Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

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Chiller
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Chiller »

Ich finde das Thema auch durchaus interessant und wichtig, jedoch hatte ich auch den Eindruck, das Wolfgang doch ard eingeschüchtert und fast schon ängstlich wirkte...jeder zweite Satz war eine Entschuldigung/Rechtfertigung oder ein ängstliches Nachfragen, ob man xy denn überhaupt so sagen könne. Ich denke, gerade im Rahmen dieses Podcasts kann man ein solches Gespräch auch mit weniger Disclaimern und Vorsichtsmaßnahmen führen. Besonders bei diesem Podcast würde mich auch die Reaktion der Gäste auf das Feedback hier im Forum sehr interessieren...

Daepilin
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Daepilin »

Pan Sartre hat geschrieben:Ich fand die Folge persönlich auch nicht verkehrt, obwohl mich das Thema nicht so brennend interessiert. Bei den geschilderten Erfahrungen stelle ich mir natürlich die Frage, ob Sexismus auch in Bereichen vorkommt, wo das Geschlechterverhältnis umgekehrt ist. Wenn ich da an meinem Zivildienst in einem Pflegeheim denke, kommen mir ehrlich gesagt keine derartigen Vorfälle in den Sinn. Das weibliche Personal entsprach vom Alter genau der Kategorie von Männern, die häufiger mit solchem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass sowas in Frauen dominierten Bereichen überhaupt nie vorkommt.
Natürlich gibts das auch andersrum... Allein in der Folge, wie oft da 'Dick' als Beleidigung genutzt wird, für einen Mann der sich falsch verhält...

Hätte mich mal interessiert, ob 'Cunt' dann in umgekehrter Rolle auch akzeptiert wird...

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DexterKane
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von DexterKane »

Daepilin hat geschrieben: Natürlich gibts das auch andersrum... Allein in der Folge, wie oft da 'Dick' als Beleidigung genutzt wird, für einen Mann der sich falsch verhält...

Hätte mich mal interessiert, ob 'Cunt' dann in umgekehrter Rolle auch akzeptiert wird...
Das ist ein "false friend". Dick heißt direkt übersetzt zwar Schwanz im Sinne von Penis, "Don't be a dick!" lässt sich aber treffender mit "Sei kein Arschloch!" übersetzen. Deutsch ist in seiner Fluchkultur halt eher fäkal unterwegs.

Cunt ist in der Hinsicht weitaus negativer und eindeutiger geschlechtsbezogen besetzt, bspw. als "Slur" gegenüber schwulen Männern, zumindest im AE.

Bei wörtlicher Übersetzung geht häufig Subtext verloren.
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

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Pawuun
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Pawuun »

DexterKane hat geschrieben:
Daepilin hat geschrieben: Natürlich gibts das auch andersrum... Allein in der Folge, wie oft da 'Dick' als Beleidigung genutzt wird, für einen Mann der sich falsch verhält...

Hätte mich mal interessiert, ob 'Cunt' dann in umgekehrter Rolle auch akzeptiert wird...
Das ist ein "false friend". Dick heißt direkt übersetzt zwar Schwanz im Sinne von Penis, "Don't be a dick!" lässt sich aber treffender mit "Sei kein Arschloch!" übersetzen. Deutsch ist in seiner Fluchkultur halt eher fäkal unterwegs.

Cunt ist in der Hinsicht weitaus negativer und eindeutiger geschlechtsbezogen besetzt, bspw. als "Slur" gegenüber schwulen Männern, zumindest im AE.

Bei wörtlicher Übersetzung geht häufig Subtext verloren.
Man könnte dann natürlich fragen, warum die Konnotation "männliches Geschlechtsorgan = jemand, der sich rücksichtslos und gedankenlos verhält" im übertragenen Sinne denn überhaupt so geläufig ist und ob das okay ist... Da ist die deutsche Beleidigungskultur etwas inklusiver, denn das "Arschloch" hat jeder... und "Don't be an arse" ist im Englischen auch geläufig. Warum also "don't be a dick" verwenden? Das impliziert ja auch die Ebene: Bedingt durch die organische Ausstattung, sind Männer halt so. -> Vorurteil, Vorurteil, usw.

Kann man also durchaus ansprechen. Gleiches Recht für alle. ;)

BTW: Gute Folge, mit sehr reflektierten Gesprächspartnerinnen. Nach dem, was seit einigen Jahre so alles unter dem Schlagwort Feminismus gerade in seinen extremen Ausprägungen nach Außen getragen wird, hatte ich mir bei Wolfgangs Einleitung schon ein wenig Sorgen gemacht. Die schienen dann aber unbegründet.

Gemessen an unserem gesellschaftlichen Fortschritt, finde ich es aber trotzdem bedenklich, dass häufig eingefordert wird, dass man Feminist sein müsse, obwohl der Ansatz des Egalitarismus dann doch noch weiter reicht und somit meiner Meinung nach erstrebenswerter ist, da er die Ungleichbehandlung, die auch Männern entgegengebracht wird, nicht ausklammert. Wenn ich den Begriff benutze, gehe ich davon aus, dass er auf die Gleichbehandlung sämtlicher sozialen Gruppen abzielt, ohne jemanden zu bevorteilen. Sollte es einen anderen Begriff geben, der das was ich meine eher abdeckt, dann klärt mich auf.
Zuletzt geändert von Pawuun am 21. Feb 2018, 16:32, insgesamt 6-mal geändert.

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Ines
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Registriert: 27. Sep 2016, 07:22

Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Ines »

Ich fand die Folge gut und freue mich immer, wenn über diese Themen geredet wird.
Was die erlebten Übergriffe betrifft, ist das gesamtgesellschaftlich total verbreitet, nur ist in der IT- und in der Spielebranche der Männeranteil so hoch, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, auf jemanden zu treffen, der sich auf diese Art sexistisch verhält. Ich habe im Gesundheitswesen aber auch schon sehr vergleichbare Dinge erlebt. Was ich immer wieder ein bisschen erschreckend finde, ist wie wenig viele Männer über die Alltäglichkeit solcher Übergriffe wissen. Ich wusste bis zu den Diskussionen rund um #Aufschrei und #metoo nicht, dass es wichtig sein könnte, darüber zu reden, weil ich dachte, alle wissen, dass man als Frau sexistischen Übergriffen ausgesetzt ist.
Gut fand ich aber, in Gespräch nicht bei dieser Bewusstmachung stehen zu bleiben, sondern auch über strukturelle Veränderungsmöglichkeiten nachzudenken. Wenn man irgendetwas leitet oder organisiert, halte ich es für wichtig, explizit zu sagen, dass man sich dafür interessiert, ob sich alle sicher fühlen. Allein schon, damit man, wenn man sowas erlebt oder beobachtet, weiß, dass die Verantwortlichen ein offenes Ohr dafür haben. Das gilt für Veranstaltungen wie Konferenzen natürlich genauso wie für Unternehmen.
In welchem Maße eine Verbesserung von Arbeitnehmerrechten nun gezielt die Situation der Frauen verbessert, weiß ich nicht so recht. Aber wenn Arbeitnehmervertretungen flächendeckend existieren und ordentliche Tarifverträge und so ausgehandelt werden können, verbessert sich die Gesamtsituation, wie ich als Gewerkschafterkind ganz fest glaube. Und das verhindert dann ja auch ein stückweit Lohnungleichheit.
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Puschkin
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Puschkin »

Ich fand es gut und richtig das Thema aufzugreifen. Das Problem finde ich ist nicht "das jetzt auch hier darüber geredet wird", dass Problem ist ja das das Sexismus so weitverbreitet ist.

Und wer denkt das Thema sei zu überrepräsentiert da würde ich mich freuen wenn sich Leute die Gegenfragen dazu stellen. Wie etwa: Schiesst der Sexismus über sein Ziel hinaus?
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and are currently representing Satan in a court of law.

Stuttgarter
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Stuttgarter »

Zu Wolfgangs Art, die hier immer wieder thematisiert wird:

Ich hab sie komplett anders wahrgenommen. Nämlich nicht "devot", wie ich das bei einigen hier rauslese, sondern "rücksichtsvoll": Ein Mann, der versucht, dem Thema und seinen Gesprächspartnerinnen gerecht zu werden. Der schlicht nicht weiß, was auf das andere Geschlecht wie wirkt. Manches - wie das "Nähkästchen" - empfand ich gleichzeitig auch als humorvollen Umgang mit dem Thema.

Ich persönlich kann mich in Wolfgang gut reinversetzen - denn obwohl ich fast zwanzig Jahre jünger bin und hauptsächlich von meiner (sehr feministischen) Mutter erzogen wurde, weiß ich oft genug auch nicht, was eigentlich "okay" ist. Da ich in einer immer noch durch und durch sexistischen Gesellschaft sozialisiert wurde. Vielleicht würde es dem Umgang untereinander schon helfen, wenn man als Mann mit Frauen grundsätzlich vorsichtiger umgehen würde. So, wie Wolfgang das getan hat. Darin dann schon "vorauseilende Selbstgeißelung" erkennen zu wollen, ist vermutlich Teil des (männlichen) Problems. Da man seine Gesprächsführung stattdessen auch einfach "respektvoll" nennen kann.

Und noch zu der Kritik, dass da keine "Gegenseite" eingeladen war - in gewisser Weise gibt es da keine Gegenseite. Da das Gespräch erstmal darum ging, "Wie nehmt Ihr das wahr? Was für Erfahrungen habt Ihr gemacht? Was müsste sich Eurer Meinung nach ändern?". Da ist es schlichtweg überflüssig, einen Gegenpol reinzusetzen, der den beiden Damen dann dauernd sagt, das sei doch gar nicht so, sie müssten doch aber auch berücksichtigen oder - der Klassiker - sie sollen es doch als Kompliment betrachten. Die ganze Debatte krankt seit #aufschrei daran, dass immer auch "die Gegenseite" betrachtet werden soll. Nein, verdammich. Es geht darum, wie einzelne Menschen, in diesem Fall Frauen, etwas wahrnehmen. Diese Wahrnehmung hat man ernst zu nehmen, zumindest, wenn so viele einzelne Individuen sie teilen. Und selbst wenn sich 500 Frauen hinstellen und sagen, "Also ich empfinde das nicht so sondern fasse das als Kompliment auf" ist das kein Gegenargument.

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Ironic Maiden
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Ironic Maiden »

Mir hat die Folge gut gefallen und ich finde es richtig, dass derartige Themen im Podcast behandelt werden.

Besonders gut fand ich die klare Trennung zwischen sexuellen Übergriffen und Alltagssexismus, da dies doch häufig in einen Topf geworfen wird. Wolfgangs etwas unsichere Art des Fragens erschien mir anfangs etwas irritierend, aber insgesamt ist dies mMn sogar eine der Stärken der Folge. Zu zeigen, dass bzw. wie man einfach mal fragt, wenn man sich unsicher über das eigene Verhalten oder die eigene Ausdrucksweise ist, sollte vielleicht viel öfter in Medien geleistet werden. Es geht dabei ja nicht darum, dass man nicht vorbereitet oder zu schüchtern wäre, sondern einfach darum, ein Interesse daran zu zeigen, aus den Erfahrungen anderer zu lernen.

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Andre Peschke
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Andre Peschke »

Es ist glaube ich völlig normal, dass einige hier bei sich extreme Ermüdungserscheinungen in Bezug auf diese Debatte feststellen, da sie in vielerlei Hinsicht emotionale Arbeite erfordert. Das geht los dabei, dass man mit Einschätzungen konfrontiert wird, die man nicht hören will. Entweder, weil eine Forderung wirklich absurd ist oder aber, weil das neu-lernen von Verhalten und Weltsicht nunmal ein Aufwand ist, den man auch gerne mal scheut. Wir hatten ja schon oft über die These gesprochen, dass viele Menschen einfach überfordert sind mit all den Anforderungen Dinge neu zu lernen, zu hinterfragen etc. Es scheint so vieles im Fluss zu sein, dass eine gewisse "kognitive Hektik" entsteht, die Stress verursacht.

Ob das daran liegt, dass bestimmte Perspektiven und soziale Konstruktionen mit voller Berechtigung hinterfragt werden oder ob das Quatsch ist, spielt dabei glaube ich eine untergeordnete Rolle. Weil der Betrachter nicht zur Ruhe kommen kann, wird er entnervt. Die ganzen Anforderungen zur Neubewertung etabliert oder unwichtig geglaubter Details sind wie stundenlanger Dauerunterricht ohne Pause: Irgendwann ist man nicht mehr aufnahmefähig und ermüdet. Die konkreten Diskussionen mögen in unserem Programm faktisch keine große Präsenz einnehmen, aber allein hier im Forum ziehen sich die Diskussionen ja zuweilen über Wochen hin und brechen auch ab und an in völlig themenfremden Threads aus.

Vielleicht braucht es einfach mal eine Pause.

Andre

Stuttgarter
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Stuttgarter »

Andre Peschke hat geschrieben:
[...]

Vielleicht braucht es einfach mal eine Pause.
Würde ich mit Verlaub nicht so sehen. :) Das Thema ist derzeit nunmal dank Weinstein und Co. sehr aktuell - ich persönlich bin froh, dass Ihr aktuelles Zeitgeschehen aus Eurem Blickwinkel beobachtet und kommentiert. Wie Feamorn dargelegt hat, war es auch nicht wirklich häufig in den letzten Monaten - und wie andere schon angemerkt haben, ist ja niemand gezwungen, Eure Sendungen (in dem Moment der Veröffentlichung) zu hören. Man kann auslassen - oder nach einiger Zeit "nachhören", wenn man wieder Interesse daran hat.

Ihr sagt immer, Ihr wollt berichten, was die Leute wissen müssen, nicht was sie wissen wollen. Bitte haltet Euch gerade bei so Themen daran. :)
Zumal der Thread hier zeigt, dass es auch durchaus Stimmen gibt, die sehr dankbar für diese Folge zu diesem Zeitpunkt sind.

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Andre Peschke
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Andre Peschke »

Stuttgarter hat geschrieben:Ihr sagt immer, Ihr wollt berichten, was die Leute wissen müssen, nicht was sie wissen wollen. Bitte haltet Euch gerade bei so Themen daran. :)
Oh, ich denke um Himmels Willen nicht daran, unsere Themenauswahl zu ändern. Ich rede vom Forum außerhalb der Threads zu Folgen wie dieser. :D

Andre

Stuttgarter
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Stuttgarter »

Andre Peschke hat geschrieben:
Stuttgarter hat geschrieben:Ihr sagt immer, Ihr wollt berichten, was die Leute wissen müssen, nicht was sie wissen wollen. Bitte haltet Euch gerade bei so Themen daran. :)
Oh, ich denke um Himmels Willen nicht daran, unsere Themenauswahl zu ändern. Ich rede vom Forum außerhalb der Threads zu Folgen wie dieser. :D

Andre
Ah okay, sorry, dann hab ich das falsch verstanden. Und bin sehr beruhigt. :)

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Ines
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Ines »

Ich war auch gerade irritiert: Gestern so eine Folge veröffentlichen und heute dann sagen, es brauche eine Pause (von diesen Themen)... :D
"Se faire objet, se faire passive, c'est tout autre chose q'être un objet passif" (S. de Beauvoir)

monieu
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von monieu »

Der Verdacht liegt nahe:
Andre Peschke hat geschrieben:Vielleicht braucht es einfach mal eine Pause.
= Ich brauche einfach mal eine Pause (von den Diskussionen im Forum)?

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Andre Peschke
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Andre Peschke »

monieu hat geschrieben: = Ich brauche einfach mal eine Pause (von den Diskussionen im Forum)?
Du oder ich? :D

Ich: Nein. Ich persönlich bin bei diesen Diskussionen eigentlich reichlich entspannt. Ich habe da nur einer Beobachtung Ausdruck verliehen.

Andre

monieu
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von monieu »

Na, ich auch nicht, bin ja gerade erst angekommen. :D

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Felidae
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Felidae »

der unbestechliche hat geschrieben:In dieser ganzen Debatte wurde doch längst der Punkt überschritten, in dem nur real existierende Missstände kritisiert werden.
Es ist in eine pseudoreligöse Hexenjagd umgeschlagen, in der eine kleine Gruppe von Personen ihre Neurosen auslebt und leider in den Medien so viel Gehör findet, dass immer noch mal einer draufgesetzt wird.
Eine ganz kleine Minderheit von Frauen meint, entscheiden zu müssen, was ihren Geschlechtsgenossinnen erlaubt sein darf und was verboten gehört, da diese ja nicht in der Lage seien, selbst über ihr Leben zu bestimmen.
Und jeder, der in gewissen Kreisen nicht die vorgeblich reine Lehre predigt, wird direkt angefeindet. Deswegen meiden viele das Thema einfach nur noch.
Wenn man sich jedoch mal außerhalb dieser Filterbubbles begibt, kann man feststellen, dass sehr viele Frauen die aktuellen Debatten nur noch lächerlich finden.
Du sprichst von Filterbubbles aber hälst die Haltung "sehr vieler Frauen, welche die aktuelle Debatte nur noch lächerlich finden" (die du aus deinem persönlichen Umfeld kennst, nehme ich an) für relevanter bzw. "richtiger" als die Haltung derer, die über ihre Erlebnisse berichten und/oder Kritik an sexistischen Strukturen und Handlungen üben?
NDA hat geschrieben:Niemand hält die "Frauen" davon ab sich hier an der Diskussion zu beteiligen. :think: Aber ich kann doch nicht hingehen und einfach annehmen, die Situation ist soviel schlimmer, obwohl meine persönliche Wahrnehmung eine andere ist. Dies ergibt für mich auch keinen Sinn.

Das ist wie bei der "schweigenden Mehrheit": Die hat dann einfach mal Pech gehabt.
meisterlampe1989 hat geschrieben:Und meine Diagnose ist eben, dass sich der Feminismus heutzutage mehr und mehr darauf beschränkt Verhalten und Sprache zu regulieren, anstatt für die tatsächliche Gleichberechtigung zu streiten.

Das empfinden viele Menschen als regressiv und oppressiv.
Im Englischen heisst das "alienate". Man verschreckt so viele Menschen.
Ich bin der ganz festen Überzeugung, dass die ganz grosse Mehrheit der Anti-SJW Schreier im Internet eigentlich sogsr zustimmen würden, wenn es um echte Gleichberechtigung, wie z.B. gleiche Bezahlung geht. Aber die fühlen sich bedrängt.

Hier in dieser Folge wurden ganz klar Erfahrungen die am am eigenen Leib gemacht wurden geschildert und auch Nina Kiel hat in der Vergangenheit von Erlebnissen berichtet. Es gibt nicht viele Formate, die Frauen aus der Spielebranche die Gelegenheit bieten, sich so offen und ungefiltert zu diesem Thema zu äußern. Ich bin dankbar, dass ThePod ihnen diese Möglichkeit bietet.
Leider habe ich das Gefühl, dass solche Berichte von vielen Menschen als Anlass genommen werden sich über die gefühlte Häufigkeit des Themas zu beschweren, anstatt auf die Fälle einzugehen, die thematisiert wurden. Man beklagt sich darüber, dass die Diskussionskultur vergiftet sei und viele sich nicht mehr beteiligen wollten aufgrund von Vorwürfen, Stigmatisierung und Schubladendenken. Andererseits sollte man sich fragen, warum Menschen, in erster Linie Frauen, bei dieser Diskussion zum Teil recht emotional werden - möglicherweise weil sie jahrelang nicht ernstgenommen wurden? Dass es auf beiden Seiten Personen gibt, die der Diskussion nicht gut tun, ist klar. Man könnte hier fragen was zuerst vorhanden war, das Huhn oder das Ei. Allerdings halte ich es für wichtig sich mit der Problematik selbst auseinanderzusetzen und den Betroffenen zuzuhören, anstatt sich genervt abzuwenden, aus Angst man könne mit Sexisten in eine Schublade gesteckt werden. Hätte man von Anfang an mehr zugehört, wäre diese ganze Debatte vielleicht tatsächlich sachlicher verlaufen. Ich denke, dass eher den Opfern ein offenes Ohr geschenkt werden sollte und nicht jenen die "aber ganz andere Erfahrungen gemacht haben" und denen das Thema langsam auf die Nerven geht.
In dieser Folge wurde niemand angefeindet, Männern und Frauen nichts vorgeschrieben und auch nicht gepredigt. Es wurden persönliche Erlebnisse geschildert und auf eine sehr reflektierte Art und Weise Möglichkeiten diskutiert, die Gleichberechtigung und Aufklärung förderlich sein könnten. Wenn einen das Thema grundsätzlich nicht (mehr) interessiert muss man es eben aussparen aber die Existenz und Gestaltung der Folge selbst halte ich für absolut korrekt und angebracht.

der unbestechliche
Beiträge: 338
Registriert: 1. Jun 2016, 21:10

Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von der unbestechliche »

@ Felidae
Es soll nur noch über die Folge diskutiert werden.
Aber um kurz auf deine Unterstellung zu antworten: Ich meine nicht nur mein persönliches Umfeld, das wäre nicht sonderlich repräsentativ. Aber ich verfolge auch andere Seiten, bei denen hin und wieder auch diese Themen vorkommen und wo zahlreich auch von Frauen kommentiert wird. Da ist das Stimmungsbild völlig konträr zu den Feministenbubbles.

Es geht mir nicht darum, irgendwelche "Übergriffe" zu rechtfertigen sondern um die Auswüchse, die hier im Thread auch schon genannt wurden. Vom unsinnigen Genderneusprech, Verbannung von historischen Kunstwerken, pauschalem Ausschließen von Männern vo Veranstaltungen usw. usf.
Und das sich über jeden Kleinscheiß echauffiert wird (Tür aufhalten, für Assistentin oder Freundin gehalten werden o.ä.)
Wen solche Lappalien längerfristig belasten, der/die hat entweder keine richtigen Probleme oder eine Neurose.

meisterlampe1989

Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von meisterlampe1989 »

Andre Peschke hat geschrieben:Es ist glaube ich völlig normal, dass einige hier bei sich extreme Ermüdungserscheinungen in Bezug auf diese Debatte feststellen, da sie in vielerlei Hinsicht emotionale Arbeite erfordert. Das geht los dabei, dass man mit Einschätzungen konfrontiert wird, die man nicht hören will. Entweder, weil eine Forderung wirklich absurd ist oder aber, weil das neu-lernen von Verhalten und Weltsicht nunmal ein Aufwand ist, den man auch gerne mal scheut. Wir hatten ja schon oft über die These gesprochen, dass viele Menschen einfach überfordert sind mit all den Anforderungen Dinge neu zu lernen, zu hinterfragen etc.
Auch wenn das nicht der Fall ist, aber ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen. Ich scheue keine "emotionale Arbeit". Ich habe die Folge gerne gehört, die Gesprächspartner waren sympathisch. Und natürlich setze ich mich auch gerne damit auseinander. Sexismus ist ein riesen Problem. Es gab nur eben wieder diese Auswüchse a la, "darf man ein Frau die Tür aufhalten". Meiner Meinung nach entwertet man damit die Diskussion.

Ausserdem empfinde ich dieses "die müssen das halt lernen, denen muss man Zeit geben" wahnsinnig herablassend.

Ich bin langsam Müde vom Schreiben der Disclaimer, aber ich bin hier genauso progressiv wie jeder andere auch. Ich habe aber bei bestimmten Thesen eine Grenze gezogen, ab der ich es für nicht mehr hilfreich halte.

Ich muss im Umgang mit Frauen GAR NICHTS mehr lernen. Siehst du Andre, auch du hast die Schublade gezückt: Jemand, der in der Feminismus-Debatte nicht zu allem Ja sagt ist halt ein Rückständiger, der noch lernen muss.

Gefällt mir nicht so.

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Andre Peschke
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Re: Walkthrough: Sexismus in der Spielebranche

Beitrag von Andre Peschke »

meisterlampe1989 hat geschrieben:Es gab nur eben wieder diese Auswüchse a la, "darf man ein Frau die Tür aufhalten". Meiner Meinung nach entwertet man damit die Diskussion.

Ausserdem empfinde ich dieses "die müssen das halt lernen, denen muss man Zeit geben" wahnsinnig herablassend.
Lies nochmal nach, was ich schrieb. Ich habe beide Fälle abgedeckt. Entweder will nicht lernen oder wird mit absurden Forderungen konfrontiert die ihn entsprechend aufregen.

Andre

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