Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

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W8JcyyU
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von W8JcyyU »

Es ist stink langweilig. Von den Mutanten habe ich erst in Video-Analysen auf Youtube erfahren. Ich war bis dahin längst raus. Far Cry 3 hat das Setting später dann richtig verpackt und der Grafik zünftige Explosionen und Tamtam spendiert. Far Cry 1 ist durchweg bieder.

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Heretic
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Heretic »

Auf Explosionen, bombastische Inszenierung und Tamtam habe ich noch nie besonders wert gelegt. Die Story ist mir bei einem Shooter auch weitgehend egal, meist stört sie nur. Aber spielerisch war "Far Cry" ein gelungener Shooter mit weitläufigen Gebieten und knackigem Schwierigkeitsgrad. Wüsste nicht, was daran bieder sein soll.

Aber deutschen Spielen wird ja gerne eine gewisse Biederkeit vorgeworfen. Bei diversen trockenen WiSims vielleicht zu recht. Bei "Far Cry", "Crysis" oder auch den Piranha Bytes-Titeln konnte ich das noch nie nachvollziehen. Vom Setting her sind die Crytek-Shooter doch genauso belanglos und austauschbar wie die meisten AAA-Shooter.

Miller734
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Miller734 »

Far Cry1 ist eines der besten Spiele überhaupt. Es hat mich damals wirklich wochenlang in seinen Bann gezogen.

Aber zum Thema. Ich kann zwar nicht so ganz nachvollziehen, wieso Games eine Schlüsselindustrie sind, aber Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass das Umfeld für Entwickler verbessert werden sollte.
Und noch eine Frage. Wieso sind WiSim minderwertiger als Walkingsimulatoren? Das bilde ich mir jedenfalls ein, im Mittelteil herausgehört zu haben.

Gutes Format!

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W8JcyyU
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von W8JcyyU »

'Advanced Badass-ery', wie Explosionen oder Gore, gehört für mich in einen Action-Shootern, als positive Beispiele Doom oder das Wolfenstein Relaunch. Das eigene Übermenschentum muss sich in der Inszenierung widerspiegeln. In der Hinsicht geht Far Cry 1 nicht weit genug. Bieder ist es insgesamt nicht weil deutsch, sondern weil schon der herausstechenden Gegenspieler fehlt (vgl. FC 3). Oder brutales Waffen bzw. Waffensound-Design (insbesondere das M16).

Der letzte Versuch das Ding nochmal anzupacken liegt sicherlich mindestens 8 Jahre zurück. Und ist wie gesagt immer früh gescheitert. Deshalb kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Ist einfach als 'meeeeeeeh' in Erinnerung geblieben.

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Lurtz
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Lurtz »

Ich fand Far Cry 1 damals super, hat mir wesentlich besser als Half Life 2 und Doom 3 gefallen. Die Technik war atemberaubend, das Setting wunderschön, die Levels unfassbar groß für die damalige Zeit und das Gameplay knallhart und lud wunderbar zum Experimentieren ein.

lolaldanee
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von lolaldanee »

Lurtz hat geschrieben:Ich fand Far Cry 1 damals super, hat mir wesentlich besser als Half Life 2 und Doom 3 gefallen. Die Technik war atemberaubend, das Setting wunderschön, die Levels unfassbar groß für die damalige Zeit und das Gameplay knallhart und lud wunderbar zum Experimentieren ein.
jo, ist das einzige von den 3en das was taugt, zumindest bis die mutanten kommen

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Heretic
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Heretic »

Axel hat geschrieben:Ich frage mich ja die ganze Zeit, warum man deutsche Entwicklerstudios noch mit WiSims verbindet. Alle WiSims die ich aus den zurückliegenden 10-15 Jahren kenne kommen aus dem Ausland.
Tja, die Titel, die ich kenne haben 20 Jahre oder mehr auf dem Buckel. "Kaiser", "Oil Imperium" und "Ports Of Call" dürften die ersten und gleichzeitig die letzten Vertreter dieser Spielegattung sein, die ich ausgiebig gespielt habe. Ist einfach nicht mein Genre.

Mr.Kanister
Beiträge: 2
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Mr.Kanister »

Wolfgang Walk hat geschrieben:
W8JcyyU hat geschrieben:
Mr.Kanister hat geschrieben:Mir fällt immer wieder auf, dass Crytek in diesem Zusammehang sehr selten erwähnt wird. Immerhin hat das Studio 10 Jahre lang große, International beachtete Spiele entwickelt. Anscheinend ist es, trotz der objektiv sclechten Voraussetzung, möglich AAA in Deutschland zu produzieren. Warum wird das ausgeklammert? Klar dem Studio ging es mal besser aber Crysis 1-3 sind in Frankfurt entstanden.
Vielleicht weil alle Titel in erster Linie als Grafikblender funktioniert haben? Schon bei Far Cry 1 war die Vorabdemo das Beste am gesamten Titel - ein abgeschlossenes Level zum Austoben, super. Das Hauptspiel dann komplett zum Vergessen. Dieses Muster zieht sich bis Crysis durch.
Es ging ja in erster Linie um Titel, die innerhalb der letzten 6 Monate herausgekommen sind. Da fällt eine massive Häufung von guter Qualität auf, die ich so vorher noch nicht in Deutschland gesehen habe. Und ich denke auch, dass Crytek im Bereich Game Design - im Gegensatz zu beispielsweise Mimimi - nicht in der ersten Liga spielt. Das scheint eine irgendwie ein wenig vernachlässigte Abteilung zu sein. Die Spiele funktionieren vor allem als Tech-Demo für die Cry-Engine. Da allerdings funktionieren sie gut.
Ich wollte gar nicht so sehr auf die Spiele selbst eingehen. Das ist schnell sehr subjektiv und ich weiß, wie kontrovers Crytek diskutiert wird. Immerhin hat Crysis einen Metacritic Score von 91. In letzter Zeit haben sie auch VR Projekte wie Climb und Robinsoin released. Nicht mehr der gleiche scope und impact wie Crysis aber immerhin.
Gamedesign vielleicht. Ich habe Shadow Tactics nicht gespielt aber man sieht die positiven reviews. Also ja durchaus Mimimi hat da einen größeren Focus.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte waren die production values und die internationale Aufmerksamkeit. Umso mehr wundert es mich wie wenig Crytek in der diskussion um die deutsche Games Branche genannt wird.

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Leonard Zelig
Beiträge: 1654
Registriert: 5. Jan 2016, 19:56

Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Leonard Zelig »

Vor allem hat Crytek ja in den letzten sechs Monaten ein Spiel rausgebracht. Robinson - The Journey für PSVR. Damit sind sie der einzige deutsche Entwickler, der bereits ein Spiel für PSVR veröffentlicht hat. In Großbritannien gibt es zahlreiche Studios, die bereits Spiele für die Brille rausgebracht haben. Und auf der Oculus Rift gehörten sie mit The Climb auch zu den ersten Unterstützern.

Ich könnte mir vorstellen, dass in Ländern wie den Niederlanden, Polen und Großbritannien die Konkurrenz durch die Industrie nicht ganz so groß ist wie in Deutschland, wo es für ein kleine Studios wahrscheinlich schwer ist mit Riesen wie VW, Daimler und BMW um Fachkräfte zu buhlen. Und in Ländern wie den USA ist es bedeutend einfacher für Start-Ups Risikokapital zu bekommen, während hier die meisten Banken wohl dankend ablehnen wenn ein kleiner Spieleentwickler vorspricht.

Aus Spielersicht fände ich es bedauernswert wenn der Standort Deutschland nicht attraktiver wird und auch aus kultureller Perspektive ist es schade, aber ich glaube die wirtschaftlichen Folgen sind vernachlässigbar und in zwei Jahren wird es nicht leichter oder schwerer etwas an den Strukturen zu ändern. Möglicherweise irre ich mich, aber ich glaube der Markt ist schon relativ gesättigt und kann nicht ohne weiteres noch mehr AAA-Spiele schlucken. Die eher schwachen Verkaufszahlen von einigen großen Titeln im letzten Weihnachtsgeschäft (Titanfall 2, Dishonored 2) waren ja schon mal Thema im Podcast. Die Entwicklungskosten sind im Vergleich zur PS2/Xbox/GCN-Ära explodiert, aber die installierte Hardwarebasis von PS4 und Xbox One ist kleiner als die von PS2, Xbox und Gamecube. Kann sein, dass der PC das auffangen kann, aber die deutsche Brille verklärt da auch manchmal den Blick. In anderen westlichen Ländern ist der PC als Spielegerät längst nicht so selbstverständlich wie hierzulande. Und in aufstrebenden Märkten wie China dürfte das Interesse an den meisten AAA-Titeln aus dem Westen überschaubar sein. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa, die wachsende Verschuldung von Studenten und das Sterben von Arbeitsplätzen in der Industrie in den USA dürften das Wachstum von Leuten, die bereit sind am Releasetag 70€ für ein Spiel zu zahlen, abschwächen. Services wie Netflix und Spotify belegen den Trend, dass es immer mehr Menschen nicht darauf ankommt etwas zu besitzen, sondern sie nur die Möglichkeit haben wollen es zu nutzen. Microsoft hat diesen Monat Xbox Game Pass gestartet, aber das Angebot ist nicht besonders attraktiv und es ist fraglich, ob mit so einem Modell auch Spiele finanziert werden können oder es nur ein Zubrot bleibt.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Nasreddin
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Nasreddin »

Es ist erstaunlich mit welcher Penetranz das Thema Wirtschaftsförderung für die Gamesbranche hier auf The Pod immer weiter beackert wird. Vor allem wenn man bedenkt, dass das hier kein Branchenmagazin, sondern ein Publikumsformat ist. Als jemand, der in der öffentlichen Wirtchaftsförderung arbeitet, spüre ich schon seit mehreren Podcastbeiträgen ein stärker werdendes Kribbeln, denn dieses Wiederkäuen von Lobbyforderungen kann man in meinen Augen so nicht stehen lassen. Bisher konnte ich mich zurückhalten, aber ihr hört ja einfach nicht mit den Podcastbeiträgen auf. :D

Bemerkenswert finde ich, dass hier im Podcast die Frage der "Games-Förderung" fast ausschließlich aus der Filterbubble der Games-Branche heraus diskutiert wird. Die entscheidende Frage ist doch: Warum sollte der deutsche Staat die Gamesbranche mit besonderer Priorität fördern? Was wäre der volkswirtschaftliche Gewinn?

Dazu ein paar Gedanken:

Erst einmal sollte man sich vor Augen führen, dass jeder Euro an öffentlichen Geldern nur einmal ausgegeben werden kann.
Schauen wir uns zwei wichtige Branchen an, von denen die Volkswirtschaft in Deutschland und der gesamte Wohlstand der Republik abhängen: Die Automobilbranche und der Maschinenbau. Beide Branchen stehen vor großen Herausforderungen: Stichworte sind Elektromobilität, Autonomes Fahren, Digitalisierung. Ein zentrales Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik ist es, diesen Wandel erfolgreich zu gestalten und Innovationen zu fördern. Wenn das nicht klappt, haben wir ein ein großes Problem.
Neben diesem Wandel ist es sicherlich wichtig, die Abhängigkeit von den tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft zu senken. Im Bereich Startups und Innovation haben wir in Deutschland eine Vielzahl von Zukunftsbranchen in Schlüsseltechnologien, die von sich aus wachsen! Denken wir an Bereiche wie Life Sciences, New Materials oder Automatisierung. Diese Branchen funktionieren, wachsen und brauchen dringend Kapital, um weiter wachsen und somit am internationalen Markt bestehen zu können. Deshalb kann man dort eine hohe Förderaktivität feststellen.

Jetzt kommt die entscheidende Frage: Wieso sollte die öffentliche Hand Fördergelder für diese Bereiche abziehen und stattdessen die Gamesförderung weiter aufstocken? Hier auf The Pod wird doch in allen Analysen festgestellt, dass die deutsche Gamesbranche strukturelle Probleme hat und auf dem absteigenden Ast ist.

Ein Sachargument wird da von Wolfgang Walk genannt: Games seien eine Schlüsseltechnologie für die Industrie oder die Bildung. Dem mag man vielleicht zustimmen, es ist aber kein Argument für eine dezidierte Gamesförderung. Denn für diese Anwendungsfelder von Technologien wie 3D, VR oder Gamification gibt es schon heute Fördertöpfe. Und es gibt zahlreiche Unternehmen, die in dem Bereich tätig sind. Ich habe erst letzte Woche wieder einen Unternehmer kennengelernt, der erfolgreich VR-Anwendungen für Industrie-Prototyping und Schulen entwickelt. Selbstverständlich hat er sein Business mit öffentlicher Förderung aufbauen können. Aber lasst uns doch bitte nicht so tun, als würden Unternehmen wie Mimimi Productions, King Art oder Headup Games die Schlüsseltechnologie Games für die Industrie oder Bildung vorantreiben. (Das ist ja auch nicht deren Geschäftsmodell)

Die Wirtschaftsförderung in Deutschland ist heute eine relativ nachhaltige. Es gab auch eine Zeit in Deutschland als man in Regionen wie dem Ruhrgebiet Großkonzerne mit Subventionen gelockt hat. Auch in meiner Heimatstadt hat Mitsubishi eine Fabrik für Computerchips aus dem Boden gestampft - und nach 10 Jahren als der Subventionszeitraum abgelaufen war wieder dicht gemacht. Ein Blick in die regionalökonomische Forschung zeigt, dass Subventionen und das Race-to-the-Bottom in Sachen Steuern keine nachhaltige Strategie sind. Zumal die Party im Bereich Games eh gelaufen ist, seit sich Kanada, Frankreich, Australien und Südkorea mit Anreizen überbieten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es effizienter ist auf Basis der bestehenden Stärken Wirtschaftswachstum zu fördern als durch Subventionen komplett neue Cluster aus dem Boden zu stampfen.

Das heißt nicht, dass es keine Gamesförderung in Deutschland gibt. Auf regionaler Ebene haben ja beispielsweise Berlin oder NRW die Games-Industrie als besonders relevant erkannt - und fördern diese. Auch die generellen Programme der Förderbanken werden telweise von der Gamesbranche genutzt. Und wenn wir über Mimimi, King Art oder Headup sprechen, dann sollten wir auch über Kulturförderung diskutieren. Denn letztendlich geht es um das Funding für Kulturprodukte. Um eine Vielfalt an Spielen. Eine solche Förderung fände ich sehr begrüßenswert.

Nasreddin
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Nasreddin »

Zu sagen, dass man in den letzten Jahrzehnten mit Autos und Maschinen gut gefahren ist, also ein weiter so, wird dafür sorgen, dass die Volkswirtschaft, welche ja auch vom Export abhängt, krachen geht.
Stimme ich ir voll zu. Ich habe auch nirgends etwas von "weiter so" geschrieben. Im Gegenteil!
Axel hat geschrieben: Allein diese Entwicklungen werden dafür sorgen, dass die Autobranche und der Maschinenbau an volkswirtschaftlicher Relevanz verlieren werden. Und genau deswegen ist es JETZT wichtig in ander Branchen zu investieren.
Genau so habe ich es oben auch geschrieben. Die Frage ist, wo wir den Fokus drauf legen. Und das sollten die Branchen sein, die eine gesunde Basis in Deutschland haben, wo wir die Fachkräfte haben, das Wissen, das Innovationspotential. Und da sehe ich bei uns junge Wachstumsbranchen, die deutlich stärker als Games aufgestellt sind (Beispiele oben). Wenn ich dort als öffentliche Hand investiere, wo hohes Potential liegt, werde ich auch einen hohen Return bekommen.
Auch die Argumentation, dass man ja nicht mehr was machen muss, weil Kanada, Frankreich, Südkorea usw sich mit Förderungen überbieten ist irgendwie typisch deutsch. Denn gerade dann müsste einem ja klar werden, dass das ein wichtiger Zukunftsmarkt ist.
Es macht Sinn dort zu investieren, wo Platz im Markt ist. Ich denke die AAA-Branche ist kein Top-Wachstumsmarkt. Es gibt etablierte Standorte, die Deutschland meilenweit voraus sind. Das Modell Kanada ist im Jahr 2017 nicht einfach 1:1 auf Deutschland überragbar.

Nasreddin
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Registriert: 22. Apr 2017, 11:46

Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Nasreddin »

Ich möchte auch nochmal betonen, dass ich mich nicht nur auf die Kolumne beziehe, sondern auf den Themenkomplex insgesamt mit Andres Reportage, der Folge zum Deutschen Computerspielpreis etc.

der unbestechliche
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von der unbestechliche »

Axel hat geschrieben:... und genausowenig hat Wolfgang gefordert hier AAA-Studios aufzubauen.
Natürlich hat er das gefordert, unter anderem.

@ Nasreddin
Danke für deinen Beitrag. Wenigstens einer in diesem Thread, der sich diese Lobbyforderung nicht zu eigen macht.
Ich finde es auch erstaunlich, wie hier auf einmal alle auf diesen Zug aufspringen. Selbst in der Gamestar-TV-Folge zu diesem Thema wurde sich kritischer damit auseinandergesetzt, als hier. Obwohl einige der Pro-Argumente leicht zu entkräften wären.

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Peter
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Peter »

Siel hat geschrieben:Nur bin ich der einzige dem die SoundQualität bzw Aufnahme etwas Dumpf vorkamm?
Für mich hörte es sich so an als wäre das Mikro nur ca 1-2 cm von Wolfgang Mund entfernt gewesen wäre.
Viele Zisch Laute bzw sehr Scharfe S und ß waren drinne und manchmal hörte es sich so an als ob etwas Übersteuert.
Ja, ich hatte teilweise echt Probleme alles zu verstehen. Das ging mir bei den Walkthrough-Folgen überhaupt nicht so.

Jochen

Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Jochen »

Nasreddin hat geschrieben:Es ist erstaunlich mit welcher Penetranz das Thema Wirtschaftsförderung für die Gamesbranche hier auf The Pod immer weiter beackert wird. Vor allem wenn man bedenkt, dass das hier kein Branchenmagazin, sondern ein Publikumsformat ist. Als jemand, der in der öffentlichen Wirtchaftsförderung arbeitet, spüre ich schon seit mehreren Podcastbeiträgen ein stärker werdendes Kribbeln, denn dieses Wiederkäuen von Lobbyforderungen kann man in meinen Augen so nicht stehen lassen
Dann solltest du - falls du Backer bist - vielleicht mal in meine letzte Kolumne hören ;)
Nasreddin hat geschrieben:Jetzt kommt die entscheidende Frage: Wieso sollte die öffentliche Hand Fördergelder für diese Bereiche abziehen und stattdessen die Gamesförderung weiter aufstocken?
Weil Spiele doch Kultur sind! Das ist ja der perfide Kniff der organisierten Lobbyargumentation: Man tanzt einfach auf beiden Hochzeiten. Zunächst nennt man das Ganze eine Kulturförderung. Spiele sind schließlich Kultur. Weiß doch jeder. Sollten also auch kulturell gefördert werden. Wenn dann darauf hingewiesen wird, dass diese vermeintliche Kulturförderung de facto eine reine Wirtschaftsförderung unter falscher Flagge ist, dann heißt es: Aber wir brauchen die Wirtschaftsförderung doch. Zukunft! Arbeitsplätze! Fragt man nun, ob die Wirtschaftsförderung in anderen Bereichen nicht klüger eingesetzt wäre, erfolgt die kulturelle Rolle rückwärts.

Wolfgang klammere ich hier übrigens ausdrücklich aus. Denn bei Wolfgang weiß ich, dass es ihm nicht um das Wohl eines Verbandes geht. Oder um Lobbyarbeit. Sondern um Spiele.

Meine eigene Meinung zu dem Thema übrigens: Ich bin sehr für eine umfangreiche Kulturförderung - sofern es tatsächlich eine ist ... und keine clever als Kulturförderung umdeklarierte Wirtschaftsförderung, damit lästige EU-Regularien ausgehebelt werden. Setzt man eine aufrichtige Kulturförderung vernünftig um (also eben nicht so, wie das beispielsweise in der Filmwirtschaft gemacht wird), dann fördert man damit unmittelbar auch die kulturschaffende Wirtschaft.

Nasreddin
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Nasreddin »

Jochen hat geschrieben:Dann solltest du - falls du Backer bist - vielleicht mal in meine letzte Kolumne hören ;)
Die habe ich tatsächlich nicht gelesen/ gehört. Zu meiner Verteidigung muss ich aber vorbringen, dass man anhand der Überschrift der Kolumne deren Inhalt beim besten Willen nicht erahnen konnte. Leider kein Einzelfall, sondern eine ärgerliche Marotte dieser Podcast-Plattform... :P

Jochen

Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Jochen »

Nasreddin hat geschrieben:sondern eine ärgerliche Marotte dieser Podcast-Plattform...
Tell me about it ;)

Bei den Überschriften hätte ich auch gerne eine bessere Lösung als den Status Quo.

Nasreddin
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Nasreddin »

Jochen hat geschrieben:
Nasreddin hat geschrieben:sondern eine ärgerliche Marotte dieser Podcast-Plattform...
Tell me about it ;)

Bei den Überschriften hätte ich auch gerne eine bessere Lösung als den Status Quo.
Ich fände es hilfreich, wenn in der Überschrift der jeweiligen Folge der Gegenstand/ die Gegenstände sachlich benannt werden. Das mag nicht wirklich sexy sein, aber ich würde sicherlich mehr Folgen meine Aufmerksamkeit schenken, die derzeit noch in meiner Podcast-App untergehen. Vor allem bei Magazin und Kolumnen erkennt man nicht auf den ersten Blick, worum es geht. Aber auch beim Sonntags-Podcast habt ihr immer wieder witzige Überschriften oder originelle Wortspiele, bei denen man nur schwer auf den Inhalt schließen kann.

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Heretic
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von Heretic »

Axel hat geschrieben:Das beantwortet ja immer noch nicht die Frage warum man heute und auch in den letzten Jahren deutsche Spiele automatisch mit WiSims gleichsetzt. Das wird immer als Mantra vor sich hergeschoben: In Deutschland werden nur Adventures und WiSims gemacht.
Tut man das denn? Wie bereits geschrieben, sind meine WiSim-Zeiten schon lange vorbei. Vor gut 20 Jahren kamen aber nunmal recht viele WiSims aus Deutschland. Daher gehe ich mal davon aus, dass auch in den letzten Jahren ein paar deutsche WiSims erschienen sind. Ich sagte ja nicht, dass die den Löwenanteil bei deutschen Produktionen ausmachen würden. Darum ging es überhaupt nicht.

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mart.n
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Re: Wolfang-Kolumne: Unter der Betondecke regt sich etwas

Beitrag von mart.n »

Bin ich eigentlich der einzige, der deutsche WiSims immer sehr mochte? Wird ja immer so hingestellt, als wären die auf einer Stufe mit f2p mobile Casual Games...

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