Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

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meisterlampe1989

Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von meisterlampe1989 »

https://www.gamestar.de/artikel/spielef ... 29085.html

Der Verband GAME hat ein erstes Konzept vorgelegt, die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Förderung der Spieleindustrie in unserem schönen Land zu gestalten.

Es soll einen Fonds geben, für den man zunächst 50 Mio. € vorsieht. Daraus sollen dann Projekte gefördert werden, die bestimmte Kriterien erfüllen (siehe Gamestar-Artikel). Es muss auch ein Kulturtest bestanden werden, allerdings nur nach dem Mehrheitsprinzip, 17 von 32 Punkten müssen erreicht werden. Auch USK 18 Titel sollen gefördert werden.

Aber - man möchte einfügen "natürlich" - gibt es aus der Politik schon große Abers. Die Haushaltverhandlungen im Bundestag laufen schon. Das bedeutet, dass der Vorschlag für das Jahr 2019 wahrscheinlich zu spät kommt und erst ab 2020 gefördert werden kann. Die Digitalstaatssekräterin Bär könnte mit ihren mickrigen 31 Mitarbeitern auch einfach zu klein für die Umsetzung sein.

Und - was wäre Deutschlands Politik ohne diesen Einwand - wünscht sich bereits der erste prominentere Politiker, Martin Rabanus, der zuständige Sprecher der SPD zu diesem Thema, dass ein ganzes Genre bei der Förderung nicht berücksichtigt wird, Zitat:
Eines schließt er allerdings aus: Dass die Förderung auch Shootern zukommen soll: "Argumente, denen zufolge auch Shooter als förderfähig angesehen werden könnten, haben mich bisher nicht überzeugt."
Das heißt also, dass auch hier die Politik nicht vollkommen offen an die Sache heran geht. Ein Projekt wie Spec Ops (ob er das Spiel kennt :shhh:? ) wäre also nach Rabanus nicht "förderfähig" - einfach nur weil es im falschen Genre seine (meiner Meinung nach) für Spiele große kulturhistorische Bedeutung erbringt.

Ich denke es wird für den E-Sport, der ja auch prominent im Koalitionsvertrag steht, auch noch ein paar heitere Erkenntnisse geben. wenn die Politik feststellt, dass dazu auch Starcraft oder - noch viel schlimmer - CS zählen und nicht nur Fifa.

Kann sein, dass ich mich an kleinen Dingen aufhänge, aber so richtig akzeptiert, fühlt man sich von der Politik immer noch nicht.

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Vinter
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Vinter »

Dürfte das nicht gegen eine Kombination aus Kunstfreiheit und Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen? Es ist immerhin Sache des Kunstschaffenden, eine Ausdrucksform festzulegen. Wenn das Projekt die formalen Hürden nimmt, kann du mir nicht vorstellen, dass es rechtlich zulässig ist "Aber du trotzdem nicht" zu sagen.

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Soulaire
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Soulaire »

und wo fängt "Shooter" an? ab USK 18 oder darf ein Splatoon-artiges Spiel auch nicht gefördert werden?

meisterlampe1989

Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von meisterlampe1989 »

Soulaire hat geschrieben:
28. Apr 2018, 14:22
und wo fängt "Shooter" an? ab USK 18 oder darf ein Splatoon-artiges Spiel auch nicht gefördert werden?
Ich glaube er verwendet hier einfach "Gewalt" und "Shooter" synonym.

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Neobone
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Neobone »

Fangen die schon wieder mit dem Kulturquatsch an. :roll:
Leben die noch hinter dem Mond?
Mir wäre kein Land in der Welt bekannt das die Gelder nach kulturellen Kriterien des eigenen Landes vergibt, nur die Deutschen kommen mit so einem realitätsfernen Konzept daher.
Sollen sie halt massive steuerliche Subventionierung für die Branche zur Förderung nutzen, das wäre wohl wesentlich sinnvoller als der Quark.

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HerrReineke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

Da bin ich ja mal sehr gespannt, wann wieviel von diesem Konzept umgesetzt wird. Aber schonmal schön, dass es ein konkretes Modell gibt, über das man sich auslassen und dessen Pro- und Kontras man diskutieren kann. Das ist immerhin schonmal ein Schritt hin zu einer tatsächlichen Förderung, denn von allein wird von Regierungsseite kaum ein sinnvoller Vorschlag auftauchen... Ein bisschen lobbyistischer Input dürfte da durchaus notwendig und hilfreich sein.
Vinter hat geschrieben:
28. Apr 2018, 14:08
Dürfte das nicht gegen eine Kombination aus Kunstfreiheit und Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen? Es ist immerhin Sache des Kunstschaffenden, eine Ausdrucksform festzulegen. Wenn das Projekt die formalen Hürden nimmt, kann du mir nicht vorstellen, dass es rechtlich zulässig ist "Aber du trotzdem nicht" zu sagen.
Wenn die Vorgaben aber von Beginn an vorsehen würden, dass bestimmte Ausdrucksformen keine Berücksichtigung finden, dürfte man das nur sehr schwer verargumentiert bekommen - ich würde sogar behaupten gar nicht. Die Kunstfreiheit sorgt nicht dafür, dass es eine Förderung geben müsste - die bleibt also weiter freiwillig. Und der Gleichbehandlungsgrundsatz dürfte nicht anwendbar sein, weil man sich ja eine (wenn auch aus unserer Sicht sicherlich bescheuertes und unzutreffendes) Argument dagegen ausgedacht und bestimmte Bereiche aus der Förderung grundsätzlich ausgeschlossen hat.

Wenn aber das Konzept, so wie es vorgestellt wurde, umgesetzt werden würde, dann müssten auch Shooter gefördert werden. Die Frage ist eher, dürfte die Regierung bestimmte Bereiche von Beginn an aus der Förderung ausnehmen: Und das liegt wohl im weiten Ermessensspielraum der Exekutive.
Quis leget haec?

meisterlampe1989

Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von meisterlampe1989 »

Neobone hat geschrieben:
28. Apr 2018, 14:52
Mir wäre kein Land in der Welt bekannt das die Gelder nach kulturellen Kriterien des eigenen Landes vergibt, nur die Deutschen kommen mit so einem realitätsfernen Konzept daher.
Wir sind auch das einzige Land, in dem sich die Politik so breit aus dem Fenster gelehnt hat, wenn es um gewalthaltige Spiele geht. Die Parteien und Politiker haben halt Angst vor ihren konservativeren und älteren Wählern als inkonsequent dazustehen, wenn man jetzt das fördert, was man vor 10 Jahren noch verbieten wollte.
Und ich denke man kann die Uhr danach stellen, wann die erste Überschrift im Boulevard kommen würde: "Politik unterstützt Spiel, in dem man Köpfe zerschießen kann".

Was das Thema "Killerspiele" angeht, gibt es noch enorme Altlasten und manche, wie z.B. momentan Herr Grindel vom DFB oder nach dem Amoklauf von München unser damaliger Innenminister wärmen die Debatte, wenn es politisch gelegen kommt, auch gerne wieder auf.

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Soulaire
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Soulaire »

Ich kann es verstehen wenn man keine USK18 Spiele fördern möchte und finde es sogar gut, dass man es Kultur-Förderung nennt, auch wenn die Umsetzung doch einer Wirtschaftsförderung entspricht ....
Viele denken dass man durch mehr Geld automatisch bessere Spiel bekommt, was ich überhaupt nicht so sehe- Sie werden sich wahrscheinlich besser verkaufen-ja , aber das reicht mir persönlich nicht.
Bei der Film-Förderung wird gefühlt auch nur Schrott unterstützt, zumal das meiste Geld sowieso nur bei den Arrivierten landet .
Und auch bei der Games-Förderung wird es ähnlich ablaufen. Die bestehenden Unternehmen werden die meiste Kohle abgreifen können. Mich würde es zum Beispiel sehr wundern, wenn es eine erhebliche Unterstützung zur Gründung von kleinen Indie-Studios geben würde, da keine Lobby hierfür existiert und die Industrie kein Interesse an erhöhter Konkurrenz aus dem eigenen Land hat. Leider sehe ich da ziemlich schwarz.

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IpsilonZ
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von IpsilonZ »

Puh, gut, dass Slasher anscheinend nicht betroffen sind!

Wirklich großen Respekt an die Leute, die sich so dafür einsetzen. Wenn selbst bei Leuten die dem Thema grundsätzlich aufgeschlossen zu sein scheinen solche Aussagen rumkommen... ich stell mir das alles sehr frustrierend vor.

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Soulaire
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Soulaire »

sehe gerade dass die Förderung erst ab 30 000€ Budget des Prototypen greift. Damit werden schon die meisten Indie-Games ausgeschlossen.....schade, war aber zu erwarten

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Nachtfischer
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Nachtfischer »

Guter Punkt, Solaire. Die Kleinen schauen gegebenenfalls in die Röhre.

Und schon beim reinen Konzept dieses "Umfragebogens" stellen sich mir die Nackenhaare auf. Am Ende werden die Titel dann zurechtgestutzt, bloß um da auf über 50% zu kommen.

Bald in deutschen Entwicklerstudios: "Ach, was soll's. Dann spielt es eben in Wetzlar statt in Mordor!"

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Andre Peschke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Andre Peschke »

Neobone hat geschrieben:
28. Apr 2018, 14:52
Mir wäre kein Land in der Welt bekannt das die Gelder nach kulturellen Kriterien des eigenen Landes vergibt, nur die Deutschen kommen mit so einem realitätsfernen Konzept daher.
Da hat jemand meine Reportage nicht gehört!111

Wirtschaftsförderung ist in der EU deutlich strenger reglementiert. Daher wird sie unter dem Deckmantel der Kulturförderung betrieben. Die Spieleförderung in England sieht daher genau so einen kulturellen "Eignungstest" vor, zB.
Soulaire hat geschrieben:
28. Apr 2018, 19:34
sehe gerade dass die Förderung erst ab 30 000€ Budget des Prototypen greift. Damit werden schon die meisten Indie-Games ausgeschlossen.....schade, war aber zu erwarten
Aus der Branche gab es diesbezüglich auch schon ein paar Kritiken. Auch, dass zB Förderung von Ausbildung nicht vorgesehen ist, bislang. Felix Falk schrieb dazu, das sei nunmal der erste Anlauf und da versuche man erstmal das wichtigste zu fördern, nämlich die Ansiedlung größerer Studios etc. Das ganze haben wohl 40 Mitglieder des neuen Game ausgetüftelt. Vermutlich eher die größeren?

Andre

lolaldanee
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von lolaldanee »

Nachtfischer hat geschrieben:
28. Apr 2018, 20:46

Bald in deutschen Entwicklerstudios: "Ach, was soll's. Dann spielt es eben in Wetzlar statt in Mordor!"
Ich bin da eigentlich bei Jochen, so schlecht ist es gar nicht auch die europäisch/deutsche Perspektive mal zu fördern
Eine Orkinvasion in Wetzlar wäre zumindest mal was neues, und ein gewisser Charm ließe sich dem Ganzen nicht absprechen :mrgreen:

mein größter Kritikpunkt wäre tatsächlich im Moment auch die Deckelung nach unten, genau die, die es am meisten brauchen können, bekommen nix
dann wird das ganze doch wieder ne Wirtschaftsförderung unter dem Deckmantel einer Kulturförderung :roll: Nennt mich einen Pessimisten, aber ich sehes schon kommen, dass wir das schlechteste aus beiden Konzepten vereint sehen werden, genau wie in der Filmförderung :doh:
Zuletzt geändert von lolaldanee am 29. Apr 2018, 00:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Nachtfischer
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Nachtfischer »

lolaldanee hat geschrieben:
29. Apr 2018, 00:11
Nachtfischer hat geschrieben:
28. Apr 2018, 20:46

Bald in deutschen Entwicklerstudios: "Ach, was soll's. Dann spielt es eben in Wetzlar statt in Mordor!"
Ich bin da eigentlich bei Jochen, so schlecht ist es gar nicht auch die europäisch/deutsche Perspektive mal zu fördern
Eine Orkinvasion in Wetzlar wäre zumindest mal was neues, und ein gewisser Charm ließe sich dem Ganzen nicht absprechen :mrgreen:
Wenn man das machen will, gerne. Wenn man das machen muss, um auf X Punkte Kulturkonformität zu kommen? Meh.

lolaldanee
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von lolaldanee »

Oh Gott, mir fällt grade auf: Es wird wirklich wie im Film werden :/ Fast alle Produkte werden bieder umgesetzt den 2. Weltkrieg als Thema haben, aber im Gegensatz zum Film dürfen hier dann die Nazis nicht mal Nazis sein und werden auch noch ala Wolfenstein verstümmelt

ääääääh, vlt sollten wir doch lieber nicht fördern?

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Neobone
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Neobone »

Andre Peschke hat geschrieben:
28. Apr 2018, 23:58
Da hat jemand meine Reportage nicht gehört!111

Wirtschaftsförderung ist in der EU deutlich strenger reglementiert. Daher wird sie unter dem Deckmantel der Kulturförderung betrieben. Die Spieleförderung in England sieht daher genau so einen kulturellen "Eignungstest" vor, zB.
Doch, aber ich kann mich nicht daran erinnern das du dort von solch einem Eignungstest gesprochen hast, sondern nur von dem Deckmantel der kulturellen Förderung allgemein.
Aber ja jetzt nachdem ich mal gesucht habe, sieht es aus als ob England fast exakt den gleichen Test nutzt, bzw. hier versucht wird das gleiche System wie in England zu nutzen.

http://www.bfi.org.uk/film-industry/bri ... ideo-games

Trotzdem wäre auch noch ein anderer Ansatz möglich wie z.B. in Polen wo man es als Technologieförderung verpackt, siehe die Millionenförderung für CD Projekt Red.

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Andre Peschke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Andre Peschke »

Neobone hat geschrieben:
29. Apr 2018, 12:39

Trotzdem wäre auch noch ein anderer Ansatz möglich wie z.B. in Polen wo man es als Technologieförderung verpackt, siehe die Millionenförderung für CD Projekt Red.
Das grenzt die Anwendungsfälle sehr stark ein. Daher wählt man den Weg der Kulurförderung. Das sind keine Idioten, beim GAME. Die wissen schon sehr genau, was sie da tun.

Andre

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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Mr. Trombone »

Neobone hat geschrieben:
28. Apr 2018, 14:52
Fangen die schon wieder mit dem Kulturquatsch an. :roll:
Das müssen sie leider so machen. Jedem ist klar, dass das Wirtschaftsförderung sein soll, aber wenn man nicht das Siegel "Kuilterförderung" drauf pappt, gibt es Probleme mit dem EU-Recht. Art. 107 Abs. 1 AEUV ist da recht eindeutig; siehe auch die Ausnahmemöglichkeit in Abs. 3 lit. d).

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Neobone
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Neobone »

Andre Peschke hat geschrieben:
29. Apr 2018, 15:52
Neobone hat geschrieben:
29. Apr 2018, 12:39

Trotzdem wäre auch noch ein anderer Ansatz möglich wie z.B. in Polen wo man es als Technologieförderung verpackt, siehe die Millionenförderung für CD Projekt Red.
Das grenzt die Anwendungsfälle sehr stark ein. Daher wählt man den Weg der Kulurförderung. Das sind keine Idioten, beim GAME. Die wissen schon sehr genau, was sie da tun.

Andre
Die Technologieförderung kann man dort komplett inflationär anwenden, wenn man sieht wofür CD Projekt Red das Geld bekommen hat, da wird nichts wirklich eingeschränkt wenn man es vernünftig verpackt.

Zitat Gamestar:

"Gefördert werden die Aspekte »Seamless Multiplayer«, also ein übergangsloser Multiplayer und damit eine Technologie, um einzigartige Mehrspieler-Mechaniken zu entwickeln, und »City Creation«, eine komplexe Technologie, um große lebendige Städte zu erschaffen, die in Echtzeit spielbar sind.

Cyberpunk 2077:
Weitere Punkte, die CD Projekt RED bei der Antragstellung im September hervorhob, waren »Animation Excellence« (realistischere Animationen) und »Cinematic Feel« (Kino-Gefühl). Darüber hinaus bewarb sich das Unternehmen für eine weitere Förderung. Sie sollte vor allem ihrer Verkaufsplattform GOG.com zugutekommen. Die Entwickler wollte damit eine Konsolen- und PC-übergreifende Software-Basis für Spiele aufbauen."

Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/cd-proj ... 07001.html

Die Polen sind nämlich auch keine Idioten, die können sogar so noch Plattformen wie GOG fördern und nicht nur Spieleentwicklung. ;)

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Andre Peschke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Andre Peschke »

Neobone hat geschrieben:
30. Apr 2018, 00:16
Die Technologieförderung kann man dort komplett inflationär anwenden, wenn man sieht wofür CD Projekt Red das Geld bekommen hat, da wird nichts wirklich eingeschränkt wenn man es vernünftig verpackt.
Du musst dir dann aber jedesmal eine neue Technologie ausdenken, die hier entwickelt werden soll und andere EU-Mitgliedsstaaten können auf EU-Ebene eine Überprüfung deiner Förderbedingungen beantragen, inklusive Strafen, wenn sich rausstellt, dass du zu großzügig warst. AFAIK hat Polen das auch zusätzlich eingeführt und ist mit einer Kulturförderung gestartet (die CDPR auch schon eingesackt hat, vorher). Alle Menschen mit denen ich gesprochen haben waren sich einig, dass das zusätzlich gut ist, aber alleinige Technologieförderung zu eng ist und in der Förderung große, etablierte Studios/Publisher bevorteilt.

Andre

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