Wichtel-Wertschätzungen 2019

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Dr. Zoidberg [np]
Cronjob of Justice
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Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Die Wichtelergebnisse findet ihr hier: viewtopic.php?f=2&t=5415

In dem Thread soll es nur um die Wertschätzungen zu den jeweiligen Titeln gehen.

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Varus
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Varus »

Da ist noch auf den 2018 Thread verlinkt. Ich wollte dieses Jahr aussetzen ^^
I'm Commander Shepard and this is my favorite singature on the Internet.

Legoli12
Beiträge: 173
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Legoli12 »

Hier entsteht eine Wertschätzung zu Katana Zero.

Sponsered by lnhh - Ein Forist wie sie und ich

Auftragskiller müsste man sein. Die haben so ein schön geregeltes Leben. Abends aufstehen, kurz zum Seelenklempner um den Auftrag zu holen und dabei angebrüllt zu werden, dass man nicht mit dem letzten Opfer reden sollte, angebrüllt zu werden, dass man mit dem nächsten Opfer nicht reden soll, und schon geht es los.
Das ist der typische Verlauf eines Tages in Katana Zero vor Beginn einer Mission.

Vor einigen der Missionen können wir noch kleinere Gespräche führen z.B. mit der Rezeptionistin eines Hotels. Interessant hierbei ist, dass wir die Leute unterbrechen können bevor diese fertig sind und diese dadurch sichtlich gereizt bis wütend werden. Dies hat mitunter auch Auswirkungen auf spätere Missionen.
SpoilerShow
Wer die Rezeptionistin wütend macht, hat anschließend Stress mit der Polizei und auch ihr Leben auf dem Gewissen.
In einer Mission sieht das ganze nun etwas anders aus. Vor Beginn eines jeden Abschnitts zieht sich unser „Held“ erstmal eine Ladung Chronos rein. Das dient in diesem Fall nicht der Verherrlichung des Drogenkonsums, sondern erlaubt unserem „Helden“ die Zukunft voraus zu sehen. Das ganze äußert sich dann darin, dass wir stehts eine mögliche Zukunft spielen, die unser Charakter voraussieht. Ganz nett daran ist, dass beim Ableben stehts die Worte „No… That won’t work“ aufploppen, bevor mit einem Tastendruck wieder am letzten Rücksetzpunkt landet. Und diese Worte wird man sehr oft sehen.

Ist der Schuss gesetzt und der Walkman angeschaltet, startet das eigentliche Gameplay bzw. noch nicht ganz es läuft eine kleine Animation über den Bildschirm wie wenn ein Band zurückgespult wird. (Das wird nachher noch einmal wichtig)
Aber jetzt geht es los! Im eigentlich Spiel haben wir sechs möglichen Optionen: Laufen, Hüpfen, Rollen, mit herumliegenden Gegenständen werfen, mit dem Schwert zuschlagen und die Zeit verlangsamen, wobei letzteres komplett pro Abschnitt nur begrenzt einsetzbar ist und nur zwanghaft für z.B. Kameras benötigt wird.

Die Dinge, die man mit Abstand am häufigsten tut sind Rollen, Werfen und zuschlagen. Das Rollen ist besitzt einige Invinciblity-Frames, was erlaubt an Gegner ranzukommen/ hinter sie zu kommen. Alternativ kann man aber auch eine Flasche in ihre Richtung werfen, damit diese die erste Kugel abfängt oder aber den Schütz direkt über den Jordan geleitet. Oder aber man rennt direkt auf sie zu und hat einfach das bessere Timing um abgeschossene Kugeln zurück zu schicken und den Feind direkt zu zerteilen.

So schnetzelt, rollt und hüpft man sich durch die Gegner. Diese reichen von Strong Terries (große Muskelmänner) über Skinny Rickies (Schmächtige Typen, welche Angriffe blocken können) zu Schützen verschiedenster Art (Maschinengewehr, Schrottflinte und Schild plus Pistole) zu den nervigen Drohnen.
SpoilerShow
Und gegen Ende sogar zwei Gegner, die ebenfalls unter dem Einfluss von Chronos stehen.
Ist ein Abschnitt des Levels geschafft so sieht man nochmal was man gerade angerichtet hat aus den Augen der „Überwachung“, was eben ein Referenz auf die Videorückspulanimation vom Anfang des Levels ist. Das ganze wird auch noch als weiteres Gimmick, da der Level auswahlbildschirm ein Videoregal mit den beschrifteten Videokassetten der Überwachung des jeweiligen Levels ist. Dies wird in Level 4 sehr clever für einen cleveren Twist genutzt.
SpoilerShow
In einem späteren Level schauen wir uns über eine Videokasseten an was im Gefängnis passiert ist bevor wir ankamen, mittels der gestohlenen Videobänder. Und man sich theoretisch die ganze Zeit Videobänder anschaut, passt es auch, dass man einfach die Kontrolle über den dortigen Charakter mit komplett eigenen Moveset und Chronosfähigkeiten übernimmt.
Ist man dann bei seinem Auftragsziel angekommen, hat man zwei Optionen: Das Ziel töten oder mit ihm reden. Seltsamerweise scheinen die Ziele einen immer zu kennen und begehen entweder Selbstmord oder werden von jemand anderem getötet, falls man mit ihnen redet.
Die ganze Story zu erzählen, warum man das alles macht, würde hier den Rahmen sprengen, da sie recht kompliziert ist, bis zum Ende immer wieder mit netten Wendungen aufwartet und noch nicht vollständig ist.
SpoilerShow
Stichwort Comedy und Tragedy und das kleine Mädchen


Nur so viel: Es gab 7 Jahre vor Spielbeginn einen Krieg zwischen New Mecca und den Cromag, welcher immer wieder thematisiert wird. Im Rahmen dieses Konfliktes wurde auch die Chronos Droge entwickelt und eine Eliteeinheit namens NULL geschaffen. Alle Opfer stehen mit Chronos oder der NULL Einheit in Verbindung. Das Spektrum reicht dabei von dem Gangster Boss V, der NULL Soldatin Headhunter, über den Hauptwissenschaftler des Nullprojektes (nur echt einem deutschen Namen Leon von Alvesleben) bis zum Psychiater.
SpoilerShow
Man meuchelt sich quasi durch die alle Leute die etwas mit dem Projekt zu tun zu haben um seine verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen


Alles in allem mochte ich dieses Spiel wirklich Sehr und freue mich auf eine Fortsetzung. Trotz vieler, vieler Tode.
Noch einmal vielen Dank an lnhh für das Spiel und ein fettes Sorry, dass das so lange gedauert hat.
Asche auf mein Haupt.
Zuletzt geändert von Legoli12 am 2. Apr 2020, 12:35, insgesamt 3-mal geändert.
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. - Cato der Ältere
(Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.)

lnhh
Beiträge: 2006
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von lnhh »

Bild

Spiel: killer7
Entwickler: Suda 51
Genre: Japano Wahnsinns Shooter
Releasedatum: 9. Juni 2005
UVP: 19.99Euro - (Steam)
Salepreis: 11,99Euro
HowLongToBeat: 13h

Erhaeltlich auf: PlayStation 4, Nintendo Switch, PlayStation 2, Nintendo GameCube, Microsoft Windows, Xbox One
Gespielt auf: Win10

Wichtel: Puschkin :clap:

Intro
Ich starte mit einer Erklaerung, Entschuldigung und Anschuldigung ;-)

Dieser Wichtel riss mich komplett aus der Komfortzone. Dies geschah sogar auf Nachfrage ("Was fuer Genres magst du nicht?", "Anime und Visual Novels..."). Ich bin nicht boese ;-) Eigentlich sogar mal ganz cool, einen Titel auszuprobieren, den man nur unter "Zwang" ausprobieren wuerde.
Daher die Entschuldigung, der Zwang war nicht genug, killer7 ist so ueberhaupt nicht mein Ding. Das Spiel ist fuer mich mehr Krampf als Spass. Es hapert an allen Ecken und Kanten, alles ist absolut abgefucked - im verruecktesten Sinne des Wortes. Mir ist das zu viel - ich steige da nicht durch. Das UI ist anstrengend und wendet sich aktiv gegen den Spieler.
Bereits nach einer Stunde musste ich eine Pause einlegen. 1-2h weitere werde ich diese Woche noch absolvieren.

Kurze Zusammenfassungen und Eindruecke folgen peu a peu unten:

Handlung
Der Spieler schluepft in die Rolle einer Person mit "multiplen Persoehnlichkeiten". Sein Ziel ist es, einen alten, totgeglaubten, Feind zu stoppen. Dieser sendet Selbstmordattentaeter aus, jede gilt es zu vernichten.
Da diese unsichtbar sind und sich nur durch "Lachen" verraten, nutzt der "Held" seine Scanfaehigkeit um die Attentaeter aufzudecken.

Grafik
Rudimentaer, aber ok. Urspruechnlich auf dem Gamecube erschienen.
UI ist eine Vollkatastrophe. Alles ist schlecht lesbar, der Spieler versteht schwer, in welchem Menu er sich gerade befindet, oder was die Symbole, Settings etc bedeuten.

Gameplay

Die 7 Charaktere, frei nach Wikipedia:
  • Harman Smith: Ein auf Betreuung angewiesener alter Mann mit uneingeschränkten Kräften; Waffe: panzerdurchdringendes Gewehr
  • Garcian Smith: "Der Reiniger" und Kopf der "Killer7", kann die anderen Persönlichkeiten wieder zum Leben erwecken; Waffe: Handwaffe mit Schalldämpfung
  • Dan Smith: Waffe: Revolver
  • KAEDE Smith: Kann mit Blutbad unsichtbare Hindernisse sichtbar machen; Waffe: automatische Handfeuerwaffe mit Fernrohr
  • Con Smith: Verfügt über außergewöhnliches Gehör, kann in Bereiche vordringen, die kein anderer erreicht; Waffe: Handfeuerwaffen mit Dual-Automatik
  • Coyote Smith: Meisterdieb und Schlossknacker, kann hohe Bereiche erklimmen, um über Dächer zu steigen; Waffe: modifizierter Revolver
  • Kevin Smith: Kann sich unsichtbar machen und hat eine Abneigung gegen Licht; Waffe: Messer
  • Mask de Smith: Kann durch massive Wände mit seinem Ringkampfangriff hindurchdringen und hat eine hohe Schmerzgrenze; Waffe: doppelter Granatwerfer
Es gibt noch 2-3 "NPC"s, davon ein Tutorial'geist'. Dieser taucht, zumindest am Anfang, staendig! auf und textet einen zu...


Spielablauf

Man waehlt einen der 7 Charaktere aus, laeuft auf vorgegebenen Pfaden durch die Level/Gebauedekompex. Scannt hierbei staendig per Klick die Umgebung um die Selbstmordattentaeter sichtbar zu machen.
Dann zielt man frei auf diese und knallt sie um. Je nach Waffe braucht dies 1 -> X Treffer.
Es gibt auch eine AutoAim Funktion.

Ich vermute es gibt Raetsel und kleinere Itemtodos, jedoch bin ich sowei nicht gekommen, das Gameplay steht sich selbst im Weg.


Sound/Atmosphaere

Sound: Sehr anstregend, grob und laut.
Atmosphaere: Verrueckt und nervig, alles ist chaotisch, die Steuerung ist eine Katastrophe, der Charakter bewegt sich auf Schienen, Zielen ist dann jeodch wieder frei. Alles fuehrt dazu, dass ich mich als Spieler nicht auf das Spiel einlassen kann, sondern mit dem Spiel an sich kaempfe.

Fazit
Genrefans greifen zu!
killer7 befindet sich auf einer Liste der 10 gefährlichsten Videospiele des thailändischen Gesundheitsministeriums.
Zuletzt geändert von lnhh am 10. Feb 2020, 16:52, insgesamt 9-mal geändert.
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lolaldanee
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von lolaldanee »

Hier gibt es nichts zu sehen

außer eine Wertschätzung zu Sunless Sea, die irgendwann mal kommt

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Darkcloud
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Darkcloud »

Ok durchgespielt hab ich es schon am 23. aber jetzt auch die Wertschätzung. Ich habe von nonameix MO:Astray bekommen.

Bild

Spiel: Mo:Astray

Entwickler: Archpray Inc.

Genre: Puzzle-Platformer

Preis: 12,99€ momentan auf 9.99€ reduziert

Spielzeit: Laut How long to beat 11h für die Story und 13h für Completioninsts. Bei mir waren es 8h für die Story und dann 10h um den Rest nachzuholen.


Grafik: Das Spiel ist im Pixellook gehalten, aber dabei recht detaliert. Der Hauptcharakter ist ein recht niedlich aussehender Schleimklumpen, generell ist der Stil des Spiels aber eher düster und die Hauptgegner sind Zombies und Ureinwohner des Planeten auf dem das Spiel spielt.

Sound/Musik: Die Musik ist meist eher Ambientlastig und wenig aufdringlich aber recht gut. Bei Bossen wechselt das aber zu recht epischer Musik die deutlich auffällig ist. Auch hier keine Musik die im Kopf bleibt, die aber auch recht gut ist.

Gameplay: Generell steuert man das Spiel indem man mit dem Stick in eine Richtung ziehlt und dort eine Ziellinie erscheint in deren Richtung man Mo schleudern kann. Ähnlich wie bei Angry Birds, aber mit sehr kurzer Reichweite. So etwas mehr als ein normaler Sprung in einem Jump and Run. Es ist praktisch die art in dem Spiel zu springen. Später gibt es auch einen Doppelsprung und die möglichkeit statt zu springen einen Dash auszuführen der Gegner oder Gegenstände rammen kann und etwas weiter geht. Ebenfalls kann man auch einfach mit dem linken Stick laufen. Dabei führt Mo kleine Hüpfbewegungen aus.

Man kann jeweils auch an Wänden und Decken heften bleiben und sich von dort weiter schleudern. Nach ein paar Minuten Spielzeit erhält man die Fähigkeit sich auf die Köpfe von Gegnern zu schleudern. und diese damit zu kontrollieren. Das ist vor allem dazu zu gebrauchen um dadurch schalter zu betätigen oder die Gegner auf schaltern zu plazieren. Ein paar Gegner erlauben es auch, dass man etwas erweiterte bewegungsoptionen hat.
Zu Sammeln gibt es Erinnerungsfragmente, hat man 5 davon erhält man einen weitern Lebenspunkt. Außerdem kann man die Gedanken bzw Erinnerungen von Gegnern auslesen und erfährt so mehr über die Story. Auch die werden geloggt und sind dadurch sammelbar.

Die Meiste Zeit ist der Fokus auf den Puzzeln. Der Geschicklichkeitsaspekt bezieht sich da vor allem auf die Exekution die teilweise schnell genug sein muss und auf das Timing. Die Puzzle sind meist nicht wirklich schwer und auch die Exekution ist zwar deutlich schwerer als bei den meisten Puzzle Platformern, aber auch mehr als gut machbar. Die Bosse hingegen sind eine echte Herausforderung und spielen sich oft ein wenig wie ein Dark Souls Boss. Man beobachtet die Moves und reagiert entsprechend darauf. Der Rätselaspekt tritt hier etwas zurück, jedoch ist immer das Ziel die Schwachpunkte des Bosses oft genug zu treffen. Wofür man dann wieder die Umgebung der Kampfarena nutzen muss.

Gespielt hab ich auf dem höchsten von 3 Schwierigkeitsgraden und dann beim 2. mal gegen den final Boss kämpfen für das andere Ende auf easy geschaltet. Meiner Beobachtung nach sind auf schwer vor allem die Geschwindigkeit der Gegnerischen Angriffe erhöht wird und auf Easy wohl die regeneration der eigenen Gesundheit sehr viel schneller ist.

Story:
Man wird als der Schleimhaufen Mo geboren und hat dabei eine Stimme im Kopf die einem sagt, das man eine Bestimmung hat die man erfüllen muss. Was die genau ist hat weiß die Stimme aber auch nicht mehr. Durch das auslesen der Gegner auf deren Kopf man sich plaziert und durch Comics welche man nach jedem Kapitel freischaltet welche dann auf ein paar Seiten teile der Story erzählen erschließt man sich warum man sich auf dem Fremden Planeten befindet, warum die Menschen der Kolonie alle zu Zombies geworden sind was generell vor sich geganngen ist. Das ist alles erstaunlich düster und wird im späteren Verlauf auch recht interessant.

Fazit: Ein angenehm fordernder Puzzle Platformer mit einem ungewöhnlich starken fokus auf die Geschicklichkeitselemente, gerade bei den Bossen. Wer Spiele aus dem Genre mag und nicht davon abgeschreckt ist, Reaktionsgeschwindigkeit zeigen zu müssen, dem spreche ich eine klare Empfehlung aus.

DaFrenz
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Registriert: 1. Mär 2017, 18:20

Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von DaFrenz »

Spiel: ‪Subsurface Circular‬

Entwickler: Bithell Games

Genre: Visual Novel

Preis: 5.99€ auf Steam, oft auf 4.79€ reduziert. Da das Spiel schon ne Weile draußen ist würde ich nicht allzubald mit einer größeren Preissenkung rechnen.

Plattformen: Nintendo Switch, iOS, Microsoft Windows, macOS

Gespielt auf Windows (Steam)

Spielzeit: Etwa 1-2 Stunden

Gewichtelt von EchnaTron. Vielen Dank! :)


Grafik: Die Spielgraphik besteht im Wesentlichen aus minimal 3D-animierten Androiden, die im einem fahrenden U-Bahn-Abteil herumsitzen. Steril und funktional, aber für dieses Spiel absolut passend.

Sound/Musik: Unaufdringlicher Ambientsound.

Gameplay: Subsurface Circular ist eine kurzer SciFi-Krimi, der vollständig über multiple-Choice Dialoge abgehandelt wird. Man spielt einen Androiden, der aufgrund seiner Programmierung in einer endlos fahrenden U-Bahn tief unter einer namenlosen Sci-Fi-Metropole lebt.
Im Laufe des Spiels unterhält man sich mit verschiedenen zusteigenden Androiden und wird so in eine mysteriöse Verschwörung hineingezogen.

Die Gespräche des Spiels werden über handelsübliche Multiple-Choice Dialogbäume abgehandelt. Zudem sammelt man immer wieder Schlüsselbegriffe, nach denen man seine Gesprächspartner befragen kann. Die Dialoge sind ganz gut geschrieben, aber komplett unvertont.
Ergänzt wird das Ganze durch ein paar einfache Knobeleinlagen, die aber niemanden vor allzu große Herausforderungen stellen sollten.

Fazit: Eine spaßige SciFi-Geschichte, die ihre technischen Limitationen auf interessante Art in den Plot einbindet. Ich war für einen Abend gut unterhalten, auch weil das Spiel zügig zum Punkt kommt und nicht unnötig Zeit schindet. Wer gerne eine kurze, bebilderte SciFi-Geschichte lesen möchte findet hier nettes Lesefutter für 5€. Den Preis finde ich akzeptabel, erwartet aber nicht zu viel. Kojima hat Zwischensequenzen produziert die länger dauern als dieses Spiel.

Es gibt auch eine Fortsetzung namens Quarantine Circular, die eine eigenständige Geschichte erzählt. Die Handlung ist diesmal etwas komplexer, spielerisch bleibt aber alles beim Alten. Insgesamt hat mir der Erstling besser gefallen.

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Dicker
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dicker »

Hellblade: Senua`s Sacrifice

Spielzeit: 9-10h

Wichtel: DexterKane

Ich denke die meisten haben von Hellblade bereits gehört. Das Spiel, das von Entwickler Ninja Theory selbst vertrieben wurde, um größtmögliche Freiheit zu haben. Das aussieht wie ein AAA Spiel, jedoch direkt für 30€ verkauft wurde, quasi ein Indipendent-AAA. Und vor allem, das man nur mit Kopfhörer spielen sollte. Ja wirklich nur mit Kopfhörer.
Denn Hellblade behandelt Psychosen. Und wie gut es das macht, realisiert man erst, wenn man sich am Ende die "beiliegende" Kurz-Doku zur Entstehung des Spiels ansieht und feststellt, dass sie weit mehr als nur die Stimmen in Senuas Kopf oder die optischen Unstimmigkeiten in der Spielwelt als Repräsentation einer Psychose eingebaut haben.

Gerade die Stimmen sind eines der Highlights des Spiels und wurden mit einem Spezialmicro aufgezeichnet, das man vielleicht aus so kurzen Audios, wie diesem hier kennt. Immer wieder beeindruckend.

http://www.youtube.com/watch?v=IUDTlvagjJA

Der Effekt nutzt sich zwar etwas über die Zeit ab und die Stimmen müssen die ganze Zeit quasseln, weshalb sie sich oft wiederholen und ein und denselben Fakt in 3 verschiedenen Arten erzählen (Sie wird es nicht schaffen. Du kannst das nicht schaffen. Wie willst du das hinbekommen? Ihr versteht).
Der Rest der Psychosen ist ebenfalls gut umgesetzt, wobei ich jetzt weniger das Gefühl hatte, dass ich mich so in diese Menschen hineinversetzen kann. Aber das ist wohl auch gar nicht das Ziel. Vielmehr soll verstehen, wie diese Menschen das alles als IHRE Realität wahrnehmen, so wie man die Spielwelt auch als wahr hinnimmt und nicht groß hinterfragt, sondern einfach in ihr spielt.

Spielkonzept:
Wo das Spiel schwächelt, ist beim eigentlichen Gameplay. Es besteht im Grunde aus den beiden Komponenten Rätsel lösen (vor allem Perspektive-Rätsel) und Gegner bekämpfen (meist mehrere zusammen).

Gerade der Anfang (ca. die ersten 2h) ist sehr repetitiv und die Rätsel anspruchslos. Ganz ehrlich, ich hatte danach schon keine Lust mehr groß weiterzuspielen.
Dazu kommt, dass man in den Startgebieten viel stärker als später die Begrenzung der Spielwelt sieht. So wirkt alles etwas gamey und einfach nur Mittelmaß, wie man es in zig Spielen schon besser gesehen hat.
Später werden die Rätsel etwas besser und abwechslungsreicher. Echte Kopfnüsse sind sie nie und wenn man sich mal dumm anstellt, helfen einem idR die Stimmen im Kopf weiter. Wenn man weiß, dass sie beim Rätsel Design Erfahrungen von echten Psychosepatienten verarbeitet haben, macht es das ganze aber irgendwie wieder besser.

Die Kämpfe sind an sich gar nicht schlecht gemacht. Schön wuchtig, das Parieren und Ausweichen funktioniert gut, die sehr nahe Kamera an Senua stört weniger als erwartet und mit der Zeit lernt man selbst einige neue Tricks.
Leider bekämpft man nicht einfach ein paar Gegner und weiter gehts. Nein, es kommen quasi immer Wellen, besiegt man z.B. 3 Gegner, erscheinen aus dem Nichts 2 neue Gegner und immer so weiter. Das können am Ende locker schon mal 10-12 Gegner in 4-5 Wellen sein.
Und das nervt irgendwann. Vor allem, da es nur 5 Gegnertypen gibt. Und wenn man dann öfters in der letzten Welle stirbt, von der man da noch nicht weiß, dass es die letzte ist, dann ist das auch etwas frustig. Und monoton. Wie gesagt, nur 5 Gegnertypen.
Leider ist das Kampfsystem etwas untererklärt und ich habe erst in den letzten 2 Spielstunden herausgefunden, dass man, wenn man nach viel HP-Verlust am Boden liegt, wieder aufstehen kann, wenn man wiederholt A am Controller drückt. Ich bin sonst einfach immer gestorben...
Was hingegen cool gemacht wurde, sind die Stimmen im Kopf, die einen warnen, zum Ausweichen auffordern ect. Erstaunlich intuitiv und so hat man sich die Richtungsanzeige gespart, die angibt, wo sich Gegner im Rücken befinden. Ich hatte es leider aber öfters, dass ich von frisch in meinem Rücken spawnenden Gegner getötet wurde, weil die z.B. nicht angesagt werden und sowieso schlecht zu erkennen wären, egal mit welchem System. Wie gesagt, öfters etwas frustig, aber ich wusste ja auch nicht, wie man wieder aufsteht.

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Und dann gibt es noch eine Passage, in der man sich in fast absoluter Dunkelheit an Monstern vorbeischleichen muss, die man nur hört, aber nicht sieht. Nach dem ersten Abschnitt dachte ich noch, ok, war gut machbar. Dann geriet es zum reinen Trail and Error. Bis ich auf die Idee kam, das Licht auszumachen. Siehe da, auf einmal waren die Schemen der Monster auszumachen und die nächsten Lichtkegel mehr als nur ein wages Flackern. Insgesamt ist diese Stelle imo einfach schlecht designt.
Was sie jedoch z.B. gut machen, sind faire Rücksetzpunkte und dass sie den Spieler immer subtil in die richtige Richtung lenken. Man sieht im Hintergrund immer, wo man hin muss.

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Grafik:
Die Grafik ist wirklich schön, allen voran die lebensnahen Gesichter. Man hat nie das Gefühl, dass etwas unnatürlich aussieht. Die Schauspieler machen einen top Job und dieser überträgt sich 1:1 in das Spiel. Wirklich ganz großes Kino, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Spielwelt ist detailliert und weist tolles Lighting auf, das dem Spiel immer die passende Atmosphäre verpasst. Auch wenn alles sehr statisch ist, insgesamt ist das Spiel eine Augenweide. Und stilsicher auch noch. Alles wirkt wie aus einem Guss.

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Sound:
Ich hatte es ja schon angesprochen, die Stimmen in Senuas Kopf. Wirklich toll. Auch der Rest weiß zu gefallen, wobei es jetzt keine epischen Musikstücke o.ä. gibt.

Geschichte:
So wirklich gefangen genommen hat mich die Geschichte nie. Es geht im Endeffekt nur um Senua, die ihren verstorbenen Liebhaber aus Hel holen will oder das Ganze nur in ihrem Kopf erlebt. Daneben wird einem etwas zu den nordischen Sagen vermittel. Aber nach einiger Zeit gingen mir die immer selben Themen und Motive der Geschichte auf den Sack. Dunkelheit hier, schrecklicher Vater da, verrückte Mutter dort und ach, du arme, arme Senua. Irgendwann hat man alles 3x gehört und dann kommt es noch 10x. So sehr ich die künstlerische Umsetzung einer Psychose lobend anerkennen kann, irgendwann war es auch genug.
Was mir auch aufgefallen ist, wie bei God of War gibt es keinen Schnitt, man bleibt immer an Senua kleben.

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Fazit:
Ja ist es denn nun was, oder nicht? Ich muss sagen, hätte man mich nach den ersten 2h gefragt und hätte ich mir nicht fest vorgenommen das Spiel zu Ende zu bringen, ich hätte wahrscheinlich die Lust am Spiel verloren. Doch dann schafft es das Spiel zum einen dank einer längeren Passage ohne nervige Kämpfe, einer tollen Atmosphäre und endlich mal etwas mehr Varianz in den Rätseln, das Blatt zu wenden.
Ist das Spiel jetzt gut? Ja und nein. Die Erfahrung ist sicher einzigartig, auch dank des tollen 3D-Sounds, und so gut wurde eine "Irre" selten in irgendeinem Medium abgebildet. Vor allem, wenn man weiß, was das alles zu bedeuten hat. Und grafisch ist es sowieso top.
Aber die endlosen und monotonen Kämpfe, die sich zwar cool anfühlen, aber auch schnell abnutzen und die recht einfachen Rätsel machen es mir schwer das Spiel uneingeschränkt zu empfehlen.
Man muss sich auf das Thema einlassen können und bewusst die Möglichkeiten wahrnehmen, die das Medium Videospiel bietet und psychische Krankheiten darzustellen. Wenn man das kann, dann ist dieses Spiel wahrscheinlich was für dich.
Wenn du aber jemand bist, für den die Story nur mittel zum Zweck ist und du geile und komplexe Spielmechaniken magst, dann wirst du mit dem Spiel nicht glücklich.

Eine finale Wertung fällt mir schwer, ich tendiere momentan zu einer 7/10.

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DieTomate
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von DieTomate »

lnhh hat geschrieben:
28. Dez 2019, 11:43
Fazit
Genrefans greifen zu!
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DexterKane
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von DexterKane »

Endless Space 2

Wichtel: Dr. Zoidberg

Genre: 4X Weltraum-Rundenstrategie

Spielzeit: 7 Stunden für diesen ersten Einblick. Für eine vollständige Bewertung müsste ich wahrscheinlich gut 70 Stunden reinstecken.
Da man 4X Spiele ja nie wirklich durchspielt, sei es mir zu verzeihen. :)

Fazit: Manchmal ist der zweite Sieger leider nur der erste Verlierer.

Screen2.jpg
Screen2.jpg (85.52 KiB) 2444 mal betrachtet

Endless Space 2 ist in vielerlei Hinsicht eine Art Civilisation IN SPACE!!!!
Man wählt eine Rasse/einen Herrscher, startet auf einem Heimatplaneten und schickt Scout Schiffe in benachbarte Systeme, findet (hoffentlich) besiedelbare Planeten und kolinisiert diese mit Siedlern. Währenddessen verbessert man seine bestehenden Systeme kontinuierlich mit Ausbauten (Ein Drhnensystem verbessert die Industrieleistung, Mega-Supermärkte erzeugen mehr Geld, etc.), oder baut im Raumhafen neue Schiffe.

Außerdem wird nebenbei kontinuierlich geforscht. Forschung ist in 4 Bereiche und mehrere Tiers aufgeteilt. Eine Tier 2 Technologie kann man erst erfoschen wenn man bereits mindestens 1 Tier 1 Technologie im selben Bereich hat, eine Tier 3 braucht mindestns 2 Tier 2 usw.

Bei der Erforschung stellt einem das Spiel eine Auswahl an Quests die bei Erfüllung temporäre Boni versprechen, weiterhin gbt es noch einzigartige Planeten mit besonders guten Voraussetzungen für die Besiedlung, sowie strategische und Luxusgüter, mit denen man seine Pops in eine bestimmte Richtung entwickeln kann. Jede Populationseinheit hat eine grundlegende Einstellung (militaristisch, ökologisch, etc.) und eine Stimme im Rat. Welche Fraktion im Rat die Mehrheit hat, bestimmt welche Gesetzgebungen man durchsetzen kann. Ein Aufruf zur Galaxisweiten Industrilisierung wird man also nicht umsetzen können, wenn der Rat mehrheitlich ökologisch eingestellt ist.

Außerdem trifft man früher oder später auf sogenannte geringere Zivilisation (ähnlich der Stadtstaaten aus Civ) und/oder andere Spieler.
Das Spiel scheint mir stark darauf ausgelegt, mittelfristig auf Kampf fokussiert zu sein, um vernünftig sagen zu können ob friefliches Vorgehen valide ist, müsste ich mindestens noch 20-30 Stunden reinstecken.

Das klingt erstmal ziemlich interessant und so als könnte es euch Spaß machen?
Ist es auch, einem 4X Fan kann ich das Spiel eigentlich uneingeschränkt empfehlen, gerade zu dem niedriegen Preis.

Wenn, ja wenn da nicht der Elefant im Raum wäre:
https://store.steampowered.com/app/281990/Stellaris/

Stellaris hat all die hier beschriebenen Mechaniken ebenfalls und setzt diese durchweg besser und stimmiger um.
Das einzige was im Vergleich wirklich für Endless Space 2 Spricht, ist die kürzere Dauer der eigentlichen Partien, da bei Stellaris eine einzige Partie ja locker 40+ Stunden dauern kann. Wenn man jetzt nicht der ultra Rundenpurist ist, wüsste ich nicht, warum man ES 2 Stellaris vorziehen sollte.

Unterm Strich ein tolles Spiel, das leider gegen den Genreprimus nicht ankommt: 8/10

Dazu sei aber noch gesagt, dass Stellaris bei meiner GOTD Liste auf Platz 2 steht, wer Stellaris also nicht mag hat an diesem eher konservativen Ansatz von 4X eventuell mehr Freude als ich.
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Dicker hat geschrieben:
5. Jan 2020, 21:24
Und dann gibt es noch eine Passage, in der man sich in fast absoluter Dunkelheit an Monstern vorbeischleichen muss, die man nur hört, aber nicht sieht. Nach dem ersten Abschnitt dachte ich noch, ok, war gut machbar. Dann geriet es zum reinen Trail and Error. Bis ich auf die Idee kam, das Licht auszumachen. Siehe da, auf einmal waren die Schemen der Monster auszumachen und die nächsten Lichtkegel mehr als nur ein wages Flackern. Insgesamt ist diese Stelle imo einfach schlecht designt.
Das klingt so als hättest du mit Maus und Tastatur gespielt?
Die Stelle ist mit Controller eine der besten im ganzen Spiel, weil das Spiel über die Vibration kommuniziert, wie nah du dich am einem Gegner befindest - was sich natürlich nur wahnsinnig schlecht auf M+T übertragen lasst

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Dicker
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dicker »

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
6. Jan 2020, 20:53
Dicker hat geschrieben:
5. Jan 2020, 21:24
Und dann gibt es noch eine Passage, in der man sich in fast absoluter Dunkelheit an Monstern vorbeischleichen muss, die man nur hört, aber nicht sieht. Nach dem ersten Abschnitt dachte ich noch, ok, war gut machbar. Dann geriet es zum reinen Trail and Error. Bis ich auf die Idee kam, das Licht auszumachen. Siehe da, auf einmal waren die Schemen der Monster auszumachen und die nächsten Lichtkegel mehr als nur ein wages Flackern. Insgesamt ist diese Stelle imo einfach schlecht designt.
Das klingt so als hättest du mit Maus und Tastatur gespielt?
Die Stelle ist mit Controller eine der besten im ganzen Spiel, weil das Spiel über die Vibration kommuniziert, wie nah du dich am einem Gegner befindest - was sich natürlich nur wahnsinnig schlecht auf M+T übertragen lasst
So Games spiele ich immer mit Controller und der hat an anderen Stellen auch als Hinweis vibriert. Hier kann ich mich aber nicht daran erinnern. Weil so gut das Sounddesign sonst war, dort konnte ich die Monster akustisch eher schlechter orten, vor allem, da es später mehrere werden.
Das war so eine der Stellen, an der Senuas Arm eigentlich bis zu ihrem Kopf hätte faulen müssen, so oft bin ich da gestorben. Aber das war auch nur ein Bluff der Entwickler (zum Glück).

Edit: In meinem Text klingt es so, als müsste man im Spiel das Licht ausmachen, aber ich meinte bei mir im Raum ^^

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ProfessorFutura
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von ProfessorFutura »

Dicker hat geschrieben:
5. Jan 2020, 21:24
Und dann gibt es noch eine Passage, in der man sich in fast absoluter Dunkelheit an Monstern vorbeischleichen muss, die man nur hört, aber nicht sieht. Nach dem ersten Abschnitt dachte ich noch, ok, war gut machbar. Dann geriet es zum reinen Trail and Error. Bis ich auf die Idee kam, das Licht auszumachen. Siehe da, auf einmal waren die Schemen der Monster auszumachen und die nächsten Lichtkegel mehr als nur ein wages Flackern. Insgesamt ist diese Stelle imo einfach schlecht designt.
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HerrReineke
Archduke of Banhammer
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von HerrReineke »

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Spiel: Baba is you
Entwickler: Arvi "Hempuli" Teikari
Plattformen: Steam [Windows / Linux / macOS] / Switch
Preis: regulär 12,49, Bestpreis: 8,74 €
Spielzeit: laut HLTB zwischen 4 - 42,5 Stunden :ugly:
Opencritic: 84 % bei bislang lediglich 10 Reviews
Gewichtelt von: olipool :clap:

Das Spiel
Baba is you ist ein Rätselspiel, bei dem man die Logik eines jeden Spiels manipuliert um ans Ziel zu gelangen. Die Logik, also die Regeln des Levels, haben eine "körperliche" Repräsentation auf dem Spielfeld selbst, in Form von simplen Sätzen, deren Wörter jeweils einzeln behandelt werden. Das titelgebende "Baba is you" besteht dabei also aus drei Wörtern und ergeben zusammen die Regel, dass der Spieler die Figur "Baba" steuert. Das allererste Level bietet hier eine ganz schöne Übersicht, wie dies dann aussieht und was es noch für simple Anfangssätze gibt:

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Am Beispiel dieses Levels gibt es aktuell vier Regeln:
  • Der Spieler steuert Baba ("Baba is you")
  • Steine können verschoben werden ("Rock is push")
  • Wände sind undurchlässig ("Wall is stop")
  • Das Erreichen der Flagge bringt den Sieg über das Level ("Flag is win")
Die Besonderheit an dem Spiel ist nun, dass gerade auch diese Texte verschoben und neu angeordnet werden können. Das funktioniert dabei grundsätzlich wie in dem Videospielklassiker Sokoban von 1981:
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Durch das Verschieben der Texte können dabei alte Regeln dekonstruieren und neue kreiert werden. Wer "Wall is stop" auseinanderschiebt, der kann fortan ungehindert durch Wände laufen, da diese kein Hindernis mehr darstellen (s.u.).
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Aber vorsicht! Wer z.B. "Baba is you" zerstört, ohne zugleich noch einen anderen gültigen "... is you"-Satz auf dem Spielfeld zu besitzen, hat sich seiner Spielfigur beraubt und das Spiel damit verloren. Weil solche und andere Fehler sehr schnell passieren gibt es glücklicherweise zwei Tastaturbefehle: Mit "z" macht man den jeweils letzten Zug rückgängig (ohne Limit bis ganz zum Anfang), mit "r" startet man das Level sogar komplett neu. Und beides werdet ihr nach kurzer Zeit sehr ausgiebig nutzen :mrgreen:

Die Level sind auf einer Art Weltkarte angeordnet und in thematische Bereiche unterteilt. Erst wer in einem Bereich ausreichend Level geschafft hat, darf in die nächsten Bereiche vorrücken - oder aber die restlichen Rätsel des Bereiches lösen. Denn immer gibt es mindestens zwei, meistens sogar deutlich mehr Rätsel gleichzeitig, die man angehen kann. So vermeidet das Spiel effektiv, dass man wie der Ochs vorm Berge steht und ums verrecken nicht weiterkommt und dann das Spiel frustriert beendet. Natürlich steht man auch in Baba is you frustiert wie der Ochs vorm Berge - aber man kann ja immer noch ein anderes Rätsel machen; und noch ein weiteres anderes... Und wenn man zurückkehrt hat man vielleicht doch den rettenden Einfall und fühlt sich nur umso klüger :D

Durch die Neuordnung der Logik als zentrales Spielelement schafft es Baba is you Knoten um Knoten in mein Hirn zu legen und mich zu den wildesten Gedankenverrenkungen zu motivieren: Was wäre, wenn ich zu den Wänden werde ("Wall is you"), Baba als Ziel definiere ("Baba is win") und dann mit der Wand in Baba reinlaufe, statt andersrum? Kann ich so den Fluss umgehen, in dem meine Figur dauernd untergeht ("Water is sink")? :think: Die einzelnen Level sind dabei immer gut überschaubar und nie mehr als Bildschirmgroß - man sieht alles auf einen Blick. Und als kleine Hilfe kann man auch "Esc" drücken und kriegt dort dann alle aktuell in dem Level gültigen Regeln aufgelistet, damit man auch ja nichts übersieht :clap:

Die Kritikpunkte sind überschaubar:
- Die Präsentation, also Grafik und Sound, sind insgesamt als zweckmäßig zu beschreiben. Aber dies ist eindeutig auch nicht der Fokus des Spiels und wenn man sich einmal in die Rätsel verliert, nimmt man diese auch nicht mehr so ganz bewusst wahr.
- Die Lernkurve ist ordentlich steil. Wo die ersten 10-15 Level sich noch bemühen einem immer wieder neue Mechaniken langsam beizubringen und einen an das gesamte Konzept heranzuführen, wird es ca. ab Level 30 richtig happig. Auch dann werden - gerade in den einzelnen Themengebieten - nacheinander neue Mechaniken, Wörter und Logiken eingeführt; die Level selbst werden aber zumeist ungleich schwerer und sind nicht unbedingt eine sanfte Heranführung an diese neuen Elemente.
- Man muss minimalst englisch verstehen. Also wirklich: minimalst. Viel kompolizierter als "Baba is you" werden die Sätze (zumindest bislang^^) nicht und einzelne Begriffe kann man notfalls kurz nachschlagen, damit man weiß, welcher seltsame bunte Pixelhaufen damit wohl gemeint ist :ugly: Was die Regel "defeat" dann im Spiel genau macht, muss man aber ohnehin durch Ausprobieren rausfinden - und das macht auch einen Teil des Reizes des Spiels aus.

Fazit
Baba is you ist für mich das GOTY 2019. Es braucht keine tolle Grafik oder packenden Sound um mich in seine Welt einzusaugen und mich vor den Monitor zu fesseln. Baba is you ist zugleich auch ein super Spiel zum gemeinsamen Knobeln: Wenn einen die Ehefrau morgens fragt, ob man noch "schnell" 'ne Runde Baba is you rätseln möchte, bevor man wirklich mal langsam aufsteht, dann hat das Spiel offenkundig alles richtig gemacht :ugly: Ich habe dabei inzwischen nach ca. 5-6 Stunden insgesamt 44 Rätsel gelöst und damit noch gut 160 vor mir - und werde auch 2020 sicher immer wieder gerne zu Baba is you zurückkehren, um noch etwas mehr zu schaffen :lol: :whistle:
Quis leget haec?

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DieTomate
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von DieTomate »

HerrReineke hat geschrieben:
8. Jan 2020, 09:41
Fazit
Baba is you ist für mich das GOTY 2019. Es braucht keine tolle Grafik oder packenden Sound um mich in seine Welt einzusaugen und mich vor den Monitor zu fesseln. Baba is you ist zugleich auch ein super Spiel zum gemeinsamen Knobeln: Wenn einen die Ehefrau morgens fragt, ob man noch "schnell" 'ne Runde Baba is you rätseln möchte, bevor man wirklich mal langsam aufsteht, dann hat das Spiel offenkundig alles richtig gemacht :ugly: Ich habe dabei inzwischen nach ca. 5-6 Stunden insgesamt 44 Rätsel gelöst und damit noch gut 160 vor mir - und werde auch 2020 sicher immer wieder gerne zu Baba is you zurückkehren, um noch etwas mehr zu schaffen :lol: :whistle:
:clap:
Hoffentlich spielst du es noch bis zu den optionalen Bonus Levels. Die sind richtig bekloppt. Ich kann es nicht oft genug empfehlen.

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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Ich werde es nicht bis morgen schaffen, meine Wertschätzung zu schreiben (habe von Legoli12 Darkwood gewichtelt bekommen)

lolaldanee
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von lolaldanee »

Bei mir findet ein Umzug früher statt als erwartet, habe erst gute 3 Stunden spielen können, und das wird sich jetzt leider bis zu 3 Wochen verzögern, zwischen Umzugkartons spielt es sich einfach schlecht :(
aber die Wertschätzung schreiben werde ich auf alle Fälle!

Seniorenzivi
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Seniorenzivi »

Ich habe mit Crypt of the NecroDancer und Transitor gleich zwei Spiele bekommen. Weiterhin musste meine Freundin kurz vor Weihnachten ins Krankenhaus. Kurz gesagt, ich bin noch nicht so richtig dazugekommen. Es kommt aber noch!
Zuletzt geändert von Seniorenzivi am 10. Jan 2020, 10:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Dicker
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von Dicker »

Vielleicht sollten wir die Deadline um einen Monat verschieben. 3 Wochen, um ein Spiel durchzuspielen (ca. 15-20h zu spielen) ist, wie man sieht, für die meisten nicht möglich.

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EchnaTron
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Re: Wichtel-Wertschätzungen 2019

Beitrag von EchnaTron »

Ich fand die Zeitspanne diesmal auch recht knapp. Durch hab ich mein Spiel auch noch länger nicht, ich würde schätzen, ich hab ungefähr die Hälfte geschafft. Klar, ich kann auch damit schon was verfassen, schöner wäre es aber natürlich, wenn ich die Zeit hätte, noch bis zum Ende zu kommen, gerade bei einem Adventure, was ja schon recht stark von der Geschichte lebt.

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