[Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

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DaFrenz
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von DaFrenz »

Ich finde Sebastians Blickwinkel durchaus legitim. Selbst in der Enthusiasten-Nische wird es in zig Jahren ohnehin nur einem winzigen Bruchteil der Spieler auffallen, dass ihre alten PS3s in der Abstellkammer inzwischen explodiert sind.

Ja, alte Spiele werden verloren gehen. So ist das eben, insbesondere in Walled Garden Ökosystemen. Das kann man dramatisch finden, oder akzeptiert es mit Gelassenheit. Nichts hält ewig.

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Leonard Zelig
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Leonard Zelig »

Es geht weniger um den einzelnen Spieler. Museen und Forscher sollten auch in 500 Jahren noch die Möglichkeit haben die Titel lauffähig zu machen, die wir aktuell spielen. Wenn Spiele wirklich Kulturgut sein wollen, dann sollten die Hersteller eine gewisse Zeit nach Release staatlichen Archiven den Quellcode übergeben. Bei Filmen und Serien ist sowas bereits Pflicht in den USA. Die Mona Lisa ist 500 Jahre alt und lässt sich immer noch von jedem betrachten. Damit das bei Spielen auch möglich ist, darf man die Erhaltung nicht alleine der Industrie überlassen. Von daher finde ich es eigentlich gut, dass das Thema durch die CMOS-Problematik wieder auf den Tisch kommt. Auch eine PS3 sollte in 20 Jahren noch lauffähig sein in einem Computerspielmuseum, von denen es leider viel zu wenige gibt in Deutschland.
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Vinter
Foul Tarnished
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Vinter »

Das funktioniert in anderen Medien ja auch nicht. Zahllose Bücher, Filme, Musikstücke, Gemälde, Zeitschriften und Magazine sind für immer verloren. Und da hört es ja noch längst nicht auf: Was ist mit historischen Autos und Flugzeugen, Zeppelinen und Dampfmaschinen? Da haben wir den unweigerlichen Verlust ja ebenfalls akzeptiert. Ich würde daher auch zu einer etwas entspannterer, pragmatischerer Haltung raten: Es lässt sich eh nicht verhindern.

Natürlich ist ein kapitalistisches Wirtschaftsunternehmen sowieso der Letzte, dem an der Bewahrung eines Kulturgutes liegt. Insofern liegt es eh
mal wieder an den Enthusiasten, Spiele zu sichern. Und wenn ich mir die Rom-Seiten dieser Welt so ansehe: Das klappt eigentlich recht gut. Man überlege sich mal, was für eine obskure Hardware nötig ist, um Module auszulesen - und dennoch gibt es ein extrem umfangreiches Archiv an Spielen, auf die man mit einem einzigen Klick Zugriff hat. Ich hab mir erst die Tage auf meinem Handy Retroarch installiert, einen modularen Universalemulator. Die Büchse der Pandora namens JRPGs aus den 90ern und 2000ern ist damit geöffnet....

Schwierig wird es zugegeben, wenn Spiele ausschließlich per Stream kommen. Aber bis dahin sehe ich noch kein wirkliches Problem: So lange die Dateien tatsächlich noch auf unsere Geräte kommen, wird es Leute geben, die sie archivieren.
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Smutje187
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Smutje187 »

Andererseits wäre es sicherlich eine aufsehenerregende Marketingmaßnahme wenn ein Hersteller den Code für ein (ehemaliges) online-only Game so aufbereitet, dass man es zumindest in einem Museum mit mehreren Spielern lokal spielen kann (ich könnte mir beispielsweise eine Installation mit mehreren Konsolen in einem Raum vorstellen).

Oder wenn ein Hersteller die Anleitung zur Herstellung der Peripherie (zum Beispiel mittels 3D-Drucker) aufbereitet und öffentlich stellt - damit sich Menschen auch noch in 25 Jahren die Wii-Controller nachbauen können.

Erinnert sich noch jemand an die Zeit, in der man selber dedicated Server aufsetzen konnte und nicht auf Wohl und Wehe eines Herstellers angewiesen war? Tja... ;)

DaFrenz
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von DaFrenz »

Ich denke von solchen Wünschen müssen wir uns verabschieden. Es ist für die Anbieter einfach nicht wirtschaftlich interessant und in der Politik hat das Thema keine Lobby. Zudem wird es, je aufwändiger die Spiele werden, immer unrentabler die Titel später nochmal aufzubereiten. Das beste auf das man hoffen kann ist eine gesunde Emulatoren-Szene. Und auch da wird es wohl zukünftig schwierig, wegen Streaming und wahrscheinlich auch einem zunehmend härteren Vorgehen der Rechteinhaber.

ZiggyStardust
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von ZiggyStardust »

Vinter hat geschrieben:
28. Apr 2021, 00:05
Das funktioniert in anderen Medien ja auch nicht. Zahllose Bücher, Filme, Musikstücke, Gemälde, Zeitschriften und Magazine sind für immer verloren. Und da hört es ja noch längst nicht auf: Was ist mit historischen Autos und Flugzeugen, Zeppelinen und Dampfmaschinen? Da haben wir den unweigerlichen Verlust ja ebenfalls akzeptiert. Ich würde daher auch zu einer etwas entspannterer, pragmatischerer Haltung raten: Es lässt sich eh nicht verhindern.
So sehe ich das auch beim Klimawandel. Er lässt sich nicht mehr aufhalten, wir müssen aber lernen damit umzugehen (mehr Klimaanlagen in Gebäuden, künstliche Bewässerung von Feldern, Entsalzung von Meerwasser).

Es ist dennoch schade, dass viele Filme aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einfach verbrannt sind und es keine anderen Kopien mehr gibt. Spiele konnten von Anfang an auch digital gespeichert werden, daher sehe ich bei diesen das Problem nicht so kritisch. Zwar werden manche Konsolen irgendwann nicht mehr laufen, weil das Innenleben den Geist aufgegeben hat, aber dann muss man die exklusiven Spiele für diese Systeme einfach emulieren oder diese Konsolen nachbauen. Gibt ja einige Retro-Konsolen, die z.B. das Super Nintendo dank Field Programmable Gate Array (FPGA) perfekt emulieren.

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Gonas
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Registriert: 2. Okt 2016, 14:47

Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Gonas »

Vinter hat geschrieben:
28. Apr 2021, 00:05
Das funktioniert in anderen Medien ja auch nicht. Zahllose Bücher, Filme, Musikstücke, Gemälde, Zeitschriften und Magazine sind für immer verloren. Und da hört es ja noch längst nicht auf: Was ist mit historischen Autos und Flugzeugen, Zeppelinen und Dampfmaschinen? Da haben wir den unweigerlichen Verlust ja ebenfalls akzeptiert. Ich würde daher auch zu einer etwas entspannterer, pragmatischerer Haltung raten: Es lässt sich eh nicht verhindern.
Finde die Haltung schwierig. Ja, natürlich, wir werden nicht alles für die Nachwelt retten können, aber wir können es doch zumindest versuchen. Einfach aufzugeben und die Zeit machen zu lassen halte ich da für die falschen Umgang. Nicht umsonst wird ja bei Büchern, Musik, Gemälde etc. mittlerweile sehr viel versucht das bestehende doch noch zu erhalten.

Ich finde es einfach tröstlich zu wissen, dass die Kultur von früheren Generationen weiterexistiert, und sei es nur für irgendwelchen zukünftige Kulturwissenschaftler. :violin:

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JPS
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von JPS »

Die Konsolenhardware kann weit länger erhalten bleiben als manche denken. Man kann die anfälligsten Komponenten wie Kondensatoren ersetzen und die Wärmeleitpaste erneuern. Die eigentlichen CPUs und sonstigen Chips sind im Vergleich dazu deutlich länger haltbar, so dass tatsächlich die Verfügbarkeit der digitalen Inhalte über die ursprünglichen Stores das weit größere Problem als die Hardware darstellt.

Ansonsten gibt es auch noch die Möglichkeit die Hardware nachzubauen, was bis hoch zu 16 Bit-Systemen und Arcade-Hardware bis Mitte der 90er bereits in Form von FPGA-Lösungen passiert (die Saturn/PSX-Generation ist auch bereits in Griffweite). Dabei gibt es nicht nur die bekannten Lösungen, welche einfach die komplette Hardware ersetzen, sondern z.B. im Bereich der Arcade-Boards auch Ansätze bei denen einzelne Chips durch Nachbauten/FPGA ersetzt werden. Dadurch ist tatsächlich auch bei proprietärer Konsolenhardware die Software das weit größere Problem.

Dass man hier dann auf die ROM/ISO-Szene hoffen muss, nur weil die Betreiber der Stores kein wirtschaftliches Interesse mehr an den alten Inhalten haben (oder auch über die Jahre einfach vom Markt verdrängt werden und daher irgendwann schlicht nicht mehr existieren) ist IMO kein wünschenswerter Zustand.

Es ist zwar toll, dass bisherige Systeme immer geknackt werden konnten und daher alles als ROM/ISO erhalten bleibt, aber das wird mit der Zeit auch immer schwieriger werden werden, wenn die Schutzmechanismen verfeinert werden und nicht mehr auf irgendwelchen obskuren Lösungen basieren, die mehre Löcher haben als ein Schweizer Käse, sondern auf erprobten Verschlüsselungs-Techniken beruhen, an denen sich selbst Geheimdienste die Zähne ausbeißen. Bei aktuellen und künftigen Systemen würde ich daher nicht darauf vertrauen, dass das die ROM/ISO-Szene schon irgendwie lösen wird.

Physische Disk-Medien sind übrigens auch keine Lösung. Diese unterliegen auch einem Alterungsprozess und die Laufwerke machen irgendwann schlapp und müssen dann durch Optical Drive Emulators ersetzt werden, welche auch wieder auf die ROM/ISO-Szene angewiesen sind.

Außerdem ist auf den Disks ohnehin nur noch eine V0.9 Version ohne DLCs und Updates enthalten, so dass das nicht die wünschenswerte Version der Spiele ist, die man erhalten möchte.

Daher sind digitale Inhalte durchaus sinnvoll, aber eben nur wenn sie ohne DRM angeboten werden (wie z.B. bei GOG) oder wenn die Stores diese tatsächlich auch dauerhaft anbieten und nicht den Zugang nach 10-20 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen einstellen, nur weil der Mainstream daran kein Interesse mehr hat.

Wonko
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Registriert: 26. Jan 2018, 16:07

Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Wonko »

Hi, in der aktuellen Folge ist mir mal wieder etwas unangenehm aufgefallen, was ich auch in anderen Magazin-Folgen schon öfter bemerkt habe: Den vollständig auf Manipulation hin durchdesignten PR-Sprachprodukten von Unternehmen wird viel zu viel Raum zugestanden. Das bringt niemandem etwas außer in diesem Fall Ubisoft, und ich kann diese Art der Sprache auch ganz persönlich kaum noch ertragen. Ich würde mich freuen, wenn Sebastian mir die Arbeit abnehmen könnte, aus solchen Statements das herauszufiltern, was relevant und einigermaßen belastbar ist. Wenn PR-Abteilungen sich nicht klar ausdrücken wollen, sollte man sie nicht noch dafür belohnen, indem man sie aus Ratlosigkeit einfach 1:1 zitiert. Man darf auch einfach mal sagen, dass eine klare Stellungnahme von Ubisoft (z.b.) schlichtweg nicht verfügbar war, oder zumindest die jeweils relevante Kernaussage herausfiltern und den restlichen Sermon weglassen.

BlackSun84
Beiträge: 429
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von BlackSun84 »

Ich bezweifle, dass Ubisoft die neue Generation eigenständig überleben wird. Irgendwie bieten die zu wenig Spiele für zu viel Kostenaufwand an. Da muss nur das neue Assassin's Creed in 2022 floppen und schon brennt die Hütte. Erstaunlich ist hingegen, wie dumm Entwickler von MMOs selbst heute noch agieren, wo doch klar sein sollte, dass potentielle Spieler kaufbare Sachen erst einmal hassen. Sowas vor Release anzukündigen war schon 2011 dumm.

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Desotho
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Re: [Sammelthread] Das Magazin mit Sebastian

Beitrag von Desotho »

Ich würde nicht sagen, dass MMO Spieler kaufbare Sachen hassen. Man muss es halt klar kommunizieren und sollte ein Geschäftsmodell haben, das auch als fair empfunden wird.
El Psy Kongroo
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