Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

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imanzuel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel »

Hmm, ich bin schockiert das diese Art von "Tests" hier anscheinend auch noch gut wegkommt. Hätte ich als Konsument das Spiel schon längst nicht gespielt, hätte ich es mir vermutlich spätestens nach diesem Test Kolumne das Spiel gekauft - und wäre schon nach einer Stunde zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen, als das mir der Text suggeriert.

Nun gut, anscheinend scheint es genügend Leute zu geben, denen wohl eine Beschreibung des Feeling des Spiels als Test reicht. Definitiv nichts für mich, da kann ich auch den Werbetext lesen.
Notiz für mich
Top-Spiele 2020: 1. HL: Alyx (10/10) 2. Ori 2 (9/10) 3. WL3 (9/10) 4. Doom Eternal (8/10) 5. RE3R (8/10) 6. Nioh 2 (8/10) 7. P5R (7/10) 8. SOR 4 (7/10) 9. TLoU 2 (7/10) 10. DBZ: Kakarot (6/10) 11. GoT (6/10) 12. FF VII Remake (5/10)

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Axel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Axel »

imanzuel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 13:19
Nun gut, anscheinend scheint es genügend Leute zu geben, denen wohl eine Beschreibung des Feeling des Spiels als Test reicht.
Weil man Kunst eben nicht in sämtliche Einzelteile zerlegen sollte. Das ist so eine deutsche Angewohnheit aus der Vergangenheit, als man noch Spiele mit dem preußischen ernst einer TÜV-Prüfstelle begegnete.

Wird aber der Kunst nicht gerecht. Wenn wir Spiele wirklich als Kultur verstehen wollen, dann gehört dazu, dass wir Spiele auch individuell und persönlich besprechen. Was macht ein Spiel mit uns? Welche Aussagen ziehe ich aus einem Spiel? Oder ganz simpel: Macht es mir Spaß? Das sind die Werte, auf die es für mich ankommt. Zumindest dann, wenn wir von Kulturgütern sprechen wollen. Dazu gehört auch, dass jeder etwas anderes empfindet. Du empfindest etwas anderes als Elena. Wäre es daher nicht spannend über diese Unterschiede zu philosophieren und darüber tiefer ins Spiel einzusteigen?

Kunst ist individuell und nicht objektivierbar. Während ich im Black Metal tiefgründige, melancholische Aussagen zur Naturzerstörung vor komplexen und intelligenten Songwriting hören kann, hört der andere beim gleichen Black Metal Song nur undefinierbaren Krach und Geschrei. Um mal ein sehr plastisches Beispiel zu nennen.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
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imanzuel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel »

Hmm, sorry Axel, nichts für ungut. Für mich hört sich das aber an als würde man nur Wege und Mittel suchen, um ein Spiel als absolutes Meisterwerk feiern zu können, das aber offensichtlich ziemlicher Schrott ist. ;)

Hast du Cloudpunk gespielt? Ich vermute nicht. Würdest du nämlich deinen Kunstansatz auf das Spiel anwenden (oder in die 3 Punkte - Story, Charaktere, Welt - aufgliedern, wie in der Kolumne), würde man relativ schnell feststellen dass zumindest Charaktere und Story (die Spielwelt setze ich gleich mit der Atmosphäre, die ist grundsätzlich wirklich gelungen) mit gelungener "Kunst" nichts zu tun hat.

Das ist das selbe wie mit... keine Ahnung, Uwe Boll Filme. Irgendwie auch "Kunst". Nur keine gute. Wie in Cloudpunk die Story und Charaktere.
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Axel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Axel »

imanzuel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:25
Das ist das selbe wie mit... keine Ahnung, Uwe Boll Filme. Irgendwie auch "Kunst". Nur keine gute. Wie in Cloudpunk die Story und Charaktere.
Tatsächlich halte ich vor allem Uwes damaligen Herzensfilme wie die Rampage Trilogie, Darfur oder Assault on Wall Street ganz unironisch für ganz große Kunst und Uwe Boll für einen sehr viel besseren Filmemacher - gemessen daran, dass er bis heute von Gamern immer wieder gehatet wird.

Allein das zeigt doch schon die unterschiedliche Wahrnehmung von Kunst, oder?
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Soulaire
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Soulaire »

Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon im Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Und dass die Gamestar Spiele nun als Kunst wahrnimmt, weil sie Spiele nicht mehr eines Stifung-Warentests unterziehen, sehe ich auch nicht. Im Cloud-Atlas Test wird das Spiel nur oberflächlich beschrieben, zu einem klaren "Urteil" kommt man nicht. Das hat auch beispielsweise nichts mit klassischer Film-Kritik zu tun.

Elena sieht Spiele sowieso vielleicht eher als Service?! (was auch völlig okay wäre). Unter anderem schrieb sie mal dass Dark Souls was vom Schwierigkeitsgrad in Jedi Fallen lernen könne. In dieser Aussage steckt ja schon, dass es was Schwierigkeitsgrade angeht ein Optimum gibt, welches am besten von jedem Spiel übernommen werden sollte wie bei einem Produkt.
Zuletzt geändert von Soulaire am 8. Mai 2020, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.

Dimitry Halley
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Dimitry Halley »

Lurtz hat geschrieben:
1. Mai 2020, 12:53

Da trat auch mal wieder ein bezeichnender Widerspruch die Tage auf, erst meinte Dimi im Forum, Gamestar könne sich bemühen, wie sie wollten, manche Artikel würden einfach nicht gelesen, als dann aber jemand ein Video zum Indie-Titel "The Last Pedestrian" mit ca. 2 Millionen Views von einem Youtuber mit über 20 Millionen Abos verlinkte, war die Argumentation, dass 2 Millionen bei einem so großen Kanal ja quasi ein Selbstläufer wären... :D

Ich fand das Video von Michael Graf zum Qualitätsbegriff auch entsetzlich, aber sie halten immerhin nicht damit hinter dem Berg wie sie die Dinge sehen. Take it or leave it I guess...
Das ist kein Widerspruch. Wenn die GameStar 20 Millionen Abonnenten hätte, könnten wir auch machen, was wir wollen. Natürlich gibt's auch bei ganz großen YouTubern Reichweiten-Schwankungen je nach Thema, aber ein Grundstock von Leuten guckt deine Videos einfach, weil du sie halt machst. Weil sie eh deinetwegen, wegen deiner Person, auf den Kanal gehen. Vielleicht sind eine Million Aufrufe für diesen YouTuber sogar relativ wenig, aber das kann dir als Einzelperson wahrscheinlich egal sein, weil du ab solchen Zahlen so oder so genügend Geld einnimmst.

Diesen Luxus haben wir nicht. Es gibt nicht genügend Leute im Free-Bereich, die einen garantiert Artikel lesen, nur weil wir ihn schreiben. Wäre schön, wenn es anders wäre^^
Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:38
Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Elena sieht Spiele sowieso vielleicht eher als Service?! (was auch völlig okay wäre). Unter anderem schrieb sie mal dass Dark Souls was vom Schwierigkeitsgrad in Jedi Fallen lernen könne. In dieser Aussage steckt ja schon, dass es was Schwierigkeitsgrade angeht ein Optimum gibt, welches am besten von jedem Spiel übernommen werden sollte wie bei einem Produkt.
Das ist halt sehr zynisch. Wenn wir Cloudpunk nicht testen, heißt es "Meh, ihr testet keine kleinen Spiele." Wenn wir Cloudpunk testen, heißt es "Meh, das testet ihr nur, weil ihr die Cyberpunk-Fans rüberholen wollt". Ajo, sicher. Wer sich auf Cyberpunk 2077 wie bolle freut, mag wahrscheinlich auch das Genre. Und für diese Leute könnte Cloudpunk cool sein. Glaub ich. Kenne das Spiel nicht gut. Was wäre die Alternative? "Cloudpunk ist ein gutes Spiel - Test zum Indie-Spiel"? Und dann lesen es 100 Leute statt 10.000? Ist das dann wirklich besser? Auch aus ideeller Sicht?

Und ich denke, dass Elena Spiele als Gamedesign- und Kunststudentin wahrscheinlich auch als Kunst betrachtet. Ist nur ne Mutmaßung :)

Habt ein schönes Wochenende.

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Axel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Axel »

Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:09
Es gibt nicht genügend Leute im Free-Bereich, die einen garantiert Artikel lesen, nur weil wir ihn schreiben. Wäre schön, wenn es anders wäre^^
Vielleicht solltet ihr einfach für mehr Sichtbarkeit und allgemein Übersicht sorgen. Gehe ich beispielsweise auf 4Players habe ich eine sauber strukturierte Startseite. Gehe ich dort auf „Tests“, werden mir ALLE Tests in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Gehe ich bei Euch in die Test-Sektion, werden mir auf gefühlt der Hälfte der ersten Seite zig uralt Spiele wie Tomb Raider, XCOM2, Sherlock Holmes, Fallout 76, Just Cause 4, Call of Duty, Child of Light und und und angeboten. Warum? :ugly:
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imanzuel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel »

Axel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:23
Gehe ich bei Euch in die Test-Sektion, werden mir auf gefühlt der Hälfte der ersten Seite zig uralt Spiele wie Tomb Raider, XCOM2, Sherlock Holmes, Fallout 76, Just Cause 4, Call of Duty, Child of Light und und und angeboten. Warum? :ugly:
Die wurden hochgepusht weil es die teilweise umsonst gab.
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Dimitry Halley
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Dimitry Halley »

Axel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:23

Vielleicht solltet ihr einfach für mehr Sichtbarkeit und allgemein Übersicht sorgen. Gehe ich beispielsweise auf 4Players habe ich eine sauber strukturierte Startseite. Gehe ich dort auf „Tests“, werden mir ALLE Tests in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Gehe ich bei Euch in die Test-Sektion, werden mir auf gefühlt der Hälfte der ersten Seite zig uralt Spiele wie Tomb Raider, XCOM2, Sherlock Holmes, Fallout 76, Just Cause 4, Call of Duty, Child of Light und und und angeboten. Warum? :ugly:
Weil wir die Tests nochmal hochgezogen haben als Beratung für die Wochenenden, an denen sie kostenlos waren. Dass das die Testsektion derart zerschießt, ist mega blöd. Bin ich voll bei dir. Es wäre cool, wenn wir das manuell ändern können, das geht nur leider in unserem CMS nicht (oder zumindest nicht so leicht, dass wir Nicht-Webdevler es könnten)^^

EDIT: @Imanzel: Sorry, wir haben gleichzeitig getippt^^

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Gonas
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Gonas »

Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:38
Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Und dass die Gamestar Spiele nun als Kunst wahrnimmt, weil sie Spiele nicht mehr eines Stifung-Warentests unterziehen, sehe ich auch nicht. Im Cloud-Atlas Test wird das Spiel nur oberflächlich beschrieben, zu einem klaren "Urteil" kommt man nicht. Das hat auch beispielsweise nichts mit klassischer Film-Kritik zu tun.

Elena sieht Spiele sowieso vielleicht eher als Service?! (was auch völlig okay wäre). Unter anderem schrieb sie mal dass Dark Souls was vom Schwierigkeitsgrad in Jedi Fallen lernen könne. In dieser Aussage steckt ja schon, dass es was Schwierigkeitsgrade angeht ein Optimum gibt, welches am besten von jedem Spiel übernommen werden sollte wie bei einem Produkt.
Da hast du schon ein bemerkenswert zynisches Bild von Menschen, schade. Muss deprimierend sein. Ich verstehe ja wenn man diese Möglichkeit sieht und dies kritisch hervorhebt, aber dieses 'das sieht man doch, dass das so ist' finde ich deutlich zu absolut. Selbst wenn es mitschwingen sollte, Motivationen von Menschen sind nicht absolut, es kann auch mehrere Gründe geben.

Vielleicht interpretierst du auch einfach deutlich zu viel hinein.

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Soulaire
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Soulaire »

Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:09
Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:38
Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Das ist halt sehr zynisch. Wenn wir Cloudpunk nicht testen, heißt es "Meh, ihr testet keine kleinen Spiele." Wenn wir Cloudpunk testen, heißt es "Meh, das testet ihr nur, weil ihr die Cyberpunk-Fans rüberholen wollt". Ajo, sicher. Wer sich auf Cyberpunk 2077 wie bolle freut, mag wahrscheinlich auch das Genre. Und für diese Leute könnte Cloudpunk cool sein. Glaub ich. Kenne das Spiel nicht gut. Was wäre die Alternative? "Cloudpunk ist ein gutes Spiel - Test zum Indie-Spiel"? Und dann lesen es 100 Leute statt 10.000? Ist das dann wirklich besser? Auch aus ideeller Sicht?

wieso zynisch? ist es nicht so ziemlich das, was du im verlinkten Beitrag im Forum geschrieben hast?
ihr habt doch bestimmt auch bei diesem Test im Vorhinein schon gewusst, was dieser Test ungefähr an Klickzahlen genieren würde.
klar, jetzt kann man sagen dass man gerade wegen Cyberpunk 2077 Bock auf sowas hat, aber das geht dann doch auch nur weil es sich besser als anderes klickt.

hier mal zwei andere Artikel mit Cyberpunk 2077 im Titel, die aber nicht wirklich etwas damit zu tun haben:
https://www.gamestar.de/artikel/cyberpu ... 56740.html
https://www.gamestar.de/artikel/minecra ... 55014.html

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Soulaire
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Soulaire »

Gonas hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:31
Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:38
Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Und dass die Gamestar Spiele nun als Kunst wahrnimmt, weil sie Spiele nicht mehr eines Stifung-Warentests unterziehen, sehe ich auch nicht. Im Cloud-Atlas Test wird das Spiel nur oberflächlich beschrieben, zu einem klaren "Urteil" kommt man nicht. Das hat auch beispielsweise nichts mit klassischer Film-Kritik zu tun.

Elena sieht Spiele sowieso vielleicht eher als Service?! (was auch völlig okay wäre). Unter anderem schrieb sie mal dass Dark Souls was vom Schwierigkeitsgrad in Jedi Fallen lernen könne. In dieser Aussage steckt ja schon, dass es was Schwierigkeitsgrade angeht ein Optimum gibt, welches am besten von jedem Spiel übernommen werden sollte wie bei einem Produkt.
Da hast du schon ein bemerkenswert zynisches Bild von Menschen, schade. Muss deprimierend sein. Ich verstehe ja wenn man diese Möglichkeit sieht und dies kritisch hervorhebt, aber dieses 'das sieht man doch, dass das so ist' finde ich deutlich zu absolut. Selbst wenn es mitschwingen sollte, Motivationen von Menschen sind nicht absolut, es kann auch mehrere Gründe geben.

Vielleicht interpretierst du auch einfach deutlich zu viel hinein.
Ich hoffe du kannst auch andere Sichtweisen akzeptieren. Alles was ich schreibe ist natürlich nur meine Meinung. Genau wie alles was du schreibst nur deine Meinung ist. jegliche Kritik als zynisch zu bezeichnen, ist leider sehr einfach und hat keine wirkliche Argumentations-Grundlage.

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Gonas
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Gonas »

Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:37
Gonas hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:31
Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 14:38
Cloudpunk wurde doch nur getestet weil man so Cyberpunk 2077 in die Überschrift packen kann. der verlinkte Beitrag im Gamestar-Forum macht dies doch deutlich. sie wissen schon Vorhinein wieviel ein Artikel klickt, der Cyberpunk 2077 im Titel trägt, auch wenn es damit nichts zu tun hat.

Und dass die Gamestar Spiele nun als Kunst wahrnimmt, weil sie Spiele nicht mehr eines Stifung-Warentests unterziehen, sehe ich auch nicht. Im Cloud-Atlas Test wird das Spiel nur oberflächlich beschrieben, zu einem klaren "Urteil" kommt man nicht. Das hat auch beispielsweise nichts mit klassischer Film-Kritik zu tun.

Elena sieht Spiele sowieso vielleicht eher als Service?! (was auch völlig okay wäre). Unter anderem schrieb sie mal dass Dark Souls was vom Schwierigkeitsgrad in Jedi Fallen lernen könne. In dieser Aussage steckt ja schon, dass es was Schwierigkeitsgrade angeht ein Optimum gibt, welches am besten von jedem Spiel übernommen werden sollte wie bei einem Produkt.
Da hast du schon ein bemerkenswert zynisches Bild von Menschen, schade. Muss deprimierend sein. Ich verstehe ja wenn man diese Möglichkeit sieht und dies kritisch hervorhebt, aber dieses 'das sieht man doch, dass das so ist' finde ich deutlich zu absolut. Selbst wenn es mitschwingen sollte, Motivationen von Menschen sind nicht absolut, es kann auch mehrere Gründe geben.

Vielleicht interpretierst du auch einfach deutlich zu viel hinein.
Ich hoffe du kannst auch andere Sichtweisen akzeptieren. Alles was ich schreibe ist natürlich nur meine Meinung. Genau wie alles was du schreibst nur deine Meinung ist. jegliche Kritik als zynisch zu bezeichnen, ist leider sehr einfach und hat keine wirkliche Argumentations-Grundlage.
Deshalb sage ich ja, dass man das als Kritik anbringen kann und ich das verständlich finde. Aber ich finde immer falsch so etwas als Absolut darzustellen. Das ist für mich dann keine Meinung, sondern Unterstellung.

Dimitry Halley
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Dimitry Halley »

Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:32
wieso zynisch? ist es nicht so ziemlich das, was du im verlinkten Beitrag im Forum geschrieben hast?
ihr habt doch bestimmt auch bei diesem Test im Vorhinein schon gewusst, was dieser Test ungefähr an Klickzahlen genieren würde.
klar, jetzt kann man sagen dass man gerade wegen Cyberpunk 2077 Bock auf sowas hat, aber das geht dann doch auch nur weil es sich besser als anderes klickt.

hier mal zwei andere Artikel mit Cyberpunk 2077 im Titel, die aber nicht wirklich etwas damit zu tun haben:
https://www.gamestar.de/artikel/cyberpu ... 56740.html
https://www.gamestar.de/artikel/minecra ... 55014.html
Auf die Gefahr hin, dass es mir nicht geglaubt wird, schildere ich dir gern, wie es bei Cloudpunk gelaufen ist. Wir haben eine Pressemitteilung der Entwickler bekommen per Mail, dass sie ein Cyberpunk-Spiel releasen. In der Mail war ein Gif und die Optik hat sowohl Elena als auch mich direkt angesprochen, weil wir so nen Kram cool finden. Elena meinte, sie würde es gerne am Wochenende spielen und mal schauen, ob wir eine Geschichte dazu machen können.

Das hat sie dann getan und wir haben in der Redaktion überlegt, mit welcher Überschrift wir es am besten unter die Leute bringen können. Also war mein Input: Ajo, das ist doch genau das Futter, das Cyberpunk-Fans gerade über die lange Wartezeit helfen könnte. Und so war die Überschrift geboren - man mag sie mögen, man mag sie hassen. Und ja, natürlich ist eine große Überlegung, dass wir wissen, dass Leute Cyberpunk mögen^^

Zynisch finde ich's, weil du - korrigiere mich, falls ich es falsch deute - davon ausgehst, dass unsere Primärmotivation für den Artikel war:
"Geil, damit können wir Klicks machen".

In Wahrheit war es ein Mix aus "Oh, das Spiel sieht cool aus. Ich (Elena) hätte voll Bock mir das anzuschauen. Bekommen wir das denn auch so als Artikel verpackt, dass möglichst viele Leute es lesen?" Es gibt selten nur einen einzigen Grund/eine einzige Dimension für irgendwas. Das ist was, was mich immer so ein bisschen rubbt. Ja, wir brauchen Reichweite. Aber das heißt doch nicht, dass wir jeden Morgen da hocken, uns die Hände reiben und einzig und allein denken "Uhuhu, wie können wir soo vieeeele Klicks wie möglich machen, GOLLUM GOLLUM".

imanzuel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel »

Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:41
Also war mein Input: Ajo, das ist doch genau das Futter, das Cyberpunk-Fans gerade über die lange Wartezeit helfen könnte. Und so war die Überschrift geboren - man mag sie mögen, man mag sie hassen. Und ja, natürlich ist eine große Überlegung, dass wir wissen, dass Leute Cyberpunk mögen^^
Ich gehe mal davon aus das mit "Cyberpunk" CP2077 gemeint ist und nicht das Genre (das nach meinen Infos gar nicht so beliebt ist): Das Spiel ist definitiv nicht das was Cyberpunk(2077)-Fans helfen könnte. Nicht nur das der Stil eher Cyber-Noir ist (also Blade Runner, etc., auch wenn der Punk-Anteil mit Kritik an der Polizei natürlich vorhanden ist), rein spielerisch geht das völlig an CP2077 vorbei.

Ich glaube auch diese Erwartungshaltung hat dafür gesorgt, das viele dachten dass es sich bei Cloudpunk um ein RPG handelt. Es hatte auch zeitweise diesen Tag bei Steam, und im Forum wird da regelmäßig gefragt wo der Rollenspiel-Teil ist - den es nicht gibt.
Notiz für mich
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Soulaire
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Soulaire »

Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:41


In Wahrheit war es ein Mix aus "Oh, das Spiel sieht cool aus. Ich (Elena) hätte voll Bock mir das anzuschauen. Bekommen wir das denn auch so als Artikel verpackt, dass möglichst viele Leute es lesen?" Es gibt selten nur einen einzigen Grund/eine einzige Dimension für irgendwas. Das ist was, was mich immer so ein bisschen rubbt. Ja, wir brauchen Reichweite. Aber das heißt doch nicht, dass wir jeden Morgen da hocken, uns die Hände reiben und einzig und allein denken "Uhuhu, wie können wir soo vieeeele Klicks wie möglich machen, GOLLUM GOLLUM".
Um es nochmal klar zustellen. es geht mir keinesfalls darum die Gamestar-Redakteure als "böse", "gierig" oder sonst was darzustellen. Es geht um die Sache an sich, um das System und den Spiele-Journalismus im Gesamten (nicht nur in Deutschland). Von mir aus kann der Redakteur die "herzensguteste" Person der Welt sein, das spielt keine Rolle. Man sollte nicht in eine identitätspolitische Debatte abrutschen, in der es nur darum geht ob die Person dahinter böse oder gut ist. darum geht es nicht.

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Ellie
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Ellie »

Asphyx hat geschrieben:
30. Apr 2020, 22:30
Ellie, ich glaube, ich muss hier ein paar Eindrücke geraderücken.
...
Erstmal danke für deine ausführliche Antwort samt Erklärungen! Ich verstehe auf jeden Fall dass die Kritik bei dir und manchen anderen auch daher herrührt, dass ihnen die GameStar eben nicht egal ist und sie etwas verbessern wollen. Ich nehme das auch wirklich gerne an, gerade was die Themenwoche angeht, nehme ich für das nächste Mal mit, dass ich sie kürzer und kompakter gestalten würde. Was die Beitragsmenge angeht, wurde das leider auch etwas dadurch verzerrt, dass wir täglich den Hub hochgezogen haben und es teilweise auch unabhängig von der Themenwoche Witcher-News gab - eigentlich gab es im Rahmen der Themenwoche nämlich nie mehr als 1 - 2 geplante Beiträge pro Tag.

Das Gleiche gilt für konkrete Kritik an bestimmten Headlines, Formulierungen usw. - selbst, wenn ich daran festhalte, denke ich trotzdem darüber nach, wenn mein Gegenüber gute Argumente vorbringt und habe auch schon Sachen an meinen Artikeln geändert, wenn ich das Gefühl hatte, die Leser liegen in dem Fall richtig. Was deine allgemeine Kritik an der GameStar angeht, fürchte ich, dass es es da einfach keine leichte Antwort oder Lösung gibt, die alle zufriedenstellt. Von dem her, was ich mitbekomme, wünschen sich viele die Berichterstattung online genauso, wie sie früher im Heft war. Das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Das hätte aber wahrscheinlich zur Folge, dass die GameStar pleite geht oder zumindest nicht mehr in dieser Größe existieren kann, weil sie dazu nur mit einem Angebot in der Lage ist, das die breite Masse anspricht.

Das heißt aber nicht, dass sie nur die breite Masse ansprechen muss. Auch abseits von Plus erscheinen immer wieder Artikel, die tiefer gehen, kleinere Spiele vorstellen, interessante Ansätze behandeln... usw. - gut klickende Top-Listen oder News sind da einfach ein Stück weit der Motor, der ein Schiff am Laufen hält, auf dem es solche Inhalte gibt, die dann jeder konsumieren kann, ohne sich mit News oder Listen befassen zu müssen, wenn er das nicht möchte. Ich würde das eher als ein Buffet sehen als ein Menü mit so und so vielen Gängen, von denen mir am besten alle schmecken sollen. Wenn die GameStar ein The Pod sein soll, müsste einfach ein Großteil der Leser wie hier bereit sein, dafür zu zahlen, damit Klicks und Reichweite keine Rolle mehr spielen - genauso wie man früher für's Heft bezahlt hat.

Und News, Listen oder andere reichweitengetriebenen Inhalte sind ja nicht pauschal schlecht, uninteressant oder keine journalistischen Beiträge. Wir wissen, dass es da teilweise qualitative Mängel gibt (wie ich hier ja schon erklärt habe) und arbeiten daran, uns da zu verbessern. Aber z.B. unsere Genre-Toplisten werden von Experten betreut, die zu den einzelnen Spielen kleine Empfehlungen schreiben und meine Indie-Tipps des Monats wollen auf Spiele aufmerksam machen, die sonst untergegangen wären. Die funktionieren z.B. als Liste deutlich besser als Einzelartikel, weil das Interesse vieler Leser eben so ein Überblick ist, um solche Spiele zu entdecken und nicht unbedingt eine detaillierte Besprechung zu einem bestimmten kleinen Titel, der vielleicht nicht nach ihrem Geschmack ist.
Axel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 00:45
Wie stellst Du Dir denn sonst Kritik vor? :mrgreen: Diese wird immer vom Standpunkt des eigenen persönlichen Interesses vorgetragen. Ist auch meine Erfahrung als Macher in den 20 Jahren, die ich in verschiedensten Projekten (von Webzines und Fanzines über politische Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum Labelmanagement) zugebracht habe. Sonst macht eine Kritik ja auch wenig Sinn. Und natürlich kenne ich auch diese wunderbar große, bequeme Ausfahrt „Du magst diese Kritik haben, aber schau Dir die breite, schweigende Masse an, die zufrieden ist.“ nur all zu gut. Aber ich kenne eben auch die Gefahr, blind für das eigene Werk zu werden zu gut und das konträre Ansichten von außen garnicht so schlecht sind. Das heißt nicht, dass Kritiker immer in allem Recht haben (nein, haben sie nicht), wenn aber diverse Krikpunkte immer wieder kommen, ist meistens dennoch irgendwas dran. :)
Klar ist Kritik immer subjektiv, was ich meinte war nur, dass man sich vorher überlegen kann, ob man vielleicht einfach nicht die Zielgruppe von etwas ist und das akzeptieren oder ob man wirklich auf ein bestimmtes Problem aufmerksam machen will. Wenn jemand Witcher oder Themenwochen doof findet, werde ich es für diese Person wahrscheinlich nie gut genug machen können, wenn ich diese beiden Dinge in irgendeiner Form aufgreife. Wenn eine Person prinzipiell aufgeschlossen ist, aber z.B. die Fülle oder Qualität der Inhalte kritisiert, kann ich damit schon mehr anfangen und nehme mir das auch zu Herzen. Hatte bei einigen Kommentaren nur das Gefühl, dass Witcher als Thema einfach generell öde finden und dann von sich auf alle anderen schließen.
Soulaire hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:55
Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:41


In Wahrheit war es ein Mix aus "Oh, das Spiel sieht cool aus. Ich (Elena) hätte voll Bock mir das anzuschauen. Bekommen wir das denn auch so als Artikel verpackt, dass möglichst viele Leute es lesen?" Es gibt selten nur einen einzigen Grund/eine einzige Dimension für irgendwas. Das ist was, was mich immer so ein bisschen rubbt. Ja, wir brauchen Reichweite. Aber das heißt doch nicht, dass wir jeden Morgen da hocken, uns die Hände reiben und einzig und allein denken "Uhuhu, wie können wir soo vieeeele Klicks wie möglich machen, GOLLUM GOLLUM".
Um es nochmal klar zustellen. es geht mir keinesfalls darum die Gamestar-Redakteure als "böse", "gierig" oder sonst was darzustellen. Es geht um die Sache an sich, um das System und den Spiele-Journalismus im Gesamten (nicht nur in Deutschland). Von mir aus kann der Redakteur die "herzensguteste" Person der Welt sein, das spielt keine Rolle. Man sollte nicht in eine identitätspolitische Debatte abrutschen, in der es nur darum geht ob die Person dahinter böse oder gut ist. darum geht es nicht.
Im Prinzip geht’s hier ja einfach um die Headline oder? Ich verstehe, dass sich der eine oder andere daran stört, weil sie vielleicht zu sehr auf einen großen Titel abzielt oder womöglich falsche Erwartungen weckt. Allerdings sage ich ja auch nicht, dass das Spiel wie Cyberpunk 2077 ist, sondern nur, dass es für Leute interessant sein könnte, die sich darauf freuen. Genauso hätte ich das Spiel jederzeit einem guten Freund empfohlen.

Wie Dimi schon gesagt hat, habe ich Cloudpunk aus einer persönlichen Motivation heraus gespielt und etwas darüber geschrieben. Deshalb lag es mir auch am Herzen das Thema an die Leute zu bringen, für die es genauso spannend sein könnte, wie für mich – nämlich Cyberpunk-Fans, die sich auf das kommende Rollenspiel freuen. Hätte ich einfach nur „Cloudpunk im Test“ geschrieben, hätten die den Artikel wahrscheinlich nicht mitbekommen oder ignoriert, weil ihnen der Titel schlicht nichts sagt.
Ich schreibe und zeichne ein bisschen:
https://www.artstation.com/kiskadee
http://thelastpixel.de/

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Axel »

Dimitry Halley hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:26
Weil wir die Tests nochmal hochgezogen haben als Beratung für die Wochenenden, an denen sie kostenlos waren. Dass das die Testsektion derart zerschießt, ist mega blöd. Bin ich voll bei dir. Es wäre cool, wenn wir das manuell ändern können, das geht nur leider in unserem CMS nicht (oder zumindest nicht so leicht, dass wir Nicht-Webdevler es könnten)^^
Verstehe ich jetzt nicht. Ihr macht doch schon Listicles mit „10 kostenlose Spiele auf Steam“ u.ä. Ihr könntet ja auch in diesen Listicles zu den alten Reviews verlinken, statt die Reviews selbst wieder „hoch zu holen“. Und ganz allgemein nutzt ihr das Potential der Sale / Free Listicles nicht ganz aus IMO:

- Ihr könntet innerhalb solcher Listicles ebenfalls auf Indies verweisen, die ihr nicht getestet habt, die man sich aber mal anschauen sollte. Dann könntest Du auch ganz offen auf das geniale Songbird Symphony verweisen, sollte es das mal im Sale geben. Auch ohne Review. (Übrigens: Nur weil das Spiel auf Steam niemand spielt, heißt es nicht, dass es nicht erfolgreich ist. Aber ist halt ein klassisches Konsolenspiel. Auf der Switch soll es wohl recht gut gelaufen sein.)

- Ihr könnt anhand von solch allgemeinen Sale/Free-Listicles auch das Interesse Eurer Community abfragen. Etwa in dem ihr am Ende fragt, welche Spiele für die Leute am interessantesten erscheinen und warum. Man könnte natürlich auch die Klicks sich anschauen, aber das ist böse und unpersönlich. ;)


Als wir damals noch die Appgemeinde gemacht haben, vor vielen Jahren, da hatten wir auch jedes Wochenende solche Sale-Listicles. Das war noch die Zeit, als es bedeutend mehr Bezahlspiele für iOS gab. Und da haben wir das immer so gemacht, dass je nach Angebot die großen Titel natürlich als Headlines her hielten, in den Artikeln selbst aber auch zahlreiche unbekanntere Spiele kurz mit vorgestellt wurden. Diese Mischung kam ziemlich gut an und wurde auch gut geklickt. Könnte mir vorstellen, dass das heute nicht anders ist.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Dimitry Halley »

imanzuel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 15:52
Ich gehe mal davon aus das mit "Cyberpunk" CP2077 gemeint ist und nicht das Genre (das nach meinen Infos gar nicht so beliebt ist): Das Spiel ist definitiv nicht das was Cyberpunk(2077)-Fans helfen könnte. Nicht nur das der Stil eher Cyber-Noir ist (also Blade Runner, etc., auch wenn der Punk-Anteil mit Kritik an der Polizei natürlich vorhanden ist), rein spielerisch geht das völlig an CP2077 vorbei.

Ich glaube auch diese Erwartungshaltung hat dafür gesorgt, das viele dachten dass es sich bei Cloudpunk um ein RPG handelt. Es hatte auch zeitweise diesen Tag bei Steam, und im Forum wird da regelmäßig gefragt wo der Rollenspiel-Teil ist - den es nicht gibt.
Wenn wir es nur über "Cyberpunk" gemacht hätten, wäre es vielleicht auch gegangen. Das Genre bekommt ja durch CD Projekt auch Auftrieb, solche Dinge befinden sich im stetigen Wandel. Natürlich wäre es blöd, wenn die Leute jetzt draufklicken, weil sie ein Cyberpunk-2077-Rollenspiel erwarten und dann so ein Taxi-Dingens bekommen. Hatte in den Kommentaren aber nicht den Eindruck, dass das passiert ist (mal abgesehen von deiner eigenen Kritik, die hab ich ja gesehen).

Gibt genügend Beispiele, wo eine Überschrift missverständlich ist und wir nochmal ran müssen. Darüber brauchen wir gar nicht streiten :) War jetzt bei dieser in meinen Augen aber nicht so.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Dimitry Halley »

Axel hat geschrieben:
1. Mai 2020, 16:05
Verstehe ich jetzt nicht. Ihr macht doch schon Listicles mit „10 kostenlose Spiele auf Steam“ u.ä. Ihr könntet ja auch in diesen Listicles zu den alten Reviews verlinken, statt die Reviews selbst wieder „hoch zu holen“. Und ganz allgemein nutzt ihr das Potential der Sale / Free Listicles nicht ganz aus IMO:

- Ihr könntet innerhalb solcher Listicles ebenfalls auf Indies verweisen, die ihr nicht getestet habt, die man sich aber mal anschauen sollte. Dann könntest Du auch ganz offen auf das geniale Songbird Symphony verweisen, sollte es das mal im Sale geben. Auch ohne Review. (Übrigens: Nur weil das Spiel auf Steam niemand spielt, heißt es nicht, dass es nicht erfolgreich ist. Aber ist halt ein klassisches Konsolenspiel. Auf der Switch soll es wohl recht gut gelaufen sein.)
Zu deinem Punkt 1.) Oft reicht auch eine einfache Verlinkung, aber manchmal sind unsere Tests von ihrem Anstrich so veraltet, dass wir sie nochmal überarbeiten, Verlinkungen richtig setzen, das Teaserbild austauschen, Fettungen machen und generell schauen, ob die ganzen Formatierungen noch modernen Lesegewohnheiten entsprechen. Dann bekommen sie ein Update-Datum und landen wieder in der Gegenwart. Aber ich werde in Zukunft tatsächlich schauen, ob wir das irgendwie umgehen können.

Zu 2.) Das machen wir. Es gibt jeden Monat Indie-Listicles und Mary & ich haben Songbird Symphony in genau diesen "beworben". Die laufen auch oft recht ordentlich :) Das mit Songbird Symphony lief leider unterirdisch :( Hier zum Beispiel:

https://www.gamestar.de/artikel/steam-g ... 49359.html

Oder hier:

https://www.gamestar.de/artikel/6-fanta ... eite6.html

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