, 02:35

Steam ist Fluch und Segen - einerseits hat es dem PC eine einheitliche Plattform a la Konsolen gegeben, andererseits setzen mittlerweile zu viele Steam = PC.

Die Saleskultur ist doch nicht schlimm. Das Preisniveau ist deutlich stabiler geworden, kaum jemand ist zu Extremrabatten gezwungen um Aufmerksamkeit zu generieren. Selbst Playstation-Sales fahren heute oft höhere Rabatte!

JayTheKay
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von JayTheKay » 11. Dez 2016, 03:04

Sebastian hat sich bei mir gleich am Anfang sehr beliebt gemacht, als er die gerne mal ausufernde Bier-Unterhaltung beendet hat.

Zum Thema: Wie von Axel schon angesprochen hat mir etwas die Monopolisten-Thematik und ihre Auswirkungen auf den Spieler gefehlt, bzw. einfach der Gedankengang, dass man sich als Spieler einer Plattform komplett ausliefert und darauf vertrauen muss, dass Steam einem nichts böses will.
Auf der anderen Seite bin ich als Spieler schon recht froh, (fast) alle Spiele beisammen zu haben, denn man merkt immer wenn man zum Origin, Ubi-Launcher oder Battlenet greifen muss, wie mühsam es ist, diese ganzen unterschiedlichen Konten zu verwalten.
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Mahtan
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Mahtan » 11. Dez 2016, 06:14

hmmm... spannende Folge. Einerseits wegen dem Thema, aber vor allem auch wegen der Konstellation.
Ich finde es gut, dass alle drei Podcaster flexibel zwischen Moderieren und Erzählen wechseln. Stange hat dabei gute Impulse geliefert und störendes Durcheinander-Reden kam auch kaum vor. Schön zu sehen, dass ihr zu dritt genauso harmonisch funktioniert, wie zu zweit. Die Redeanteile waren ein wenig unausgewogen, der Stammtisch-Sprechfluss wird sich aber sicher auch bei Stange nach und nach einstellen. Hach ist das alles aufregend ;)
Wird spannend, wie es dann in der Zukunft in anderen Konstellationen läuft. Ich freue mich jetzt schon auf eine Folge nur mit Stange und Gebauer :lol:

Zum Thema:
Ich nutze eine Kombination aus Cooptimus und Youtube um gute Coop-Spiele für Steam zu finden. Leider zeigt Steam nicht klar an, ob Spiele einen offline Couch-Multiplayer haben... Mit Print-Journalismus komme ich dabei aber weniger in Kontakt. bei Cooptimus nutze ich ausschließlich die Datenbank und bei Youtube schaue ich mir Spielinhalte an, ab und zu ein Videoreview.
Auf ein Bier ist für mich dabei nicht wichtig für Kaufentscheidungen auf Steam, stattdessen handelt es sich eher um ein Angebot zum Reflektieren bereits gesehener/gespielter Inhalte. Mich interessieren eure Gedanken/Meinungen, aber in den seltensten Fällen folgt der Kauf eines Spiels. Bei einem Freund von mir läuft es aber auch genau anders herum: Schon öfters verkündete dieser den Kauf von Spiel X nach einer eurer Folgen :think:

Das mit der DRM-Freiheit, was ihr zum Ende hin diskutiert, war für mich jahrelang der Grund, Steam zu boykottieren. Stattdessen habe ich Spiele entweder nicht gekauft (wie Borderlands 2, wo man eine Zwangs-Steamanbindung hat) oder eben auf CD angeschafft und diese als Image archiviert. So hatte ich immer noch eine Sicherung der Medien in meiner Cloud, aber komfortabel war das nicht. Der Big-Picture Modus, die Controller-Integration und das brachiale Exclusiv-Angebot haben mich inzwischen konvertiert. Und natürlich die Sales... Ich zahle im Schnitt 2-5 Euro pro Spiel, bei solchen Summen sind meine Ideale bezüglich DRM leider nicht mehr wichtig genug :obscene-tolietcrapper:
Zuletzt geändert von Mahtan am 11. Dez 2016, 06:16, insgesamt 1-mal geändert.

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TrueKraut
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von TrueKraut » 11. Dez 2016, 06:16

Stimme Jochens These übrigens zu was die kommerzielle "erosion" des Spielegeschmacks betrifft. Kann das in meiner Altersklasse schon beobachten was die Musikstreamer alles mit der kulturellen Bildung anstellen. Kenne DJ's deren Musikgeschmack außerhalb ihres "Genres" von irgendwelchen playlists auf Spotify geprägt wird :geek: (!) Das selbe wird Spielen und ihren Kuratoren wohl leider auch noch blühen...
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W8JcyyU
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von W8JcyyU » 11. Dez 2016, 07:01

Ein paar Gedanken vor dem Hören:

Als Linuxnutzer und -spieler verdient Steam bzw. Valve erstmal ein Lob. Durch das Engagement des Unternehmens kam in den letzten paar Jahren mehr Bewegung in Linux Gaming als in den 10, 15 Jahren davor. Gerade die durch die verschiedenen Distributionen teils verstreute Linux-Gemeinde profitiert in der Hinsicht von einem starken Fürsprecher.

Es gibt auch Gegenbeispiele zur Sales-Kultur, an erster Stelle hier Divinity: Original Sin. Zwei Jahre nach dem ursprünglichen Release (ein Jahr nach der Enhanced Edition) wurde das Spiel bisher in keinem Sale für unter 19.99€ angeboten.

Edit:
Kudos für das Erwähnen von Spiderweb. Bei Spiderweb handelt es sich genauer sogar um ein Ein-Mann Projekt von Jeff Vogel. In seinem Blog äußert sich dieser kritisch zu Entwicklungen im Indie-Bereich ([1], [2]). Er sieht sich allerdings weniger gefährdet. Ähnlich wie Axel haben seiner Meinung nach eher mittelgroße Indieentwickler, die zwischen Ein-Mann- und AAA-Größe liegen, ein Problem.

Was das Problem der Auffindbarkeit betrifft, ist das für mich eine Frage des Suchinterfaces: Google ist wenn nicht das best möglich, zumindest das meist genutzte Interface. Für Multimedia-Content ist es leider kaum zu gebrauchen, da dazu eine semi-manuelle Annotation mit Metadaten für jeden Eintrag nötig wäre. Wachstumsraten wie etwa bei Youtube (x Giga/Terabyte pro Stunde/Tag) zeigen, dass der technische Fortschritt hinterherhinkt. Die Idee eines menschlichen Kurators, der sich mit den einzelnen Releases beschäftigt, ist in seiner bisherigen Form auf jeden Fall vorbei. Das hat für mich auch positive Seiten, da wie im Podcast erwähnt eine Aggregation von Nutzerwertungen auf Amazon mehr Informationen bietet als die "Tabellenberichterstattung" einer Chip, c't oder der Stiftung Warentest.

[1] Indie Bubble is popping
[2] Indie Bubble revisited
Zuletzt geändert von W8JcyyU am 11. Dez 2016, 09:41, insgesamt 3-mal geändert.

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Ricer
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Ricer » 11. Dez 2016, 08:39

Bedenkenswert, dass ihr euch nicht an den Namen von Simons Spiel erinnern konntet. Dann noch Floskeln wie, "Ist wie GameDev Tycoon" zu benutzen, die den kritisierten Steam, Amazon, Google Bewertungs-/Empfehlungsschemata entsprechen, wirkte leicht ambivalent.

Toller Kommentar von Sebastian zum Humble Bundle. Pay-what-you-want ist das Konzept. Die drei Spiele kosten nicht 1 Dollar. Dir, Andre, sind sie nur einen Dollar wert gewesen.

Das beste was Steam indirekt hervorgebracht hat, ist doch GOG :)
Witcher 3 wurde ohne DRM öfter verkauft als die Steam-Version.
--
Gesendet von meinem Sega Game Gear

Decius
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Decius » 11. Dez 2016, 10:50

TrueKraut hat geschrieben:Stimme Jochens These übrigens zu was die kommerzielle "erosion" des Spielegeschmacks betrifft. Kann das in meiner Altersklasse schon beobachten was die Musikstreamer alles mit der kulturellen Bildung anstellen. Kenne DJ's deren Musikgeschmack außerhalb ihres "Genres" von irgendwelchen playlists auf Spotify geprägt wird :geek: (!) Das selbe wird Spielen und ihren Kuratoren wohl leider auch noch blühen...

Und früher hat sich dei Musikgeschmack durch das geprägt, was der Plattenladen so vorgeschlagen hat, deine Freunde an Kasetten hatten, was die angesagten Radiosendungen angepriesen haben. Was du nicht kanntest konntest du auch nicht gut oder schlecht finden.
Erstere und letztere ersetzt Spotify - sehe jetzt nicht so den großen Unterschied. Außer, dass du alles hören könntest was es gibt, die Grenze die davor existiert hat, gibt es theoretisch nicht mehr. Peter im Laden konnte das empfehlen was er selbst gehört hat - der große Algorithmus hat diese Begrenzung nicht, und kann dir eine viel größere Vielfalt anbieten (oder du endest in der Unwort-des-Jahres verdächtigen Filterblase)

Salvatore2910
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Salvatore2910 » 11. Dez 2016, 10:59

Nun habe ich Sebastian das erste mal in Aktion gehört und ich muss sagen, es geht in eine gute Richtung. Obwohl nicht unkritischer, wirkt er auf mich doch positiver als André und Jochen. Das hat mir doch sehr gefallen, auch wenn sein Optimismus manchmal gedämpft wurde. Das soll jetzt auch keine negative Kritik an André und Jochen sein. Ich finde es ist eine schöne Ergänzung und freue mich schon auf Februar. :D

Eure Gedanken zu Steam, den Chancen und auch Problemen die es mit sich bringt, fand ich sehr interessant und sie haben mir auch einige gute Denkanstöße gegeben, worüber ich mir noch nie Gedanken gemacht habe.
Was mich ein wenig erschrocken hat, war die schiere Anzahl der Releases. Es sind ja gefühlt schon immer zu viele aber dass es tatsächlich so krass ist, hätte ich nicht vermutet. Bei dieser Masse müssen die meisten davon ja zwangsläufig ein Minusgeschäft sein.
Das habe ich auch schon auf dem Büchermarkt beobachtet. Es erscheinen einfach zu viele Bücher. Das führt dazu, dass viele Autoren nicht mehr vom schreiben leben können, weil es einfach nicht genügend Käufer gibt, die von deinem Buch gehört haben. Da kann es noch so gut sein, alles was nicht mindestens ein Meilenstein ist hat es sehr schwer Bekanntheit zu erlangen.

Das Problem mit dem Pile of Shame habe ich für mich gelöst, indem ich, anstatt alle Spiele zu kaufen die mich interessieren, diese Spiele in eine Liste schreibe und dann immer nur das kaufe, was ich gerade spielen will. Dadurch kosten mich einzelne Spiel zwar im Schnitt etwas mehr aber insgesamt gebe ich deutlich weniger aus als vorher. :D

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Sebastian Solidwork
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Sebastian Solidwork » 11. Dez 2016, 11:11

Mal eine kurze Zwischenfrage:
Gibt es einen Namen dafür bzw wie heißt die Theorie, dass mit man geringerem Preis mehr Umsatz haben kann weil deutlich mehr Leute das Produkt kaufen?
Also:
5€ x 20 Käufer = 100€
10€ x 5 Käufer = 50€
Zuletzt geändert von Sebastian Solidwork am 11. Dez 2016, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Decius
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Decius » 11. Dez 2016, 11:38

Peter kannte vielleicht sein gesamtes Sortiment, aber eben nur sein Sortiment. Das war zwar in den Neunzigern ein größerer Teil des Gesamtmarktes als jetzt, wo am Tag soviel erscheint wie damals im Quartal, aber eben trotzdem nur ein Teil. Wenn Peter die Metalszene in Kasachstan nicht kannte (und woher sollte er?) hat er auch von dort nix empfohlen.

Ich kenne Spotify nicht, aber bei Google Musik kriege ich je nach der Art von Playlist sehr viele mir unbekannte Sachen und Sachen, die ans Genre angrenzen vorgeschlagen - eventuell kann Google einfach ihr bessere AI-Technik hier umsetzen.

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W8JcyyU
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von W8JcyyU » 11. Dez 2016, 12:03

Axel hat geschrieben:
Und warum sind dann so Top 100 Listen so extrem beliebt? Oder so Kanäle wie der vom Metal Jesus? Der Kram wird ja jetzt tatsächlich nicht primär zur Unterhaltung geguckt (das nur sekundär), sondern weil viele Leute über die Videos von ihm "neue" Retro-Spiele vorgestellt bekommen. Gerade bei den Leuten, welche die Spiele nachholen wollen, ist de rextrem beliebt.
In Top 10 PlayStation 2 / PS2 Games nennt Metal Jesus GTA Vice City, Burnout 3, ein Final Fantasy, Resident Evil 4, ein Need for Speed. In der Version für die Xbox 360 nennt er dann Bioshock, Mark of the Ninja, Dragon Age, Skyrim, Red Dead Redemption und RockBand. Die Gamestar nennt 5 zeitlose Rollenspiel-Klassiker: Planescape, Baldurs Gate, NWN und Fallout 2. Die 50 besten Rollenspiele laut Rockpapershotgun: Fallout, Deus Ex, Witcher, System Shock, Ultima, Morrowind und Baldurs Gate. Die Top 70 RPG laut Rpgcodex: Planescape, Fallout, Baldurs Gate.

Als Vergleich die Verkaufsliste von Rollenspiele auf GOG. Damit bekommt man was die Masse angeht eine komplette Übereinstimmung hin, sofern man nur nach Verkaufszahlen ordnet. Das ist noch nicht mal Data Mining. Einen Überblick geben können damit schon simpelste Verkaufslisten. Alle Gewichtungen in der Schnittmenge "aktuell beliebt" und "könnte Ihnen gefallen" können Algorithmen schneller, genauer und auf Knopfdruck liefern. Und das in jeder Permutation. Gleiches gilt für die Spiegel Bestsellerliste oder auch die MediaControl Top 100, siehe Amazon und Itunes.

In diesem Bereich ist höchstens noch die Sparte bzw. Nische geschützt. Das liegt allerdings hauptsächlich an fehlenden Daten. Damit ist das nur eine Frage der Zeit bis für diese Bereiche selbiges gilt. Die Zeiten, in denen man mit einer Top-X Liste die Leserschaft beeindrucken konnte, sind auf jeden Fall vorbei.

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Lurtz
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Lurtz » 11. Dez 2016, 13:21

Axel hat geschrieben:Auch das ist falsch. Wenn der Peter nämlich ein guter Verkäufer war, dann kannte er sein KOMPLETTES Sortiment sehr genau und hatte alllgemeinen einen guten Überblick in den einzelnen Genres hinein. Zumindest sind das so meine Erfahrungen, als wir damals noch tolle Plattenläden hatten. Also die kleinen Läden um die Ecke, nicht sowas wie Media Markt oder so.
Nur ist das Angebot spätestens mit dem Internet so sehr explodiert, dass Peter das KOMPLETTE Sortiment gar nicht kennen kann. Wahrscheinlich nicht mal das von Bandcamp, weil es dort so viele coole Nischenprojekte gibt.

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TrueKraut
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von TrueKraut » 11. Dez 2016, 14:13

Lurtz hat geschrieben: Nur ist das Angebot spätestens mit dem Internet so sehr explodiert, dass Peter das KOMPLETTE Sortiment gar nicht kennen kann. Wahrscheinlich nicht mal das von Bandcamp, weil es dort so viele coole Nischenprojekte gibt.

Richtig deswegen gibt es keinen Peter und keine Plattenläden mehr.
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Leonard Zelig
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Leonard Zelig » 11. Dez 2016, 14:28

Ich klicke bei Spotify immer auf "Ähnliche Künstler" oder grase bestimmte Playlists ab, aber insgesamt kann man schon sagen, dass es nicht so einfach ist neue Musik kennenzulernen, die gut den eigenen Geschmack trifft. Meistens nutze ich Spotify dazu ältere, mir unbekannte Alben von Künstlern wie Elton John zu hören. Leider haben sie die Desktop-Version ziemlich kastriert, weswegen man sich keine Lyrics mehr anzeigen lassen kann.

Bei Spielen ist das Angebot überschaubarer, zumindest wenn man wie ich Konsolenspieler ist. Trotzdem lese ich jeden Monat in der M!Games von Spielen, von denen ich zuvor noch nie was gehört habe. Auf Steam ist viel mehr Schund dabei, wie ja die Jimquisition vs. Digital Homicide Geschichte eindrucksvoll belegt hat.
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von W8JcyyU » 11. Dez 2016, 15:27

Axel hat geschrieben: Und ähnlich wird es auch bei Steam werden, um mal wieder zum Thema zurückzukommen. Schon jetzt hat man auf Steam im Monat hunderte von Veröffentlichungen. Auch hier wird es, sollte die Zahl noch weiter explodieren, Menschen brauchen die den Mist (Copycats, schnell dahingeschluderte Spiele, etc.) aussieben und dann das übrig gebliebene Material einordnen und dir das kuratieren in Form von Berichterstattung, Tests, etc. Und zwar nicht erst wenn ein Spiel schon auf Steam groß ist, sondern vorher! Es ist naiv anzunehmen, dass das Algorithmen könnten. Die Technik kann vieles, aber nicht das Besondere erkennen.
Im Podcast wurde schon erklärt, dass man selbst als Journalist mit dem Wachstum des Angebots nicht mehr hinterherkommt. Dieses Wachstum wird sich also beschleunigen. Jetzt sollen die selben Leute, die schon jetzt an Kapazitäten stoßen, das größer werdende Angebot überblicken und darüber hinaus bewerten?

Ein Algorithmus wird Dir nicht sagen können, ob die Geschichte gut ist. Oder ob Dir die Spielmechanik gefällt. Wurde auch nicht von mir behauptet. Muss er auch nicht, da auf den Metadaten gearbeitet wird. Also wird aussortiert, was nicht erfolgreich ist. In diesem Fall alles, was nicht geklickt wird. Alles, was nicht gekauft wird. Alles, was im Hintergrundrauschen untergeht. Also sehen auch Kuratoren nur Angebote, die das System bereitstellt.

Daher stellt sich die Frage, wie Du Dir das Aussieben vorstellst, wenn es keinen Zugriff auf Rohdaten gibt und sämtlicher Zugriff über Steam bereits vorverarbeitet, vorgefiltert und entsprechend gewichtet wird. Abhilfe können da entweder der persönliche Kontakt zu Entwicklern / Publishern schaffen, oder Angebote wie SteamDB und SteamSpy. Der erste Weg bevorteilt die großen Zugpferde und hat Skalierungsprobleme. Beim zweiten Weg handelt es sich um Algorithmen.

lolaldanee
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von lolaldanee » 11. Dez 2016, 15:58

Für mich persönlich ist und war Steam noch nie etwas anderes als ein saudummes DRM System - Die Bindung der Spiele hat für den Kunden außschließlich Nachteile, das ist heute noch nicht anders als zum Release von HL2
Ich habe dort noch nie etwas gekauft, alle meine Steamkeys stammen von Humble, (daran verdient Valve soweit ich weiß wenigstens nichts) - Und soweit irgendwie möglich kaufe ich meine Spiele DRM frei
Warum so viele Spieler sich freiwillig in den Rachen des Dämonen werfen wird mir immer ein Räzel bleiben :/

Was die Kuration angeht, eigentlich, so würde ich meinen, hat die Spielepresse jetzt im Moment wieder mehr Sinn in ihrer Existenz, als die letzen Jahre
War es in den 80ern und 90ern noch ihre Aufgabe, den größten technisch katastrophalen Mist auszusortieren, ist es heute die Aufgabe mir die wirklich interessanten Spiele vorzustellen. Bei der bestehenden Menge an Spielen ist es natürlich klar, dass jeder Redakteur sich auf ein Spezialgebiet beschränken muss, damit er noch irgendeine Chance hat wenigstens seinen Teilbereich zu überbrücken.
Dazu gehört halt schoon auch mal, 90% der AAA Spiele zu ignorieren, weil die sowieso jeder kennt und so halbwegs beurteilen kann ob sie interessant für einen sind. Irgendwie erwarte ich von der Presse einfach mehr, dass sie mir interessante Spiele nahe bringt :)

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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von KeiserinSkadi » 11. Dez 2016, 16:15

Ich habe laut Statistiken 63% der Spiele die ich auf Steam habe nicht ein einziges mal gestartet. Vermutlich mindestens 50% nie installiert.
Mein Backlog ist so groß das ich aufgehört habe in Sales spiele zu kaufen.
Die alten Spiele die ich schon immer mal haben wollte habe ich jetzt alle und die meisten Neuerscheinungen interessieren mich reichlich wenig.
Habe bei Sales und vor allem bei den frühen Humblebundles so häufig zugeschlagen das ich jetzt 136 Spiele bei Steam habe.
Habe auch eigentlich noch nie ein Spiel über Steam gefunden. Ich habe immer anderen Orts darüber gelesen oder es empfohlen bekommen. Wenn ich bei Sales spontan ein Spiel gekauft habe war es eines von dem ich schon mal gehört habe. Es kam schon mal vor das ich nicht wusste das es schon einen PC Port gibt und es über Steam erfahren habe, aber ich habe noch nie ein Spiel durch Steam entdeckt. Ich kann nicht sagen ob Steam hier versagt oder ob Steam so was gar nicht leisten kann. Wenn ich mich für ein Spiel interessiere informiere ich mich vorher lang genug darüber und sehe mir nicht nur eine Store Seite mit Kommentaren an.
Mittlerweile finde ich in Sales einfach nichts mehr und kein Humblebundle ist irgendwie interessant. Das letzte Humblebundle war vermutlich das Total War bundle, von dem ich auch nur ein Spiel gespielt habe.
Geht das nur mir so? Bin ich der einzige der Aufgehört hat Spiele zu kaufen?

Bei einem bin ich Steam/Valve aber sehr dankbar, und zwar das sie endlich Linux ernst nehmen.
Als ich angefangen habe Linux zu nutzen gab es quasi gar keine Spiele und ich musste für alles wine verwenden. Heute ist die Auswahl viel größer und einige meiner Lieblingsspiele gibt es für Linux. Habe Windows (außer auf der Arbeit) seit der letzten LAN Party nicht mehr verwendet.
Ich hoffe nur das sie Linux/SteamOS jetzt nicht aufgeben da die Steam Machines nicht so erfolgreich waren.
Nennt mich einfach Skadi, nicht Skandi.

Voigt
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von Voigt » 11. Dez 2016, 18:01

Eine allgemeine Frage in den Raum gestellt:
Seht ihr Spiele die ihr schonmal durchgespielt habt, aber jetzt erst mal im Sale kauft als Teil euren Pile of Shames?

Ich habe beispielsweise letztens Tomb Raider 2, Legends, Underworld und Anniversary gekauft. Die Tomb Raider die ich spielte und mochte, aber nicht auf Steam besaß. Jetzt sind die gekauft, werde diese aber wohl nicht nochmal starten.
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tidus89
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Re: Folge 88: "Appstoreisierung" von Steam?

Beitrag von tidus89 » 11. Dez 2016, 18:55

Voigt hat geschrieben: Seht ihr Spiele die ihr schonmal durchgespielt habt, aber jetzt erst mal im Sale kauft als Teil euren Pile of Shames?

Nein, ich habe viele meiner alten Lieblinge nochmal neu auf Steam oder GoG gekauft. Einfach um sie mit der Sammlung und leichter verfügbar zu haben und auch, weil diese Spiele mir so viel gegeben haben, dass ich sie ruhig doppelt oder dreifach kaufen möchte.

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