Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

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imanzuel
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von imanzuel »

Oder wir einigen uns einfach darauf dass das Entwicklerstudio entscheiden darf was es macht. Niemand wird schließlich gezwungen das zu spielen ;) Ich spiele sowas wie Yoshis... World etc. auch nicht, obwohl ich Mario bzw. Yoshi mag. Die sind mir zu einfach. Ich schreie da aber auch nicht nach einem Hard Mode, ich spiele es halt einfach nicht.
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IpsilonZ
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von IpsilonZ »

imanzuel hat geschrieben:
17. Jan 2021, 00:40
Oder wir einigen uns einfach darauf dass das Entwicklerstudio entscheiden darf was es macht. Niemand wird schließlich gezwungen das zu spielen ;) Ich spiele sowas wie Yoshis... World etc. auch nicht, obwohl ich Mario bzw. Yoshi mag. Die sind mir zu einfach. Ich schreie da aber auch nicht nach einem Hard Mode, ich spiele es halt einfach nicht.
Klar. Aber hinter "xy braucht dies und das" ist ja meist nicht gemeint, dass das Spiel sonst keine Existenzberechtigung hat oder so. Ne Kritik ist halt ne Kritik. Das gilt für fehlende Optionen genau so wie Kritik an anderen Gameplay-Dingen.
Wenn jemand sagt, dass The Last of Us 2 zu lang ist, ist das doch auch ne Kritik die man anbringen kann, ohne dass dann zwingend kommen muss "aber Naughty Dog wollten das so!". ^^

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Soulaire
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Soulaire »

Generell eine komische Vorstellung, dass (Singleplayer-) Spiele irgendetwas mit "Leistung" zu tun haben. Auch dass Dom mit dem Wort "Kritik" beginnt, nur um dann in eine Service-Richtung abzubiegen, ist schon sehr fragwürdig. Aber er schreibt ja nicht umsonst für die Gamestar.
Ich finde es einfach nur schade, wie man bei diesen Spielen immer wieder mit Unzulänglichkeit kommt. Jedes etwas komplexere Strategiespiel oder anspruchsvollere Rätselspiel ist "unzugänglicher". Dazu kommen komplett verbuggte Spiele wie Cyberpunk 2077 oder Fallout 76 für die dasselbe zutrifft. Auch ist jeder Multiplayer toxischer.
Aber die Souls-Games wurden von den Gamesmedien nun mal von Anfang auf ihren Schwierigkeitsgrad reduziert. Vielleicht auch um davon abzulenken dass AAA-games den Spieler regelrecht für dumm verkaufen, für die man aber als Journalist reichlich Werbung gemacht hat und immer noch macht.
Wer jetzt mit Optionen als Argument kommt, der sollte sich mal über die Debatte zur Netflix-Funktion Filme in 1,5facher Geschwindigkeit ablaufen lassen zu können, informieren. Wer für Optionen plädiert ist nämlich keinesfalls so "neutral", wie man vielleicht denken mag.

Dennis Diel
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Dennis Diel »

Toller Podcast, bin auch gerade beim Fazit. Aber, oh boy, Dom: ich mag deine Art, deine Person ist eine echte Bereicherung für The Pod, aber mit welchem Brustton der Überzeugung du hier Accessibility-Features in Demon‘s Souls reinquetschen willst, ohne dabei auch nur im Entferntesten anzuerkennen, dass es am Entwickler liegt (und nicht am Spieler) zu entscheiden, was sie tun und lassen, ist ... mir fällt kein anderes Wort ein, unverschämt. Und es lässt dich in dieser Hinsicht auch leider ein wenig unsympathisch wirken. Sorry.

Das ist Kunst. Nicht jede Kunst muss jedem aufgeschlossen werden. Und wer das fordert, erweist dieser speziellen Nische der Kunst, nach der sich tausende Spieler in Zeiten völlig übererklärter und aufs Simpelste heruntergedummter Spielsysteme gesehnt haben, einen Bärendienst. Es ist vermessen, das zu verlangen. Und zu glauben, man sei damit in einem guten „Dienste der Sache“ unterwegs, ist ein Irrglaube. Nein, es muss auch diese Sorte der Kunst geben, bei der das Unangenehme inhärenter Teil der Erfahrung ist, sonst kann man es auch lassen. Und ich bin kein guter Spieler. DS ist mein erstes Souls-like.
Zuletzt geändert von Dennis Diel am 17. Jan 2021, 12:57, insgesamt 2-mal geändert.

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Fährmann
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Fährmann »

Ich finde, gerade die Souls-Spiele haben Accessibility-Features (wozu ich auch einen leichteren Schwierigkeitsgrad zähle) nötig. Sie zielen stark auf das motorische Können eines Menschens, das aber bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Ein flexibler Schwierigkeitsgrad würde ermöglichen, dass jeder Mensch sich das Spiel so einstellen kann, dass es für ihn persönlich schwierig, aber machbar ist. In meinen Augen sollte das ein Ideal für Videospiele sein, an dem man sich orientieren sollte.

Klar kann man jetzt sagen: "Aber der Entwickler sollte in der Hinsicht machen dürfen, was er will." Und das ist zwar richtig, aber auch eine sehr simple Aussage. Natürlich darf der Entwickler das, schließlich macht er es ja auch. Das heißt aber nicht, dass Journalisten es nicht trotzdem anprangern können.

Dennis Diel
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Dennis Diel »

Es untergräbt aber den Kunstanspruch des Mediums, der bei unbequemen Themen (Gewalt, Sexualität, NS-Zeit) immer herangezogen wird, um das Medium berechtigterweise zu verteidigen. Kein Mensch würde doch bei nicht-interaktiven Medien ernsthaft verlangen, dass das Gemälde, der Film, das Buch besser zugänglich sein müssen, damit jeder versteht, was gemeint ist. Wie sollte dann ein David Lynch Film aussehen? Wie ein Buch von Lovecraft?

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bluttrinker13
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von bluttrinker13 »

Ich kann mich da Dennis Diel nur 100%ig anschließen. Großes Kopfschütteln über diese altbackene Forderung. Ich dachte, die hätten wir schon längst hinter uns, die ist doch alt und imo geklärt?

Die "Schwierigkeit" in Souls Spielen (bei Demon's Souls ja gerade auch mal im ersten Drittel wirklich vorhanden) ist ein Kernbestandteil der Spielerfahrung, die Herausforderung, das Scheitern, das Wachsen. Vgl die schon früher geposteten Inhalte auf Videos wie "How Dark Souls helped me to cope with depression". Es geht in diesem Spiel nicht um die Erkundung der Lore oder der schönen Levels, kann mir keiner sagen, dass er sich das Ganze nur deshalb vollständig (complete!) gibt, denn das gibt es ja auch frei Haus, auf Letsplays oder Lore-Videos.

Dom, soll Darkest Dungeon jetzt auch nen Easy mode bekommen? Und wäre das dann noch dein Wohlfühlspiel, oder Makulatur?
(Meine Antwort darauf sollte klar sein: nein und Makulatur)

Disclaimer: ich beziehe mich explizit auf das Dinge mit der Schwierigkeit, nicht wirkliche Accessibility features wie Händigkeit, Farbsehen-Korrekturen etc

Disclaimer 2: Über das balancing der Schwierigkeit kann man natürlich immer reden. Das war imo bei Demon's Souls auch schon immer fragwürdig, und bei den anderen Teilen deutlich besser. Aber das hat auch wieder nix mit nem easy mode zu tun.

Edit: Danke @ Vinter, genau so was mein ich. Ist altbacken.
Zuletzt geändert von bluttrinker13 am 17. Jan 2021, 13:24, insgesamt 1-mal geändert.


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Skizzenbildner
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Skizzenbildner »

Persönlich finde ich es richtig, dass Entwickler:innen von Soulsborne-Spielen auf Accessibility-Features verzichten. Warum? Weil es in meinen Augen in Soulsborne-Spielen dazu gehört, ständig zu scheitern, am Scheitern zu lernen und dadurch mit der Zeit besser zu werden. Oder anders gesagt: Das Erleben der Spielwelt und des Contents ist eben auch Belohnung für den Willen und die Ausdauer der Spieler:innen zu lernen. Bei den Einen geht das schneller, bei den Anderen dauert es länger. Erst durch den hohen Schwierigkeitsgrad erhalten die Spielumgebungen von Soulsborne-Spielen aber überhaupt ihren Wert für mich.

Ein ähnliches Beispiel ist die Portal-Reihe, wo es für jeden gelösten Raum zur Belohnung immer einen Spruch von
GLaDOS gibt... und wo interessanterweise meines Wissens nach noch nie Jemand eine Diskussion über den auch hier für alle gleichen Schwierigkeitsgrad geführt hat. Dass die Herausforderung für alle gleich ist gehört für mich in beiden Fällen maßgeblich zur Spielerfahrung dazu.

In diesem Sinne glaube ich vielmehr, dass die immer wiederkehrende Diskussion zur Accessibility in Soulsborne-Titeln eher dem zuweilen toxischen Verhalten in einigen Teilen der Gamer-Community entspringt. Die Diskussion wird bei Soulsborne-Titeln geführt, weil sie diesen harten (als männlich konnotierten) Ruf haben. Bei Portal interessiert es Niemanden, obwohl hier die gleichen Bedingungen herrschen... und by the way: Tetris, Mario, Zelda... die Liste von Spielen ohne anpassbaren Schwierigkeitsgrad und ohne entsprechende Diskussion ist doch sehr umfangreich.

Edit: Worüber man in meinen Augen reden könnte, wäre vielleicht eine bessere Accessibility von Soulsborne-Spielen in dem Sinne, dass Gegner-Aktionen und/oder -Schwachpunkte deutlicher (optisch blickend oder so) hervorgehoben würden. Da würde ich mitgehen. Steht und fällt alles immer ein wenig damit, wie gut ein Spiel mir seine Mechanik beibringt.
Zuletzt geändert von Skizzenbildner am 17. Jan 2021, 13:54, insgesamt 4-mal geändert.
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IpsilonZ
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von IpsilonZ »

Würde mich Skizzenbildner anschließen. Ich finds auch immer wieder interessant, dass grad bei diesen Spielen diese Forderung so oft aufgebracht wird. Und ich denke auch, dass es in erster Linie am Ruf liegt den diese Spiele haben. Sei es wegen irgendwelcher Idioten ind er Community oder wegen Fromsoft, die selbst auf diesen Marketingzug aufgesprungen sind ("Prepare to die", etc.)

Will aber hinzufügen, dass das den Wunsch oder die Kritik für mich dadurch nicht entwertet. Ich hab in der Vergangenheit (auch hier im Forum) oft Fromsoft dafür verteidigt, dass sie diese Optionen nicht bieten. Grad Bloodborne war eine Erfahrung für mich, in der ich wirklich meine eigene Angst und Nervosität überwinden musste. Und ja, dass ich dabei keine Optionen hatte etwas zu vereinfachen hat dabei eine wichtige Rolle gespielt.
Aber auf meine positive Erfahrung kommen auch viele frustierte Erfahrungen von Leuten die es wirklich versucht haben. Ich habe selbst Menschen gesehen die viele viele Stunden in Dark Souls gesteckt haben und immer und immer wieder an den ersten Bossen gescheitert sind. Ich hab von nem Bekannten gelesen der nicht am ersten Boss in DS3 vorbei kommt. Das sind nicht Leute, die nach 5 Versuchen aufgegeben haben und eigentlich nicht wirklich Bock hatten.

Deswegen finde ich die Kritik absolut valide. Und finde daher auch diese extreme Abwehrhaltung dagegen nicht angebracht, auch wenn ich den Argumenten selbst (Kunstfreiheit, intensives Erlebnis etc.) nicht widerspreche.

Am schlimmsten finde ich halt die, die jetzt schon sagen, dass falls Fromsoft mal solche Optionen anbietet, die Spiele für sie gestorben sind... ^^


Bin übrigens erst ne halbe Stunde drin in der Folge und finde sie jetzt schon sehr spannend. Und ich fänds sehr schade, wenn der ganze Thread sich nur an dieser einen Kritik festbeißt...

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Skizzenbildner
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Skizzenbildner »

IpsilonZ hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:38
Bin übrigens erst ne halbe Stunde drin in der Folge und finde sie jetzt schon sehr spannend. Und ich fänds sehr schade, wenn der ganze Thread sich nur an dieser einen Kritik festbeißt...
+1
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Soulaire
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Soulaire »

Glaube es hängt nicht mit den Communities zusammen. bei Cuphead war zum Beispiel das Spiel noch nicht mal draußen und die Community galt als toxisch weil ein Journalist das Tutorial nicht ernst genommen hat und die Schuld beim Spiel gesucht hat.

Denke es liegt viel eher daran dass irgendein Trigger aktiviert wenn Spiele mal was anderes machen und man unbedingt etwas konformes haben will. Und natürlich dass viele Leute Spiele als einen Service begreifen.

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IpsilonZ
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von IpsilonZ »

Soulaire hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:57
Glaube es hängt nicht mit den Communities zusammen. bei Cuphead war zum Beispiel das Spiel noch nicht mal draußen und die Community galt als toxisch weil ein Journalist das Tutorial nicht ernst genommen hat und die Schuld beim Spiel gesucht hat.
(...)
Dieser Journalist wurde halt aber auch bewusst missinterpretiert, soweit ich mich erinnere. Meines Wissens nach hat dieser auch nie dem Spiel die Schuld gegeben und es war wohl sogar bekannt, dass er schlecht in Plattformern ist. Fand den Vorwurf der Toxizität damals durchaus sehr angebracht, wenn man bedenkt wie die Leute am Rad gedreht haben deswegen.. ^^

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Soulaire
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Soulaire »

IpsilonZ hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:38
oder wegen Fromsoft, die selbst auf diesen Marketingzug aufgesprungen sind ("Prepare to die", etc.)

Bandai ist auf dem Zug aufgesprungen und sie hatten zugebenermaßen auch keine große Wahl.
Demons Souls hatte keinerlei Marketing dieser Art. Das Branding des superschweren Spiel kam bei Demons Souls übrigens von den Reviews und keinesfalls von den Spielern wie es immer dargestellt wird.
Der Diskurs zu diesen Spielen hat sich dann ziemlich verschoben. Diese super epischen langen Bosskämpfe gab es in Demons Souls und auch Dark Souls schlicht nicht oder sie wurden nur sehr gezielt eingesetzt.
Und leider muss man sagen dass sich das auch auf die Spiele ausgewirkt hat. Neuartige Bosskämpfe oder interessantes Level Design ist ja leider Mangelware in den neueren From Spielen.
Zuletzt geändert von Soulaire am 17. Jan 2021, 14:38, insgesamt 1-mal geändert.

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bluttrinker13
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von bluttrinker13 »

Skizzenbildner hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:45
IpsilonZ hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:38
Bin übrigens erst ne halbe Stunde drin in der Folge und finde sie jetzt schon sehr spannend. Und ich fänds sehr schade, wenn der ganze Thread sich nur an dieser einen Kritik festbeißt...
+1
Das stimmt. Ich finde,die Rückmeldung musste sein, aber der Punkt wurde ja nun auch (wieder) gemacht.

Insofern, finde ich toll dass es mal ein Souls Spiel in den Sonntagspod geschafft hat! :clap:

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Fährmann
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Fährmann »

Ich das Argument, den Kunststatus von Videospielen mit der Accessibility von Dark Souls zu verknüpfen in dieser Form nicht nachvollziehen. Zwei Gegenargumente hierzu:

1.: Kein Spiel verliert seinen künstlerischen Anspruch durch Accessibility-Features im eigentlichen Sinne.
Ein sehr mit Accessibility-Features gesegnetes Spiel wie Last of Us 2 hat durch seine Zugänglichkeitsoptionen kein Stück seiner Aussagekraft verloren. Niemand würde argumentieren: "Die Wirkung des Spiels verliert an Intensität, weil man einen Color-Blind-Modus dazuschalten kann."
Das gilt genauso auch für Dark Souls.

2.: Gerade weil Soulsbourne-Spiele für ihre Wirkung häufig einen hohen Schwierigkeitsgrad verlangen, muss der Schwierigkeitsgrad einstellbar sein.
Denn die authentische Dark Souls Erfahrung, die ich mit dem ersten Teil hatte, hatte ich anschließend mit keinem der Spiele mehr, vielleicht abgesehen von Sekiro. Wenn das die intendierte Erfahrung der Entwickler*innen sei, haben sie mir die in den Nachfolgespielen nicht mehr gegeben, weil ich zu dem Zeitpunkt schon zu sehr in den motorischen Kniffen drin war. Umgekehrt kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass die intendierte Erfahrung ist, ein Spiel physisch nicht durchspielen zu können. Wenn man also jemanden hat, der Probleme hat, mit einem Gamepad umzugehen, muss der Schwierigkeitsgrad gesenkt werden, um das Spiel überhaupt schaffbar zu machen.

=> Ein variabler Schwierigkeitsgrad sorgt nicht dafür, dass ein Spiel einfacher ist, sondern stellt sicher, dass jede*r Spieler*in die Schwierigkeit hat, die vorgesehen ist. Er unterstützt damit erst die künstlerisch intendierte Wirkung der Entwickler.

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Soulaire
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Soulaire »

IpsilonZ hat geschrieben:
17. Jan 2021, 14:09
Soulaire hat geschrieben:
17. Jan 2021, 13:57
Glaube es hängt nicht mit den Communities zusammen. bei Cuphead war zum Beispiel das Spiel noch nicht mal draußen und die Community galt als toxisch weil ein Journalist das Tutorial nicht ernst genommen hat und die Schuld beim Spiel gesucht hat.
(...)
Dieser Journalist wurde halt aber auch bewusst missinterpretiert, soweit ich mich erinnere. Meines Wissens nach hat dieser auch nie dem Spiel die Schuld gegeben und es war wohl sogar bekannt, dass er schlecht in Plattformern ist. Fand den Vorwurf der Toxizität damals durchaus sehr angebracht, wenn man bedenkt wie die Leute am Rad gedreht haben deswegen.. ^^
Es stand sogar in der Überschrift des Videos wie schwer doch Cuphead sei, obwohl er es offensichtlich nicht ernsthaft gespielt hat. Die Überschrift haben sie dann witzigerweise abgeändert.
Nur leider hat man das ganze verdreht und daraus eine "müssen Journalisten Pro-Gamer sein" -Debatte gemacht, was sie selbstverständlich nicht sein müssen. Aber der Fall zeigt auch wie zwanghaft sich Journalisten nicht mit Kritik auseinandersetzen wollen und immer auf die bösen Gamer zeigen. Und diese starke Fixierung der Medien darauf, dass Cuphead oder Dark Souls ja so schwer wären, liegt daran dass entsprechende Überschriften Klicks ohne Ende bringen. Bei der Gamestar und Co wird jede News mit einen Aufhänger in Richtung Schwierigkeitsgrad gebracht.
Es hat jedes Spiel ohne Schwierigkeitsgrad die Eigenart, dass die dazugehörige Community automatisch in die toxische Ecke gestellt wird, also muss es ja am Spiel liegen und nicht an den Spielern.
Und die Mechaniken eines Dark Souls sind kooperativ, für viele sogar einer der schönsten Koop-Erfahrungen (sogar mit Fremden und Souls-Anfängern ;) .
Schätze dass ganze kommt auch vom klassischen Spielhallen-Klischee, von den Leuten auf die man wahrscheinlich damals herunter geguckt hat und sich gefragt hat wie man dafür nur Geld ausgeben kann. Und von diesem Bild der Videospiele möchten ja viele Journalisten unbedingt wegkommen und möchten dass sich das Medium in eine "Film mit Service"-Richtung entwickelt.
Ich würde übrigens eher die Leute als toxisch bezeichnen wollen, die meinen Menschen die einen Schwierigkeitsgrad ablehnen als vornherein unsymphatisch bezeichnen zu müssen. Wie Dom im Podcast.

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Heretic
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Heretic »

Für mich ist das Fehlen eines einstellbaren Schwierigkeitsgrades ein ärgerlicher weil vermeidbarer Mangel. Selbst ein Spiel wie "Hades", bei dem das Sterben zum Konzept gehört, bietet mehrere Schwierigkeitsgrade an. Warum schafft das ein Dark Souls nicht? Wieso darf ich das Spiel nicht in einer mir angenehmen Schwierigkeit spielen? Ich habe mich an "Dark Souls 3" versucht und finde es im Grunde recht ansprechend, habe aber keine Lust darauf, bestimmte Passagen immer und immer wieder durchleiden zu müssen, weil ich z. B. an einem Boss partout nicht vorbeikomme. Wenn das die intendierte Spielerfahrung sein soll, dann pfeif' ich drauf und spiele etwas anderes. Doch seitdem liegt "Dark Souls 3" auf meiner Festplatte und ärgert mich. Ich würde es gerne durchspielen, aber nicht unter diesen Bedingungen. Ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad würde Abhilfe schaffen und niemandem etwas wegnehmen. Jetzt bin ich klüger und meide Soulslikes. Womöglich gibt es das ein oder andere Spiel dieser Gattung, mit dem ich besser zurecht käme. Ich werde es aber wohl nie erfahren. Schade eigentlich.

Ich finde nicht, dass ein variabler Schwierigkeitsgrad eine altbackene Forderung ist. Eher umgekehrt: Ein festgelegter Schwierigkeitsgrad ist altbacken. Da geht heutzutage mehr.
Soulaire hat geschrieben:
17. Jan 2021, 11:10
Wer jetzt mit Optionen als Argument kommt, der sollte sich mal über die Debatte zur Netflix-Funktion Filme in 1,5facher Geschwindigkeit ablaufen lassen zu können, informieren. Wer für Optionen plädiert ist nämlich keinesfalls so "neutral", wie man vielleicht denken mag.
Ein Spiel ist kein Film. Bei diesem Medium ist mir bereits seit der Erfindung des Videorekorders die Möglichkeit des Vorspulens gegeben. Das nimmt einem Film in keinster Weise seinen künstlerischen Anspruch - ich versaue mir im schlimmsten Falle nur meine persönliche Erfahrung. Vielleicht bereichert diese Möglichkeit aber auch meine Erfahrung, obwohl ich das Werk dann nicht in der vom Regisseur gewünschten Form konsumiere. Wer einen Film in 1,5facher Geschwindigkeit sehen möchte, der soll das gerne tun dürfen. Er darf sich dann nur nicht über zu geringe Laufzeit oder die komischen hohen Stimmen der Darsteller aufregen. ;)

Dennis Diel
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von Dennis Diel »

Darf ich kurz unterbrechen und voller Stolz verkünden, dass eben (im zweiten Versuch) der König lag? Ich oller, fast 40
Jahre alter Noob, habe ein Souls-Game beendet! 💪🏽😎🥳

Was für ein Ritt(er). Was für ein Spiel. Längst nicht so schwer, wie angenommen und befürchtet, dafür atmosphärisch eine derartige
Wucht, dass ich schwitzige Hände hatte, sobald ich den Turm von Latria oder den Schrein der Stürme nur betreten habe. Leider konnten viele Bosskämpfe nicht mit dem Gefühl der permanenten Bedrohung innerhalb der Level mithalten, aber ey: Auch wenn viele (für mein Magier-Build) recht easy waren, war es immer eine unglaubliche Anspannung, durch eine Nebelwand zu treten.

10/10. Was ändert sich eigentlich im NG+?

imanzuel
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Re: Zeit für einen sachlichen Dark Souls/Bloodborne-Thread

Beitrag von imanzuel »

Heretic hat geschrieben:
17. Jan 2021, 15:34
Wenn das die intendierte Spielerfahrung sein soll, dann pfeif' ich drauf und spiele etwas anderes.
Dann verstehe ich dein Problem nicht. Genau DAS ist doch die typische From Software-Erfahrung. Und du scheinst es nicht zu mögen, spielst also was anderes, so wie es sein sollte.

Ich finde diese Forderungen in From Software-Spiele nach unterschiedliche Schwierigkeitsgrade urkomisch. Mit deiner Aussage unterstreichst du ja auch noch dazu, warum die da bloß nicht nachgeben sollen: Weil es dann kein Souls-Spiel mehr wäre. Einige Freunde von mir, die verlangen förmlich das ein Boss oder eine Mission (bei GTA z.B.) beim ersten Try liegt. Scheitern ist keine Option. Sich anstrengen zu müssen ist keine Option. Das kann man so mögen, dafür gibt es ja auch spezielle Spiele. RDR2 hat es ja soweit gebracht das man Missionen gleich ganz überspringen kann, ich mein äh ja danke, warum dann noch ein Spiel spielen. Hängt man bei den Souls-Spielen (minus Sekiro) dann hat man immer Möglichkeiten. Sich hochleveln, Waffen upgraden, Strategie überdenken, wenns richtig hakt mal in einen Guide reinschauen, und wenn gar nichts mehr geht Coop oder NPC rufen. DAS ist die Souls-Erfahrung. Ein bisschen Arbeit (oder auch Grind) gehört da imo dazu. Wäre das nicht mehr gegeben, und so gut bin ich nicht das ich darauf verzichten könnte, dann wäre das für mich kein Souls-Spiel mehr. Das macht für mich das ganze Genre erst aus.

Würde man unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei Souls-Spiele einbauen, keine Ahnung ob das meine Spielerfahrung beeinträchtigen würde. Kommt drauf an wie das implementiert wird. Fakt ist: Würdest du das so spielen wie du das geschrieben hast (also Passagen nicht mehrfach spielen zu müssen weil gestorben), dann wäre das Erlebnis nicht so wie es die Entwickler wollen würden. Oder anders gesagt: Aus einem 30-50 Stunden-Spiel hätte man nur noch ein 5-10 Stunden-Spiel. Das kann nicht im Sinne des Entwicklers sein. Ich stelle mir nur mal die Tester von Magazinen vor. Die leiden doch (vermutlich?) eh schon unter Zeitdruck, die würden da dann sicher im Easy-Modus durchrennen. Und im Test würde dann stehen, das Spiel wäre zu kurz. Gratulation dazu :roll:

Ich finde übrigens das ein Schwierigkeitsgrad IMMER die perfekte Wahl in einem Videospiel ist. Einfach weil die Entwickler danach alles balancen können. Unterschiedliche Einstufungen bedeutet immer das die irgendwo einfach an den Zahlen herumdrehen, das aber nie wirklich genau testen an jeder Stelle. Aus meiner Erfahrung ist dann der höchste Modus entweder anfangs viel zu schwer, und zum Ende hin wird es zu einfach, oder es ist durchgehend machbar mit ein paar Spikes die einfach nur abartig sind. Da denke ich mir auch lieber, macht einfach ein Schwierigkeitgrad und balanced den ordentlich...
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