Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

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Axel
Beiträge: 2340
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von Axel »

Irgendwie habe ich mir mehr von der Folge erwartet. Bis auf Heaven‘s Vault sind das alles irgendwelche Strategiespiele, die demzufolge auch den kriegerischen Aspekt von irgendwelchen alten Reichen im Mittelpunkt stehen haben. Dabei kann es für mich nichts uninteressanteres geben als historischer Krieg. Geschichte wird ja dann richtig gut, wenn man Personen, Kunstwerke, Orte oder Stories aus der Geschichte erlebt. Oder von der Geschichte inspirierte Settings. Ich habe mal die letzte halbe Stunde auf Steam geschaut was es da so gibt. Ich kenne diese Spiele nicht, machen mir aber allein durch die Settings sehr viel Lust.

Highly Likely: Ein humorvolles 2D Adventure aus Osteuropa. Im 20. Jahrhundert an der ukrainischen/polnischen Grenze versucht ein Farmer sein Gehöft zu halten. Ein Überlebenskampf, der sehr mühevoll ist. Doch eines Tages findet er auf seinen Grundstück eine Öl-Pipeline. Der Start eines turbulenten Abenteuers.
Herrlich klassisches Motiv: Ein Farmer entdeckt Öl! Mit Öl war man im frühen 20. Jahrhundert ein gemachter Mann und konnte so zu Wohlstand kommen. Interessant dieses Motiv aber mal aus einer osteuropäischen Sichtweise erzählt zu bekommen. Das Setting ist dabei eher surreal als akkurat.

ARIDA: Backland‘s Awakening: Ein Indie-Survival-Spiel von einem brasilianischen Studio.
Im Mittelpunkt des Spiels steht Cicera, ein Mädchen aus dem 19. Jahrhundert. Ausgangspunkt ist das brasilianische Hinterland in dem eine starke Dürreperiode herrscht. Ernte fällt aus, Viehbestände sterben. In dieser Umgebung geht es fortan darum zu überleben und entsprechend Ressourcen zu sammeln. Scheint aber nicht so öde inszeniert zu sein, sondern im Stil eines Adventures mit Comic-Einschlag. Und gerade diese Mischung aus Setting, Genre und Inszenierung finde ich recht spannend. Auch finde ich es toll, wenn man mal Spiele aus einer Sicht bekommt, die nicht von Mitteleuropäern, Amerikanern oder Japanern stammt.

Astrologaster: Ein humorvolles Puzzle-Adventure angesiedelt im elisabethanischen England des 16. Jahrhunderts. Der Spieler schlüpft in die Rolle des realen Okkultisten Simon Forman, der zur damaligen Zeit tatsächlich existierte. Medizin und Wissenschaft im heutigen Sinne gab es damals noch nicht, also „behandelt“ man seine Patienten mit Astrologie.
Inszeniert als Aufklapp-Bilderbuch, mit Musik aus der Renaissance und allerlei zeitgenössischen Figuren wird vor allem eine sehr humorvolle Geschichte erzählt, inklusive Sitcom- und Slapstick-Einlagen. Humor kommt in Spielen heute leider viel zu kurz. Und wenn man das dann noch mit dem England des 16. Jahrhunderts verbindet, hat das für mich viel Potential.


Fazit: Ich finde, das Geschichte in Games einfach so viel mehr sein kann als trockene Strategie. Ich möchte nicht das Eine gegen das Andere ausspielen. Aber ich hätte mir mehr Genre-Abwechslung in der Folge gewünscht. Gibt bestimmt noch viel mehr interessante Spiele als die oben genannten drei, die man unter der Eisspitze auf Steam finden kann.
Der obige Beitrag stellt allein meine Meinung dar. Auch wenn ich es vielleicht nicht jedes einzelne Mal dazu schreibe, weil ich es vergesse: es ist dennoch nicht als Verallgemeinerung gemeint. Du sollst selbstverständlich eine andere Meinung haben. :)

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EgonOlsen
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Registriert: 30. Jan 2019, 07:59

Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von EgonOlsen »

Ich versuche mal auszuführen warum mich diese Folge überhaupt nicht überzeugen konnte.

Im Großen und Ganzen war es eine Folge über Spiele die Dom irgendwie interessant findet, aus teilweise völlig unterschiedlichen Gründen. Als “Feierabendbier” wäre das okay, so fehlt mir aber eine klare Linie im Bezug auf das Format.

Wollt ihr nun über genaue Historische Darstellungen sprechen, das Erkunden einer fiktiven Welt oder Dom seine Hoffnungen für ein Multiplayer Strategiespiel? Ihr könntet euch z.B. am Gänsehaut Format orientieren. Sprich ihr schaut euch eine beliebige Anzahl Spiele im Blick auf ein ganz bestimmtes Thema an. Das kann gerne etwas spezifischer sein als Mittelalter oder Antike.

Gerade ab [53:49 – Will er noch spielen] wird die Folge für mich repetitiv. Ihr sprecht über Spiele mit denen ihr beide euch noch nicht tiefgehend auseinandergesetzt habt. Ich hatte irgendwann das Gefühl die Steam Produktbeschreibung zu hören erweitert um Dom seine Hoffnung wie das Spiel vielleicht sein könnte. Ich habe jetzt aus der Folge mitgenommenem das Dom ein neues Spiel wie Empire Earth möchte, bessere Diplomatie Systeme, ein Total War mit guter Belagerung usw.

Was mich wieder zum Anfang bringt. Wohin möchtet ihr mit diesem Format?


Das hört sich jetzt schlimmer an als es gemeint ist. Ich mag Dom und seinen Blick auf Spiele der eine wunderbare Abwechslung zum Rest des Teams ist. Ich bin auf die nächste Folge gespannt.

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olipool
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Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von olipool »

Also ich hatte gute Unterhaltung mit der Folge, den Fokus habe ich auch nicht vermisst, Andre hat doch auch immer wieder nachgefragt, wo den für Dom der historisch interessante Kern liegt. Außerdem bin ich Dom-Fan, er hat so herrlich unverbrauchte und ehrliche Perspektiven :)

Zu einem Detailpunkt noch: ihr scheint ja Free to Play echt gefressen zu haben und das kann ich gut verstehen, vielleicht wäre das mal eine Sonntagsfolge wert, um dem auf den Grund zu gehen, ob das einfach ein gelerntes Klischee ist oder ob sich da heut etwas getan hat. Grad was Dom bzgl. Itemshop zu War Selection gesagt hat, erinnert mich doch sehr an Path of Exile, was bisher für einige Stunden ein vollkommen normale spielbares Game ist und sich durch (teure) kosmetische Items finanziert. Ich habe mir dort auch schon etwas gekauft, weil ich das für das Spiel auch so gerne bezahlt hätte und ich nun eben noch als Bonus eine Individualisierung habe.

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Lurtz
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Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von Lurtz »

André hat mehrmals ausgeführt weshalb er F2P grundsätzlich misstraut. Ich glaube die ausführlichste Erklärung dazu kam mal in einem etwa dreiminütigen Monolog in einem Mailbag, das ließ eigentlich keine Fragen mehr offen. Weiß leider nicht in welcher Folge.

Edit: Auf ein Bier #5 drehte sich auch schonmal explizit um F2P.

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olipool
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Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von olipool »

Danke dir für deine Recherche :) Die Gründe kenne ich auch und teile die Bedenken, auch was André in der Historien-Folge jetzt noch mal gesagt hat, dass das Gameplay meist um das F2P herumgestrickt ist. Nur war das 2015 und inzwischen hat sich ja vielleicht einiges getan (vielleicht auch nichts). Ich habe da keinen Überblick, fand nur, dass Path of Exile für mich bislang sich so gar nicht nach F2P anfühlt und vielleicht der Erfolg des Spiels zum Nachahmen einlädt.

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Lurtz
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Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von Lurtz »

Die Folge mit dem Monolog war deutlich später. Zudem waren die Gründe der Ablehnung so fundamental, dass der Zeitpunkt dabei keine Rolle spielen sollte.

JoeWilson
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Re: Geschichte machen: Historien-Spiele 2019

Beitrag von JoeWilson »

Guten Abend,

ich mag das Format und finde Dom auch eine Bereicherung für den Podcast. Möchte jedoch eine Anmerkung machen . Mir ist klar, dass man zwischen akademischer und allgemeinsprachlicher Verwendung eines Begriffs unterscheiden muss - aber gerade wenn man sich betont 'geschichtsnah' gibt, würde ich mich freuen, wenn man etwas stärker sensibilisiert wäre:

das betrifft zum einen 'Kulturkreis' ( zur Problematik der Kulturkreistheorie ist schon die Wikipedia ein guter Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkreis )

aber noch viel schlimmer - und meines Erachtens wirklich zu vermeiden - ist das zweimalige verwenden von Volksgemeinschaft - ein Begriff, der weder im wissenschaftlichen Diskurs vorkommt noch derzeit außerhalb des Verwendungsraums "NS-Volksgemeinschaft" zu verwenden ist.

Wäre schön, wenn Ihr auf solche Ding ein Zukunft etwas achten könntet.

Vielel Grüße JVW

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