Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

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monieu
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Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von monieu » 20. Feb 2018, 11:44

Ich erinnere mich im Zusammenhang mit der Diskussion zu Kingdom Come: Deliverance schon vor einigen Jahren gesagt zu haben, dass ich lieber eine Vielfalt der Homogenität sehen würde, anstatt immer auf Homogenität ergänzende Vielfalt zu bestehen. Ich wollte schon immer ein Spiel in Triple-A-Qualität sehen, das alle Rollen vom Protagonisten über die Supportcharaktere bis zu den Antagonisten in einem entsprechenden Setting mit schwarz-afrikanischen Figuren besetzt. Ich war gleichzeitig skeptisch, ob der Hersteller eines solchen Spieles damit einen Erfolg in der Breite erzielen könnte. Jetzt da sich mit einer starken Eröffnung ein Box Office-Erfolg für Black Panther andeutet, würde ich diese Skepsis mal überprüfen. Es gibt ja auch die gegenteilige Ansicht, dass wenn man einem Publikum, das bisher nicht bedient wurde, ein gutes Angebot macht, dessen Überkompensation zu einem besonderen Erfolg führt. Insofern würde ich die Frage stellen: Ist es an der Zeit, dass ein nordamerikanisches oder europäisches Studio sich an ein afrikanisches Triple-A-Spiel wagt?

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Neobone
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Neobone » 20. Feb 2018, 12:23

Bin ich eher sketisch.
So weit ich weiss gibt es noch kein Spiel was ein grosser Erfolg war mit einem schwarzen Hauptcharakter, selbst wenn man ihm weiße Charaktere zur Seite gestellt hat.
Watch Dogs 2, Mafia 3 fallen mir da spontan ein welche gerad so wohl die Kosten wieder reingeholt haben.
Und bei Black Panther wäre ich auch vorsichtig, dem Film könnte eventuell auch nach hinten heraus die Puste ausgehen so wie die Jungs bei Rocket Beans Kino+ den Film zerlegt haben.

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Andre Peschke
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Andre Peschke » 20. Feb 2018, 12:32

Neobone hat geschrieben:Bin ich eher sketisch.
So weit ich weiss gibt es noch kein Spiel was ein grosser Erfolg war mit einem schwarzen Hauptcharakter, selbst wenn man ihm weiße Charaktere zur Seite gestellt hat.
Öhm...GTA San Andreas?

Andre

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Maulwuerfel
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Maulwuerfel » 20. Feb 2018, 12:34

Wäre das nicht auch wieder cultural appropriation wenn ein Triple A Studio ein All Black Spiel macht? Bei den aktuellen Triple A Studios arbeiten nun mal vor allem weiße Männer. Ein All Black Spiel müsste dann ja von einem afrikanische Spiele-Studio kommen.
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monieu
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von monieu » 20. Feb 2018, 12:52

Maulwuerfel hat geschrieben:Wäre das nicht auch wieder cultural appropriation wenn ein Triple A Studio ein All Black Spiel macht? Bei den aktuellen Triple A Studios arbeiten nun mal vor allem weiße Männer. Ein All Black Spiel müsste dann ja von einem afrikanische Spiele-Studio kommen.
Hm, ich sehe cultural appropriation nicht so kritisch. Soweit ich weiß, gibt es kein afrikanisches Studio, das so ein Projekt stemmen kann. Ich denke, es gibt nicht mal eine signifikante Zuliefererindustrie, aus der man vielleicht ein solches Studio aufbauen könnte. Mit anderen Worten, wenn man sich darauf zurückzieht, wird es einfach nicht gemacht. Also mir ist lieber das Spiel existiert und Leute erheben den Vorwurf von cultural appropriation, als dass es gar kein Spiel gibt.

Jormungandr
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Jormungandr » 20. Feb 2018, 13:39

Wird das "Repräsentationsproblem" in Spielen, anders als in Filmen, nicht durch den Charaktereditor ein wenig aufgefangen? Zugegeben, ich bin recht RPG-affin, aber auch in nicht-RPGs kann man öfters den eigenen Charakter gestalten.

Damit kannst Du dann eben jedes Spiel bzw. jeden Protagonisten mit der "Blackness" versehen, die Du in Deinen Char hineinprojizierst und bist gerade nicht darauf angewiesen, dass ein Studio sich "erbarmt" (oder eher: es für Revenue-trächtig genug hält), Dein Interesse zu bedienen.

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Andre Peschke
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Andre Peschke » 20. Feb 2018, 14:19

Maulwuerfel hat geschrieben:Wäre das nicht auch wieder cultural appropriation wenn ein Triple A Studio ein All Black Spiel macht? Bei den aktuellen Triple A Studios arbeiten nun mal vor allem weiße Männer. Ein All Black Spiel müsste dann ja von einem afrikanische Spiele-Studio kommen.
Es würde ja reichen, wenn es ein (vorwiegend) schwarzes Team ist, dass das Spiel produziert. Das fände ich tatsächlich sehr interessant, einfach um zu sehen, ob dabei etwas grundlegend anderes herauskommt. Wie immer: Im AAA-Kontext, wie es der Thread ja voraussetzt, vermutlich gar nicht mal sooooo anders, würde ich tippen? Aber vielleicht ja doch? Würde mich interessieren. Dafür. Do it!

Andre

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Maulwuerfel
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Maulwuerfel » 20. Feb 2018, 14:45

Ich habe letztes Jahr Yakuza Zero gespielt und fand es großartig. Das eigentliche Gameplay war zwar nur so mittel, aber der (überzeichnete) Einblick ins Nachtleben von Tokyo bzw die japanische Kultur allgemein hat mir super gefallen. Spiele die etwas vergleichbares für andere Kulturkreise bieten würde ich auch sehr spannend finden... (gerade Afrika oder auch z.B. Indien).

Auch wenn es wohl in weiter Ferne lieger, aber der bessere Weg wäre es doch, wenn es auch in Afrika Spieleentwicklung gäbe und wir von dort Spiele bekämen, so wie eben aus Japan.
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NDA
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von NDA » 20. Feb 2018, 14:55

Wir haben ja noch nicht mal AAA-Spiele mit starken deutschen Kultureinschlag, da finde ich es ehrlich gesagt weit hergeholt, jetzt nach afrikanischen oder indischen Spielen zu rufen. :think:
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Chiller
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Chiller » 20. Feb 2018, 15:01

Mir ist noch nicht ganz klar, warum ein solches Projekt a priori gut wäre...da stellt sich dann wieder die Frage, ob man das "Umdenken" in der Gesellschaft durch solche Projekte erzwingen muss, oder ob nicht aufgrund der geführten Diskussion irgendwann ganz selbstverständlich ein solches Spiel entstehen würde.

Mir stellt sich also momentan die Frage: "Welchen Mehrwert hätte ein solches Spiel, dass nur wegen der Symbolwirkung auf diese Art und Weise entwickelt wurde?"

monieu
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von monieu » 20. Feb 2018, 15:10

Jormungandr hat geschrieben:Wird das "Repräsentationsproblem" in Spielen, anders als in Filmen, nicht durch den Charaktereditor ein wenig aufgefangen? Zugegeben, ich bin recht RPG-affin, aber auch in nicht-RPGs kann man öfters den eigenen Charakter gestalten.

Damit kannst Du dann eben jedes Spiel bzw. jeden Protagonisten mit der "Blackness" versehen, die Du in Deinen Char hineinprojizierst und bist gerade nicht darauf angewiesen, dass ein Studio sich "erbarmt" (oder eher: es für Revenue-trächtig genug hält), Dein Interesse zu bedienen.
Ich spreche hier von mehr als nur dem Protagonisten. Und entsprechend meinem Ansatz mehr andere Homogenität wagen, glaube ich auch, dass es einen Unterschied macht, jedenfalls dann, wenn die Figuren auch in ein afrikanisches Setting oder das Äquivalent davon in den Amerikas platziert werden.

Aber wenn wir über kostengünstige Ansätze sprechen, warum beim schwarzen Protagonisten per Editor aufhören? Automatische Konvertierung aller Nichtspielercharakteren in eine andere ethnische Gruppe bekommt man vielleicht auch noch hin. ;)
Andre Peschke hat geschrieben:Wie immer: Im AAA-Kontext, wie es der Thread ja voraussetzt, vermutlich gar nicht mal sooooo anders, würde ich tippen? Aber vielleicht ja doch? Würde mich interessieren. Dafür. Do it!
Von der Hintergrundgeschichte und der Umgebung abgesehen, würde ich auch nicht unbedingt etwas anderes erwarten, aber ich glaube schon nur ein Geschichte in Afrika zu erzählen könnte sich vom Hergebrachten deutlich abheben. Das ganze ist auch nicht ohne Fallstricke. Ich meine Triple-A, wovon sprechen wir da: Shooter, kampflastige Open-World? Will man das erste Hochglanzspiel schaffen, in dem man jetzt auch jede Menge Afrikaner umbringen kann? Das White Supremacy-Mod dafür programmiert sich ja schon beinahe von selbst. Also vielleicht ist das ein Anreiz einen anderen Weg zu gehen. :D

Jochen

Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Jochen » 20. Feb 2018, 15:10

Chiller hat geschrieben:Mir stellt sich also momentan die Frage: "Welchen Mehrwert hätte ein solches Spiel, dass nur wegen der Symbolwirkung auf diese Art und Weise entwickelt wurde?"
Das Abbilden einer unterschiedlichen Perspektive. Ein Persona 5 beispielsweise dreht sich ebenso wie viele US-amerikanische Coming of Age-Geschichten zwar auch fundamental um klassische Teenie-Nöte und -Probleme, liefert aber eine vollkommen andere Perspektive darauf - eben weil es von Menschen gemacht wurde, die in einem anderen Kulturkreis sozialisiert und verwurzelt sind. Gerade in der Kunst sind unterschiedliche Perspektiven eigentlich auch immer a priori ein Gewinn - eben weil das der Weg ist, wie sich Kunst (weiter)entwickelt.

monieu
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von monieu » 20. Feb 2018, 15:19

Chiller hat geschrieben:Mir ist noch nicht ganz klar, warum ein solches Projekt a priori gut wäre...da stellt sich dann wieder die Frage, ob man das "Umdenken" in der Gesellschaft durch solche Projekte erzwingen muss, oder ob nicht aufgrund der geführten Diskussion irgendwann ganz selbstverständlich ein solches Spiel entstehen würde.
Ich will ja nicht ein Studio dazu zwingen so ein Spiel zu machen. Im Gegenteil ich frage mich, ob die Zeit dafür gekommen, dass Studios solche Projekte interessant finden. Und ob sie das Spiel umsetzen, weil sie die Welt verbessern wollen, weil es gute PR ist oder Fördermittel gibt oder weil sie es einfach für geschäftlich vielversprechend halten, ist mir in dem Fall egal.
Chiller hat geschrieben:Mir stellt sich also momentan die Frage: "Welchen Mehrwert hätte ein solches Spiel, dass nur wegen der Symbolwirkung auf diese Art und Weise entwickelt wurde?"
Der Mehrwert liegt darin, dass man eine andere Erfahrung geboten bekommt. Aber sicherlich auch darin, dass in Spielen unterrepräsentierte Gruppen auch mal die Perspektive einnehmen können, die ansonsten typischerweise der Mehrheit vorbehalten ist.

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Soulaire
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Soulaire » 20. Feb 2018, 15:48

Jochen hat geschrieben:
Chiller hat geschrieben:Mir stellt sich also momentan die Frage: "Welchen Mehrwert hätte ein solches Spiel, dass nur wegen der Symbolwirkung auf diese Art und Weise entwickelt wurde?"
Das Abbilden einer unterschiedlichen Perspektive. Ein Persona 5 beispielsweise dreht sich ebenso wie viele US-amerikanische Coming of Age-Geschichten zwar auch fundamental um klassische Teenie-Nöte und -Probleme, liefert aber eine vollkommen andere Perspektive darauf - eben weil es von Menschen gemacht wurde, die in einem anderen Kulturkreis sozialisiert und verwurzelt sind. Gerade in der Kunst sind unterschiedliche Perspektiven eigentlich auch immer a priori ein Gewinn - eben weil das der Weg ist, wie sich Kunst (weiter)entwickelt.
andere Kulturkreise ja
allerdings ist dies nicht automatisch gegeben wenn alle Personen schwarz sind, da muss man unterscheiden.

Ich finde "allBlack"-Produktionen gleich gut/schlecht wie "allWhite" Produktionen. Wenn man aus ideologischen Gründen keine "weißen" oder "schwarzen" Figuren in seinen Produktionen haben will ist das natürlich höchst fragwürdig. Auch wenn man seine Figuren nur anhand der Hautfarbe auswählt (egal ob weiß oder schwarz) bekomme ich Bauchschmerzen. Deswegen finde ich eine "AllBlack"-Produktion, nur damit man sich mit dem Titel "allBlack" brüsten kann nicht gut. Wenn man eine Welt hat, in der es Sinn macht, dass es nur schwarze Figuren zu sehen gibt, ist es natürlich völlig legitim und das merkt man als Konsument zum Glück relativ schnell .

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Maulwuerfel
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Maulwuerfel » 20. Feb 2018, 15:57

Soulaire hat geschrieben:Wenn man eine Welt hat, in der es Sinn macht, dass es nur schwarze Figuren zu sehen gibt, ist es natürlich völlig legitim
Vorsicht! Vielleicht könnte eventuell doch mal ein People of no Color das Gebiet der Spielwelt durchschritten haben, wenn du das unterschlägst wäre es ein äußerst problematisches Weltbild des Spiels und der Chefentwickler ein Rassist ;)
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meisterlampe1989

Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von meisterlampe1989 » 20. Feb 2018, 16:30

Andre Peschke hat geschrieben:
Öhm...GTA San Andreas?

Andre
Black Power all the way!

Aber bitte nicht im Gangster-Hip-Hop-Millieu

Man kann zwar dann sagen, dass das nicht für mich als Weisser gemacht ist, aber ich kann die Dialoge nicht hören, in denen jedes 3. Wort "Fuck", "Motherfucker", "Jo" oder "Nigger" ist.

Ich habe übrigens sehr starke Probleme mit dem Begriff der "Cultural Appropiation" . Die Leute die das zum Problem machen, machen das ja wegen einer angeblichen Toleranz. Meiner Meinung nach spricht das von Intoletanz, weil es von einer reinen Kultur ausgeht. Ist es nicht eher ein Kompliment, wenn man eine Kultur in die eigene integriert? Ist das vermischen von Kulturen nicht etwas schönes?

Das schliesst natürlich mit ein, dass man diejenigen, dessen Kultur man verwendet mit einbezieht, aber solche Aussagen, die hier im Thread schon getroffen wurden in die Richtung: Ein weisses Team dürfte das nicht machen, finde ich schwierig.

Disclaimer: Ich bin zwar gegen die Dämonisierung von Cultural Appropiation, Whitewashing ist für mich z.B. aber unerträglich. Heutzutage muss es einfach nicht mehr sein, dass ein angemalter Christian Bale in "Gods of Egypt" einen Araber spielt.

Aber das betrifft Computerspiele ja nicht.

monieu
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von monieu » 20. Feb 2018, 16:32

Soulaire hat geschrieben:Ich finde "allBlack"-Produktionen gleich gut/schlecht wie "allWhite" Produktionen. Wenn man aus ideologischen Gründen keine "weißen" oder "schwarzen" Figuren in seinen Produktionen haben will ist das natürlich höchst fragwürdig.
Da würde ich mir die dahinterliegenden ideologischen Gründe aber schon noch ansehen wollen. Wenn ich Figuren einer bestimmten Hautfarbe haben möchte, weil ich alle anderen hasse (Ideologie: Hass), ist das für mich etwas anderes, als wenn ich sie haben möchte, weil ich einer marginalisierten Gruppe zu Aufmerksamkeit verhelfen will (Ideologie: Liebe). :D

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Terranigma
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von Terranigma » 20. Feb 2018, 17:08

Geht es nun eigentlich um die Hautfarbe der Entwickler, oder um deren kulturellen Hintergrund? Die Annahme nämlich, dass Entwickler mit dunkler Hautfarbe aufgrund dieses Merkmales - ihrer Hautfarbe - andere Spiele entwickeln würden, als Entwickler mit heller Hautfarbe, erscheint mir zumindest ... fragwürdig. Zumindest klingt für mich an, dass Hautfarbe hier mit Kultur wenn nicht gleichgesetzt, so doch zumindest vermengt wird. Italiener, Finnen, Deutsche, US-Amerikaner haben auch mehrheitlich eine helle Hautfarbe, aber dennoch würde ich sagen, könnten diese - sofern sie sich eben nicht an US-Standards orientieren - trotz ihrer "Weißheit" diverse Perspektiven eröffnen. Im Filmbereich wird dies auch gefühlt deutlich häufiger getan.

Zumindest gibt es weit aus mehr deutsche Filme, die in Deutschland spielen, wie es auch französische Filme gibt, die in Frankreich spielen, usw. während Videospiel-Produktionen doch zumeist in den Staaten spielen, oder sich zumindest erkennbar an diesem Markt orientieren. Ein Persona 5 aus dem Kongo, Indien, China, usw. würde mich sehr interessieren, aber nicht weil wegen der Hautfarbe des Casts oder der Entwickler, sondern wegen ihrem kulturellen Hintergrund.


Auch Black Panther ist doch in erster Linie ein US-Kinofilm, der von einem US-Amerikaner geschrieben und gedreht wurde. Ich habe den Film nicht gesehen, aber frage mich doch, warum die dunkle Hautfarbe eines kalifornischen Drehbuchautoren und Regisseurs, Ryan Coogler, diesen nun zu einem Fachmann für "afrikanische Kultur" machen sollte, und welchen Beitrag ein Cast der überwiegend aus US-Amerikaniern und Briten besteht, nun dazu beitragen soll. Ryan Coogler dürfte so viel von "afrikanischer Kultur" - Afrika ist ein Kontinent, keine Kultur - wissen, wie sein weißer Producer Kevin Feige: halt nicht sonderlich viel. Auch "Black Panther" bietet ja nicht die Innenperspektive eines afrikanischen Drehbuchautoren, insofern erscheint mir das als Positivbeispiel eher ungeeignet.
“All of humanity's problems stem from man's inability to sit quietly in a room alone.”
- Blaise Pascal, Pensées

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大胖熊猫Pangda
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von 大胖熊猫Pangda » 20. Feb 2018, 17:59

Das erinnert mich ein wenig an eine Diskussion die hier im Forum schon einmal kurz aufkam. Wenn wir darüber sprechen, dass andere Kulturkreise in Medien der starken Amerikanisierung weichen und wir eine Diversifizierung befürworten, da wär ich eindeutig dafür. Wenn es um Hautfarbenklischees geht, kann ich gerne darauf verzichten. Es ist traurig genug dass in den USA sich die Kultur vieler Menschen immer noch über die Hautfarbe definiert.
meisterlampe1989 hat geschrieben:Ich habe übrigens sehr starke Probleme mit dem Begriff der "Cultural Appropiation" . Die Leute die das zum Problem machen, machen das ja wegen einer angeblichen Toleranz. Meiner Meinung nach spricht das von Intoletanz, weil es von einer reinen Kultur ausgeht. Ist es nicht eher ein Kompliment, wenn man eine Kultur in die eigene integriert? Ist das vermischen von Kulturen nicht etwas schönes?
Integration verschiedener Kulturen ist unbedingt wünschenswert, entspricht aber oft nur bedingt der Realität. Mir ist es im Ausland immer wieder passiert dass ich mich isoliert gefühlt habe, genau weil eine Integration in eine fremde Kultur äußerst schwierig ist, doch es ist auch wunderbar, sich dann genauer damit auseinanderzusetzen.
Wenn man mit Kulturen arbeitet, die nicht die eigene sind, dann kann das gut gehen, oftmals fährt man aber besser mit Menschen die damit aufgewachsen sind, die viel mehr Feinheiten erkennen als ein Außenstehender das jemals könnte. Wenn man die Frage stellt "Ist es an der Zeit, ein Spiel in diesem oder jenen Kulturkreis anzusiedeln?", sollte die Antwort grundsätzlich lauten "Ja, es ist immer an der Zeit, mit entsprechender Expertise, egal welche Kultur." Ich hoffe dass ich die Zeit noch erleben darf in der kommerzieller Erfolg ausschließlich qualitative Gründe hat (Ich naiver Träumer :lol: )

falseprophet
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Re: Black Panther-Erfolg - Zeit für eine All Black-Triple A-Spieleproduktion?

Beitrag von falseprophet » 20. Feb 2018, 18:00

Die Entscheidung welche Hauptfarbe, welches Geschlecht oder welche Nationalität ein Charakter in einem Spiel hat, liegt doch letztlich beim Entwickler. Mir ist im grundsatz völlig egal, wie ein Charakter aussieht. Entscheidend ist, dass das Spiel Spass macht und Abwechslung bietet. Abwechslung bedeutet, dass derjenige der vor dem Bildschirm sitzt möglichst selbst entscheiden kann, was und wie zu spielen ist. Spass scheint aber immer weniger zum Thema das Podcasts zu werden, sondern die neusten Diskussionen drehen sich um alles andere.

Nun um die Diskusion dennoch anzufeuern: Wäre solch ein Spiel in dem alle Figuren farbig sind, nicht schlicht rassistisch? Das "enpowerment" einer Rasse, eines Geschlechts usw. ist doch nichts anderes, als Rassimus bzw. Sexismus im Namen der Diversität.

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