Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

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Heretic
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Heretic » 29. Jun 2019, 19:24

Soulaire hat geschrieben:
29. Jun 2019, 18:16
Und genau da widersprichst du dich mMn. Ich schreibe es gibt genügend Leute die solche Entwickler unterstützen und du weist darauf hin dass niemandem etwas weggenommen wird. Deine Aussage ist quasi jedes Spiel sollte das anbieten, wobei du zuvor noch sagst dass der Entwickler selber entscheiden sollte.... Also was jetzt? Entweder sind Spiele ohne diese Option legitim oder sie sind es nicht und jedes Spiel sollte das haben.
Jeder Entwickler soll das Spiel machen, das er machen möchte. Wenn mir irgendeine Designentscheidung nicht behagt, muss ich es ja nicht kaufen. Dumm nur, wenn ich das erst nach dem Kauf feststelle und nicht mehr refunden kann. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn alle Spiele anpassbare Schwierigkeitsgrade hätten. Dazu zwingen will ich aber niemanden. Schon gar nicht From Software, die ja quasi ein neues Genre erschaffen haben.

Und trotzdem bleibe ich dabei, dass auch den Die hard-Dark Souls-Spielern (um mal bei dem Beispiel zu bleiben. Gilt aber auch für jedes andere schwere Spiel) durch einen anpassbaren Schwierigkeitsgrad nichts weggenommen werden würde, abgesehen von der von Andre angesprochenen Exklusivität. Sie haben ja weiterhin die Möglichkeit, das Spiel auf dem vom Entwickler vorgesehenen Schwierigkeitsgrad zu erleben. Beispielweise könnte man im Online-Modus nur den intendierten, fordernden Schwierigkeitsgrad erlauben, während man Offline die Schwierigkeit runterschrauben dürfte.

Btw: Die Idee mit dem zukaufbaren Easy Mode-DLC ist fast schon pervers. Bringen Sie die Entwickler bitte nicht auf solch abseitige Ideen, Herr Peschke! :mrgreen:

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Soulaire
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Re: Games in den Medien [Sammelthread]

Beitrag von Soulaire » 29. Jun 2019, 19:33

Phazonis hat geschrieben:
29. Jun 2019, 19:19
..
Der Schwierigkeitsgrad ist ein wichtiges Zahnrad von vielen.

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Ironic Maiden
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Ironic Maiden » 29. Jun 2019, 19:49

Ich fand den Artikel sehr interessant, kann ihm aber nur bedingt zustimmen. Was mir gefallen hat, und was in vielen Diskussionen mMn zu wenig angesprochen wird, ist der Punkt, dass Schwierigkeit sehr subjektiv ist. Ich selbst spiele seit meiner Jugend immer mal wieder, aber nie regelmäßig und manchmal auch ein paar Monate lang gar nicht. Ich würde mir selbst schon eine gewisse Spielererfahrung zugestehen und ich habe auch keine größeren Probleme, Spiele zu "lesen". Von früher bin ich es auch gewohnt, dass Spiele unzugänglicher und schwerer waren, und Scheitern und scheinbar "unfaire" Mechanismen dazu gehören. (Das erste Spiel, das ich wirklich durchgespielt habe, war "Sternenschweif" aus der DSA Nordlandtrilogie, das wo die Charaktere sterben, wenn man vergisst ihnen warme Sachen anzuziehen, das Spiel einem das aber nur so am Rande mitteilt.) Dennoch bin ich aber kein "guter" Spieler, ich bin langsam, ich werde schnell konfus, und wenn ich Sachen unter Zeitdruck machen muss, könnte man auch direkt den Ententanz als Soundtrack laufen lassen. Ich spiele viele Spiele, wo es auf Reaktion und Koordination ankommt auf "leicht", und sonst würde ich sie gar nicht schaffen. Aber für mich ist dieses auf "leicht" spielen genauso herausfordernd, wie für andere höhere Schwierigkeitsgrade. Ich bin sozusagen die Hauptschülerin unter den Spielern. Insofern schätze ich es, dass der Artikel diese Binnendifferenzierung anspricht.

Nicht so überzeugend fand ich die Argumentation, dass Spiele zu unzugänglich sind. Wie schon mehrfach erwähnt wurde, bedeutet jedes Hobby, dass man sich erstmal einarbeiten muss. Wenn ich Stricken lernen will, muss ich mich mit dem Material und den Werkzeugen beschäftigen, und werde etliche Stunden in Wolle verknotet vor mich hin fluchen. Wenn ich Rollenspiele spielen will, muss ich mich u.U. durch 150 Seiten Regeln flügen und mich darum kümmern, Mitspieler zu finden. Von Sachen wie Larp oder Springreiten will ich gar nicht anfangen. Die meisten Leute haben mMn auch gar kein Problem damit, sich einzuarbeiten und am Anfang eines neuen Hobbys auch öfter zu scheitern.

Wo ich den Knackpunkt sehe, der im Artikel nur am Rande unter "Gatekeeping" angesprochen wurde, ist die Wahrnehmung von Spielen und Spielern. Ich kenne viele Leute, vor allem Frauen, die früher regelmäßig gespielt haben, aber keine große Motivation aufbringen können, wieder anzufangen, weil sie sich selbst einfach nicht als Leute sehen, die Spiele spielen. Das mag ein Klischee sein, aber meinem Eindruck nach wird es Leuten auch nicht unbedingt leicht gemacht, sich in das Hobby einzufinden. Man sieht ja auch hier, wie schnell Diskussionen über Spiele in Diskussionen darüber abschweifen, wie gut man sein muss, um Anspruch darauf zu haben, spielen zu können. Der Wettbewerbsaspekt und der Vergleich mit anderen rückt unheimlich schnell in den Mittelpunkt. Das schreckt halt schnell ab, bzw. ist einfach auch nicht der Aspekt, der für nowendigerweise alle potentiellen Spieler im Zentrum des Interesses steht. Ich meine, wenn ich eine Fremdsprache lernen will, bin ich auch bereit, Arbeit zu investieren. Es ist aber abschreckend, wenn mir als erstes erzählt wird, dass nur Versager weniger als 4000 Vokabeln können...
Ich will damit jetzt auch niemanden direkt angreifen, ich habe einfach nur den Eindruck, dass die Spieler Community (wenn ich jetzt mal so einen Pauschalausdruck verwenden kann) nicht unbedingt sehr zugänglich ist, oder Leute mit besonders offenen Armen empfängt.

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Soulaire
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Soulaire » 29. Jun 2019, 19:56

Heretic hat geschrieben:
29. Jun 2019, 19:24



Und trotzdem bleibe ich dabei, dass auch den Die hard-Dark Souls-Spielern (um mal bei dem Beispiel zu bleiben. Gilt aber auch für jedes andere schwere Spiel) durch einen anpassbaren Schwierigkeitsgrad nichts weggenommen werden würde, abgesehen von der von Andre angesprochenen Exklusivität. Sie haben ja weiterhin die Möglichkeit, das Spiel auf dem vom Entwickler vorgesehenen Schwierigkeitsgrad zu erleben. Beispielweise könnte man im Online-Modus nur den intendierten, fordernden Schwierigkeitsgrad erlauben, während man Offline die Schwierigkeit runterschrauben dürfte.
Der Entwickler darf also machen was er will. Aber im Gegensatz soll es dann ganz ganz schlimm sein soll, wenn man als Spieler diesen Entwickler unterstützt. Das leuchtet mir nicht ganz ein, sorry. :think:
Wenn man beispielsweise einen Filmemacher unterstützt der einen Film über 4 Stunden veröffentlichen möchte, aber die Produzenten ihn auf 2 Stunden kürzen wollen. Man aber weiß dass die zusätzlichen 2 Stunden den Film erst "ausmachen", warum sollte man dann dafür sein dass 2 Versionen veröffentlicht werden? Ist es dann nicht völlig legitim die tatsächliche Vision dahinter zu unterstützen?
Klar, es mag Leute geben die diesen langen Film dann nicht gucken wollen und werden, aber die 2Stunden Version geguckt hätten. Ich finde es trotzdem legitim dann nur eine Version zu veröffentlichen, auch wenn sich dann weniger Menschen diesen Film angucken.
Man nimmt zwar niemandem etwas durch diesen zweiten Film weg, allerdings muss nicht alles für jeden sein.
Und wenn sich dann Leute über die Qualität des 2 Stunden-Films beschweren...hmmm..woran könnte das dann liegen?
Sind die dann auch "selber Schuld" weil sie ja auch den 4 Stunden-Film anschauen hätten können?

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Heretic
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Heretic » 29. Jun 2019, 21:22

Soulaire hat geschrieben:
29. Jun 2019, 19:56
Der Entwickler darf also machen was er will. Aber im Gegensatz soll es dann ganz ganz schlimm sein soll, wenn man als Spieler diesen Entwickler unterstützt. Das leuchtet mir nicht ganz ein, sorry. :think:
Mir auch nicht. Habe ich nämlich nirgendwo geschrieben. Keine Ahnung, wo du das herausliest. Ich rede selbstverständlich nur von mir selbst. Ich kaufe keine Spiele, die mir höchstwahrscheinlich zu schwer sind. Du kannst gerne kaufen und gut finden, was du möchtest. Das finde ich überhaupt nicht schlimm.
Soulaire hat geschrieben:
29. Jun 2019, 19:56
Wenn man beispielsweise einen Filmemacher unterstützt der einen Film über 4 Stunden veröffentlichen möchte, aber die Produzenten ihn auf 2 Stunden kürzen wollen. Man aber weiß dass die zusätzlichen 2 Stunden den Film erst "ausmachen", warum sollte man dann dafür sein dass 2 Versionen veröffentlicht werden? Ist es dann nicht völlig legitim die tatsächliche Vision dahinter zu unterstützen?
Klar, es mag Leute geben die diesen langen Film dann nicht gucken wollen und werden, aber die 2Stunden Version geguckt hätten. Ich finde es trotzdem legitim dann nur eine Version zu veröffentlichen, auch wenn sich dann weniger Menschen diesen Film angucken.
Man nimmt zwar niemandem etwas durch diesen zweiten Film weg, allerdings muss nicht alles für jeden sein.
Und wenn sich dann Leute über die Qualität des 2 Stunden-Films beschweren...hmmm..woran könnte das dann liegen?
Sind die dann auch "selber Schuld" weil sie ja auch den 4 Stunden-Film anschauen hätten können?
Der Vergleich hinkt. Zum einen könnte ich anderer Ansicht als der Filmemacher sein und die vierstündige Version als aufgebläht und überfrachtet, die zweistündige Fassung aber als perfekt auf den Punkt gebracht empfinden. Zum anderen hindert mich nichts daran, die vierstündige Fassung vom Anfang bis zum Ende anzuschauen. Komme ich in einem Spiel an einer Stelle ums Verrecken nicht weiter, bleibt mir der Rest des Spiels verwehrt. Das ärgert mich auch bei Spielen, in denen die erzählerische Komponente nicht im Vordergrund steht.

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Soulaire
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Soulaire » 29. Jun 2019, 22:06

Heretic hat geschrieben:
29. Jun 2019, 21:22
Soulaire hat geschrieben:
29. Jun 2019, 19:56
Der Entwickler darf also machen was er will. Aber im Gegensatz soll es dann ganz ganz schlimm sein soll, wenn man als Spieler diesen Entwickler unterstützt. Das leuchtet mir nicht ganz ein, sorry. :think:
Mir auch nicht. Habe ich nämlich nirgendwo geschrieben. Keine Ahnung, wo du das herausliest. Ich rede selbstverständlich nur von mir selbst. Ich kaufe keine Spiele, die mir höchstwahrscheinlich zu schwer sind. Du kannst gerne kaufen und gut finden, was du möchtest. Das finde ich überhaupt nicht schlimm.

Gut, dann hast du vermutlich schon selbst festgestellt dass diese Art von Spiel nichts für dich ist. Was ja auch nicht schlimm ist, es gibt ja schließlich genügend andere Spiele. Nur dann brauchst du auch keine Spieler kritisieren, die etwas gegen diese Forderung von zusätzlichen Optionen haben. Das ist ja, wie wir festgestellt haben, völlig legitim wenn ein Spiel darauf verzichtet und man das als Konsument gut findet.

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Vinter
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Vinter » 29. Jun 2019, 22:10

Schindlers Liste ist mir zu komplex. Warum schließt mich Spielberg von der Erfahrung aus? Ich habe auch Eintritt bezahlt!


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Axel
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Axel » 29. Jun 2019, 22:41

Im ersten Teil hat sie durchaus recht. Beispielsweise diese Passage:
Woher weiß ich denn, dass ich in einem RPG vermutlich die Augen nach besserer Ausrüstung offen halten sollte? Woher weiß ich denn, wie ein Fähigkeitenbaum funktioniert? Oder mit welcher Taste ich in der Regel einen Angriff ausführe? In welche Richtung ich laufen sollte, wenn ich gerade mal nicht weiterkomme?
Das sind tatsächlich Dinge, die vermittelt kein Tutorial! Früher aber haben wir das gelernt. Und wie? Durch die Anleitung!! Ohne Mist, schaut euch mal die alten Anleitungen von Spielen an. Bei Final Fantasy Anleitungen hattest Du eine eine recht genaue Beschreibung zum Kampfsystem, eine Übersicht über die wichtigsten Zauber und über alle Statussymbole (Gift, Konfus, Blind, etc.). Es wurde die Steuerung bis ins kleinste erklärt, inklusive Abbildungen wo was auf dem Controller zu finden ist. Und es gab Tipps und Tricks, bei Rollenspielen nicht selten: „Schauen Sie bei den örtlichen Händlern nach neuer Ausrüstung um für zukünftige Gegner gewappnet zu sein“ und ähnliches. Oder bei Point & Click Adventures: Da wurde Haarklein erklärt wie die Steuerung funktioniert, wie das Spielsystem aufgebaut ist und grundlegende Tipps zum Spielablauf („Suchen Sie alles ab“, „Nehmen Sie alles mit!“, „Reden Sie mit jeder Person über alle Themen“, etc.). In JEDEM Spiel gab es beigefügt eine Anleitung, die so geschrieben wurde mit der Annahme, dass der Leser vorher eben noch nie ein Spiel aus diesem Genre gespielt hat. Und: Ein Tutorial wird zu Anfang schnell durchgenudelt, eine Anleitung konnte man immer wieder hervornehmen und nachschlagen. Gerade bei Rollenspielen war das damals als Anfänger durchaus üblich.

Durch den Verzicht auf jegliche Anleitung ist es klar, dass Nicht-Spieler es sehr viel schwerer haben.

Im JRPG Bereich fällt mir nur eine einzige Spielereihe ein, wo das Mitnehmen von neuen Spielern hervorragend gelingt: Die Mario & Luigi RPGs von AlphaDream. Spieler hassen diese Flut an interaktiven und extrem ausführlich geschriebenen Tutorials in diesen Spielen. Aber gerade für NEUE Spieler sind die absolut hervorragend um die grundlegendsten Prinzipien zu vermitteln. Zudem man auch jederzeit, auch während der Kämpfe, immer Zugriff auf die mit der Zeit immer wachsende Anleitung hat. Warum ist das in anderen Spielen nicht der Fall? Wie gesagt: Da wird am Anfang ein Zwei-Minuten-Tutorial durchgenudelt und davon ausgegangen, dass das reicht. Bei den Mario & Luigi RPGs kommt man auch nach längerer Pause durch das komplexe Hilfesystem wieder rein.
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Heretic
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Heretic » 29. Jun 2019, 23:13

Soulaire hat geschrieben:
29. Jun 2019, 22:06
Gut, dann hast du vermutlich schon selbst festgestellt dass diese Art von Spiel nichts für dich ist. Was ja auch nicht schlimm ist, es gibt ja schließlich genügend andere Spiele. Nur dann brauchst du auch keine Spieler kritisieren, die etwas gegen diese Forderung von zusätzlichen Optionen haben. Das ist ja, wie wir festgestellt haben, völlig legitim wenn ein Spiel darauf verzichtet und man das als Konsument gut findet.
Nochmal: Ich kritisiere Spieler, die einen hohen Schwierigkeitsgrad bevorzugen nicht. Ich bin nur anderer Meinung, was schwere Spiele ohne Anpassungsmöglichkeiten betrifft.

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Darkcloud
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Darkcloud » 30. Jun 2019, 00:01

Ich bin dafür das Filme in denen Tiere Sterben immer eine Version haben sollten in der keine Tiere sterben. Das wird ja wohl kein Kernelement des Films sein und ja ich kenne jemand, die bricht Filme ab wenn Tiere da misshandelt werden oder sterben weil sie es nicht sehen kann. Das wird ja wohl nicht der Hauptinhalt des Films sein wenns nicht grad ein PETA aufklärungsvideo ist.

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Axel
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Axel » 30. Jun 2019, 00:21

Darkcloud hat geschrieben:
30. Jun 2019, 00:01
Das wird ja wohl nicht der Hauptinhalt des Films sein wenns nicht grad ein PETA aufklärungsvideo ist.
Ich weiß, du meinst es ironisch. Aber: *hust*
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Phazonis
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Phazonis » 30. Jun 2019, 00:33

Vinter hat geschrieben:
29. Jun 2019, 22:10
Schindlers Liste ist mir zu komplex. Warum schließt mich Spielberg von der Erfahrung aus? Ich habe auch Eintritt bezahlt!
Darkcloud hat geschrieben:
30. Jun 2019, 00:01
Ich bin dafür das Filme in denen Tiere Sterben immer eine Version haben sollten in der keine Tiere sterben. Das wird ja wohl kein Kernelement des Films sein und ja ich kenne jemand, die bricht Filme ab wenn Tiere da misshandelt werden oder sterben weil sie es nicht sehen kann. Das wird ja wohl nicht der Hauptinhalt des Films sein wenns nicht grad ein PETA aufklärungsvideo ist.
Hach nunja auch auf die Gefahr hin, dass es wahrscheinlich eh nicht ernst gemeint war: Film und Spiel sind dort in keinster Weise vergleichbar. Grundsätzlich im Unterschied zwischen aktiven und passiven Medium und all den Folgen die daraus entstehen. Man kann Spiele zum Besipiel wegen der Spielmechanik mögen und die Story/Präsentation da hinter anstellen. Man möge mir also mal dafür eine Entsprechung im Film geben: ja die Geschichte war langweilig und die inszenierung ebenfalls, aber den Film fand ich trotzdem super? hä ja wie?
Ebenso ist der Möglichkeitenraum sehr viel größer, was eben auch gerne mal dazu führt, dass verschiedene Spieler an unterschiedlichen Spielen oder sogar an unterschiedlichen Dingen im Spiel Gefallen sinden. Manche erkunden halt eventuell die Welt gerne und haben kein großes Interesse an der mechanischen Herrausforderung des Kampfsystems, sodass für ihn tatsächlich das entfernen eben dieser kein negativen Einfluss auf das Spiel hat. Auch hier wer eine Entsprechung im Film findet, wo die Inhalte so diametral auseinander gehen kann sie ja gerne mal posten.
Und ja mir sind Spieleentwickler die ständig auf ihrer künstlerischen Vision herumpochen sowieso suspekt, weil sie offensichtlich nicht mal die Grundsätze des Spielemachens verstanden haben. Es gibt im Spiel keine Vision die ohne meine Arbeit als Spieler umsetzbar wäre, also ist deine Vision als Künstler immer eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Spieler und wenn der Spieler deine Vision in seiner Ausführung nicht teilt oder woanders rauskommt wäre es nicht vielleicht besser auch dies zu ermöglichen? Mal als Künstler von seinem hohen Ross zu steigen und die eigene Vision als die einzig richtige und erlebenswerte, abzulegen? Vielleicht sollten alle mal einsehen das Spiele nicht das Medium sind um deine oder irgendeine Vision auf Teufel komm raus genau so umzusetzen wie du es willst. Speedrunning, Bugexploiting. cheaten, Modden,... alles Beispiele die ganz offensichtlich deine ursprüngliche Vision abändern und nicht geplant waren. Wie können sie es nur wagen meine Vision zu zerstören und auf andere Weise Spaß mit meinem Spiel zu haben diese Banausen.

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Jon Zen
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Jon Zen » 30. Jun 2019, 01:34

Meiner Erfahrung nach legen die Entwickler in vielen Spielen, falls es mehrere Schwierigkeitsgrade gibt, zu wenig Wert auf das Balancing eines jeden einzelnen.
Gerade weil ich häufig gerne den schweren Schwierigkeitsgrad spiele, werde ich häufig mit einem über das Spiel hinweg schlechten Balancing konfrontiert: Am Anfang ist er bock schwer und am Ende viel zu einfach (z.B. Witcher 3).
Wer den hohen Schwierigkeitsgrad in Far Cry 5 am Anfang auswählt, wird auch sehr viel Spaß beim Sterben in der ersten Verfolgungsjagd haben.
Löblich ist hier Fifa, bei dem ich die vielen Schwierigkeitsgrade noch nach Belieben feinjustieren kann. Aber für die meisten anderen Spiele ist das bei der jetztigen Budgetverteilung wohl nicht machbar.

Die Forderung für einen Touristenmodus unterstütze ich gerne, weil damit der Fokus auf den oder die Schwierigkeitsgrade und das Balancing gelegt wird.
Für die allermeisten Spieler könnte sich aber nachteilig auswirken, dass das "Touristen-Budget" an anderer Stelle eingespart werden könnte.

Für Spiele, die sich über ihren Schwierigkeitsgrad auch definieren (z.B. Dark Souls, Cuphead, XCom 2, The Witness), kann ich es auch durchaus verstehen, wenn der Entwickler sagt: "Sorry, nein. Wer dieses Spiel durchspielen will, muss es sich verdient haben und den Schwierigkeitsgrad legen wir fest."

Am besten eignet sich dieser Modus aus meiner Sicht für Spiele die zweigeteilt sind. Auf der einen Seite in Dialoge, Zwischensequenzen und Story, auf der anderen Seite das Gameplay.
Beispiel dafür sind die meisten AAA Games (z.B. Tomb Raider, GTA, Starcraft 2) und Adventures, Rollenspiele, Shooter, Schlechspiele und Walking Sims mit kleinen (aber manchmal nervigen/schweren) Gameplaypassagen.

Ungern würde ich sehen, wenn Menschen/Journalisten Entwickler öffentlich anprangern dürfen (und es gesellschaftlich akzeptiert wird), falls die Entwickler sich gegen einen solchen Modus entscheiden würden.
Das sehe ich nämlich als Gefahr für die Diskussion an. Die Diskussion schwebt in der permanten Gefahr hoch emotional geführt zu werden und damit in einem destruktiven Ergebnis zu resultieren.

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Vinter
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Vinter » 30. Jun 2019, 11:38

Phazonis hat geschrieben:
30. Jun 2019, 00:33
Es gibt im Spiel keine Vision die ohne meine Arbeit als Spieler umsetzbar wäre, also ist deine Vision als Künstler immer eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Spieler und wenn der Spieler deine Vision in seiner Ausführung nicht teilt oder woanders rauskommt wäre es nicht vielleicht besser auch dies zu ermöglichen?
Nein. Du hast das Recht, ein Spiel nicht zu mögen. Nutze dieses Recht.

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Heretic
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Heretic » 30. Jun 2019, 13:26

Vinter hat geschrieben:
30. Jun 2019, 11:38
Nein. Du hast das Recht, ein Spiel nicht zu mögen. Nutze dieses Recht.
Dann kann ich es mir immernoch schön modden. Und aus einem öden "Skyrim" ein "Enderal" machen. Nimm das, Vision des Entwicklers! :twisted:

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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Stuttgarter » 30. Jun 2019, 16:53

Heretic hat geschrieben:
30. Jun 2019, 13:26
Vinter hat geschrieben:
30. Jun 2019, 11:38
Nein. Du hast das Recht, ein Spiel nicht zu mögen. Nutze dieses Recht.
Dann kann ich es mir immernoch schön modden. Und aus einem öden "Skyrim" ein "Enderal" machen. Nimm das, Vision des Entwicklers! :twisted:
Das ist bestimmt etwas gaaaaaaanz anderes. Und bei so Mods sind die Entwickler ja dann im Zweifel auch die Bösen, wenn Mods dann verboten oder irgendwie eingeschränkt werden. :D

Was mir bei der Diskussion halt immer noch zu kurz kommt, ist der Kaufpreis für den Kunden. Und in dem Punkt besteht eben auch ein Unterschied zu allen anderen Medien: Andere Medien und ihre Vertreter kann ich für zehn bis 20 Euro ausprobieren, die meisten sogar kostenlos, wenn ich in eine öffentliche Bibliothek gehe. (Okay, wir hatten in nem anderen Thread schon, dass die sehr unterschiedlich ausgestattet sind - aber in "meiner" Stuttgarter Bibliothek krieg ich jeden neuen King-Roman sehr schnell nach Erscheinen, jede halbwegs relevante CD, praktisch alle Hollywood-Blockbuster auf DVD oder Bluray.) Als PC-Spieler - keine Chance. Auch Demos gibts ja praktisch keine mehr - ich komm also nicht drum rum, mir ein Spiel zu kaufen, wenn ichs kennenlernen will.

Grade als Einsteiger weiß ich dann aber vermutlich weder, wie ich die Steambeschreibung des Spiels verstehen muss, noch, dass ich in der Regel grad mal vier Wochen warten muss, und dann bekomm ichs schon in irgend nem Sale deutlich reduziert. Nö. Ich kauf mir ein Spiel für 40 bis 60 Euro - und wenn ich dann merke, dass das Ding einfach für mich viel zu schwer ist, tja, dann hab ich halt Pech gehabt.

Und ja, ich kann auch mit nem Film, mit ner CD, mit nem Buch nen Fehlkauf machen. Aber da hab ich dann maximal die Hälfte des Preises investiert. Und kann das Scheißding dann wenigstens noch weiterverkaufen/verschenken. Als PC-Spieler? Tja, Pech gehabt.

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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von sleepnt » 30. Jun 2019, 18:00

Dann wären die Abo-Dienste ja des Problems Lösung. Eine großes Paket an Spielen, die man alle ausprobieren kann.

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Darkcloud
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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Darkcloud » 30. Jun 2019, 18:07

Heretic hat geschrieben:
30. Jun 2019, 13:26
Vinter hat geschrieben:
30. Jun 2019, 11:38
Nein. Du hast das Recht, ein Spiel nicht zu mögen. Nutze dieses Recht.
Dann kann ich es mir immernoch schön modden. Und aus einem öden "Skyrim" ein "Enderal" machen. Nimm das, Vision des Entwicklers! :twisted:
Das finde ich dann wieder ok, genauso wenn sich der Entwickler entscheidet, so einen Modus einzubauen. Das Problem finde ich ein "das sollte so sein" im gegensatz su einem "ich fände es besser wenn" es einen einfacheren Schwierigkeitsgrad gäbe. Das ist für mich auch ein wenig ein Schritt weg von Kunst und hin zu reinem Kommerzprodukt. Ein weiterer von vielen die es schon gibt, klar. Denn schließlich wird auch einfach oft der Publisher gesagt haben "das muss da rein damit sich das besser verkauft".

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Re: Diskussion zu "Spiele sind für alle da? Gaming Literacy und Gatekeeping"

Beitrag von Darkcloud » 30. Jun 2019, 18:15

Stuttgarter hat geschrieben:
30. Jun 2019, 16:53

Grade als Einsteiger weiß ich dann aber vermutlich weder, wie ich die Steambeschreibung des Spiels verstehen muss, noch, dass ich in der Regel grad mal vier Wochen warten muss, und dann bekomm ichs schon in irgend nem Sale deutlich reduziert. Nö. Ich kauf mir ein Spiel für 40 bis 60 Euro - und wenn ich dann merke, dass das Ding einfach für mich viel zu schwer ist, tja, dann hab ich halt Pech gehabt.

Und ja, ich kann auch mit nem Film, mit ner CD, mit nem Buch nen Fehlkauf machen. Aber da hab ich dann maximal die Hälfte des Preises investiert. Und kann das Scheißding dann wenigstens noch weiterverkaufen/verschenken. Als PC-Spieler? Tja, Pech gehabt.
Und was ist dann mit allen anderen Elementen die mir das Spiel versauen könnten? Der Hauptcharakter ist ein Arschloch und ich will gar keine Erfolge haben weil ich da jedes mal dem Arschloch zum Erfolg verhelfen muss oder Red Dead Redemption 2 ein Tier jagen und dann stirbt das auch noch sehr blutig. Tja Pech gehabt.

Oder Dark Souls hat jetzt einen exploration mode und die welt find ich ja cool aber es war mir zu schwer also kauf ich mir das jetzt und auf einmal merk ich, huch die Welt allein trägt das spiel nicht und so ist es dann trotzdem nicht geil. Dann hat der Modus noch dazu geführt 60€ für nichts in den Sand zu setzen. Es gibt vieles was dafür sorgen kann, dass man das Geld da in den Sand setzt aber das ist dann eher ein Problem.

Warum wird der Schwierigkeitsgrad da so als ein Punkt rausgezogen? Weil man dann nicht weiter spielen kann in dem anderen Fall aber weiter machen kann und halt ein scheiß Erlebnis hat? Ist das wirklich was besseres?

Das Problem bei tiefergehenden Tutorials ist, das man sie entweder optional machen muss und dann viele sagen "brauch ich nicht" und es doch nicht anschauen oder man macht das nicht so und dann ist die Gruppe der Leute die davon genervt sind und dann durch das Ausführliche noch mehr genervt sind halt ziemlich stark. Denn dann ist auch der Casualspieler der aber schon mal ein paar Spiele gespielt hat davon genervt.

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