Rund um den Terroranschlag in Halle

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Soulaire
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Soulaire »

Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:31
Soulaire hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:23

jemand von der AfD, der in seiner Freizeit gerne Mario Kart spielt, ist bestimmt deswegen rechtsradikal geworden. Genau.
Diese Debatte ist echt noch um ein vielfaches unsäglicher als die Killerspiel-Debatte. Wer hätte es für möglich gehalten.
Wo steht bitteschön, dass jemand wegen Spielen an und für sich rechtsradikal geworden sein soll?

Kann es sein, dass Du hier grad den eingangs angeführten Beißreflex par excellence demonstrierst?
jetzt kommt wieder der "Beißreflex". sonst keine Argumente mehr?
Ihr macht da eine Verbindung zwischen Gaming und "rechts" auf, wo es gar nicht mehr darum geht wie da eine Verbindung ist, sondern nur ob da eine ist.
Und das halte ich für grob fahrlässig.
wer spielt ist nicht potenziell mehr rechts.

Peninsula
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Peninsula »

Zwei lesenswerte Beiträge zum Thema:

Rainer Sigl bei FM4: Hat Gaming ein Nazi-Problem?
Soulaire hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:23
jemand von der AfD, der in seiner Freizeit gerne Mario Kart spielt, ist bestimmt deswegen rechtsradikal geworden. Genau.
Diese Debatte ist echt noch um ein vielfaches unsäglicher als die Killerspiel-Debatte. Wer hätte es für möglich gehalten.
Der Sigl-Text adressiert unter anderem deine Position:
Ist das alles wieder nur die „Killerspieldebatte“ in neuem Gewand?
Auch wenn alte Reflexe in der Community sofort genau das behaupten: Dass die Spiele selbst „schuld“ seien, sagt im Moment eigentlich niemand. Vielmehr wurde bislang nur gefordert, jene Teile der „Gamer-Szene“, die unbestritten ein problematisches Verhältnis zum Rechtsextremismus pflegen oder sogar zur Rekrutierung missbraucht werden, genauer zu beleuchten - ein Ziel, dem man auch als Spieler*in eigentlich nur zustimmen kann.
Aurelia Brandenburg: Yes, all gamers.
Hier nochmal ein Zitat, in dem die Autorin die Problemlage wütend und treffend beschreibt:
Es lässt sich kritisch diskutieren, welche Communities und Subkulturen mit Gaming-Bezug besonders schlimm sind und/oder in einer Debatte über rechte Strömungen im Gaming priorisiert werden sollten. Es lässt sich sogar diskutieren, ob man den Begriff „Gamer“ nicht doch reclaimen kann, auch wenn ich persönlich das für unmöglich halte. Was sich nicht diskutieren lässt, ist, dass diverse dieser Subkulturen ein Problem mit digitaler Gewalt, Sexismus, Rassismus und mehr haben. Und es lässt sich auch nicht darüber diskutieren, dass all das in vielen mit Gaming verbundenen Räumen selten weiter als einen Tweet und Chat entfernt ist. Genauso wenig lässt es sich auch diskutieren, dass gerade diese Dinge dadurch so normal und alltäglich sind, dass sie bis weit in die Bereiche strahlen, die sich selbst als „Mitte“ und die „Guten“ wahrnehmen.

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Vinter
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Vinter »

Soulaire, Stuttgarter, bitte durchatmen. Ihr verkeilt euch gerade ein wenig zu sehr ineinander. Etwas weniger aggressiv, etwas mehr versuchen, denn anderen zu verstehen, Nur als Hinweis.

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Soulaire
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Soulaire »

Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:31
Soulaire hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:23

jemand von der AfD, der in seiner Freizeit gerne Mario Kart spielt, ist bestimmt deswegen rechtsradikal geworden. Genau.
Diese Debatte ist echt noch um ein vielfaches unsäglicher als die Killerspiel-Debatte. Wer hätte es für möglich gehalten.
Wo steht bitteschön, dass jemand wegen Spielen an und für sich rechtsradikal geworden sein soll?

Kann es sein, dass Du hier grad den eingangs angeführten Beißreflex par excellence demonstrierst? Es geht um digitale Strukturen, die eine Vernetzung, Koordinierung, Planung ermöglichen. Hast Du Dich auch so aufgeregt, als vor Jahren thematisiert wurde, dass sich Islamisten in WoW absprechen und koordinieren könnten, weil sie dort ziemlich sicher unbeobachtet im Chat agieren können? Darum gehts unter anderem. Nicht darum, dass jemand ein Spiel gespielt hat und dann zum Nazi wird.

Und wie sich Rechtsradikale, Rechtsextreme und Neonazis per Steam finden, ist in dem "Nazi Profile auf Steam"-Thread nun wirklich ausführlichst dokumentiert.
wechsel bitte nicht das Thema. Es geht jetzt speziell um dieses Forum und die Verbindung zwischen rechtem Gedankengut und Gaming.
Zuletzt geändert von Soulaire am 14. Okt 2019, 18:51, insgesamt 1-mal geändert.

Stuttgarter
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Registriert: 31. Dez 2016, 22:39

Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Stuttgarter »

Soulaire hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:36

jetzt kommt wieder der "Beißreflex". sonst keine Argumente mehr?
Ihr macht da eine Verbindung zwischen Gaming und "rechts" auf, wo es gar nicht mehr darum geht wie da eine Verbindung ist, sondern nur ob da eine ist.
Und das halte ich für grob fahrlässig.
wer spielt ist nicht potenziell mehr rechts.
Die Argumente stehen auf den letzten drei Seiten. Und dann kommst Du mit "wer Mario Kart spielt, wird deswegen AfDler". Sorry, aber mehr als "Beißreflex" fällt mir dazu nicht ein. Da ich mal wohlwollend davon ausgehe, dass Du den Thread gelesen hast.

Edit: Okay, Vinter bin jetzt still dazu. Aber die wohlwollende! Annahme wollt ich noch kurz loswerden.

imanzuel
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von imanzuel »

Peninsula hat geschrieben:
14. Okt 2019, 18:36
Zwei lesenswerte Beiträge zum Thema:

Aurelia Brandenburg: Yes, all gamers.
Würde ich dagegenhalten und gerade den zweiten Beitrag als unglaublich übertrieben beschreiben. Hört sich für mich genau so an wie die Personen, die nach #metoo von allen weißen Männern gefordert haben, man solle sich doch "gefälligst schuldig fühlen, weil man ein potentieller Täter" sei. Bei sowas kann ich echt nur den Kopf schütteln.
Notiz für mich
Top-Spiele 2020: 1. HL: Alyx (10/10) 2. Ori 2 (9/10) 3. WL3 (9/10) 4. Doom Eternal (8/10) 5. RE3R (8/10) 6. Nioh 2 (8/10) 7. P5R (7/10) 8. SOR 4 (7/10) 9. TLoU 2 (7/10) 10. DBZ: Kakarot (6/10) 11. GoT (6/10) 12. FF VII Remake (5/10)

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Andre Peschke
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Andre Peschke »

Naitomea hat geschrieben:
14. Okt 2019, 17:40
Ja, und auch hier wurde im Moderationsthread von einigen schon lange bemängelt, dass rechte Postionen nicht hart genug moderiert und ihnen zu sehr eine Plattform gegeben werden könnte.
Es wird auch schon lange bemängelt, dass wir manch linker/liberaler Position zu viel Spielraum gestatten. Wer hier ernsthaft ein Problem sieht, kann mir gerne eine PM mit Links schicken.

Andre

Stuttgarter
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Stuttgarter »

Andre Peschke hat geschrieben:
14. Okt 2019, 20:51
Es wird auch schon lange bemängelt, dass wir manch linker/liberaler Position zu viel Spielraum gestatten. Wer hier ernsthaft ein Problem sieht, kann mir gerne eine PM mit Links schicken.

Andre

Also ich seh grad vor allem ernsthaft ein Problem, wenn jemand Probleme mit liberalen Positionen hat.

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Vinter
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Vinter »

Hier passiert doch gar nichts Überraschendes. Gaming ist keine Ideologie. Dementsprechend gibt es natürlich auch Rechtsextremisten, die sich im Umfeld von Videospielseiten bewegen.

Und ich stimme dir ja zu, Stuttgarter: Auch hier gab es bereits Diskussionen, die mittels typischer rechtsextremer Kommunikationsstrategien, Talking Points und Argumentationsmuster derailed wurden.

Aber, und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Das ist, wie gesagt, bei (laut Sascha Lobo) 30 Mio regelmäßiger Gamer in Deutschland nicht überraschend. Das heißt nicht, dass wir hier im Forum ein Problem haben, sondern weiterhin nur, dass es Überschneidung bei den Interessen gibt. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Gaming und rechtsextremen Einstellungen existiert nicht.

Und wenn man sich die entsprechenden Threads hier im Forum mal ansieht, kann man sehr gut sehen, dass in solchen Fällen sofort vier, fünf User da sind, die widersprechen. Das ist doch genau so, wie es laufen sollte. Jetzt eine Parallele zu ziehen zwischen diesem Forum und explizit rechtsextremen Communities, in denen sich Leute radikalisieren, die neben vielen anderen Dingen AUCH Gaming als wichtigen Teil ihres Lebens begreifen, empfinde ich, milde formuliert, als sehr befremdlich. Und du weißt, wie ich zum Thema Rechtsextremismus positioniert bin.

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Leonard Zelig
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Leonard Zelig »

Terror ist Kommunikation mittels Gewalt in die Gesellschaft. Rechte haben die Kommunikationsmittel einer Jugendkultur gekapert haben, um deren Massenwirksamkeit für sich auszunutzen.

Solche Radikalisierungen können immer und überall stattfinden. Es reichen ein krankes Hirn, ein Internetanschluss und eine kleine Filterbubble mit ähnlich gesinnten Spinnern. Es braucht keine Form der rechten Netzwerke, die Behörden bisher im Blick haben.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

Andreas29
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Registriert: 22. Mai 2019, 12:14

Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Andreas29 »

Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 21:16
Andre Peschke hat geschrieben:
14. Okt 2019, 20:51
Es wird auch schon lange bemängelt, dass wir manch linker/liberaler Position zu viel Spielraum gestatten. Wer hier ernsthaft ein Problem sieht, kann mir gerne eine PM mit Links schicken.

Andre

Also ich seh grad vor allem ernsthaft ein Problem, wenn jemand Probleme mit liberalen Positionen hat.
Ich sehe auch kein Problem mit linken Positionen. Genauso sehe ich kein Problem mit "rechten" Positionen, wenn mit "rechts" hier "konservativ" gemeint ist. Wenn sich das im demokratischen Spektrum bewegt, sollte man es zulassen.

Solange man klar an den Rändern abgrenzt, finde ich nicht schlimmes daran, wenn hier auch politische Meinungen vertreten werden. Es gibt halt nur kein Recht auf Zustimmung.

Es gibt sehr viele Menschen, die behaupten, sie würden politisch in der "Mitte" stehen und nur das wäre das einzig wahre. Meiner Meinung nach gibt es sowas gar nicht, weil jeder Mensch da seinen Maßstab anders setzt. Ich z.B. bin der festen Überzeugung, dass meine politischen Positionen absolut rational und vernünftig sind... sonst würde ich sie wohl kaum vertreten. Während ich mit anderen Menschen vollkommen normal darüber reden kann, wurde ich von anderen schon als Kommunist bezeichnet.

Und ich bin Anhänger des "Homo Politicus". Es gibt keinen unpolitischen Menschen. Egal bei welchem Thema, auch bei Videospielen: Jeder Mensch behandelt das Thema aus seiner eigenen politischen Überzeugung. Das geschieht auch unbewusst.

Hier politische Meinungen zu unterdrücken, weil sie irgendjemanden "zu viel" vorkommen, ist nicht dienlich und beschneidet die Diskussionsvielfalt.

Worum es hier eigentlich geht ist doch, dass nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Dass sich hier anscheinend über "zu viel linke und liberale Meinungen" beschwert worden ist bzw. um den Raum, der diesen Meinungen gelassen wird, liegt daran, dass man oft den Eindruck hat, dass der eigenen Meinung dieser Raum nicht gegeben wird.

Ich bin links. Ich mache da auch keinen Hehl draus und schämen tue ich mich schon gar nicht. Aber ich bin auch zu einem gewissen Teil libertär und dazu gehört z.B. dass ich konservative Meinungen respektiere und sie geäußert werden dürfen. Es muss sich nur immer die Wage halten, was die Moderation angeht.

Um es platt zu machen: Wenn ich hier im Forum Forderungen, die von der Linken kommen könnten zulasse, muss ich es auch zulassen, dass hier Meinungen vertreten werden, die in der CSU vorkommen könnten. Sonst André werdet Ihr immer diese Beschwerden haben, dass sich eine Seite unterdrückt vorkommt.

Und um es ins Threadthema einzubetten: Wenn man in solchen Foren wie diesen - das ich zu den vernünftigsten überhaupt zähle - keine politischen Meinungen zulassen will, die nicht in der ominösen "Mitte" sind, dann werden sich diese Menschen genau diese Foren suchen, die jetzt zurecht in der Kritik stehen. Nämlich unmoderierte, wo einfach alles raus gehauen werden darf.

Das hier in diesem Thread behauptet wird, dass es in diesem Forum rechtsextreme Tendenzen geben würde, gehört zu den absurdesten Dingen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Auch das sag ich als linker und libertärer: Nicht alles, was einem selber nicht passt, ist direkt eine "extreme Meinung". Widersprecht sachlich, anstatt eine Gegenmeinung zu unterdrücken.

Stuttgarter
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Stuttgarter »

Also erstmal hab ich das mit den "rechten Aussagen" (rechts. nicht rechtsextrem) gar nicht geschrieben sondern Naitomea, ich hab danach nur auf zwei Antworten dazu reagiert. Da Naitomea ein Forenmitglied ist, das sich in der Regel auszudrücken weiß, geh ich dazu davon aus, dass er "rechts" bewusst so geschrieben hat. Weder "rechtsextrem" - noch "konservativ". Wie genau er das unterscheidet, kann nur er uns erklären - für mich wäre aber eine mögliche Unterscheidung zwischen "konservativ" und "rechts", ob man sich selbst aufgrund welcher Umstände auch immer (Geschlecht, Sexualität, Religion, Hautfarbe) anderen gegenüber überlegen fühlt oder nicht. (Und "rechtsextrem" wäre dann nicht nur "sich überlegen fühlen", sondern auch kein Problem damit zu haben, wenn die anderen ums Leben kommen, Stichwort "absaufen! absaufen!".)

Das ist aber nur mein "Kompass", keine Ahnung, wie Naitomea das sieht.

Was mir aber wichtig wäre, weil das hier auch ein wenig durcheinandergeht: Das Gegenteil von "links" ist eben nicht "rechts", sondern "konservativ". CDU/CSU ist konservativ. "Rechts" ist AfD - samt allen unappetitlichen Begleiterscheinungen.

Und ja, ich weiß, die CDU hat vor 20 Jahren in Teilen das gesagt, was heut die AfD sagt, bevor das Argument wieder kommt. Aber a) eben nur in Teilen, nicht vollständig alles - und b) sind wir nunmal 20 Jahre weiter in der gesellschaftlichen Beurteilung bestimmter Aussagen. Bis vor 22 Jahren war auch die Vergewaltigung in der Ehe noch nicht strafbar. 20 Jahre können einen großen Unterschied machen.

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Andre Peschke
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Andre Peschke »

Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 21:16
Also ich seh grad vor allem ernsthaft ein Problem, wenn jemand Probleme mit liberalen Positionen hat.
Man kann alles übertreiben. Wenn ich für Meinungsfreiheit bin, ist das eher liberal. Wenn ich will, dass das auch jede Beleidigung einschließt, wird's vielleicht too much. Das kann man mit so ziemlich jeder Haltung machen, außer mit seiner Liebe zu The Pod. ;)
Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 23:19
Also erstmal hab ich das mit den "rechten Aussagen" (rechts. nicht rechtsextrem) gar nicht geschrieben sondern Naitomea, ich hab danach nur auf zwei Antworten dazu reagiert. Da Naitomea ein Forenmitglied ist, das sich in der Regel auszudrücken weiß, geh ich dazu davon aus, dass er "rechts" bewusst so geschrieben hat.
Wenn er nur "rechts" gemeint hat, seh ich das Problem nicht. Jemand hier darf auch CDU-Positionen toll finden. Solange es nicht ins extreme geht, seh ich da keinen Grund zur Klage, auch wenn's sicher oft nicht meine Weltsicht ist. Und deine Definition geht mir doch eher ins extreme Lager.

Wie dem auch sei: Wenn Naitomea ein Problem hat in der Richtung, kann er/sie sich gerne an mich wenden. In den Thread springen und einen One-Liner ablassen: Halte ich nicht für konstruktiv.

Andre

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schneeland
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von schneeland »

Stuttgarter hat geschrieben:
14. Okt 2019, 23:19
Was mir aber wichtig wäre, weil das hier auch ein wenig durcheinandergeht: Das Gegenteil von "links" ist eben nicht "rechts", sondern "konservativ". CDU/CSU ist konservativ. "Rechts" ist AfD - samt allen unappetitlichen Begleiterscheinungen.
Da wäre ich gleich in mehrerer Hinsicht anderer Meinung:
1) ich empfinde die CDU mittlerweile in weiten Teilen nicht mehr als konservativ
2) "konservativ" ist m.E. die noch akzeptierte Form einer rechten Gesinnung, weil der politische Diskurs "rechts" und "rechtsextrem" weitgehend gleichsetzt
3) das Du rechte Positionen nur durch Abwertung anderer Menschen charakterisiert siehst, ist bedauerlich, aber zugegebenermaßen auch nicht ganz von der Hand zu weisen, da solche Einstellungen jetzt im rechten Spektrum auch keine Einzelfälle sind

Ich spare mir hier normalerweise die Beteiligung an politischen Diskussionen, aber nachdem das Thema gerade schon darauf kommt, halte ich an dieser Stelle einfach mal fest, dass ich dieses Forum als sehr linkslastig erleben und "liberal" gefühlt eher in der links-liberalen Prägung auftaucht. Das ist jetzt kein Verbrechen und die Foren bei Spiegel Online, der Süddeutschen oder der TAZ sind vermutlich ähnlich geprägt, aber das führt, soweit ich das durch gelegentliches Reinklicken beurteilen kann, doch zu einem recht verzerrten Diskurs, bei ich mir als moderat konservativer Mensch schon als rechtsaußen vorkomme.
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VikingBK1981
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von VikingBK1981 »

Buh da ist man aber weit von den Anschlägen und den Aussagen von Seehofer abgekommen. Ich kann nur sagen, mir ist hier noch keine extreme Äußerung aufgefallen, weder rechts noch links.

Ich muss Andreas wieder zustimmen. Man muss beide Seiten, wenn sie nicht ins extreme abgleiten, aushalten. Ich habe beruflich mit beiden Seiten zu tun, bis ins extreme hinein. Selber würde ich mich eher als konservativ bezeichnen. Und trotzdem bin ich in de Lage, linke und rechte Äußerungen zu akzeptieren, so lange sie sich an Regeln halten. Das ist denke ich ein anderes Problem der heutigen Zeit, man akzeptiert andere Meinung nicht mehr.

Und ja, es gibt rund um das Thema Gaming einige Probleme die man angehen sollte. Nur leider ist dies kaum möglich. Fast alle Unternehmen sitzen im Ausland. Deutsche Sicherheitsbehörden habe kaum die Mittel um jede technische Kommunikationsmittel/Plattform zu überwachen. Zumal sie es nicht dürfen.

Ich verwehre mich gegen der Vergleich von Helmkamera und FPS. Schaut man sich Videos aus Afghanistan oder dem Irak an, gibt es genug Beispiele für Terroristen, wie sie Kameras einsetzen.
Wo sollten sie auch sonst die Kamera anbringen um ihre abscheuliche Tat zu filmen. Und leider bietet die Presse ja genug Beispiele für solche Taten. Nur weil etwas von der Ästhetik ähnlich ist, muss es nicht davon inspiriert sein.

Und rechts sollte man nicht mit der CDU/CSU gleichsetzen. Dafür ist rechts, durch unsere Geschichte, zu sehr auf Nazis bezogen und nicht mehr auf dessen Ursprung. Und nur weil die konservative Einstellung manchen nicht passt ist es nicht rechts.
Anders sieht es bei AfD ist wie die NPD, die Rechten und Co eine rechte Partei, da sie zum Teil oder ausschließlich rechtsradikales Gedankengut verbreiten.
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Osker
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Osker »

Der Attentäter von Christchurch, auf den sich auch der Schütze von Halle bezieht, hat in seinem Manifest genau beschrieben, warum er sich ganz bewusst mit der Gamer-Szene identifiziert.

Er hofft, das Gamer von Journalisten und Politikern geächtet und an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden, wo sie sich dann als Gegenreaktion tatsächlich radikalisieren.

Dieser perfide Plan scheint ja teilweise zu funktionieren.

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catspawn
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von catspawn »

Hallo, hier ein Langzeitlurker.


Ich muß folgende Punkte anbringen:

Beim Täter von Halle handelt es sich glas klar um einen Trittbrettfahrer von dem Täter aus Christchurch. Was hier nie in der Presse erwähnt wird, ist die Tatsache das Christchurch bereits Neonazigewalt hatte, in den 1990ern, es gibt dort eine rechte Gruppe und die hat schon vorher gemordet. Zuletzt 2011.

https://en.wikipedia.org/wiki/Fourth_Re ... nd_gang%29

http://www.stuff.co.nz/national/crime/4 ... iddle-name


Man darf nicht vergessen, das der Boulevard hierzulande, extrem Auflagenbedacht ist und extrem schlampig. Teilweise auch mit Berechnung. Fernsehsender wie z. B. RTL Gruppe, Sat1Prosieben, auch die öffentlich Rechtlichen, die Bild Zeitung und so weiter erfüllen ihren Auftrag als Journalisten nicht und bekämpfen aktiv Gamer, Videospiele allgemein und die Gaming Community. Wer auf seiner Konsole spielt schaut kein Fernsehen (Stellen wir uns nur einmal vor sämtliche Quotenmessgeräte bleiben aus, weil jeder da nun eine Konsole oder einen PC an seinen Fernseher angeschlossen hat. Sender wären binnen Monaten pleite.), wer gamespodcast konsumiert liest meistens keine idiotischen Zeitungen, egal ob analog oder digital. Die Medienhäuser die hinter RTL, Sat1 und Co stecken denen gehören keine Videospielfirmen, daher diese Lügnerei und offene Feindseeligkeit.

Desweiteren sollte man auch nicht auf Onlineforenlüge hereinfallen. Die Medienhäuser stört nicht das die Videos von den Taten auf solchen Foren und Imageboards auftauchen, sie stört nur das man sie dort gratis und vollständig abrufen kann und ihre Boulevard Magazine dadurch nicht in der Lage sind, das menschliche Leid das durch diese Verbrechen verursacht wird zu monetarisieren. Ob man sich solche Videos anschauen möchte oder die Tätermanifeste ließt ist eine Entscheidung die jeder für sich selbst treffen sollte. Ich persönlich lese den Blödsinn nicht weil ich das Manifest als "Logikbombe" und Fehlinformation ansehe, wir wissen ja von wem es kommt. Was ich ächtungwert finde, neben den offentsichlichen Morden ist genau diese Wahrheitsverzerrende und demokratiefeindliche Lückenpresse und deren geldgetriebene Interessensvertretung.

In diesem Sinne. Prost! Danke für einen großartigen Gamespodcast!

Catspawn

PhelanKell
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von PhelanKell »

Mojen,

nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, hat Frau Bär einen dicken Pluspunkt von mir erhalten.

So kann man nur hoffen, dass es langsam besser wird, mit unserer Gamerwelt :)
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VikingBK1981
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von VikingBK1981 »

PhelanKell hat geschrieben:
15. Okt 2019, 07:42
Mojen,

nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, hat Frau Bär einen dicken Pluspunkt von mir erhalten.

So kann man nur hoffen, dass es langsam besser wird, mit unserer Gamerwelt :)
Hut ab, das ist ja mal wirklich ein gutes Interview mit einer Politikerin die nicht um den heißen Brei redet.
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Peninsula
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Re: Rund um den Terroranschlag in Halle

Beitrag von Peninsula »

Andre Peschke hat geschrieben:
14. Okt 2019, 23:23

Wie dem auch sei: Wenn Naitomea ein Problem hat in der Richtung, kann er/sie sich gerne an mich wenden. In den Thread springen und einen One-Liner ablassen: Halte ich nicht für konstruktiv.

Andre
Hat Naitomea schon längst getan, und zwar nicht nur einmal, z.B. hier - ich nehme auch mal an, dass diese Diskussion mit "Moderationsthread" gemeint war.

Aber hier im Thread wurden Zweifel daran geäußert, dass die Forderungen nach einer deutlicheren Abgrenzung von rechtem Gedankengut sich auch an unser Forum hier richten könnten. In Reaktion darauf hat Naitomea bloß geschrieben, dass es solche Forderungen hier bereits gab - ich kann da nichts Unkonstruktives dran finden.

Und wenn ich mir die Berichterstattung zum Terroranschlag von Halle und seinem Bezug zur Spielekultur so anschaue, finde ich erfreulich viele Stimmen, die sich aus durchaus Videospiele-affinen Perspektiven kritisch und differenziert mit dem Thema auseinandersetzen: Rainer Sigl bei FM4, Christian Schiffer im DLF und Aurelia Brandenburg habe ich bereits genannt.
Dieses Interview mit Julia Ebner in der Süddeutschen Zeitung möchte ich ebenso erwähnen wie die Beiträge von Markus Böhm und Christian Stöcker bei SPON, Yasmina Banaszczuks taz-Artikel und dieses Interview mit Jörg Friedrich ebenda. Christian Huberts, Benjamin Strobel, AutiAd und viele andere twittern Lesenswertes dazu.

Und hier im Forum? Da möchte man tatsächlich meinen, es liefe die "Killerspieledebatte 2.0.": Oberste Priorität scheint die Ehrenrettung des eigenen Hobbys zu haben. Mehrfach wird der Vorwurf "entkräftet", dass Spiele alleinige Ursache für Gewalt sein könnten - nur hat diesen Vorwurf niemand erhoben. Ebenso wenig wurde behauptet, dass es sich hier um ein rechtes oder gar rechtsextremes Forum handele oder Gaming per se "ideologisch" einzuordnen wäre.

Wenn aber Fragestellungen, die anderswo - und nicht einmal bloß in irgendwelchen Nischen (vgl. Links oben) - rege diskutiert werden, hier derartig pauschal auf Ablehnung stoßen, dass man seitenweise diskutieren muss, ob es überhaupt was zu diskutieren gibt, dann muss man sich als Forenbetreiber und -community nicht wundern, wenn man nicht (mehr?) als Speerspitze einer vielfältigen Spielediskussionskultur im deutschsprachigen Raum dasteht.

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