Spiele und Umweltschutz

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Axel
Beiträge: 2582
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: Spiele und Umweltschutz

Beitrag von Axel »

Andreas29 hat geschrieben:
3. Okt 2019, 05:19
Deswegen muss sich die Nachfrage ändern und dafür sind WIR verantwortlich.
Als ob diese kapitalistische Sichtweise je für irgendwas gutes gesorgt hätte. Der Kapitalismus hat damals nach der Zwangsangliederung der DDR an die BRD das Leben der Ostdeutschen zerstört. Der Kapitalismus hat in den 2000ern mit der Agenda 2010 und der Schaffung des europaweit größten Niedriglohnsektors nochmal das Leben der Menschen zerstört, diesmal in Gesamtdeutschland. Der Kapitalismus teilt Menschen in nützlich und unnützlich ein. Und der Kapitalismus hat dafür gesorgt, dass seit 50 Jahren weltweit nichts für das Klima getan wird. Denn Wachstum ist wichtiger, als Nachhaltigkeit.

Solange ich denken kann, ich wurde 1984 in der ehemaligen DDR geboren, hat der Kapitalismus immer nur Unglück und Leid über die Menschen gebracht. Immer wieder und wieder. Wie kann man diese kapitalistische Denke denn nur als in Stein gemeißelt ansehen? Wenn ein System zusammenbrechen kann, dann bitte auch das andere. Innerhalb des Kapitalismus wird sich in Sachen Klimapolitik nichts ändern. Nie. Erst muss der Kapitalismus zusammenbrechen. Und ein gänzlichst neues System her. Und eine neue Verfassung. Danach, erst danach, kann man Klimapolitik betreiben. Das ist meine feste Überzeugung.
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

Andreas29
Beiträge: 374
Registriert: 22. Mai 2019, 12:14

Re: Spiele und Umweltschutz

Beitrag von Andreas29 »

Axel hat geschrieben:
3. Okt 2019, 06:29
Andreas29 hat geschrieben:
3. Okt 2019, 05:19
Deswegen muss sich die Nachfrage ändern und dafür sind WIR verantwortlich.
Als ob diese kapitalistische Sichtweise je für irgendwas gutes gesorgt hätte.
Es ist keine "Sichtweise", sondern eine Zustandsbeschreibung. So funktioniert "der Markt".

Du brauchst auch keine Abhandlung schreiben, warum der Kapitalismus so böse ist :mrgreen: Ich glaube nicht, dass Du einen größeren Kapitalismuskritiker hier im Forum finden wirst, als ich es bin. Nur ich wollte hier in dem Thread, wo wir schon längst ziemlich vom Thema ab sind nicht auch noch Proseminare über den Kapitalismus und z.b. Marx halten.

Nur solange wir uns im Zeitalter des Kapitalismus befinden, können wir auch nur mit seinen Waffen kämpfen und die "Nachfrage" ist das schärfste Schwert, was wir haben. Es wird doch von Leuten, die die Welt verbessern wollen immer Realismus verlangt. Nichts anderes mache ich.

Wachstum ist nur solange wichtiger als Nachhaltigkeit, solange es auch den Konsumenten egal ist. Nochmal: Es ist Großkonzernen nicht inhärent, dem Klima und der Umwelt zu schaden. Es geht nur um maximalen Profit. Und wenn der mit umweltschonenden Artikeln zu erreichen ist, werden auch nur noch diese produziert.

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Leonard Zelig
Beiträge: 1967
Registriert: 5. Jan 2016, 19:56

Re: Spiele und Umweltschutz

Beitrag von Leonard Zelig »

Axel hat geschrieben:
3. Okt 2019, 06:29
Andreas29 hat geschrieben:
3. Okt 2019, 05:19
Deswegen muss sich die Nachfrage ändern und dafür sind WIR verantwortlich.
Als ob diese kapitalistische Sichtweise je für irgendwas gutes gesorgt hätte. Der Kapitalismus hat damals nach der Zwangsangliederung der DDR an die BRD das Leben der Ostdeutschen zerstört.
Immer diese Opferhaltung. :roll:

Die allermeisten Ostdeutschen haben nach der Wende viel mehr erreicht, als sie jemals erhofft haben. Sicher ist der Lebensstandard in Westdeutschland noch höher, aber im europäischen Vergleich geht es den Menschen in den neuen Bundesländern wirtschaftlich echt nicht schlecht.

Übrigens hatten Nationalisten schon 1929 die höchste Zustimmung vor allem im Osten. Beispielsweise bei der Volksabstimmung gegen den Young-Plan. Das hat also nichts mit einer vermeintlich missionierenden linksliberalen Minderheit zu tun, dass die Rechten in den neuen Bundesländern so stark abschneiden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Volksents ... n_1929.svg
https://de.wikipedia.org/wiki/Volksents ... Young-Plan

Bei der Reichtstagswahl im März 1933 das gleiche Bild:
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag ... l_1933.svg
Andreas29 hat geschrieben:
3. Okt 2019, 04:47
Leonard Zelig hat geschrieben:
2. Okt 2019, 09:52
Natürlich ist es schmerzhaft Gewohnheiten grundlegend zu ändern, aber das ist bei existentiellen Problemen unabdingbar. Als sich Großbritannien im Krieg mit dem Deutschen Reich befand, hat das auch den Konsum der Bevölkerung verändert.
Auch hier. Dazu habe ich schon geschrieben, dass der Abstraktionsgrad beim Klima zu hoch ist. Einer der Gründe für den Hass auf Menschen wie Greta Thunberg ist, dass diese Dringlichkeit für viele nicht wahrnehmbar ist. Für die wirkt das wie einer dieser Verwirten, die mit der Glocke an der Straßenecke stehen und schreien: "Hear ye Hear ye, the end is nigh".
Nicht jeder beschäftigt sich auf der Ebene wie wir mit dem Klima und noch weniger wissenschaftlich.

Ich bin ja auf eurer Seite nur Kommunikationstechnisch ist der Klimaaktivismus bis jetzt eine absolute Katastrophe. Und bevor wir irgendwelche Theorien entwickeln, wie man Klimakatastrophe abwenden kann, sollten wir zusehen, dass wir erst einmal alle Menschen an Bord holen, anstatt sie zu antagonisieren und abschrecken. Ich wiederhole: Das führt dazu, dass Parteien gewählt werden, die das Ganze komplett ablehnen und es wird gar nichts erreicht.
In der Flüchtlingskrise war der Abstraktionsgrad ziemlich niedrig, aber auch da gab es viel Widerstand. Möglicherweise wirkt das noch nach und es geht weniger um das Klima und ob Greta Recht hat, sondern darum dass man die angeblichen Fehler während der Flüchtlingskrise nicht verzeihen will und daher erstmal grundsätzlich gegen alles ist, was die Grünen und andere "Gutmenschen" vorschlagen.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

Merbatur
Beiträge: 82
Registriert: 10. Jun 2016, 01:08

Re: Spiele und Umweltschutz

Beitrag von Merbatur »

Tattus hat geschrieben:
2. Okt 2019, 23:11
Tengri Lethos hat geschrieben:
30. Sep 2019, 21:25
Insofern würde mich mal interessieren, ob einer von euch eine Idee hat, was ökologisch sinnvoller ist: Spiele als Download oder per physische, Datenträger? Hat da jemand belastbare Daten zu?
Das einzige, was ich diesbezüglich auf die Schnelle gefunden habe, ist das hier. Das ist eine Studie aus dem Jahr 2014, die versucht, diese beiden Distributionsformen in Bezug auf ihren CO2-Verbrauch umfassend zu vergleichen (natürlich nicht ohne vielfach Annahmen zu treffen).
Darin heißt es:
The CF of the life cycle of a downloaded 8.80-GB game amounted to 21.9 to 27.5 kg CO2-eq (for lower and upper bounds of Internet energy intensity), whereas the result for a BlurayDisc game was 20.8 kg CO2-eq. [...] Two thresholds can be clearly identified from these results:Game files of over 4.5 GB have lower carbon equivalent emissions if distributed by BD, compared to download for both lowerand upper bound Internet energy intensity, and files of less than 1.3 GB have lower emissions, if downloaded in both cases.
Sehr interessant. Mich überraschen die hohen Werte und ich werde, wenn ich genug Zeit habe, mich in Ruhe einlesen. Kleiner Funfact: Apple gibt für ein Lifecycle vom aktuellen iPhone 11 72 kG CO2-Ausstoß an.

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