Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

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Tom
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Tom »

So eine bedauerliche Geldverschwendung. Und gleichzeitig hört man an anderer Stelle, dass ohne neue Schulden oder Steuern die IT Infrastruktur der Behörden, die Polizei, Gerichte, Schulen, etc. massiv unterfinanziert sind...

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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

Tom hat geschrieben:
15. Nov 2019, 22:48
So eine bedauerliche Geldverschwendung. Und gleichzeitig hört man an anderer Stelle, dass ohne neue Schulden oder Steuern die IT Infrastruktur der Behörden, die Polizei, Gerichte, Schulen, etc. massiv unterfinanziert sind...
Diese werden aber nicht vom Bundesverkehrsministerium finanziert. Und wenn der Staat in der aktuellen Niedrigzinsphase keine Schulden macht, dann macht er was verkehrt. Außerdem kann eine starke Gaming-Industrie ja ITler ausbilden und mithelfen die benötigte Anzahl an Fachkräften für die Erneuerung der IT bereitzustellen. Oft fehlt es ja gar nicht am Geld, sondern am fehlenden Personal mit IT-Background in den Kommunen und Behörden.
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Sebastian Solidwork
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Sebastian Solidwork »

Beklagt euch bitte über die MILLIARDEN
z.B. für den Euro-Rettungsschirm.
Diese 50 Millionen sind nur Pinats und gehen wenigstens Mal an Unternehmen, auch wenn mir davon nicht alle gefallen, anstatt an Banken.

Lasst euch nicht auf "Teile und herrsche" ein.
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Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie

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Jon Zen
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Jon Zen »

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
16. Nov 2019, 00:34
Beklagt euch bitte über die MILLIARDEN für z.B. den Euro-Rettungsschirm.
Diese 50 Millionen sind nur Pinats und gehen wenigstens Mal an Unternehmen, auch wenn mir davon nicht alle gefallen, anstatt an Banken.
Bitte sei mir nicht böse, aber die Euro-Geldpolitik ist extrem komplex, dass es einfach populistisch ist, dessen Instrumente mit einem 2-Sätzer einfach so abzukanzeln und auch für einen solchen Thread auch unangemessen ist (egal ob man den "Rettungsschirm danach für gut oder schlecht befindet).
Mit der Höhe der Wirtschafts- bzw. Kulturförderung, wie hier bei der deutschen Gamesindustrie, hat das nicht viel zu tun.

Ich denke, dass es für die Gamesbranche am besten wäre, würde sie jedes Land gleich besteuern und/oder fördern. So könnten gleiche Wettbewerbsbedingungen, unabhängig der Staatsangehörigkeit, geschaffen werden. Praktisch wird das für lange Zeit nicht möglich sein. Ein Schritt, wie es machbar wäre, würde ein Verbund der nationalen Games-Verbände darstellen (alternativ über die Politik). Diese könnten so ihre Forderungen besser koordinieren und standardisieren. Leider gäbe es dann ähnlich, wie bei der Besteuerung ("Steueroasen"), immer einzelne Länder, die dann den Anreiz nutzen würden, daraus einen Vorteil zu ziehen und sich nicht daran zu halten.

Persönlich würde ich mir mehr risikofreude, größere Ambitionen und weniger Jammern von den deutschen Entwicklern wünschen (ja, ich weiß, dass darauf die Antwort nur mehr Jammern ist... :cry: ). Ich kaufe ja schon ihre oft mittelmäßigen Titel. ;)
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HG_Christopher
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HG_Christopher »

Heute haben wir nochmal etwas nachgelegt, denn die großen Projekte werden Partner benötigen. https://www.gameswirtschaft.de/wirtscha ... oerderung/ Und nein wir jammern nicht, wir packen mit an. Und ich hoffe wir werden in Kürze mit El Hijo, Through the Darkest of Times und Spitlings Titel haben, die auch hier einige gefallen werden, die auch in Deutschland entwickelt und von uns finanziert werden.

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Nachtfischer
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Nachtfischer »

HG_Christopher hat geschrieben:
18. Nov 2019, 18:56
Heute haben wir nochmal etwas nachgelegt, denn die großen Projekte werden Partner benötigen. https://www.gameswirtschaft.de/wirtscha ... oerderung/ Und nein wir jammern nicht, wir packen mit an. Und ich hoffe wir werden in Kürze mit El Hijo, Through the Darkest of Times und Spitlings Titel haben, die auch hier einige gefallen werden, die auch in Deutschland entwickelt und von uns finanziert werden.
Fantastische Aktion! Super auch euer Fokus auf (Indie-)Premium-Titel. Über diesen Weg könnte die Förderung auch kleineren und talentierten neuen Teams (die wir dringend brauchen) zugute kommen, die nicht einfach mal so den nötigen Cashflow rumliegen haben. :clap:

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Axel
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Axel »

Mir würden spontan wichtigere Dinge einfallen.

Ganz ehrlich: Wozu braucht es denn eine Förderung von Games? Wieso sollen private Unternehmen überhaupt staatlich gefördert werden? Es ist so wie überall: Gewinne privatisieren und Risiken vergesellschaftlichen. Welche Vorteile hätte denn unsere Gesellschaft von so einer Förderung?
Der obige Beitrag stellt allein meine Meinung dar. Auch wenn ich es vielleicht nicht jedes einzelne Mal dazu schreibe, weil ich es vergesse: es ist dennoch nicht als Verallgemeinerung gemeint. Du sollst selbstverständlich eine andere Meinung haben. :)

HG_Christopher
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HG_Christopher »

Axel hat geschrieben:
20. Nov 2019, 10:12
Mir würden spontan wichtigere Dinge einfallen.

Ganz ehrlich: Wozu braucht es denn eine Förderung von Games? Wieso sollen private Unternehmen überhaupt staatlich gefördert werden? Es ist so wie überall: Gewinne privatisieren und Risiken vergesellschaftlichen. Welche Vorteile hätte denn unsere Gesellschaft von so einer Förderung?
Es gibt ganz viele Gründe wieso Games in Deutschland gefördert werden sollten und es gibt sicherlich auch x Gründe wieso nicht. Hast du dir die aktuellen Statistiken aus Kanada angeschaut, wie dort die Förderung funktioniert und das dies weit mehr bringt als nur Games? Hier eine kleine Zusammenfassung: https://mobilesyrup.com/2017/10/24/cana ... nnovation/

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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

Spannende News bei GamersGlobal. Vielleicht können Wolfgang und Sebastian mal einen Podcast dazu aufnehmen:
Gleichzeitig habe jedoch das BMVI den Antrag des betreffenden Studios an das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt weitergereicht. Die Sachbearbeiter seien zwar freundlich und entgegenkommend, aber ihnen fehle es an Branchenwissen. Daher gäbe es viele einzelne Rückfragen zum kleinteiligen Antrag wie "Was ist ein Switch-Entwicklerkit?" und "Warum ist eine Unity-Lizenz notwendig?" zwischen denen Wochen vergehen. Die veranschlagte Bearbeitungszeit von maximal sechs Monaten sei schon überschritten.

Entsprechend harsch fällt das Fazit des Interviewten aus, dessen Studio kein Projekt dazwischenschieben kann und so durch die Wartezeit Geld verbrennt:
https://www.gamersglobal.de/news/169308 ... ler-in-not
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DexterKane
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von DexterKane »

https://www.gameswirtschaft.de/wirtscha ... interview/

Ähh, verstehe ich das richtig?
Da hat ein Studio Fördergeld beantragt und ist dann automatisch davon ausgegangen, dass das alles klappt.

Jetzt verzögert sich das und anstatt etwas anderes zu machen oder in Vorleistung zu gehen, sitzen die rum und machen gar nichts.

Und die Konsequenz daraus ist nicht, anders zu planen, sondern zu verlangen, dass das Steuergeld doch gefälligst schneller und einfacher kommen muss?

Sorry, aber jeder Handwerker, der so arbeitet ist in 3 Monaten pleite, und das zurecht.
Und das ist jetzt die zukünftige internationale Spitze?

Können wir dieses ganze Förderungsding rückwirkend wieder abblasen?
Ich hab nämlich gerade weniger Vertrauen denn je, dass da irgendwas vernünftiges bei rum kommt…
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Heretic
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Heretic »

Da scheint's auf beiden Seiten irgendwie zu klemmen. Beim BMVI wiehert der Amtsschimmel und man will scheinbar den kompletten Entwicklungsverlauf des Spiels im Voraus aufgedröselt bekommen (wie soll das gehen?). Der Entwickler sitzt untätig herum, verbrennt Geld und wartet auf die Zusage. Warum fangen die nicht einfach schonmal an mit ihrem Projekt? Haben die denn überhaupt keine Rücklagen? Was hätte dieser Entwickler ohne die Games-Förderung gemacht?

Klingt alles sehr seltsam...

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schneeland
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von schneeland »

Erinnert mich an BMBF- und EU-Forschungsprojekte - da hat man schon mal das Gefühl, dass die Planwirtschaft eine ökologische Nische zum Überleben gefunden hat. Gerade wenn man sowas das erste Mal macht ist das eher irritierend. Letztlich bestätigt das ein bisschen die Befürchtung, dass die Förderung gerade für kleine Entwickler überhaupt nicht attraktiv wird.
Wobei man m.E. dem Entwickler auch durchaus zurecht vorwerfen kann, dass es nicht sehr solide ist, wenn man fest auf eine nicht genehmigt Förderung baut.
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vicsbier
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von vicsbier »

Leonard Zelig hat geschrieben:
16. Nov 2019, 00:30
Und wenn der Staat in der aktuellen Niedrigzinsphase keine Schulden macht, dann macht er was verkehrt.
So ein Unsinn. Wenn er da keine Schulden macht, dann macht er alles richtig. Wenn die Zinsen nur etwas steigen steht er sonst nämlich vor erheblichen Problemen.

Die Förderung von Spielen sollte so aussehen, dass ein Studio danach auch existieren kann und nicht weiterhin auf Fördergelder angewiesen ist. Andernfalls ist die Investition nicht nachhaltig. Gute Fachkräfte in der IT finden derzeit auch überall einen Job, d.h. es ist nicht notwendig hier zu fördern um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Axel hat geschrieben:
20. Nov 2019, 10:12
Mir würden spontan wichtigere Dinge einfallen.
Ebenfalls Unsinn. Die Lage wird nicht besser, wenn man Extremisten unterstützt um Extremisten abzuwehren. Das gilt auch International, zB die Unterstützung der Afghanen im Kampf gegen die UdSSR - am Ende richten sich die Waffen gegen die Unterstützer.

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HerrReineke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

DexterKane hat geschrieben:
15. Jan 2020, 10:15
https://www.gameswirtschaft.de/wirtscha ... interview/

Ähh, verstehe ich das richtig?
Da hat ein Studio Fördergeld beantragt und ist dann automatisch davon ausgegangen, dass das alles klappt.

Jetzt verzögert sich das und anstatt etwas anderes zu machen oder in Vorleistung zu gehen, sitzen die rum und machen gar nichts.

Und die Konsequenz daraus ist nicht, anders zu planen, sondern zu verlangen, dass das Steuergeld doch gefälligst schneller und einfacher kommen muss?

Sorry, aber jeder Handwerker, der so arbeitet ist in 3 Monaten pleite, und das zurecht.
Und das ist jetzt die zukünftige internationale Spitze?

Können wir dieses ganze Förderungsding rückwirkend wieder abblasen?
Ich hab nämlich gerade weniger Vertrauen denn je, dass da irgendwas vernünftiges bei rum kommt…
schneeland hat geschrieben:
15. Jan 2020, 11:53
Wobei man m.E. dem Entwickler auch durchaus zurecht vorwerfen kann, dass es nicht sehr solide ist, wenn man fest auf eine nicht genehmigt Förderung baut.
Ich finde schon, dass hier das Hauptproblem die Rahmenbedingungen der Förderung und nicht die Studios sind - zumindest, soweit alle mir bekannten Berichte dazu inhaltlich stimmen. Denn die Förderrichtlinien erlauben es den Studios wohl gar nicht, z.B. schon mit dem Projekt (auf eigenes Risiko) anzufangen, ohne die Entscheidung über den Förderantrag abzuwarten (der "vorzeitige Maßnahmenbeginn"). Wer mit dem Projekt anfängt, verliert damit zugleich die Förderung. "In Vorleistung gehen" ist also "verboten" :roll:

Gleichzeitig "erlaubt" es aber auch nicht, dass die Studios (bis zur Entscheidung) etwas anderes machen, weil die Entwickler bis zur Zusage quasi "Gewehr bei Fuß" stehen müssen. Und uns allen dürfte klar sein, dass man Entwickler nicht einfach von Projekten abziehen kann, wenn man sich für die Überbrückungszeit halt noch was gesucht hat. Darum "müssen" die quasi Däumchen drehen, wenn man auch nur die Chance auf Förderung behalten will. Wenn sich dann die zeitliche Planung von "3 - 6 Monate" auf Seiten des BMVI / DRL auf "(deutlich) mehr als 6 Monate" verschiebt, hat aus meiner Sicht nicht primär das Studio geschlampt, sondern das Ministerium. Denn mit der ersten Ansage konnten die Entwickler kalkulieren und haben es scheinbar auch getan. Mit einem "irgendwann mal" hat man schlicht keine Chancen als kleinerer Entwickler.

Soweit ich das mitbekommen habe, würden einige Entwickler die Projekte auch alleine finanziert kriegen ohne die Förderung und das Projekt einfach auch selbst machen. Aber wenn sie eine Chance auf Förderung haben wollen, dürfen sie halt noch nicht. Und das ist einfach dumm. So werden sich die Studios den Tag X ausrechnen müssen, ab dem selbst mit positiver Bescheidung des Antrags mehr Geld durch Abwarten verloren ginge, als durch die Förderung reinkommen würde. Und ab da wird es wirklich zu einer Farce, die alles versaut. Insbesondere, wenn der Grund für die lange Wartezeit ist, dass auf Ministeriumsseite (bzw. DLR als unglückliche Personen, denen es delegiert wurde) scheinbar niemand versteht, was in den ausführlichen Projektskizzen drin steht. Wenn ich von Entwicklern Detailierte Informationen einfordere muss ich auch jemanden haben, der diese Informationen in der veranschlagten Zeitspanne seriös bewerten kann.
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schneeland
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von schneeland »

HerrReineke hat geschrieben:
15. Jan 2020, 14:54
Ich finde schon, dass hier das Hauptproblem die Rahmenbedingungen der Förderung und nicht die Studios sind - zumindest, soweit alle mir bekannten Berichte dazu inhaltlich stimmen. Denn die Förderrichtlinien erlauben es den Studios wohl gar nicht, z.B. schon mit dem Projekt (auf eigenes Risiko) anzufangen, ohne die Entscheidung über den Förderantrag abzuwarten (der "vorzeitige Maßnahmenbeginn"). Wer mit dem Projekt anfängt, verliert damit zugleich die Förderung. "In Vorleistung gehen" ist also "verboten" :roll:
Dieser Passus war mir nicht bekannt. Das klingt für mich dann stark nach einem Fall für "Kopf-Tisch".
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DexterKane
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von DexterKane »

Ok, das ist ja sogar noch viel schlimmer, auch wenn da dann der Entwickler tatsächlich nur bedingt Schuld ist.

Wenn die Regelungen tatsächlich so sind (Ich glaub Dir das durchaus), dann bin ich umso fassungsloser, dass das von der Politik so durchgewunken wurde.

Dann ist die tolle Förderung faktisch nutzlos, wenn jetzt nicht die Zielsetzung sein soll, wir machen das Ding so kompliziert und realitätsfern, dass es keiner nutzt, dann können wir es nach der nächsten Wahl beerdigen.
Soviel Unfähigkeit kann ich mir ohne bösen Hintergedanken nämlich kaum vorstellen.

Da frage ich mich dann aber warum davor vom game etc. nicht gewarnt wird, oder hatten da jetzt alle die Eurozeichen in den Augen?
Ich bin nur ein kleiner Kaufmann, der ins Projektmanagement mehr so reingerutscht ist, aber da gehen bei mir sämtliche Alarmglocken los.
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HerrReineke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

schneeland hat geschrieben:
15. Jan 2020, 15:08
Dieser Passus war mir nicht bekannt. Das klingt für mich dann stark nach einem Fall für "Kopf-Tisch".
Ja. Ich hab die Info auch nur aus entsprechenden Interviews etc., weil ich die entsprechende Förderrichtlinie auf die Schnelle nicht gefunden habe. Wohl aber, wie es bei anderen Förderungen ist. z.B. sagen Ziff. 4.2. der Games-Förderung in Bayern sowie Ziff. 2.1.4. der Allgemeinen Förderrichtlinien der Filmförderung NRW (die ebenfalls Gamesförderung unter ihrem Dach hat), dass mit dem Projekt noch nicht begonnen worden sein darf bei Einreichung des Förderantrags. Am Tag danach können die Entwickler (auf eigenes Risiko) loslegen - und entsprechend auch planen und kalkulieren.

Teilweise werden sogar bestimmte Maßnahmen im Vorfeld explizit erlaubt (habs spontan z.B. für die Hörspielförderung gefunden in Ziff. 1. lit. c) des Merkblatts), weil es einfach Dinge gibt, die man vorher klären können muss (z.B. Rechtelizenzierung, die für die Antragserstellung notwendig sind).

Insgesamt wirkt es auf mich wie ein nett gemeinter, aber nicht zu Ende gedachter Schnellschuss, der sich jetzt rächt. Über Sinn oder Unsinn der Förderung kann man ja eh geteilter Meinung sein, aber wenn man sie schon macht, sollte sie doch handwerklich besser gemacht sein.
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DexterKane
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von DexterKane »

Ok, dann ist es nicht ganz so drastisch.

Ich nehme meine zweite Aussage zurück und behaupte das Gegenteil. ;)
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Wudan
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Wudan »

Wieso ist eigentlich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt dafür zuständig? höh? :shock:
Verkehrsministerium find ich ja schon höchst abwegig aber was in aller Welt hat Luft- und Raumfahrt damit zu tun und warum sollten da Leute sitzen die sich mit Spielentwicklung auskennen und solche Entscheidungen treffen können?

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HerrReineke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

Wudan hat geschrieben:
15. Jan 2020, 16:35
Wieso ist eigentlich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt dafür zuständig? höh? :shock:
Verkehrsministerium find ich ja schon höchst abwegig aber was in aller Welt hat Luft- und Raumfahrt damit zu tun und warum sollten da Leute sitzen die sich mit Spielentwicklung auskennen und solche Entscheidungen treffen können?
Das BMVI hatte schlicht zu wenig Personal und hat sich jemand Externes "zum Abschichten" dazugeholt; was auch schon lange geplant und nicht überraschend war - und das DLR ist es am Ende geworden (Bericht bei Gameswirtschaft dazu).

Das DLR macht sowas scheinbar sehr häufig u.a. für diverse Ministerien (aktuelle Liste / "Referenzen"). Leider scheint es hier aber trotzdem nicht nur auf betriebswirtschaftliche Aspekte anzukommen, wo das DLR möglicherweise die notwendigen Kompetenzen aufgebaut hat :whistle:
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