En Detail: Journey

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zeitweise
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En Detail: Journey

Beitrag von zeitweise » 17. Jul 2019, 00:42

Hallo. Ich bin noch ganz am Anfang der Folge (und schon ziemlich erleichtert, dass ihr mein absolutes Lieblingsspiel noch gut findet).

Dass ihr darüber spekuliert, was aus Thatgamecompany geworden ist, ist allerdings schon sehr amüsant. Der neue Titel „Sky“ erscheint nämlich genau morgen (am 18. 7. 2019).

Viele Grüße :)

imanzuel
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von imanzuel » 17. Jul 2019, 00:55

Bin sehr gespannt auf die Folge. Habe jetzt nur die ersten 10 Minuten angehört, der Rest dann morgen, aber auf die Auflösung der Aussage "das perfekte Spiel" (sofern Ihr eine Antwort darauf gibt) bin ich schon gespannt. Künstlerisch ist Journey verdammt gut - wenn auch nicht perfekt. Aber rein als Spiel betrachtet, also den relevantesten Punkt - das Gameplay - fand ich Journey absolut grauenhaft, und soweit ich mich noch erinnern kann wo ich das gespielt habe (irgendwann 2016 rum oder so) war mein erstes Fazit nachdem das Spiel vorbei war: "Danke, 2 verschwendete Stunden in meinem Leben". Hat zum Glück nur 3 Euro oder so gekostet.

Aber mal abwarten, vielleicht könnt Ihr mich umstimmen. Zumindest ich würde das Spiel niemanden empfehlen, wenn es rein um das spielerische geht.

Nordhesse80
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Nordhesse80 » 17. Jul 2019, 08:14

Ohne Christian Schiffer kann es zwar keine zufriedenstellende Betrachtung von Journey geben, aber ich werde es mir trotzdem anhören.

Nach dem Spielen war ich damals nicht wirklich begeistert. Das gute war die kurze Spielzeit und die Optik gefiel mir. Ansonsten hat es mich nie abgeholt.

Old Mans Journey war da für mich wesentlich besser und es geht ebenfalls um eine Reise. 😉

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Leonard Zelig
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Leonard Zelig » 17. Jul 2019, 13:11

Hab es erst auf der PS4 nachgeholt und da haben mir die ständigen Abstürze im letzten Viertel ein wenig den Spaß verdorben. Hatte ich so noch bei keinem PS4-Spiel abgesehen von No Man's Sky am Releasetag.

Für PS3-Verhältnisse war die Grafik schon ziemlich beeindruckend.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Joschel
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Joschel » 17. Jul 2019, 13:24

Schön, dass ihr mal einen ausführlichen Podcast über Journey macht. Habe mich immer schon gefragt, was Andre (und viele andere) an diesem Spiel so fasziniert.
Das Spiel habe ich inzwischen dreimal angefangen, aber es schläfert mich jedes Mal aufs Neue ein.
Da gefallen mir Games wie zB Gris oder Edith Finch wesentlich besser.
So, ich bin gespannt, was ihr erzählt und vielleicht starte ich Journey ja nach dem Podcast noch ein viertes Mal.

Sasan
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Sasan » 17. Jul 2019, 17:51

Ich bin beeindruckt mit welcher Tiefe das Spiel besprochen wurde :-)

Der Nachfolger Sky kommt heute 0 Uhr auf iOS heraus. Jenova Chen ist Chefentwickler des Games und es wird von apple mitfinanziert soweit ich weiß.

Wertschätzt du es, André?

Sky: Children of the Light im Appstore eingeben. Die Screenshots und Prämisse als auch die Story klingen echt so, als wenn man als Lichtwesen seine Reise fortsetzt.

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Andre Peschke
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Andre Peschke » 17. Jul 2019, 20:01

Sasan hat geschrieben:
17. Jul 2019, 17:51
Der Nachfolger Sky kommt heute 0 Uhr auf iOS heraus. Jenova Chen ist Chefentwickler des Games und es wird von apple mitfinanziert soweit ich weiß.

Wertschätzt du es, André?
Ich werd's mir bestimmt mal anschauen. Ein wenig gruselt es mich. Ich weiß nicht, inwiefern thatgamecompany einfach "lightning in a bottle" gewesen ist. Also: Inwiefern genau diese Gruppe von Menschen zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben genau diese Spiele machen konnten.

Musste da jetzt erst wieder drüber nachdenken, weil ich gerade "The Shield" nochmal anschaue und dabei festgestellt habe, wie instrumentell auch Kurt Sutter als Autor für die Serie gewesen ist (der ja später Sons of Anarchy gemacht hat). Und wie wenig mich alles außer "Terriers" begeistert hat, das Shawn Ryan danach gemacht hat. Und Sutters nächstes Werk, "The Bastard Executioner", war auch große Scheiße...

Toi, toi, toi.

Andre

Sasan
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Sasan » 17. Jul 2019, 20:08

Ich glaube Deine Skepsis ist berechtigt.

Habe jetzt folgendes entdeckt...der verlinkte screenshot spricht für sich.

https://www.dropbox.com/s/up3fk0b0zviyu ... 4.png?dl=0

In einem Interview habe ich gelesen, dass die in-game-economy innovativ sein soll - man soll wohl mit den Käufen nur anderen was schenken können und keine Vorteile für sich haben können, quasi altruistische in-game-purchases. Hmm, glaube nicht so recht daran. Naja in wenigen Stunden wird man es ja sehen :-)

Ich drücke auch die Daumen, dass es uns allen gefällt.

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Cantus1977
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Cantus1977 » 17. Jul 2019, 20:47

Vielen Dank Euch beiden für die intensive und extensive Reise durch eins meiner Lieblingsmedienerlebnisse und die Erinnerung an ein weiteres (Requiem for a Dream). Und jetzt ein Bier, um den Kloß im Hals loszuwerden.
Zuletzt geändert von Cantus1977 am 18. Jul 2019, 01:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Lady Algebra
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Lady Algebra » 17. Jul 2019, 21:10

Ich bin ja echt nicht der größte Fan von Co-op, aber es war schon eine meiner eindrücklichsten Spielerfahrungen, einen eigentlich anonymen und plötzlich abhandengekommenen Gefährten, den man erst seit ein paar Minuten an seiner Seite hatte, aufrichtig zu "vermissen". Für einen Moment tut das richtig richtig weh :D

Edit: Ich war eben erst eine halbe Stunde vor dem Ende. Soll auch jetzt kein Geschleime sein, aber Andres emotional-hochaufrichtiger Monolog am Ende, gepaart mit der wunderschönen Musik, war unfassbar rührend. Ist schön euch auch mal so zu erleben. Ich würde fast schon ein Format mit Namen "Herzensspiele" fordern :D Mehr Empfehlung für jeden, der euch zugeneigt ist, könnte es nicht mehr geben.

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Andre Peschke
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Andre Peschke » 17. Jul 2019, 22:53

Lady Algebra hat geschrieben:
17. Jul 2019, 21:10
Edit: Ich war eben erst eine halbe Stunde vor dem Ende. Soll auch jetzt kein Geschleime sein, aber Andres emotional-hochaufrichtiger Monolog am Ende, gepaart mit der wunderschönen Musik, war unfassbar rührend. Ist schön euch auch mal so zu erleben. Ich würde fast schon ein Format mit Namen "Herzensspiele" fordern :D Mehr Empfehlung für jeden, der euch zugeneigt ist, könnte es nicht mehr geben.
Das beruhigt mich ein wenig. Ist ja eher selten im Podcast, dass mir Themen in der Form nahegehen. In aller Regel geht es ja um leichtherzigere oder einfach nur ernste, aber nicht persönlich anrührende Dinge. Da war die Befürchtung, dass das den Hörer irritiert oder es zu rührselig rüberkommt, besonders mit der Musik. Ich wollte aber das Stück einfach jetzt auch entgegen sonstiger Vorsicht im Podcast drinhaben. Die Musik ist einfach absolut fantastisch - gerade das spezielle Stück auf den Letzten Metern "ins Licht". Das war so ein Fall von: "Ich weiß noch nicht genau, wo wir anfangen, aber ich weiß schon, wie der Podcast aufhören muss".

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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Skizzenbildner » 17. Jul 2019, 23:04

Auch von mir an dieser Stelle mal ganz viel Liebe und Hochachtung für diese herausragende Folge. Ehrlich und authentisch. Das erfordert Mut. Bin ehrlich bewegt. Vielen Dank dafür! :)
Als Anderaal auf Steam und in der Spielewelt im Allgemeinen unterwegs und offen für Freundschaftsanfragen.

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Lady Algebra
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Lady Algebra » 17. Jul 2019, 23:18

Andre Peschke hat geschrieben:
17. Jul 2019, 22:53
[...]Da war die Befürchtung, dass das den Hörer irritiert oder es zu rührselig rüberkommt, besonders mit der Musik. Ich wollte aber das Stück einfach jetzt auch entgegen sonstiger Vorsicht im Podcast drinhaben.[...]
Ich fand das so wunderbar und es hat auch ein so nahbares Gefühl vermittelt. Denn ich behaupte mal, dass eure meisten Backer Menschen sind, die sich nicht nur rein für eure Meinungen, sondern auch für euch als Menschen interessieren. Denn jeder, der für das Hören eines Gespräches, über ein interaktives Medium, sogar Geld bezahlt, wird auch genau wissen, wieso einen ausgerechnet dieses Medium so mitnehmen kann. Und wenn mal die "Decke" der reinen Expertise aufbricht, ist es immerwieder erhellend und schön.

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Re: En Detail: Journey

Beitrag von imanzuel » 17. Jul 2019, 23:27

So durch mit der Folge. Auch wenn ich verstehe, warum manche Leute (eben wie Andre oder Sebastian) das vergöttern - nein ganz ehrlich, ich wurde immer noch nicht überzeugt warum es ein sehr gutes (oder perfektes) "Spiel" ist. Für mich ist "Stick nach vorne drücken" einfach kein Spiel. Das man bei der "Schleichpassage" sterben bzw. versagen kann wusste ich z.B. nicht. So primitiv wie die war wäre mir aber auch sowas gar nicht in den Sinn gekommen. Ich bin halt echt kein Freund von diesen Indie-"Walking Simulatoren"(?), bei Abzu (was ja auch angesprochen wurde) war ich damals stocksauer, zu Release 20 Euro oder so dafür rausgehauen zu haben, und konnte nicht mal mehr refunden weil es knapp über 2 Stunden lang war.

Da finde ich mit Abstriche ein Brothers oder Vanishing of Ethan Carter viel besser, und ein spielerischen Vergleich zu Portal würde Journey nicht mal ansatzweise standhalten. Wem sowas gefällt nur zu. Für mich ist das aber nichts.

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Andre Peschke
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Andre Peschke » 17. Jul 2019, 23:54

imanzuel hat geschrieben:
17. Jul 2019, 23:27
Ich bin halt echt kein Freund von diesen Indie-"Walking Simulatoren"(?),
Ich finde ja, gerade bei Journey ist die Fortbewegung so schön umgesetzt, das Schweben, Springen und Gleiten - das ist nicht in der Gruppe "Walking Sim".

Ansonsten ja völlig legitim. Wie im Podcast gesagt: Es war ja nötig da über persönliche Empfänglichkeiten und Anknüpfungspunkte zu sprechen, eben weil das sicher auch an die individuelle Rezeption gebunden ist. Ich hab nur erklärt, warum ICH sage, dass das ein perfektes Spiel ist. Da ist kein Abspruch auf Allgemeingültigkeit, was ja auch nur allgemein lächerlich wäre. ^^ Wenn man beim Spielen eine Herausforderung sucht etc - Fehlanzeige. Die "ist das ein Spiel"-Diskussion - dafür hatten wir schon einen langen Thread. :D Ist am Ende auch wurscht, unter welchem Terminus man das kategorisiert.

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Gonas
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Gonas » 18. Jul 2019, 00:04

Es ist gleichzeitig schön aber auch sehr frustrierend euch zuzuhören wie sehr ihr dieses Spiel genossen habt (ok, vielleicht falscher Ausdruck), man selbst aber aus mehreren Gründen keinen Zugang zum Spiel gefunden hat (obwohl ich sowas in der Art schon mag).

Zum einen hatte ich eben diese seeehr hohe Erwartung durch den guten Ruf des Spiels, auch daran, dass die Art des Koops so toll sein soll.

Das erste Problem ist wohl, dass ich mit so ziemlichen Metaerzählungen nicht so viel anfangen kann, oder zumindest keine wirkliche Lust hatte da frei zu interpretieren. Darüber hinaus gehe ich wie Andre schon erwähnt hat mit der ganzen Sterben Thematik sehr locker um. Das ich vergänglich bin ist mir extrem egal, würde mich höchstens ein wenig ärgern wenn ich morgen umfalle. Einen wirklich wichtigen Menschen habe ich auch noch nicht verloren, die emotionale Fallhöhe war für mich also nicht vorhanden.
(Die Vorstellung der Nicht-Existenz hat für mich sogar etwas sehr beruhigendes.)

Das zweite Problem ist, dass ich die Story des Spiel absolut nicht kapiert habe. Die Wandgemälde sind meiner Meinung nach sehr krude und undurchsichtig designet und dadurch hatte ich auch keine Lust mehr eine wirkliche Geschichte in der Welt zu erkennen.

Das dritte und wohl größte Problem ist der Koop. Man kann da sicher wunderbare Erlebnisse haben die sich einem ins Gedächtnis brennen, allerdings hatte ich das nicht. In den ersten dritteln des Spiels bin ich kurz drei Leuten über den Weg gelaufen, die waren aber eher desinteressiert und teils nur für einer Minute zu sehen.
Damit zusammenhängend fallen auch die Passagen in denen man langsam laufen muss nervtötender aus, schließlich sind sie häufiger und man hat während dieser Zeit auch keine Interaktion mit einem Spieler.

Ja, das Designe ist trotzdem wunderschön, die Bewerbung beim Schweben und Surfen ist super, aber leider hat es mich eher frustriert weil ich ein sicher bemerkenswertes Spiels teils durch mich, teils durch Pech nicht als solches erleben konnte und nachträglich auch nicht mehr werde.
Zuletzt geändert von Gonas am 18. Jul 2019, 13:43, insgesamt 4-mal geändert.

Gwyliam
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Gwyliam » 18. Jul 2019, 00:05

Hallo Andre, hallo Sebastian,

ich wollte vor allem dir, Andre, auch mal nachträglich ein wenig Mut zusprechen und ein paar Gedanken rund um die Folge von mir geben. Allgemein empfand ich das als eine etwas schwierig zu hörende Episode von En Detail, weil ihr doch recht viel, vor allem assoziativ, hin und her gesprungen seid. Üblicherweise höre ich Eure Podcasts wenn ich grade in der Hauptsache etwas anderes tue, also als Hintergrundbeschallung. Beim Autofahren (nach Nachtschichten zum Beispiel), während ich mit meinen Kindern spiele, oder heute Abend beim Aufräumen. Ein paar Mal hab ich dabei dann inne gehalten, weil ich einen Gedanken interessant oder eine Passage bemerkenswert fand. Tja, und dann ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich nicht mehr aufräume, sondern gebannt neben meinem Handy sitze und zuhöre. Und das war an dem Punkt, an dem dir, Andre, das erste mal die Stimme ein wenig gebrochen ist, und Du erzählt hast wie nahe dir das Spiel geht. An dieser Stelle hattet ihr schlagartig meine volle Aufmerksamkeit und habt sie bis zum (tollen und einfühlsamen) Epilog auch gehalten. Ich glaube, bis zu diesem Punkt ist es schwierig gewesen, zu verstehen was Journey für dich so perfekt macht. Warum du es als nicht nur ein gutes, sondern für dich unglaublich wichtiges Spiel betrachtest. Bis hierhin war das echt schwer nachzuvollziehen, weil ihr euch echt stark auf das künstlerische und "technische" fokussiert habt. Aber an dieser einen Stelle hast du, ohne es explizit zu sagen, klar gemacht dass dieses Spiel auf einer ganz anderen Ebene bei dir funktioniert. Und das empfand ich als unglaublich spannend und unglaublich schön.

Ich habe mir Journey inzwischen im Epic Store gekauft, weil ich es nie gespielt habe (mangels Playstation). Trotz eurer Spoiler will ich mir nun auch ein Bild davon machen, auch wenn es nun sicher nicht mehr mit unverfälschter Wucht wirken kann. Trotzdem schon mal danke, weil mir nicht bewusst war, dass das Spiel inzwischen für den PC existiert.

Eine letzter gedanklicher Exkurs noch:
Das, was du da beim Spielen von Journey empfindest, Andre, ist eine für unsere Entwicklung und Weltanschauung meiner Meinung nach extrem wichtige Emotion, die wir ein wenig verlernt haben. Ich arbeite auf einer Intensivstation und kann dir sagen, dass Momente in denen wir mit unserer Endlichkeit oder der Tatsache, dass unsere Lieben vielleicht vor uns gehen werden, zwar einerseits beängstigend aber auch enorm stärkend sein können. Wann immer ich tragische Schicksale erlebe und eben ein klein wenig dazu gezwungen werde mich dem Thema zu stellen, merke ich, dass ich hinterher eine Weile lang das Leben mehr genieße, Dinge wieder in den richtigen Kontext setze und allgemein "lebensfroher" bin. Als meine Mutter in recht jungem Alter vor einigen Jahren gestorben ist, hat es mir sehr geholfen, mich dem Thema zuvor bereits gestellt zu haben. Bereits in der Krankenpflegeausbildung haben wir uns eine Woche lang intensiv mit dem Thema Tod und Sterben auseinander gesetzt, was unter anderem darin kulminierte, die eigene Todesanzeige zu schreiben. Ohne das zu breit treten zu wollen, aber: das ist emotional ziemlich krass. Es hilft aber auch, sich zu sortieren und allem wieder einen Fokus zu geben.
Im Prinzip ist das, was du da beschreibst als "ich möchte alle umarmen" ein Gefühl, dass wir aufgrund besserer medizinischer Versorgung im Laufe der letzten Jahrhunderte ein wenig verlernt haben. Wir sterben, ja, aber es passiert heute in unserem direkten Umfeld nicht mehr ständig und überall, so wie das früher der Fall war.
Man könnte also ein wenig sagen, dass Spiele wie Journey, wenn sie denn auf dieser Ebene funktionieren, uns eine Emotion oder einen Gedanken zurück bringen, den wir gesellschaftlich ein wenig verlernt haben. Und dass die von dir beschriebenen Gedanken und Gefühle eigentlich etwas sind, was uns heute in vielen Lebenslagen fehlt, um eine Situation oder einen Mitmenschen richtig einschätzen zu können.
Was ich mit diesem ganzen Geschwurbel sagen will: Ich als jemand, der dieses Gefühl kennt und immer mal wieder solchen Situationen ausgesetzt ist, die mich zum Nachdenken zwingen, kann dir sagen, dass ich es als enorm berührend und schön empfunden habe, dass du nur über das Medium "Spiel" in diese Situation gekommen bist. Ganz ohne realen Verlust, ganz ohne die Berührung mit dem Thema Tod und Sterben. Du musst nicht erklären warum Journey für dich bedeutet, was es bedeutet, weil zumindest ich dich da komplett verstehen kann. Auch wenn wir andere Auslöser dafür haben.
Du hättest mit keinem Wort so gut beschreiben können, was Journey für dich ist, wie mit deiner emotionalen Reaktion und der Intensität des Schlussmonologs.
Vielen Dank dafür. Ich würde mir, genau wie Lady Algebra ein Format wünschen, dass sich mal mit solchen heftigen Emotionen beschäftigt. Nicht aus wissenschaftlicher Sicht, wie in Nachgeforscht, sondern auf einer ganz emotionalen Ebene. Wäre sicher spannend.

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DickHorner
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von DickHorner » 18. Jul 2019, 13:28

Lieber Andre,

danke für Deine persönlichen Worte am Schluss.
Wenn's Dir beim Aufnehmen so gegangen ist wie mir beim Hören, dann kann ich mir etwa vorstellen, wie Du Dich gefühlt hast.
Nach dem Podcast weiß ich, dass ich Journey nicht spielen werde. Knöpfe würden gedrückt werden.
Dank des Podcasts kann ich die Großartigkeit des Spiels aber trotzdem nachempfinden und weiß, wie das Spiel in mir bewegen würde.
Danke Euch!

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Axel
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von Axel » 18. Jul 2019, 13:42

Auch von mir ein herzliches Danke für den Podcast und der darin vorkommenden Emotionalität. Warum können Spielebesprechungen nicht häufiger so sein? Es wird sich immer auf Technik und Mechanik fokussiert, aber viel zu wenig auf Enotionen. Was Spiele in einem Menschen auslösen können. Vielen Dank für diese Folge!

ZERNICHTER
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Re: En Detail: Journey

Beitrag von ZERNICHTER » 18. Jul 2019, 15:01

Ich habe Journey das erste mal gestern durchgespielt als ich gesehen habe, dass es dazu ein En Detail gibt. Ich habe natürlich vorher von dem Spiel gehört und auch Andre hat es ja oft als sein absolutes Lieblingsspiel bzw das beste Spiel aller Zeiten beschrieben.

Mich hat das Spiel emotional nur ganz am Ende berührt wo ich als Sternschnuppe aus Mutters Schoss emporschoss und ich den den Weg zum Anfang nahm. Das Gameplay finde ich schwach. Die Spielfigur läuft so dermaßen langsam - vllt lag es auch an meiner Ungeduld? Ich finde das Spiel nämlich mindestens 1 Std zu lang. Als ich begriffen hatte "ok das ist mein Reise und ich will unbedingt zu dem Licht auf dem Gipfel", das war so nach dem ersten 2 Leveln, waren es nur noch langweilige Jump&Run Häppchen die es abzuarbeiten galt. Und dann kommst du in den Schnee. Du musst durch metertiefen Schnee stampfen wie in Zeitlupe. Dazu noch der Wind... Kurz vorm Gipfel wirst du dann immer langsamer bis du umkippst und stirbst.

Was will das Spiel mir eigtl damit sagen? Das Leben ist ein ewiger Kampf, eine ewige Qual durch zähen Treibsand und meterhohen Schnee (metaphorisch natürlich)? Und das Ziel ist der Tod bzw die Wiedergeburt? Wie gesagt ab Minute 40 oder so habe ich mich oft gefragt wann es sndlich vorbei ist bzw ich wollte einfach wissen wie es ausgeht. Von dem Punkt bis kurz vorm Berggipfel wo man dann stirbt hätte man sich schenken können.

Die Rutschpassagen waren aber super. Ansonsten hat mir Journey echt Null Spaß gemacht. Ich habe mich nie für für irgednwas belohnt noch befriedigt gefühlt. Das Spiel ist eher wie ein Gedicht oder Gemälde in der Kunstgallerie. Beides mag interssant sein, aber Spaß bringt es nicht.

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