Cyberpunk 2077

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Tagro
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Tagro »

BuIIetRide hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:01
[...]. Aber solange das Werk nicht die Geisteshaltung, welche zu den abzulehnenden Taten seitens des Künstlers geführt hat, widergespiegelt oder sogar verherrlicht, kann es doch unabhängig betrachtet werden.
Genau an der Stelle bin ich der Meinung das man dies nicht unabhängig als Kunstwerk betrachten kann. Meine Begründung ist hier, dass ich dem Künstler hier keinen "moralischen" Blankoscheck ausstellen will.

Vielleicht noch zur Einordnung meiner Sicht.
Wenn ich ein Kunstwerk betrachte und es als Kunstwerk anerkennen will, dann erwarte ich, dass man sich mit neben dem Kunstwerk auch mit der Künstler beschäftigt.
Wenn man ein Werk nur konsumiert, kann ich es verstehen wenn man sich nicht mit den Hintergründen der Entstehung beschäftigt. Dann sollte man aber auch nicht über ein Kunstwerk reden, sondern über einen Film, ein Bild ein Spiel usw.
Von einer Person die einem "Kunstwerk" eine Auszeichnung verleiht und dies auch noch im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit macht, erwarte ich hingegen explizit das sich mit dem Künstler auseinander gesetzt wird.
Sonst hat diese Person in meinen Augen einfach Ihren Job nicht richtig gemacht.

Auch hier wieder der Unterschied:
Ein Spiele-Journalist kann z.B. sagen X ist ein gutes Spiel. Dafür 90 Punkte.
Wenn ein Spielejornalist aber etwas als Kunst bezeichnet, eine Auszeichnung für das Kunstwerk daran heftet, soll er auch das Gesamtbild erfassen und als Kunstwerk mit dem schaffenden Künstler betrachten.

Dr_Hasenbein
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Dr_Hasenbein »

limericks hat geschrieben:
28. Dez 2020, 11:49
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 10:58
Meine Kritik bezog sich ja insbesondere auch auf die geschädigten Spieler und den technischen Zustand. Wenn man Kunst als gesamtes Auszeichnen will, gerne. Aber dann bitte auch ernsthaft. Niemand würde ein Bild auszeichnen, dass im Grunde absoluter Schrott ist, weil ein Pinselstrich ordentlich gesetzt wurde.
Was macht man, wenn Spiele als lebendige Werke sich verändern?
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 11:33
Dann lassen wir uns mal überraschen, wie die anderen Awards so ausfallen und wie viel Erwähnung der Umgang so findet. Meine Glaskugel sagt mir, nächstes Jahr hat man Werbewirksam einfach vergessen was passiert ist :) Aber ich lasse mich überraschen.
Ich vermute nächstes Jahr wird die Technik durch Patches auch näher an dem sein, was versprochen wurde.

Darf das Spiel dann nächstes Jahr in Technik - Toplisten auftauchen oder entsprechende Awards bekommen, oder hat man das Recht verwirkt weil das Spiel zum Releasezeitpunkt auf manchen Plattformen Schrott war?
Nein, aber eine deutliche Abwertung gehört schon dazu. Die Möglichkeit bestes Spiel o.ä. darf es IMHO nicht mehr geben. Dazu gehört meiner Meinung nach auch, wie man mit dem Kunden umgegangen ist. Und ja natürlich ist CP2077 nicht mit Polanski zu vergleichen, deswegen würde ich es in Zukunft auch nicht ausschließen, aber den gesamten Lebenszyklus auch nicht plötzlich vergessen und den Unternehmen Recht geben, dass man es ja mit den Konsumenten machen kann.

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limericks
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von limericks »

Tagro hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:43
Dann sollte man aber auch nicht über ein Kunstwerk reden, sondern über einen Film, ein Bild ein Spiel usw.
Aus meiner Sicht eine sehr harte, krasse Trennung zwischen Werken und ob diese tatsächlich als Kunst gelten oder nicht. Unter der Prämisse finde ich das Argument verständlicher. Teile ich zwar nicht, aber die Diskussion darüber ist eh eine oft geführte.

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Heretic
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Heretic »

Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:15
Was ja nur deshalb der Fall ist, weil er immernoch frei rumläuft und prämiert wird. Wäre er ähnlich verurteilt worden wie Spacey, gäbe es keine Debatte mehr. Dann wäre er schon seit 40 Jahren kein Mensch mehr, der irgendwo erwähnt wird.
Aber auch ohne Verurteilung ist die Sache doch bewiesen und allgemein bekannt. Warum erging es Polanski dann nicht auch wie einem Kevin Spacey? Man weiß es nicht. Aber gut, das ist der Cyberpunk-Thread und damit nicht der richtige Ort für diese Diskussion.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Andre Peschke hat geschrieben:
28. Dez 2020, 10:01
Inkognito hat geschrieben:
27. Dez 2020, 23:08
Voigt hat geschrieben:
27. Dez 2020, 23:05
Etwas anderes wäre es die chinesische Regierung für das Bauprojekt zu loben, die das Projekt zu verantworten haben.
Aber ist das nicht genau was dieser Award in dem Fall macht
Also, ich spiel mal weiter Teufels Advokat, gebe aber nochmal zu Protokoll, dass ich nicht FÜR einen Award für Polanski et al bin. Ich finde das alles nur nicht so eindeutig. Hier auch.
....
Sobald die externen Faktoren hinzukommen, wird es schnell schwierig eine klare Linie zu ziehen. Und am Ende muss gegen Crunch eher auf regulativer Seite und in Form von Organisation der Arbeiterschaft etc vorgegangen werden.

Andre
Ich betrachte ein Kunstwerk unabhängig von negativen Faktoren bei der Entstehung und nicht-genehmer Ansichten und Taten des Künstlers.

Deine Devils Advocate Position entspricht meiner Meinung zum Thema. Deswegen würde mich interessieren, wie und warum du Künstlern die Recognition für ihre künstlerische Werke nicht zukommen lassen willst.

Wichtig ist für mich, dass die gesellschaftlichen Vorraussetzungen geschaffen werden, damit ein Umfeld geschaffen wird, dass nicht gegen Gesetze verstoßen werden kann.

Polanksi ist ein schlechtes Beispiel, weil erstens verjährt, zweitens hat das Opfer Polanski vergeben, drittens gibt es noch einige andere Beschuldigungen, die bei ihm anhängig sind, die wesentlich schlimmer sind.

Wie ist es mit Charlie Chaplin?
Der hat reihenweise Kinder mit Minderjährigen und diese auch in Mexiko geheiratet. Und das wusste die ganze Welt.
Da hat sich damals und heute faktisch niemand daran gestört.

Bei Cyberpunk war der ursprüngliche Punkt von Dr_Hasenbein, dass ein technischer Award sehr fraglich sei bei dem technischen Zustand des Spiels.

Cyberpunk 2077 ist und wird auf vielen GOTY Listen vertreten sein.

Auch wenn es technisch brilliant gepolished sei, zeigt das wieder sehr gut, wie weit die Branche anderen Kunstzweigen hinterherhinken.
Ihr habt vielleicht Mank, den Frontrunner der diesjährigen Award Season gesehen? Der Film hat den Eindruck einer stark beanspruchten Kinokopie der 30er/40er. Schwarz-weiß, Kratzer, Projektorenlöcher, unterlichtetes Bild, Helligkeitsschwankungen, verwackelte Standkamera. Kurz der Film ist voller gewollter Fehler und Unzulänglichkeiten. Was sagt wohl Digigal Foundry oder die Game Awards dazu?!?!?

Von einem Sigmar Polke der Games sind wir auch noch weit entfernt:
His art is based on errors, manufactured accidents, mistakes of nature, full of glitches, riddled with weaknesses and left in an unfinished state. A master. - Gamestar.
Joking. 😅 War doch das Art Review der Times.
Zuletzt geändert von Inkognito am 28. Dez 2020, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Tagro
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Tagro »

limericks hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:57
Tagro hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:43
Dann sollte man aber auch nicht über ein Kunstwerk reden, sondern über einen Film, ein Bild ein Spiel usw.
Aus meiner Sicht eine sehr harte, krasse Trennung zwischen Werken und ob diese tatsächlich als Kunst gelten oder nicht. Unter der Prämisse finde ich das Argument verständlicher. Teile ich zwar nicht, aber die Diskussion darüber ist eh eine oft geführte.
Ja, du hast sicherlich recht, dass diese Trennung bei meiner Sicht sehr hart ist.
Zur Erklärung, ein Film ist für mich erstmal keine Kunst. Auch ich kann mit meinem Handy meine Wand filmen. Das macht es noch lange nicht zur Kunst.

Ein Film wird erst zur Kunst, wenn wir als Gesellschaft in dem Film etwas künstlerischer erkennt und den einfachen Film damit auf das Podest des Kunstwerkes stellen.
Wenn wir diesen Schritt aber gehen, müssen wir mehr betrachten als nur das Werk selbst.

Ein Spiel ist für mich erstmal nur ein "Gegenstand".
Ein Spiel was wir zum Kunstwerk erklären, wird hingegen zu ein historisches Artefakt der Gegenwart was von jemand Besonders, dem Künstler, aus unsere Mitte erschaffen wurde und auch die Werte unsere Gesellschaft widerspiegelt.

Ich hoffe man kann verstehen, wo ich den Unterschied zwischen Spiel und Kunstwerk sehe und warum ich dort verschieden Messlatten ansetze.
Zuletzt geändert von Tagro am 28. Dez 2020, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.

Voigt
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Voigt »

@Inkognito, auch hier wieder Digital Foundries hat nur die Technik bewertet, so wie es die Filmbranche bei Avatar damals auch machte.

Awards für künstlerisches Design mit einzigartigen Stil sind da immer separat, und werden dann meist an Indies vergeben, weil die oft so kreativ sind.

Wenn es aber nun um allgemeine potentiell zukünftige Awards geht, die Cyberpunk wahrscheinlich bekommen wird, bin ich bei dir und zeigt eher die unkreativität der Gamereviewbranche, bzw. deren schielen auf Massenkompatibilität auch in deren Awards. Aber ads ist seperates Thema vom Digital Foundry Award für Technik im speziellen.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:15


Was ja nur deshalb der Fall ist, weil er immernoch frei rumläuft und prämiert wird. Wäre er ähnlich verurteilt worden wie Spacey, gäbe es keine Debatte mehr. Dann wäre er schon seit 40 Jahren kein Mensch mehr, der irgendwo erwähnt wird.
Bezüglich Verurteilung:
Polanski hat eine Tat begangen, ist rechtlich verurteilt, aber gesellschaftlich akzeptiert.
Spacey's Anschuldigungen wurden zurückgezogen, er stand vor keinem Gericht und ist nicht verurteilt, aber gesellschaftlich geächtet.

Sehr interessant, die beiden Fälle im Kontrast.

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Andre Peschke
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Andre Peschke »

Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:40
Deine Devils Advocate Position entspricht meiner Meinung zum Thema. Deswegen würde mich interessieren, wie und warum du Künstlern die Recognition für ihre künstlerische Werke nicht zukommen lassen willst.
Hab ich nicht gesagt. Ich bin da aufgrund der Komplexität einfach unentschieden und würde keine pauschale Aussage treffen wollen, sondern das am jeweiligen Einzelfall entscheiden ob und wie der Preis verliehen werden sollte. Wie geschrieben: Ein Award kann ja zB auch verliehen werden, aber dabei trotzdem deutlich auf Missstände verwiesen werden bzw. eine Abgrenzung getroffen werden etc.

Andre

Dr_Hasenbein
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Voigt hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:47
Wenn es aber nun um allgemeine potentiell zukünftige Awards geht, die Cyberpunk wahrscheinlich bekommen wird, bin ich bei dir und zeigt eher die unkreativität der Gamereviewbranche, bzw. deren schielen auf Massenkompatibilität auch in deren Awards.
Danke, genau darauf wollte ich auch hinaus. Ich finde das einfach nur noch schrecklich.

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Soulaire
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Soulaire »

Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:53
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 12:15


Was ja nur deshalb der Fall ist, weil er immernoch frei rumläuft und prämiert wird. Wäre er ähnlich verurteilt worden wie Spacey, gäbe es keine Debatte mehr. Dann wäre er schon seit 40 Jahren kein Mensch mehr, der irgendwo erwähnt wird.
Bezüglich Verurteilung:
Polanski hat eine Tat begangen, ist rechtlich verurteilt, aber gesellschaftlich akzeptiert.
Spacey's Anschuldigungen wurden zurückgezogen, er stand vor keinem Gericht und ist nicht verurteilt, aber gesellschaftlich geächtet.

Sehr interessant, die beiden Fälle im Kontrast.
Ein Roman Polanski ist sowas von gesellschaftlich geechtet. Wenn von der Person Polanski die Rede ist, ist auch immer von diesem Verbrechen die Rede.
Oder meinst du weil er danach immer noch Filme machen durfte?
Zuletzt geändert von Soulaire am 28. Dez 2020, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.

Dr_Hasenbein
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Andre Peschke hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:56
Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:40
Deine Devils Advocate Position entspricht meiner Meinung zum Thema. Deswegen würde mich interessieren, wie und warum du Künstlern die Recognition für ihre künstlerische Werke nicht zukommen lassen willst.
Hab ich nicht gesagt. Ich bin da aufgrund der Komplexität einfach unentschieden und würde keine pauschale Aussage treffen wollen, sondern das am jeweiligen Einzelfall entscheiden ob und wie der Preis verliehen werden sollte. Wie geschrieben: Ein Award kann ja zB auch verliehen werden, aber dabei trotzdem deutlich auf Missstände verwiesen werden bzw. eine Abgrenzung getroffen werden etc.

Andre
Damit wäre ich durchaus auch einverstanden mit einer Ausnahme: Den angesehensten Gesamtaward darf es nicht mehr geben, also sowas wie bestes Spiel des Jahres. Das ausklammern der Vergangenheit funktioniert IMHO nämlich nicht. Nicht bei Spielen. Klar werden einige „Gutgepatched“, aber das ist ja dann schon keine erstklassige Arbeit mehr.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Voigt hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:47
@Inkognito, auch hier wieder Digital Foundries hat nur die Technik bewertet, so wie es die Filmbranche bei Avatar damals auch machte.

Awards für künstlerisches Design mit einzigartigen Stil sind da immer separat, und werden dann meist an Indies vergeben, weil die oft so kreativ sind.
Voigt, genau darauf wollte ich mit dem Beispiel mit Mank hinaus.
Es gibt keine technischen Awards in anderen Künsten. Das sind immer künstlerische Auszeichnungen. Das sagen die Nominierten auch immer selber von sich.

Technisch ist die Kamera in Mank unterirdisch. Die Academy Award Nomination für Best Cinematography wird aber kommen. Also finden die Cinematographer der Academy, das was ihr Peer gemacht hat für künstlerisch sehr wertvoll.
Zuletzt geändert von Inkognito am 28. Dez 2020, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Soulaire hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:00

Ein Roman Polanski ist sowas von gesellschaftlich geechtet. Wenn von der Person Polanski die Rede ist, ist auch immer von diesem Verbrechen die Rede.
Oder meinst du weil er danach immer noch Filme machen durfte?
Seit 1977 hat er 14 High Profile Films gedreht, und JEDEN Filmaward persönlich (!) erhalten, der Rang und Namen hat.

So geächtet ist der nicht, würde ich sagen.

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Soulaire
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Soulaire »

Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:16
Soulaire hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:00

Ein Roman Polanski ist sowas von gesellschaftlich geechtet. Wenn von der Person Polanski die Rede ist, ist auch immer von diesem Verbrechen die Rede.
Oder meinst du weil er danach immer noch Filme machen durfte?
Seit 1977 hat er 14 High Profile Films gedreht, und JEDEN Filmaward persönlich (!) erhalten, der Rang und Namen hat.

So geächtet ist der nicht, würde ich sagen.
Es wurden halt die Filme an sich ausgezeichnet. Ist ja.nicht so als würde man in diesen Filmen sehen wie er diese Verbrechen ausübt. Bei Cyberpunk ist das aber hingegen der Fall. Wie bei den ägyptischen Pyramiden kann so ein "großes" Spiel quasi nämlich nur durch die Ausbeutung von Menschen entstehen. Ich kenne kein Gegenbeispiel.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Stimme Dir da absolut zu, das du da diesen sehr wichtigen Punkt eingebracht hast.

Genauso fragwürdig ist ein "Best Direction" für The Last of Us 2:
https://kotaku.com/games-made-under-cru ... 1845863225
Zuletzt geändert von Inkognito am 28. Dez 2020, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.

Dr_Hasenbein
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Soulaire hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:28
Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:16
Soulaire hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:00

Ein Roman Polanski ist sowas von gesellschaftlich geechtet. Wenn von der Person Polanski die Rede ist, ist auch immer von diesem Verbrechen die Rede.
Oder meinst du weil er danach immer noch Filme machen durfte?
Seit 1977 hat er 14 High Profile Films gedreht, und JEDEN Filmaward persönlich (!) erhalten, der Rang und Namen hat.

So geächtet ist der nicht, würde ich sagen.
Es wurden halt die Filme an sich ausgezeichnet. Ist ja.nicht so als würde man in diesen Filmen sehen wie er diese Verbrechen ausübt. Bei Cyberpunk ist das aber hingegen der Fall. Wie bei den ägyptischen Pyramiden kann so ein "großes" Spiel quasi nämlich nur durch die Ausbeutung von Menschen entstehen. Ich kenne kein Gegenbeispiel.
Ich kenne keinen weiteren flüchtigen Vergewaltiger, der einfach so weiter Filmen darf und für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Ja, er wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet, ziemlich pervers. Ich habe mich dieser Tage mehr und mehr mit Polanski befasst und was man so liest, lässt mich mehr und mehr entsetzt und angewidert zurück. Und man kann auch kaum Argumentieren, dass die USA ja einfach nur blöde Gesetze hätten bei dem Fall.

Aber am Ende ist das hier ohnehin nicht wirklich mit CP vergleichbar, denn ich gehe ja nicht soweit sie einzukerkern. Ich bin der Meinung, dass man einfach in einer Auszeichnung nicht einfach das Gesamtwerk ausschließt, insbesondere nicht wenn man so ein katastrophalen Start hingelegt hat.

Inkognito
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Inkognito »

Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:37

Aber am Ende ist das hier ohnehin nicht wirklich mit CP vergleichbar, denn ich gehe ja nicht soweit sie einzukerkern. Ich bin der Meinung, dass man einfach in einer Auszeichnung nicht einfach das Gesamtwerk ausschließt, insbesondere nicht wenn man so ein katastrophalen Start hingelegt hat.
Dafür kann man durchaus ins Gefängnis müssen:
https://www.theguardian.com/world/2019/ ... e-bullying
Das kann auch den Mächtigsten passieren.
Ob das allerdings in Polen passieren wird, darf man bezweifeln.

Dr_Hasenbein
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:47
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
28. Dez 2020, 14:37

Aber am Ende ist das hier ohnehin nicht wirklich mit CP vergleichbar, denn ich gehe ja nicht soweit sie einzukerkern. Ich bin der Meinung, dass man einfach in einer Auszeichnung nicht einfach das Gesamtwerk ausschließt, insbesondere nicht wenn man so ein katastrophalen Start hingelegt hat.
Dafür kann man durchaus ins Gefängnis müssen:
https://www.theguardian.com/world/2019/ ... e-bullying
Das kann auch den Mächtigsten passieren.
Ob das allerdings in Polen passieren wird, darf man bezweifeln.
Dazu kann ich nichts sagen, dafür habe ich keine Beweise wie André schon anmerkte. Mir geht es um den Zustand des Spiels und die geprellten Kunden.

Rince81
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Re: Cyberpunk 2077

Beitrag von Rince81 »

Ein paar Einwürfe
Inkognito hat geschrieben:
28. Dez 2020, 13:53
Bezüglich Verurteilung:
Polanski hat eine Tat begangen, ist rechtlich verurteilt, aber gesellschaftlich akzeptiert.
Spacey's Anschuldigungen wurden zurückgezogen, er stand vor keinem Gericht und ist nicht verurteilt, aber gesellschaftlich geächtet.

Sehr interessant, die beiden Fälle im Kontrast.
Polanski ist nicht verurteilt worden, sondern hat sich vor dem Urteil abgesetzt. Spacey ist nicht verurteilt da derjenige, der ihn beschuldigt hat, gestorben ist und nicht mehr als Zeuge vor Gericht aussagen konnte.
So eine klare - der eine ist ein schuldiges Arschloch, der andere nicht - Sache ist das nicht.
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
27. Dez 2020, 23:16
Naja Folgen hat das durchaus, siehe House of Cards. Würden an Polanski ähnliche Maßstäbe angelegt werden, wäre er ebenfalls ruiniert. Wie das mit Regisseuren ist, gute Frage. Meist kam es aber ja auch erst hinterher raus, siehe Weinstein. Der kam ja nicht mehr an neue Aufträge. Das wäre dann ebenso OK.
Es gab diverse Aussagen, dass sich Spacey am Set "unangebracht" verhalten haben soll - das war der Kerngrund für den Rauswurf durch Netflix:
Kevin Spacey made the set of Netflix's "House of Cards" into a "toxic" work environment through a pattern of sexual harassment, eight people who currently work on the show or worked on it in the past tell CNN. One former employee told CNN that Spacey sexually assaulted him.
Um es völlig überspitzt auszudrücken, Polanski war in seiner Freizeit vermutlich ein Vergewaltiger, Spacey am Arbeitsplatz zumindest übergriffig - und das hatte dann eben auch Folgen für den Job.
Dr_Hasenbein hat geschrieben:
27. Dez 2020, 16:28
Wir prämieren ja (hoffentlich) auch keine Nazikunst, mal so als Beispiel.
Klar tun wir das. Die Feuerzangenbowle ist deutsches Kulturgut und läuft immer wieder im TV und zu Studentenparties - das ist ein NS-Durchhaltefilm von 1944. Heinz Rühmann war einer größten Stars im NS-Staat. Tut der Popularität des Films und von Rühmann im Nachkriegsdeutschland keinen Abbruch. Leni Riefenstahl hat technisch beeindruckende Kunst auf die Leinwand gebannt - und wird im Ausland dafür durchaus anerkannt, in Deutschland aber verfemt. Es gab seit den 2000ern auch in Deutschland wieder diverse Ausstellungen mit den Werken von Arno Breker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Breker
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