Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

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johnnyD
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Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von johnnyD »

Herrlich unterschiedliche Gesichtspunkte, war wieder sehr interessant zu hören.

Mal zu den einzelnen Gedanken: ja, die Berichterstattung hat es zum Release mit den Jungs von Hello Games nicht gut gemeint. Aber Hand aufs Herz, zu diesem Zeitpunkt bin ich voll bei André. Man hat wissentlich und damit vorsätzlich die Unwahrheit erzählt und keine Gelegenheit ausgelassen, im Hype-Train Kohlen nachzulegen. Man hatte so viele Gelegenheiten, den Zug etwas abzubremsen und die kleine Klitsche Hello Games wieder auf eine vernünftige Erwartungshaltung runter zu dampfen, leider hat man genau das Gegenteil getan. Die objektive Kritik musste sich das Spiel und der Entwickler 2016 also zu Recht gefallen lassen. Betrug ist Betrug, nur weil digital nachgepatcht werden kann macht es den Akt an sich nicht anders zum behandeln. Refund war glaub ich dafür auch länger möglich, also soweit so käufertechnisch abgehandelt. Allerdings, und das wäre auch der Punkt weshalb ich froh bin, bei meiner eigenen Arbeit nicht dermaßen einer Öffentlichkeit ausgesetzt zu sein, ist der Social Media / Reddit und was weiß ich noch Gesellschaft mehr und mehr die Fähigkeit abhanden gekommen, Kritik in einer vernünftigen Art und Weise zu artikulieren. Oder schlimmer, man legt es wie Dom gegen Ende nochmals aufgreift förmlich darauf an, jemanden persönlich anzugehen, nachdem Fehler (zu Recht oder Unrecht) begangen wurden. Das unterwandert Kritik, entwertet Sie und erreicht in meinen Augen genau das Gegenteil von dem, was Kritik eigentlich zum Ziel hat. Die zunehmende Verrohung insbesondere in Social Media/Foren (und bisweilen auch in der öffentlichen Gesellschaft) ist in jedem Fall für mich feststellbar und wird von Jahr zu Jahr schlimmer (präsidialen Äußerungen wie von Trump sei Dank)...

Umso erfreulicher ist es natürlich für die damals geprellten Käufer, dass das Spiel gerade nicht aufgegeben wurde. Doch hier würde ich dennoch eine Linie ziehen und sagen, es war eigentlich ihre verdammte Pflicht genau das zu tun. Muss ich jemanden heutzutage Danken, dass er die selbst eingebrockte Scheiße ausbügelt? Ich persönlich würde dann nämlich festhalten, dass ich von Hello Games im Leben nichts mehr gekauft hätte, bevor es nicht auf Herz und Nieren vor dem Hintergrund von Versprochenem geprüft wurde und fertig.

Die große Kernkompetenz von No Man's Sky war damals nicht wirklich die Einsamkeit, sondern die auch vielerorts beworbene Freiheit, explorativ die zig Trillionen prozedural generierten Planeten zu besuchen und dem langfristigen Ziel der Mitte der Galaxie näher zu kommen. Sicherlich kann man für sich selbst einen anderen Eindruck als Kompetenz des Spiels ableiten, aber offiziell beworben ist es definitiv nicht.

Weshalb ich allerdings mit diesem Spiel nicht wirklich warm werde (und es daher auch nicht kaufen werde), ist die vollkommen ignorante Einstellung der Temperatur gegenüber. Nennt mich gerne eigen, aber wenn ich damals wie heute YT Videos sehen kann, wo bei MINUS 180 oder mehr Grad Celcius locker flockig Flora und Fauna lebt, gedeiht, springt und frisst, dann ist das ein dermaßen krasser Bruch der Immersion und ein NoGo. Ein Spiel, welches dermaßen eine Detailverliebtheit an die geltende Physik und Chemie innehat, darf in meinen Augen die Auswirkungen der Temperatur als absolute Naturkonstante nicht nur als 08/15 Barriere für meine eigene Spielfigur verwenden. Will sagen, 0 Kelvin sind 0 Kelvin, da bewegt sich nix, von den Zerstörungen in Molekularstrukturen ganz zu schweigen. Diesen Punkt hätte man locker mit einbauen und umschiffen können mit Kraftfeldern, Energiebarrieren etc. pp. (SciFi ist ja hier durchaus erfinderisch, und wir haben ja eh ein Raumschiff), doch das würde auch bedingen, dass Flora und Fauna der Temperatur entsprechend verändert bis vollkommen abwesend realisiert wird. Das sich die Trillionen Planeten dann noch in Banalität ähneln, machts nicht besser.

VR lässts in der Tat wohl richtig rocken als kurze Machbarkeitsstudie. Hab über meine Vive bereits Stunden in der Universe Sandbox² verbracht, einfach weil mich Themen rund um Galaxien, Planetensysteme etc. sehr interessieren und No Man's Sky in VR käme einer späteren wie auch immer gearteten Realität sehr nahe. Da würd ich ähnlich gern mal 5-10 Stunden investieren, definitiv Schauwert wie Seb richtig anmerkt. Allerdings ist die finanzielle Hürde halt echt hoch, und dann überlebt sich das ja wieder relativ schnell...

Also alles in allem, gut zum reinschauen für die Besitzer des Spiels, die Ehrenrettung für den Entwickler ihn auch zukünftig in Betracht zu ziehen, aber No Man's Sky ist nicht mein Ding (Temperatur und generell explorativ/craft-bullshit Sandbox). Insbesondere die Ausführungen von Dom zum Craften, das beschworene Stopp-Schild, was hab ich auf der Couch gelacht bei den Erwiderungen von André und Sebastian. Aus Vorgängen der Kategorie "Gestohlene Lebenszeit" etwas angenehmes zu ziehen ist wahrlich selten, insbesondere die Suche nach dem Dinosaurier-Mond-Zivilisation :clap: (unterstreicht allerdings die wunderbare Ergänzung von Dom zum Projekt, Duftkerzen inklusive! Wirklich klasse, ernsthaft gemeint)

Gruß Jochen
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

Mutantenjupp
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Mutantenjupp »

Schade, dass im Podcast niemand das Video von Internet Historian erwähnt hat https://www.youtube.com/watch?v=O5BJVO3PDeQ

Hier wird ausführlich der Werdegang des Projektes beleuchtet, jedoch muss man mit dem Humor etwas anfangen können. Anfangs könnte man meinen, dass sich der YouTuber über das Projekt und die Macher lustig macht aber im Verlauf des Videos werden verschiedene Seiten beleuchtet und am Ende hatte ich fast Lust mir das Spiel zuzulegen ;-)

green-ed
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von green-ed »

Mutantenjupp hat geschrieben:
14. Mai 2020, 11:21
Schade, dass im Podcast niemand das Video von Internet Historian erwähnt hat https://www.youtube.com/watch?v=O5BJVO3PDeQ

Hier wird ausführlich der Werdegang des Projektes beleuchtet, jedoch muss man mit dem Humor etwas anfangen können. Anfangs könnte man meinen, dass sich der YouTuber über das Projekt und die Macher lustig macht aber im Verlauf des Videos werden verschiedene Seiten beleuchtet und am Ende hatte ich fast Lust mir das Spiel zuzulegen ;-)
Bin extra hier rein um das Video zu posten, aber leider zu spät dran.

Kann es auch nur empfehlen! Auch wenn es ca. 50 Minuten lang ist, super witzig und cool die Story der Entwicklung nacherzählt.

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Gonas
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Gonas »

Hey Sebastian,

ich wollte nur kurz dazwischenrufen: Ja, bitte spiele Subnautica! Ja, da gibt es Crafting und Basenbau, aber man kann es nur begrenzt 'deshalb' spielen, das Spiel hat eigentlich ein sehr narratives Ziel. Es will dir ein Gefühl vermitteln und eine Geschichte erzählen und nutzt diese Mechaniken dabei als Mittel zum Zweck, aber nicht als Ziel. Daher ist der Vergleich mit dem aktuellen Nomansky finde ich auch sehr unpassend.

Es kann auch gut sein, dass dir einige Elemente nicht gefallen werden, aber es wird denke ich trotzdem ein recht einzigartiges Erlebnis. Es ist schade, dass dieses wirklich außergewöhnliches Spiel meines Wissens nie Beachtung von ThePod bekommen hat und ich würde diese Spielerfahrung eigentlich jedem von euch wünschen. :D

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Terranigma
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Registriert: 17. Feb 2016, 19:34

Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Terranigma »

Gonas hat geschrieben:
14. Mai 2020, 11:49
Es kann auch gut sein, dass dir einige Elemente nicht gefallen werden, aber es wird denke ich trotzdem ein recht einzigartiges Erlebnis. Es ist schade, dass dieses wirklich außergewöhnliches Spiel meines Wissens nie Beachtung von ThePod bekommen hat und ich würde diese Spielerfahrung eigentlich jedem von euch wünschen. :D
Mir blutet da'n wenig das Herz, wenn ich "Subnautica" lesen. Es ist wohl'n tolles Spiel, und ich gönne Unknown Worlds Entertainment den großen Erfolg. Aber leider wirft dieser Erfolg einen noch viel größeren Schatten auf ihr Erstlingswerk, nämlich "Natural Selection 2". Wenn es irgendeine kosmische Ungerechtigkeit im Universum gibt, dann die, dass Natural Selection 2 in der Berichterstattung seinerzeit nie angemessen gewürdigt wurde. Laut Steam bin ich bei 326h Spielzeit und wenn man den Vorgänger - damals eine HalfLife-Mod - dazu nimmt, habe ich wohl weit über 500h in beide Titel versenkt. Und das mit Recht! Dass gerade dieses narrative Craftingedönse namens Subnautica so durch die Decke geht, während das weitaus spannendere Natural Selection 2 nie seine Nische verließ, ... ach. Ärgerlich.

Wenn wir schon bei empfehlenswerten Spieleerfahrungen sind, dann wünsche ich jedem, mal Natural Selection 2 gespielt zu haben. Wobei ich mit "spielen" den Zeitpunkt meine, nachdem man durch die zugegeben nicht ganz einfache Spielmechanik durchgeblickt ist. Aber es ist so toll! Und niemand redet darüber. Stattdessen erwähnt man den Entwickler nur im Zusammenhang mit Subnautica.
Unfair. :(
Look again at that dot. That's here. That's home. That's us.
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On a mote of dust suspended in a sunbeam.
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Guthwulf
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Guthwulf »

Gonas hat geschrieben:
14. Mai 2020, 11:49
ich wollte nur kurz dazwischenrufen: Ja, bitte spiele Subnautica! ...
Nur mal so nebenbei: Wenn Andre No Mans Sky in VR gefallen hat. Subnautica ist in VR auch ne großartige Erfahrung!

Und zu No Mans Sky: Sehr unterhaltsamer Podcast. Ich persönlich bin anfällig für diese Crafting-/Basenbau-/Erkundungs-Sandboxen mit meditativem Grind. Insofern gefällt mir No Man's Sky im aktuellen Zustand schon ganz ok. Und der Basenbau ist echt nen großer Motivationsfaktor. Durch die Portale kann man sich außerdem von überall auch wieder zurück auf eine seiner Basen teleportieren. So kann man sich im Laufe der Zeit ein Netz an Basen aufbauen und immer noch fleißig erkunden. Außerdem mag ich den Aufbau und die Pflege meiner Frachterflotte, die einen Hauch von Logistik ins Spiel bringt. Und sich in ner kleinen Community irgendwo im All gemeinsam eine große Hauptbasis und gemütliche Heimat aufzubauen bzw. einzurichten, verliert eben auch nie an Reiz.

Größtes Problem ist m.E. in der Tat die Gleichförmigkeit und fehlende Risikobereitschaft für den Algorithmus.

Ja, ohne Asteroiden an jeder Ecke im All, bestünde die Gefahr, dass der Spieler im All liegenbleibt. Muss er dann vielleicht nen Abschleppservice zur nächsten Basis rufen? Asteroiden weg (oder ganz erheblich reduzieren) ist immer einer der ersten Mods, die ich installiere. Ich möchte im All, Weltraumfeeling haben und nen Gesteinsbrocken alle 100m macht das völlig kaputt.

Oder wie würde es mit deutlich mehr Extremplaneten und wirklich lebensfeindlichen karge Umgebungen ohne Standardressourcen und Flora oder Fauna sein? Macht Planeten mit blühendem Ökosystem und reichhaltigen Ressourcen seltener sowie aufregender zu entdecken? Dann kann der Spieler natürlich auch auf Planeten plötzlich feststecken. Aber auch dafür könnte man doch vielleicht dann nen Rettungsdienst rufen?

Nicht jedes zweite Sonnensystem braucht außerdem die immer gleiche Raumstation. Vielleicht sollte es Raumstationen auch nur alle 10 oder mehr Systeme geben, damit man mal gezwungen wird, seine Routen ein bisschen zu planen und auf genug Treibstoff sowie Ressourcen vor dem Abflug zu achten? Und auch der ständige Flugverkehr auf am Himmel auf gefühlt 90% aller Planeten macht recht effektiv das "Einsamkeitsgefühl" zu nichte. Den entferne ich daher auch immer sofort mit Mods.

Aber mit Mods kann man eben auch nur begrenzt eingreifen. Der Algorithmus, der vor allem das sichere "Mittelmaß" und damit die Gleichförmigkeit produziert, weil Extreme vielleicht auch "kaputte" Planeten oder Probleme für den Spieler produzieren könnten, kann aber eben nur begrenzt beeinflusst werden. Nichtsdestotrotz gibts auch für die Planetengenerierung Mods, die ein kleines bissel aushelfen.

Trotz all der Probleme hab ich laut Steam auf PC inzwischen 145 Spielstunden in No Mans Sky verbracht und ich spiele auch nur, wenn und solange es mir Spaß macht. Insofern hat sich für mich inzwischen persönlich die Anschaffung gelohnt. Ach ja, und die Mitte des Universums hab ich noch nie erreicht. Das interessiert mich mal sowas von gaaaaar nicht.

Hier noch ein paar Impressionen aus meiner Screenshotsammlung, die im Laufe der 145 Stunden nebenbei entstanden sind:

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Wär schließlich kein richtiger "Guthwulf Post" ohne Screenshots... :snooty: :whistle:
guthwulf04 (Steam), dreosan (PSN), Guthwulf06 (Xbox), Guthwulf16 (Switch: SW-7403-8257-5609)

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Soulaire
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Soulaire »

Dom bewertet also Spiele daran wie symphatisch ihm das dazugehörige Subreddit ist :D (sorry der musste sein)

über No Mans Sky würde ohne den Hype-Train, der durch Lügen erzeugt worden ist, keiner mehr reden. Weder damals bei Release noch heute.
finanziell haben sie aber definitiv ausgesorgt. mit diesen finanziellen Mitteln ist die grafische Aufbesserung+Content eine Fingerübung . kreativ ist das aber alles nichts und daher auch kein gutes Spiel.

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LlamaCannon
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von LlamaCannon »

Sich negativ über die kreative Arbeit an No Man's Sky außern, aber einen Avatar einer Figur aus Animal Crossing haben. Alles klar, diggi! :*
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Wudan
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Wudan »

Da ich gerade seit ca. 1 Woche NMS nochmal rausgekramt hab und jetzt aktiv spiele, hab ich mich über diese Folge natürlich sehr gefreut, danke dafür :)

Schade dass das Spiel dann doch eher schlecht bei weggekommen ist. Denn ich finde auch das es sich mitlerweile zu einem richtig schönen Spiel entwickelt hat das durchaus viel Spaß machen kann.

Ich will jetzt nicht die "Man muss sich drauf einlassen" Floskel rauskramen, aber ich denke schon das eine gewisse Stimmung/Mindset dafür wichtig ist.
Es ist ein eher ruhiges, recht langsames Spiel. Ich selbst nenne das gerade so bisschen mein "Zen Game", das ich gut nachts noch spielen kann, wo ich meinen Kopf nicht so anstrengen muss dafür, wo ich ganz in Ruhe etwas für mich alleine spielen kann, es hat oft eine beruhigende Wirkung auf mich.

Damit ist es natürlich nicht an jedem Tag für jede Stimmung angemessen. Es gab mal eine Sonntagsfolge an die ich oft zurück denken muss, da ging es darum welche Auswirkung es hat wann und in welcher Stimmung man ein Spiel spielt (Runde #50: Was beeinflusst, wie wir ein Spiel erleben?). Damals ging es darum das Andre im Urlaub Sunless Sea gespielt hat und sich durch die entspannte Urlaubsstimmng richtig drauf einlassen konnte.

Und hier wurde mir das bei einer Stelle besonders deutlich, als Andre sich sehr darüber beschwert hat das man jedes mal die 1-3 Minuten warten muss bis die Raffinerie die Rohstoffe umgewandelt hat. Man merkt wie gehetzt er wirkt. Ich hab das unausgesproche "In der Zeit hätte ich schon wieder 3 Emails beantworten können!" schon rausgehört^^. Ich fand das bemerkenswert weil mich dieser Vorgang eigentlich nie irgendwie genervt hat. Ich sehe die entschleunigende Wirkung des Spiels als positiv an, aber das ist natürlich subjektiv.

Generell staune ich schon was mitlerweile aus NMS geworden ist und wieviel sich geändert hat seit 2016. Sicherlich kein Spiel was in meine Top 10 of all times wandern wird, aber durchaus sehr nett ab und an mal ne Weile zu spielen.

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Soulaire
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Soulaire »

LlamaCannon hat geschrieben:
14. Mai 2020, 19:33
Sich negativ über die kreative Arbeit an No Man's Sky außern, aber einen Avatar einer Figur aus Animal Crossing haben. Alles klar, diggi! :*
welche kreative Arbeit in No Mans Sky meinst du?

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LlamaCannon
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von LlamaCannon »

Animal Crossing und No Man's Sky sind beides zeitfressende Crafting-Simulatoren. No Man's Sky macht da halt nur keinen Hehl draus und zeigt dir immerhin die Stunden an Zeitverschwendung in Sekunden an. Jedesmal wenn du irgendwas Craftest oder irgendwo hinfliegst.
Kreativ kannst du also wesentlich mehr aus No Man's Sky mitnehmen, wenn vielleicht irgendwann irgendein Ereignis oder Objekt vom RNG im Spiel ausgespuckt wird und dich für einen Moment das riesige fressende Loch vergessen lässt, was dich erst dazu getrieben hat, diese ingame-Stunden anzusammeln.
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Soulaire
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Soulaire »

LlamaCannon hat geschrieben:
14. Mai 2020, 20:33
Animal Crossing und No Man's Sky sind beides zeitfressende Crafting-Simulatoren. No Man's Sky macht da halt nur keinen Hehl draus und zeigt dir immerhin die Stunden an Zeitverschwendung in Sekunden an. Jedesmal wenn du irgendwas Craftest oder irgendwo hinfliegst.
Kreativ kannst du also wesentlich mehr aus No Man's Sky mitnehmen, wenn vielleicht irgendwann irgendein Ereignis oder Objekt vom RNG im Spiel ausgespuckt wird und dich für einen Moment das riesige fressende Loch vergessen lässt, was dich erst dazu getrieben hat, diese ingame-Stunden anzusammeln.
wer redet über Animal Crossing? :lol: weiß nicht ob das so sinnvoll ist was du gerade machst.....

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Wudan
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Wudan »

LlamaCannon hat geschrieben:
14. Mai 2020, 20:33
Animal Crossing und No Man's Sky sind beides zeitfressende Crafting-Simulatoren. No Man's Sky macht da halt nur keinen Hehl draus und zeigt dir immerhin die Stunden an Zeitverschwendung in Sekunden an. Jedesmal wenn du irgendwas Craftest oder irgendwo hinfliegst.
Kreativ kannst du also wesentlich mehr aus No Man's Sky mitnehmen, wenn vielleicht irgendwann irgendein Ereignis oder Objekt vom RNG im Spiel ausgespuckt wird und dich für einen Moment das riesige fressende Loch vergessen lässt, was dich erst dazu getrieben hat, diese ingame-Stunden anzusammeln.
Zwischenfrage: Mich verwirrt dieses Zeitverschwendungsargument immer ein bisschen. Wenn´s einem Spaß macht, warum ist es dann Zeitverschwendung? Was ist daran mehr Zeitverschwendung als z.B. in CoD 5000 feindliche Pixelsoldaten abzuknallen? Oder in Civ5 100 Stunden lang virtuelle Imperien zu verwalten? IMHO ist es nie Zeitverschwendung wenn man seine Freizeit mit etwas verbringt das einem Freude bereitet.

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Tengri Lethos
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Tengri Lethos »

LlamaCannon hat geschrieben:
14. Mai 2020, 20:33
Animal Crossing und No Man's Sky sind beides zeitfressende Crafting-Simulatoren. No Man's Sky macht da halt nur keinen Hehl draus und zeigt dir immerhin die Stunden an Zeitverschwendung in Sekunden an. Jedesmal wenn du irgendwas Craftest oder irgendwo hinfliegst.
Kreativ kannst du also wesentlich mehr aus No Man's Sky mitnehmen, wenn vielleicht irgendwann irgendein Ereignis oder Objekt vom RNG im Spiel ausgespuckt wird und dich für einen Moment das riesige fressende Loch vergessen lässt, was dich erst dazu getrieben hat, diese ingame-Stunden anzusammeln.
Ich verstehe es nicht ganz. Im ersten Absatz sagst Du, dass NMS Dir ja wenigstens anzeigt, wieviel Zeit Du im Spiel verbringst (habe ich das richtig verstanden?). Im zweiten Absatz impliziert das „also“ für mich, dasss man wegen dieser Zeitdokumentation mehr mitnehmen kann aus dem Spiel. Und das verstehe ich nicht. Wobei ich zugegebenermaßen nichtmal weiß, was Animal Crossing ist.

Unabhängig davon finde ich, dass man eine kreative Leistung nicht immer auch als gut oder wertvoll ansehen muss. Kreativ ist vielleicht auch ein Layers of fear 2, aber dank Sebastian wissen wir ja, dass es prätentiöser Mist ist ;) Kreativität kann eine tolle Leistung sein, aber im Auge des Betrachters auch unterschiedlich gewertet werden.

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LlamaCannon
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von LlamaCannon »

jaja bla bla mimimimimi das muss man jetzt nicht ausdiskutieren. War auch nur getriggert vom post von soulaire und finde, dass er keine Ahnung hat etwas nach seiner "Kreativität" zu bewerten. Würde aber auch nicht CoD und Civ mit No Man's Sky und Animal Crossing vergleichen. Erste haben schließlich ausgeklügeltere Spielmechaniken. Ist also keine Frage des Geschmacks und "was einem Freude bereitet".
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Flo
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Flo »

Ich möchte nur zu Protokoll geben, dass ich absolut nachvollziehen kann wie Dom einen Genuss aus seiner art das Spiel zu spielen ziehen kann. Und nicht nur das, ich meine sogar durch seine Beschreibung nun einen Ansatz gefunden zu haben, möglicherweise selbst Genuss aus vermeintlich ereignislosen Spielen ziehen zu können.

Ich habe mich ein bisschen mit Tantra auseinander gesetzt, also dieses europäische Tantra, welches sich um Achtsamkeit, Massagen, Sex, etc. dreht. Es ist sehr interessant welcher neue Zugang sich zur physischer (und emotionaler) Intimität eröffnet, wenn man z.B. massiert wir. Der Deal ist, dass man sich total entspannt, die Wahrnehmungsensibilität auf 11 dreht, und ausschließlich 'empfängt'. Die meisten Menschen versuchen Sex mit den vermeintlich bestaussehendsten Partner zu haben, so als ob die Qualität der Erfahrung vom Aussehen der anderen Person abhängt. Und wenn es zu physischer Intimität kommt, dann fühlen sie sich angespornt, eine möglichst hohe Performance zu bringen. Bei so einer Massage sind diese ganzen Dinge hingegen irrelevant. Das Bewusstsein muss sich zwangsläufig einen anderen Fokuspunkt suchen. Und zwar, alle diese körperlichen und emotionalen Wahrnehmungen, die durch diese Berührungen provoziert werden.

Es eröffnet sich ein ganz neuer Wahrnehmungshorizont, und wenn man das öfter macht, dann trainiert man eine Sensibilität für die Nuancen 'innerer' Wahrnehmungen. Man erschließt sich eine art emotionaler innerer Welt, durch die man sich gewissermaßen schlendernd oder auch zielgerichtet bewegen kann. Also, man kann eine spezifische körperliche Erfahrung anstreben, so wie man in einen Teeladen gehen, und ein ganz bestimmtes Aroma suchen kann, wenn man die entsprechende Wahrnehmung geschärft und kultiviert hat.

Das beste daran ist, dass man damit selbst die agency (gibt's dafür ein deutsches Wort?) über die Erfahrung übernimmt. Man ist dem Medium nicht mehr ausgeliefert. Man kann fast sagen, es ist emanzipierend. Das Medium ist nur noch das Werkzeug, um die Empfindung anzustoßen. Die Empfindungen um die es ja eigentlich wirklich geht. Wegen denen man eine Leidenschaft zu Computerspielen aufgebaut hat. Nicht wegen der Grafik oder dem Schwierigkeitsgrad, sondern wegen dem, was diese Dinge in einem anstoßen.

Ich habe ein paar ruhigere Spiele in meinem Steamaccount, aber ich habe bisher nie die Ruhe gefunden, mich darauf einzulassen. Aber wenn man ihnen mit dem selben Ansatz begegnet wie bei solchen Tantra Ritualen, dann könnte ich mir vorstellen, dass das klappt. Also den Fokus auf die innere Entspannung (oder was auch immer sich einstellen mag) richten, anstatt darauf warten, dass man von aussen mit irgendeinem oberflächlichen Dosengefühlen gefüttert wird. Sehr interessant! Danke für diese Inspiration!


Dom ist der Tantralehrer der Spielekritik!

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Soulaire
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Soulaire »

LlamaCannon hat geschrieben:
14. Mai 2020, 21:02
jaja bla bla mimimimimi das muss man jetzt nicht ausdiskutieren. War auch nur getriggert vom post von soulaire und finde, dass er keine Ahnung hat etwas nach seiner "Kreativität" zu bewerten. Würde aber auch nicht CoD und Civ mit No Man's Sky und Animal Crossing vergleichen. Erste haben schließlich ausgeklügeltere Spielmechaniken. Ist also keine Frage des Geschmacks und "was einem Freude bereitet".
NMS ist produzeral generiert und damit das Gegenteil von Kreativität, das ist mein Punkt.
Animal Crossing und NMS haben nichts mit einander zu tun. weiß auch nicht was es da zu triggern gibt und wie du darauf kommst.

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Wudan
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Wudan »

Soulaire hat geschrieben:
14. Mai 2020, 21:24
NMS ist produzeral generiert und damit das Gegenteil von Kreativität, das ist mein Punkt.
Aber das ist doch auch nicht richtig. Die Welten kommen ja nicht einfach so aus dem Algorithmus geplumpst. Auch wenn Aspekte des Spieles prozedual sind, müssen doch trotzdem die Modelle erstmal entworfen und gebaut werden (Steine, Pflanzen, Bäume, Tiere - zumindest deren Bausteine), Schiffsmodelle erstellt werden, Charactermodelle gebastelt werden, Alienrassen entworfen werden, Lore geschrieben, Craftingmechanik entwickelt werden so das sie zusammenpasst und Sinn ergibt, nicht zu vergessen der Soundtrack (der übrigens ziemlich cool und passend ist) - pauschal zu sagen in dem Spiel steckt keine Kreativität ist einfach nicht korrekt.
Zuletzt geändert von Wudan am 14. Mai 2020, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.

Herrmann
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Herrmann »

Wudan hat geschrieben:
14. Mai 2020, 21:33
[...] nicht zu vergessen der Soundtrack (der übrigens ziemlich cool und passend ist) - per se zu sagen in dem Spiel steckt keine Kreativität ist einfach nicht korrekt.
Der Soundtrack ist um den Faktor 10 das beste am Spiel. Kann ich immer wieder gut anhören.

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Soulaire
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Re: Feierabendbier - No Man's Sky (die Rückkehr)

Beitrag von Soulaire »

Wudan hat geschrieben:
14. Mai 2020, 21:33
Soulaire hat geschrieben:
14. Mai 2020, 21:24
NMS ist produzeral generiert und damit das Gegenteil von Kreativität, das ist mein Punkt.
Aber das ist doch auch nicht richtig. Die Welten kommen ja nicht einfach so aus dem Algorithmus geplumpst. Auch wenn Aspekte des Spieles prozedual sind, müssen doch trotzdem die Modelle erstmal entworfen und gebaut werden (Steine, Pflanzen, Bäume, Tiere - zumindest deren Bausteine), Schiffsmodelle erstellt werden, Charactermodelle gebastelt werden, Alienrassen entworfen werden, Lore geschrieben, Craftingmechanik entwickelt werden so das sie zusammenpasst und Sinn ergibt, nicht zu vergessen der Soundtrack (der übrigens ziemlich cool und passend ist) - per se zu sagen in dem Spiel steckt keine Kreativität ist einfach nicht korrekt.
da hast du Recht. es gibt auch kreative Rogue-likes mit kreativen Gegner-Designs und kreativen Waffen etc.
Aber gerade das "Handgemachte" finde ich in NMS auch generisch und das könnte genauso in zig anderen Spielen so existieren. NMS hat von Anfang an alles der "Unendlichkeit" untergeordnet, Das war nämlich das Verkaufsargument schlechthin mit so Sätzen wie "man kann alles in diesem Spiel machen". Kreativ werden bedeutet aber immer konkret zu werden, aber genau das wollen sie gar nicht. Man kann alles in diesem Spiel machen, aber deshalb auch gleichzeitig gar nichts, weil es so unkonkret ist.

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