Runde #135: Wolfenstein - The New Colossus

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derFuchsi
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von derFuchsi »

johnnyD hat geschrieben: Gesendet von meinem HTC 10 mit Tapatalk
Zufrieden mit dem Smartphone?
(Sorry ich konnte nicht anders :D . Aber ich bin ehrlich interessiert)
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Odradek
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Odradek »

Weapi hat geschrieben: Ich werde nur Hellhörig wenn jemand seine Argumente in einer Dauerschleife wiederholt und in dem Zusammenhang die Keule der besonderen Verantwortung rausholt.
Das Gespräch fand ich tatsächlich, wie ich oben schon schrieb, wenig gelungen, im Gegenteil sehr konfus. Das kritisiere ich aber am Moderator und nicht an Petra. Dieser hätte es besser lenken müssen.
Petras Punkt, obgleich ich ihn nicht teile, ist aber durchaus ernst zu nehmen. Er ist normativ wertend und utopisch, gleichsam illusorisch, aber dennoch relevant. Hier wäre es wieder Aufgabe des Moderators gewesen, diesen zu benennen und die Laufrichtung zu beenden, was er versäumt hat.
Weapi hat geschrieben: die Keule der besonderen Verantwortung
Von der "Keule der besonderen Verantwortung" im Rahmen einer Argumentation zu sprechen, insbesondere wenn diese "besondere Verantwortung" die Erinnerung und Verantwortung(!) der Deutschen gegenüber der deutschen Geschichte ist, halte ich für maximal geschmacklos und würde dich bitten, hier deine Wortwahl doch zu überdenken.

Weapi hat geschrieben:
Genauso wie bei Gamestar kritik gleich mit der sind doch alle gekauft Keule zu kommen.
War ich es, der der Gamestar unterstellte, sie würde die Kritik und eine Abwertung der deutschen Version scheuen, da sie ihren wichtigen Geschäftspartner nicht verärgern möchte? Oder warst nicht vielmehr Du es?
Wie würde man das denn nennen? Gekauft? Erpresst? Oder schlicht vorauseilender Gehorsam? Alles drei spricht der Gamestar ihre journalistische Integrität ab. Ein Vorwurf wie "Lügenpresse" ist eben, auch wenn er aktuell weit verbreitet ist, kein leichter, sondern wiegt schwer für ein Magazin das journalistisch arbeitet. Wenn Du ihnen diese journalistische Integrität absprichst, ihnen unterstellst aktiv die Unwahrheit zu sagen und unwahr zu bewerten, zu Lügen aus ihrem Geschäftspartner interesse heraus, dann kann man dafür schon Beweise verlangen. Findest Du nicht?
Zuletzt geändert von Odradek am 28. Nov 2017, 14:56, insgesamt 4-mal geändert.

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Heretic
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Heretic »

johnnyD hat geschrieben:Ich hab den Gamestar Podcast zu diesem Thema ebenso begonnen, doch auf halben Weg abgebrochen. Petra war die denkbar ungünstige Gesprächspartnerin für einen hervorragenden Gast, wenn man aus persönlichen Gründen nicht einmal Inglorious Basterds und Iron Sky etwas abgewinnen kann und den künstlerischen Sinn von zB Tarantino versteht.

Diese Meinung und Abneigung kann man privat haben und wäre völlig in Ordnung, allerdings geht man dann nicht in einen Podcast, wo man objektiv über die künstlerischen Freiheiten von Spieldesign diskutieren will. Unerträglich
Kann ich nicht nachvollziehen. Ein Podcast wird durch unterschiedliche Standpunkte doch erst interessant. Und Petras private (was sie auch immer wieder betont) Meinung zum Thema teilen bestimmt viele Leute.

Und über den "künstlerischen Sinn von Tarantino" zu diskutieren - das Fass mache ich besser nicht auf. Nicht falsch verstehen: Ich liebe die meisten seiner Filme aus vielerlei Gründen. Allerdings eher weniger wegen des inhaltlichen Anspruchs. ;)

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johnnyD
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von johnnyD »

War das eine private Unterhaltung oder der Podcast an sich der Meinungsaustausch zwischen Redaktion (bzw ein Teil davon) mit Herrn Schiffer? Doch eher letzteres und vor diesen Hintergrund kann ich mich als größtes Spielemagazin Deutschlands nicht hinstellen und sagen, dass die massiv zensierte deutsche Version die bessere ist. Ich stelle mich hier voll hinter Jochens Aussage.

Und zu behaupten, man würde seiner Vergangenheit besser gerecht werden wenn man es nur ausblendet in genau der deutschen Version ist der Gipfel sondergleichen.

@derFuchsi

Ja, sehr :)

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Andre Peschke
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Andre Peschke »

Weapi hat geschrieben:Die Gamestar will keinen wichtigen Geschäftspartner verärgern (Bethesda) in dem die deutsche Version schlechter bewertet wird. Deswegen wird immer wieder der selbe Satz, das Hakenkreuze, Nationalsozialismus und Holocaust nichts in einem Spiel zu suchen hat, von der Redakteurin permanent wiederholt.

Da stehen klar Wirtschaftliche im Vordergrund. Und das ist in diesem Zusammenhang ein Nogo.
Bitte verkneift euch solche Aussagen. Es ist ok zu diskutieren, was euch an Veröffentlichungen anderer Magazine gefällt oder stört. NICHT okay sind Unterstellungen, die keine oder nur eine sehr dürftige Basis haben. Bedenkt bitte, was eine solche Aussage für einen Journalisten bedeutet!

Andre

Odradek
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Odradek »

johnnyD hat geschrieben:War das eine private Unterhaltung oder der Podcast an sich der Meinungsaustausch zwischen Redaktion (bzw ein Teil davon) mit Herrn Schiffer? Doch eher letzteres und vor diesen Hintergrund kann ich mich als größtes Spielemagazin Deutschlands nicht hinstellen und sagen, dass die massiv zensierte deutsche Version die bessere ist. Ich stelle mich hier voll hinter Jochens Aussage.
Welche Aussage von Jochen meinst Du?
Und nein, ich sehe es durchaus anders. Sie sprach aus meiner Wahrnehmung nicht für die Gamestar, sondern als Privatperson und Journalistin. Ich teile ihre Ansicht überhaupt nicht, kann aber eben ihre Ansicht nachvollziehen, auch wenn sie damit eine viel größere Grundsatzdebatte aufmacht, die schon vor Jahrzehnten verhandelt und abgelegt wurde. Sie ist ja entsprechend konsequent, dass auch ein Inglorious Bastards etc. nicht ok ist.

johnnyD hat geschrieben: Und zu behaupten, man würde seiner Vergangenheit besser gerecht werden wenn man es nur ausblendet in genau der deutschen Version ist der Gipfel sondergleichen.
Wo hat sie das behauptet? Hast Du die Stelle dazu, so hab ich es nämlich auch überhaupt nicht wahrgenommen, sondern sie warnte davor, dass etwa gewisse Symboliken (Hakenkreuze etc.) durch übermäßigen Gebrauch in der Pop-Kultur ihre Sonderstellung verlieren. Ein Einwand, den ich durchaus berechtigt sehe.

Schlimmer fand ich hingegen, eben die Juden-Diskussion, bei dem sie die Existenz von Juden (geradezu perverser Weise) an die Nazis knüpfte. Juden gab es auch vor den Nazis (und gibt es zum Glück immer noch). Vergleiche zu ziehen ist im Bezug zur Schoah immer problematisch, aber es wäre, als wenn ich keine PoC in ein Spiel einbauen kann, wenn ich nicht Sklaverei und Rassentrennung erwähne.
Zuletzt geändert von Odradek am 28. Nov 2017, 12:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Andre Peschke
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Andre Peschke »

johnnyD hat geschrieben:@derFuchsi
Ja, sehr :)
Gesendet von meinem HTC 10 mit Tapatalk
Um mal ein Vorbild zu sein, hier was Fuchsi hätte schreiben sollen:

In der Tapatalk-App kannst du im Hauptmenü oben in der Navigationsleiste auf das kleine Männchen tippen, dann den Punkt "Einstellungen" auswählen und dort unter "Signatur" diese Werbezeile entfernen. Da eine solche unnütze Signatur minimal störend ist, wäre das sehr cool von dir.

Andre

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Heretic
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Heretic »

johnnyD hat geschrieben:War das eine private Unterhaltung oder der Podcast an sich der Meinungsaustausch zwischen Redaktion (bzw ein Teil davon) mit Herrn Schiffer? Doch eher letzteres und vor diesen Hintergrund kann ich mich als größtes Spielemagazin Deutschlands nicht hinstellen und sagen, dass die massiv zensierte deutsche Version die bessere ist. Ich stelle mich hier voll hinter Jochens Aussage.

Und zu behaupten, man würde seiner Vergangenheit besser gerecht werden wenn man es nur ausblendet in genau der deutschen Version ist der Gipfel sondergleichen.
Es ist Petras Meinung, nicht die "der Gamestar". Wie sollte die auch aussehen? Die Redaktion besteht nunmal aus vielen Leuten mit unterschiedlichen Ansichten. Eine "Einheitsmeinung" macht da wenig Sinn.

Die deutsche Version von "Wolfenstein 2" halte ich übrigens ebenfalls für misslungen. NS-Symbolik raus, um der deutschen Gesetzeslage gerecht zu werden, hätte völlig ausgereicht. Wie ich schon oben geschrieben habe: Wenn man eine Geschichte im Dritten Reich erzählen möchte, sollte man das kompromisslos durchziehen. Bei "Wolfenstein 2" hätte das bedeutet, keine deutsche Version anzubieten und entweder volles Risiko zu gehen (inklusive NS-Symbolik), oder auf eine Veröffentlichung in Deutschland komplett zu verzichten.

Hätte "Wolfenstein 2" mit einem komplett fiktivem Hintergrund und vielleicht einem anderen Namen als Shooter genausogut funktioniert? Ich behaupte mal: Ja.

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johnnyD
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Re: RE: Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von johnnyD »

Andre Peschke hat geschrieben:
johnnyD hat geschrieben:@derFuchsi
Ja, sehr :)
Gesendet von meinem HTC 10 mit Tapatalk
...
Da eine solche unnütze Signatur minimal störend ist, wäre das sehr cool von dir.

Andre
Ah danke, hab das schon mal gesucht :)


@Heretic

Korrekt, die Symbolik hätte ich der Wirtschaftlichkeit geschuldet akzeptiert, so aber nicht.

@Odradek

Ich höre ihn mir nicht noch einmal an, nur um die Stelle zu finden, tut mir leid. Diese Sonderstellung eben jener Symbolik kommt allerdings nur dadurch, dass man sie auf ein Podest stellt, welches sie nicht haben sollte.

Will sagen, die Verwendung ist innerhalb der Kunst nicht nur zu akzeptieren, sondern zwingend erforderlich, sofern sie dazu dienen, eben jene Zeit nicht verherrlichend (!) als das darzustellen, was sie war mit all ihren Schrecken und Gräuel. Da ich die internationale Variante nun durch habe, ist es mir schleierhaft, wie Bethesda auf das dünne Brett kam, die Story zu zensieren.

Allerdings hab ich mir den ThePod Podcast nochmals angehört (ab ca.1h:25)> Jochens Aussage, der ich zu 100% zustimme:

"Wenn in einem Spiel die (übersetzte) Identität ausgerechnet in einem deutschen Spiel bei einem halbjüdischen Protagonisten dieses Judensein entfernt wird, ja zensiert wird, dann haben wir ein Level erreicht bei dem ich sage, das ist nicht nur befremdlich, sondern verwerflich. Das ist abzulehnen. Weder ist es eine gute Übersetzung noch fängt es die Atmosphäre ein!"
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

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derFuchsi
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von derFuchsi »

Sorry ich habe Tapatalk im Leben mal für 5 Minuten benutzt und seitdem nie wieder angefasst *schüttel*. ;)
Aber ohne die Signatur hätte ich nicht gewusst dass er ein HTC-10 hat :D.

Zurück zum Thema:
Zu Petras Einstellung - diese deckt sich ja auch mit dem eigentlichen Sinn des Verbotes von NS-Symbolik hierzulande. Tatsächlich soll das einem Gewöhnungseffekt entgegenwirken dass nicht irgendwann mal NS-Symbole wieder schleichend salonfähig werden.
(Ähnlicher Art ist die Begründung zu diversen Abmahnungen bezüglich des Roten Kreuzes vor einiger Zeit)
Ärgerlich und unverständlich ist hier alleine die Ungleichbehandlung zwischen Spielen und Filmen. Wäre man da so konsequent wie Petra würde ich es sogar eher akzeptieren glaube ich.
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Odradek
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Re: RE: Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Odradek »

johnnyD hat geschrieben: @Odradek

Ich höre ihn mir nicht noch einmal an, nur um die Stelle zu finden, tut mir leid. Diese Sonderstellung eben jener Symbolik kommt allerdings nur dadurch, dass man sie auf ein Podest stellt, welches sie nicht haben sollte.

Will sagen, die Verwendung ist innerhalb der Kunst nicht nur zu akzeptieren, sondern zwingend erforderlich, sofern sie dazu dienen, eben jene Zeit nicht verherrlichend (!) als das darzustellen, was sie war mit all ihren Schrecken und Gräuel. Da ich die internationale Variante nun durch habe, ist es mir schleierhaft, wie Bethesda auf das dünne Brett kam, die Story zu zensieren.
Legit, aber ich verstehe glaube ich was zu sagen willst. Ich halte es jedoch für wichtig, gewisse Symbolik, Verhalten etc. eine Sonderstellung (Podest ist hier das flasche Wort, da es ja nicht erhöhen, sondern im Gegenteil warnen soll) einzuräumen, die es auch zu schützen und zu bewahren gilt. Darauf ist durchaus zu achten.

Petra argumentiert ja nicht, dass Bsp. Hakenkreuze gar nicht in der Kunst gezeigt werden dürfen, sondern Sie meint, dass diese nur in "guter" Kunst und nicht in trivialen Unterhaltungsprodukten Verwendung finden dürfen. Noch einmal: Hier verstehe ich, woher sie kommt, sehe aber viel zu sehr die Gefahr, dass wir dadurch eine Institution brauchen, die darüber entscheidet, was denn nun "angemessene Kunst" ist. Und wenn wir darüber diskutieren, dann wird das ganze wieder sehr schnell gefährlich und geht in den Bereich der Zensur, wenn man es pervers ausdrücken kann, so wäre es gar im Bereich der "entarteten Kunst-Diskussion", wenn man etwa sagt "Schindlers Liste" ist künstlerisch wertvoll genug für die Darstellung von Hakenkreuzen, ein Indiana Jones aber zu trivial und seicht.

johnnyD hat geschrieben:
"Wenn in einem Spiel die (übersetzte) Identität ausgerechnet in einem deutschen Spiel bei einem halbjüdischen Protagonisten dieses Judensein entfernt wird, ja zensiert wird, dann haben wir ein Level erreicht bei dem ich sage, das ist nicht nur befremdlich, sondern verwerflich. Das ist abzulehnen. Weder ist es eine gute Übersetzung noch fängt es die Atmosphäre ein!"
Vielen Dank. Das klärt für mich manches und bin hier völlig bei dir und hab ja dann auch schon ähnliches geschrieben. Um mich selbst zu zitieren:
Odradek hat geschrieben: Schlimmer fand ich hingegen eben die Juden-Diskussion, bei dem sie die Existenz von Juden (geradezu perverser Weise) an die Nazis knüpfte. Juden gab es auch vor den Nazis (und gibt es zum Glück immer noch). Vergleiche zu ziehen ist im Bezug zur Schoah immer problematisch, aber es wäre, als wenn ich keine PoC in ein Spiel einbauen kann, wenn ich nicht Sklaverei und Rassentrennung erwähne.
Zuletzt geändert von Odradek am 28. Nov 2017, 15:37, insgesamt 1-mal geändert.

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johnnyD
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von johnnyD »

Volle Zustimmung, insbesondere deine Bedenken hinsichtlich einer Instanz, die es evtl entscheidet, was angemessen bedeutet.

Man kann allerdings Wolfenstein in seiner deutschen Version zumindest soweit dankbar sein, dass dieser Diskussion eine breitere Aufmerksamkeit zuteil wird.
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

vorübergehend
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Re: RE: Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von vorübergehend »

Odradek hat geschrieben:Noch einmal: Hier verstehe ich, woher sie kommt, sehe aber viel zu sehr die Gefahr, dass wir dadurch eine Institution brauchen, die darüber entscheidet, was denn nun "angemessene Kunst" ist.
Wieso bräuchten wir dafür eine Institution?

Odradek
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Re: RE: Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Odradek »

vorübergehend hat geschrieben:
Odradek hat geschrieben:Noch einmal: Hier verstehe ich, woher sie kommt, sehe aber viel zu sehr die Gefahr, dass wir dadurch eine Institution brauchen, die darüber entscheidet, was denn nun "angemessene Kunst" ist.
Wieso bräuchten wir dafür eine Institution?

Wer solle sonst darüber entscheiden?

vorübergehend
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Re: RE: Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von vorübergehend »

Odradek hat geschrieben:
vorübergehend hat geschrieben:
Odradek hat geschrieben:Noch einmal: Hier verstehe ich, woher sie kommt, sehe aber viel zu sehr die Gefahr, dass wir dadurch eine Institution brauchen, die darüber entscheidet, was denn nun "angemessene Kunst" ist.
Wieso bräuchten wir dafür eine Institution?

Wer solle sonst darüber entscheiden?
Jeder für sich selbst, würde ich sagen.

Achtung Ironie: Ansonsten würde ich einfach die gleiche Institution beauftragen, die dafür zuständig ist, zu entscheiden, was sexistische Kunst ist und was nicht. ;)

Antiidiotika
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Antiidiotika »

Andre Peschke hat geschrieben:
Weapi hat geschrieben:Die Gamestar will keinen wichtigen Geschäftspartner verärgern (Bethesda) in dem die deutsche Version schlechter bewertet wird. Deswegen wird immer wieder der selbe Satz, das Hakenkreuze, Nationalsozialismus und Holocaust nichts in einem Spiel zu suchen hat, von der Redakteurin permanent wiederholt.

Da stehen klar Wirtschaftliche im Vordergrund. Und das ist in diesem Zusammenhang ein Nogo.
Bitte verkneift euch solche Aussagen. Es ist ok zu diskutieren, was euch an Veröffentlichungen anderer Magazine gefällt oder stört. NICHT okay sind Unterstellungen, die keine oder nur eine sehr dürftige Basis haben. Bedenkt bitte, was eine solche Aussage für einen Journalisten bedeutet!

Andre
Ohne jetzt der Gamestar was unterstellen zu wollen oder euch etwas in den Mund legen zu wollen, aber habt ihr nicht mal in einem Podcast über Spielejournalismus und dessen Neutralität gesagt, dass man durchaus auch mal wohlwollender über Werberelevante Publisher urteilt, als nötig? Müsste ein Podcast von Folge 30 - 50 gewesen sein?
Hab es leider so nicht mehr ganz im Kopf, meine mich aber grob an etwas in der Richtung erinnern zu können?
Wie gesagt, weder will ich euch noch der Gamestar etwas unterstellen! Bitte korregiere mich, sofern ich falsch liege. By the Way, wo kann man eigentlich die nicht mehr im Apple Podcast vergügbaren Folgen nachhören, leider ist euer YT Kanal ja abgeschalten worden. :-(

Was die Thematik von Hakenkreuzen und dererlei als Verwendung in allgemeinen Medien angeht, bin ich der Auffassung, dass es sogar wichtig ist, es auch in trivialerer Darstellung zu zeigen. Weder darf diese Zeit ein Tabuthema darstellen, noch sollte man es ausblenden.
Auch ein Inglorious Basterds oder Dead Snow oder eben Wolfenstein müssen das Recht haben, dies als Thema zu verwenden, nicht nur zeitgenössisch realistische Werke wie Schindlers Liste. Zum einen können auch diese Werke die Schrecken oder das „Nazisein“ zeigen, zum anderen zeigen sie eine andere Sicht.

Zumal, ohne etwas zu verharmlosen, sind auch andere Epochen der Geschichte, die in Filmen aufgezeigt werden nicht weniger schrecklich. Es ist uns nur, wie ich finde oftmals nicht bewusst. Wenn ich da bsw. an Gladiator oder Königreich der Himmel denke. Weder waren die Gladiatorenkämpfe sonders ruhmreich, noch das einzige, was es beinhaltet. Sklaven die zur Belustigung massakriert wurden, Hinrichtungen und gelegentliches Töten des Unterlegenen. Ebenso waren die Kreuzzüge nicht so „edel und ritterlich“. Vergewaltigung, Brandschatzen und Ermordung Unschuldiger. Die Kriegszeit ist uns einfach geläufiger und bekannter. Wie gesagt, ich will nichts schönreden oder runterspielen.

Maschendraht
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Maschendraht »

@Antiidiotika

hm, ich bin auch dafür, dass Spiele das volle Spektrum der künstlerischen Möglichkeiten nutzen sollten und dazu gehört sicherlich auch die NS-Zeit. Was Wolfenstein angeht, sehe ich das ähnlich.

Trotzdem ist es glaube ich noch viel zu früh, um den Holocaust in die allgemeinen Schrecklichkeiten der Geschichte einzureihen. Natürlich wird auch das Nazi-Regime, der Zweite Weltkrieg und der Holocaust irgendwann einfach Geschichte sein. Aber noch ist es nicht so weit, dazu ist es noch zu frisch. Im Fall von Deutschland kommt noch dazu, dass sich diese Gesellschaft und dieser Staat ein Stück weit über die Überwindung des Nazismus definieren. Jeder Staat braucht irgendeine Erzählung, die dem Ganzen Sinn und Bedeutung gibt. Für die USA mag das u. a. die Unabhängigkeitserklärung und der Aufbruch nach Westen sein. Für die Bundesrepublik ist es die Erfolgsgeschichte, aus den Trümmern des Nationalsozialismus zu einem demokratischen, rechtsstaatlichen und menschlichen Land geworden zu sein. Und Verantwortung zu übernehmen, dass das nie wieder passiert. Und gerade wegen dieses indentitätsstiften Aspektes für unser heutiges politisches System wird die Geschichte des Dritten Reiches noch lange eine herausgehobene Rolle in Deutschland spielen. Was ich nicht schlecht finde, denn ich finde diese Perspektive auf die deutsche Geschichte und Gegenwart sehr konstruktiv und auch inhaltlich plausibel. Die demokratischen Leistungen (z. B. das Grundgesetz als Gegenentwurf zum Nazi-System) sind ja unbestreibar.

Solange es die Bundesrepublik gibt, wird das Thema also ein heißes Eisen bleiben. Die Frage ist halt immer, wie man das dann angeht und so wie es in Wolfenstein gemacht wurde, ist das denkbar schlecht. Da stimme ich denen zu, die sagen, dass diese Version "ausgerechnet in Deutschland" einfach unangebracht ist. Sie sollten das volle Programm ins Spiel nehmen, aber nicht weil die Nazizeit in der Geschichte verschwindet, sondern im Gegenteil, wei diese Zeit eine besondere Zeit bleibt und wir deshalb umso mehr eine nicht verharmlosende Version gebrauchen können.

Antiidiotika
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Antiidiotika »

Maschendraht hat geschrieben:@Antiidiotika

hm, ich bin auch dafür, dass Spiele das volle Spektrum der künstlerischen Möglichkeiten nutzen sollten und dazu gehört sicherlich auch die NS-Zeit. Was Wolfenstein angeht, sehe ich das ähnlich.

Trotzdem ist es glaube ich noch viel zu früh, um den Holocaust in die allgemeinen Schrecklichkeiten der Geschichte einzureihen. Natürlich wird auch das Nazi-Regime, der Zweite Weltkrieg und der Holocaust irgendwann einfach Geschichte sein. Aber noch ist es nicht so weit, dazu ist es noch zu frisch. Im Fall von Deutschland kommt noch dazu, dass sich diese Gesellschaft und dieser Staat ein Stück weit über die Überwindung des Nazismus definieren. Jeder Staat braucht irgendeine Erzählung, die dem Ganzen Sinn und Bedeutung gibt. Für die USA mag das u. a. die Unabhängigkeitserklärung und der Aufbruch nach Westen sein. Für die Bundesrepublik ist es die Erfolgsgeschichte, aus den Trümmern des Nationalsozialismus zu einem demokratischen, rechtsstaatlichen und menschlichen Land geworden zu sein. Und Verantwortung zu übernehmen, dass das nie wieder passiert. Und gerade wegen dieses indentitätsstiften Aspektes für unser heutiges politisches System wird die Geschichte des Dritten Reiches noch lange eine herausgehobene Rolle in Deutschland spielen. Was ich nicht schlecht finde, denn ich finde diese Perspektive auf die deutsche Geschichte und Gegenwart sehr konstruktiv und auch inhaltlich plausibel. Die demokratischen Leistungen (z. B. das Grundgesetz als Gegenentwurf zum Nazi-System) sind ja unbestreibar.

Solange es die Bundesrepublik gibt, wird das Thema also ein heißes Eisen bleiben. Die Frage ist halt immer, wie man das dann angeht und so wie es in Wolfenstein gemacht wurde, ist das denkbar schlecht. Da stimme ich denen zu, die sagen, dass diese Version "ausgerechnet in Deutschland" einfach unangebracht ist. Sie sollten das volle Programm ins Spiel nehmen, aber nicht weil die Nazizeit in der Geschichte verschwindet, sondern im Gegenteil, wei diese Zeit eine besondere Zeit bleibt und wir deshalb umso mehr eine nicht verharmlosende Version gebrauchen können.
Guter Punkt, aber insofern auch wieder auf andere Länder ummünzbar. Es wird dennoch seine Verständlichkeit und Greifbarkeit verlieren. Auch eine französische Revolution, die ja so gesehen nicht ganz ohne für die Entwicklung Europas und speziell Frankreichs ist, ist heut eher abstrakt und weniger griffig oder der Bürgerkrieg und Sklavenbefreiung in den USA.
Ein etwas zeitlich und lokaler näheres Beispiel: Der 1. Weltkrieg, man hat zwar von den Stellungs- und Vernichtungskämpfen in Verdun gehört, aber auch das ist schon reht abstrakt. Ich denke, spätestens mit der nächsten Generation wird auch diese Zeit eher zu etwas weniger greifbarem.

Klar, vergessen umd zurückfallen darf man niemals, ebenso sollte man sich vor Augen halten, was diese Zeit und ihre Nachwirkungen bedeuten.

Aber wie gesagt, um zu meinem Punkt zu kommen, auch diese Zeit muss man in künstlerische Werke einfließen lassen können und das in vollem Umfang (ohne jetzt natürlich Verherrlichend zu sein). Dabei zu werten, nach richtig und falsch, hat für mich schon wieder ganz üble Geschmäcker. Auch muss man da die eigne Präferenz außen vor lassen. Ich bin als bsw. nicht religiös und kritisiere gern Religionen, erkenne aber die daraus entstandenen Kunstwerke und Bauten (als reines Bau-/Kunstwerk) als wertvoll und „gut“ (kurz gesagt) an.

Da finde ich die Meinung in einem öffentlichen Podcast, wie von Petra, dass es in trivialer Kunst nichts zu suchen hat, als sehr kritisch zu betrachten.

Wie gesagt, es gibt nichts zu Beschönigen, bagatellisieren oder verharmlosen, wenn ich das mit anderen Dingen der Geschichte vergleiche, das war schrecklich, um das nochmal mit Nachdruck zu sagen, aber auch diese Zeit wird irgendwann „Geschichte sein“.

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Desotho
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Desotho »

Im Spieleveteranen Podcast gibt es ein Interview mit Frank Matzke.
So wie ich es verstanden habe, sieht er es einfach nur als Unterhaltungsprodukt bei dem jedes noch so geringe Risiko, dass es nicht durch die USK kommt eliminiert werden sollte. Und die deutsche Version ist super.
Kann ich zumindest verstehen den Standpunkt.
El Psy Kongroo
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Ricer
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Re: Wolfenstein 2: The new Colossus

Beitrag von Ricer »

Ich würde gerne einen Punkt betrachten, den Stephan im Pixeldiskurs angesprochen hat.

"Warum wird Wolfenstein - The New Colossus nicht einfach jetzt in der internationalen Version veröffentlicht?"

Die Idee dahinter ist, dass die angepasste Version im Laden steht und das USK-Siegel hat. Wirtschaftlich stünde Bethesda doch auf der sicheren Seite, oder? Es muss ja keine große Stückzahl sein. Mit einer international veröffentlichten Version könnte die Diskussion sozusagen am aktuellen Spiel weitergeführt werden und eventuell geklärt werden. Es würde klar, wie sich Gesellschaft, USK, BPjM und die Gerichte in diesem Fall verhalten. Und Publisher und Spieleentwickler hätten somit Klarheit für kommende Entwicklungen.

Bei Inglorious Bastards gab es eine Änderung im Umfeld des Films. Die Plakate des Films waren um das verfassungsfeindliche Symbol erleichtert.

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