Runde #268: Traumjob Spielebranche

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Sheeperich
Beiträge: 18
Registriert: 16. Jun 2017, 13:49

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Sheeperich »

BummsGeordy hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:31
Trugschluss hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:26
BummsGeordy hat geschrieben:
24. Mai 2020, 19:41
Besonders interessant für mich, weil ich in einer gänzlich anderen Branche arbeite, aber genau die gleichen Probleme mit völlig überrissenen Arbeitszeiten habe, wie ihr sie für die Gamesbranche diskutiert habt. Auch bei uns ist das alles WEIT über allem was gesetzlich erlaubt ist (wir arbeiten im Durchschnitt 55-65h/Woche). ist vom Arbeitgeber auch offiziell so angeordnet - ist rechtlich nicht zu halten, aber aus diversen Gründen läuft es trotzdem immer so weiter...
Warum man das freiwillig macht und sich nicht wehrt, und wenn es nur kontinuierliche (anonyme) Anzeige bei den Behörden ist, verstehe ich nicht. :(
von außen ist das auch schwer zu verstehen - aber das Ganze ist komplex - ich kann es aber gerne mal versuchen:

zunächst wird taktisch suggeriert, dass es nur eine Ausnahmesituation ist. Man hat kommende Woche ein Gespräch mit der Personalabteilung - da wird dass dann geklärt.. an dem Termin ist jemand da, der nichts zu entscheiden hat - also wird ein neuer Termin gemacht... am neuen Termin ist jemand krank.. also neuer Termin.. an diesem Termin müssen aber Dinge besprochen werden, die sich zwischenzeitlich aufgetan haben, die noch dringender sind... dann ist am nächsten möglichen Termin ein Feiertag.. dann Weihnachten... dann Urlaubszeit.. dann kommt Corona.. dann jemand neues aus der Personalabteilung der gewechselt hat, wo das Ganze nochmal von Vorne losgeht.

inzwischen untereinander Streit wie man vorgehen soll.. Fraktion 1: "warten wir noch den nächsten Termin ab".. Fraktion 2 "nee - wir schalten die Gewerbeaufsicht ein" Fraktion 3 "auf gar keinen Fall - dann bekommen wir noch mehr Ärger und können den Bonus XYZ den wir uns schwer erkämpft haben vergessen".
Dann kommen wirklich 2 neue Leute - dann sieht es perspektivisch so aus, dass es in 2-3 Monaten besser sein könnte -dann wieder Kündigungswelle.. dann wieder Termine.. und so geht Monat für Monat für Monat ins Land und am Ende hat man 1 Jahr lang 60 Wochenstunden - durchgehend.. und Urlaube verfallen, da man diese aufgrund der schlechten Besetzung nicht nehmen konnte usw usw...
Darum muss man sich bei der zuständigen Behörde beschweren.
Nix anderes hilft. Ich habe auch in einem Betrieb gearbeitet in dem Arbeitszeiten bitteschön 14h am Tag sind. Und für Mitarbeiter machen diese ja in der Freizeit fertig.
Zur Behörde, beschweren und gut ist. Das ist das einzige was hilft.

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BummsGeordy
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von BummsGeordy »

Sheeperich hat geschrieben:
24. Mai 2020, 23:12
BummsGeordy hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:31
Trugschluss hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:26


Warum man das freiwillig macht und sich nicht wehrt, und wenn es nur kontinuierliche (anonyme) Anzeige bei den Behörden ist, verstehe ich nicht. :(
von außen ist das auch schwer zu verstehen - aber das Ganze ist komplex - ich kann es aber gerne mal versuchen:

zunächst wird taktisch suggeriert, dass es nur eine Ausnahmesituation ist. Man hat kommende Woche ein Gespräch mit der Personalabteilung - da wird dass dann geklärt.. an dem Termin ist jemand da, der nichts zu entscheiden hat - also wird ein neuer Termin gemacht... am neuen Termin ist jemand krank.. also neuer Termin.. an diesem Termin müssen aber Dinge besprochen werden, die sich zwischenzeitlich aufgetan haben, die noch dringender sind... dann ist am nächsten möglichen Termin ein Feiertag.. dann Weihnachten... dann Urlaubszeit.. dann kommt Corona.. dann jemand neues aus der Personalabteilung der gewechselt hat, wo das Ganze nochmal von Vorne losgeht.

inzwischen untereinander Streit wie man vorgehen soll.. Fraktion 1: "warten wir noch den nächsten Termin ab".. Fraktion 2 "nee - wir schalten die Gewerbeaufsicht ein" Fraktion 3 "auf gar keinen Fall - dann bekommen wir noch mehr Ärger und können den Bonus XYZ den wir uns schwer erkämpft haben vergessen".
Dann kommen wirklich 2 neue Leute - dann sieht es perspektivisch so aus, dass es in 2-3 Monaten besser sein könnte -dann wieder Kündigungswelle.. dann wieder Termine.. und so geht Monat für Monat für Monat ins Land und am Ende hat man 1 Jahr lang 60 Wochenstunden - durchgehend.. und Urlaube verfallen, da man diese aufgrund der schlechten Besetzung nicht nehmen konnte usw usw...
Darum muss man sich bei der zuständigen Behörde beschweren.
Nix anderes hilft. Ich habe auch in einem Betrieb gearbeitet in dem Arbeitszeiten bitteschön 14h am Tag sind. Und für Mitarbeiter machen diese ja in der Freizeit fertig.
Zur Behörde, beschweren und gut ist. Das ist das einzige was hilft.
ich weiß, dass man sich das so einfach vorstellt - aber so einfach ist es nicht. Selbst wenn man sich nun entscheiden würde genug Leute einzustellen (was nicht möglich ist, weil es nicht genug gibt), dann dauert es min. 3-5 Monate, bis die eingearbeitet sind... aber ja - das wäre der nächste Schritt gewesen.. ich hab gekündigt und muss jetzt nur noch ein paar Monate durchhalten, bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist...

wenn man sein Recht nur bekommt, wenn man es durch Behörden erzwingt hat der Arbeitgeber eh keinen Sinn...

Trugschluss
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Trugschluss »

BummsGeordy hat geschrieben:
25. Mai 2020, 06:29
ich weiß, dass man sich das so einfach vorstellt - aber so einfach ist es nicht.
...
wenn man sein Recht nur bekommt, wenn man es durch Behörden erzwingt hat der Arbeitgeber eh keinen Sinn...
Das stimmt, aber am Ende ist es tatsächlich genau so einfach. Ich war doch auch schon in der Situation in der Gastronomie. Kontinuierlicher Ärger mit den Behörden/Ordnungsamt, von mir initiiert, hat zu Veränderungen geführt, obwohl "es ja eigentlich nicht geht".

Und in der Zwischenzeit, die dir ja Sorge macht, selber auf die Veränderung bestehen. Der Arbeitgeber kann dir ja nichts, er kann schlecht die 14h Arbeitszeit rechtlich einfordern oder dich dafür abmahnen. Führt zwar zu riesigen Ärger und anfänglichen Stress, aber das hat für mich etwas mit Selbstrespekt zu tun. Spätestens beim Urlaubsverfall, den du beschrieben hast, würde ich so dermaßen auf die Barrikaden gehen. Personalmangel ist kein Grund um Urlaub zu verweigern!

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BummsGeordy
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von BummsGeordy »

Trugschluss hat geschrieben:
25. Mai 2020, 09:26
BummsGeordy hat geschrieben:
25. Mai 2020, 06:29
ich weiß, dass man sich das so einfach vorstellt - aber so einfach ist es nicht.
...
wenn man sein Recht nur bekommt, wenn man es durch Behörden erzwingt hat der Arbeitgeber eh keinen Sinn...
Das stimmt, aber am Ende ist es tatsächlich genau so einfach. Ich war doch auch schon in der Situation in der Gastronomie. Kontinuierlicher Ärger mit den Behörden/Ordnungsamt, von mir initiiert, hat zu Veränderungen geführt, obwohl "es ja eigentlich nicht geht".

Und in der Zwischenzeit, die dir ja Sorge macht, selber auf die Veränderung bestehen. Der Arbeitgeber kann dir ja nichts, er kann schlecht die 14h Arbeitszeit rechtlich einfordern oder dich dafür abmahnen. Führt zwar zu riesigen Ärger und anfänglichen Stress, aber das hat für mich etwas mit Selbstrespekt zu tun. Spätestens beim Urlaubsverfall, den du beschrieben hast, würde ich so dermaßen auf die Barrikaden gehen. Personalmangel ist kein Grund um Urlaub zu verweigern!
ich bin völlig deiner Meinung - aber bei vielen Dingen, die man "erzwingen" könnte leiden letztlich meine Kollegen oder Andere - aber dem Arbeitgeber selbst kann ich damit kaum weh tun.. und wenn mein "Protest" den Falschen schadet, dann macht es ja keinen Sinn...
Plankster hat geschrieben:
25. Mai 2020, 14:17
@BummsGeordy: Krankenhaus?
Oder welche Branche?
Ja - Krankenhaus. Woanders gibts wahrscheinlich auch nicht genug Idioten, die sowas so lange mitmachen ;)

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Asphyx
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Asphyx »

Hochinteressanter Podcast, obwohl ich nicht in der Branche arbeite und auch nicht vorhabe, das zu tun. Dazu eine Besetzung mit ausgezeichneter Gesprächsdynamik und Gästen, die tatsächlich aus eigener Erfahrung wissen, wovon sie da sprechen. Habe ich mit großem Genuss und Interesse gehört. :clap:

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Oliver Naujoks
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Oliver Naujoks »

Super-Folge, ganz großes Lob. Ralf und Wolfgang zuzuhören ist eh immer eine Freude, und Sebastian hat das als Moderator auch klasse gemacht. Fand ich sehr interessant und hochgradig unterhaltsam!




Lesen hier eigentlich auch Personaler aus der Spielebranche mit? Wollte nur erwähnen, dass ich AUCH alle sieben Harry Potter-Romane gelesen habe, bei Interesse schicke ich gerne mal meine Bewerbungsunterlagen!
Spielt: Cyberpunk 2077, Hitman 3, WRC 9, NHL 21, Phasmophobia, Cloudpunk, Ghostrunner, Ride 4, Mafia - Def. Ed.
Liest: "Mortality", Nicholas Royle // "Best Horror of the Year #12", Ellen Datlow (ed.) // Monster #5, Urasawa N.

Rick Wertz
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Rick Wertz »

Oliver Naujoks hat geschrieben:
25. Mai 2020, 17:49
Lesen hier eigentlich auch Personaler aus der Spielebranche mit? Wollte nur erwähnen, dass ich AUCH alle sieben Harry Potter-Romane gelesen habe, bei Interesse schicke ich gerne mal meine Bewerbungsunterlagen!
Ich habe nach dem Vierten aufgehört, was mich definitiv deutlich höher qualifizieren sollte (= weiß, wann keine Ressourcen mehr in ein hoffnungsloses Projekt gesteckt werden sollten)

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Ralf C. Adam
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Ralf C. Adam »

Oliver + Rick: Ihr seid beide engagiert :lol:

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whitespace
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von whitespace »

Das ist mal ein Podcast den ich richtig fühlen kann!
Gerade das was Ralph anspricht mit der Produktivität. Ich bin Quereinsteiger und seit einem Jahr Junior Software Entwickler, wo ich bei meinem ersten großen Projekt mitgearbeitet habe.
Ende Januar war der geplante Major Release unserer Software und wir haben Ende September angefangen mit Crunch. Da haben wir (von uns im Team aus) regelmäßige Hackatons veranstaltet, die, im Nachheinein betrachtet, zum Teil so unproduktiv waren, dass wir Ende November mehr Bug Issues auf unserem Scrum Board hatten als Feature- oder TecDebt Issues. Unser Teamleiter hat dann für den Dezember die Reißleine gezogen und den Major Release um 3 Wochen verschoben damit wir unsere Arbeit richtig machen.
Die Zeit, die zum Teil auch unsere Freizeit war, haben wir komplett freiwillig gemacht, die wir auch offiziell garnicht hätten machen dürfen. Ich weiß es nicht wie das in Deutschland aussieht, aber in Österreich gibt es ja "Arbeitsinspektoren" die unangekündigt auftauchen können. Hätte einer von denen uns erwischt, hätte unsere Firma massive Probleme bekommen können.

Long Story short, je länger du programmierst und die konzentrierst, desto schneller passieren Fehler und ich bin mir absolut sicher, dass es bei vielen Spielen genau am Crunch liegt warum gewisse Bugs drin sind, die nicht passiert wären, wenn man mit einem frischen Geist dran gegangen wäre.

EDIT:
Was ich noch hinzufügen mag ist, dass es meiner Meinung nach nicht nur an Publishern oder an den "oberen" liegt. Ich für meinen Teil habe eine richtige Leidenschaft zu programmieren aufgebaut und setze auch an mich den Anspruch Dinge fertig zu bekommen, auch wenn das heißt mal eben Crunch zu machen und hinein zu beißen. Da bin ich ganz sicher nicht allein und man wächst auch ein wenig in das Projekt hinein wo man sich selbst dann sagt "Hey, soweit sind wir schon gekommen. Das schaffen wir!". Das Problem ist, dass man dann eben Dinge aus den Augen verliert die eigentlich wichtiger sind. In meinem Falle als (damaliger) Single eher vernachlässigbar, aber wir haben in unserem Team genauso Väter die dann zurückgesteckt haben obwohl sie das eigentlich nicht mussten. Keiner von uns im Team war böse wenn jemand gesagt hat er macht um Punkt Schluss und unser Projektleiter hat das (eben zum Schluss dann komplett) forciert. Ich finde es entwickelt manchmal auch von selbst eine Dynamik.

Trugschluss
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Registriert: 5. Mär 2020, 13:29

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Trugschluss »

BummsGeordy hat geschrieben:
25. Mai 2020, 17:21
Ja - Krankenhaus. Woanders gibts wahrscheinlich auch nicht genug Idioten, die sowas so lange mitmachen ;)
Ich bin inzwischen Krankenpfleger und genau dieses Helfersyndrom ist das Problem. Die Situation könnte für die AN so viel besser sein, wenn man mal schmerzhaft auf sich aufmerksam macht. "Aber letztlich leiden die Kollegen und Patienten" ist die falsche Einstellung. Müssen sie dann wohl. :shhh:

Larnak
Beiträge: 48
Registriert: 6. Dez 2016, 01:44

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Larnak »

Sehr interessante Runde, ein schöner Rundumschlag.

Den Eindruck, dass immer mehr Firmen wissen, dass Crunch nichts bringt, kann ich bisher auch bestätigen. Insbesondere die Abwanderung von Expertise kenne ich da als erkanntes Problem und man versucht, das zu bremsen. Klar kann man sich in AAA-Produktionen hunderte Neueinsteiger irgendwo hinsetzen und die zu Fließbandarbeit organisieren (und die entsprechenden schwarzen Schafe gibt es ja leider auch immer noch). Aber je kleiner das Team ist, und das hat man schon auch, wenn es "nur" so 100 Leute sind, steigt die Verantwortung der einzelnen Mitarbeiter und es reicht oft nicht, "nur" Leute zu haben, die einfach stumpf einen Arbeitsplan abwerkeln. Es ist dann ungemein kostbar, Menschen zu haben, die schon mal in 50 der möglichen 500 Fallen bei einem bestimmten Spieltyp getappt sind, und die auch abseits der puren Erfahrung was von ihrem Handwerk verstehen.

Floki
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Registriert: 25. Dez 2019, 15:41

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Floki »

Ich denke, das ist zum Teil auch einfach eine Frage der Vision und dem eigenen Anspruch:
Wenn ich eine Vision habe und sie erreichen will, dann arbeite ich daran, losgelöst von 40 Stunden. Versteht mich nicht falsch, mir ist klar, dass das Chefs voraussetzen und und Crunch erwartet wird. Das meine ich nicht. Ich will nur sage, dass es auch Leute gibt, die für eine Idee brennen.
Dann arbeitet man 3 Stunden fokussiert, braucht eine Pause, legt wieder nach. So kriegt man schnell 12 Stunden voll. Gerade in kreativen Bereichen - und da zähle ich auf jeden Fall das Coden hinzu - hat dies auch was mit Flow und Tunnel zu tun, das ist in einem klassischen Fabrikjob nur schwer zu übertragen.

Auch ist dies Vorgehen nach dem Arbeitszeitgesetz (sofern hier keine tarifliche Regelungen bestehen, was ich aber nicht glaube (wäre mal ein spannender Ansatz für Gewerkschaften) illegal, aber wo kein Kläger, da kein Richter.
Um es noch einmal klarzustellen: Ich befürworte Crunch nicht, ich versuche nur eine andere Sichtweise einzubringen.

EDIT: Habe die Folge nun durch. Was ich sehr, sehr spannend fand, waren eure Ausführungen zu den Themen Leads, Teamwork, Firmenkultur. Sehr spannend und sehr schlüssig. Da merkt man eure Erfahrung. Kann man natürlich sehr gut auf fast alle Branchen übertragen. Da auch gerne mehr davon. Da lernt man richtig was und partizipiert an eurem Erfahrungsschatz.
Zuletzt geändert von Floki am 27. Mai 2020, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.

biaaas
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Registriert: 1. Sep 2016, 22:28

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von biaaas »

Rick Wertz hat geschrieben:
25. Mai 2020, 18:05
Ich habe nach dem Vierten aufgehört, was mich definitiv deutlich höher qualifizieren sollte (= weiß, wann keine Ressourcen mehr in ein hoffnungsloses Projekt gesteckt werden sollten)
Dann bin ich noch besser qualifiziert ich habe die nämlich gar nicht gelesen :icon-mrgreen:

lolaldanee
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Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von lolaldanee »

Das war eine fantastische Folge, die beste Sonntagsfolge seit langem :)
Als Grantel-Moderator mach Sebastian einfach keiner was vor, für diese Rolle wurde er geboren. Wolfgang und Ralf waren auch in Topform. Es ist so schön.

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Glibberkeks
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Registriert: 10. Mai 2018, 16:19

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von Glibberkeks »

BummsGeordy hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:31
Trugschluss hat geschrieben:
24. Mai 2020, 21:26
BummsGeordy hat geschrieben:
24. Mai 2020, 19:41
Besonders interessant für mich, weil ich in einer gänzlich anderen Branche arbeite, aber genau die gleichen Probleme mit völlig überrissenen Arbeitszeiten habe, wie ihr sie für die Gamesbranche diskutiert habt. Auch bei uns ist das alles WEIT über allem was gesetzlich erlaubt ist (wir arbeiten im Durchschnitt 55-65h/Woche). ist vom Arbeitgeber auch offiziell so angeordnet - ist rechtlich nicht zu halten, aber aus diversen Gründen läuft es trotzdem immer so weiter...
Warum man das freiwillig macht und sich nicht wehrt, und wenn es nur kontinuierliche (anonyme) Anzeige bei den Behörden ist, verstehe ich nicht. :(
von außen ist das auch schwer zu verstehen - aber das Ganze ist komplex - ich kann es aber gerne mal versuchen:

zunächst wird taktisch suggeriert, dass es nur eine Ausnahmesituation ist. Man hat kommende Woche ein Gespräch mit der Personalabteilung - da wird dass dann geklärt.. an dem Termin ist jemand da, der nichts zu entscheiden hat - also wird ein neuer Termin gemacht... am neuen Termin ist jemand krank.. also neuer Termin.. an diesem Termin müssen aber Dinge besprochen werden, die sich zwischenzeitlich aufgetan haben, die noch dringender sind... dann ist am nächsten möglichen Termin ein Feiertag.. dann Weihnachten... dann Urlaubszeit.. dann kommt Corona.. dann jemand neues aus der Personalabteilung der gewechselt hat, wo das Ganze nochmal von Vorne losgeht.

inzwischen untereinander Streit wie man vorgehen soll.. Fraktion 1: "warten wir noch den nächsten Termin ab".. Fraktion 2 "nee - wir schalten die Gewerbeaufsicht ein" Fraktion 3 "auf gar keinen Fall - dann bekommen wir noch mehr Ärger und können den Bonus XYZ den wir uns schwer erkämpft haben vergessen".
Dann kommen wirklich 2 neue Leute - dann sieht es perspektivisch so aus, dass es in 2-3 Monaten besser sein könnte -dann wieder Kündigungswelle.. dann wieder Termine.. und so geht Monat für Monat für Monat ins Land und am Ende hat man 1 Jahr lang 60 Wochenstunden - durchgehend.. und Urlaube verfallen, da man diese aufgrund der schlechten Besetzung nicht nehmen konnte usw usw...
Oh man, ich habe Gänsehaut beim lesen bekommen, du bringst es auf den Punkt!

Irgendwann ist alles so verworren, dass keiner mehr etwas nachvollziehen kann und jeder macht einfach seinen Kram.

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bluttrinker13
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Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: Runde #268: Traumjob Spielebranche

Beitrag von bluttrinker13 »

Hier noch mal, weil ursprünglich zu Folge 269 gepostet: Ganz tolle Folge, und ganz toll Wolfgang UND Ralf zusammen zuhören zu können!!

Was Folge 269 angeht korrigiere ich mich noch, da hätte ich nämlich (zugegeben auf hohem Niveau) ein wenig Kritik. ;)

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