Wertschätzung: Dota Auto Chess

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Nachtfischer
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Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Nachtfischer » 18. Apr 2019, 10:41

Vielen Dank, Sebastian, dass du dich in dieses sperrige Biest eingearbeitet und eine durchweg kompetente Wertschätzung abgeliefert hast, mit der ich inhaltlich im Grunde komplett mitgehen würde! :)

Eine Anmerkung noch zum Matchmaking: Mittlerweile muss man nicht mehr mit Discord-Bots hantieren. Auf der QIHL-Website gibt es mittlerweile eine vergleichsweise(!) bequeme Lobby-Suche mit direkter Anbindung an Steam, sodass der aktuelle Rang direkt im Browser abgelesen werden kann. Es ist wirklich sehr zu empfehlen, so früh wie möglich, auf dieses System umzusteigen, da die Mod selbst kein Matchmaking anbietet (da sie es aus technischen Gründen auch gar nicht kann), sondern recht wahllos 8 Spieler, die gerade suchen, zusammenwirft. Das sorgt nicht nur für unfaire Skill-Gefälle, sondern auch einige Verzerrungen im Ranking-System (da man mehr oder weniger Punkte bekommt, je nachdem, welchen Rang die Gegenspieler im Schnitt haben).

Der Vergleich zum Sammelkartenspiel passt (wie schon bei Slay the Spire) wieder nur bedingt. Zwar erinnert das Ziehen der zufälligen Helden in jeder Runde an das Öffnen eines Booster-Packs, aber es passiert immer alles innerhalb der komplett in sich geschlossenen Partie. Es gibt kein Metagame mit vorkonstruierten Decks oder individuellen Kartensammlungen. Von daher ist dieses System abermals eher mit dem Deck-Building-Genre (Dominion und Konsorten) zu vergleichen.

Insbesondere ist aber die "Drafting"-Mechanik (die rundenweise Auswahl aus einem gemeinsamen Pool von Ressourcen) eine "feste Größe" in der Welt der Brett- und Kartenspiele, die auch sehr gerne mit dem Aspekt der "Set Collection" (Boni für mehrere Gleiche oder mehrere der gleichen Kategorie) kombiniert wird. Das kommt Auto Chess, abgesehen von der Positionierung der Einheiten auf dem Schachbrett, dann schon recht nahe. Populäre Vertreter sind etwa 7 Wonders oder Tokaido. Es findet also, mal wieder, ein "Überbluten" der analogen in die digitale Welt statt.

Das größte Fragezeichen am Spiel ist für mich momentan die Höhe des Skill Ceilings. Es lässt sich noch nicht zu 100% sagen, da die Mod noch zu jung ist, und es steckt definitiv sehr, sehr viel Skill drin. Auf hohem Level, wo jeder die guten Builds kennt, jeder ordentlich positioniert, jeder Streaks ausnutzt etc., kommt es aber meinem Eindruck nach mehr und mehr auf die "Rolls" an. Manchmal kriegen auch die Profis halt einfach keine Upgrades und werden Letzter. Dementsprechend wogt auch ihr Ranking (auf hohem Niveau) rauf und runter. Klar, auf lange Sicht tun sich - wie im Poker - die besseren Spieler hervor, aber hier dauert ein Match nicht ein paar Minuten, sondern gleich 40 oder mehr. Da gehen die Dauer einer Partie und der Zufallsfaktor für mich noch nicht richtig zusammen.

So oder so wird es aber sehr spannend sein, zu sehen, welche Titel nun daraus entstehen. Insbesondere nachdem die erste Welle der reinen Klone durch ist und sich ernsthafte weiterführende Design-Gedanken gemacht werden. :)

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von my_d00m » 18. Apr 2019, 10:51

Nachtfischer hat geschrieben:
18. Apr 2019, 10:41
Das größte Fragezeichen am Spiel ist für mich momentan die Höhe des Skill Ceilings. Es lässt sich noch nicht zu 100% sagen, da die Mod noch zu jung ist, und es steckt definitiv sehr, sehr viel Skill drin. Auf hohem Level, wo jeder die guten Builds kennt, jeder ordentlich positioniert, jeder Streaks ausnutzt etc., kommt es aber meinem Eindruck nach mehr und mehr auf die "Rolls" an. Manchmal kriegen auch die Profis halt einfach keine Upgrades und werden Letzter. Dementsprechend wogt auch ihr Ranking (auf hohem Niveau) rauf und runter. Klar, auf lange Sicht tun sich - wie im Poker - die besseren Spieler hervor, aber hier dauert ein Match nicht ein paar Minuten, sondern gleich 40 oder mehr. Da gehen die Dauer einer Partie und der Zufallsfaktor für mich noch nicht richtig zusammen.
Da bin ich voll dabei. Der Kicker hat neulich geschrieben, ob Auto Chess das nächste große esports Phänomen sei. Abgesehen davon, dass ich es zum Zuschauen nicht sonderlich toll finde, war mein erster Gedanke dazu, dass dafür viel zu viel RNG drin steckt. Ja, es zu spielen macht Spaß, aber wirklich kompetitiv kann man es m.E. nicht betreiben, da der Zufallsfaktor viel zu hoch ist. Da müsste man schon richtig lange Series spielen, dass sich das einigermaßen ausgleicht.

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SebastianStange
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von SebastianStange » 18. Apr 2019, 11:03

Ja, die Skill-Ceiling ist auch für mich das große, wenn auch persönlich eher irrelevante Fragezeichen. Ich werde da nie anstoßen. Aber alle Elemente von Auto Chess sind sehr einfach empirisch mess- und bewertbar. Das Meta ist relativ klar in einzelne Elemente einteilbar: Economy, Draw-Wahrscheinlichkeit, Positionierung, Synergien und der Wert einzelner Einheiten - siehe auch die Tier-Lists auf den einschlägigen Websites.
Bleibt da am Ende vielleicht wirklich nur der Zufall als limitierender Faktor übrig? Ist das ein Spiel, in dem am Ende ein gut trainierter Bot genauso gut ist, wie ein extrem guter Spieler? Und wenn ja, was können die Entwickler da tun?

Ich finde es jedenfalls mächtig spannend, wie hier eine ganz neue Geschmacksrichtung Mehrspieler entsteht und ich hoffe doch sehr, dass dieses Konzept noch weiter reift und nicht direkt in der Mikrotransaktions-Hölle landet. Denn es füllt eine wunderbare Lücke in meinem Leben. Das war ein Punkt, den ich im Podcast nicht angebracht habe, aber direkt im Anschluss an die Aufnahme bereits mit André besprochen habe (Nach der Aufnahme hat man immer noch was zu sagen, es ist schrecklich): Eine Runde Auto Chess geht immer. Sie dauert maximal 45 Minuten. Aufgrund der Spielstruktur muss ich nicht ununterbrochen aufmerksam und aktiv sein. Ich kann auch mal schnell in die Küche gehen oder nebenher nen Browser aufmachen. Aktuell höre ich Musik nebenher. Einfach nur ein Album hören? Bissl zu passiv. Nebenher Auto Chess? Perfekt! :-D

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von my_d00m » 18. Apr 2019, 11:53

Stimmt wohl, ich spiele es in letzter Zeit meistens während des Essens. Ein "richtiges" Spiel ist da nicht möglich.

Zur Empirie: Alles außer die Wahrscheinlichkeit ist direkt vom Skill/Wissen des jeweiligen Spielers abhängig und damit auch mess- bzw. bewertbar. Und es sind auch in jedem anderen Game Zufallsfaktoren drin (in Dota bspw. Chance auf Critical Hits oder Evasion), nur nehmen diese in Auto Chess einen viel größeren Raum ein als bei diesen anderen Spielen. Daher ist es für mich nicht geeignet, wirklich kompetitiv gespielt zu werden. Das heißt noch lange nicht, dass es nicht für die ein oder andere Runde nebenbei Spaß macht, da kann ich mich nicht ausnehmen.

Momentan steht ja im Raum, dass es für Mobile umgesetzt wird, was ich ziemlich passend fände. Gerade für eine Bahnfahrt oder ähnliches ist so ein "Nebenher-Spiel" ja wunderbar, wobei da vielleicht die momentane Spiellänge ein Problem sein könnte.

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Terranigma » 18. Apr 2019, 12:44

Nachtfischer hat geschrieben:
18. Apr 2019, 10:41
Eine Anmerkung noch zum Matchmaking: Mittlerweile muss man nicht mehr mit Discord-Bots hantieren. Auf der QIHL-Website gibt es mittlerweile eine vergleichsweise(!) bequeme Lobby-Suche mit direkter Anbindung an Steam, sodass der aktuelle Rang direkt im Browser abgelesen werden kann.
Die Idee ist gut, allerdings bekomme ich es derzeit wohl nicht hin. Servern kann ich nicht joinen, obwohl ich allerlei sehe. Bequem ist's nicht, aber gut - das erinnert mich an alte Warcraft 3-Zeiten, wo man auch allerlei technische Workarounds brauchte, um Reconnects, Matchmaking, usw. um das Spiel herum zu bauen. Irgendwie ganz charmant, auch wenn ich jetzt erstmal schauen muss, warum es nicht funktioniert.
“All of humanity's problems stem from man's inability to sit quietly in a room alone.”
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Nachtfischer » 18. Apr 2019, 13:33

Terranigma hat geschrieben:
18. Apr 2019, 12:44
Nachtfischer hat geschrieben:
18. Apr 2019, 10:41
Eine Anmerkung noch zum Matchmaking: Mittlerweile muss man nicht mehr mit Discord-Bots hantieren. Auf der QIHL-Website gibt es mittlerweile eine vergleichsweise(!) bequeme Lobby-Suche mit direkter Anbindung an Steam, sodass der aktuelle Rang direkt im Browser abgelesen werden kann.
Die Idee ist gut, allerdings bekomme ich es derzeit wohl nicht hin. Servern kann ich nicht joinen, obwohl ich allerlei sehe. Bequem ist's nicht, aber gut - das erinnert mich an alte Warcraft 3-Zeiten, wo man auch allerlei technische Workarounds brauchte, um Reconnects, Matchmaking, usw. um das Spiel herum zu bauen. Irgendwie ganz charmant, auch wenn ich jetzt erstmal schauen muss, warum es nicht funktioniert.
Du hast dich über die Steam-Integration (oben rechts) angemeldet? Ansonsten muss dein Rang zur Lobby passen, also hoch genug sein. Dann sollte es eigentlich klappen. :think:
my_d00m hat geschrieben:
18. Apr 2019, 11:53
Momentan steht ja im Raum, dass es für Mobile umgesetzt wird, was ich ziemlich passend fände. Gerade für eine Bahnfahrt oder ähnliches ist so ein "Nebenher-Spiel" ja wunderbar, wobei da vielleicht die momentane Spiellänge ein Problem sein könnte.
In China läuft sogar schon eine Alpha. Obwohl es vom offiziellen Entwickler der Mod kommt, wird die Mobile-Version allerdings ohne Dota-Bezug daherkommen. Also alle Charakter-Visuals nochmal neu lernen. :(
Spielerisch soll das Spiel aber erstmal eine 1:1 Umsetzung werden. Und wie du schon sagst: 40 Minuten sind für die Busfahrt zwischendurch dann doch nicht so optimal. Und dann erst potenzielle Verbindungsabbrüche beim Umstellen des Teams, wo oft Sekunden zählen. Irks...

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Terranigma
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Terranigma » 18. Apr 2019, 14:44

Nachtfischer hat geschrieben:
18. Apr 2019, 13:33
Du hast dich über die Steam-Integration (oben rechts) angemeldet? Ansonsten muss dein Rang zur Lobby passen, also hoch genug sein. Dann sollte es eigentlich klappen. :think:
Ha, das war auch das Problem. Mein Rang ist einfach derart niedrig, dass ich keine passenden Spiele finde. Njo, da macht man nichts. :D


Wie Sebastian allerdings sagte, ist's genau die Art von Spiel, zu dem man wunderbar nebenher Musik hören kann, o.Ä. Musik und Sound benötigt man nicht - anders als bei den meisten MP-Shootern. Dazu kommt, dass es so'n gewissen Terrariumeffekt (@Dom) hat, da man seine Figuren in Position bringt und dann halt zuschaut, wie's läuft. Einzig das Balancing bzgl. der Items erscheint mir derzeit noch arg problematisch. Ganz allgemein erscheinen mir die Items ein Fremdkörper zu sein, da bei allen anderen Elementen des Spiels der Skill darin liegt, quasi mit dem Zufallsfaktor umzugehen, situativ zu entscheiden, ob man ein Risiko eingeht und sich auf eine bestimmte Strategie einlässt oder eher flexibel bleibt. Items sind reine Glückssache, die dem Spiel weder eine strategische Tiefe noch Vielfalt hinzufügt. In manchen Partien droppt fast gar nichts, während ich gerade eben mit Waffen und Rüstung zugeworfen wurde - alles auf meinen Anti-Mage gepackt und der hat mich dann auch bis zum 2. Platz getragen.

Das war keinerlei Können von meiner Seite, sondern nur Glück bzw. Pech für die Gegner. Mit kalkulierbarer Zufälligkeit kann ich gut leben, aber die Items könnte man im derzeitigen Zustand komplett entfernen und man hätte ein besseres Spiel.
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SebastianStange
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von SebastianStange » 18. Apr 2019, 15:00

Zustimmung was die Items angeht. Die scheinen eher ein Dota-Relikt zu sein und ich empfinde die auch als teils ganz schön unfair verteilt. Andererseits ist es aber auch geil, wenn es mal klappt und man mit void stones und quarterstaffs zugeschissen wird.

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von my_d00m » 18. Apr 2019, 15:27

Stimmt, die Items sind auch nochmal ein großer Zufallsfaktor. Nicht nur über die Anzahl, sondern auch über die Art.
Wie oft ist es schon passiert, dass man zwar Items bekommt, diese aber null zur Zusammenstellung passen. Man spielt (im späteren Spielverlauf, also relativ festgefahren) eine Warriorkombo, und wird mit Caster-Items zugeschissen (sorry :D)

Erst gestern habe ich wieder eine schöne Knight-Combo mit Luna gespielt, und habe über das komplette Game (~40 Runden) nicht ein einziges Attack-Item bekommen. Dann ist auf einmal auch eine Luna mit 6 Knights nicht mehr so toll...

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Nachtfischer » 18. Apr 2019, 15:30

SebastianStange hat geschrieben:
18. Apr 2019, 15:00
Andererseits ist es aber auch geil, wenn es mal klappt und man mit void stones und quarterstaffs zugeschissen wird.
Sind zwar isoliert betrachtet gute Items, aber richtig lustig wird es erst mit Void Stones und Rings of Health. Zwei von jedem und du kannst sie zum "Refresher Orb" kombinieren. Und dann zweimal Medusa-Ulti direkt hintereinander. Ach, ihr wolltet euch bewegen, liebes Gegner-Team? Schade! :ugly:

Ansonsten aber völlig richtig. Die Items sind die unnötige (und sehr offensichtlich unfaire) Kirsche auf der Zufallstorte. Die Entwickler scheinen sie aber weder herausnehmen noch fairer verteilen zu wollen. Sie wissen wohl nur zu gut um die Macht der Skinner-Box...

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mart.n
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von mart.n » 19. Apr 2019, 09:40

Schön, dass ihr dazu eine Wertschätzung gemacht hat. Ich spiele im Moment absolut nichts anderes mehr, da es so viel Spaß macht. Allerdings kämpfe ich noch sehr stark mit dem Meta.. da ich nicht wirklich spielen kann, ohne gewinnen zu wollen. ;) Mein Early Game läuft mittlerweile. Wenn man wie gestern eine direkt in Runde 3 eine Bounty Hunter, Tinker, Clockwerk Combo zusammenstellen kann, dann ist es natürlich auch relativ entspannt. Trotzdem falle ich jedoch im Mid- Endgame noch massiv ab und verstehe keinen Meter, warum. Aber ich arbeite dran... und ich habe einfach das Gefühl, dass ich von einem Ozean an Strategien gerade mal ein Glas Wasser getrunken habe.

Man merkt natürlich, dass das ganze Ding ein Mod ist. Die GUI geht garantiert auch intuitiver, die Zeitbegrenzung ist echt knackig und ein Practice Modus gegen Bots mit unendlicher Zeit zum kennenlernen und austesten von Ideen wäre wahrscheinlich auch keine verkehrte Idee.

Aber ich sehe da schon ein HOTS Battle Chess um die Ecke, dass das alles bietet.. schöner wäre es natürlich, wenn die Autoren und Erfinder dieses Spiels das verdiente Geld damit verdienen und nicht eine Kopie von einem großen Studio. Ich hoffe auf eine gute mobile Variante, die Berechtigungen für die Alpha App sind ja laut reddit fern von Gut und Böse (Kamera, Mikrofon und Co) und die chinesische Variante muss ich mir auch nicht geben..

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mart.n
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von mart.n » 19. Apr 2019, 17:01

Nochmal kurz als Tipp, der mich richtig weitergebracht hat: rerollen und kaufen kann man auch im Kampf. Gerade im Endgame, wenn man immer so seine 60+ Gold am Start hat, macht es absolut Sinn das nicht in den 30 Sekunden Setup zu machen. Kaufen kann man da auch.. Und im Zweifel halt für die nächste Runde locken. Und das ganz in Ruhe.

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Soulaire » 19. Apr 2019, 19:44

Sehr gut erklärt Herr Stange.
Witzigerweise habe ich den beschriebenen mühsamen Einstieg mit dem Erlernen der Mechaniken am Spaßigsten empfunden. Welche Synergien wie am besten funktionieren etc. So grob die ersten 20 Stunden. Danach kann man sich zwar noch in Feinheiten verbessern, aber Luft nach oben im Skill ist da nicht wirklich.

Das Item-RNG kann man sicherlich kritisieren. Was ich aber viel drastischer sehe ist die zufällige Gegner-Auswahl. Wenn dir nämlich innerhalb von 3 Runden der Erstplatzierte 40% deiner Lebenspunkte abzieht, kann das dein ganzes Spiel zerstören. Das wird hoffentlich noch etwas entschärft.

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von jesobuild » 20. Apr 2019, 00:03

Ich muss sagen, ich fand die Erklärung des Spiels doch ziemlich umständlich. Im Kern ist es ein (zugegebenermaßen originelles) Sammelkartenspiel mit einigen zusätzlichen Stellschrauben und einer extra großen Portion RNG. Vielleicht bin ich auch einfach ein Hater, aber ich kann den ganzen Hype um das Spiel überhaupt nicht nachvollziehen. Anders als in der Wertschätzung dargestellt finde ich nämlich den Anteil des Zufalls viel zu groß und absolut entscheidend für den Ausgang eines Spiels. Gegen wen ich antrete? Zufall! Was für Figuren ich ziehe? Zufall! Wie meine Figuren sich verhalten? Zufall! Das sind alles zentrale Spielbestandteile, die ich überhaupt nicht beeinflussen kann. Natürlich können sehr erfahrene Spieler dann an den wenigen Stellschrauben drehen, die einem das Spiel überlässt - aber fundamental lässt sich das Spiel nicht kontrollieren. Daher müssen viele Runden gespielt werden, bis sich überhaupt der eigene Einfluss auf das Spiel in Siegen und Niederlagen feststellen lässt. Das finde ich blöd.

Ich finde auch die These, es handle sich hier um ein neues Genre extrem steil, wenn nicht schon borderline absurd. Nur, weil hier nicht eins zu eins die Hearthstone-Formel kopiert wird, heißt das für mich noch nicht, dass es sich hier um ein komplett neues Spielprinzip handelt.

Übrigens sind in dem Spiel sehr wohl schon Microtransactions drin. Die Bonbons, die man sich über mehrere Runden verdienen kann, kann man nämlich auch auf der Website des Entwicklers für Echtgeld kaufen. Klar gibt's dafür dann (momentan) nur kosmetische Gegenstände wie neue Spielfiguren, aber die Behauptung, man könne im Spiel kein Geld ausgeben, ist falsch.

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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von mart.n » 20. Apr 2019, 14:15

Sehe ich ein bisschen anders. Hearthstone ist im Kern ein völlig anderes Spiel, da man Karten sammelt und dann mit diesen Karten spielt. Dadurch werden Echtgeld Investitionen in das Spiel auch viel wichtiger, als es hier ist wo nur die Optik des Couriers geändert werden kann. Und genau deswegen ist HS auch ziemlich nah am P2Win und Auto Chess ist es überhaupt nicht.

Auto Chess ist stark vom RNG bestimmt und wird deshalb wahrscheinlich nicht das erfolgreichste eSport Spiel werden. Aber außer für die, die am Skillcap rumschrammen (was wahrscheinlich 5-10% der Spieler sind) ist eine gewisse RNG-Lastigkeit nur von Vorteil. Im übrigen handelt es sich hier auch um beinflussbaren Zufall. Wer am Anfang darauf achtet, welche Karten die Gegner sammeln und dann auf eine andere andere Strategie aufsattelt, wird deutlich mehr Erfolg haben als derjenige, der das nicht macht. Auch die Aktionen auf dem Feld sind kein reiner RNG, sondern abschätzbar. Ein Axe in der Mitte, der mit einem Taunt die Gegner ranholt, funktioniert immer so wie man sich das vorstellt.

Das RNG Argument ist bei Items und bei der Gegnerzulosung sicherlich gültig. An den beiden Faktoren muss noch geschraubt werden. Ansonsten halt das Spiel in etwa soviel RNG wie ein Slay the Spire. Nämlich in dem Rahmen, dass man seine Strategie den RNG Faktoren anpassen muss und nicht umgekehrt. Und das funktioniert auch zu großen Teilen.

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NobodyJPH
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von NobodyJPH » 21. Apr 2019, 10:08

Die Wertschätzung war für mich ein wenig konfus, was aber auch daran lag, dass ich ihr nicht 100% meiner Aufmerksamkeit schenken konnte. Sie war aber nicht nur konfus, sondern auch ziemlich spannend. Deshalb vielen Dank für diesen Einblick in eine interessante Nische!

Verrückterweise ärgere ich mich gerade, dass ich aktuell keine Zeit habe mich in ein weiteres komplexes Spiel einzuarbeiten. Ich bin tatsächlich schon sehr gespannt wie es mit Dota Auto Chess bzw. diesem neuen Genre weitergeht.

Voigt
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Voigt » 21. Apr 2019, 15:37

Interessanterweise fanden bisher insbesondere Leute die DotA Auto Chess selber spielten die Wertschätzung gut. Ich hingegen der noch nie nur ein Bild von dem Spiel sah, bin immer noch etwas verwirrt.
Folge hätte ruhig noch langsamer sein können. Auch wurden einige unverständliche Sachen am Anfang genannt, aber erst viel später erklärt.

Also grob zum Spiel: Es scheint ein Dota-HearthStone-Schach Spiel zu sein. Jede Runde zieht man Karten die man ausspielen kann, man sammelt Gold um Karten mit verschiedener Wertigkeit ausspielen zu können, Gegner und man selbst zieht gleichzeitig (30s Phase), und danach laufen Angriffe automatisch. Wenn eine Seite all seine Karten verloren hat, greifen die anderen Karten direkt den HP Balken an, grob ähnlich wie bei Hearthstone.

Bloß: Es ist ein 8v8 Teamspiel, erst später wurde erklärt dass trotzdem immer nur 1v1 auf einen 8x8 Schachfeld gespielt wird. Wobei ich bis jetzt immer noch nicht weiß, mit wie vielen Figuren gespielt wird. Wohl am Anfang 1 Figur vs 1 Figur, und später bis zu 10 v 10. Bloß dann wurde mal gesagt, dass maximal 10 Figuren pro Team wären, das heißt ja dann doch wieder nur ca. 1 Figur pro Person? Was passiert eigentlich wenn zwei Leute aus dem Gegnerteam ausscheiden, aber das eigene Team noch alle 8 Leute hat, müssen dann immer zwei Personen warten, weil die keinen Gegner zugewiesen bekommen?
Die Figuren wurden einerseits als DotA Helden benannt, aber anderseits als Kategorien (Dämonen Zauberer, Menschen Assassine etc.). Haben alle Menschen Assassinen die selben Fertigkeiten, oder haben die einfach die 4 Fertigkeiten aus Dota? Oder zwar eigene Skills, aber nur 2 Stück (Standard+Ultimate)?
Am Ende schien durch, dass es zwar die Einteilung in Klasse und Rasse gibt, diese aber wirklich nur Effekt für die Synergien haben, aber die Helden ansonsten vollkommen einzigartig sind. Aber 100% sicher bin ich damit nicht.

Das 8x8 Schachfeld, ist das eigentlich simpel schwarz-weiß gekacheltes 2D Feld, oder ist das die Dota 3D Grafik Umgebung, bloß irgendwie die Landschaft so gestaltet, dass es den Anschein einer Schachbrett-Welt hat?

Sebastian konnte zwar gut die Faszination vom Spiel rüberbringen, warum er es so cool findet, mir fehlen aber trotzdem immernoch ein paar grundlegende Infos wie das Spiel genau funktioniert damit ich mir das Spiel ordentlich vorstellen kann.
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von my_d00m » 21. Apr 2019, 16:14

Ich bringe mal etwas Licht ins Dunkel.
Voigt hat geschrieben:
21. Apr 2019, 15:37
Bloß: Es ist ein 8v8 Teamspiel, erst später wurde erklärt dass trotzdem immer nur 1v1 auf einen 8x8 Schachfeld gespielt wird. Wobei ich bis jetzt immer noch nicht weiß, mit wie vielen Figuren gespielt wird. Wohl am Anfang 1 Figur vs 1 Figur, und später bis zu 10 v 10. Bloß dann wurde mal gesagt, dass maximal 10 Figuren pro Team wären, das heißt ja dann doch wieder nur ca. 1 Figur pro Person? Was passiert eigentlich wenn zwei Leute aus dem Gegnerteam ausscheiden, aber das eigene Team noch alle 8 Leute hat, müssen dann immer zwei Personen warten, weil die keinen Gegner zugewiesen bekommen?
Es ist kein Teamspiel. Es sind insgesamt 8 Leute im Spiel, und jeder spielt für sich selbst. Das 8x8 Feld ist übrigens auch das einzige, was dieses Spiel mit Schach gemeinsam hat. Ich habe jetzt nicht mehr den Wortlaut im Kopf, aber wenn Sebastian von Team gesprochen hat, meinte er wohl die Zusammensetzung der eigenen Figuren auf dem Feld.
Dementsprechend muss auch niemand warten. Die noch im Spiel vorhandenen Spieler werden einander zugelost. Hier kommt noch dazu, dass ich auf meinem Feld gegen Spieler A kämpfen kann, während dieser aber auf seinem Schlachtfeld gegen B kämpft und wiederum Spieler C gegen mich. Man kann nur durch den Kampf auf dem eigenen Feld Lebenspunkte verlieren.
Jeder Spieler bekommt nach jeder Runde Erfahrungspunkte, immer gleich, immer einen pro Runde. Mit dieser Erfahrung steigt man im Level auf und damit kann man mehr Figuren auf dem Feld haben. Diese gratis XP reicht anfangs, um aufzusteigen, später braucht man aber so viele Punkte, dass man sich zusätzlich XP gegen Gold kaufen muss.
Die Figuren wurden einerseits als DotA Helden benannt, aber anderseits als Kategorien (Dämonen Zauberer, Menschen Assassine etc.). Haben alle Menschen Assassinen die selben Fertigkeiten, oder haben die einfach die 4 Fertigkeiten aus Dota? Oder zwar eigene Skills, aber nur 2 Stück (Standard+Ultimate)?
Am Ende schien durch, dass es zwar die Einteilung in Klasse und Rasse gibt, diese aber wirklich nur Effekt für die Synergien haben, aber die Helden ansonsten vollkommen einzigartig sind. Aber 100% sicher bin ich damit nicht.
Jede Figur ist ein Model aus Dota. Jede Figur hat eine Rasse (Human, Demon, Elf, ...) sowie eine Klasse (Mage, Warrior, Knight, ...) und EINE Fähigkeit. Diese ist immer angelehnt an eine Fähigkeit, die der entsprechende Held im normalen Dotaspiel hat. Um letztere zu benutzen, benötigt die Figur Mana, die sie bekommt durch Schaden austeilen, Schaden nehmen und Sondereffekte durch andere Figuren oder Items.

Die Rassen und Klassen wiederum geben meist passive Boni, wenn man X verschiedene(!) Figuren dieser Rasse/Klasse auf dem Feld hat.
Hat man bspw. 3 Elfen auf dem Feld, bekommen diese eine prozentuale Chance, einem gegnerischen Angriff auszuweichen.
Hat man 3 Warrior auf dem Feld, so bekommen diese Bonusrüstung.
Diese Boni gibt es meist in mehreren Stufen. Für die genannten Beispiele erhöht sich also der Wert, wenn ich 6 bzw. 9 entsprechende Figuren auf dem Feld habe.
Das 8x8 Schachfeld, ist das eigentlich simpel schwarz-weiß gekacheltes 2D Feld, oder ist das die Dota 3D Grafik Umgebung, bloß irgendwie die Landschaft so gestaltet, dass es den Anschein einer Schachbrett-Welt hat?
Ja, es ist tatsächlich ein simples "Brett" und das ist, wie oben gesagt, die einzige Gemeinsamkeit mit Schach. Auf der eigenen Hälfte (4x8) stellt man seine Figuren auf, auf der anderen Hälfte spawnt dann der jeweilige Gegner. Ab da ist alles random.


Ich hoffe, das hilft etwas. Wenn es noch Fragen gibt, her damit ;)

Voigt
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von Voigt » 21. Apr 2019, 20:02

Ah vielen Dank, das hat schonmal viel geklärt. Insbesondere da Sebastian immer von Teams geredet hat, dachte ich halt es wäre 4v4, mit Last Team Standing, in der Art.

Der *eine* Skill ist dann die Ultimate von den Sebastian geredet hat, vermute ich mal. Dazu gibt es aber auch normale Angriffe, sozsuagen die AutoAttacks. Wobei dies bei einem Magier wahrscheinlich auch ein Art Spell sein wird? Der wird ja nicht in Nahkampf mit seinem Stab auf Gegner kloppen.
Das Bonus Stacken durch Klassen und Rassen hatte ich schon gut durch die Folge kapiert.
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my_d00m
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Re: Wertschätzung: Dota Auto Chess

Beitrag von my_d00m » 21. Apr 2019, 20:23

Ja, wird wohl von vielen Spielern Ultimate genannt, obwohl es oft nicht die Ulti des normalen Helden ist.
Mit einer Ausnahme macht auch jede Figur AutoAttacks, wobei die natürlich bei den Magier nicht so toll sind. Vorhanden sind sie aber dennoch.

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