Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

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Lurtz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Lurtz »

Vinter hat geschrieben:
20. Apr 2020, 16:20
[...]
Keine Ahnung also, ob die Redaktion aktuell nur "Pech" bei der Auswahl ihrer Headlines hat, oder ob ich da aktuell empfindlicher drauf reagiere oder ob da tatsächlich neue Vorgaben existieren. Ich habe mich in den vergangenen Tagen mehrmals beim Augenrollen erwischt, deshalb dieser Beitrag.
Für Gamestar ist das kein Clickbait, da das angesprochene Thema ja tatsächlich in der News steckt, nur eben völlig verschwurbelt formuliert wird. Mein Highlight war da zuletzt "Cyberpunk 2077 muss vor Release noch eine Hürde nehmen, doch das wird schwer". Hat null Aussage, würde niemand so formulieren, aber das ist laut Gamestar ein wahnsinnig erfolgreicher Titel.

Ich habe da zuletzt viel im Gamestar-Forum zu gelesen und auch geschrieben, du bist nämlich nicht der einzige, der aktuell massiv mit den Augen rollt in der Community. Es wird gar nicht verborgen, dass da bewusst experimentiert wird. Laut Dimi ist bspw. die grandiose News "Red Dead 2-Spieler tötet aus Versehen Schlüsselfigur, erzeugt Zeitparadoxon" die bisher am acht-meisten geklickte News 2020, Tendenz steigend. Und die Verweildauer ist ebenfalls mehr als doppelt so hoch als bei anderen News.
Die Begründung der Gamestar-Redakteure und auch der Chefredaktion ist, dass Gamestar sich ständig neu erfinden müssen und da gehörten auch solche News dazu.
Mit dem Alter der Redakteure hat das grundsätzlich auch nichts zu tun. Das ist von oben so gewollt und wird absichtlich so gemacht. Es gibt ja auch eine ganze neue News-Kategorie, in der man aus beliebten Subreddits einfach Beiträge Anderer nacherzählt. Da gibt es fast täglich Meldungen zu GTA, RDR oder dem aktuell beliebtesten Battle Royal.
Heiko Klinge hat geschrieben:Fakt ist, dass wir im März mit 12,4 Millionen Sitzungen einen neuen Reichweitenrekord zu verzeichnen hatten (seit Analytics-Aufzeichnungsbeginn in 2015). Es ist also schon recht erfolgreich, was wir tun. Nein, ich bin nicht mit jeder Überschrift happy. Genauso wenig mit jedem Artikel oder mit jeder Wertung. Aber das ist kein neues Phänomen, sondern ein Dauerzustand seit dem 28.11.2000 (mein erster Arbeitstag bei GameStar) und völlig normal, wenn man sich zu 100% mit seinem Job identifiziert und sich gemeinsam mit dem Team ständig weiterentwickeln will und muss.
https://www.gamestar.de/xenforo/threads ... t-19279262

Meine Gedanken zu der Antwort waren folgende:
Nichts für ungut Heiko, danke für dein Statement, aber das geht ziemlich am eigentlich Anliegen vorbei. Wir oder wenigstens ich zweifle hier nicht euren wirtschaftlichen Erfolg an, den ich aufgrund ungleicher Datenbasis auch gar nicht beurteilen kann. Insofern sorry für den flapsigen Satz mit den Freelancern, das kann ich in der Tat nicht beurteilen, auf welcher Grundlage eure Freelancer arbeiten.
Ich zweifle als Leser aber dennoch die journalistische Qualität bestimmter Newstiteln und -Kategorien an und inwiefern sie tatsächlich mit eurem Kodex vereinbar sind, vor allem wenn man ihn als ideele Grundlage eures Arbeitens begreift, nicht als unbequemes Dokument, an dem man in der Realität versucht möglichst verdeckt daran vorbei zu arbeiten. Mir ist klar, dass du das anders sehen wirst und musst, aber das ist meine Außenperspektive darauf.
Ihr habt auch weiterhin gewisse Widersprüche nicht aufgelöst, zB wie es sein kann, dass du als Chefredakteur für Gamepro dort keinen Kodex etabliert hast und die News da qualitativ auch nochmal weit düsterer aussehen. Ich halte es für unmöglich, das einfach klinisch in zwei Produkte zu trennen, immerhin sind ein gutes Stück weit die gleichen Personen daran beteiligt.

Das Argumentieren mit euren Zahlen ist unter deiner Ägide wirklich extrem geworden. Dabei ist Beliebtheit erstmal überhaupt kein Argument für Qualität, sonst existierten Seiten wie Der Westen gar nicht erst.
Solange die Zahlen stimmen, wird es gemacht, das erinnert fatalerweise auch noch stark an die Praktiken der Industrie, über die ihr berichtet, mit Auswüchsen wie Lootboxen und Co. (wo gerade du und Michael Graf ja auch gerne mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit argumentieren). Die Ehrlichkeit ehrt euch ein Stück weit und der Erfolg sei euch gegönnt, aber was meine Ansprüche an ein verbrauchergerichtetes Magazin angeht, könnte mir das egaler nicht sein. Und auch als Kunde ist es mir erstmal egal.

Natürlich müsst ihr sicherstellen, dass die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleibt, aber wie ihr das genau erreicht kann mir als Kunde letztlich egal sein und will ich in der Form auch gar nicht so genau wissen. Deshalb finde ich diese datengetriebene Argumentation in der Diskussion geradezu deplaziert. Es muss doch hoffentlich noch andere Gründe geben, wieso ihr eure Inhalte so schreibt, nicht nur den Analytics-Altar?
Darauf habe ich leider keine Antwort mehr erhalten.
Rigolax hat geschrieben:
20. Apr 2020, 17:41
Ganz vor kurzem wurde auf gamestar.de übrigens eine Meldung über mutmaßliche Verbotsbemühungen von China in Bezug auf Online-Gaming mit Ausländern zum Faktencheck umgebaut, nachdem zuvor eine recht fragliche Meldung taiwanischer Seiten als Fakt übernommen worden war. Ich hatte meine Zweifel unter der News kommentiert und dann im GS-Forum nochmal drauf hingewiesen, was wohl den Umbau zum Faktencheck motiverte. Na ja jedenfalls, tut mir jetzt etwas für den Autoren da leid, ich hoffe der hat nicht zu viel Ärger gekriegt. Herr Graf zeigte sich ja nicht so amüsiert in der Antwort auf meinem Kommentar... https://www.gamestar.de/artikel/china-v ... 56703.html
Wobei das auch nicht schlüssig ist, denn Heiko Klinge sagte mir wenige Tage zuvor, dass jede News gegengelesen wird und die Externen genauso wie Interne geschult werden (siehe Link oben). Umso seltsamer dass Michael Graf hier den Autor dann in aller Öffentlichkeit bloßstellt.

---

Auffällig ist auch, dass immer mehr Mitarbeiter in Native-Advertisement-Formaten sitzen. Beispielsweise eine Natascha Becker, die in einem angeblichen Tuning-Tipps-Video erstmal Werbung für Opera GX macht, der auch Sponsor des Videos ist. Der Tipp, Opera GX zu verwenden, ist zwar als Werbeblock gekennzeichnet (natürlich mit geringst möglichem Kontrast zum gräulich-hellen Hintergrund), die Präsentation durch die Moderatorin wirkt aber klar wie ein redaktioneller Inhalt, nicht wie ein Werbeblock. Sogar das Wording stellt es explizit dar, als wäre es der erste redaktionelle Tipp, der jetzt kommt. Klar, Native Advertisement halt. Dann braucht man aber auch nicht mehr empört auf Influencer zu zeigen, wenn man sich deren Methoden bedient.

Video zur Doom-Histore mit Michael Obermeier:
https://www.gamestar.de/videos/doom-his ... 00348.html
Fritz wieder mit Doom-Werbung:
https://www.youtube.com/watch?v=eENIG52WqBs
Da braucht man sich dann auch nicht wundern dass ein Fritz, laut Heiko Klinge "spontan", eine Werbesendung für Überraschungseier einlegt - bei so viel Native Advertisement verschwimmt einfach alles:
https://youtu.be/8OoMfyKboMQ?t=4607

Aussage der Community-Managerin Mary Marx dazu:
"Bei GameStar werden Werbung und redaktionelle Inhalte strikt getrennt. Deshalb ist das Video auch eindeutig gekennzeichnet. Michi arbeitet als Video Host und Producer, nicht als Redakteur oder Spieletester. Entsprechend nimmt seine Arbeit auch keinen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung von GameStar.de."

Und bald werden angesichts der Witcher-Themenwochen wieder Mitarbeiter von CDPR mit Gamestar-Redakteuren kumpelhaft Smalltalk und Spieletalk halten, da graut es einem angesichts der ganzen sonstigen Situation schon ein wenig davor, auch wenn die beiden menschlich immer sehr sympathisch sind.

Es ist wirklich absurd, dass Gamestar noch am ehesten als Flagschiff des deutschen (Mainstream)Spielejournalismus gelten muss/soll. Das passt alles nicht zusammen, der Fisch stinkt vom (Webedia-)Kopf her...

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derFuchsi
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von derFuchsi »

Lurtz hat geschrieben:
20. Apr 2020, 20:28
Es ist wirklich absurd, dass Gamestar noch am ehesten als Flagschiff des deutschen (Mainstream)Spielejournalismus gelten muss/soll. Das passt alles nicht zusammen, der Fisch stinkt vom (Webedia-)Kopf her...
Alle Anderen sind halt noch schlechter :D
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Trugschluss
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Trugschluss »

derFuchsi hat geschrieben:
20. Apr 2020, 21:19
Lurtz hat geschrieben:
20. Apr 2020, 20:28
Es ist wirklich absurd, dass Gamestar noch am ehesten als Flagschiff des deutschen (Mainstream)Spielejournalismus gelten muss/soll. Das passt alles nicht zusammen, der Fisch stinkt vom (Webedia-)Kopf her...
Alle Anderen sind halt noch schlechter :D
Tatsächlich habe ich mich auch genau an diesem Schlusssatz gestoßen. Hat mich fragend mit einem "Na und?" zurückgelassen. :think: Ich mein, wer macht GameStar denn zum angeblichen Flaggschiff? Sie sich selber oder der Konsument? Und welches Denken an den eigenen Anspruch entwickelt sich daraus?

Ich als Konsument kann ja nur sagen: Ich war seit vielen Jahren nicht mehr auf GameStar.de, die letzte Zeitschrift ist bestimmt sogar schon 15-20 Jahre her. Die Alternativen sind vielfältig.

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Lurtz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Lurtz »

derFuchsi hat geschrieben:
20. Apr 2020, 21:19
Alle Anderen sind halt noch schlechter :D
Das stimmt traurigerweise sogar. Einzig 4players nehme ich als relativ zurückhaltend wahr, da sind News meist auch etwas ausführlicher und "klassischer" geschrieben.
Trugschluss hat geschrieben:
20. Apr 2020, 21:34
Tatsächlich habe ich mich auch genau an diesem Schlusssatz gestoßen. Hat mich fragend mit einem "Na und?" zurückgelassen. :think: Ich mein, wer macht GameStar denn zum angeblichen Flaggschiff? Sie sich selber oder der Konsument? Und welches Denken an den eigenen Anspruch entwickelt sich daraus?

Ich als Konsument kann ja nur sagen: Ich war seit vielen Jahren nicht mehr auf GameStar.de, die letzte Zeitschrift ist bestimmt sogar schon 15-20 Jahre her. Die Alternativen sind vielfältig.
Ich denke die Wahrnehmung ist bei Gamestar selbst, in der (deutschen) Industrie und durchaus auch bei den Konsumenten schon so vorhanden. Man kann ihnen diverse zahlenmäßige Erfolge ja auch nicht absprechen, wie den Youtube-Kanal mit 1,2 Millionen Abos. Ich vermute da passen sämtliche Computec-Angebote und vielleicht noch andere Mitbewerber locker rein.

Ernst gemeinte Frage: Sind sie das? Mir fällt im deutschsprachigen Raum nichts ein. Die meisten Konkurrenzangebote sind noch viel schlimmer als Gamestar was viele negative Trends angeht und in der Angebotsbreite (Heft, Website, Videos, Podcasts, Premium-Angebot etc.) kann wohl keiner mithalten.

Einzige gute Alternative sind nischigere Angebote wie The Pod oder Stay Forever (wobei die ja selbst gerne noch aus Gamestar-Zeiten zehren und immer mal da auftauchen, Christian Schmidt bezeichnete die Gamestar ja mal als "Grand Dame" des deutschen Spielejournalismus).

Trugschluss
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Trugschluss »

Lurtz hat geschrieben:
20. Apr 2020, 21:40
Ernst gemeinte Frage: Sind sie das? Mir fällt im deutschsprachigen Raum nichts ein. Die meisten Konkurrenzangebote sind noch viel schlimmer als Gamestar was viele negative Trends angeht und in der Angebotsbreite (Heft, Website, Videos, Podcasts, Premium-Angebot etc.) kann wohl keiner mithalten.
Achso, dir geht es explizit um Alternativen im deutschsprachigen Raum? Das konsumiere ich alles nicht, zu weit weg von den Branchen-Schwerpunkten. Meine Infos über Spiele kommen von YouTube, Reddit und deutschsprachigen Foren wie diesem (User-Diskussionen und -Hinweise sind erhellender als Nachrichten abgeschrieben von Pressemitteilungen).

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Lurtz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Lurtz »

Ach so meintest du das. Ja, international und in den Communities ist das Angebot so groß wie nie.

Rick Wertz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Rick Wertz »

Insbesondere YouTube ist doch voll von "clickbait"-Videos die dann auch noch jedes Thema auf 10 Minuten auswalzen um die erforderliche Länge für zwei Werbeeinschaltungen zu erhalten. Und Userdiskussionen auf reddit sind voll von Fanboy-Geplänkel, finde ich auch recht grausam zu lesen. Dann doch lieber die Gamestar.

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Braincrack
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Braincrack »

Muss ja sagen ich informiere mich nur noch wenig auf Spieleseiten usw. Vor nen halben Jahr hab ich noch Eurogamer.de dazu genutzt, ist aber etwa seitdem nicht mehr lesbar mit ihren gefühlt 5 Fortnite News und "XY machte in Zelda bla bla" News. Echt grausam. Ab und an surfe ich mal 4players an, aber die meisten News kommen bei mir von Sebastians Magazine. Das wichtigste kompakt mit Stange Charme. Reicht mir persönlich.

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derFuchsi
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von derFuchsi »

Trugschluss hat geschrieben:
20. Apr 2020, 21:34
Ich als Konsument kann ja nur sagen: Ich war seit vielen Jahren nicht mehr auf GameStar.de, die letzte Zeitschrift ist bestimmt sogar schon 15-20 Jahre her. Die Alternativen sind vielfältig.
Und ich bin Abonnent seit ich Mitte der 90er die PC Player hatte und nach deren Ende zwangsweise zur Gamestar migriert wurde. Außerdem hab ich sogar das Plus Abo, nutze es allerdings kaum außer für den Podcast aber ich dachte mir lieber Plus als Werbebanner. ;)
Ab und zu lese ich halt doch da mal News und Artikel.
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Jon Zen
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Jon Zen »

Was ich im Moment überhaupt nicht mag, sind die ganzen wiederverwerteten Plus Artikel: Sie stehen auf der Hauptseite, ich klicke drauf, sehe "2019", denke mir "den habe ich schon gelesen oder aus gutem Grund nicht" und muss dann wieder zurück. So fühle ich mich immer mehr wie ein Goldgräber, obwohl ich nur interessante & neue Plus Artikel lesen möchte (und keinen Grummel-Peter Bathge Beitrag, wo er wieder ein Spiel "doof" findet).
Besonders kurios, wenn Plus Videos "Clickbait Überschriften" haben, anstatt das Spiel einfach beim Namen zu nennen, wie: "Dieses tolle Rundenstrategiespiel war kein Erfolg. Wie kann das" [das "sein?" ist wohl abgeschnitten; das Spiel ist Fantasy General 2, wie darunter auch vertaggt ist]

Die News filtere ich mittleriweile unterbewusst weg, wobei ich die Startseite als sehr unübersichtlich empfinde, besonders als Plus Abonnent, wo die Werbung weggeblendet ist. Etwa 60% sind im 16:9 Monitor weiß. Das bedeutet, dass der Rest auf etwa 40% der Fläche zusammengequetscht ist und man fröhlich scrollen darf.
Scheint so, als wäre alles für das Smartphone optimiert (nur gehe ich seit der Einstellung der Gamestar App nicht mehr per Smartphone auf die Seite - warum auch?).

Um mit was positvem zu enden: Es gibt immer noch einige interessante, humorvolle und in Erinnerungens schwelgende Videos & Artikel (z.B. die Rückblicke). Auch viele der Podcast Folgen sind zu empfehlen. Auch Tests zu manchen weniger bekannten Titeln sind immer willkommen. Da kommt es mir dann auch nicht mehr auf die Wertung an (die sich meistens zwischen 75 und 86 befinden), sondern auf den Text.
https://steamcommunity.com/id/Jon-Zen/ | Unsere Biervorräte schwinden dahin, Sire!

Decius
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Decius »

Jon Zen hat geschrieben:
21. Apr 2020, 02:44
Etwa 60% sind im 16:9 Monitor weiß. Das bedeutet, dass der Rest auf etwa 40% der Fläche zusammengequetscht ist und man fröhlich scrollen darf.
Das lässt sich recht einfach beheben: Einfach eine Custom Styles-Extension laden (zB Stylus für Firefox) und dort das für gamestar.de eintragen:

@media (min-width: 1200px)
{
.container
{ max-width: 2000px;
}}

(Werte vergrößern, wenn es noch breiter sein soll)

schon wird die Breite wieder besser genutzt (die News rutschen aber leider trotdem nicht rauf):

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derFuchsi
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von derFuchsi »

Aus irgendeinem Grund scheint das mit der nicht ausgenutzten Bildschirmbreite eher Standard zu sein. Heise um mal ein prominentes Beispiel zu sagen macht das auch so. Selbst bin ich mal darüber gestolpert als ich in Wordpress Themes stöberte und ich das Gefühl hatte dass die meisten dieser Themes nicht den ganzen Bildschirm ausnutzen. Muss wohl mit der Lesbarkeit zu tun haben denn für mobile Darstellung gibt es ja extra Templates.
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kami
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von kami »

Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber seit den COVID-19-Kontaktbeschränkungen hat gamestar.de ein neues Tief erreicht. Vielleicht sind alle Redakteure auf Kurzarbeit, aber auf der Seite sind wirklich fast nur noch Klatsch- und Tratschartikel sowie recycelter Plus-Content zu finden. Ich hatte eigentlich überlegt, ein Plus-Abo abzuschließen, aber das desaströse Gratisangebot schreckt mich mit seinem unseriösen Auftritt derart ab, dass ich das Geld doch eher anderweitig investieren werde.

Decius
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Decius »

derFuchsi hat geschrieben:
21. Apr 2020, 09:33
Aus irgendeinem Grund scheint das mit der nicht ausgenutzten Bildschirmbreite eher Standard zu sein. Heise um mal ein prominentes Beispiel zu sagen macht das auch so. Selbst bin ich mal darüber gestolpert als ich in Wordpress Themes stöberte und ich das Gefühl hatte dass die meisten dieser Themes nicht den ganzen Bildschirm ausnutzen. Muss wohl mit der Lesbarkeit zu tun haben denn für mobile Darstellung gibt es ja extra Templates.
Die Rand wird meist für Werbung benutzt - auch auf der GS wie ich gerade beim Testen für den Screenshot, den ich angehängt hatte über Edge (kein Werbeblocker dort und nicht eingeloggt als Plus-User) gesehen habe. Rechts ein großes Banner, das beim Scrollen stehen bleibt, oder gleich eine Werbung die über die ganze Seite geht, und den eigentlichen Inhalt nur als kleines Fenster erscheinen lässt - für mich immer das Holzhammerzeichen was für den Webseitenbetreiber wirklich die wichtige Sache an der Seite ist, wenn erstmal die Werbung den Inhalt komplett visuell dominiert und unter sich stellt...

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derFuchsi
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von derFuchsi »

Das ist aber wohl nicht der eigentliche Grund dass man nicht die volle Breite ausnutzt und kann man auch nicht der Gamestar anlasten. Ich schätze eher der Platz wird genutzt weil er sowieso da ist. Dazu kann jemand der Skills hat in Webentwicklung sicher mehr sagen von wegen Adaptive und Responsive Design und sowas keine Ahnung.
Beinahe jede News Seite die mir spontan einfällt macht das so. Die Tagesschau etwas breiter als üblich ansonsten sehen alle so aus, FAZ, Spiegel, Welt, Golem, 4Players, Gamersglobal wo ich auch hinschaue.
Übrigens benutzt nicht mal das Forum die volle Bildschirmbreite ;)
Zuletzt geändert von derFuchsi am 21. Apr 2020, 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Trugschluss
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Trugschluss »

Rick Wertz hat geschrieben:
21. Apr 2020, 00:01
Insbesondere YouTube ist doch voll von "clickbait"-Videos die dann auch noch jedes Thema auf 10 Minuten auswalzen um die erforderliche Länge für zwei Werbeeinschaltungen zu erhalten. Und Userdiskussionen auf reddit sind voll von Fanboy-Geplänkel, finde ich auch recht grausam zu lesen. Dann doch lieber die Gamestar.
Alles eine Frage was man abonniert und verfolgt. :naughty: Werbung sehe ich nicht dank AdBlock und so Threads wie "Was spiele ich zurzeit?" wie hier sind voller Inspiration und guter Kritik bei aktiver Community, ob nun hier oder bei Reddit oder sonst wo.

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Alienloeffel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Alienloeffel »

Ich finde das durchaus ok wenn man arbeitsintensive Projekte hinter eine Paywall steckt. Wenn das Gebotene interessant und gehaltvoll ist, hat ja auch jeder was davon.
Was mich aber trotzdem stört, sind gehaltlose Artikel, auch wenn diese frei verfügbar sind. Das fällt mir insbesonder bei der Gamepro öfter auf.

Man kann in Assassins Creed Unity nicht pfeifen. Aber warum kann Arno das nicht? Oder will er nicht?!
https://www.gamepro.de/artikel/assassin ... 56542.html

Wieviel Geld hätte Tom Nook im echten Leben wenn ein Sterni ein Yen wäre?
https://www.gamepro.de/artikel/animal-c ... 56811.html
(Das ist nicht unbedingt vergleichbar, Gamepro=/= GameStar, ich weiß)

Da steckt, zumindest für mich, nichts drin und ich frage mich da ob es nur mir so geht.

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Feamorn
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Feamorn »

derFuchsi hat geschrieben:
21. Apr 2020, 10:32
Das ist aber wohl nicht der eigentliche Grund dass man nicht die volle Breite ausnutzt und kann man auch nicht der Gamestar anlasten. Ich schätze eher der Platz wird genutzt weil er sowieso da ist. Dazu kann jemand der Skills hat in Webentwicklung sicher mehr sagen von wegen Adaptive und Responsive Design und sowas keine Ahnung.
Beinahe jede News Seite die mir spontan einfällt macht das so. Die Tagesschau etwas breiter als üblich ansonsten sehen alle so aus, FAZ, Spiegel, Welt, Golem, 4Players, Gamersglobal wo ich auch hinschaue.
Das Problem ist halt, dass zu lange Zeilen schwer zu lesen sind. Es gibt ja auch in Druckerzeugnissen nicht ohne Grund das mehrspaltige Layout. Das heißt selbst auf einer Seite komplett ohne Werbung geht man bewusst nicht hin, und nutzt die volle Breite des Bildschirm aus.
Ich bin jetzt auch kein professioneller Designer, aber habe mich vor Jahren mal ein Wenig mit der Webseiten-Darstellung etc. beschäftigt.
Nun kann man sich fragen, warum nicht auch auf Webseiten mehrere Spalten nebeneinander genutzt werden (zumindest kam mir das als erstes als potentielles Argument gegen viel "freien Raum" in den Sinn), da würde ich aber einfach mal vermuten, dass das damit zu tun hat, dass man nicht weiß, wie "lang" die Seite ist. Um sinnvoll mit den Spalten zu arbeiten, müsste man die verfügbare vertikale Größe der Anzeige kennen, die variiert aber je nach Anzeigegerät, Darstellungsgröße etc. stark. Wenn man eine feste Spaltenlänge vorgibt, kommt man sonst entweder in die Situation, dass der Leser eventuell zum Lesen der ersten Spalte doch wieder scrollen muss, zum Fortfahren in der zweiten Spalte aber wieder ganz nach oben müsste.* Im entgegengesetzten Fall könnte es passieren, wenn man eine feste Spaltenlänge vorgibt und den vorhandenen Text dynamisch in weitere Spalten einfügt, dass der Nutzer plötzlich anfangen müsste, die Seite horizontal zu scrollen, also nach rechts. Das wäre noch viel störender, da hierbei auch die meisten Mausräder keine Hilfe mehr bieten.
Als Konsequenz halt man halt auf einer üblichen Webseite im Vollbild relativ viel "ungenutzten" Raum.

(PS: Das ganze tangiert natürlich nicht das Problem, dass einige Angebote dennoch sehr nervig mit ihrer Werbung umgehen, selbst wenn der Raum da ist, kann man das durchaus so nutzen, dass es den Textkonsum erschwert...)

*Edit: Kann man sich gut anschauen, wenn man ein als PDF digitalisiertes Druckerzeugnis "sinnvoll" lesen will, oft ist die Schrift da so klein, dass man zum angenehmen Lesen zoomen muss (bzw. die DinA4-Seite passt nicht bei 100%-Zoom auf den horizontalen Monitor, ein hoch auf die Pivot-Mechanik ;) ), dann hantiert man aber wieder mit der Maus, da dann nicht mehr alle Spalten vollständig auf dem Bildschirm sind. Auf dem Smartphone oder Tablet wird das noch deutlicher.

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Lurtz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Lurtz »

Jon Zen hat geschrieben:
21. Apr 2020, 02:44
Scheint so, als wäre alles für das Smartphone optimiert (nur gehe ich seit der Einstellung der Gamestar App nicht mehr per Smartphone auf die Seite - warum auch?).
70% der User surfen mittlerweile mit Smartphones auf Gamestar. Wir alten Leute mit unseren Desktopbrowsern auf 27"-Monitoren sind die Minderheit :ugly:
derFuchsi hat geschrieben:
21. Apr 2020, 09:33
Aus irgendeinem Grund scheint das mit der nicht ausgenutzten Bildschirmbreite eher Standard zu sein. Heise um mal ein prominentes Beispiel zu sagen macht das auch so. Selbst bin ich mal darüber gestolpert als ich in Wordpress Themes stöberte und ich das Gefühl hatte dass die meisten dieser Themes nicht den ganzen Bildschirm ausnutzen. Muss wohl mit der Lesbarkeit zu tun haben denn für mobile Darstellung gibt es ja extra Templates.
Der Mensch kann Informationen in so einer Breite nicht wahrnehmen. Deshalb sind eigentlich alle textlastigen Websites mittlerweile eher schmal gehalten.
Templates braucht es nicht, die Gamestar-Seite ist responsiv. Wenn du das Browserfenster auf Handygröße ziehst, siehst du auch am Desktop die "Mobile-Ansicht".

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Feamorn
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Feamorn »

Lurtz hat geschrieben:
21. Apr 2020, 11:00
Jon Zen hat geschrieben:
21. Apr 2020, 02:44
Scheint so, als wäre alles für das Smartphone optimiert (nur gehe ich seit der Einstellung der Gamestar App nicht mehr per Smartphone auf die Seite - warum auch?).
70% der User surfen mittlerweile mit Smartphones auf Gamestar. Wir alten Leute mit unseren Desktopbrowsern auf 27"-Monitoren sind die Minderheit :ugly:

Ich lese/surfe auch unheimlich viel auf Smartphone und/oder Tablet. Und hier am Rechner habe ich das Browserfenster in der Regel auch nur auf der Hälfte (ein Segen, dass Windows das mit den Bildschirmbereichen mittlerweile gut von alleine kann. Ich habe meinen Browser (fast) nie auf 100% Bildschirmbreite. Beim Arbeiten teilweise sogar zwei Browserfenster mit Dokumentation o.Ä. nebeneinander.

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