Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

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Stuttgarter
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Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Stuttgarter »

Eine wunderbare, abwechslungsreiche, interessante Folge. Ein wenig wie "früher" - bitte gerne wieder mehr Folgen auf die Art!

Was ich mit "wie früher" meine? Zwei Menschen (was eben doch das übersichtlichste Gespräch ist) unterhalten sich unaufgeregt über Dinge, kommen von "Kuchenbacken auf Ar..backen", können auch mal fünf Minuten ausholen - hach.

Mag der Teufel in der Produktion gesteckt haben - im Ergebnis definitiv nicht.

Und danke, dass Ihr einige Male politisch wurdet.

Miller734
Beiträge: 77
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Miller734 »

Thema Steam Reviews. Mich habe die noch nie im Stich gelassen. Es gibt wirklich tolle kurze Einschätzungen plus ich bekomme angezeigt ob der Mensch das Spiel auch gespielt hat und sich auskennt. Das schafft mehr Transparenz als bei den meisten Journalisten (Gerne Experten Hust Hust). Ich stimme Wolfgang zu, dass Shitstorms und kollektives downvoten nicht stattfinden sollte. Wenn man die negativen Reviews überprüft, müsst man auch die positiven prüfen. Ich glaube nicht das Valve alle Reviews zu allen Spielen prüfen kann. Das nur die von Entwicklern gemeldeten überprüft werde sollten, würde das System komplett nutzlos machen. Dan kann man sich auch gleich selbst bewerten.

Japanische Spiele.
Das mit der Mechanik scheint be den neueren Final Fantasy Spielen nicht mehr so zu klappen. Ich habe wirklich versucht mich mehreren Titeln zu nähern, allerdings sind oftmals Technik oder Art-style für mich unerträglich. So bleiben mir nur die Nintendo Klassiker.

Der youtuber:
Ich habe einige Zeit in Battlefield / Red Orchestra Spielergemeinschaften verbracht und muss sagen das dort meistens ein Humor und Ausdruck vorherrscht, der in der Öffentlichkeit einen riesigen Aufschrei hervorrufen würde. Das war einer der Gründe warum ich mich aus diesen Kreisen etwas zurück gezogen habe, da ich nicht die Eier habe jeden darauf hinzuweisen was er da gerade sagt und weil ich gemerkt habe das gewisse Worte in meinen Denkprozess Einzug hielten, was ich dringen verhindern will. Es ist im Internet immer geiler rechts als links zu sein.

vicsbier
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von vicsbier »

Axel hat geschrieben: Eines der schönsten RPG Reihen aller Zeiten ist IMO die Suikoden Reihe. Inspiriert durch den chinesischen Roman Shui Hu Zhuan ist das Kernelement aller Spiele die 108 Stars of Destiny. Das heißt: Das Hauptziel der Spiele ist es 108 NPCs zu rekrutieren um das beste Ende der Spiele zu erleben. Und jede NPC hat verschiedenste, extrem abwechslungsreiche Quests um sie rekrutieren zu können. Gegen die einen muss man kämpfen, gegen den nächsten in einem Minispiel bestehen, der Übernächste schließt sich an wenn man einen bestimmten Statuswert erreicht hat, dann gibt es wieder andere, die sich nur dann anschließen wenn man bestimmte Charaktere schon hat.

Man hat sich dazu überlegt, wie man den ganzen Prozess optisch repräsentieren kann. Also bekommt man meist eine sehr heruntergekommene Burgruine, welche sich mit der Zeit in ein strahlendes Schloss verwandelt. Da gibt es NPCs die verschiedene Läden aufmachen, andere wiederum füllen den Ort mit Leben. Cool ist es, wenn man mit der Zeit die Baustellen sieht und man ein Gefühl des tatsächlichen Ausbaus des Schlosses bekommt. Es kommt also häufig vor, dass man nach jeder Main Quest oder nachdem man 10 weitere NPCs rekrutiert hat, sich wieder drauf freut ins Schloss zurückzukommen - nur um zu sehen, was sich alles verändert hat. Das ist so ein befriedigendes Progressionssystem!

Die Kernmechanik sorgt zudem dafür, dass man sich nicht lange mit Grindorgien aufhält, immerhin kann man meist aus 70 Leuten die Party aufstellen. Da ist es dann so, dass schwächere Charaktere gleich Sprünge über mehrere Levels machen und nach 3-4 Kämpfen sind sie auf der Stufe wie der Hauptheld. Da das Grinding also entfällt, wird sehr viel Wert auf Entdeckung der Spielwelt gelegt. Auf Dialoge und auf die Geschichte. Letztere handelt immer über den Krieg der verschiedenen Länder. Über Politik, Verrat, Spionage, Krieg, usw. Aus diesem Grund hat man sich überlegt, dass es ganz cool wäre die kriegerischen Auseinandersetzungen nicht als normale RPG-Kämpfe darzustellen, sondern in einem simplifizierten Strategiespiel a la Fire Emblem. Auch hier kommen die 108 Stars ins Spiel, da besondere NPCs recht starke taktische Vorteile und Fähigkeiten mitbringen.

Das nur mal so als kleines Fallbeispiel, wie gut ein Spiel sein kann, wenn man es um eine einzige Grundmechanik, in dem Fall das Rekrutieren von Charakteren, aufbaut und zentral dabei bleibt. Westliche Spiele neigen immer dazu zu sagen: Wir bauen jetzt das Feature, das und jenes und dieses ein - und verwässert dadurch die Erfahrung. Besonders wenn diese Features wenig oder garnicht miteinander verbunden werden.
Wird in deinem Beispiel nicht aus der Story die Mechanik entwickelt? 108 mal das gleiche wäre doch langweilig, also muss es immer wieder neue Mechaniken geben.

Insgesamt sind die japanischen Spiele doch von Fortsetzungen (zB Mario, Final Fantasy, Zelda, ...) geprägt, d.h. die Story ist schon vorhanden und dann werden die Mechaniken entwickelt.

Außer Portal fallen mir keine Spiele (Sid Meier? Rly? Abseits von Civ?) ein, die aus der Mechanik ein Spiel entwickeln. Das macht ansonsten auch wenig Sinn: Hey, ich will was mit Kampf machen, weil es toll ist, wenn man auf den Kopf des Gegner hüpft? Das trägt doch kein Spiel. Der Spieler muss doch motiviert werden, also braucht er ein Setting, eine Story und ein Ziel oder reden wir von Handygames?

M.E. ist es sinnvolle, wenn man eine Story hat und sich dann dazu Mechaniken überlegt. Die müssen dann aber - wie auch gesagt wird - fein modelliert werden und zum Spiel passen. Wie kann der Held eine Progression erleben? Auf welchen Ebenen kann der Spieler angesprochen werden? Wie verläuft das Spiel in Early/Mid/Endgame?

Stuttgarter
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Stuttgarter »

vicsbier hat geschrieben: Außer Portal fallen mir keine Spiele (Sid Meier? Rly? Abseits von Civ?) ein, die aus der Mechanik ein Spiel entwickeln.
Spontan fällt mir ein Titel ein, wo ichs mir vorstellen könnte, dass es so war: "Commandos".

Etwas weiter gefasst - könnte man nicht viele erste Genrevertreter so sehen? Um etwas komplett neues zu machen, braucht man ja erstmal ein mechanisches Konzept. Und muss zwangsläufig mit sehr viel mehr Sorgfalt dran feilen, als wenn man den x-ten Klon macht, wo man höchstens noch ein "total neues tolles Feature" einbaut, um nicht komplett in der Masse zu versinken...

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W8JcyyU
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von W8JcyyU »

vicsbier hat geschrieben: Außer Portal fallen mir keine Spiele (Sid Meier? Rly? Abseits von Civ?) ein, die aus der Mechanik ein Spiel entwickeln. Das macht ansonsten auch wenig Sinn: Hey, ich will was mit Kampf machen, weil es toll ist, wenn man auf den Kopf des Gegner hüpft? Das trägt doch kein Spiel. Der Spieler muss doch motiviert werden, also braucht er ein Setting, eine Story und ein Ziel oder reden wir von Handygames?
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Nachtfischer
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Nachtfischer »

vicsbier hat geschrieben:Außer Portal fallen mir keine Spiele (Sid Meier? Rly? Abseits von Civ?) ein, die aus der Mechanik ein Spiel entwickeln. Das macht ansonsten auch wenig Sinn: Hey, ich will was mit Kampf machen, weil es toll ist, wenn man auf den Kopf des Gegner hüpft? Das trägt doch kein Spiel. Der Spieler muss doch motiviert werden, also braucht er ein Setting, eine Story und ein Ziel oder reden wir von Handygames?
Mir fallen da spontan Dutzende Beispiele ein. Aber ich zähle die jetzt hier nicht nochmal auf, denn das habe ich schon in zu vielen Threads hier und auch in Gesprächen mit dir. :)

Dass Spieler generell nur (oder primär) über Setting und Story zu motivieren seien, ist ebenfalls ein Irrglaube. Das mag bei dir so sein. Dazu siehe den "Warum spielen wir?" Thread.

Und zuletzt weiß ich auch nicht, wie oft man gegen deine pauschalisierend abfällige Meinung über Mobile-Games argumentieren muss. Die sind immer noch nicht alle F2P-Mist. Und da gibt es immer noch genauso "Setting, Story und Ziel" wie anderswo. Und gute, motivierende, fokussierte Spielmechanik sowieso.

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alri
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von alri »

first things first : ich habe noch nie ein pdp video in gänze gesehen. ich kenne teile seiner videos nur aus berichterstattung dritter. ich bin also weder fan - noch hateboy von felix dingsbums^^

zum thema review bombing : über das für und wieder im allgemeinen kann man sicherlich streiten.
in diesem fall, finde ich es aber angebracht.

wenn jemand den dmca für eine pr aktion und zur persönlichen agenda missbraucht, dann darf man sich nicht wundern, wenn einem der virtuelle mittelfinger gezeigt wird.
und dann noch die dreiste lüge, man hätte keine möglichkeit der kontaktaufnahme gehabt. ich wußte gar nicht, dass pdp keine facebook/twitter/youtube/myspace accounts hat.

um das alles noch auf die spitze zu treiben, hat pdp die firewatch videos sofort auf privat gestellt, als er von den dmca plänen erfahren hat.
ebenso zeigt dieser fall allen lets playern, dass ihre existenz im nachhinein vernichtet werden kann, wenn sie in ungnade bei einem hersteller fallen und das obwohl zum zeitpunkt des lets plays die offizielle genehmigung dazu hatten. ich werfe da nur kurz youtubes 3 strikes regel in den raum.

aus diesen und aus weiteren gründen, für die ich gerade zu schreibfaul bin, finde ich, dass campo santo sich jede einzelne negative review verdient hat.

grüßle

Stuttgarter
Beiträge: 1634
Registriert: 31. Dez 2016, 22:39

Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Stuttgarter »

Eine Firma hat ja wohl das Recht, zu entscheiden, von wem sie ihre Produkte bewerben lässt und von wem nicht - und diese Entscheidung auch zu korrigieren, wenn sie es für angemessen hält.

Nur um das mal aufzuschlüsseln - Let's player zahlen keinen Ct an den Hersteller des Produkts (außer dem normalen Spielpreis), das sie nutzen, sie zahlen keinen Ct, um das Ding bei youtube zu verbreiten, verdienen sich damit aber dumm und dämlich. Und haben dann auch noch den Anspruch, das alles machen zu dürfen, egal wie sie sich benehmen?

Echt jetzt?

Gmork
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Registriert: 4. Aug 2016, 13:40

Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Gmork »

Jochen im Podcast hat geschrieben:Rechtlich darf der Publisher seinen Content natürlich copyright-claimen.
Ist das wirklich so?

Auf reddit oder neogaf gibt es dazu auch eine entsprechende Diskussion, in der im wesentlichen folgendes gesagt/hergeleitet wird:
  • Campo Santo hat auf deren Website zum Spiel explizit das Streamen, Lets Playen und monetarisieren erlaubt
  • Dies entspreche praktisch einer Lizenz, die nicht selektiv zurückgenommen werden kann
  • Als Beispiel wird ein Programm mit Open Source und/ oder GNU Public License angeführt, bei dem auch nicht rückwirkend Copyright/Gebühren geltend gemacht werden können. Nur eine neue Version/Release könnte unter neuer Lizenz laufen.
  • Außerdem wird argumentiert, das noch nicht eindeutig entschieden ist, ob Let's Plays überhaupt Copyright verletzen, da der "transformative Charakter" des Videos das zugrunde liegende Spiel nur als Basis nutzt - das Ergebnis jedoch ein eigenständiges Werk sei. Argumentationskette ist hierbei, dass man bei Lets Plays haupstsächlich den Künstler, der das Spiel "performt" im Mittelpunkt hat
Da in fast allen Postings dort aber das IANAL (I am not a lawyer) Kürzel am Anfang stand, weiß ich nicht , inwieweit dies relevant/korrekt ist, oder aber ob es in Deutschland dazu schon andere Urteile/Feststellungen gibt.

Kennt sich hier jemand fundierter aus?

Decius
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Decius »

Früher oder später werden wir Klagen und dann entsprechende Rechtssprechung sehen. Derzeit ist alles im Graubereich.
LPer halten sich an das Campell-Soup-Urteil, Publisher wollen natürlich alles haben was sie kriegen können.

Als Laie ist das sowieso alles seltsam: Wenn ich ein Video von einem Basketball aufnehme, auf dem ich den Basketball dribble, würde kein Mensch auf die Idee kommen, dass jetzt der Basketballhersteller das Bestimmungsrecht über das Video hat. Bei Gebrauchskunst (und in der deutschen Rechtssprechung wäre Spiele ja nicht mal das, aber es zählt sowieo de facto die amerikanische Rechtssprechung) soll das jetzt plötzlich anders sein?

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Peter
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Peter »

Gmork hat geschrieben:Da in fast allen Postings dort aber das IANAL (I am not a lawyer) Kürzel am Anfang stand, weiß ich nicht , inwieweit dies relevant/korrekt ist, oder aber ob es in Deutschland dazu schon andere Urteile/Feststellungen gibt.

Kennt sich hier jemand fundierter aus?
https://twitter.com/MrRyanMorrison/stat ... 9322116097" onclick="window.open(this.href);return false;

Darth_Mueller

Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Darth_Mueller »

Gmork hat geschrieben:
Jochen im Podcast hat geschrieben:Rechtlich darf der Publisher seinen Content natürlich copyright-claimen.
Ist das wirklich so?

Da muss man halt auch das echte Recht und Gesetzt von Bestimmungen bei Youtube und Twitch unterscheiden.

Wenn youtube so einen claim zulässt ist das deren Recht und da wird man wenig machen können.

vorübergehend
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von vorübergehend »

Darth_Mueller hat geschrieben:
Gmork hat geschrieben:
Jochen im Podcast hat geschrieben:Rechtlich darf der Publisher seinen Content natürlich copyright-claimen.
Ist das wirklich so?

Da muss man halt auch das echte Recht und Gesetzt von Bestimmungen bei Youtube und Twitch unterscheiden.

Wenn youtube so einen claim zulässt ist das deren Recht und da wird man wenig machen können.
Ist es nicht so, dass Youtube erstmal jeden Claim zulässt, egal ob berechtigt oder nicht? Im zweiten Schritt kann sich dann der Betroffene mit einer Counter Notification dagegen wehren. Und da kann ich mir vorstellen, dass PewDiePie im Recht ist. Denn die Voraussetzung für eine Copyright takedown notice / Deaktivierungsanfrage ist:
If you believe your copyright-protected work was posted on YouTube without authorization, you may submit a copyright infringement notification.
bzw. in deutsch:
Wenn du der Ansicht bist, dass dein urheberrechtlich geschütztes Werk ohne deine Erlaubnis auf YouTube veröffentlicht wurde, kannst du eine Meldung über diese Urheberrechtsverletzung einreichen.
Unterstreichung durch mich. Es kommt also darauf an, ob das Werk ohne Erlaubnis auf Youtube veröffentlich wurde. Das ist nicht der Fall. PewDiePie hatte die Erlaubnis von Campo Santo. Die meisten Rechteinhaber von Spielen geben nicht die Erlaubnis für Let's Plays, die dürften so vorgehen, aber Campo Santo hat ihr Einverständnis zu Let's Plays gegeben, und das galt zu dem Zeitpunkt, als PewDiePie diese auf Youtube veröffentlicht hat. Sie können PewDiePie dieses für die Zukunft möglicherweise entziehen, aber die Voraussetzung für eine Deaktivierungsanfrage bei Youtube sind meines Erachtens nicht gegeben.

Und das ist nur die Frage, ob sie es durften. Eine ganz andere Frage ist, ob Campo Santo das hätten tun sollen, und da schließe ich mich alri an. Wenn Campo Santo aus politischen Gründen ein Let's Play löschen lässt (denn die wirtschaftlichen Gründe sind vorgeschoben), dann sollen sie sich nicht darüber beschweren, wenn es ihnen mit gleicher Münze heimgezahlt wird und ihr Spiel auch politische Bewertungen bekommt.

Decius
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Decius »

goschi hat geschrieben: Das ist aber ein sehr hinkender Vergleich...
Weil?

5of3
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von 5of3 »

edit: gelöscht weil doppelpost
Zuletzt geändert von 5of3 am 18. Sep 2017, 12:41, insgesamt 1-mal geändert.

5of3
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Registriert: 28. Dez 2016, 18:47

Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von 5of3 »

naja das ist jetzt aber auch ein wenig zu einfach formuliert..... es kommt auf den "Vertrag" an, wie du schon schreibst, d. h. zu dem Zeitpunkt der Abgabe der EInverständniserklärung / des Vertragsschluss (bspw. gibt es eine auflösende Bedingung: nur ein gewisser Zeitraum, "Nazibands" etc.). Ansonsten kann der Lizenznehmer machen was er möchte.... Wäre ja echt ein wenig einseitig falls der Künstler im Nachhinein einfach wieder alles einkassieren dürfte! Und gerade in diesem Fall müsste auch das Durchgreifen der dritten Partei "Youtube" geregelt werden, hier habe ich aber keine Ahnung über die "Vertrags"-Hintergründe.

Pacta sunt servanda

Stuttgarter
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Stuttgarter »

Axel hat geschrieben:Wenn ich als Musiker mein Einverständnis gebe, dass jemand meinen Song auf ner Compilation verwenden darf, ich dann hinterher feststelle, dass da auch Nazibands dabei sein, kann ich ebenso die Nutzungserlaubnis nachträglich wieder entziehen.
Wobei es da auch schwierige Fälle gibt - die Toten Hosen wollten beispielsweise 2013 verhindern, dass die CDU "An Tagen wie diesen" im Wahlkampf nutzt. Sie sind meines Wissens gescheitert.

Der Unterschied liegt aber vermutlich darin, dass Musik tatsächlich eine Art "öffentliches Gut" ist (solang der Veranstalter die GEMA-Gebühren entrichtet). Wohingegen youtuber nicht-allgemein-zugängliches Material benutzen ohne eine Gebühr dafür zu zahlen.

Wolfgang Walk
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von Wolfgang Walk »

Axel hat geschrieben: Als Urheber ist es mein gutes Recht meine Erlaubnis zu geben, ich kann sie aber auch nachträglich wieder entziehen. Beispiel: Ich bin Urheber aller Forenpostings hier. Wenn ich fies wäre, könnte ich noch heute zu Jochen und Andre gehen und sagen: Sperrt mich, ich will nicht mehr Teil der Community sein. Ach ja, löscht bei der Gelegenheit bitte auch alle meine 2300 Beiträge hier aus dem Forum. Dieses Recht steht mir als Urheber in der Tat zu (...)
Nöö. Denn es ist für dich zumutbar, das schön selbst zu machen, bevor du deinen Account selbst löschst. Wir wären ja nicht blöd und kämen deiner Aufforderung nach dich zu sperren, wenn das so viel Arbeit macht ;-)

vorübergehend
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Registriert: 18. Sep 2017, 09:44

Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von vorübergehend »

Axel hat geschrieben:
vorübergehend hat geschrieben: Es kommt also darauf an, ob das Werk ohne Erlaubnis auf Youtube veröffentlich wurde. Das ist nicht der Fall. PewDiePie hatte die Erlaubnis von Campo Santo. Die meisten Rechteinhaber von Spielen geben nicht die Erlaubnis für Let's Plays, die dürften so vorgehen, aber Campo Santo hat ihr Einverständnis zu Let's Plays gegeben, und das galt zu dem Zeitpunkt, als PewDiePie diese auf Youtube veröffentlicht hat. Sie können PewDiePie dieses für die Zukunft möglicherweise entziehen, aber die Voraussetzung für eine Deaktivierungsanfrage bei Youtube sind meines Erachtens nicht gegeben.
Falsch! Als Urheber ist es mein gutes Recht meine Erlaubnis zu geben, ich kann sie aber auch nachträglich wieder entziehen. Beispiel: Ich bin Urheber aller Forenpostings hier. Wenn ich fies wäre, könnte ich noch heute zu Jochen und Andre gehen und sagen: Sperrt mich, ich will nicht mehr Teil der Community sein. Ach ja, löscht bei der Gelegenheit bitte auch alle meine 2300 Beiträge hier aus dem Forum. Dieses Recht steht mir als Urheber in der Tat zu und so ist es überall und bei allen Werken.
Falsch. Hast Du etwa die Nutzungsbedingungen nicht gelesen, denen Du bei der Registrierung zugestimmt hast? Darin heißt es nämlich bei Punkt 2:
2. Einräumung von Nutzungsrechten
a. Mit dem Erstellen eines Beitrags erteilst du dem Betreiber ein einfaches, zeitlich und räumlich unbeschränktes und unentgeltliches Recht, deinen Beitrag im Rahmen des Boards zu nutzen.
b. Das Nutzungsrecht nach Punkt 2, Unterpunkt a bleibt auch nach Kündigung des Nutzungsvertrages bestehen.
Man kann eben nicht willkürlich einmal erteilte Nutzungsrechte wieder entziehen.

Außerdem hast Du meinen Beitrag offenbar nicht verstanden: Es ging mir um die Voraussetzung des Verfahrens bei Youtube, also das, was gemeinhin als "Strike" bezeichnet wird, nicht um die urheberrechtliche Beurteilung. Davon unbeschadet könnte Campo Santo möglicherweise Pewdiepie das Nutzungsrecht entziehen (das hängt vermutlich vom amerikanischen Recht ab), aber meines Erachtens ist das genutzte Verfahren bei Youtube dafür das falsche Mittel, aus den dargelegten Gründen.
Axel hat geschrieben:Nich ein Beispiel: Wenn ich als Musiker mein Einverständnis gebe, dass jemand meinen Song auf ner Compilation verwenden darf, ich dann hinterher feststelle, dass da auch Nazibands dabei sein, kann ich ebenso die Nutzungserlaubnis nachträglich wieder entziehen.

Zudem in diesem Fall auch die Frage im Raum steht: Hat Campo Santo PewDewPie selbst die Erlaubnis gegeben oder eine allgemeine Erlaubnis erteilt? Aber wie dem auch sei: Solange vertraglich nichts anderes festgesetzt wird, gilt immer: Der Urheber hat die Entscheidungsgewalt. Auch nachträglich.
Bist Du Urheberrechtsexperte? Ich würde denken, da gilt erstmal das Prinzip, dass Verträge einzuhalten sind. Ich lasse mich ja gerne belehren, aber nur, wenn das auch Hand und Fuß hat.

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toxic_garden
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Re: Runde #128: Die kunterbunte Wolfgang-Wundertüte

Beitrag von toxic_garden »

zum Thema "eine private Platform kann selbst entscheiden, wer was posted"...

so einfach ist es leider (oder gottseidank) dann doch nicht. Bisher gab es entsprechende Urteile meiner Kenntnis nach zwar nur, wenn es wirtschaftliche Interessen zu vertreten galt, aber die Richtung ist trotzdem eindeutig: Microsoft darf sein Windows nicht hart mit dem IE bundeln, Google darf Shopping-Ergebnisse nicht nach eigenem Gutdünken umsortieren,Apple darf nicht einfach Apps aus dem Store werfen und Facebook darf nicht einfach die Kontakte mit der aufgekauften WhatsApp-Marke syncen. Ab einer gewissen Größe und Marktmacht scheint auch die moralische Verantwortung inzwischen etwas mehr in's Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Einfach zu sagen "das ist freier Markt, da hat der Anbieter alles selbst in der Hand" ist total FDP. Das mag für kleine bis mittlere Seiten noch gelten, aber für Schwergewichte wie FB, Google, Apple usw. werden nunmal andere Maßstäbe angelegt.

Ob zurecht oder nicht sei dahingestellt, aber die totale Marktfreiheit für große Anbieter halte ich auch für den falschen Weg. Würde Microsoft heute sagen "das nächste Windows hat Bing als feste Suchengine und blockt alle anderen Angebote" würde auch kaum jemand auf die Idee kommen zu sagen "naja, ist halt so". Und genauso kann Facebook nicht plötzlich sagen "wir unterstützen nur noch die MLPD und blocken Inhalte aller anderen Parteien".
Mein Name ist Guybrush und ich verkaufe diese feinen Lederjacken.

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