Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 14:52
Leonard Zelig hat geschrieben:
16. Nov 2019, 00:30
Und wenn der Staat in der aktuellen Niedrigzinsphase keine Schulden macht, dann macht er was verkehrt.
So ein Unsinn. Wenn er da keine Schulden macht, dann macht er alles richtig. Wenn die Zinsen nur etwas steigen steht er sonst nämlich vor erheblichen Problemen.
Ich habe International Business studiert und weiß glaube ich, wovon ich rede. :) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Zinsen in Zukunft signifikant steigen und das hätte auch keinen Einfluss auf die Kredite, die man jetzt aufnimmt.

Man sollte natürlich keine Schulden für Steuergeschenke machen, sondern für Investitionen in die Zukunft. Und da könnte Deutschland meiner Meinung nach viel mehr machen. Es bringt nichts an der Schwarzen Null festzuhalten, um der kommenden Generation keine Schulden zu hinterlassen, aber dafür bei der Energiewende, Infrastruktur und Bildung auf der Bremse zu stehen. Sicher liegt das manchmal auch am Widerstand der Bevölkerung, aber da müsste die Politik mehr Mut haben den Bürgern reinen Wein einzuschenken.
vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 14:52
Die Förderung von Spielen sollte so aussehen, dass ein Studio danach auch existieren kann und nicht weiterhin auf Fördergelder angewiesen ist. Andernfalls ist die Investition nicht nachhaltig. Gute Fachkräfte in der IT finden derzeit auch überall einen Job, d.h. es ist nicht notwendig hier zu fördern um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Die Arbeitgeber suchen IT-Fachkräfte, aber die sollen am Besten schon genau das können, was im Unternehmen gefragt ist. Ein Spieleentwickler, der C++ beherrscht, aber von MySQL keine Ahnung hat, wird eher nicht eingestellt. Kenne einige Informatiker, die aktuell als Sachbearbeiter in der Verwaltung arbeiten. Arbeitslosigkeit ist nicht unbedingt das größte Problem hierzulande, sondern eher die Bezahlung und Qualität der Arbeit.
vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 14:52
Axel hat geschrieben:
20. Nov 2019, 10:12
Mir würden spontan wichtigere Dinge einfallen.
https://taz.de/Programm-Demokratie-leben/!5642359/
Ebenfalls Unsinn. Die Lage wird nicht besser, wenn man Extremisten unterstützt um Extremisten abzuwehren. Das gilt auch International, zB die Unterstützung der Afghanen im Kampf gegen die UdSSR - am Ende richten sich die Waffen gegen die Unterstützer.
Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ fördert zivilgesellschaftliche Projekte gegen Extremismus. Jemand, der Neo-Nazis hilft aus der Szene auszusteigen, ist kein Extremist.
Zuletzt geändert von Leonard Zelig am 15. Jan 2020, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Axel
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Axel »

DexterKane hat geschrieben:
15. Jan 2020, 15:31
Wenn die Regelungen tatsächlich so sind (Ich glaub Dir das durchaus), dann bin ich umso fassungsloser, dass das von der Politik so durchgewunken wurde.
Das ist tatsächlich Usus wenn man Förderung beantragt. In der Musikförderung ist das auch so, dass man da solch ein Klein-Klein hat. Sei es ob man Aufnahmen gefördert haben möchte oder eine Tour oder was auch immer. Das geht dann auch soweit, dass man begründen muss warum man nun dieses eine Studio nimmt und nicht ein günstigeres. Oder das man für eine Tour „angemessene Unterkunft“ nehmen sollte, damit es nicht zu teuer wird. Meistens kann man da intern noch umschichten, aber im Grunde ist das da so, dass Du seitenweise einen kompletten und detaillierten Ablaufplan anfertigen musst um die Förderung bewilligt zu bekommen. Und starre Zeitfenster gibt es da auch, die man möglichst nicht reißen sollte. Und natürlich muss man auch darlegen, wie und warum das Projekt eine reelle Chance auf Erfolg haben kann.

Und das hat durchaus auch seine Berechtigung, denn Förderung ist ja eben auch gebunden an ein bestimmtes Projekt. Man muss aber sagen, dass man in der Musikförderung auch mit Ansprechpartner zu tun hat, die sehr viel Überblick und Einblick in die Fachthemen haben. Das macht das ganze Prozedere vergleichsweise schnell.

Nun arbeitet man aber in der Gamesbranche sehr viel, wie es im Interview heißt, „flexibler“. Und das muss auch so sein, denn Spieleentwicklung ist eben auch komplexer als die Aufnahme eines Albums. Letzteres kann man sehr gut vorplanen und überschauen, wenn man erfahren ist. Bei Games ist es da anders.

Hier trifft also die typisch deutsche Förderung, wie sie in allen Bereichen Gang und Gäbe ist, auf die Gamesindustrie. Ich geh dann mal Popcorn holen!
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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

schneeland hat geschrieben:
15. Jan 2020, 11:53
Erinnert mich an BMBF- und EU-Forschungsprojekte - da hat man schon mal das Gefühl, dass die Planwirtschaft eine ökologische Nische zum Überleben gefunden hat. Gerade wenn man sowas das erste Mal macht ist das eher irritierend. Letztlich bestätigt das ein bisschen die Befürchtung, dass die Förderung gerade für kleine Entwickler überhaupt nicht attraktiv wird.
Wobei man m.E. dem Entwickler auch durchaus zurecht vorwerfen kann, dass es nicht sehr solide ist, wenn man fest auf eine nicht genehmigt Förderung baut.
Ich hab mal bei einer Hochschule in der Verwaltung gearbeitet. Diese Anträge auf Förderung sind locker 40 Seiten stark und wenn die Professoren nicht von der Verwaltung unterstützt werden, dann sind sie aufgeschmissen. Ein ganzes Team in der Verwaltung hat sich nur um diese Drittmittelprojekte gekümmert. Jemand wie Ubisoft wird da schon einen finden, der sich damit auskennt oder sich externe Hilfe holen, aber als 3-Mann-Team ist man da aufgeschmissen. Jede Arbeitsstunde muss aufgeschrieben werden und der Mitarbeiter darf in der Zeit ja nicht für ein anderes Projekt arbeiten, sonst gibt es dafür kein Geld vom Projektträger. Und natürlich muss alles schriftlich in Akten und dann noch mal als PDF in Ordnern abgeheftet und kopiert werden. Eine absolute Bürokratiehölle.

Natürlich sollte man kein "stupid German money" an jeden verschleudern, der was schönes in PowerPoint gebastelt hat, aber ein wenig mehr Vertrauen wäre gut. Warum nicht die Entwickler ihr Projekt pitchen lassen und dann kritische Fragen stellen? Jedes Team hat 30 Minuten Zeit für die Präsentation und dann werden noch 15 Minuten Fragen gestellt. Und dann entscheiden die Fachleute zusammen, was gefördert werden kann und was nicht. Natürlich ist da die Gefahr für Betrug höher, aber wenn sich jetzt unter 300 Projekten, die 100.000€ Förderung bekommen, zwei oder drei schwarze Schafe befinden, ist das glaube ich vernachlässigbar. Man könnte das ganze auch staffeln und die Hürden höher machen bei größeren Fördersummen.
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vicsbier
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von vicsbier »

Leonard Zelig hat geschrieben:
15. Jan 2020, 17:46
Ich habe International Business studiert und weiß glaube ich, wovon ich rede. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Zinsen in Zukunft signifikant steigen und das hätte auch keinen Einfluss auf die Kredite, die man jetzt aufnimmt.

Man sollte natürlich keine Schulden für Steuergeschenke machen, sondern für Investitionen in die Zukunft. Und da könnte Deutschland meiner Meinung nach viel mehr machen. Es bringt nichts an der Schwarzen Null festzuhalten, um der kommenden Generation keine Schulden zu hinterlassen, aber dafür bei der Energiewende, Infrastruktur und Bildung auf der Bremse zu stehen. Sicher liegt das manchmal auch am Widerstand der Bevölkerung, aber da müsste die Politik mehr Mut haben den Bürgern reinen Wein einzuschenken.
Ich habe nach Informatik und Philosophie noch das Vordiplom BWL erworben. ;) Die Schulden müssten also noch zur Laufzeit der Niedrigzinsen abgetragen werden - aber du plädierst ja für neue Schulden. Das führt in eine Verschuldungsspirale, wie ich in meinem Geburtsort gerade sehen darf.

Dein Ansatz mit neuen Schulden muss auch vom Sinn hinterfragt werden: Investitionen in die Zukunft werden nämlich schon massiv getätigt, allein es fehlen Menschen zur Umsetzung. Kommunen finden keine Bauarbeiter für Infrastrukturmaßnahmen, die Energiewende keine Bauplätze, die Bildung keine Lehrer - und das hat alles nichts mit der Bezahlung zu tun.
Leonard Zelig hat geschrieben:
15. Jan 2020, 17:46
Die Arbeitgeber suchen IT-Fachkräfte, aber die sollen am Besten schon genau das können, was im Unternehmen gefragt ist. Ein Spieleentwickler, der C++ beherrscht, aber von MySQL keine Ahnung hat, wird eher nicht eingestellt. Kenne einige Informatiker, die aktuell als Sachbearbeiter in der Verwaltung arbeiten. Arbeitslosigkeit ist nicht unbedingt das größte Problem hierzulande, sondern eher die Bezahlung und Qualität der Arbeit.
Die Wirtschaft suchte immer schon umgehend einsetzbare Arbeitskräfte, da diese Wissen mitbringen und weniger Geld in Ausbildung und Fehlerwahrscheinlichkeit kosten. Das ist umso wichtiger geworden, umso mehr auf Teams gesetzt wird: Ideen sind heute das neue Gold. Wer sich heute an der Uni befindet, sollte daher unbedingt über den Tellerrand schauen und auch nach der Uni sich mit Themen zu seinem Fachgebiet beschäftigen. Das kann nie schaden.
MySQL für Spiele??
Leonard Zelig hat geschrieben:
15. Jan 2020, 17:46
Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ fördert zivilgesellschaftliche Projekte gegen Extremismus. Jemand, der Neo-Nazis hilft aus der Szene auszusteigen, ist kein Extremist.
Antifa sind ebenfalls Extremisten. Aussteigerprogramme aus dem linken Spektrum scheinen mir aber von Frau Giffrey nie prominent in Szene gesetzt zu werden. Gibt es die überhaupt?

vicsbier
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von vicsbier »

Axel hat geschrieben:
15. Jan 2020, 17:51
DexterKane hat geschrieben:
15. Jan 2020, 15:31
Wenn die Regelungen tatsächlich so sind (Ich glaub Dir das durchaus), dann bin ich umso fassungsloser, dass das von der Politik so durchgewunken wurde.
Das ist tatsächlich Usus wenn man Förderung beantragt. In der Musikförderung ist das auch so, dass man da solch ein Klein-Klein hat. Sei es ob man Aufnahmen gefördert haben möchte oder eine Tour oder was auch immer. Das geht dann auch soweit, dass man begründen muss warum man nun dieses eine Studio nimmt und nicht ein günstigeres. Oder das man für eine Tour „angemessene Unterkunft“ nehmen sollte, damit es nicht zu teuer wird. Meistens kann man da intern noch umschichten, aber im Grunde ist das da so, dass Du seitenweise einen kompletten und detaillierten Ablaufplan anfertigen musst um die Förderung bewilligt zu bekommen. Und starre Zeitfenster gibt es da auch, die man möglichst nicht reißen sollte. Und natürlich muss man auch darlegen, wie und warum das Projekt eine reelle Chance auf Erfolg haben kann.

Und das hat durchaus auch seine Berechtigung, denn Förderung ist ja eben auch gebunden an ein bestimmtes Projekt. Man muss aber sagen, dass man in der Musikförderung auch mit Ansprechpartner zu tun hat, die sehr viel Überblick und Einblick in die Fachthemen haben. Das macht das ganze Prozedere vergleichsweise schnell.

Nun arbeitet man aber in der Gamesbranche sehr viel, wie es im Interview heißt, „flexibler“. Und das muss auch so sein, denn Spieleentwicklung ist eben auch komplexer als die Aufnahme eines Albums. Letzteres kann man sehr gut vorplanen und überschauen, wenn man erfahren ist. Bei Games ist es da anders.

Hier trifft also die typisch deutsche Förderung, wie sie in allen Bereichen Gang und Gäbe ist, auf die Gamesindustrie. Ich geh dann mal Popcorn holen!
Das ist ja auch richtig so: Gerade in der Spielebranche sah man auf Kickstarter schnelle Bereicherung durch große Versprechen ohne Substanz. Dafür möchte ich kein Steuergeld ausgegeben sehen. Die Behörden könnten aber Anträge vereinfachen und mehr Beratung anbieten, damit kleinere Studios mehr Chancen haben. Oder gibt es externe Berater die dies anbieten?

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schneeland
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von schneeland »

Leonard Zelig hat geschrieben:
15. Jan 2020, 18:34
Natürlich sollte man kein "stupid German money" an jeden verschleudern, der was schönes in PowerPoint gebastelt hat, aber ein wenig mehr Vertrauen wäre gut. Warum nicht die Entwickler ihr Projekt pitchen lassen und dann kritische Fragen stellen? Jedes Team hat 30 Minuten Zeit für die Präsentation und dann werden noch 15 Minuten Fragen gestellt. Und dann entscheiden die Fachleute zusammen, was gefördert werden kann und was nicht. Natürlich ist da die Gefahr für Betrug höher, aber wenn sich jetzt unter 300 Projekten, die 100.000€ Förderung bekommen, zwei oder drei schwarze Schafe befinden, ist das glaube ich vernachlässigbar. Man könnte das ganze auch staffeln und die Hürden höher machen bei größeren Fördersummen.
Sehe ich ähnlich. Das hat mich schon bei den Forschungsprojekten genervt, aber bei Spieleprojekten ist es mindestens ebenso absurd. Hat aber natürlich den Nachteil, dass man dann nicht nach Aktenlage und Ausgaberichtlinien entscheiden kann, sondern in der Sache kompetente Leute braucht, welche die Projekte auch begleiten. Ich denke, daran wird es verwaltungsseitig momentan eher hapern.
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Gonas
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Gonas »

vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:03
Antifa sind ebenfalls Extremisten. Aussteigerprogramme aus dem linken Spektrum scheinen mir aber von Frau Giffrey nie prominent in Szene gesetzt zu werden. Gibt es die überhaupt?
Ich glaube du hast ein falsches Bild dieser Projekte. Hinter solchen Projekten steht doch nicht die Antifa, sondern meist Sozialpädagogen, ehemalige aus der Szene und ehrenamtliche Helfer. :think:

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HerrReineke
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

Gonas hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:57
vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:03
Antifa sind ebenfalls Extremisten. Aussteigerprogramme aus dem linken Spektrum scheinen mir aber von Frau Giffrey nie prominent in Szene gesetzt zu werden. Gibt es die überhaupt?
Ich glaube du hast ein falsches Bild dieser Projekte. Hinter solchen Projekten steht doch nicht die Antifa, sondern meist Sozialpädagogen, ehemalige aus der Szene und ehrenamtliche Helfer. :think:
Vielleicht sollten wir thematisch hier bei der Games-Förderung bleiben... ;)
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Axel
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Axel »

vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:06
Oder gibt es externe Berater die dies anbieten?
Witzbold! Wie denn, wenn die Förderung noch neu ist und sich erst alles finden muss? Aber ja, da wird es zukünftig Berater, Workshops, etc. geben. So wie halt in der Musikindustrie auch. Und wie gute Musiklabels die Musikförderung übernehmen, wird das in Zukunft zur Aufgabe von den Publishern wie HandyGames gehören diesen Papierkrieg den Studios abzunehmen. Die Kasulkes werden sich tierisch freuen! :mrgreen:
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HG_Christopher »

Axel hat geschrieben:
15. Jan 2020, 22:29
vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:06
Oder gibt es externe Berater die dies anbieten?
Witzbold! Wie denn, wenn die Förderung noch neu ist und sich erst alles finden muss? Aber ja, da wird es zukünftig Berater, Workshops, etc. geben. So wie halt in der Musikindustrie auch. Und wie gute Musiklabels die Musikförderung übernehmen, wird das in Zukunft zur Aufgabe von den Publishern wie HandyGames gehören diesen Papierkrieg den Studios abzunehmen. Die Kasulkes werden sich tierisch freuen! :mrgreen:
Die Kassulkes können nicht für die Studios einreichen. Wir können unterstützen, denn die Förderung alleine hilft sehr wenig. Denn alleine über die Eigenmittel sind SEHR viele Studios aufgeschmissen und Geld alleine macht kein erfolgreichen Titel, da gehört noch etwas mehr dazu. Man hat ja bereits mitbekommen, dass auch zugesicherte Förderungen erstmal Monate liegen bleiben bzw aktuell Förderanträge einfach sich ziehen wie Kaugummi. Wir reden aktuell immer noch über Anträge die letztes Jahr im JUNI eingereicht wurden. Aktuell so hört und liest man, sind die Nachfragen auch sehr sagen wir es mal untypisch. Ich hoffe es übernehmen früher oder später auch Leute bei der Förderung, die die Gamesbranche verstehen. Als Branche haben wir jetzt so lange darauf gewartet, jetzt müssen wir halt mal wieder Geduld haben. Das schreckliche ist aktuell, man darf mit dem Projekt nicht angefangen haben, solange man keine Zusage hat. Bei anderen Förderungen darf man einfach auf eigenes Risiko und mit eigenem Kapital schon loslegen, wenn man eingereicht hat. Kommt eine Förderung dann zustande, hilft es bzw erweitert man einfach das Projekt. Dies ist halt nicht möglich. Manchmal stellen sich hier die Mitglieder das ganze so einfach vor... ;)

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Axel
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Axel »

HG_Christopher hat geschrieben:
15. Jan 2020, 23:31
Aktuell so hört und liest man, sind die Nachfragen auch sehr sagen wir es mal untypisch. Ich hoffe es übernehmen früher oder später auch Leute bei der Förderung, die die Gamesbranche verstehen.
Klar, dass man nachfragt was jetzt die Unity Engine ist, ist schon eher suboptimal. Aber da sitzen halt auch Leute, die da eben keine Ahnung von der Branche haben. Woher denn auch? DASS es aber diese Nachfragen bis ins Klein-Klein gibt, ist vollkommen normal. Das ist in der Wissenschaftsförderung genauso wie in der Musikförderung. Warum sollte da die Gamesbranche eine Ausnahme darstellen?
Zum einen muss das Antragsverfahren insofern vereinfacht werden, dass weniger Detailinformation abgefragt wird. Man muss den Spieleentwicklern mehr Vertrauen entgegenbringen und davon ausgehen, dass die wissen was sie da tun.
So eine Aussage im verlinkten Text bei Gameswirtschaft finde ich beispielsweise herrlich naiv. Würde ein Label / Band / Musiker so gegenüber der Musikförderung auftreten, dann würden die jeweilige Bearbeiter dort sofort sagen „Okay, wenn ihr keine Förderung braucht...“ Ich kenne das auch von meinen eigenen Anträgen nicht anders, dass ich das alles bis ins kleinste Detail aufdröseln und darlegen musste. Da gingen je nachdem schonmal 1-2 Arbeitstage drauf + Zeit für nervige Nachfragen (bei mehreren Monaten Bearbeitungszeit. Wenn man also im Herbst was machen wollte, war es gut schon Anfang des Jahres den Antrag einzureichen damit genug Buffer bleibt). Was erwartet man denn? Dass man ein Formular ausfüllt und schon gibt es Steuergeld im sechsstelligen Bereich?

Natürlich könnten weniger Detailinformationen abgefragt werden. Aber allzu locker sollte es auch nicht werden, schon aus Prinzip der Fairness. Andere Branchen müssen auch diesen Detailscheiss machen. Man könnte natürlich die Förderung generell reformieren. Aber bevor man DAS in Angriff nimmt, wird man wohl lieber zu bequemeren und kostengünstigeren Alternative greifen...
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von tobit »

Nur mal so um etwas Klarheit in die Sache zu bringen. Bei den meisten Fällen reden wir hier immer noch von den Projektskizzen und nicht den Anträgen. Btw. sind die De-minimis-Beihilfe schon deutlich unkomplizierter als eine "wirkliche" Förderung. Dafür gibt es auch im großen Stil Berater weil sich das für den Berater lohnt und im Vergleich zu dem was hier gefordert ist "wirklich" Aufwand ist. Gerade was die nachgelagerte Dokumentation der Mittel angeht.

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artik ... erung.html

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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:03
MySQL für Spiele??
Das bezog sich darauf, dass Spieleentwickler als IT-Fachkräfte nicht von Arbeitslosigkeit bedroht wären, wenn es keine Förderung gäbe.
Leonard Zelig hat geschrieben:
15. Jan 2020, 17:46
Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ fördert zivilgesellschaftliche Projekte gegen Extremismus. Jemand, der Neo-Nazis hilft aus der Szene auszusteigen, ist kein Extremist.
vicsbier hat geschrieben:
15. Jan 2020, 20:03
Antifa sind ebenfalls Extremisten. Aussteigerprogramme aus dem linken Spektrum scheinen mir aber von Frau Giffrey nie prominent in Szene gesetzt zu werden. Gibt es die überhaupt?
Diese Aussteigerprogramme sind ein Witz, weil es kein Problem ist aus der linken Szene auszusteigen. Von 2011 bis 2018 verhalf das Aussteigerprogramm des Bundesverfassungsschutz keinem einzigen Linksextremisten aus der Szene heraus.
https://taz.de/fileadmin/static/pdf/KA1 ... rLinks.pdf
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schneeland
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von schneeland »

Axel hat geschrieben:
16. Jan 2020, 00:55
Natürlich könnten weniger Detailinformationen abgefragt werden. Aber allzu locker sollte es auch nicht werden, schon aus Prinzip der Fairness. Andere Branchen müssen auch diesen Detailscheiss machen. Man könnte natürlich die Förderung generell reformieren. Aber bevor man DAS in Angriff nimmt, wird man wohl lieber zu bequemeren und kostengünstigeren Alternative greifen...
Na ja, ich finde "woanders ist es schließlich auch Scheiße" kein besonders guter Grund für ein Vorgehen ;). Wobei ich (leider) auch nicht mit einer strukturellen Reform der der Förderung rechnen würde, auch wenn das absolut Sinn ergäbe.
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HG_Christopher »

Axel hat geschrieben:
16. Jan 2020, 00:55
HG_Christopher hat geschrieben:
15. Jan 2020, 23:31
Aktuell so hört und liest man, sind die Nachfragen auch sehr sagen wir es mal untypisch. Ich hoffe es übernehmen früher oder später auch Leute bei der Förderung, die die Gamesbranche verstehen.
Klar, dass man nachfragt was jetzt die Unity Engine ist, ist schon eher suboptimal. Aber da sitzen halt auch Leute, die da eben keine Ahnung von der Branche haben. Woher denn auch? DASS es aber diese Nachfragen bis ins Klein-Klein gibt, ist vollkommen normal. Das ist in der Wissenschaftsförderung genauso wie in der Musikförderung. Warum sollte da die Gamesbranche eine Ausnahme darstellen?
Zum einen muss das Antragsverfahren insofern vereinfacht werden, dass weniger Detailinformation abgefragt wird. Man muss den Spieleentwicklern mehr Vertrauen entgegenbringen und davon ausgehen, dass die wissen was sie da tun.
So eine Aussage im verlinkten Text bei Gameswirtschaft finde ich beispielsweise herrlich naiv. Würde ein Label / Band / Musiker so gegenüber der Musikförderung auftreten, dann würden die jeweilige Bearbeiter dort sofort sagen „Okay, wenn ihr keine Förderung braucht...“ Ich kenne das auch von meinen eigenen Anträgen nicht anders, dass ich das alles bis ins kleinste Detail aufdröseln und darlegen musste. Da gingen je nachdem schonmal 1-2 Arbeitstage drauf + Zeit für nervige Nachfragen (bei mehreren Monaten Bearbeitungszeit. Wenn man also im Herbst was machen wollte, war es gut schon Anfang des Jahres den Antrag einzureichen damit genug Buffer bleibt). Was erwartet man denn? Dass man ein Formular ausfüllt und schon gibt es Steuergeld im sechsstelligen Bereich?

Natürlich könnten weniger Detailinformationen abgefragt werden. Aber allzu locker sollte es auch nicht werden, schon aus Prinzip der Fairness. Andere Branchen müssen auch diesen Detailscheiss machen. Man könnte natürlich die Förderung generell reformieren. Aber bevor man DAS in Angriff nimmt, wird man wohl lieber zu bequemeren und kostengünstigeren Alternative greifen...

Geht doch nicht um Fairness - aktuell gibt es Rückfragen, die auch schon im Antrag stehen. Da es noch keine Förderung vorher gab, an denen sich die Einreicher orientieren konnten. Müssen sich Entwickler und auch die Förderer sich einspielen. Ich hoffe im Laufe dieses Jahres, wird die Vergabe auch personell gut aufgestellt. Man geht ja jetzt endlich nicht von einem einmaligen Förderbetrag aus sondern für Jahre. Somit kann man auch Leute dafür fest einplanen.

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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Geil! Um eine Förderung zu erhalten, muss man ja mind. 50% der Entwicklungskosten selber tragen. Wie sich aber nun herausstellt, gelten nach Auslegung des BMVI gelten Gelder aus "projektbezogenen Zuschüsse Dritter" nicht als Eigenanteil. Konkret: Geld, das über einen Publisher oder über Crowdfunding kommt, kann für die Förderung nicht angerechnet werden.

https://www.gameswirtschaft.de/politik/ ... teil-bmvi/

Das ist so unfassbar dumm und dreist, das mir da die Worte fehlen

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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von HerrReineke »

Zynisch betrachtet dürfte so die Bearbeitung der Anträge deutlich schneller gehen, da der Großteil aller Anträge daran offensichtlich scheitern könnte und nur noch ein paar Wenige verbleiben, die geprüft werden müssen :ugly:

Im Ergebnis wird damit eine Förderung mehr denn je zum reinen Witzprojekt: Die einzigen Studios die damit noch realistische Chancen auf Förderungen (gerade außerhalb von de-minimis) haben sind solche, die zu den großen Publishern gehören und das Publishergeld damit keine Drittmittel darstellt - oder die sehr wenigen Studios, die spontan ganz viel Geld auf der hohen Kante haben, weil es ihnen eh super geht und sie erfolgreich sind... :confusion-questionmarks:
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

HerrReineke hat geschrieben:
18. Feb 2020, 19:34
Zynisch betrachtet dürfte so die Bearbeitung der Anträge deutlich schneller gehen, da der Großteil aller Anträge daran offensichtlich scheitern könnte und nur noch ein paar Wenige verbleiben, die geprüft werden müssen :ugly:

Im Ergebnis wird damit eine Förderung mehr denn je zum reinen Witzprojekt: Die einzigen Studios die damit noch realistische Chancen auf Förderungen (gerade außerhalb von de-minimis) haben sind solche, die zu den großen Publishern gehören und das Publishergeld damit keine Drittmittel darstellt - oder die sehr wenigen Studios, die spontan ganz viel Geld auf der hohen Kante haben, weil es ihnen eh super geht und sie erfolgreich sind... :confusion-questionmarks:
Oder wie Michael von Deck13 so schön sagt:
In Germany we don't say "Förderung ist für die, die etwas aufbauen wollen." We say "Förderung? Nur wenn du eh schon dicke im Geschäft bist" and I think that's beautiful.
https://twitter.com/CrashOberbreit/stat ... 0165244930

:lol:

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Leonard Zelig
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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Leonard Zelig »

Über so viel Unvermögen staunt man wohl selbst in Thüringen. :ugly:
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Re: Förderung von Games in Deutschland - GAME legt erstes Konzept vor

Beitrag von Axel »

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
18. Feb 2020, 19:22
Geil! Um eine Förderung zu erhalten, muss man ja mind. 50% der Entwicklungskosten selber tragen. Wie sich aber nun herausstellt, gelten nach Auslegung des BMVI gelten Gelder aus "projektbezogenen Zuschüsse Dritter" nicht als Eigenanteil. Konkret: Geld, das über einen Publisher oder über Crowdfunding kommt, kann für die Förderung nicht angerechnet werden.

https://www.gameswirtschaft.de/politik/ ... teil-bmvi/

Das ist so unfassbar dumm und dreist, das mir da die Worte fehlen
Da ist man in der Kulturförderung in Deutschland tatsächlich seit Jahren weiter. :ugly:
Aber ich glaube, das ist nur ein Trick von Scheuer um das Thema doch noch abzuwiegeln.

Warum ist die Gamesförderung eigentlich nicht in der Kulturförderung eingegliedert?
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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