Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

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Tagro
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Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von Tagro » 6. Nov 2018, 11:25

Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Ich möchte mal eine steile These in den Raum werfen.
In meiner gaming Jugend gab es keine wirkliche Generation Gamer über mir. Zocken war etwas für „Kinder“. Sicherlich gab es auch dort schon Erwachsene die gespielt haben, aber verhältnismäßig zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen waren die jüngeren die große Masse.
Heute sind die Kinder/Jugendlichen von damals die neuen Erwachsenen und bilden eine sehr viel größere Kundengruppe.

Behauptung:
Deshalb haben sich die Anforderungen an populäre Spiele von schnellen Reflexen auf wohlüberlegte Taktik verschoben.

Als Beispiel hier 2 große Hypes aus den letzten Jahren:
In meiner Jugend waren Arena-Shooter das große Ding. Quake, Unreal Tournament usw., schnelle Reflexe waren gefragt.
Nun war oder ist mit dem BattelRoyal Hype ein Shooter in Mode bei dem man auch langsam und taktisch vorgehen kann.

Zudem waren mal die Echtzeitstrategiespiele das große Ding. C&C, Warcraft, Starcraft usw. dort musste man (im Multiplayer) am besten 1000 Sachen sehr schnell gleichzeitig machen.
Nun sind daraus MOBAs entstanden. Darin ist es viel wichtiger sich taktisch richtig zu positionieren das Metagame zu lesen und Geschwindigkeit spielt nur eine viel kleinere Rolle.

Frage:
Ist es wirklich so das alte Trend-Spielekategorien nun auf ältere Menschen angepasst sind wo Reflexe und Geschwindigkeit nicht mehr so wichtig sind wie Metagame und Taktik?
Falls dies zutrifft, wie denkt ihr sehen dann die Trend-Spiele in weiteren 20-30 Jahren aus, welche Skills werden dann im Vordergrund stehen?
Oder wird es vielleicht bei Multiplayer mal verschiedene Altersliegen geben?
Weil es vielleicht „unfair“ ist einen frischen 20 Jährigen gegen einen 60 Jährigen antreten zu lassen?

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Vinter
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von Vinter » 6. Nov 2018, 11:26

Da grätsche ich einfach mal ganz geschwind und blutig dazwischen:
Alle genannten Spiele werden primär von Kindern und Jugendlichen gespielt.

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Tagro
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von Tagro » 6. Nov 2018, 11:41

Ich denke mal du meinst damit nun BattelRoyal und MOBAs.

Ich kenne die genauen Zahlen zum Spieleralter nun nicht. Kann aber nur aus meinem Freundeskreis sagen der nun schon was älter ist das diese wie ich auch von Arena-Sootern und MOBAs weggegangen sind und sich eher in den oben genannten wiederfinden können.

Woher hast du den die Infos/Zahlen das die Spiele hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen gespielt werden?
Und selbst wenn dies über 50% liegt bleibt meine These die gleiche.
Weil die Spieler älter geworden sind und die älteren Spieler nun eine größere Gruppe bilden als vor 20-30 Jahren, haben sich die Spiele dieser älteren Gruppe angepasst oder sind ihnen und ihren neuen Bedürfnissen angenähert.

JanTenner
Beiträge: 194
Registriert: 29. Apr 2018, 22:04

Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von JanTenner » 6. Nov 2018, 13:21

Ist es eine steile These oder nicht doch eher stating the obvious?

1. Das Durchschnittsalter der Spieler steigt
2. AAA Spiele werden auf eine möglichst breite Zielgruppe hin optimiert

==> AAA Spiele werden so designt dass sie auch ältere Menschen ansprechen
Du meinst wahrscheinlich 'dediziert' wenn du 'dezidiert' schreibst :ugly:

akill0816
Beiträge: 210
Registriert: 29. Feb 2016, 15:58

Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von akill0816 » 6. Nov 2018, 13:47

Deine Beispiele würde ich eher auf die stärkere Verbreitung von Esports und Streams zurückführen als auf das Alter der Spieler. Mobas sind einfach zum zuschauen wesentlich spannender und zugänglicher als Echtzeitstrategiespiele und die Teamdynamik sorgt wahrscheinlich auch für mehr Überraschungen innerhalb bestimmter Matchups.
Was Shooter angeht, gab es schon immer beide Richtungen wobei taktische Shooter schon früh dominanter wurden. Conterstrike war ja schon kurz nach der Arenashooterwelle populär. Die Arenashooter wurden auch vom Großteil der Spieler eher als Casual-DM-Spiele wahrgenommen. Diese Rolle übernimmt heute eher COD und die Battlefields. Der Tod des ultraschnellen Arenashooters hängt außerdem stark an den Konsolen. Shooter müssen heute auch auf der Konsole spielbar sein und das war nie die Stärke der Arenashooter. Ein Arenashooter musste technisch vorne mitspielen, war also teuer in der Entwicklung und dazu Konsolenungeeignet und ist als Esport weniger attraktive. Ergo gibt es keinen AAA-Entwickler, der hier in einer Vorreiterrolle geht und versucht ein solches Spiel zu pushen. Das höhere Alter der Spielerschaft dürfte hier eine geringe Rolle Spielen. Auch Arenashooter können bis 25 auf hohem Niveau gespielt werden und älter sind die Spielerschaften in kompetetiven Spiele eh durschnittlich nicht. Mit 35 komme ich mir bei Dota 2 wie ein Methusalem vor ;)

Dass mehr Spiele auch mit Hinblick auf ältere Generationen entwickelt werden, hoffe ich sehr, da auch ich älter bin und immer älter werde ;)
Allerdings gab es solche Spiele schon recht früh - Civilization und co. sind ja kein neues Phänomen.

Die Trends werden aber weiter von Spielern im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter gesetzt, da dort die meisten Menschen viel Freizeit haben und deshalb auch überproportional oft spielen.

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Rossy
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von Rossy » 7. Nov 2018, 00:08

Kleine Anmerkung: In Quake komm ich mit viel weniger Reflexen als in PUBG aus. Dadurch das in solchen Spielen mit einem Kopfschuss schnell gefraggt wird kann man viel weniger durch Taktik ausgleichen und es verlagert sich auf schnelles und genaues zielen. In Quake kann man da noch eher was durch Map- und Itemkontrolle etc reißen.

sicsche
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von sicsche » 7. Nov 2018, 08:31

Sind die genannten Spiele tatsächlich ein Beispiel für eine ältere Zielgruppe? Ich würde da durchaus widersprechen. Den gerade ältere Spieler wissen anspruchsvolle Spiele besser zu schätzen, das soll jetzt keineswegs abwertend klingen von wegen die dumme Jugend. Aber der Geschmack entwickelt sich im Laufe des Lebens und man hat mehr Lebenserfahrunf, spiel meinen 12 jährigen Ich klassische Musik vor und er rennt weg, heute kann ich die Musik wertschätzen und geniessen. Das selbe trifft auf Spiele zu, siehe Spiele wie Firewatch. Hier wird einer jungen Spielergeneration in den meisten Fällen wohl zu wenig geboten, passiert zu wenig. Wir ältere Gamer können aber durchaus mehr anfangen damit was hier erzählt wird, es ist uns schlicht näher. Nun sind aber diese Titel eine Nische und nicht der große Mainstream.

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philoponus
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von philoponus » 7. Nov 2018, 12:32

sicsche hat geschrieben:
7. Nov 2018, 08:31
Sind die genannten Spiele tatsächlich ein Beispiel für eine ältere Zielgruppe? Ich würde da durchaus widersprechen. Den gerade ältere Spieler wissen anspruchsvolle Spiele besser zu schätzen, das soll jetzt keineswegs abwertend klingen von wegen die dumme Jugend.
Aber "anspruchsvoll" hier meistens nicht im Sinn von reaktionsschnelle Actionspiele, oder doch? Ich bin in der älteren Zielgruppe und mag auch anspruchsvolle Spiele, aber in anderen Genres. Etwa Europa Universalis IV, das ich gerade mit sehr viel Zeitaufwand lerne.

bimbes1984

Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von bimbes1984 » 7. Nov 2018, 12:57

man konnte wohl in den 90ern den Großteil der klassischen (PC)-Gamer noch als Heranwachsenden (~zwischen 12 und 18 Jahren, männlich) bezeichnen. Zocken ist jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen und somit passen sich die Spiele halt an. Ganz groß werden wohl Mobile-Games werden, zumindest schätze ich das so ein, dazu muss ich nur meine Neffen und Nichten beobachten, die haben quasi permanent ihr Smartphone in der Hand. der asaitische Markt ist da ja auch ein riesiges und noch relativ unbespieltes Feld, da ist noch viel Geld zu verdienen.

Ich entdecke im Moment die Konsole wieder für mich neu, eigentich bin ich seit ~1995 ein PC-Gamer, war entsprechend ein riesen Fan von RTS-Titeln, aber eigentlich habe ich alles gezockt was so rauskam (irgendwie kam man ja an alles ran *hust*). Ich hab nur keine Lust mehr meinen PC andauernd aufzurüsten bzw. mich noch mit der Hardware-Thematik zu befassen, deswegen ist die Konsole da sehr praktisch, einfach in den Laden, Spiel kaufen und zocken.

Für mich, 34 Jahre, männlich berufstätig+Familie (1 Kind) ist zocken ein zeitlicher Luxus, zu komplexe Spiele und welche, die man nicht auch in kleineren Dosen genießen kann, sind für mich eher nix mehr.

Papiertigger
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Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von Papiertigger » 8. Nov 2018, 14:44

Ich würde MOBAs und die aktuellen Shooter ja nicht als Beispiel anführen für Spiele, welche geringe(re) Reflexe verlangen. Auch nicht im Vergleich zu früheren Shootern oder Echtzeitstrategiespielen. Meinem Eindruck nach ist eher sogar das Gegenteil der Fall und es handelt sich bei beidem um Spiele für eine relativ junge Zielgruppe (anekdotische Evidenz), welche sowohl an das Freizeitkontingent als auch an die Reaktionsschnelligkeit und Geschicklichkeit sehr hohe Ansprüche stellen und damit für eine ältere Spielerschaft insgesamt eher weniger attraktiv sind.

Ich beklage eher, dass es noch zu wenig Spiele für eine ältere Spielerschaft gibt bzw. keine so klare Segmentierung wie in anderen Medien. Aber vielleicht trügt mich da auch mein Eindruck, schließlich gibt es bei AA- und vor allem bei Indiespielen zunehmend mehr Spiele, welche nicht mehr als "All Ages" oder "Young Adult" gedacht sind, sondern als wirkliche Erwachsenenspiele, welche auch entsprechend erwachsene Themen bearbeiten. Retrospiele wie Pillars of Eternity oder Adventures sind Spiele, welche sich klar an eine nostalgische Zielgruppe richten, auch wenn ich bei diesen nicht zwingend von einer "erwachsenen Thematik" sprechen will.

Ich kann mir gut vorstellen, dass abgesehen von AAA-Spielen, welche auch altersmäßig eine große Zielgruppe anvisieren müssen, es zukünftig immer mehr kleinere Spiele geben wird, welche sich vorrangig an eine erwachsenere Zielgruppe wenden, sowohl was Spielmechanik als auch was die Thematik angeht. Jedenfalls ist das meine Hoffnung.

sicsche
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Registriert: 11. Apr 2018, 08:38

Re: Spiele werden für eine neue Generation Mensch entwickelt?

Beitrag von sicsche » 8. Nov 2018, 18:46

philoponus hat geschrieben:
7. Nov 2018, 12:32
Aber "anspruchsvoll" hier meistens nicht im Sinn von reaktionsschnelle Actionspiele, oder doch? Ich bin in der älteren Zielgruppe und mag auch anspruchsvolle Spiele, aber in anderen Genres. Etwa Europa Universalis IV, das ich gerade mit sehr viel Zeitaufwand lerne.
Nicht anspruchsvoll im Sinne der Komplexität eines Spiels, sondern welche Themen werden angesprochen, wie werden diese angesprochen, wie ist die Erzählung etc.

Denk eher an Spiele wie Hellblade, Gone Home, Firewatch, etc.
Ich stelle die These auf das diese Titel mehr an die ältere Generation Gamer gerichtet ist, weil du einen gewissen Erfahrungsschatz, Reife sicher auch gefestigkeit benötigst um diese Titel wirklich zur Fülle geniessen zu können.

Und das sind keine Mainstream Titel. Gerade die aktuell populären Titel richten sich an die gegenteilige Audienz. (sieh dir eine Fortnite Zielgruppe an zB)

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