Folge 102: Eine Runde Strategie

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Peter
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Peter »

Ich bin seit fast 30 Jahren Rundenstrategie-Fan und konnte mich zu keiner Zeit über mangelnden hochkarätigen Stoff für den PC beklagen. Dass die Spiele inzwischen in der Nische gelandet sind, finde ich sogar positiv. Denn dadurch werden sie nicht so sehr dem Massengeschmack angepasst.
Axel hat geschrieben:Objektiv lässt sich einfach sagen, dass das Genre schlicht die Plattform gewechselt hat.
Also das halte ich für eine ausgesprochen subjektive Aussage. Am oben erwähnten Beispiel von Slitherine sieht man auch sehr schön, dass hier nur wenige der Titel auf Mobile konvertiert werden und dann auch nur die simpleren. Sobald man etwas komplexeres haben will, bleibt einem nur der PC.

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Desotho
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Desotho »

Ich bin jetzt nicht sooo der Strategie Fan. Was ich immer schön finde, sind Strategiespiele bei denen mir die Einheiten was bedeuten weil sie Charakter und Geschichte haben - z.B. bei Valkyria Chronicles und Fire Emblem.

Anm.:
Zwerge in Rollenspielen nach gewissen Chefredakteuren benennen? - :evil:
El Psy Kongroo

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echtschlecht165
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von echtschlecht165 »

Für mich funktionierte diese Folge weniger gut, weil Martin Deppe für mich als ziemlich verklärter altjournalist rüberkommt, der in dieser Folge 2h erklärt hat wie für ihn rundenstrategie zu funktionieren hat. Da ich selber den 90ern entwachsen bin, bin ich hier größtenteils anderer Meinung.
Am lustigsten fand ich doch tatsächlich noch den Part als andre ihn Aufmerksam machte, dass er das Wort funktionieren zu allem möglichen sagt.
Martin hat dann zwar die nächsten 2-3 Minuten drauf aufgepasst, ist aber schnell wieder in seine gewohnheit zurückgefallen :D

Dazusagen muss ich, dass ich Andres Fähigkeit seinen Gesprächspartnern richtig zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen, sehr bewundere.
In Stein gemeißelt

muh_haha
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von muh_haha »

Was mich an dieser Folge am meisten stört, was für mieeeessseee Getränke am Start waren...
Eduscho, Tchibo, Lidl Dröhnung ...IHGITT :naughty: Wo ist der Sebastian, wenn man ihn braucht? der hat wenigstens Geschmack und trinkt Kaffee vom lokalen Röster.
#makethePodgreatagain

Joschel
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Joschel »

Ich fand Rundenstrategie-Spiele früher super. Jetzt im hohen Alter brauche ich komischerweise mehr Action.

Sehe es ähnlich wie Axel: Die Spiele sind auf einem Handheld/Tablet inzwischen optimal aufgehoben.

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TrueKraut
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von TrueKraut »

muh_haha hat geschrieben: #makethePodgreatagain
Außerdem muss der Kaffee schwarz, heiß und lecker sein :!: :lol:
? Wer - Sie - Sind ?

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Nachtfischer
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Nachtfischer »

Na so tot ist die Runde auf dem PC nun nicht. Immerhin erleben wir mit Hearthstone momentan wohl eines der erfolgreichsten Rundenstrategiespiele aller Zeiten. Damit geht auch ein allgemeiner CCG-Boom einher, aus dem mittlerweile auch einige deutlich anders ausgerichtete Titel wie Faeria oder Gwent entstanden sind.

Ansonsten finden sich auch etwas tiefer in der Nische immer wieder spannende Titel. Ich sehe in der Rundenstrategie seit Jahren durchweg die meiste Innovation auf systemischer Ebene im Kerngameplay (was sich ja auch im Brettspielsektor fortsetzt). Zuletzt etwa bei Atlas Reactor, Age of Rivals oder Invisible Inc. Letzteres ist wiederum Teil der "Roguelike Renaissance", in deren Rahmen ein ganzes Genre und mit ihm die Idee anspruchsvoller, partiebasierter Single-Player-Spiele wiederbelebt wurde.

Das aktuelle Jahrzehnt ist da also deutlich gehaltvoller als die wirklich ziemlich düsteren, von cineastischen Looks und rein technologischem Fortschritt geprägten 2000er.

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Desotho
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Desotho »

Dachte Hearthstone ist eher Richtung Glücksspiel :D
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Blaight
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Blaight »

Ich war auch ne Null in Mathe und Stochastik ezpz. Jochen ich bin bei Dir!

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Nachtfischer
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Nachtfischer »

Desotho hat geschrieben:Dachte Hearthstone ist eher Richtung Glücksspiel :D
Es ist zu stark zufallabhängig, ja. Deshalb wandern zuletzt auch immer wieder Profispieler ab Richtung Gwent, Eternal und Co.

Aber dennoch triffst du rundenbasiert strategische Entscheidungen über den Einsatz deiner Ressourcen. Eindeutig Rundenstrategie.

vicsbier
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von vicsbier »

Was Rundenstrategie u.a. noch auszeichnet ist nicht nur den Tee, der parallel dazu getrunken werden kann, sondern auch die Größe der Karten. Echtzeitstrategiespiele spielen sehr selten auf Weltkarten (mir fällt da nur David Brabens 'Command HQ' von 1990 ein), sondern angeln sich von Szenario zu Szenario. Dabei geht das Gefühl der Herrschaft verloren, weil der Schwerpunkt immer durch die Karten vorgegeben wird.

Was ich Rundenstrategiespielentwicklern aber empfehlen würde, ist der Einsatz eines Action-Point-Systems, so dass zwischen langsamer Continious-Turn-Echtzeit und Runde, ja sogar Phasensysteme, umgeschaltet werden kann. Dann ist ein Spiel auch Multiplayer 'tauglicher'.

'Master of Magic' ist auch heute noch in seinem Umfang und Gameplay (zB globale Game-Changing-Spells!) unerreicht. Es wird sogar ganz aktuell eine sehr empfehlenswerte Mod 'Caster of Magic' entwickelt, die viele Bugs behebt und die KI schon ohne Boni kräftigst aufbohrt: http://www.realmsbeyond.net/forums/foru ... hp?fid=251" onclick="window.open(this.href);return false;

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M0ps
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von M0ps »

Ich träume ja immernoch von einem Company of Heroes mit Pause-Funktion. Für mich geht immer ein Großteil der taktischen Tiefe durch das wilde Echtzeit Geklicke verloren - für ausgefuchstes Mikromanagement fehlt in der Schlacht einfach die Zeit.

Rundenstrategie habe ich mehr so phasenweise, bietet sich aber imho sehr für mobil an. Leider gibts auf Windows Mobile nur so pseudo Strategie Free-to-play Müll.

vicsbier
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von vicsbier »

echtschlecht165 hat geschrieben:Für mich funktionierte diese Folge weniger gut, weil Martin Deppe für mich als ziemlich verklärter altjournalist rüberkommt, der in dieser Folge 2h erklärt hat wie für ihn rundenstrategie zu funktionieren hat. Da ich selber den 90ern entwachsen bin, bin ich hier größtenteils anderer Meinung.
Ich finde Martin Deppe (Andre: "Deutschlands führender Rundenstrategieexperte" - was sagt Jörg Langer dazu?) ist ein sehr guter Gesprächspartner: Witzig, gesprächig, wissend und erfahren.
Was würdest du denn in der Rundenstrategie anders lösen als Martin Deppe?

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Nachtfischer
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Nachtfischer »

vicsbier hat geschrieben:Was Rundenstrategie u.a. noch auszeichnet ist nicht nur den Tee, der parallel dazu getrunken werden kann, sondern auch die Größe der Karten.
Kann das denn so sein, wenn es auch Spiele ganz ohne bzw. ohne nennenswerte Karte gibt?

Tyrosh22
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Tyrosh22 »

@Jochen: Hast Du Dich schon mal mit Bridge beschäftigt? Könnte Dir als Schachspieler vielleicht gefallen! :D
Meine zwei YouTube Projekte:

gameWitty - Kurze Essays zu kurzen Videospielen. Als Video und als Text.
inkWitty - Videos zu Füllern, Tinten und die Freude am Schreiben.

vicsbier
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von vicsbier »

Nachtfischer hat geschrieben:
vicsbier hat geschrieben:Was Rundenstrategie u.a. noch auszeichnet ist nicht nur den Tee, der parallel dazu getrunken werden kann, sondern auch die Größe der Karten.
Kann das denn so sein, wenn es auch Spiele ganz ohne bzw. ohne nennenswerte Karte gibt?
Ich differenziere Rundenstrategie und Kartenspiele (die meinst du sicherlich), weil Kartenspiele Glücks- und keine Strategiespiele sind. Welches Videospiel jenseits der Kartenspiele nennt sich Strategiespiel ohne Karte? Mir fällt da kein Beispiel ein.

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s8g
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von s8g »

vicsbier hat geschrieben:
echtschlecht165 hat geschrieben:Für mich funktionierte diese Folge weniger gut, weil Martin Deppe für mich als ziemlich verklärter altjournalist rüberkommt, der in dieser Folge 2h erklärt hat wie für ihn rundenstrategie zu funktionieren hat. Da ich selber den 90ern entwachsen bin, bin ich hier größtenteils anderer Meinung.
Ich finde Martin Deppe (Andre: "Deutschlands führender Rundenstrategieexperte" - was sagt Jörg Langer dazu?) ist ein sehr guter Gesprächspartner: Witzig, gesprächig, wissend und erfahren.
Was würdest du denn in der Rundenstrategie anders lösen als Martin Deppe?
Vielleicht weniger schwafelig, retro-bezogen und mit weniger deutschem Einschlag?

Ich bin mit dem Podcast noch nicht ganz durch, bin mir aber nicht sicher, ob ich ihn beenden kann. Neuere Trends, zig Innovationen werden ignoriert, aber die Frage, ob Spieleserien, die halt fast nur hier erfolgreich waren und das vor 20 Jahren, nicht mal zurückgebracht werden sollten, wird ausgewalzt. Warum Jagged Alliance beispielsweise seinen würdigen Nachfolger nicht bekommen hat, hat Stay Forever erst vor ein paar Monaten gut dargestellt.

Wo war denn die Wertschätzung von X-Com? Was läuft bei Paradox? Das eine ist Mainstream (sogar auf Konsole!), das andere Nische (aber eine die kontinuierlich expandiert). Und wo sind so Titel, wie Civ5? Sicherlich kein Spiel, das sofort bei Veröffentlichung alle Verkaufsrekorde bricht, aber insgesamt wahrscheinlich eins der meistgespielten Spiele auf Steam.

Für mich ist der Podcast wieder so ein Beleg für meine Herangehensweise, ThreeMovesAhead und RockPaperShotgun den deutschen Medien bei solchen Fragen vorzuziehen... ich bin mir einfach nicht sicher, ob viele Medien das Genre überhaupt noch verstehen. oder sie können es nicht zum Ausdruck bringen.

Statt Martin Deppe wäre Writing Bull (so wenig ich seine Videos auch konsumiere) vielleicht ein besserer Gast gewesen.

(Sorry, dass ich mich so aufgeregt habe, aber diese Tendenz, diese Art, mit Strategiespielen umzugehen, regt mich schon eine ganze Weile auf...)
Desotho hat geschrieben:Dachte Hearthstone ist eher Richtung Glücksspiel :D
So was behaupten nur Hearthstone-Casuals! :P
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der unbestechliche
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von der unbestechliche »

M0ps hat geschrieben:Ich träume ja immernoch von einem Company of Heroes mit Pause-Funktion. Für mich geht immer ein Großteil der taktischen Tiefe durch das wilde Echtzeit Geklicke verloren - für ausgefuchstes Mikromanagement fehlt in der Schlacht einfach die Zeit.
Company of Heroes HAT eine Pausefunktion...

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Desotho
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von Desotho »

s8g hat geschrieben: So was behaupten nur Hearthstone-Casuals! :P
Also bitte. Die 10 Minuten die ich brauchte um das Spiel scheiße zu finden, habe ich total Hardcore gezockt! :)
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s8g
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Re: Folge 102: Eine Runde Strategie

Beitrag von s8g »

Axel hat geschrieben:Vielleicht ist das so ein Generationenproblem? Wir wissen ja beispielsweise, dass Andre und Jochen keinerlei Bezug zu Mobile Games haben. Woher sollen die Beiden also wissen, dass es etwa auf der iOS Plattform recht viele gute Vertreter der Rundenstrategie gibt? Auch Nachtfischer hat sehr schön aufgezeigt, dass sich das Genre mittlerweile weiterentwickelt und viele zusätzliche Elemente bekommen hat. Und da findet man wohl, wenn man tief gräbt, durchaus noch tolle Vertreter auf dem PC.
Ich glaub, es ist zum Teil ein Generationenproblem. Aber viele guten, innovativen Spiele sind ja nicht mal Mobile-Entwicklungen. Sie kommen halt nur nicht von den traditionellen Publishern (deswegen sind sie ja noch lange nicht independent). Nachtfischer hat oben Invisible Inc. genannt. Ich konnte das Spiel aufgrund meiner Allergie gegen Schleich-Mechanismen in Spielen nur ca. eine Stunde spielen, aber mir ist sofort aufgefallen, wie innovativ es ist. Und gut produziert war es auch. Außerdem kam es von Klei, einem Entwickler, der zu dem Zeitpunkt bereits einige gute Spiele veröffentlicht hatte. Vom Gefühl her wurde das Spiel in englischen Medien als genau das anerkannt. Auf Deutsch hat man es weitestgehend ignoriert....

Anderes Beispiel ist Crusader Kings 2. RPS hatte mehrere Berichte, die insbesondere rüberbringen, wie gut das 'emergent stroytelling' dem Spiel gelingt. In Deutschland gab es dagegen kurze Tests, die die Faszination überhaupt nicht erfassen konnten und das Spiel dann am Ende in eine Note drücken mussten.

Ich glaube, es ist neben den Generationen auch ein Fokus-Problem. Wenn ich so einen Bericht zu CK2 schreiben möchte, wie RPS das getan hat, dann muss ich sehr viel Arbeit investieren und müsste gleichzeitig darauf vertrauen, dass mein Produkt Anklang findet, auch wenn viele Leser noch nicht so viel mit dem Spiel verbinden können.

Aber in dieser Folge fällt mir auf, dass hier nicht gelingt, was sonst so gut klappt: Die Hintergründe aufzeigen und sich aber auch hinlänglich von der eigenen Zunft distanzieren.
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