Das Ende der Solo-Spiele

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derFuchsi
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Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von derFuchsi »

Es wird ja allenthalben, auch hier in Podcasts, viel fabuliert über die Tendenzen in der Spieleentwicklung und derzeit speziell über Dinge wie "Games As A Service" "Mikrotransaktionen" "Free to play" etc.. Am Ende scheint man zu dem Schluss zu kommen dass das klassische Solospiel das man durchspielt und dann weglegt um ein neues zu kaufen am aussterben ist.
Entsprechende Titel scheinen sich immer schlechter zu verkaufen was dazu führt dass diese nach wenigen Wochen bereits stark rabattiert zu haben sind. Die Gamestar hat dazu u.A. auch ein paar Klartext Videos veröffentlicht über die ich neulich gestolpert bin.

http://www.gamestar.de/videos/games-as- ... 91666.html" onclick="window.open(this.href);return false;
http://www.gamestar.de/videos/klartext- ... 91823.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Heikos Kommentar hat mich doch etwas nachdenklich gestimmt wenn ich z.B. meinen eigenen Nachwuchs so sehe.

Tatsächlich habe ich wie Heiko so schön schildert auch wild alles gespielt was mir in die Finger kam. Das Entdeckerzeitalter in dem man ständig neue Spiele ausprobierte war einfach toll. Tatsächlich scheint diese Neugier beim Nachwuchs heute nicht so ausgeprägt zu existieren.

Einen "schuldigen" habe ich auch schon ausgemacht. Der Klassiker, das Internet hat alles umgekrempelt, spätestens seit den Internet-Flatrates. Seit man nicht mehr Minutenpreise fürs Internet bezahlen muss sind die Online-Multiplayer Angebote in allen Varianten massiv gestiegen. Spätestens seit dem Start von WoW weiß man wie ein einziges Spiel dauerhaft Kunden vom Markt abziehen kann.
Multiplayer früher waren zeitlich eng begrenzte Angebote wie die Lan-Party bei Kumpels oder noch früher Partyspiele wie Summer Games oder so. Später musste man per Modem online gehen und war immer noch zeitlich gebunden da Minutenpreise. Heute hat man dank Flatrates wenn man möchte Multiplayer für immer. Und DASS man möchte dafür sorgen die Anbieter mit diversen Suchtmechaniken die einen bei der Stange halten.
Eingeschlossen darin sind auch Mobilspiele wie Clash Of Clans oder solche Dinge die ja nur dank "always on" so schön funktionieren. Erst durch das Internet sind Mechaniken wie F2P ja erst möglich.

Sandbox- und Endlosgames sind auch ein Faktor - Mit diesen Games (die nicht zwingend Multiplayer sein müssen) wird man ja quasi nie fertig. Früher gab es davon einfach nicht so viele wie heute bin ich der Meinung. Klar so etwas wie Sim City oder Civilization gab es schon. Aber heute gibt es da so viel mehr und dazu noch neuere Sandbox-Genres wie Survivalgames. In Verbindung mit Multiplayer ist das ein massives Zeitgrab. Deshalb ist Minecraft auch so ein Dauerbrenner. Bei Minecraft kommt noch die Mod-Freundlichkeit hinzu.

Spieleabend bei meinem Junior neulich, Lan-Party mit Kumpels (Alter 12-14):
Erst mal eine Runde wild vor sich hinbauen und basteln.

Als die Luft ein wenig raus war erst mal eine Art GTA-Online zocken. Deathmatch in allen möglichen Varianten. Von klassischem verprügeln oder erschießen bis zu Modi wo man andere einfach nur versuchen muss in den Abgrund zu schubsen oder Levels wo der Boden verschwindet sind alle möglichen spaßigen Modi dabei.

Als man davon genug hatte noch in einem klassischen MMO-Modus einen typischen Raid durch einen Dungeon und gegen ein Bossmonster.

Und das alles völlig kostenfrei in Minecraft!
Es ist unglaublich für nicht eingeweihte was es da draußen an Servern und Realms alles gibt. Da braucht man in dem Alter zumindest nichts Anderes mehr. Minecraft ist längst nicht mehr nur ein Sandkastenspiel für Kreative Bastler.
In dem Alter ist Minecraft fast perfekt.
Und wenn man mal mit der Art Spielen erst sozialisiert wurde....


Seht ihr die Gefahr auch dass das klassische Solo-Spiel eine aussterbende Art sein könnte? Oder ist das nur ein Sturm im Wasserglas? Die Diskussionen gab es schließlich auch schon vor 10 Jahren bei WoW.
Eure Gedanken, Ergänzungen?
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Nachtfischer
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Nachtfischer »

derFuchsi hat geschrieben:Seht ihr die Gefahr auch dass das klassische Solo-Spiel eine aussterbende Art sein könnte?
Derart, wie wir sie bisher gesehen haben? Absolut. Denn gerade Solospiele werden von der (Weiter-)Entwicklung des Game-Design-Handwerks mit am meisten profitieren (müssen). Schließlich gibt es bei ihnen nichts als das System selbst, gegen das ich angehen kann und das mich mit interessanter Interaktion versorgen muss. Aber solange es noch nicht so weit ist, wird natürlich erstmal fast alles spannender, wenn du ein weiteres menschliches Gehirn hinein wirfst. So lässt sich dann mangelnde systemische Interessantheit auch ganz gut überspielen (beziehungsweise es braucht auch einfach weniger, denn du musst dir ja noch Gedanken über die Gedanken deines Gegners machen).

Ubique
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Ubique »

Ich kann in Bezug auf WoW sagen, dass dies zu einem sehr großen Teil eine Computerspiel ferne Spielerschaft besaß und vermutlich noch heute besitzt. Viele der Spieler haben vor WoW kein oder so wie kein Computerspiel gespielt. Es handelt sich wie ich denke um eine gänzlich andere Zielgruppe. Beeinflusst der Erfolg der Onlinespiele auch das klassische Solo-Videospiel? Ganz bestimmt, sehen wir ja bereits heute, wie auch schon vom OP beschrieben. Wird es bald nur noch solche Spiele geben? Bestimmt nicht, da ich da nach wie vor unterschiedliche Zielgruppen sehe die natürlich auch eine gewisse Schnittmenge verbindet.

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gnadenlos
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von gnadenlos »

Ich denke nicht, dass Solo-Spiele aussterben. Das mit Online-Multiplayer ist für Schüler und evtl. noch Studenten eine schöne Sache, wenn die Freunde alle gleichzeig und viel Freizeit haben, aber spätestens wenn man etwas älter wird, ist es neben Job und Familie sehr stressig sich dafür mit anderen Leuten abzustimmen oder sogar in einem Clan regelmäßige Termine dafür freihalten zu müssen.

Von daher wird es für die Zielgruppe (und auch für Jugendliche die dararn kein Interesse haben) weiterhin den Bedarf an Singleplayer-Spielen geben.

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echtschlecht165
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von echtschlecht165 »

ich denke nicht dass es mit Solo Spielen jemals komplett zu Ende geht.

ICh spiele selbst gerne Multiplayer Spiele, habe dabei als Berufstätiger oft ein Problem, die notwendige Zeit aufzubringen.

Ich merk es momentan z.B bei Ark, wo mir mein Tribe einfach levelmäßig davonläuft. Ich würde es gerne weiterspielen, aber wenn man Onlinemultiplayer ernsthaft spielen möchte, muss man andere dinge zurückstecken.

Da hab ich dann oft keine Lust drauf, und ich spiel irgendwelches PvE, wo ich mir die Pace selbst setzen kann.

Da ich glaube, dass ich mit meiner Situation bei weitem nicht alleine bin, denk ich, dass Solo und Multiplayerspiele noch lange Zeit parallel zueinander existieren werden.

Zumindest hoffe ich das
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Marius
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Marius »

Ich habe generell den Eindruck, dass insgesamt weniger AAA-Spiele als früher herauskommen, wobei diese auch viel größer sind was den Produktionsaufwand angeht. Frühere AAA-Titel (vor 10 Jahren und davor) entsprechen heutzutage Indie- oder AA-Titeln.

Von den wenigen AAA-Titel dürfte der Anteil der reinen oder schwerpunktmäßigen Solo-Spiele immer geringer werden, ohne dass diese Aussterben werden, solange man damit noch nennenswert Geld verdienen kann. Wie gesagt nur ein persönlicher Eindruck, habe da keine Statistiken.

Aber dadurch, dass es mittlerweile eine Vielzahl von "Indie"-Spielen bzw. kleinerer Spiele gibt, bei denen ein erheblicher Anteil Solospiele sind, gleicht sich das dann wieder aus, wenn nicht sogar das Gegenteil der Fall ist. Die Zahl der AAA-Solospiele wird also meinem Eindruck nach geringer, aber bezogen auf alle Spiele würde ich das verneinen.

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Vinter
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Vinter »

Ausgeschlossen.
Denn in dieser Betrachtung fällt ein Aspekt völlig unter den Tisch: Es ist überhaupt gar kein Platz am Markt für so viele Multiplayerspiele. Denn was positiv für den Hersteller ist, ist negativ für alle anderen: Die Kundenbindung. WoW hat jahrelang allen anderen MMORPGs das Wasser abgegraben. Nenne mir eine erfolgreiche Shooterserie neben Battlefield, CoD und CS.
Was ist mit all den Mobas, die an Dota 2 und LoL gescheitert sind?

Und was man auch nicht vergessen darf: Die Spielkonzepte, die Endlos-Online funktionieren sind arg begrenzt. Es läuft immer irgendwie auf PvP und Wettbewerb hinaus. So ein Onlinetitel kann gar nicht alle Bedürfnisse aller Spieler befriedigen. Manche kriegst du damit gar nicht - und auch dieses Feld wird jemand beackern wollen.

Ja, es hat enorme Vorteile, wenn man selbst auf so einem Spiel sitzt und dem Geld nur noch beim wachsen zusehen muß. Aber solange die übrigen Hersteller nicht pleite machen wollen bei dem Versuch, Platzhirsche auf ihrem Territorium anzugreifen, liegt es sogar in ihrem Interesse, Spielerfahrungen mit Halbwertszeit anzubieten.

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Guthwulf
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Guthwulf »

Öhm... vielleicht bin ich ja zu alt für die Frage, aber ich verstehe schon nicht, was du mit "klassische Solo-Spiele" meinst. Was soll das sein? Müsste man vielleicht erst einmal definieren, bevor man fragt ob diese Art Spielerfahrung ausstirbt oder in den "früher war alles besser... diese Jugend von heute..." Modus verfällt. ;)

Allgemein gesprochen verstehe ich die Sorge nicht: Es gibt heute mehr Spiele und Spieler als jemals zuvor. Der Markt und damit das Angebot ist gewaltig gewachsen. Dabei ist auch die Abwechslung und Vielfalt an unterschiedlichen Spielerlebnissen und Spielgeräten größer als jemals zuvor. Und alle existieren gleichzeitig nebeneinander. Jeder einzelne Spieler hat mehr Spiele für seinen persönlichen Geschmack zur Auswahl als er jemals spielen kann. Und klar hatten das Internet genauso wie die mobilen Geräte oder das für einen modernen AAA-Titel notwednige Produktionsniveau Einfluss darauf, wie sich die Industrie weiterentwickelt oder wie bestimmte Spiele konzipiert werden. Aber das heißt nicht, dass "klassische Solospiele" aussterben. DIe gibts genauso wie die "Games As A Service", "Mobile F2P", "Multiplayer", "Sandbox" und "Casual" Spiele weiterhin. Man muss sie sich in dem Riesenangebot halt nur raussuchen und darf nicht erwarten das jedes Spiel (oder die Mehrheit aller Spiele) gefälligst ein "klassisches Solospiel" sind.

Ich würd sogar wetten, dass es heute mehr "klassische Solo-Spiele" gibt, als jemals zuvor.

Du darfst dabei auch nicht vergessen, dass frühere AAA-Titel vom Produktionsniveau her auf dem Level heutiger Indietitel lagen während gleichzeitig die Anzahl potentieller Käufer viel kleiner war. Das heutige AAA-Titel bspw. eine Tendenz zu "Games As A Service" haben, ist angesichts der Produktionskosten und der für ein Return of Investment notwendigen Marktabdeckung verständlich. Ebenso sollte man nachvollziehen können, warum Spieleentwickler ihre Spieler gerne möglichst langfristig an ihre Marken binden möchten, um nicht in der Masse an Spielen unterzugehen. Das kann man schlecht kritisieren, insb. da du dann Äpfel mit Birnen vergleichst. Ich vermute hier eher einen psychologischen Effekt. Früher war man als Fan "klassischer Solo-Spiele" in der absoluten Mehrheit. Heute spielt aber jeder Mensch in irgendeiner Form und obwohl die absolute Anzahl an Fans und des Angebots "klassischer Solo-Spiele" nicht kleiner geworden ist, ist man plötzlich mit diesem spezifischen Geschmack in der Minderheit.

Fazit: "klassische Solo-Spiele" sterben nicht aus nur weil das Angebot insgesamt viel größer geworden ist...
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Nuro
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Nuro »

In 10 Jahren wird die aktuell "neue Spielergeneration" über die dann "neue Spielergeneration" jammern dass nur noch VR gespielt wird.

Bei solchen Aussagen muss ich an meinen Vater denken, der mir immer Vorträge über die Jugend von heute gehalten hat.
Besonders dann wenn ich mich dabei erwische wie ich meinem Sohn den gleichen Kram erzähle. :)

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lipt00n
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von lipt00n »

Ich finde, das sind verschiedene Sparten die auch beide noch bedient werden. Als "klassische Solo-Spiele" empfinde zB so Franchises wie Elder Scrolls, Dishonored, Witcher, Fallout, Grand Theft Auto (das man vom Online-Teil abkanzeln muss), Final Fantasy, Shadowrun, Tomb Raider, Assassins Creed, Watchdogs und andere Werke wie bspw. Pillars of Eternity uva.

Für mich ist das eine unglaubliche Menge und auch ein bedeutender Teil des AAA Marktes. Always-on/Sandbox/Multiplayer ergänzen den Markt mMn, verdrängen aber nichts. Es ist mitunter auch einfach spannender, sich mit anderen Menschen zu messen. Ich sehe da keinen Abwärtstrend. Die Popularität dieser Möglichkeiten ist höchstwahrscheinlich der technischen Errungenschaft des flächendeckenden und kostengünstigen Breitbandinternets zu verdanken -mit den Modem-Minutenpreise von vor 15, 20 Jahren wäre das natürlich nicht möglich.
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Lorenzo
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Lorenzo »

Gefühlt hätte ich auch gesagt, Solo Spiele sind Mangelware.
Ich meine, früher zu NES, SNES PS1+2, waren alle Spiele Singelplayer.
Doch, bei genauerem hinsehen, sind es mehr als ich gedacht habe. Woher das Gefühl aber kommt, keine Ahnung. Vermutlich wird einfach viel mehr über Multiplayer geredet und diskutiert.
Was ich eher vermisse, sind Splitscreen Spiele. Bis auf Cal ofD kann ich mich spontan an kein Spiel erriner das man zu 2 auf einem TV spielt.

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echtschlecht165
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von echtschlecht165 »

schöne aktuelle Splitscreen spiele sind z.B:

Die Legosopiele, Trackmania, Trials oder Resogun.

Diese fallen mir mal auf Anhieb ein.
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derFuchsi
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von derFuchsi »

Diverse Äußerungen auch hier im Podcast erweckten bei mir den Eindruck dass man auch hier der Meinung ist dass sich die Spiele mit "Games as a service" und Micropayments in eine unvorteilhafte Richtung entwickeln für den klassischen Solisten. Ich kanns nur nicht genau verorten wo das war. Evtl (auch) in der Rückschau zu 2016 dass ja den Eindruck erweckt eher meh gewesen zu sein weil auch diverse AAA Titel floppten und man glaubt hier einen gewissen Trend zu erkennen.
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Desotho
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Desotho »

derFuchsi hat geschrieben:Seht ihr die Gefahr auch dass das klassische Solo-Spiel eine aussterbende Art sein könnte?
Nein.
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Guthwulf
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Guthwulf »

@derFuchsi

Ich glaube, dein Umkehrschluss ist falsch. Der Trend zu mehr "Games As A Service" bei AAA-Produktionen bedeutet nicht, dass es plötzlich insgesamt weniger "klassische Solospiele" gibt. Dafür ist die jährliche Steigerung im Gesamtangebot an Spielen zu groß. Als Beispiel hat ja auch die ganze Mobilesparte nicht zum Tod des PC oder Konsolenmarktes geführt, sondern funktioniert grundsätzlich als Ergänzung hierzu.

Ich selbst würde mich als "klassischen Solisten" einstufen. Mit Multiplayer kann ich - vielleicht mit Ausnahme des gelegentlichen MMOs hier und da - nix anfangen. Unfertige Spiele im endlosen Early Access Zustand sind mir ein graus und "Micropayments" ignoriere ich in der Regel. Beides hat aber seine Berechtigung im Markt. Und natürlich geht mir auch die Vorbestellerbonikultur und der Season Pass Wahnsinn auf den Keks. Aber auch als "klassischer Solist" hab ich heute Jahr für Jahr mehr zum Spielen als ich jemals könnte (selbst wenn ich pro Tag alle 24h aufs Spielen verwenden würde). Spiele für mich sind nicht weniger sondern mehr geworden. "Games As A Service" find ich dabei übrigens im Ansatz gut, da es die Lebensdauer des jeweiligen Spieles sinnvoll verlängern kann und so hab ich dann eben auch mehr von den Spielen, die ich mag.

Es gibt aus Consumersicht durchaus viele berechtigte Kritikpunkte an vielen Geschäftspraktiken und -modellen. Allerdings gabs auch früher genug Kritikpunkte. Wenn man das mal in Proportionen zu der heutigen bzw. damaligen Marktgröße setzt, dann würde ich vermuten, dass uns heute als Consumer insgesamt besser geht. Trotz aller Nostalgie und berechtigter Kritikpunkte an heuten Spielen.
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Symm
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Symm »

echtschlecht165 hat geschrieben: [...] Da ich glaube, dass ich mit meiner Situation bei weitem nicht alleine bin [...]
Mir geht es eigentlich ganz ähnlich. Seit ein paar Jahren bin ich im Job so eingebunden, das ich gar nicht mehr die Zeit habe mit Gilden usw. in diversen Onlinespielen mitzuhalten.
Mittlerweile will ich in meinem eigenen Tempo spielen und Pause drücken können wann ich will. Und ganz unter uns: In den meisten PvP lastigen Onlinespielen geht mir die Community auch teilweise sehr gegen den Strich. Ich will mir von keinem Vorschreiben lassen wie ich zu spielen habe.
Ich habe früher sehr gerne mit Freunden über Hamatchi Dota als WC3 Mod gespielt. Dann dachte ich vor ein paar Jahren, man könnte ja mal LoL und Dota 2 testen. Schon nach den ersten 2 Runden bin rückwärts wieder die virtuelle Tür hinaus.
Da schaue ich lieber meiner Stadt bei Cities Skylines beim wachsen zu und setze Bäumchen für Bäumchen an die Strassenränder, gehe bei Minecraft Schafe schubsen oder gieße meine Pflanzen bei Stardew Valley, während die nebenbei einen Podcast höre.
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p1xelf4n
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von p1xelf4n »

Ich hoffe nicht. "Andere Leute" gehen mir den ganzen Tag auf den Sack. Da brauch ich die nicht in meinen Spielen.

Peninsula
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von Peninsula »

p1xelf4n hat geschrieben:Ich hoffe nicht. "Andere Leute" gehen mir den ganzen Tag auf den Sack. Da brauch ich die nicht in meinen Spielen.
Da sprichst du mir aus der Seele :D

Für mich als fast-nur Singleplayer ist der so häufig angesprochene schnelle Preisverfall ein Faktor. Wieso soll ich für ein aktuelles AAA-Spiel dreimal so viel ausgeben, wie für genau dieselbe Spielerfahrung in einem Jahr? Bzw. sogar häufig eine bessere, weil gesundgepatchte, Spielerfahrung... Für Multiplayer spielt es vielleicht eine größere Rolle, ob auch "alle anderen" gerade das gleiche Spiel spielen, aber beim Singleplayer geht es da doch höchstens ums Mitredenkönnen und das ist mir nicht so viel wert.

Mich könnte man vielleicht mit kurzen storylastigen AAA-Spielen in einem niedrigen Preissegment kriegen, vielleicht da, wo sich viele Walking Sims bewegen, also unter 20 Euro. Gäbe es storylastige AAA-Actionspiele (bspw. sowas wie Assassins Creed), die sich in 5h (also an ein, zwei Abenden) durchspielen ließen, würde ich mir die wahrscheinlich zu so einem Preis immer mal kaufen, auch weil sie in so einer kurzen Zeit noch nicht langweilig werden. Die real existierenden AssCreeds sind mir dann aufgrund ihrer Dauer allerdings spielerisch zu monoton und stinken storytechnisch im Vergleich zu anderen Erzählmedien dermaßen ab, dass ich sie garantiert nicht bei Erscheinen erstehe, weil sie mich ja auch noch das Vielfache eines Kinobesuchs oder Buches kosten.

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p1xelf4n
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von p1xelf4n »

Ja oder? Ich denke bei vielen Spielen: Das letzte was ich jetzt brauche, ist einer der mir dauernd dazwischenquatscht. Ich kann 5 Stunden lang Häuser in Sims 3 bauen oder ewig in Cities:Skylines den Verkehr optimieren. - Ich hör dabei sehr gerne auch Podcast, aber ich möchte einfach nicht mit anderen Menschen interagieren. zu C64-Zeiten kam mal ein Kumpel vorbei oder wir waren dann bei einem mit Amiga oder es gab berüchtigte SNES Wochenenden mit Übernachtung aber ich mag Online spielen nicht.

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derFuchsi
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Re: Das Ende der Solo-Spiele

Beitrag von derFuchsi »

Peninsula hat geschrieben: Mich könnte man vielleicht mit kurzen storylastigen AAA-Spielen in einem niedrigen Preissegment kriegen, vielleicht da, wo sich viele Walking Sims bewegen, also unter 20 Euro. Gäbe es storylastige AAA-Actionspiele (bspw. sowas wie Assassins Creed), die sich in 5h (also an ein, zwei Abenden) durchspielen ließen, würde ich mir die wahrscheinlich zu so einem Preis immer mal kaufen, auch weil sie in so einer kurzen Zeit noch nicht langweilig werden. Die real existierenden AssCreeds sind mir dann aufgrund ihrer Dauer allerdings spielerisch zu monoton und stinken storytechnisch im Vergleich zu anderen Erzählmedien dermaßen ab, dass ich sie garantiert nicht bei Erscheinen erstehe, weil sie mich ja auch noch das Vielfache eines Kinobesuchs oder Buches kosten.
Also bei mir habe ich festgestellt dass meine Grenze wohl bei etwa 20h liegt. Ist mir mal zufällig aufgefallen als ich meine "ach das müsste ich auch mal weiter spielen" Games durchforstete. Knapp darunter ist für mich die ideale Länge.

Wir sind durch die ständigen Sales und Keyseller ziemlich geizig geworden. Ob man AAA-Spiele in anständiger Länge hinbekommt wenn der Kunde höchstens 20€ bezahlen will ist die Frage. Also müssen andere Einnahmequellen her.

Jetzt kann man nicht sagen dass sich GTA V schlecht verkauft hätte. Aber wenn ich sehe wie viel Kohle Rockstar mit GTA online macht wird mir schlecht. Ich kann mit dem Onlinemodus wenig anfangen und hätte gerne wie bei GTA IV ein paar Solo-Erweiterungen. Daraus wird wohl nichts, damit verdient man wohl nichts im Vergleich zu GTA Online. Solche Sachen machen mich schon nachdenklich.
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