Was sind "große" Titel?

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Grimwood
Beiträge: 22
Registriert: 14. Dez 2016, 18:22

Was sind "große" Titel?

Beitrag von Grimwood »

VIelleicht eher rhetorisch gesehen, aber was genau meinen die Herren andauernd mit "altmodisch", wenn sie von Story und Inszenierung in Spielen reden - okay, vielleicht auch nur Herr Stange. Im Cast zu Gears 5 musste ich mal wieder oft den Kopf schütteln...

Jetzt wird Inszenierung und "Skripte" schon als altmodisch bezeichnet, warum wieso genau? (Mal abgesehen davon, dass ich nie kapieren werde, wie divere Menschen "Skripte" immer als Negativpunkt angeben - in einem Spiel ohne Skripte würde rein gar nichts passieren, alles besteht aus Skripten)

Das letzte große Spiel war Uncharted Lost Legacy. Ein Gears 5 ist zwar meilenweit von der Qualität entfernt aber zumindest jetzt das nächste größere Projekt.

Wo wie gibt es denn andere Spiele? Was wird da dazugezählt?
Was genau seht ihr eigentlich als "großes" Spiel? Nur noch Ubisoft Games as a Service Schrott?
Ich meine, ich frag mich wirklich (oft), wo ich eigentlich lebe?

Nur weil eben jetzt jeder Ubisoft Titel Open World ist, heisst dass, dass "Spiele heutzutage so sind" oder was? Wo sind denn Spiele noch so?
Wer nimmt Titel wie Anthem, The Division o.ä. ernst, außer für irgendnen Fast Food Abend mit Freunden? Sowas hat doch in keiner Aufzählung oder Diskussion irgendwas zu tun? Oder bin ich da komplett auf dem Mond?

An solchen Titeln ist doch nichts "groß"? Außer klar, das (Werbe)budget scheinbar.. Aber sonst.. Gefühlslose, schlecht animierte Gesichter, keine Inszenierung, 100% Grinden, etc.

Dann wird ja auch ein "AA" Titel wie Control schlecht geredet (zu recht), aber was - außer PS Exklusivtitel - ist bitte besser? Wo ist in einem Anthem, Andromeda, dem nächsten järhlich erscheinenden Ubisofttitel (Das sind ja bei der Masse scheinbar die "großen" Titel, oder?) irgendwas qualitativ wirklich gut? Außer halt "polished", scharfe Texturen und FPS?

Wie kann man solche Spiele ernsthaft ernst nehmen? Für den normalen Spieler scheint das alles das Gleiche zu sein oder?
Da kommt bald ein Last of Us 2 raus und dann wird halt gesagt "Och jo, hol ich mir auch mal, nach Farcry 5 oder was auch immer". Das sind doch komplett andere Welten? Aber irgendwie scheint es immer nur die Welt zu geben: Groß und Mainstream, ja, das sind halt die immer gleichen Titeln von Ubisoft und EA. Und achja, da gibt es ja dann noch Naughty Dog, nen Ghost of Tsushima, u.ä. aber die scheinen nie in der Diskussion dabei zu sein, obwohl ja genau das eben die tatsächlich großen Titel sind? (und Rockstar Games natürlich - Spiele, die eben nicht jedes Jahr rauskommen, sondern alle 5 Jahre oder so)

Und was da auch mit reinspielt von wegen "Objektivität" etc. (Ein Naughty Dog Spiel ist halt objektiv besser als alles andere da draußen - eben wie es gemacht ist. Ob jemandem subjektiv der Inhalt oder die Geschichte gefällt, mei. Geschmackssache.)
Am Ende sind halt Kritiken zu Kunst jeglicher Art komplett sinnlos und überflüssig. Und ja, das bezieht sich auch auf "Reviews" hier. Ich mein, es gibt genügend andere interessante Inhalte und allgemeine Besprechungen zu Spielen und wie sie einer von Euch empfunden hat - klar, immer. Aber am Ende kommt dann der gewöhnliche Schwachsinn, wo ihr selbst - trotz der üblichen Bekundungen, das ja alles subjektiv sei und so - doch immer eine "allgemeingültige" Aussage trefft. Die einzige allgemein gültige Aussage ist eben technisch, und wie etwas gemacht ist (Siehe oben), alles andere gefällt jemand subjektiv oder nicht. Irgendwelche Argumente dazu ändern auch nichts daran (Ah, stimmt, also, der Film gefällt mir zwar nicht, aber uuh, deine Argument, die sind ja gut! Jetzt gefällt mir der Film!)

Legoli12
Beiträge: 173
Registriert: 26. Okt 2016, 06:12

Re: Was sind "große" Titel?

Beitrag von Legoli12 »

Ansich eine interessante Frage die du aufwirfst.
Ich versuch mich mal an Antworten zu deinen Unterfragen.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
VIelleicht eher rhetorisch gesehen, aber was genau meinen die Herren andauernd mit "altmodisch", wenn sie von Story und Inszenierung in Spielen reden - okay, vielleicht auch nur Herr Stange. Im Cast zu Gears 5 musste ich mal wieder oft den Kopf schütteln...

Jetzt wird Inszenierung und "Skripte" schon als altmodisch bezeichnet, warum wieso genau? (Mal abgesehen davon, dass ich nie kapieren werde, wie divere Menschen "Skripte" immer als Negativpunkt angeben - in einem Spiel ohne Skripte würde rein gar nichts passieren, alles besteht aus Skripten)
Also die Skripte auf die hier Bezug genommen wird sind, meinen die Momente in denen dir das Spiel "den Controller aus der Hand reißt". Ob das nun Explosionen sind, runterstürzende Felsbrocken oder eine 3 Sekunden Cutscene in der von vorne nochmal weitere Feinde kommen ist, ist dabei relativ egal nur haben Sie gemeinsam, dass man dem Spieler genau sogut die Kontrolle lassen könnte. Man könnte die Skripte auch als Versuch der Entwickler sehen "Hollywood Inzenierung" in Spielen einzusetzen, allerdings ohne dabei auf die Interaktionsdimension, die Spielen inhärent ist, zu achten.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Wo wie gibt es denn andere Spiele? Was wird da dazugezählt?
Was genau seht ihr eigentlich als "großes" Spiel? Nur noch Ubisoft Games as a Service Schrott?
Ich meine, ich frag mich wirklich (oft), wo ich eigentlich lebe?

Nur weil eben jetzt jeder Ubisoft Titel Open World ist, heisst dass, dass "Spiele heutzutage so sind" oder was? Wo sind denn Spiele noch so?
Wer nimmt Titel wie Anthem, The Division o.ä. ernst, außer für irgendnen Fast Food Abend mit Freunden? Sowas hat doch in keiner Aufzählung oder Diskussion irgendwas zu tun? Oder bin ich da komplett auf dem Mond?

An solchen Titeln ist doch nichts "groß"? Außer klar, das (Werbe)budget scheinbar.. Aber sonst.. Gefühlslose, schlecht animierte Gesichter, keine Inszenierung, 100% Grinden, etc.
Große Spiele sind, die die von AAA Studios produziert werden also Ubisoft, den Unterfirmen von Sony, Microsoft, Take 2, Square Enix, Nintendo usw.

Da die großen Firmen immer den Takt vorgeben, haben diese auch den größten Einfluss auf die öffentliche Warnehmnung von Spielen. Vor dem Open World Hype wollte jedes Spiel ein Modern Military Shooter sein, davor gab es mal kurzzeitig eine Flut von Arcade Racern als Need For Speed groß war.

Ich verstehe hier nicht so ganz worauf du hinaus willst. Möchtest du das Spiele je nach Art anders behandelt werden also ein Anthem anders bewertet wird als ein Spiderman? Wenn das deine Ansicht ist, würde ich dir widersprechen. Es ist für den Käufer nämlich nicht hilfreich, wenn keine Vergleichsmöglichkeit zwischen zwei Produkten des gleich Typs besteht. Die beiden Spiele wollen beide 60€ oder mehr haben also sollten die Spiele auch nach den gleichen Kriterien gewertet werden, um einem potentiellen Kunden die Entscheidung zu erleichtern.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
An solchen Titeln ist doch nichts "groß"? Außer klar, das (Werbe)budget scheinbar.. Aber sonst.. Gefühlslose, schlecht animierte Gesichter, keine Inszenierung, 100% Grinden, etc.

Dann wird ja auch ein "AA" Titel wie Control schlecht geredet (zu recht), aber was - außer PS Exklusivtitel - ist bitte besser? Wo ist in einem Anthem, Andromeda, dem nächsten järhlich erscheinenden Ubisofttitel (Das sind ja bei der Masse scheinbar die "großen" Titel, oder?) irgendwas qualitativ wirklich gut? Außer halt "polished", scharfe Texturen und FPS?
Du beantwortest dir deine Frage selbst. Das Budget bestimmt was ein großes Spiel ist. Wenn ein Studio 100 Millionen € zuer Verfügung hat dann erwartet man von diesem Studio auch mehr als von einem das 10 Millionen € zur Verfügung hat.
Was ist an den großen Spielen Qualitativ gut? Das ist tatsächlich schwer zu beantworten, da Qualität abgesehen von technischen Mängeln großteil subjektiv ist. Hier muss man aufpassen nicht die beiden zu vermischen bzw. den technischen Teil kleinzureden denn insbesondere in Open World Spielen ist es eine Leistung diese komplett zu polishen, bei guter Grafik hohe Bildraten zu erzielen ist auch eine hohe Kunst und bedarf viel Optimierung.
Deine Frage wirkt auf mich eher als die Frage warum die großen Firmen mehr Geld in Grafik und technische Optimierung stecken als in Story und narratives Design. Die Antwort darauf ist das Grafik ein Spiel besser Verkauf als Story oder Gameplay. Auf der Verpackungsrückseite oder im digitalen Store sieht man halt maximal Trailer.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Wie kann man solche Spiele ernsthaft ernst nehmen? Für den normalen Spieler scheint das alles das Gleiche zu sein oder?
Da kommt bald ein Last of Us 2 raus und dann wird halt gesagt "Och jo, hol ich mir auch mal, nach Farcry 5 oder was auch immer". Das sind doch komplett andere Welten? Aber irgendwie scheint es immer nur die Welt zu geben: Groß und Mainstream, ja, das sind halt die immer gleichen Titeln von Ubisoft und EA. Und achja, da gibt es ja dann noch Naughty Dog, nen Ghost of Tsushima, u.ä. aber die scheinen nie in der Diskussion dabei zu sein, obwohl ja genau das eben die tatsächlich großen Titel sind?
Wie du bereits selbst vorher bemerkt hast bestimmt das Budget was die großen Spiele sind.
Ich möchte übrigens mal anmerken, dass sich Naughty Dog nur leisten kann solche Spiele zu machen, weil Sony das Risiko trägt und nicht sie selbst. Ist halt ein Prestige Projekt und nichts was in erster Linie viele Geld machen soll.
Ebenso ist es jedem selbst überlassen was man jetzt spielen möchte bzw. ob man 60 bis 70€ für 15 bis 20 Stunden Last of Us ausgeben möchte oder lieber 20€ für 2 bis 3 Stunden What Remains of Edith Finch oder aber 40€ für Crusader Kings 2.
Fakt ist das Gaming ein teures Hobby ist und ich es niemandem verdenken kann lieber ein Call of Duty zu kaufen als ein Bloodborne oder sonst was.
Ich verstehe auch nicht so ganz wie du auf die Idee kommst, dass die von dir genannten Titel nicht in der Disskussion vorkommen. Im Podcast gibt vergehen doch keine 10 Folgen ohne das mal wieder Last of Us erwähnt wird und über Ghost of Tsushima ist es halt schwer zu reden, wenn es außer eine E3 Präsentation besser kaum was gibt.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Und was da auch mit reinspielt von wegen "Objektivität" etc. (Ein Naughty Dog Spiel ist halt objektiv besser als alles andere da draußen - eben wie es gemacht ist. Ob jemandem subjektiv der Inhalt oder die Geschichte gefällt, mei. Geschmackssache.)
Ahm. Nein es gibt einige Spiele, die besser sind als die von Naughty Dog insbesondere wenn es um das Gameplay geht. Ich kann mit einem Last of Us absolut nicht anfangen, da mir das Gameplay viel zu öde ist, selbes gilt für das neue God of War. Aber das ist eine ganz andere Disskussion, die ich hier nicht aufmachen möchte.
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Am Ende sind halt Kritiken zu Kunst jeglicher Art komplett sinnlos und überflüssig. Und ja, das bezieht sich auch auf "Reviews" hier. Ich mein, es gibt genügend andere interessante Inhalte und allgemeine Besprechungen zu Spielen und wie sie einer von Euch empfunden hat - klar, immer. Aber am Ende kommt dann der gewöhnliche Schwachsinn, wo ihr selbst - trotz der üblichen Bekundungen, das ja alles subjektiv sei und so - doch immer eine "allgemeingültige" Aussage trefft. Die einzige allgemein gültige Aussage ist eben technisch, und wie etwas gemacht ist (Siehe oben), alles andere gefällt jemand subjektiv oder nicht. Irgendwelche Argumente dazu ändern auch nichts daran (Ah, stimmt, also, der Film gefällt mir zwar nicht, aber uuh, deine Argument, die sind ja gut! Jetzt gefällt mir der Film!)
Hier würde ich dir klar widersprechen. Eine Kaufberatung ist nützlich insbesondere, wenn man sich nur alle paar Monate ein Spiel leisten kann und ja diese Menschen gibt es. Die Aussagen der Podcast ist meinem Verständnis nach auch nicht allgemein gültig, sondern sie sprechen aus ob für sie subjektiv der Preis gerechtfertigt ist oder zu hoch (Sale Empfehlung bzw. Andres 0 €).
Ebenso muss man etwas nicht gut finden um eine gute Leistung anzuerkennen. Das ändert an meiner Meinung möglicherweise nichts aber erlaubt mir eine differenzierte Meinung zu haben. Wäre das nicht nötig/ hilfreich hätte jede Bewertung/ Kritik maximal vier Buchstaben.
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. - Cato der Ältere
(Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.)

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Re: Was sind "große" Titel?

Beitrag von Guthwulf »

Legoli12 hat geschrieben:
24. Sep 2019, 15:20
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Was genau seht ihr eigentlich als "großes" Spiel? Nur noch Ubisoft Games as a Service Schrott? (...) Nur weil eben jetzt jeder Ubisoft Titel Open World ist, heisst dass, dass "Spiele heutzutage so sind" oder was? Wo sind denn Spiele noch so? Wer nimmt Titel wie Anthem, The Division o.ä. ernst, außer für irgendnen Fast Food Abend mit Freunden? Sowas hat doch in keiner Aufzählung oder Diskussion irgendwas zu tun? Oder bin ich da komplett auf dem Mond? An solchen Titeln ist doch nichts "groß"? Außer klar, das (Werbe)budget scheinbar.. Aber sonst.. Gefühlslose, schlecht animierte Gesichter, keine Inszenierung, 100% Grinden, etc.
Große Spiele sind, die die von AAA Studios produziert werden also Ubisoft, den Unterfirmen von Sony, Microsoft, Take 2, Square Enix, Nintendo usw.
Drei mögliche Definitionen für "große" Spiele:

(1) Spiele, die den "größten" Gewinn und/oder Umsatz einfahren. Alternativ dazu vielleicht auch die Spiele mit den größten aktiven Spielerzahlen (aka der "Mainstream"). Also Spiele mit den größten Marktanteilen. Dann hätten wir die "Games as a Service" Spiele, einige Indietitel (aka Minecraft) und natürlich vor allem den riesigen Mobile- und F2P Markt drin, nicht aber sowas wie Uncharted oder The Witcher 3. Vielleicht auch die ganzen "Casual" Spiele? Mein heißgeliebtes Azur Lane wäre dann in jedem Fall ein "großes Spiel". :D

(2) Spiele mit einem "großen" (AAA)-Budget, egal ob sie am Ende Gewinn einfahren oder Prestigeprojekte für Hardwareplattformen sind. Vergleichbar mit den großen Hollywoodblockbustern vs. kleinen Indiefilmen. Dann wären auch Singleplayererfahrungen wie Uncharted oder The Witcher 3 "große" Spiele und nicht nur "Games as a Service" Modelle ala Ubisoft. Aber wie berechnet man da Budget? Nur das "initiale" Budget? Oder das Budget über den gesamten Lebenszyklus des Spieles. Vermutlich unterschätzen wir hier aber häufig wie viel Budget an Support, Entwicklung und Communitymanagement über die Jahre grad in mobile Titel oder F2P Erfahrungen und ähnliches reinfließen.

(3) Spiele, die die höchsten Wertungen oder meisten Auszeichnungen bekommen und als "Leuchtturme" des Mediums Spiele gelten?
Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Nur weil eben jetzt jeder Ubisoft Titel Open World ist, heisst dass, dass "Spiele heutzutage so sind" oder was?
Nö... wer sagt das denn? Gibt so viele unterschiedliche Spieleerfahrungen auf dem Markt. Games as a Service sind nur ein Teil des Angebotes (die aber vermutlich bei Gewinn und dem dafür verfügbarem Budget ein gewisses Marktvolumen einnehmen).
guthwulf04 (Steam), dreosan (PSN), Guthwulf06 (Xbox), Guthwulf16 (Switch: SW-7403-8257-5609)

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Schlagerfreund
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Re: Was sind "große" Titel?

Beitrag von Schlagerfreund »

Begriff Größe
Hat nicht zwingend etwas mit Qualität zu tun, sondern eher mit dem Aufwand der in die Entwicklung und Vermarktung geflossen ist. Dabei spielt übrigens meiner Meinung nach Spieldauer und Umfang nicht ausschlaggebend eine Rolle

Geskripted
Weniger technisch angucken sondern strukturell. Wie in der folge zu Gears erwähnt, hatte viele der "großen" Spiele eine recht klare und feste Inszenierung und Struktur, welche sich oft auch sehr stark an Filme angelehnt hat. Das hat sich in den letzten Jahren verschoben. Eher zu zu Open Worlds oder Spiele die anderweitig etwas breiter (dabei aber auch oft flacher) geworden sind. Vergleiche hier mal z.B. eine Kampagne von Call of Duty, mit einem Far Cry 5. Bei Cod oder auch Gears ist es alles stark aneinander gereiht.

1. Du betrittst einen Abschnitt eines Levels.
2. Gegner Spawnen.
3. Du tötest alle Gegner.
4. Ein neuer Pfad zu einem weiteren Abschnitt öffnet sich.

Ich finde du (Grimwood) machst hier den Fehler das du Größe mit Qualität verwechselst. Dabei kommt auch noch dazu dies oft sehr subjektiv ist. Helene Fischer füllt große Hallen im Handstreich. Ist für mich aber sehr weit weg von inhaltlicher und musikalischer Größe entfernt. Sehr viele andere Menschen sehen das allerdings anders, oder es ist ihnen egal.

Stuttgarter
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Re: Was sind "große" Titel?

Beitrag von Stuttgarter »

Grimwood hat geschrieben:
24. Sep 2019, 14:16
Am Ende sind halt Kritiken zu Kunst jeglicher Art komplett sinnlos und überflüssig.
Sorry, dass ich nur den einen Satz aus einem sehr langen Text rauspicke - aber da geht mir einfach der Hut hoch. :) Nein, Kritik ist mitnichten "sinnlos und überflüssig". Stattdessen ist Kritik ein absolut wesentlicher Teil der Kulturgeschichte. Da sie es vermag, einerseits die Kunst voranzubringen durch Denkanstöße, andererseits wesentliche gedankliche Auseinandersetzung mit einzelnen Kunst-Vertretern leistet. Was in der Tat eigentlich niemand braucht, sind Produkttests, da die wirklich versuchen, alles irgendwie für jeden potentiellen Konsumenten abzubilden. Ich zitiere wieder Heiko Klinges Weigerung, "Tides of Numenera" eine 90 zu geben: "Ich kann es einfach nicht jedem Spieler empfehlen." Sowas ist Schwachsinn - denn es wird niemals irgend ein Spiel geben, das man allen Spielern empfehlen kann. Genausowenig wie es Platten, Bücher, Filme geben kann, die man einfach "allen" empfehlen kann. Eine Kritik hingegen - die Heiko in seinem restlichen Text hingegen durchaus liefert - ist mehr als sinnvoll: Da sie mir ganz direkt mitteilt, was der Mensch Heiko Klinge von dem Spiel hält. So wie mir ein Roger Ebert oder ein Marcel Reich-Ranicki sagen, was sie persönlich von Filmen und Romanen halten. Was dann wiederum zweierlei bewirkt - zum einen sagt es mir, ob mich das besprochene Werk interessieren könnte. Zum anderen - und das ist eben auch ganz wesentliche Funktion von Kritik - kann dadurch eine Diskussion,grade im gesellschaftlichen Rahmen, überhaupt erst entstehen.

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