En Detail: Peter Molyneux

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echtschlecht165
Beiträge: 1620
Registriert: 9. Jan 2017, 13:26

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von echtschlecht165 »

Andreas29 hat geschrieben:
9. Sep 2019, 17:33
Numfuddle hat geschrieben:
7. Sep 2019, 22:49
Das Interview zwischen John Walker von Rock Paper Shotgun und Peter Molyneux wirkt nur deshalb so konfrontativ, weil keine der rhetorischen Strategien von Peter aufgeht

Steile These: Wirkt es nicht vor allem deswegen so konfrontativ, weil man aus der Videospielpresse sonst nur Kuscheleien gewohnt ist, die manchmal fast schon an Kungelei erinnern? Es ist ja nicht nur bei Molyneux so gewesen, dass man sich als Redaktion auch mal gerne als Teil der Branche gesehen hat. Wenn da große Designer vor den Mikrofonen saßen und auch heute noch sitzen konnte/kann man oft das Funkeln in den Augen der Journalisten sehen, das jegliche kritische Frage sofort vom Tisch gefegt hat.

Als Chris Roberts vor einigen Jahren die Gamestar besucht hatte, dachte man in der Berichterstattung darüber stellenweise, der Messias sei in München erschienen. Oder dieses Spiel mit der Münze das Michael Graf und Richard Garriot haben. Das ist mir alles viel zu kumpelhaft.

Disclaimer: Die Gamestar ist natürlich nur EIN Beispiel. Ich meine fast die gesamte Spielepresse.

Außerdem ist die Videospielpresse zu sehr abhängig von den Publishern, André hat es beschrieben: Wenn da ein großer Publisher hinter Molyneux gestanden hätte, gäbe es dieses Interview nicht.

Das nimmt für mich ziemlich viel Glanz und Glorie von dem Interview. Es mag eine journalistische Glanzleistung sein, aber vor dem Hintergrund des von mir Beschriebenen offenbart es leider auch eine große Feigheit.

Ich würde erst so ausgelassen auf den Tischen tanzen, wenn demnächst ein Interview in der Videospielpresse mit dem CEO von EA Andrew Wilson oder Strauss Zelnick von T2 mit der Frage beginnt: "Können sie nachts gut mit dem Wissen schlafen, dass sie mit den Glückspielmechaniken in ihren Sportspielen (neuerlich NBA2K hat sogar Slot-Machines) Kinder abzocken und sie an Glücksspiel heranführen? Können sie noch mit reinem Gewissen in den Spiegel schauen?"
Dem gibt's eigentlich nix hinzuzufügen, ausser einer Frage.
Ich bin kein grosser Verfolger von Rock paper shotgun. Ich dachte aber eigentlich immer, dass die eher unabhängig von den grossen publishern sind, und eine indieKlitsche sind :ugly:
Täusche ich mich da?

Abgesehen davon, dass ich nicht interviewt werde, aber wenn jemand so anfängt, wie dieser Johnny Walker, würde er ungeachtet von dem, was stimmt, mal Ein fettes "Leck mich am arsch" geantwortet bekommen.
Immerhin will der walker was von molyneux, und nicht umgekehrt.
In Stein gemeißelt

Sharlatan
Beiträge: 1
Registriert: 9. Sep 2019, 18:03

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Sharlatan »

Bin schon länger stiller Mithörer des Podcasts, war aber immer zu Faul, mich für's Forum anzumelden.

Als André im 3. En Detail Teil zweifelnd sagte hörte, es gäbe hoffentlich überhaupt wen, den das Thema (in dem Detailgrad) interessiert, wusste ich aber, dass jetzt nichts mehr darum herumführt.

Ich wollte einfach nur sagen: Die Molyneux Themenwoche ist für mich etwas vom Allerbesten, das ihr bisher überhaupt produziert habt! Chapeau!
Als jemand, der doch auch schon seit fast 30 Jahren zockt und sich mittlerweile fast mehr mit Spielehistorie als mit dem Spielen selbst beschäftigt, sind es gerade die immense Recherchearbeit und Detailtiefe, die die Themenwoche für mich zu einem euren absoluten Highlights gemacht haben! Schön, doch noch das ein oder andere zu erfahren, dass man so noch überhaupt nie gehört hat!

Grosses Lob, ganz herzlichen Dank, weiter so und gerne mehr in der Art! :)

lolaldanee
Beiträge: 1011
Registriert: 2. Jun 2016, 14:05

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von lolaldanee »

Das Interview mit Peter finde ich ehrlich gesagt ziemlich armselig, so unfreundlich redet man nicht mit jemandem, der einem da seine Zeit zur Verfügung stellt. Nun bin ich weiß Gott nicht dagegen PR-gelaber gnadenlos auseinander zu nehemen, aber den Peter finde ich dafür ein viel zu einfaches, weil viel zu dankbahres Ziel. Mit Godus hat er allerdings schon wirklich große Scheiße gebaut, und wohl richtig agressiv die Backer angelogen, die Fragen die da seine rhetorischen Tricks auseinandergenommen haben, die waren durchaus passend, nur viel vom Rest halt nicht.

In einem stimme ich einem Vorredner aber zu, es bräuchte viel mehr Interviews in diese Richtung, mit Menschen die nicht in so schwachen Positionen sind wie der Peter. Dem CEO von "Großkonzern" darf man gern mal härter angehn, denn der ist im Zweifelsfall in einer Position der Stärke. Nur gibt einem der natürlich kein solches Interview, eben genau deshalb. Der steht halt nach der ersten Frage auf und geht. Ich finde es ist dem guten Peter durchaus hoch anzurechnen, dass er DAS nicht gemacht hat. DAS Interview durchzuziehen war auch eine Leistung für sich

TLDR: Auf den Peter draufzuhaun, der grade am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen ist, ist leicht. Sucht euch gefälligst stärkere Ziele, ihr Interviewer

Rick Wertz
Beiträge: 328
Registriert: 13. Apr 2018, 10:40

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Rick Wertz »

Auch er ist reicher CEO, nur weil er keinen Publisher da hatte macht ihn das kein "schwaches Ziel". Und dass er "seine Zeit zur Verfügung gestellt hat" nur weil er dachte, hier eine der üblichen weichen PR-Möglichkeiten geboten zu kriegen ist meines Erachtens auch kein Argument für eine Behandlung mit Samthandschuhen.

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mfj
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von mfj »

Bin wieder etwas später dran, weil ich mit dem Hören nicht nachkomme..
Nun fast bei Folge drei angelangt, Fable bislang ausgelassen.
Einfach wieder mal ein grandioses Beispiel dafür, weshalb ihr im deutschsprachigen Raum um Längen voraus der beste Gaming-Podcast seid und so auch weiterhin bleiben werdet.
Keiner macht sich so eine große Mühe, keiner versteht sein Handwerk und seine Quellen so gut, hat einen derart großen Erfahrungsschatz. Da wären vllt noch die Spieleveteranen, aber die höre ich, bis auf ein, zwei Folgen, nicht und kann nichts dazu beurteilen. Die beiden sind mir zwar auch schon sehr lange bekannt, sind ja auch ewig dabei, da aber fehlt mir der Sympathie-Funke... ;-)

Ich bin sehr beeindruckt und froh, mit eurem Kram soviel Zeit zu verbringen.
Keine Minute davon verschenkt! Und hier mal wieder, im Gegenteil, reich beschenkt worden!

Vielen Dank!

Freue mich nun auf Fable und Molyneux Teil drei...

Liebe Grüße - Hy

julius152
Beiträge: 81
Registriert: 2. Feb 2017, 08:52

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von julius152 »

Also auch von mir nochmal ein grosses Lob. Ich bin zwar erst bei der Hälfte der 2. Folge angelangt, aber dieses Serie ist mal ein Beispiel warum ein Abo eures Podcasts für mich eine absolute Bank ist, auch wenn mich manchmal vielleicht nicht alles interessiert. Bin beim hören wirklich total abgetaucht und habe das Zuhören einfach nur genossen.

Danke für all die vielen Stunden exzellenten Contents!

Andreas29
Beiträge: 226
Registriert: 22. Mai 2019, 12:14

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Andreas29 »

echtschlecht165 hat geschrieben:
9. Sep 2019, 17:41
Ich dachte aber eigentlich immer, dass die eher unabhängig von den grossen publishern sind, und eine indieKlitsche sind :ugly:
Täusche ich mich da?
Nun auf deren Seite gibt es auch fette Banner-Werbung. Bei mir gerade z.B. für Black Desert Online und wenn man weiter scrollt WoW. Die sind nicht unabhängig.

BigBB
Beiträge: 207
Registriert: 22. Mai 2017, 13:03

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von BigBB »

Auch von mir ein Lob. Bin nun mit allen drei Folgen durch, hat mir super gefallen.

Gerne mehr davon. :-)

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derFuchsi
Beiträge: 2703
Registriert: 11. Nov 2015, 10:00
Wohnort: Hessen

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von derFuchsi »

Nachdem ich jetzt auch endlich durch bin auch von mir Applaus für die Reihe :clap:. Auch wenn ich immer wieder den Eindruck hatte dass ihr so gerne zum großen Finale spurten wolltet so oft wie ihr das Ende ansprecht aber dann wieder zurückrudert weil man wäre ja noch nicht so weit. Das hatte so den leichten Eindruck alles vorher wäre nur Pflichtprogramm und ihr würdet lieber endlich übers dicke Ende reden wollen. 9/10 von mir deshalb ;)

Hihi "'Nie wieder Alkohol' sagte der Trinker" großartig Sebastian :lol:

Ich hatte keine Ahnung dass Molyneux überhaupt noch was macht, nach dem Interview ist der in meinem Sichtbereich bis heute nie wieder aufgetaucht.

Ich hatte übrigens dieses Godus auf dem PC damals durchgespielt vor dem Godus Wars Update. Das Ding gabs mal auf dem Grabbeltisch für wenig Geld und da hab ichs mir halt mal angeguckt - und bin warum auch immer hängen geblieben. Ist eigentlich eher so ein Casual-Spielchen. Die Mobilversion kenne ich nicht aber man merkt deutlich dass es ursprünglich ein Mobilspiel sein soll! Wer was anderes behauptet der lügt. Godus ist übrigens ein super Beispiel wo man sehen kann was passiert wenn man ein F2P Spiel um seine F2P Mechaniken befreit. Die F2P Mechaniken sind nämlich noch drin, wurden aber umgebaut dass man kein Geld bezahlen muss, schließlich kostet das Ding auf dem PC ja Geld. Das wirkt etwas strange aber funktioniert soweit. sogar.
Irgendwas hatte das Spiel aber dass ich dran geblieben bin. Man merkt aber deutlich dass da noch was fehlt. Außerdem bin ich auf üble Bugs gestoßen. Gegnerische Dörfer die sich manchmal nicht erobern lassen oder Feinde die aus dem Nichts kommen....
Die Grafik ist ja eher zweckmäßig und wirkt eigentlich so als könnte das ein Indie-Entwickler auch alleine in überschaubarer Zeit hinkriegen. Die Spielmechanik ist jetzt auch nicht überkompliziert. Ich weiß wirklich nicht wo in der Entwicklung das Problem sein soll bei dem Spielchen.

The Trail ist mir auch mal in die Finger gefallen und auch hier bin ich am Tablet länger hängen geblieben als ich sollte. Obwohl das natürlich ein mit F2P Mechaniken bezahltes kostenloses Spiel ist hat mir das eine ganze Weile Spaß gemacht.

Das Legacy hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm.
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Gamer since ~1987 (C64 C)

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guep
Beiträge: 10
Registriert: 24. Jul 2017, 15:35

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von guep »

Mit eurer Themenwoche habt ihr mich wieder zurück ins Boot geholt. Gut, dass ihr es im Sonntagspodcast kurz erwähnt habt!

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Flo
Beiträge: 178
Registriert: 5. Jun 2016, 11:57
Wohnort: Leipzig

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Flo »

Ich fand die drei Folgen ganz großartig! Bravo!

Zu Molyneux:
Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, die es Menschen erlaubt sich ihre Authentizität, Begeisterungsfähigkeit und Naivität zu erhalten, während ihre Handlungen eine berechnende unmoralische Einstellung nahe legen. Sie belügen sich selbst.

Bsp. 1:
"Mama, ich wollte dich besuchen, aber ich konnte nicht, wegen dem Projekt an dem ich gerade arbeite."
- Doch, du hättest schon können. Du hast dich für das Projekt und gegen den Besuch entschieden, weil du deine Prioritäten selbstbestimmt aktiv so gelegt hast. Du wolltest das Projekt machen.

Bsp. 2:
"Wir wollten ja keine Verbrechen verüben, das System hat uns gezwungen."
- Nein, ihr hattet die Wahl, ihr hättet anders handeln können. Ihr wolltet euch jedoch nicht potentiell den potentiellen Konsequenzen aussetzen.

Ich will damit sagen, wenn man sich selbst belügt, dann bildet man sich auch ein, anderen Menschen die Wahrheit zu erzählen. Wenn Molyneux vor sich selbst verdrängt hat, welche realen Konsequenzen seine Handlungen tatsächlich mit sich ziehen, dann konnte er unbeleckt von Sünde seine Himmelspaläste errichten.

Und als aussen stehende Person, die sich ansonsten auf ihre empathischen Antennen verlassen kann, ist es die logische Reaktion, hier ein Vertrauen zu empfinden. Das ist nicht irrational, sondern die konsequente Folge, dass man die Welt nun mal durch einen lebenslang geformten Filter betrachtet.

Und, sich selbst zu belügen möchte ich jetzt überhaupt nicht als ein special trait von Molyneux darstellen. Grundsätzlich tut das erst mal jeder Mensch, mit unterschiedlicher Ausprägung. Max Frisch schreibt so treffend in 'Mein Name sei Gantenbein:
"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält, oder ein ganze Reihe von Geschichten."
Ich würde die Hypothese vertreten, dass Molyneux mit seinem seiner intuitiven Autodidaktischen Bildung und seinem visionären Vorstellungskraft nun mal einfach viel Geschickter darin ist, seine kreative Identität isoliert von den rationalen konsequenzbelasteten Handlungen zu betrachten, die er ansonsten in seinem Leben trifft. Also ich würde behaupten, dass seine Art nicht auf dem Fundament einer charakterlichen Schwäche steht, sondern auf einer kognitiven Stärke.
Zuletzt geändert von Flo am 10. Sep 2019, 17:45, insgesamt 1-mal geändert.

Tyrosh22
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Registriert: 31. Jul 2016, 14:29

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Tyrosh22 »

Schließe mich dem allgemeinen Lob an. :)
Meine zwei YouTube Projekte:

gameWitty - Kurze Essays zu kurzen Videospielen. Als Video und als Text.
inkWitty - Videos zu Füllern, Tinten und die Freude am Schreiben.

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Andre Peschke
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Andre Peschke »

Flo hat geschrieben:
10. Sep 2019, 17:41
Zu Molyneux:
Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, die es Menschen erlaubt sich ihre Authentizität, Begeisterungsfähigkeit und Naivität zu erhalten, während ihre Handlungen eine berechnende unmoralische Einstellung nahe legen. Sie belügen sich selbst.
Wir gingen da ja in eine ähnliche Richtung, als wir diskutiert haben, ob das ein wenig an seiner Realitätsblase liegt. Kann mir gut vorstellen, dass man sich gar nicht so sehr selbst eine Welt bauen muss, in der das okay ist, wenn um dich herum alle auf Kickstarter etc ähnlich handeln. Dann denkst du, es ist ja jedem klar, dass es okay ist, wenn man in der Werbung alle Register zieht.

Ich denke, viele amoralische Handlungen beginnen eher mit einem kleinen Schritt jenseits ohnehin etablierter Muster.

Andre

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DexterKane
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Registriert: 16. Dez 2016, 11:26

Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von DexterKane »

echtschlecht165 hat geschrieben:
9. Sep 2019, 17:41

Dem gibt's eigentlich nix hinzuzufügen, ausser einer Frage.
Ich bin kein grosser Verfolger von Rock paper shotgun. Ich dachte aber eigentlich immer, dass die eher unabhängig von den grossen publishern sind, und eine indieKlitsche sind :ugly:
Täusche ich mich da?
Früher war das so, leider sind die zuletzt aufgekauft worden (weiß grad nicht von wem), worauf Walker, Pippa Warren und andere RPS verlassen haben.
Seitdem merke ich leider deutliche Tendenzen, das RPS zum britischen Kotaku wird, sprich, die haben durchaus interessante Berichte, aber man muss die 50-690 % Boulevard Scheiße rausfiltern (wobei Kotaku ohne Frage deutlich schlimmer ist).
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

Decius
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von Decius »

DexterKane hat geschrieben:
11. Sep 2019, 01:13
echtschlecht165 hat geschrieben:
9. Sep 2019, 17:41

Dem gibt's eigentlich nix hinzuzufügen, ausser einer Frage.
Ich bin kein grosser Verfolger von Rock paper shotgun. Ich dachte aber eigentlich immer, dass die eher unabhängig von den grossen publishern sind, und eine indieKlitsche sind :ugly:
Täusche ich mich da?
Früher war das so, leider sind die zuletzt aufgekauft worden (weiß grad nicht von wem), worauf Walker, Pippa Warren und andere RPS verlassen haben.
Seitdem merke ich leider deutliche Tendenzen, das RPS zum britischen Kotaku wird, sprich, die haben durchaus interessante Berichte, aber man muss die 50-690 % Boulevard Scheiße rausfiltern (wobei Kotaku ohne Frage deutlich schlimmer ist).

RPS gehört zu Eurogamer bzw. deren Muttergesellschaft, und waren eh schon immer eng mit ihnen verbandelt. Der "Niedergang" von RPS begann aber schon früher, als Kieron Gillen zu Marvel weiterzog und auch alle anderen guten Schreiber (Adam Smith, Alec Meer) gingen. Walker war keiner der wirklich guten Schreiber meiner Meinung nach.

Kritische Interviews ohne dass sie so feindselig wie dieses werden findet man durchaus auch in der Spielebranche - Jeff Gerstmanns E3-Late Night-Sachen zB oder auch Austin Walkers Sachen.

lnhh
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von lnhh »

Die besten drei Folgen die ich hier seit Jahren gehoert habe. Grosses Lob.

Das iTuepfelchen waeren Einspieler eines Interviews zwischen und Peter selber gewesen.
Fuck Tapatalk

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olipool
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von olipool »

Nur kurz mein großes Lob da lassen und weiter mit Folge 2.

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subcomtom
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von subcomtom »

Ich bin erst seit zwei Monaten dabei und habe bis jetzt hauptsächlich Altbier und ein paar En Detail konsumiert.
Diese Themenwoche war der Knaller, eine bessere Person hättet ihr nicht nehmen können.

Zum Hype um Molyneux fällt mir noch ein, dass es zu den Launch von Black & White und The Movies (ich weiß, ist aber auch von Lionhead) am Ende von einer Nachrichtensendung zur Nachtzeit einen Beitrag gab.
Ich habe beide zufällig mitbekommen, ich weiß nur nicht mehr auf welchem Sender die liefen.

In ein paar Posts wurde eine Recherche über Chris Roberts gewünscht, da würde ich aber warten bis Star Citizen offiziell released wurde.
Könnte aber noch etwas dauern...

lolaldanee
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von lolaldanee »

subcomtom hat geschrieben:
11. Sep 2019, 23:45
In ein paar Posts wurde eine Recherche über Chris Roberts gewünscht, da würde ich aber warten bis Star Citizen offiziell released wurde.
Könnte aber noch etwas dauern...
Ganz meine Meinung, wird bestimmt spannend, so in 5-10 Jahren wenn dann mal das ganze Ergebnis feststeht

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LegendaryAndre
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Registriert: 19. Feb 2017, 09:06
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Re: En Detail: Peter Molyneux

Beitrag von LegendaryAndre »

Hochinteressante Gespräche und Schlussfolgerungen, ein enormer Rechercheaufwand, eine gute Qualität! Die En Detail-Reihe bei der ihr euch mit Peter Molyneux auseinandergesetzt habt, verdient großes Lob! Ein nettes, aber kritisches Interview mit Molyneux wäre noch die Krönung! :)

Ich persönlich war von Molyneux auch immer leicht zu begeistern, angefangen beim Entwicklertagebuch zu B&W in der PC Games bis hin zu den übertriebenen Versprechen zu Fable und Project Milo, die er am Ende natürlich nicht einhalten konnte. Dennoch hat es Spaß gemacht sich auszumalen, was da für ein "großes" Spiel auf einen zukommen könnte. Bei dem Kinect-Spiel konnte er wohl auch wirklich nichts dafür, dass daraus nichts geworden ist.

Im Nachhinein betrachtet fühle ich mich von Molyneux aber nicht hinters Licht geführt (war auch kein Backer bei Godus oder Gewinner von Curiosity ;) ). Auch wenn er nicht alle vollmundigen Versprechen einhalten konnte, waren seine Spiele bis zu dem Zeitpunkt als er 22Cans gegründet hat, allesamt qualitativ hochwertige Titel - vielleicht nicht immer die erwarteten Meisterwerke, aber dennoch spaßige und innovative Spiele, sofern man Molyneux's Stil mochte. Viele Titel die bei Bullfrog entstanden sind, waren Meilensteine in der Videospielgeschichte und Black & White habe ich damals als Innovationswunder wahrgenommen, obwohl es als Strategiespiel und in seinem Umfang als Spiel überhaupt deutliche Schwächen hatte, die eben von diesen neuen Spielelementen überlagert wurden, sodass - so sehe ich das - sogar die Presse sich blenden ließ. Zu sehen wie die Kreaturen wachsen und die neue Art und Weise mit der man mit der Spielwelt interagieren konnte war schon besonders, auch unabhängig vom Hype. Erst nachdem ich das Spiel durchgespielt hatte, wurde mir nach einer Zeit bewusst dass es doch nicht ganz der große Wurf war und ich denke so erging es wohl auch damaligen Spielejournalisten.

Bei den Fable-Teilen sehe ich es anders als einige Kritiker, denn ich empfinde - vor allem den zweiten Teil - als äußerst gelungen und auch hier sind es Innovationen und die stimmige Spielwelt, die es als Rollenspiel - trotz der Unzulänglichkeiten - auch wieder zu etwas Einzigartigem machen. Zumindest damals war es so.

Ich glaube dass es bei Molyneux's Werken nach der Bullfrog-Ära vor allem um Größe und Innovation geht (sogar The Movies war sehr innovativ), aber man dem hohen Perfektionsanspruch nicht gerecht werden konnte, da die Ideen zu diesen Spielen überambitioniert waren, sodass es viel zu viel Zeit und Geld gekostet hätte diese in der angestrebten Form zu Ende zu bringen. Rein spekulativ würde ich sagen, dass Molyneux anfangs der begeisterte Visionär war, der bereit war unendlich viele Ressourcen und Arbeitszeit in ein neues Projekt zu investieren, dann aber als Geschäftsmann bei der Fertigstellung doch Kompromisse einging, um keinen finanziellen Schaden davonzutragen. Zuerst (ehrlich) enthusiastisch, was auch die Gespräche mit der Presse zeigen, dann zunehmend ruhiger bis das nächste Projekt gestartet wird und sich der Ablauf wiederholt.

Ich bin Molyneux dankbar für viele gute Spiele und die Begeisterung die er bei mir und vielen anderen geweckt hat, doch ich beurteile ihn auch kritisch. Als ich dieses Interview zum ersten Mal gelesen hatte, war mir eigentlich eher der Fragesteller mit der Art wie er Molyneux zum Teil vorgeführt hat unsympathisch und ich dachte mir dass ich an Molyneux's Stelle mit diesem Interviewer ein andere Programm gefahren wäre und mich gar nicht erst zu solchen Antworten herabgelassen hätte. Doch das konnte er wohl gar nicht, weil er wahrscheinlich nicht damit gerechnet hat und überrumpelt wurde.

Mir ist nicht klar weshalb er dem Gewinner von Curiosity niemals eine Entschädigung gegeben hat und ich finde es unsympathisch, dass er sich einfach mit dem Mantel des Schweigens umhüllt und abgewartet hat bis ein bisschen Gras über die Sache wächst, nur um sich nun wieder mit der Ankündigung eines neuen Spiels zurückzumelden. Ich denke er hätte Schadensbegrenzung betreiben müssen um seinen ramponierten Ruf wenigsten einigermaßen wiederherzustellen. Mir ist klar, dass die menschliche Psyche komplex ist und sicher auch unbekannte Faktoren eine Rolle spielen (z.B.: wie hat sich der Gewinner Molyneux gegenüber verhalten?) können, aber er hat für sein Verhalten dennoch einige Sympathiepunkte bei mir eingebüsst. Ich würde aber neue Spiele von 22Cans kaufen, wenn die Qualität stimmt.

Interessant auch dass auf der Webseite von 22Cans die missglückten und niemals fertiggestellten Spiele Godus und Godus Wars ebenfalls groß beworben und bei Steam immer noch verhältnismäßig teuer verkauft werden, obwohl es dort durchwegs negative Rezensionen gibt. Damit tut sich die Firma nichts Gutes.

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