André, Jochen und die Arroganz

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Albaster aka Jens
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Albaster aka Jens »

Axel hat geschrieben:Podcasten ist nicht einfach mal "2 Menschen drück auf REC und laden das Ergebnis ins Netz"
Mhhh, ich hätte schwören können, genau so machen die Beiden das... :D

...am meisten Zeit wird wohl die "Recherche" der Thematik (Auffrischen der Spiele ect.) vor dem jeweiligen Podcast in Anspruch nehmen. Ich habe davon allerdings auch keine Ahnung. Auf ein Bier war mein erster Podcast überhaupt und er ist auf seiner Weise einzigartig. Ich wünsche mir das er so bleibt wie er ist: Authentisch, frisch, er regt zum Nachdenken an und es gibt "vielleicht" den einen oder anderen interessanten Biertipp (ich kann hier übrigens Duckstein sehr empfehlen), aus diesem Grund hebt er sich auch wohltuend von anderen Casts ab. Ein "Scheiße" gehört für mich übrigens irgendwie an jedem Stammtisch, auch einem mit Niveau...

Jochen

Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Jochen »

Axel hat geschrieben:Ich wollte was anderes einwerfen mit meinem Post: Unterschiedliche Wahrnehmung von Sprache. Ich kann verstehen, wenn jemand das Wort "scheiße" als harmlos empfindet, deswegen rege ich mich da auch garnicht auf, wenn Jochen das zum Beispiel sagt so in der Hitze des Gefechts beim Diskutieren. Ich kann aber auch verstehen, wenn andere Menschen das anders sehen und da etwas Magenschmerzen bekommen. Wie gesagt, jeder empfindet Sprache anders und wenn man etwas als nicht gut empfindet, sollte man das natürlich auch hier im Forum schreiben dürfen
Selbstverständlich. Ebenso darf man dem Podcast bei Nichtgefallen einen Stern geben, ihn für alle Ewigkeit mit Nichthören strafen, im halben Netz dagegen haten oder den lieben Gott inständig bitten, dass ic ... André Herpes bekommt. Alles "fair game". Das muss das Boot abkönnen. Aber hier gilt im Gegensatz zum überwältigenden Rest des Internets die ebenso einfache wie selbstverständliche Regel: nett und respektvoll mit den Gastgebern und den anderen Gästen umgehen. Aussagen und Argumente sind Freiwild - Poster und Podcaster nicht.

Ich weiß übrigens, dass ich dir das nicht sagen muss ... ich wollt's bloß nochmal klarstellen :)

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Klagsam
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Klagsam »

Axel hat geschrieben: Ich wollte was anderes einwerfen mit meinem Post: Unterschiedliche Wahrnehmung von Sprache. Ich kann verstehen, wenn jemand das Wort "scheiße" als harmlos empfindet, deswegen rege ich mich da auch garnicht auf, wenn Jochen das zum Beispiel sagt so in der Hitze des Gefechts beim Diskutieren. Ich kann aber auch verstehen, wenn andere Menschen das anders sehen und da etwas Magenschmerzen bekommen. Wie gesagt, jeder empfindet Sprache anders und wenn man etwas als nicht gut empfindet, sollte man das natürlich auch hier im Forum schreiben dürfen.
Ich persönlich finde das Wort "scheisse" in genau diesem Zusammenhang wunderbar angebracht. Meinem Verständnis nach funktioniert Kommunikation immer auf einer kognitiven und einer emotionalen Ebene und das Wort "scheisse" scheint mir in diesem Zusammenhang eine relativ gut treffende Versprachlichung der Emotion zu sein, die Jochen gegenüber Mafia 2 hat :mrgreen:

Daneben schätze ich den podcast eben insbesondere, weil er NICHT so geschliffen und vorbereitet ist. Von letzteren gibt es insbesondere in der älteren deutschen Podcastlandschaft echt genug. Ich persönlich schätze ebenso die Spieleveteranen (obwohl ich bei denen in letzter Zeit vermehrt das Gefühl habe, dass die da keinen Spass mehr daran haben), als auch Stay Forever. Aber eben gerade als Kontrastprogramm mit teilweise derber Sprache, deutlicher Polemik und absoluter Subjektivität ist "Auf ein Bier" eine echte Bereicherung der deutschen Podcastlandschaft.
Und gerade hier macht es eben Spass, nicht weiteren "Eiern" bei ihrem PR-Gewäsch zuzuhören, sondern einem Gespräch zu lauschen, dass ich so oder so ähnlich auch selbst mit einem Freund führen könnte (und dem würde ich auch nicht sagen "Mir gefallen Shooter nicht", sondern "Shooter sind scheisse")

Jochen

Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Jochen »

Albaster aka Jens hat geschrieben:Mhhh, ich hätte schwören können, genau so machen die Beiden das...
Jaha! Aber mit Stil, Mann! Stil!

Falls es tatsächlich wen interessiert: Das Spielen frisst in der Tat die meiste Zeit. Dazu kommen die typischen internen Diskussionen à la "was machen wir denn morgen?" und "wann machen wir das denn morgen?" und "wie, du hast morgen doch keine Zeit?" Und die administrativen Sachen, die bestimmt viel weniger Zeit fräßen, wenn sich einer von uns damit auskennen würde. Und natürlich die Diskussionen hier und in den Kommentaren und das Lesen sämtlicher Beiträge, auch wenn wir nicht immer konkret darauf antworten (können). Und irgendwann stellt man ein bisschen erschrocken fest, dass man diese Woche schon 20 Stunden in den Podcast gesteckt hat ... aber verdammt, das war es wert.
In dem Fall könnte ich mir vorstellen nochmal in die Spiele reinzuspielen, sich Notizen zu den Argumenten zu machen ...
In die Spiele reinspielen? Ja - es sei denn, die Erinnerung ist noch frisch genug. Notizen machen? Um Gottes willen! Das ist streng verboten. Wer bringt denn bitteschön Notizen zum Stammtisch mit? Um ehrlich zu sein, wissen wir manchmal erst drei Minuten vor der Aufnahme worüber wir in dieser Episode überhaupt sprechen*. Anders wäre das Format in meinen Augen auch nicht zu machen - es würde "fake" klingen.

* wer jetzt "merkt man!" ruft, bekommt den Schlaubi-Schlumpf des Monats

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Leonard Zelig
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Leonard Zelig »

Axel hat geschrieben: Wenn Du beispielsweise geschrieben hättest "Hey, interessanter und netter Podcast. Die und die Themen fande ich gut aufbereitet, mir gefällt vielleicht allgemein auch Eure Art. Aber ich habe auch einen Kritikpunkt..." dann wäre das viel netter gekommen und hätte selbst nicht so einen negativ-agressiven Touch. So aber hast Du gleich auf ebenfalls respektlose Weise rumgepoltert und das ist auch nicht gut. Wir sind hier im Internet und da wir hier schriftlich miteinander kommunizieren, sollte man vielleicht vorher etwas nachdenken, bevor man was in die Tastatur hackt, denn am Ende der "Leitung" sitzt auch ein Mensch mit Gefühlen. Ich bin da selbst am Anfang auch ein paar mal ins Fettnäpfchen getreten, bevor mich Jochen mal drauf aufmerksam gemacht hat, weil ich es selbst nicht gemerkt habe. Dann habe ich mich entschuldigt und alles ist gut. So funktioniert Kommunikation.
Eigentlich hab ich den Podcast bisher immer nur gelobt in den Kommentaren und maximal ein oder zweimal auf Fehler hingewiesen. Wenn einem der Podcast nicht gefallen würde, dann wäre es ja dämlich sich hier anzumelden. Auch habe ich nicht rumgepoltert, sondern in einem bestehenden Thread meine Meinung geäußert. Warum soll ich einem Thread in dem es um Arroganz geht, über etwas anderes schreiben? Wenn ich der einzige bin, der einige Aussagen arrogant findet, ist doch alles paletti.

Möglicherweise habe ich die letzten Tage zu viel mit rechten Idioten diskutiert und daher keine Lust mehr immer super freundlich zu sein. Bei einem "Feelgood-Podcast" käme ich auch nicht auf die Idee irgendwem Arroganz zu unterstellen, aber wenn in diesem morgen behauptet würde Konsolenspieler seien Scheiße von einem Gast, dann würde ich auch nicht drunterscheiben: Super Folge, macht weiter so.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

Konsolengaming in den 2010er-Jahren - Eine Dekade in Zahlen und Worten

Jochen

Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Jochen »

Leonard Zelig hat geschrieben:Möglicherweise habe ich die letzten Tage zu viel mit rechten Idioten diskutiert ...
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich bestätigen: Danach hat man oft einen sehr ausgesprägten Beißreflex. Und möglicherweise klang meine Replik auch ein bisschen biestiger als eigentlich intendiert oder notwendig war. Friedenspfeife?

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Leonard Zelig
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Leonard Zelig »

Klagsam hat geschrieben: Und gerade hier macht es eben Spass, nicht weiteren "Eiern" bei ihrem PR-Gewäsch zuzuhören, sondern einem Gespräch zu lauschen, dass ich so oder so ähnlich auch selbst mit einem Freund führen könnte (und dem würde ich auch nicht sagen "Mir gefallen Shooter nicht", sondern "Shooter sind scheisse")
Aber sie sind ja trotzdem noch Spielejournalisten. Das unterscheidet sie von Deinem Freund. Wenn sie jetzt auf einmal über Autos podcasten würden, dann käme niemand auf die Idee ihnen Arroganz zu unterstellen, wenn sie jetzt den neuen Golf als Schrottkarre bezeichnen. Selbst wenn diese Aussage auf tönernen Füßen stehen würde.
Jochen hat geschrieben:
Leonard Zelig hat geschrieben:Möglicherweise habe ich die letzten Tage zu viel mit rechten Idioten diskutiert ...
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich bestätigen: Danach hat man oft einen sehr ausgesprägten Beißreflex. Und möglicherweise klang meine Replik auch ein bisschen biestiger als eigentlich intendiert oder notwendig war. Friedenspfeife?
OK. Friedenspfeife. Hab den Ursprungspost mal entschärft.
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Jochen

Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Jochen »

Leonard Zelig hat geschrieben:Aber sie sind ja trotzdem noch Spielejournalisten. Das unterscheidet sie von Deinem Freund. Wenn sie jetzt auf einmal über Autos podcasten würden, dann käme niemand auf die Idee ihnen Arroganz zu unterstellen, wenn sie jetzt den neuen Golf als Schrottkarre bezeichnen. Selbst wenn diese Aussage auf tönernen Füßen stehen würde
Das verstehe ich offen gestanden nicht.

Seit meinem Weggang bei GameStar bin ich übrigens kein Spielejournalist mehr. Der Podcast ist also nicht nur für André ein reines Privatprojekt. Genau deshalb mögen wir das Bier-am-Stammtisch-Format ja so gerne (okay, das Bier spielt auch eine kleine Rolle): Wir können uns so unterhalten, wie wir das auch ohne Mikrofon täten. Keiner von uns bekleidet eine journalistische Funktion oder verfolgt einen journalistischen Anspruch. Zwei Menschen trinken Bier und sprechen über Spiele. Nicht mehr, nicht weniger - und ganz bestimmt nicht wichtiger.

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Joss
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Joss »

Jochen hat geschrieben: Genau deshalb mögen wir das Bier-am-Stammtisch-Format ja so gerne (okay, das Bier spielt auch eine kleine Rolle): Wir können uns so unterhalten, wie wir das auch ohne Mikrofon täten.
Das merkt man. Und ich wünsche mir von Herzen, dass ihr euch das nicht austreiben lasst. Die Freude, die ihr mit dem Podcast habt, ist nämlich ansteckend. Ihr nehmt den Hörer mit in eine Unterhaltung zwischen Freunden, die erfreulicherweise nicht nur über Bier, sondern auch über allerlei Kenntnisse und Charme verfügen. Das ist für den Hörer ein großes Geschenk, wenn man mit Stil und Themen sympathisiert.

Wer nun von außen kommt und Wertungen vornimmt, sollte berücksichtigen, dass der Cast zwischen privat und öffentlich changiert. Da viele heute nicht mehr wissen, was das bedeutet: Hände und hinter den Ohren waschen, Schuhe abputzen, am Katzentisch Platz nehmen und die Füße still halten. Happy sein, dass es Kuchen gibt, aber nicht die Großmutter beschimpfen, wenn es nicht der Lieblingskuchen ist oder auf den Sahnehäubchen die Kirschen fehlen. Solche Dramen später mit einem Traumapsychologen aufarbeiten.
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DemianLucis
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von DemianLucis »

Joss hat geschrieben:
Jochen hat geschrieben: Genau deshalb mögen wir das Bier-am-Stammtisch-Format ja so gerne (okay, das Bier spielt auch eine kleine Rolle): Wir können uns so unterhalten, wie wir das auch ohne Mikrofon täten.
Das merkt man. Und ich wünsche mir von Herzen, dass ihr euch das nicht austreiben lasst. Die Freude, die ihr mit dem Podcast habt, ist nämlich ansteckend. Ihr nehmt den Hörer mit in eine Unterhaltung zwischen Freunden, die erfreulicherweise nicht nur über Bier, sondern auch über allerlei Kenntnisse und Charme verfügen. Das ist für den Hörer ein großes Geschenk, wenn man mit Stil und Themen sympathisiert.
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MrZwicky
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von MrZwicky »

Vielleicht sind wir aber auch arrogant, wenn wir die beiden oder auch nur einen kritisieren! Ich selbst finde es Klasse, dass die Themen eben aus persönlicher Sicht besprochen werden. Und es gibt eben Ansichten, die mehr Worte bedürfen um sie zu umschreiben; und manchmal reichen auch ein paar kleine Worte. Ich find beide überhaupt nicht arrogant. Ich bin zwar auch nicht mit allen Ansichten grün, aber ich akzeptiere eben diese anderen Sichtweisen, auch wenn ich sie für falsch halte.

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Nachtfischer
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Nachtfischer »

Erstmal ist es positiv zu sehen, dass es Gegenstimmen gibt. Denn wer beim Reden auch tatsächlich etwas sagt (und noch dazu nicht bloß den Status quo hochjubelt), wird dafür nicht nur Applaus ernten. Klar ist die Wortwahl im Podcast teilweise (vergleichsweise) drastisch, doch wo etwas grundsätzlich falsch läuft, da braucht vor den konstruktiven Worten eben erstmal destruktive.

Schade ist, wenn das ganze auf die persönliche Ebene geht. Statt Gegenargumente anzubringen, wird das Fass der "Arroganz" aufgemacht. Aus "Das ist verkehrt!" wird "Die sind verkehrt!". Das bringt niemanden weiter, sondern macht lediglich stumpf einer erkannten Abweichung der Ansichten beider Seiten Luft.

Haku
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Haku »

Also dem Vorwurf der Arroganz kann ich überhaupt nicht zustimmen. Wie schon vor mir einige Male genannt wurde, würde ich persönlich einen rein positiven Podcast, in dem es immer nur um die Sonnenseiten der Spiele geht, deutlich langweiliger finden. Zumal man über positive Dinge auch kaum diskutieren könnte ("Das ist geil" - "Nein, das ist sogar sehr geil!" würde ich nicht gerade als Diskussion bezeichnen). Gerade die Diskussion, diese tiefgreifende Unterhaltung auf einer Metaebene, wie es zumindest hier meistens der Fall ist, macht es für mich interessant. Nur so kann das Positive auch wirklich positiv wirken. Wenn André sagt, RDR zähle für ihn zu den besten Spielen überhaupt, ist das für mich durchaus eine andere Auszeichnung für das Spiel, als wenn es von Personen so tituliert wird, die an keinem Spiel etwas Schlechtes zu finden scheinen.

Außerdem bin ich der Meinung, dass beim Vorwurf der Arroganz zwei wichtige Punkte übersehen werden.
1.: Arroganz würde für mich implizieren, dass sie andere Meinungen nicht gelten ließen. Vieles mag zwar im ersten Moment etwas indikativisch klingen, doch deswegen ist es das nicht automatisch. Sie erwähnen ja sogar immer wieder - wenn auch recht vereinzelt -, dass sie andere Meinungen nachvollziehen könnten. Oft wirkt es für mich so, als würden besonders bei sehr beliebten Titeln wie TLoU oder jüngst The Witcher 3 durch die kritischeren Ansätze der beiden im Vergleich zu den allgemeinen Meinungen gelegentlich "Extreme" aufeinanderprallen, bei denen sich einige Zuhörer im ersten Moment persönlich angegriffen fühlen.
2.: Wenn sie Spiele kritisieren, sprechen sie für mich den Spielen nicht automatisch ab, dass sie Spaß machen oder selbst welchen damit hatten. Ich glaube, dass das keineswegs der Fall ist. Aber Spaß steht nur bedingt im Verhältnis zur Qualität - bessere Spiele unterhalten zwar besser, aber schlechtere, die hier auch entsprechend kritisiert werden, müssen deswegen ja nicht automatisch keinen machen. Ich gehe sogar davon aus, dass über ein Spiel, dass beiden absolut keinen Spaß bereitete, hier gar nicht ausführlich diskutiert werden würde und - wenn überhaupt - es bei kurzen Belustigungen darüber bliebe. Doch das können uns André und Jochen sicherlich besser sagen.

Um es zum Abschluss mal plump auszudrücken: Ein Spiel schönreden kann ich mir selber. Schlechtreden zwar auch, aber das will ich ehrlich gesagt nicht immer. Also warum nicht André und Jochen überlassen? :)

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Joss
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Joss »

Weil sich die Kolumne hier so schön einfügt: Denken.

Man muss nicht immer reden oder schreiben, manchmal ist denken auch eine Option.
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Frostkaktus
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Frostkaktus »

Jochen hat geschrieben:Genau deshalb mögen wir das Bier-am-Stammtisch-Format ja so gerne (okay, das Bier spielt auch eine kleine Rolle): Wir können uns so unterhalten, wie wir das auch ohne Mikrofon täten. Keiner von uns bekleidet eine journalistische Funktion oder verfolgt einen journalistischen Anspruch. Zwei Menschen trinken Bier und sprechen über Spiele. Nicht mehr, nicht weniger - und ganz bestimmt nicht wichtiger.
Genau darum fände ich es sogar schade, wenn nicht hin und wieder mal auch etwas Arroganz in manchen Äußerungen durchblitzen würde. Denn gerade wenn Ihr beiden unterschiedlicher Meinung seid, erkennt man, dass Äußerungen zwar harsch und arrogant rüberkommen können, dies Urteil auf die agierenden Personen aber gerade nicht übertragbar ist.

Denn mal ehrlich: wenn man sich mit einem guten Freund oder einer Freundin bei dem ein oder anderen guten Bier über etwas leidenschaftlich unterhält, dann wird man polemisch, überspitzt, greift tief in die Schimpfwortkiste und zieht derbe vom Leder. Den Beteiligten ist klar, dass man seine subjektive Meinung zum Besten gibt. Man kann verschiedene, auch gewagte Argumentationen offen durchspielen, ohne Angst haben zu müssen, dass einem sofort mangelnde political correctness vorgeworfen wird. Das macht diese privaten Gespräche authentisch und wertvoll. Das ist in meinen Augen typisch für einen Stammtisch. Man redet frei von der Leber weg, ohne jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

Insofern liefert der Podcast in meinen Augen sogar ein gutes Beispiel dafür, wie gelungene Kommunikation aussehen kann. Denn gerade wenn die beiden unterschiedliche Meinungen vertreten, zeigen sie, was viele Leute heute anscheinend leider nicht mehr kennen: Diskussionskultur. Es wird gezeigt, dass man sich wunderbar streiten und dennoch mögen kann. Auch wenn der andere natürlich IMMER falsch liegt. ;) Das ist meiner Meinung nach das genaue Gegenteil von Arroganz. Denn wenn ich wirklich arrogant bin, interessiert mich der Standpunkt des anderen nicht.

Am Ende einer Diskussion muss kein Konsens stehen, sondern jeder hat das Recht auf seinen eigenen Standpunkt. Von dem lässt man nicht ab, nur damit endlich ein Konsens erzielt wird, von dem lässt man nur ab, wenn man überzeugt wurde. Und wenn man davon überzeugt ist, dass etwas Scheiße, doof, schlecht, grausam, whatever ist, dann ist das so. Dann mag die Äußerung für manche arrogant klingen, da sie von ihr nicht überzeugt sind oder sie nicht nachvollziehen können. Eine Person ist aber nicht ihre Äußerung. Und wie bereits erwähnt: Polemik, Überspitzungen, selbst Fehlgriffe im Tonfall und eine Prise Arroganz sind nun einmal die "Stilmittel" eines Stammtisches.

Glatt geschliffene Formate gibt es genug. Hier bekommt man Ecken und Kanten. Manchmal reibt man sich am Inhalt. Aber genau das macht den Podcast für mich zu einem meiner Lieblingspodcasts. <3
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Andre Peschke
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Andre Peschke »

Haku hat geschrieben: Ich gehe sogar davon aus, dass über ein Spiel, dass beiden absolut keinen Spaß bereitete, hier gar nicht ausführlich diskutiert werden würde und - wenn überhaupt - es bei kurzen Belustigungen darüber bliebe. Doch das können uns André und Jochen sicherlich besser sagen.
Der Fall ist zumindest eher unwahrscheinlich. Das Spiel müsste dann ja in irgendeiner anderen Form bemerkenswert genug sein - wegen eines großen Namens oder dergleichen. Und das ein Spiel wirklich so gar keinen Spaß macht, ist ja nun doch eher selten. Und wir würden uns da für den Podcast jetzt auch nicht durchquälen wollen.

Grundsätzlich hoffe ich, dass die meisten Hörer verstehen, dass wir hier eben nicht die Xte Debatte über Spiele liefern wollen, die sich im möglichst emotionslosen Abwägen von Featurelisten ergeht. Vielleicht sollten wir aber mal eine Arroganz-Folge machen, in der wir über all das sprechen. :)

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Frostkaktus
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Frostkaktus »

Andre Peschke hat geschrieben:Vielleicht sollten wir aber mal eine Arroganz-Folge machen, in der wir über all das sprechen. :)
Gute Idee!
Und das Chaos sprach zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
Ich lächelte und war froh. Und es kam schlimmer.

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Enlagom
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Re: André, Jochen und die Arroganz

Beitrag von Enlagom »

Frostkaktus hat geschrieben:
Andre Peschke hat geschrieben:Vielleicht sollten wir aber mal eine Arroganz-Folge machen, in der wir über all das sprechen. :)
Gute Idee!
Oder besser, allgemeiner: Über die heutige Kritikkultur in Spielen, bzw. Medien. Warum sich so viele Leute persönlich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man über ihr LieblingsspielFilmBuch herzieht, auch wenn dieses Herziehen gut begründet und nicht persönlich ist..
Oder kommt das nur mir so vor, daß sich diese Thematik in Zeiten der political correctness verschärft hat?

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