Gameplay vs Geschichte

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Lies bitte weitere Hinweise hier: viewtopic.php?f=4&t=2789

Was motiviert dich an einem Spiel am meisten?

hauptsächlich Gameplay
22
29%
hauptsächlich Story
13
17%
beides - Hauptaugenmerk auf Gameplay
11
15%
beides - Hauptaugenmerk auf Story
24
32%
Anderes: (bitte im Thread ergänzen)
5
7%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 75

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BummsGeordy
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Gameplay vs Geschichte

Beitrag von BummsGeordy » 20. Okt 2019, 09:39

Die 2 großen Faktoren, die an Spielen motivieren sind aus meiner Sicht zum Einen das Gameplay (um es kurz zu definieren: die Spielmechanik, Kämpfe, Strategien, Loot, Level, Erfahrungspunkte, Fähigkeiten, Rätsel, Geschicklichkeitstest,...) und auf der anderen Seite die Geschichte (zur Definition: Story, Plot, Atmosphäre, Musik, Charaktere und deren Interaktion, Lore, Twists,...).

Daher würde ich gerne eine Diskussion zum Verhältnis dieser 2 Blöcke anregen: wer bevorzugt das Eine oder das Andere, warum motiviert das Eine oder das Andere? Welche Spiele sind Beispiele für Exzellenz in einem der beiden Punkte und welche seltene Schätze haben beides miteinander verwoben wodurch mehr entstand als die Summe der Einzelteile?

Für mich ist es so, dass ich gameplayfokussierte Spiele gerade zu verachte (um Streitigkeiten zu vermeiden. Es ist meine rein subjektive Einschätzung und es ist völlig legitim das genau anders herum zu sehen):
bei Spielen, die fast nur aus Gameplay bestehen handelt es sich um seelenlose Zeitverschwendung: es geht nur um Zahlen, mehr Draufhauen, mehr Level und immer mehr bedeutungslose ingame-items.
Gameplay ist letztlich ein reiner Zeitvertreib → hinterher ist man genauso schlau wie vorher, es wiederholt sich und wiederholt sich und wiederholt sich und letztlich gibt es häufig keinen Abschluss und kein Ende.

Für mich ist Freizeit ein kostbares Gut: ich arbeite im Durchschnitt 60h/Woche, an Wochenenden und häufig auch nachts, habe eine Reihe von Verpflichtungen außerhalb der Arbeit und schaffe es höchstens 1-2/Monat mich mit Spielen zu beschäftigen oder wenn ich Urlaub habe. Wenn ich mir dann ansehen welche Spiele häufig empfohlen werden verzweifle ich etwas:

- Roguelikes/-lites: immer und immer wieder die selben (oder noch schlimmer: zufallsgenerierte) Level nur mit mehr Zahlen, mehr Punkten, größeren Waffen und Rüstungen und dass 10-50-100h lang? um Gottes Willen
- Open-World-Games: gefühlt das Schlimmste was es an "Zeitstreckung" gibt: auf viel zu großen Karten an viel zu weit entfernten Punkten viel zu schlechte Zeitvertreibe (Sammle 100 hiervon und trage es zurück, Folgendem und hau ihn tot,...)
- Retro-Jump & Runs: kannste eins kennst alle: in Pixeloptik möglichst schwer von A nach B hüpfen mit dem "Features es Monats" (Zeit zurück spulen, Gravitationsspieereien, "oh-man-kann-die-welt-drehen", "ui-so-schön-animiert", "ui-es-ist-besonders-schwer",...) ;)

Da häufig nicht unterschieden wird, was Spiele gut macht oder was das Kernelement ist, das motiviert und vor allem wie sinnvoll die eigene Zeit wertgeschätzt wird, habe ich schon zig Spiele gekauft, die mir empfohlen wurden, bei denen ich dann feststellen musste "oh Gott - das ist verschwendete Lebenszeit"

Und nun die andere Seite: tolle Geschichten, emotionale spannende Interaktionen, geplante Entwicklungen, Twists, usw.. Dinge bei denen man mitfiebern kann, deren Ausgang interessieren,...

Gone Home, Life is Strange, Dreamfall, Walking Dead, Oxenfree, Stories Untold, Beginner's Guide, Doki Doki Literature Club, What Remains of Edith Finch,... aber von mir aus auch Übeltäter, die ihre Spielzeit zwar zu sehr strecken, durch tolle Story aber dennoch begeistern können: Mass Effect, God of War, Last of Us, Uncharted (3-4), Beyond Good and Evil, Horizon Zero Dawn, Nier Automata, Metro 1-2, Soma, Until Dawn, Metal Gear Solid V,...

Natürlich ist das alles ein fließender Übergang: es gibt nicht nur das Eine oder das Andere und ja: es gibt auch völlige Ausnahmen - bei denen das reine Gameplay fasziniert... (wie ich sagte: eigentlich find ich Open World Games furchtbar, weil sie häufig vieeeeeeel zu viel Spielzeit für vieeeeel zu wenig wirklich Gutes/Sinnvolles bieten. aber Horizon, God of War (naja.. Oben-World-Hub), MGSV usw. haben dank ihrer tollen Story selbst mir genug geboten, dass ich sie letztlich motivierend fand)

aber wieso gibt es soooooo unendlich viele Games bei denen man den Eindruck bekommt, dass sie einzig zum Zeitvertreib da sind - einzig um Zeit tot zu schlagen, weil man sich sonst langweilt - und wieso werden solche Games im gleichen Atemzug empfohlen wie Perlen, die einen atmosphärisch und storytechnisch mitreißen und fesseln?

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Sebastian Solidwork
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Sebastian Solidwork » 20. Okt 2019, 09:59

[beides - je nach Spiel individuell]
Ich habe kein Hauptaugenmerk. Bzw. Nur eines pro Spiel, aber nicht allgemein.
Ich mag WhatRemainsOfEdith wie ich auch Strategiespiele mag.
Leider gibt es wenig Gute wie Edith die ihr Story mit Interaktivität erzählen. Das meiste bei Story ist eher ein Film mit Action-Sequenzen.
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Tyrosh22
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Tyrosh22 » 20. Okt 2019, 10:15

Wenn schon das große Thema mit der (Lebens-)Zeit und deren sinnvolle Investition aufgemacht wird: Man könnte doch jetzt auch sagen, dass Geschichten Zeitverschwendung sind. Da passieren irgendwelchen ausgedachten Leuten irgendwelche ausgedachten Dinge, womöglich noch so heimtückisch angelegt, dass ich als Konsument an der Angel hänge und 'mitfiebere', 'mitfühle', mich mit fremden, fiktionalen Problemen beschäftige, im schlimmsten Fall sogar noch nach dem Ende -- und diese unechte, synthetische Gefühlsmaschinerie soll meine Lebenszeit jetzt mehr verdienen als Zahlen, mehr Draufhauen, mehr Level?
Meine zwei YouTube Projekte:

gameWitty - Kurze Essays zu kurzen Videospielen. Als Video und als Text.
inkWitty - Videos zu Füllern, Tinten und die Freude am Schreiben.

lolaldanee
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von lolaldanee » 20. Okt 2019, 10:16

Ich liebe Slay the Spire und Total War genauso wie Her Story oder Grim Fandango*
Im Zweifelsfall ist mir Pillars of Eternity aber lieber als Torment, wenn ein Spiel Gameplay und Story beides hinbekommt ist das schon VIEL geiler als wenn nur die Story stimmt





*Grim Fandango hat KEIN Gameplay, was es hat, ist ein dampfender Haufen Scheiße, den man nur mit Komplettlösung spielen kann

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VikingBK1981
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von VikingBK1981 » 20. Okt 2019, 10:18

Für mich ist die Geschichte Hauptgrund für ein Spiel. Spiele wie die von Nintendo, die fast ausschließlich über das Gameplay begeistern, ziehen bei mir schon lange nicht mehr.
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Peter
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Peter » 20. Okt 2019, 10:33

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
20. Okt 2019, 09:59
[beides - je nach Spiel individuell]
Ich habe kein Hauptaugenmerk. Bzw. Nur eines pro Spiel, aber nicht allgemein.
Ich mag WhatRemainsOfEdith wie ich auch Strategiespiele mag.
Exakt das.

Stuttgarter
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Stuttgarter » 20. Okt 2019, 10:34

Meine Steam-Bibliothek:

Rayman legends - 500 Stunden (die ganzen täglichen Herausforderungen grrrrr...)
Civ 5 - 400 Stunden
Tropico 4 - 300 Stunden
Worms - alles in allem um die 100 Stunden
Witcher 3 - 12 Stunden
Und grade verliebe ich mich jeden Tag bisschen mehr in Zelda BotW.

Damit dürfte klar sein, wo ich mein Häkchen gesetzt hab. ;)

Und zwar aus drei Gründen: Wenn ich nicht grad n Telltale-Spiel (nach allem was ich drüber gehört habe, ausprobiert habe ich es nicht) spiele, macht Gameplay nunmal den absoluten Löwenanteil der Spielzeit aus. Wenn das nix ist, nützt mir die beste Story nix. Früher stand ich total auf so Belohnungen wie Filmsequenzen - aber mittlerweile... Gib mir eine Spielmechanik, die auch nach 10 Stunden noch spannend und herausfordernd ist, und ich schmeiß dagegen jeden Storyschnipsel liebend gerne in die Tonne. Ausnahme - Star Craft 2. Aber das hat halt tatsächlich beides.

Zweitens - ich hab in nem Spiel schlichtweg noch keine einzige Story gefunden, die mir das geben könnte, was ein Roman, ein Film, eine Serie, ein Hörspiel mir geben kann. Was selbst bei den besten Spielestories letztlich an der techischen Limitation liegt: Wenn ich ne Story anschaue (also Film oder Serie), steh ich auf saugeile Schauspieler. Also so richtig saugeile Schauspieler. Ich hab grad nochmal Blacklist Staffel 3 - 5 angeschaut. Das ist zugegebenermaßen inhaltlich noch mehr Schund als die meisten Spielestories - aber es lebt von den Darstellern, allen voran natürlich James Spader. Von wirklich guten Stories in Filmen/Serien gar nicht erst zu reden - Sopranos, Matrix, Der Pate und Co. Ohne die entsprechenden Schauspieler dazu - vergiss es. (Ja, Keanu Reeves ist ne Vollkatastrophe. Aber Fishburne und Weaving halt mal gar nicht.) Da kommt kein mir bekanntes Spiel ran. Weshalb ich für mich letztlich entschieden habe - jedes Medium hat seine ganz eigene Daseinsberechtigung. Romane/Hörspiele regen meine Fantasie an, Filme/Serien beeindrucken mich mit ausgefeilten Geschichten und ihrer Darstellung und Spiele haben die Interaktivität. Was an Punkt eins anschließt: Eben jene muss über den ganzen Spielverlauf fesseln, sonst wirds langweilig. Wenn ich ne gute Story will, greif ich schlichtweg zum Buch oder Hörspiel. Auch hier eine Ausnahme: Mafia (1).

Drittens - Stories stehen und fallen mit dem Timing. Allein deshalb funktioniert für mich in den seltensten Fällen, "Storysequenz - Gameplay so lang, wie ich für einzelne Abschnitte brauche oder mir Zeit lassen will, inklusive Scheitern und Neuladen - nächster Storyabschnitt". Damit ist praktisch alles Timing über das gesamte Spielerlebnis hinweg von vornherein unmöglich.

Insofern plädiere ich nach 20 Jahren Spielerfahrung genauso vehement fürs Gameplay wie Du für die Story. :)

Aber eine Frage - warum zum Henker hast Du "Musik" bei der Story eingeordnet? :o Die ist - in meinen Augen - eine dritte Kategorie, genauso wie alles, was mit der Grafik zusammenhängt: Atmosphäre. Jene ist aber für beide anderen Kategorien essentiell.

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Axel
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Axel » 20. Okt 2019, 10:45

Ich glaube der der Threadersteller hat bisher die falschen Gameplay-Spiele gespielt. Besonders wenn man wenig Zeit hat, sind Gameplay orientierte Spiele doch sehr gut! Hier mal ein Level, da mal ein Rätsel. 10 bis maximal 15 Minuten Abwechslung. Und das muss auch nicht sonderlich schwer sein. Ein Spiel wie Mimpi Dreams sieht hübsch aus, ist nicht schwer und geradezu hervorragend um ein wenig zwischendurch abschalten zu können. Oder auch das neue Home Sheep Home!

Ich finde Zeitvertreib nichts schlimmes. Denn es gibt ja genug Alltagsmomente die Nerven: Bus, Bahn, Wartezeiten in Ämtern oder beim Arzt. Schön, wenn man dann eine Switch zur Hand hat!
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von VikingBK1981 » 20. Okt 2019, 10:52

Axel hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:45
Ich glaube der der Threadersteller hat bisher die falschen Gameplay-Spiele gespielt. Besonders wenn man wenig Zeit hat, sind Gameplay orientierte Spiele doch sehr gut! Hier mal ein Level, da mal ein Rätsel. 10 bis maximal 15 Minuten Abwechslung. Und das muss auch nicht sonderlich schwer sein. Ein Spiel wie Mimpi Dreams sieht hübsch aus, ist nicht schwer und geradezu hervorragend um ein wenig zwischendurch abschalten zu können. Oder auch das neue Home Sheep Home!

Ich finde Zeitvertreib nichts schlimmes. Denn es gibt ja genug Alltagsmomente die Nerven: Bus, Bahn, Wartezeiten in Ämtern oder beim Arzt. Schön, wenn man dann eine Switch zur Hand hat!
Das habe ich noch nie verstanden. Wenn ich wenig Zeit habe, warum sollte ich dann spielen?

Klar ist Zeitvertreib schön und auch wichtig, aber dies muss doch nicht immer Spielen sein.

Spiele boten in der Anfangszeit fast ausschließlich Gameplay, ich fand es damals genial als Spiele endlich mehr Geschichte boten als rette die Prinzessin.
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Stuttgarter » 20. Okt 2019, 10:53

Axel hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:45
Ich glaube der der Threadersteller hat bisher die falschen Gameplay-Spiele gespielt. Besonders wenn man wenig Zeit hat, sind Gameplay orientierte Spiele doch sehr gut! Hier mal ein Level, da mal ein Rätsel. 10 bis maximal 15 Minuten Abwechslung. Und das muss auch nicht sonderlich schwer sein. Ein Spiel wie Mimpi Dreams sieht hübsch aus, ist nicht schwer und geradezu hervorragend um ein wenig zwischendurch abschalten zu können. Oder auch das neue Home Sheep Home!

Ich finde Zeitvertreib nichts schlimmes. Denn es gibt ja genug Alltagsmomente die Nerven: Bus, Bahn, Wartezeiten in Ämtern oder beim Arzt. Schön, wenn man dann eine Switch zur Hand hat!
Oder er hat einfach einen anderen Geschmack. :)

Das mit der Zeitverschwendung verstehe ich aber grundsätzlich nicht - klar, man kann auf dem Standpunkt stehen, dass jegliches Konsumieren von Unterhaltungsmedien Zeitverschwendung sei, das trifft dann aber tatsächlich auf Mechanik genauso zu wie auf Story. Ich würd dem aber entgegenhalten, dass Spielmechanik in der Regel mich gedanklich fordert. Konzentration, Kreativität bei Problemlösung (auch hier wieder: BotW! <3 ). Das dürfte wesentlich sinnvoller sein als einen Abend vor dem Fernsehprogramm zu vertun...

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Sebastian Solidwork
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Sebastian Solidwork » 20. Okt 2019, 11:09

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
20. Okt 2019, 09:59
[beides - je nach Spiel individuell]
Ich habe kein Hauptaugenmerk. Bzw. Nur eines pro Spiel, aber nicht allgemein.
Ich mag WhatRemainsOfEdith wie ich auch Strategiespiele mag.
Leider gibt es wenig Gute wie Edith die ihr Story mit Interaktivität erzählen. Das meiste bei Story ist eher ein Film mit Action-Sequenzen.
Nachtrag: ich interessiere mich entweder für Gameplay ODER für Story pro Spiel. Nicht beides mit einem Hauptaugenmerk, nur eines.
Edith sehe ich als interaktive Story ohne fordendes ähnlich einem Shooter, Rollenspiel oder Strategiespiel. Es hat keine Kämpfe, Rätsel sind trivial, ein Failstate ist kaum möglich.

Die beides-Optionen kenne ich zwar, fremdel aber mittlerweile sehr mit ihnen.

Nachdem es faktisch wenig interaktive Story gibt, spiele ich mehr Gameplay.
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imanzuel
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von imanzuel » 20. Okt 2019, 11:27

Schwierig die Frage des Thread-Erstellers zu beantworten.

Gutes Gameplay ist mir immer wichtiger als eine gute Story. Wenn das Spiel kein Spaß macht, bringt mir eine gute Story auch nichts mehr. Andererseits, eine verdammt gute Story kann dafür sorgen dass ich ein Spiel mehrere hundert Stunden problemlos spielen kann. Witcher 3 z.B., das Gameplay an sich ist sicherlich keine 10/10 (auch wenn es schon verdammt gut ist). Durch die Hauptstory bzw. dass jede Nebengeschichte eine interessante Geschichte bietet sorgt es dafür, dass ich das Spiel 2x auf 100% durchgespielt habe und irgendwas um die 500 Stunden da drin verbracht habe - und es für mich eine 10/10 ist.

Auf der anderen Seite, kann richtig gutes Gameplay eine miserable Geschichte retten? Wenn ich jetzt an z.B. an NfS (2015, für mich eine 0/10) denke, wenn das gutes Gameplay hätte ... nö. Die Story war so miserabel, Cutscenes konnte man nicht skippen ... vielleicht wäre ich nur in der Stadt rumgefahren und würde Rennen machen, die Story würde ich da definitiv nicht spielen.

Insgesamt würde mich wohl eher eine gute Geschichte dazu eher motivieren, ein Spiel zu spielen. Andererseits, eine super Geschichte mit miesen / langweiligen Gameplay (hallo Edith :> ) spiele ich einmal und dann nie wieder. Da würde ich eher ein YouTube-Video bevorzugen.

Also eher so ein Mittelding. Das eine kann das andere retten, wenn es nicht völlig miserabel ist. Vom Gefühl her würde ich aber eher sagen Gameplay > Story.

Tengri Lethos
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Tengri Lethos » 20. Okt 2019, 11:31

Ich hab etwas mit mir gerungen, da ich z.B. auch an den PES Teilen sehr viel Spaß habe und viel Zeit reinstecke, aber letzten Endes sind diese Spiele für mich, so blöd das klingt, auch Story Spiele.
Gemerkt habe ich das daran, dass mich bei PES alle Modi kalt lassen, bei denen ich selber keine sinnige Geschichte in meinem Kopf spinnen kann, wie z.B. bei den ganzen Online Modi. Das funktioniert bei mir einfach nicht und reizt mich (bestimmt auch wegen mangelndem Skill) Null. Dagegen gab es bei früheren PES Teilen bei mir auch schon ganz starke Gefühle von "Nichtidentifikation", wenn man z.B. 5 Auswärtsspiele hintereinander hatte, weil das mit dem "Story" Gerüst in meinem Kopf nicht zusammenpasst. Da muss meine suspension of disbelief schon sehr gut funktionieren. Und was ich erst für eine Krise hatte, als ich in einem Forum darauf gestoßen wurde, dass die KI Begegnungen nie 2:1 ausgehen...

Davon losgelöst: Ich brauche immer eine für mich funktionierende Story als Grundmotivation. Jetzt führt aber genau das bei mir (aufgrund meines Alters und Lebenssituation) dazu, dass ich echt viel Zeit in Spiele stecke, die für mich von vorneherein sehr kleinteilig portionierbar sind. Eine PES Partie: 15 Minuten. Eine Runde BFV: 20-30 Minuten. Einfach weil ich bei Story Spielen auch gerne in der Welt versinke und dafür aber a) lange Sessions und b) diese über einen längeren Zeitraum brauche. Ein Last of Us nur alle 2 Wochen mal 1-2 Stunden spielen? No way...
Und das führt zu der paradoxen Situation, dass obwohl ich heute sehr gerne spiele, ich es immer weniger tue.

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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Axel » 20. Okt 2019, 11:47

VikingBK1981 hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:52
Das habe ich noch nie verstanden. Wenn ich wenig Zeit habe, warum sollte ich dann spielen?
Als Entspannung! :)

In 30 Minuten kannst Du kein Podcast hören, die sind meist länger und Du brauchst Aufmerksamkeit. In 30 Minuten kannst Du kein Musikalbum hören, auch die sind länger - und vor allem auch emotionsabhängig. Von Filmen und Serien fangen wir garnicht erst an. Also sehr vieles was man unterhaltungstechnisch konsumiert, braucht einen recht großen Zeitblock. Spiele hingegen brauchen das nicht! Ich habe damals schon als Kind super gern Gameboy auf den Schulweg gespielt, weil Busfahren in erster Linie öde ist. Genauso wie Zug und Bahn.
Daher bevorzuge ich eben seit jeher Spiele die man recht kleinteilig portionieren kann. Außerdem kann ich mit der modernen Machart vieler Spiele nichts anfangen. Ich will, dass Spiele so sind wie sie waren als ich Kind war: Fokussiert auf Gameplay und am besten frei von Blut und Leichen.

Und so spiele ich heute noch Spiele: Selten länger als eine Stunde durchgängig. Sondern sehr kleinteilig, sei es die 30 Minuten vorm schlafen oder so mal zwischendurch.
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von VikingBK1981 » 20. Okt 2019, 11:49

Naja hier muss man denke ich aber auch deutlich unterscheiden. Einige führen hier Spiele wie PES, NFS und Co an, was soll da bitte an Story auftauchen. Klar faszinieren diese Spiele übers Gameplay. Auch Multiplayerspiele binden so Spieler.

Gameplay ist ja auch bei Storytitel Mittel zum Zweck. Klar macht ein Spiel mit einer guten Story keinen Spaß, wenn das Gameplay totaler Mist ist. Für mich bindet aber meistens nicht nur ein gutes Gameplay. Oder besser gesagt nicht dann, wenn ich sowas schon gefühlt schon zu oft gespielt habe und nichts neues mehr dabei rumkommt. Super Mario Spiele zB. langweilen mich tierisch, dagegen kann ich Rennspiele immer wieder spielen.
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von VikingBK1981 » 20. Okt 2019, 11:52

Axel hat geschrieben:
20. Okt 2019, 11:47
VikingBK1981 hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:52
Das habe ich noch nie verstanden. Wenn ich wenig Zeit habe, warum sollte ich dann spielen?
Als Entspannung! :)

In 30 Minuten kannst Du kein Podcast hören, die sind meist länger und Du brauchst Aufmerksamkeit. In 30 Minuten kannst Du kein Musikalbum hören, auch die sind länger - und vor allem auch emotionsabhängig. Von Filmen und Serien fangen wir garnicht erst an. Also sehr vieles was man unterhaltungstechnisch konsumiert, braucht einen recht großen Zeitblock. Spiele hingegen brauchen das nicht! Ich habe damals schon als Kind super gern Gameboy auf den Schulweg gespielt, weil Busfahren in erster Linie öde ist. Genauso wie Zug und Bahn.
Daher bevorzuge ich eben seit jeher Spiele die man recht kleinteilig portionieren kann. Außerdem kann ich mit der modernen Machart vieler Spiele nichts anfangen. Ich will, dass Spiele so sind wie sie waren als ich Kind war: Fokussiert auf Gameplay und am besten frei von Blut und Leichen.

Und so spiele ich heute noch Spiele: Selten länger als eine Stunde durchgängig. Sondern sehr kleinteilig, sei es die 30 Minuten vorm schlafen oder so mal zwischendurch.
Ok da sind wir total unterschiedlich. Ich spiele nie nur 30min. Ich fahre weder Bus noch Bahn. Und wenn ich mal wirklich kur 30min „überbrücken“ muss lese ich was im Netz.
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tsch
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von tsch » 20. Okt 2019, 12:10

Theoretisch kann beides sehr gut sein - sieht man auch an meinen 2 aktuellen Spielen:
  • Yooka Laylee and the impossible Lair: Platformer im Stile von DKC Returns, wo es rein um das Gameplay geht
  • AI: The Somnium Files: Visual Novel, wo es mehr oder weniger ausschließlich um die Story geht
Generell lässt sich die Frage für mich aber schwer beantworten, weil ich nur vom Status Quo ausgehen kann und da ist es eben so, dass Spiele aktuell noch sehr schlecht im Geschichtenerzählen sind. Viele merken das vielleicht gar nicht so sehr, weil sie nur Spiele kennen, aber ich denke, dass jeder Leser bei Videospielen häufig denkt: Naja, das ist schon ok, aber sobald ich das mit einem Buch vergleiche, dagegen wirkt die Geschichte eines Spiels einfach echt mies :ugly: .

Ausnahmen bestätigen die Regel, aber generell tendiere ich schon zum eigentlichen Begriff - Spiel. Am meisten Spaß macht die Interaktion und Bewegung innerhalb einer Spielwelt. Story, genauso wie Aussehen, sind häufig wichtige Elemente, aber entscheidend ist das Gameplay.

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schneeland
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von schneeland » 20. Okt 2019, 12:27

Ich habe mal beides mit Augenmerk auf Story angekreuzt - einerseits, weil auch storylastige Spiele oder solche, die vor allem von ihrer Atmosphäre leben, eine gewisse Gameplay-Qualität/Vielfalt benötigen, damit es mir nicht fad wird, andererseits weil ich zwar schwerpunktmäßig Story&Atmosphäre-Titel spiele, aber immer mal wieder ein Gameplay-Titel dazwischen rutscht. Doom (2016) hab' ich z.B. eher nicht wegen der Story gespielt (die hätte man echt auch weglassen können - hätte das Spiel sogar besser gemacht ;)); selbiges gilt für Super Mario Odyssey.

Das Trickreiche an der Sache: gerade für Storyspiele brauche ich längere, ununterbrochene Zeitfenster, in denen ich mich dem Spiel widmen kann - die habe ich aber kaum noch. Einerseits liegt das daran, dass ich objektiv weniger Zeit habe, andererseits sind aber Computer-/Videospiele in meiner persönlichen Hobbyprioritätenliste auch einfach nach unten abgerutscht. Wenn die Titel dann noch, wie ja schon festgestellt, eher länger als kürzer werden, führt das halt dazu, dass ich alle paar Monate mal ein <10h Indiespiel spiele, und ansonsten lieber zum Sport gehe oder was lese.

P.S.: Wenn Du wirklich 60h/Woche netto (sprich: Pausen und Anfahrten bereits rausgerechnet) arbeitest, möchte ich aus eigener Erfahrung dazu raten, das zumindest mittelfristig runterzufahren. Der Körper reagiert auf lange Stressphasen nach einer Weile erstaunlich beleidigt ;)
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BummsGeordy
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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von BummsGeordy » 20. Okt 2019, 12:42

Vielen Dank für die vielen und ausführlichen Antworten - das macht mir richtig Freude! :) Auf einige Punkte möchte ich gerne eingehen:
Tyrosh22 hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:15
Wenn schon das große Thema mit der (Lebens-)Zeit und deren sinnvolle Investition aufgemacht wird: Man könnte doch jetzt auch sagen, dass Geschichten Zeitverschwendung sind. (...) -- und diese unechte, synthetische Gefühlsmaschinerie soll meine Lebenszeit jetzt mehr verdienen als Zahlen, mehr Draufhauen, mehr Level?
das ist ein sehr sehr guter Punkt und etwas, das durchaus tiefergehender diskutiert werden sollte. ich sehe es so:

1. Man kann mit ALLEM fatalistisch umgehen. Das Leben generell: gibt es überhaupt Sinn? Was bedeutet Freude? aber wir gehen einfach mal davon aus, dass jeder für sich irgendeine Form von Wert und Bedeutung finden kann - sonst würde man kaum weiterleben

2. Warum sind für mich Geschichten (das was ich damit meine) keine Zeitverschwendung? (wenn sie gut gemacht sind?). Weil sie mich, mein Leben, meine Gedanken, meine Emotionen und mich als Mensch in dem was ich bin berühren und beeinflussen können:
- Trauer ist etwas, das man vielfältig durchleben kann. Tod, Verlust,... es kann durchaus heilsam sein den Umgang anderer mit Trauer/Verlust etc. zu sehen und darin zu fühlen, dass man möglicherweise nicht alleine ist, einen neuen Aspekt des Umgangs damit erkenne oder auch einfach für einen gewissen Moment dieses Gefühl zulassen und es nicht verdrängen
- (obiges trifft auf alle möglichen Emotionen zu)
- Eine Geschichte kann (sofern sie gut gemacht ist) gewisse universelle "Wahrheiten" aufdecken oder von neuen Seiten beleuchten. Dies kann Freude bringen oder vielleicht sogar einen neuen Gedanken, den man so nicht hatte
- über interessante Prämissen und Geschehnisse kann man lange nachdenken.. "was wäre wenn" usw. - das kann intellektuell wie emotional stimulierend sein
- nur weil etwas "ausgedacht" ist, heißt es ja nicht, dass es unecht oder weniger wert ist. Letztlich kommt es auf den Rezipienten an. Wenn eine Geschichte durch die Form ihrer Präsentation in mir glaubhaft wirkt und ich "mitfühle", dann sind die Emotionen in mir echt - egal, ob diese nun auf "wahren Begebenheiten" oder "ausgedachten Geschichten" beruhen.

3. Zahlen/Leveln/Inventar/... kann zwar grundsätzlich auf einer gewissen mittelbaren Ebene auch Freude bereiten (sieht schöner Aus, Symbol von etwas Schwierigem/Erreichten, neue Optionen im Gameplay, usw usw), aber berührt mich das ernsthaft tiefergehend? mich zumindest nicht.
VikingBK1981 hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:18
Für mich ist die Geschichte Hauptgrund für ein Spiel. Spiele wie die von Nintendo, die fast ausschließlich über das Gameplay begeistern, ziehen bei mir schon lange nicht mehr.
Ja. Ich kann rational verstehen und nachvollziehen, dass Nintendo Spiele handwerklich gut gemacht sind und offensichtlich viele Fans haben. Aber ich hab noch nicht ein einziges Nintendo-Spiel erlebt, das mir WIRKLICH tiefergehende Freude bereitet hat. Die absolute Beliebigkeit und Austauschbarkeit fesseln mich nicht.

Ich kann Mario, Zelda u.ä. spielen und erkennen, dass es von Artwork, Gameplay und Leveldesign etc. handwerklich großartig ist - aber es macht mir keinen Spaß - es motiviert mich nicht und lässt mich leer und traurig zurück.
Stuttgarter hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:34
(...)
Aber eine Frage - warum zum Henker hast Du "Musik" bei der Story eingeordnet? :o Die ist - in meinen Augen - eine dritte Kategorie, genauso wie alles, was mit der Grafik zusammenhängt: Atmosphäre. Jene ist aber für beide anderen Kategorien essentiell.
ein toller Beitrag. vielen Dank dafür! :) Ich sehe es zwar größtenteils anders (bzw. genauer: ich ERLEBE es für mich anders), aber dein Beitrag gefällt mir! :)

kurz zu dem "noch keine Story gefunden, die dir das gibt, was ein Buch/Film/... kann" → mag sein, dass du dazu keinen Zugang hast, aber Bsp. wären für ich tatsächlich so etwas wie Life is Strange (1), Dreamfall, Beginner's Guide, usw usw... die haben mich teils genauso/besser berührt/mitgerissen/motiviert wie gute Filme/Bücher,..

und nun zu deiner Frage wieso ich Musik dazu zähle:

Ich kann verstehen, dass man Spiele auch anders oder feingliedriger aufteilen kann. Letztlich habe ich mich dazu entschlossen alles, was einen meiner 2 Hauptpunkte zuliefert darunter zusammenzufassen:

Musik kann selbst eine Geschichte erzählen, eine Story oder einen Moment unterstützen/konterkarrieren usw... und innerhalb des Spieles trägt die Musik für mich (wenn sie gut ist) dazu bei die Geschichte zu unterstützen, zu untermalen oder ggf. zu ergänzen (Motive die sich ändern, Dinge ankündigen usw...)

Den Punkt mit der Atmosphäre kann man so sehen - habe nichts dagegen, allerdings kann ich Atmosphäre für mich mehr im Bereich "Geschichte" unterbringen, als im Gameplay wo es auf Fertigkeiten, Geschicklichkeit, Min/Max, Strategie, Pläne usw. ankommt :)
Axel hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:45
Ich glaube der der Threadersteller hat bisher die falschen Gameplay-Spiele gespielt. Besonders wenn man wenig Zeit hat, sind Gameplay orientierte Spiele doch sehr gut! Hier mal ein Level, da mal ein Rätsel. 10 bis maximal 15 Minuten Abwechslung. Und das muss auch nicht sonderlich schwer sein. Ein Spiel wie Mimpi Dreams sieht hübsch aus, ist nicht schwer und geradezu hervorragend um ein wenig zwischendurch abschalten zu können. Oder auch das neue Home Sheep Home!

Ich finde Zeitvertreib nichts schlimmes. Denn es gibt ja genug Alltagsmomente die Nerven: Bus, Bahn, Wartezeiten in Ämtern oder beim Arzt. Schön, wenn man dann eine Switch zur Hand hat!
also ich sehe das anders ;) ich hab schon sehr viel mehr gespielt, als ich erwähnt habe. Ich kenne deine Beispiele nicht werde sie mir aber sehr gern bald ansehen! :)

Wenn ich nur 10-15 Minuten Zeit habe, dann fülle ich diese lieber mit "wichtigeren" Dingen als einfach nur irgendwelches bedeutungslosen Minispielen (dazu zählt für mich Minirätsel, Match4 und was nicht alles). Ich muss mit meiner Zeit viel zu sehr haushalten, als dass ich für meine 10-15 Minuten "Freizeitblöcke" solche für mich sinnlosen Tätigkeiten "opfere".

aber ich schaue mir deine Beispiele an und werde berichten! :)
Tengri Lethos hat geschrieben:
20. Okt 2019, 11:31
Davon losgelöst: Ich brauche immer eine für mich funktionierende Story als Grundmotivation. Jetzt führt aber genau das bei mir (aufgrund meines Alters und Lebenssituation) dazu, dass ich echt viel Zeit in Spiele stecke, die für mich von vorneherein sehr kleinteilig portionierbar sind. Eine PES Partie: 15 Minuten. Eine Runde BFV: 20-30 Minuten. Einfach weil ich bei Story Spielen auch gerne in der Welt versinke und dafür aber a) lange Sessions und b) diese über einen längeren Zeitraum brauche. Ein Last of Us nur alle 2 Wochen mal 1-2 Stunden spielen? No way...
Und das führt zu der paradoxen Situation, dass obwohl ich heute sehr gerne spiele, ich es immer weniger tue.
wow - das hat etwas so gut getroffen und auf den Punkt gebracht, was bei mir so diffus und undeutlich geschmort hat. Danke! :)

Axel hat geschrieben:
20. Okt 2019, 11:47
VikingBK1981 hat geschrieben:
20. Okt 2019, 10:52
Das habe ich noch nie verstanden. Wenn ich wenig Zeit habe, warum sollte ich dann spielen?
Als Entspannung! :)

In 30 Minuten kannst Du kein Podcast hören, die sind meist länger und Du brauchst Aufmerksamkeit. (...) Spiele hingegen brauchen das nicht! Ich habe damals schon als Kind super gern Gameboy auf den Schulweg gespielt, weil Busfahren in erster Linie öde ist. Genauso wie Zug und Bahn.
Daher bevorzuge ich eben seit jeher Spiele die man recht kleinteilig portionieren kann. (...)

Und so spiele ich heute noch Spiele: Selten länger als eine Stunde durchgängig. Sondern sehr kleinteilig, sei es die 30 Minuten vorm schlafen oder so mal zwischendurch.
ein interessanter Punkt, wo wir offensichtlich einfach völlig anders gepolt sind: Ich kann in 30 Minuten sehr wohl Podcasts hören.
Ich fahre Auto oder arbeite oder habe andere Verpflichtungen. Ich bin so gut wie nie in der Situation, dass ich irgendwo sitze - nichts machen muss oder mich nicht konzentrieren muss, wo ich einen Handheld benutzen könnten.

Spielen heißt also: nur dann wenn ich zuhause bin, gar nichts anderes machen muss mir Zeit nehmen, Fernseher/Konsole (oder Rechner) anschmeißen und dort explizit NUR eine Sache konsumieren. Das passt bei mir nicht zu dieser Kleinteiligkeit die du bevorzugst.

schneeland hat geschrieben:
20. Okt 2019, 12:27
Ich habe mal beides mit Augenmerk auf Story angekreuzt - einerseits, weil auch storylastige Spiele oder solche, die vor allem von ihrer Atmosphäre leben, eine gewisse Gameplay-Qualität/Vielfalt benötigen, damit es mir nicht fad wird, andererseits weil ich zwar schwerpunktmäßig Story&Atmosphäre-Titel spiele, aber immer mal wieder ein Gameplay-Titel dazwischen rutscht. Doom (2016) hab' ich z.B. eher nicht wegen der Story gespielt (die hätte man echt auch weglassen können - hätte das Spiel sogar besser gemacht ;)); selbiges gilt für Super Mario Odyssey.

Das Trickreiche an der Sache: gerade für Storyspiele brauche ich längere, ununterbrochene Zeitfenster, in denen ich mich dem Spiel widmen kann - die habe ich aber kaum noch. Einerseits liegt das daran, dass ich objektiv weniger Zeit habe, andererseits sind aber Computer-/Videospiele in meiner persönlichen Hobbyprioritätenliste auch einfach nach unten abgerutscht. Wenn die Titel dann noch, wie ja schon festgestellt, eher länger als kürzer werden, führt das halt dazu, dass ich alle paar Monate mal ein <10h Indiespiel spiele, und ansonsten lieber zum Sport gehe oder was lese.

P.S.: Wenn Du wirklich 60h/Woche netto (sprich: Pausen und Anfahrten bereits rausgerechnet) arbeitest, möchte ich aus eigener Erfahrung dazu raten, das zumindest mittelfristig runterzufahren. Der Körper reagiert auf lange Stressphasen nach einer Weile erstaunlich beleidigt ;)
Es ist schön zu lesen, das sich mit diesem "Phänomen" und meiner Herangehensweise nicht allein bin. Was du geschrieben hast, kann ich genauso unterschreiben.

Zu den 60h → alles ist immer eine Sache der Abwägung und Priorisierung. "Spaß" macht mir das nicht und ich werde zumindest mittelfristig auch grundsätzlich etwas daran ändern. Für einige Jahre zahle ich aber diesen "Preis", weil ich damit Dinge erreiche und akzeptiere, die mir anders nicht möglich erscheinen. Aber du hast Recht: das was ich mache ist nicht gesund und es leidet Vieles darunter (Gesundheit, Beziehung, Familie, und eben auch Hobbys)

************************************************

und jetzt noch etwas Anderes: interessanterweise gibt es einige sehr merkwürdige Ausnahmen. Auch wenn mich eigentlich fast nur Story/Geschichten grundlegend motivieren, gibt es durchaus Ausnahmen, die mir trotz zum teil gänzlich fehlender Story sehr viel Freude bereitet haben - allerdings kann ich mir nicht erklären, wieso das ausgerechnet bei diesen Spielen der Fall ist und bei anderen nicht. Rein objektiv müssten mir dann nämlich andere Games auch gefallen - tun sie aber nicht. Spiele fast ohne Story die ich großartig finde und fast "gesichtet" habe sind z.B.

- VVVVVV
- GameDevStory
- Duke Nukem 3D
- Alien Isolation (viel zu lang für das bisschen "Story", aber Nostalgie, Atmosphäre und das Ganze Drumherum haben mir trotzdem so viel Freude bereitet, dass ich dieses gänzlich zu lange Spiel durchgespielt hab)
- Portal
- Talos Principle (gut - da gab es prätentiöses Pseudophilosophieren ;) )
- Doom (neu)
- Mirror's Edge
- Bastion (wirre Mischung - aber selbst da hab mich wohl eher die Story gezogen)
- Rymdkapsel
- Stanley Parable
- Minecraft

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Re: Gameplay vs Geschichte

Beitrag von Stuttgarter » 20. Okt 2019, 13:10

BummsGeordy hat geschrieben:
20. Okt 2019, 12:42
ein toller Beitrag. vielen Dank dafür! :) Ich sehe es zwar größtenteils anders (bzw. genauer: ich ERLEBE es für mich anders), aber dein Beitrag gefällt mir! :)

kurz zu dem "noch keine Story gefunden, die dir das gibt, was ein Buch/Film/... kann" → mag sein, dass du dazu keinen Zugang hast, aber Bsp. wären für ich tatsächlich so etwas wie Life is Strange (1), Dreamfall, Beginner's Guide, usw usw... die haben mich teils genauso/besser berührt/mitgerissen/motiviert wie gute Filme/Bücher,..

und nun zu deiner Frage wieso ich Musik dazu zähle:

Ich kann verstehen, dass man Spiele auch anders oder feingliedriger aufteilen kann. Letztlich habe ich mich dazu entschlossen alles, was einen meiner 2 Hauptpunkte zuliefert darunter zusammenzufassen:

Musik kann selbst eine Geschichte erzählen, eine Story oder einen Moment unterstützen/konterkarrieren usw... und innerhalb des Spieles trägt die Musik für mich (wenn sie gut ist) dazu bei die Geschichte zu unterstützen, zu untermalen oder ggf. zu ergänzen (Motive die sich ändern, Dinge ankündigen usw...)

Den Punkt mit der Atmosphäre kann man so sehen - habe nichts dagegen, allerdings kann ich Atmosphäre für mich mehr im Bereich "Geschichte" unterbringen, als im Gameplay wo es auf Fertigkeiten, Geschicklichkeit, Min/Max, Strategie, Pläne usw. ankommt :)
Freut mich, dass es Dir gefällt. :)

Und Musik hat natürlich diese Funktion in Spielen (so wie im Hörspiel oder Film ja auch) - aber sie hat genauso die Funktion, das Gameplay zu kommentieren. Die extreme Form wäre sicher "Mickey Mousing" (ein Begriff aus der Filmmusik, der ausdrückt, dass die Musik exakt zu dem Geschehen auf der Leinwand geschieht, also beispielsweise "Flasche fällt runter -> Beckenschlag" oder "Kinnhaken -> lauter Orchestersound") - dürfte in Spielen schwierig sein. Außer, wir reden über Rhythmusspiele (das fantastische Final Fantasy Theatrhythm für den 3DS wäre da erwähnenswert) - oder gleich die Musiklevels aus "Rayman Legends": https://www.youtube.com/watch?v=7m5YQrucis8&t=72s

Aber trotzdem leistet gute! Spielmusik für das Gameplay das gleiche wie für die Story.

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