Runde #224: Kuscheln statt Killen

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Lady Algebra
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Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Lady Algebra » 21. Jul 2019, 20:01

Hallo an alle,

sehr gute Folge zu einem Thema, über das man eigentlich nie groß drüber nachgedacht hat.

Gerade Inszenierung und/oder Fehlinszenierung von Zwischenmenschlichkeit fallen einem kaum in einem Medium auf, da man durch die eigene, subjektive Wahrnehmung und Erfahrung nichts groß hinterfragt. Man denkt, wenn überhaupt: "Naa, so würden wir es zwar nicht machen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass Leute sich so verhalten."

Es ist eine Glaubwürdigkeit, die auf Spekulation beruht, aber einen selbst nicht abholt. Und dann ist es nur noch eine Frage, ob es nervt oder egal ist. Denn die wenigsten Spiele treffen den Nerv.

Zu meiner These, die nicht speziell was mit dem Thema zu tun hat, aber: Die von euch erwähnte Szene, in der man am Anfang Crash Bandicoot spielt, finde ich persönlich maximal beeindruckend, weil ich einen Plan reininterpretiere.

Denn dieses Crash Bandicoot Level ist ein fortgeschrittenes Level im Verlauf des eigentlichen Spiels, was es alleine schon schwerer macht für einen unvorbereiteten Einstieg. Und egal ob es Jahre her ist, dass man es gespielt hat, es noch nie gespielt hat oder noch nie ein Videospiel gespielt hat, ist es für jeden bockschwer. Es ist machbar, aber diese Schwierigkeit ist gewollt, denke ich.

Denn: Crash Bandicoot beruht sehr auf Reaktionsvermögen, rasches Überblicken der Umgebung und ihren Unwägbarkeiten etc., und das ist Uncharted auch.

Und mir ging es zumindest so, dass ich am Ende, wenn man das Level wieder spielen darf, locker durchgeschwebt bin. Sogar beim allerersten Versuch, da man die letzten zig Stunden eigentlich exakt das Prinzip trainiert hat.

Und diesen Kniff finde ich absolut genial. Selbstreferenz mit Meta. Wunderbar :D

Phazonis
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Phazonis » 21. Jul 2019, 23:10

Lady Algebra hat geschrieben:
21. Jul 2019, 20:01
Gerade Inszenierung und/oder Fehlinszenierung von Zwischenmenschlichkeit fallen einem kaum in einem Medium auf, da man durch die eigene, subjektive Wahrnehmung und Erfahrung nichts groß hinterfragt. Man denkt, wenn überhaupt: "Naa, so würden wir es zwar nicht machen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass Leute sich so verhalten."
Tja zumindest hoffen Spiele sehr häufig, dass man selbst mit der eigenen Erfahrung oft ihre Beziehungen anreichert. Ich finde nur auch interessant wie sehr es doch gerne mal alles zusammenbricht, wenn man dem Spiel nicht den Luxus gönnt für es die halbe Arbeit zu machen.

Besonders augenfällig ist es mir bei Catherine aufgefallen. (minimale Spoiler werden folgen, nichts was man aber nicht schon Trailern entnehmen könnte)
SpoilerShow
Grundsätzlich wird da das klassische Drama aufgemacht, dass ein Typ der sich unsicher mit seiner Beziehung ist, seine Freundin aber die Beziehung nun verfestigen will (zusammenziehen, Kinder) eine neue Frau kennenlernt und sich nun zwischen ihnen entscheiden muss. Ich habe mich aktiv dabei erwischt dem Spiel zu sagen, dass ich keinerlei fundierte Entscheidung treffen kann, weil ich dazu die Beziehung erstmal sehen müsste. In den paar Szenen die ich sehe geht es halt sehr darum das seine Freundin Katherine halt weitere Schritte gehen will und Vincent das stört bzw. er noch nicht bereit dafür ist. Aber wenn es dann darum geht wie verlief die Beziehung denn bisher, wie kamen die beiden miteinander klar usw. bietet mir das Spiel halt nix. Und damit rutscht sie halt sehr ins Klischeegebiet. Willst du die neue heiße Braut oder die alte mit der stabilen Beziehung? ist halt so langweilig

Raptor 2101
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Raptor 2101 » 22. Jul 2019, 08:47

Ich hab nicht ganz verstanden, wo die Folge hingehen sollte. Ok wir wissen jetzt, NaughtyDog ist scheinbar die einzige Firma die Willens und in der Lage ist, halbwegs nachvollziehbare Beziehungen auf AAA Niveau zu "inszenieren". Die einzelnen Szenen auseinander zu nehmen empfand ich gerade im Fall von Heavy Rain fast schon als (amysante) Leichenfeldderei. Das David Cage diverse Probleme bei Drehbuch und Pacing hat, ist ja hinlänglich bekannt.

Für Interessanter halte ich die Frage: warum gibt es nur die 4 Beispiele. Ich habe kurz mal meine Spieler Vita Revue passieren lassen und versucht auch nur ein weiteres Beispiel zu finden, bei dem Beziehungen nicht als KindnessCoin-Spielmechanik dargestellt werden (wenn sie überhaupt dargestellt werden). Mir fällt einfach nichts ein. Abseits der Visual Novels, Adventures scheint das Thema kaum stattzufinden.

PS: über Heavy Rain könnt ihr auch nur sooo derbe Ablästern, weil ihr die "Romantik Szene" aus Deus Ex Human Revolution nicht zum Vergleich genommen habt ... (da es für diese Szene nicht lohnt das Spiel durchzuspielen: Youtube)

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Andre Peschke
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Andre Peschke » 22. Jul 2019, 09:44

Raptor 2101 hat geschrieben:
22. Jul 2019, 08:47
Ich hab nicht ganz verstanden, wo die Folge hingehen sollte.
Ich fand es schlicht interessant mal zu begutachten, wie Spiele versuchen einen Beziehungsalltag umzusetzen. Insbesondere unter der schon immer mal wieder diskutierten Maßgabe, dass die Ausdrucksformen des Mediums jenseits von Gewalt / Hindernisüberwindung schnell erschöpft zu sein scheinen. Ein bisschen wie vier Mini-En-Details. Gerade weil der Versuch überhaupt so selten unternommen wird, sowas darzustellen, während Beziehungen ja in allen anderen Medien ein prominentes Motiv darstellen.

Andre

Raptor 2101
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Raptor 2101 » 22. Jul 2019, 10:02

Das Thema an sich fand ich auch interessant. Der Cast an sich war auch unterhaltsam/kurzweilig, nur seit ihr mir nicht genug abgebogen ...

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Andre Peschke
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Andre Peschke » 22. Jul 2019, 10:06

Raptor 2101 hat geschrieben:
22. Jul 2019, 10:02
Das Thema an sich fand ich auch interessant. Der Cast an sich war auch unterhaltsam/kurzweilig, nur seit ihr mir nicht genug abgebogen ...
Kann daran liegen, dass wir uns trotz Beschränkung zu viel vorgenommen haben. Wir haben danach auch gesagt: "Drei Beispiele hätten vermutlich gereicht". Vorher dachten wir noch: "Ja, Mensch... wenn wir uns schon fokussieren, dann möglichst viele, unterschiedliche Beispiele nehmen um da dann viel abzudecken!!!!" :D

Ich fand aber, dass wir das Meta innerhalb der Beispiele immer ganz gut aufgegriffen haben und hatte zumindest während der Aufnahme gar nicht das Gefühl, dass da so viel zusätzlicher Diskussionsbedarf bestünde bzw. das manche Themen dann wieder zu weit geführt hätten und wir dann dem eigentlichen Thema nicht die nötige Aufmerksamkeit hätten schenken können. Will sagen: Mit der einen Folge ist das Buch sicher nicht geschlossen, aber ich war an sich zufrieden.

Andre

Raptor 2101
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Raptor 2101 » 22. Jul 2019, 10:20

Andre Peschke hat geschrieben:
22. Jul 2019, 10:06
Will sagen: Mit der einen Folge ist das Buch sicher nicht geschlossen, aber ich war an sich zufrieden.

Andre
Das will ich gar nicht in Frage stellen. Ich glaube, eine Folge die die 4 Szenarien kurz einführt und dann versucht zu ergründen, warum Spiele an dieser Thematik so "oft" scheitern, wenn sie es denn überhaupt mal versuchen, hätte ich nur informativer gefunden. Spiele-Stories sind beim Thema Beziehung ja eher selten auf Groschenroman-Niveau... (oder darüber hinaus)

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Andre Peschke
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Andre Peschke » 22. Jul 2019, 11:26

Raptor 2101 hat geschrieben:
22. Jul 2019, 10:20
Ich glaube, eine Folge die die 4 Szenarien kurz einführt und dann versucht zu ergründen, warum Spiele an dieser Thematik so "oft" scheitern, wenn sie es denn überhaupt mal versuchen, hätte ich nur informativer gefunden.
Ich finde, es ist sozusagen ein guter Teil 1 und irgendwann widmen wir uns dann mal auch der mechanischen Seite anhand von sowas wie Mass Effect und Dragon Age und resümieren dann.

Andre

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Gonas
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Gonas » 22. Jul 2019, 11:47

Andre Peschke hat geschrieben:
22. Jul 2019, 11:26
Raptor 2101 hat geschrieben:
22. Jul 2019, 10:20
Ich glaube, eine Folge die die 4 Szenarien kurz einführt und dann versucht zu ergründen, warum Spiele an dieser Thematik so "oft" scheitern, wenn sie es denn überhaupt mal versuchen, hätte ich nur informativer gefunden.
Ich finde, es ist sozusagen ein guter Teil 1 und irgendwann widmen wir uns dann mal auch der mechanischen Seite anhand von sowas wie Mass Effect und Dragon Age und resümieren dann.

Andre
Wobei da die Gefahr bestehe wieder zu sehr mit Touchscreen zu kollidieren. :D

Ich fand aber gerade weil dieser Aspekt des normalen Familienlebens so selten in Videospielen vorkommt diese Besprechung in der ein paar einzelne Beispiele sehr genau betrachtet wurden sehr gelungen. Fand den Sonntagspodcast tatsächlich außergewöhnlich gut und auch die Besetzung sehr gelungen (drei Leute wären vermutlich zu viel gewesen und Nina ist für solche Themen klasse).

Ich muss mir selbst mal Gedanken machen welche weiteren Beispiele es noch geben könnte. Deprimierender Weise fallen mir auf die Schnelle keine ein was vermutlich schon viel darüber aussagt wie oft das tatsächlich genutzt wird.
Falls es eine weitere Folge gibt fände ich auch einige Beispiele interessant die so eine Sequenz eigentlich dringend brauchen würden, sich aber anscheinend dagegen entschieden haben. Auch Eltern/Kind Beziehungen fallen ja eigentlich in diese Darstellung hinein, oder das ungezwungene interagieren zwischen Freunden. Einfach die Darstellung eines Alltags einer Beziehung.

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Andre Peschke
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Andre Peschke » 22. Jul 2019, 12:38

Gonas hat geschrieben:
22. Jul 2019, 11:47
Auch Eltern/Kind Beziehungen fallen ja eigentlich in diese Darstellung hinein, oder das ungezwungene interagieren zwischen Freunden. Einfach die Darstellung eines Alltags einer Beziehung.
Genau. "God of War" wäre daher ein weiteres Beispiel gewesen. Aber die Vater-Sohn-Beziehung darin haben wir im zugehörigen Cast schon sehr ausführlich besprochen, genauso wie "Life is Strange" & "Before the Storm" (die aber eh nicht AAA sind).

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Phazonis
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Phazonis » 22. Jul 2019, 16:49

Ich glaube, dass damit man mal mehr Beziehungen zeigen kann auch ein noch stärkerer Paradigmenwechsel was Videospielprotagonisten angeht passieren muss. Nämlich dahin, dass man den Protagonisten nicht mehr oder zumindest weit weniger als Avatar für den Spieler sieht und wieder mehr als eigener Charakter der sich auch vom Spieler unterscheidet. Weil wenn ich in bestehende Beziehungen geworfen werde kann es ja gut sein, dass ich die persönlich nicht mag. Aber ich dann eben in der Rolle meines Protagonisten halt jetzt einfach mal Pech habe und weiter machen muss. Ich meine es ist allgemein schon interessant das unsere Rollenspiele immer mehr dazu übergegangen sind die Rollen in die sie uns stecken kaum bis gar nicht zu definieren.

Asphyx
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Asphyx » 22. Jul 2019, 17:01

Um mal ein rezentes Beispiel für eine überaus miserabel erzählte bzw. inszenierte Beziehung in die Runde zu werfen, die mich massiv verärgert hat: Assassin's Creed Odyssee, bzw. dessen ersten DLC. Ich habe das Spiel (obschon selbst männlich) als Kassandra gespielt (weil mir Alexios schon vom Anschauen her derbe unsympathisch war) und es - wie schon den Vorgänger - sehr genossen. Und ich habe im ganzen Spiel auch nur mit anderen weiblichen Figuren...ähm...verkehrt, nicht aus Voyeurismus, sondern weil ich sämtliche zur Verfügung stehenden Männer ebenfalls unsympathisch, unsexy oder luschenhaft empfand, und es nicht zu "meiner" Kassandra gepasst hätte, mich mit denen einzulassen. SO nötig hatte sie es dann auch nicht. ;)

ES FOLGEN MASSIVE SPOILER! WIRKLICH!
SpoilerShow
So weit, so gut. Im ersten DLC "Legacy of The First Blade" allerdings lernt Kassandra dann einen jungen Mann namens Natakas kennen (der übrigens auch ziemlich luschenhaft rüberkommt, nichts Essentielles beiträgt und unter normalen Umständen für mich ebenfalls nicht als Partner in Frage gekommen wäre). Und aus unerfindlichen Gründen verliebt sie sich in ihn (was an keiner Stelle emotional spür- oder nachvollziehbar gewesen wäre), zieht in ein idyllisches Häuschen und gründet mit ihm eine Familie (obwohl sie nie zuvor den Wunsch nach solch einer Existenz artikuliert hat) und hängt ihr Schwert an den Nagel (bis die Umstände etwas anderes erzwingen). Und ich saß bloß da und dachte "WTF Ubisoft, ihr ruiniert mir gerade jeglichen Spaß am Spiel und jegliche Immersion!".

Bis zu diesem Punkt hatte ich weitgehende Freiheit über die Ausgestaltung meines Spielcharakters, die Interpretation ihrer Persönlichkeit, und stets die Wahl über ihre PartnerInnen. Ich habe Zykopen erschlagen, halbe Armeen dahingemetzelt, war siegreiche Olympionikin, und ganz Griechenland kannte mich als mythische Kriegerin. Und plötzlich nimmt man mir das alles aus der Hand, setzt mir eine vollkommen unglaubwürdige Beziehung mit einem halben Hemd von Mann samt Nachwuchs vor die Nase, und die Frau, die 150 Spielstunden lang die Geschicke eines Landes mitgelenkt hat, verkommt plötzlich zum Heimchen am Herd? Seriously, WHAT THE FUCK?! Zum Glück ist man das alles recht schnell wieder los, ansonsten hätte ich an dieser Stelle den Controller hingeworfen und das Spiel nie mehr angerührt.

Und falls jetzt jemand einwerfen will, das sei eben nötig gewesen, um die Storyline mit Hinblick auf die Blutlinie (im zweiten DLC "The Fate of Atlantis") schlüssig herzuleiten - Pustekuchen. In meiner Timeline lebten am Ende des Hauptspiels sowohl meine Eltern, als auch mein Bruder noch, es hätte also jede Menge anderer Möglichkeiten gegeben, die Blutlinie in die Gegenwart zu erklären. Ich frage mich bis heute, was man sich beim Entwicklerstudio eigentlich gedacht hat... *facepalm*

patrick_walther
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von patrick_walther » 22. Jul 2019, 22:56

Ein sehr interessantes Thema. Es hat spass gemacht euch zuzuhören. Leider seid ihr immer einer Meinung gewesen. Das fand ich schade.

Die Beziehungsszenen in The Darkness gehören immer noch zum Besten in dieser zwischenmenschlichen Ebene, gerade im Actiongenre. Der Zusatz von Andre, dass auch gerade zu der Zeit das was besonderes gewesen ist, finde ich seltsam. Das ist auch jetzt noch fast ein Novum. Und das der Char so still und ruhig ist, ist für mich gerade der besondere Kniff in dieser Situation.

Die Szene in U4 ist natürlich von der Inszenierung grandios. Obwohl, in 10 Jahren blicken wir vielleicht auch zurück und sagen, boha das wirkt aber auch sehr hölzern. Das Haus wirkte so lebendig. Es hat regelrecht mit einem gesprochen. Das macht für mich dieser Abschnitt aus.
Die Beziehung hat mich eher abgeschreckt. Ich dachte die ganze Zeit, WTF! Nathan wat machst du da? Runter vom Sofa! Wir müssen die Bundeslade finden! Indiana Jones ist Hausmann geworden... Und das Ende ist immer noch laaangweilig!

patrick_walther
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von patrick_walther » 22. Jul 2019, 23:06

Phazonis hat geschrieben:
22. Jul 2019, 16:49
Ich glaube, dass damit man mal mehr Beziehungen zeigen kann auch ein noch stärkerer Paradigmenwechsel was Videospielprotagonisten angeht passieren muss. Nämlich dahin, dass man den Protagonisten nicht mehr oder zumindest weit weniger als Avatar für den Spieler sieht und wieder mehr als eigener Charakter der sich auch vom Spieler unterscheidet. Weil wenn ich in bestehende Beziehungen geworfen werde kann es ja gut sein, dass ich die persönlich nicht mag. Aber ich dann eben in der Rolle meines Protagonisten halt jetzt einfach mal Pech habe und weiter machen muss. Ich meine es ist allgemein schon interessant das unsere Rollenspiele immer mehr dazu übergegangen sind die Rollen in die sie uns stecken kaum bis gar nicht zu definieren.
Mhh.. ich weis nicht. Dann kann ich auch wieder netflixen. Gerade das macht für mich den Reiz aus. So wie bei The Darkness, natürlich bitte immer state of the art, dass ist perfekt .

Ausserdem beim Spiel muss du dann meist 50 Stunden und mehr durchhalten. Und das ist grausam. Geht mir bei Serien manchmal so. Breaking Bad ist so ein Fall. Grausam diese keiffende, klischee erfüllende Ehefrau. Da hilft nur vorspulen oder Serie vorzeitig beenden.

patrick_walther
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von patrick_walther » 22. Jul 2019, 23:13

Gonas hat geschrieben:
22. Jul 2019, 11:47
Andre Peschke hat geschrieben:
22. Jul 2019, 11:26
Raptor 2101 hat geschrieben:
22. Jul 2019, 10:20
Ich glaube, eine Folge die die 4 Szenarien kurz einführt und dann versucht zu ergründen, warum Spiele an dieser Thematik so "oft" scheitern, wenn sie es denn überhaupt mal versuchen, hätte ich nur informativer gefunden.
Ich finde, es ist sozusagen ein guter Teil 1 und irgendwann widmen wir uns dann mal auch der mechanischen Seite anhand von sowas wie Mass Effect und Dragon Age und resümieren dann.

Andre
Wobei da die Gefahr bestehe wieder zu sehr mit Touchscreen zu kollidieren. :D

Ich fand aber gerade weil dieser Aspekt des normalen Familienlebens so selten in Videospielen vorkommt diese Besprechung in der ein paar einzelne Beispiele sehr genau betrachtet wurden sehr gelungen. Fand den Sonntagspodcast tatsächlich außergewöhnlich gut und auch die Besetzung sehr gelungen (drei Leute wären vermutlich zu viel gewesen und Nina ist für solche Themen klasse).

Ich muss mir selbst mal Gedanken machen welche weiteren Beispiele es noch geben könnte. Deprimierender Weise fallen mir auf die Schnelle keine ein was vermutlich schon viel darüber aussagt wie oft das tatsächlich genutzt wird.
Falls es eine weitere Folge gibt fände ich auch einige Beispiele interessant die so eine Sequenz eigentlich dringend brauchen würden, sich aber anscheinend dagegen entschieden haben. Auch Eltern/Kind Beziehungen fallen ja eigentlich in diese Darstellung hinein, oder das ungezwungene interagieren zwischen Freunden. Einfach die Darstellung eines Alltags einer Beziehung.
Das ist traurig aber wahr. Die Beispiele sind immer noch die Ausnahme. Storyadventure der Marke life ist strange mal ausgenommen. Das wurde viel zu sehr vernachlässigt in dem Podcast. Aber gut, irgendwo muss ein Rahmen gefasst werden.

Phazonis
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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Phazonis » 22. Jul 2019, 23:16

patrick_walther hat geschrieben:
22. Jul 2019, 23:06
Mhh.. ich weis nicht. Dann kann ich auch wieder netflixen. Gerade das macht für mich den Reiz aus. So wie bei The Darkness, natürlich bitte immer state of the art, dass ist perfekt .

Ausserdem beim Spiel muss du dann meist 50 Stunden und mehr durchhalten. Und das ist grausam. Geht mir bei Serien manchmal so. Breaking Bad ist so ein Fall. Grausam diese keiffende, klischee erfüllende Ehefrau. Da hilft nur vorspulen oder Serie vorzeitig beenden.
Klar folgen daraus halt andere Probleme, aber das Problem mit einem spielerdefinierten Charakter hat ja der Beitrag von Asphyx schön gezeigt. Wenn der Charakter halt nur eine Repräsentation meiner Person in dieser Welt ist, dann funktionieren meist nur Beziehungen die am Anfang stehen und nur dann entstehen wenn ich als Spieler sie initiere oder man bricht halt komplett die Immersion, wenn diese Figur plötzlich Dinge macht die ich nicht wollte. Das kann halt überhaupt erst anfangen zu funktionieren indem der Protagonist eine vom Spieler seperate Figur ist, was denke ich auch schön die Beispiele aus dem Podcast zeigen.

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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Andre Peschke » 22. Jul 2019, 23:17

patrick_walther hat geschrieben:
22. Jul 2019, 22:56
Der Zusatz von Andre, dass auch gerade zu der Zeit das was besonderes gewesen ist, finde ich seltsam. Das ist auch jetzt noch fast ein Novum.
Natürlich isses das. Sieht man hier im Thread und haben wir im Podcast ja ebenfalls gesagt. Der Einschub sollte nur Einwänden von Menschen vorbeugen, die sich die Szene in der Rückschau auf Youtube anschauen und dann sagen: "Der Schranz ist doch inszenatorisch größtenteils furchtbar! Dann lieber Dragon Age 2!". Die Szene wirkte damals nicht so unbeholfen, wie sie heute rüberkommt (gemeint sind insbes. die Szenen bevor man auf der Couch sitzt).

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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Heretic » 23. Jul 2019, 11:38

Bin noch nicht dazu gekommen, den Podcast zu hören und schreibe jetzt vielleicht am eigentlichen Thema vorbei, aber: Die glaubwürdigsten Beziehungsmomente in einem AAA-Spiel hatte ich bisher ausgerechnet in "The Witcher 3". Was hauptsächlich an meiner Spielweise gelegen haben dürfte. Mein Geralt-Alter Ego war zwar Seitensprüngen auf sexueller Ebene nicht abgeneigt (man will ja der Romanvorlage gerecht werden :mrgreen:), aber in Sachen ernster Beziehung gab es für ihn seit dem ersten Teil nur Triss. Deswegen hatte ich es abseits der Haupthandlung meist mit einer aufgebrachten Yennefer zu tun, mit der Geralt irgendwann ein längeres, klärendes Gespräch geführt hat. Danach waren die Fronten klar und man ging distanzierter und nur noch rein freundschaftlich miteinander um. Mit Triss gab es dann einige ruhige Beziehungsmomente, die ebenfalls recht glaubhaft und teilweise fast schon romantisch rüberkamen.

Hätte nicht gedacht, dass der olle Geralt auch tiefgründig und verträumt daherkommen kann. Im dritten Teil hat er's dann tatsächlich geschafft. :D

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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Schlagerfreund » 23. Jul 2019, 12:04

Ich fand The Witcher 3 da auch sehr gut. Dazu muss man sagen das ich die Bücher schon vor denen Spielen gelesen habe und von daher auch andere Hintergründe zu Charakteren und deren Beziehungen hatte. Ich habe so in keinem The Witcher was mit Triss angefangen, weil sie in den Büchern grundsätzlich eine freundschaftliche Beziehung haben.

Gefallen hat mir die Dynamik zwischen Yennefer und Geralt. Weil es meiner Meinung nach ganz gut eine recht komplizierte Beziehung dargestellt hat.
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Es fühlte sich auch wesentlich echter an als Triss die Geralt doch relativ stark anhimmelt. Der Gegensatz ist Yennefer die das nicht tut und auch wesentlich öfter ihre eigene Position vertritt und die ist oft nicht die von Geralt. Dazu auch noch die Tatsache das beide Personen sich erstmal auch nicht zu 100% klar sind was ihre Gefühle füreinander angehen und wie sie damit umgehen sollen

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Re: Runde #224: Kuscheln statt Killen

Beitrag von Heretic » 23. Jul 2019, 12:57

Ich habe die Bücher nicht gelesen, dementsprechend stand Triss für meinen Geralt an erster Stelle. Yennefer spielt ja erst im dritten Spiel eine Rolle. Ich hätte es nicht übers Herz gebracht, Triss abzuservieren und auf Yennefer "umzuschwenken". Das hätte sich einfach falsch angefühlt. Die Spiele müssen beim Writing also was richtig gemacht haben, sonst wäre mir das wohl schlichtweg egal gewesen.

Interessant fand ich auch die Endsequenz für Spieler, die zweigleisig gefahren sind und sowohl Yennefer als auch Triss abschleppen wollten.
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Da kriegt der gute Geralt ja ordentlich sein Fett weg. :mrgreen:

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