Runde #277: Ghost of Tsushima – Warum gefällst du uns so?

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Vinter
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Vinter »

Nein, zum Haupt- und Nebenmissionen finden benötigt man schon die Karte. Aber daraus lässt sich auch ein Abenteuer stricken: Ich markiere eine Mission, in der Regel eine, die weiter entfernt ist und dann lasse ich mich vom Wind grob in die Richtung treiben. Aber ich versuche nicht, möglichst fix am Ziel anzukommen und quer durch die Pampa zu galoppieren. Stattdessen zuckel ich gemütlich mit meinem Gaul umher, schaue mir die Landschaft an, entdecke interessante Landschaftsmerkmale die ich mir dann aus der Nähe ansehe. Meistens gibt es dort was zu finden, irgendeine Kleinigkeit: Eine heiße Quelle, ein Haiku, ein Schrein. Dadurch, dass ich nicht strikt der Karte folge, sondern eher Breath-of-the-Wild-Style der Landschaft folge, stimmt auch die Dosierung der Nebenaktivitäten. Ausserdem: Es gibt, anders als etwa in Odyssey, auch recht viele verschiedene Dinge. Und so kommt man an irgendeiner Bergspitze an, meditiert kurz an einem Schrein und die Reise fühlt sich beendet an. Und dann gucke ich, was sich an der nächsten Hügelkuppe, im nächsten Tal, jenseits der nächsten Brücke befindet.

Aber lass mich dir ganz klar sagen: Ich tue das nicht für die Belohnung. Das erfüllen der Nebenaktivitäten stellt nur den Abschluss dar, das "Sie haben ihr Ziel erreicht". Das ist kurz befriedigend, ich weiß, dass ich fertig bin und dann kann ich mich neu orientieren. Und natürlich sind die Nebenaktivitäten weitestgehend trivial (Aber nicht alle!). Aber das sind die Dinge, die ich im Urlaub mache auch. Da spaziere ich die Promenade entlang auf der Suche nach einem Restaurant, das meine Aufmerksamkeit erregt. Oder ich laufe zum Hafen und gucke mir die Segelschiffe an. Und so nehme ich auch Ghost of Tsushima.

Hier spielt der Wind auch seine Stärke aus. Er ist sehr subtil und verstellt nicht den Blick auf die Spielwelt. Das zieht mich einerseits weiter ins Spiel rein, andererseits wirkt der Wind nicht sehr drängend. Wenn ich die ganze Zeit eine dicke GPS-Anzeige AR-mäßig in die Landschaft projiziert bekommen würde, ich glaube, ich würde strikter dem Missionsmarker folgen. Und natürlich habe ich die Gewissheit, dass es sich lohnt, vom Weg abzukommen.

Und vielleicht komme ich irgendwann an der ursprünglichen markierten Mission an, vielleicht aber auch nicht, weil mich die Landschaft irgendwann in eine völlig andere Richtung geführt hat. Wenn man versucht, möglichst effizient zu spielen, verpasst man imho das Spiel.
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Guthwulf
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Guthwulf »

imanzuel hat geschrieben:
26. Jul 2020, 15:45
Vinter hat geschrieben:
26. Jul 2020, 15:18
Dann habe ich aber einen anderen Zugang zum Spiel erhalten und gemerkt, dass die Karte eigentlich überflüssig ist und man das eigentliche Spiel verpasst, wenn man sich nur von Icon zu Icon leiten lässt. Tsushima funktioniert wesentlich besser, wenn man sie auf eigene Faust erkundet, sich überraschend lässt und nicht versucht, einfach nur möglich effektiv die Karte abzuräumen. Das Level- und Weltendesign von Tsushima ist dafür auch gut genug. Man findet immer was und fühlt sich nicht durch das ignorieren der Karte gehandicapped, im Gegenteil.
Interessant, so ähnlich wurde das ja auch im Podcast angesprochen. Ich frage mich nur, woher kommt diese Erkenntnis? Was macht GoT anders als andere Spiele? Ich habe z.B. GR Wildlands komplett so gespielt
Hab den Podcast erst ca. zur Hälfte durch aber der Punkt hat bei mir auch Fragezeichen hinterlassen. Ich spiele Open World Spiele seit Morrowind so. Das erste, was ausgeschaltet wird (sofern möglich und vorhanden), sind Minimap, Kompass und unsinnige Zielmarker. Ich orientiere mich lieber an den Landschaftsmerkmalen in der Welt und erkunde diese auf eigene Faust, lasse mich auf natürlich Weise überraschen anstatt die Karte "möglichst effektiv" abzuarbeiten. Die Karte (per Menü) wird dabei genauso genutzt wie bei ner normalen Wanderung. Man guckt gelegentlich mal rauf, um sich grob zu orientieren und Landschaftsmerkmale wie Flüsse oder Berge zu identifizieren. Dann wird sie wieder in den Rucksack gesteckt und weiter gehts.

Is ja schön, dass Andre und Sebastian diese Spielweise nun auch mal für sich entdeckt haben, aber wieso zeichnet das GoT aus? Das geht eigentlich in fast allen Open World Spielen ganz wunderbar und ist seit Ewigkeiten meine normale Spielweise für Open World Spiele.

Was mich besonders stutzig macht, ist die Aussage, dass die Open World in GoT nur eine schnell durchschaubare relativ statische Kulisse ist, in der eine kleine Anzahl fest definierter Typen von "Zufallsencounter" gibt, NPCs keinen Tagesablauf haben und auch ansonsten wenig "dynamisch von selbst" passiert. Das ist etwas, das für mich persönlich eine der größten Sünden beim Open World Design ist und diese für mich ganz schnell kaputt machen kann. Warum dann überhaupt Open World, wenn sie nur als Kulisse genutzt wird. Da muss das Gameplay und die -progession oder Story aber wirklich HAMMER sein, um mich bei der Stange zu halten. Sowas fliegt bei mir eigentlich ganz schnell von der Platte.
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Guthwulf
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Guthwulf »

Vinter hat geschrieben:
26. Jul 2020, 16:19
Nein, zum Haupt- und Nebenmissionen finden benötigt man schon die Karte. Aber daraus lässt sich auch ein Abenteuer stricken: Ich markiere eine Mission, in der Regel eine, die weiter entfernt ist und dann lasse ich mich vom Wind grob in die Richtung treiben. Aber ich versuche nicht, möglichst fix am Ziel anzukommen und quer durch die Pampa zu galoppieren. Stattdessen zuckel ich gemütlich mit meinem Gaul umher, schaue mir die Landschaft an, entdecke interessante Landschaftsmerkmale die ich mir dann aus der Nähe ansehe. Meistens gibt es dort was zu finden, irgendeine Kleinigkeit: Eine heiße Quelle, ein Haiku, ein Schrein. Dadurch, dass ich nicht strikt der Karte folge, sondern eher Breath-of-the-Wild-Style der Landschaft folge, stimmt auch die Dosierung der Nebenaktivitäten.
Herzlichen Glückwunsch das du meine normale Spielweise für Open World Spiele nun auch mal für dich entdeckt hast. :clap: :whistle: Diese Spielweise funktioniert in fast allen Open World Spielen. Liegt eher am Spieler, ob er diese verfolgt oder nicht. Hat für mich wenig mit dem Spiel zu tun.
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Vinter
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Vinter »

Neee, finde nicht, dass die grundsätzlich funktioniert. Dafür muss mich zum einen die Welt optisch sehr interessieren und zum anderen muss die Spielwelt geschickt gestaltet sein. Es geht ja nicht darum, einfach irgendwie Kreuz und Quer durch die Landschaft zu latschen und zu hoffen, auf irgendwas zu treffen.

AC: Origins und Unity hat da für mich so funktioniert, Witcher 3 zum Teil auch. In Origins bin ich tagelang mit dem Floß über den Nil gepaddelt, in Witcher 3 ewig mit Plötze durch die Felder getrabt in AC Unity jedes monumentale Bauwerk erklommen oder durch die Straßen flaniert. Gameplay findet dabei im engeren Sinne über weite Strecken nicht statt, das Erlebnis lebt von Faszination für die Welt. In anderen Fällen hat das für mich nicht geklappt, weil da irgendwas nicht richtig gepasst hat, AC: Odyssey oder Rage 2 etwa.

Langsamkeit ist dafür ein sehr entscheidener Faktor. Die Welt muss so interessant gestaltet sein, dass ich gewillt bin, mir sie stundenlang im Detail anzusehen. Packt mich die Welt nicht, funktioniert auch diese Spielweise für mich nicht.
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imanzuel
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von imanzuel »

Vinter hat geschrieben:
26. Jul 2020, 16:19
Nein, zum Haupt- und Nebenmissionen finden benötigt man schon die Karte. Aber daraus lässt sich auch ein Abenteuer stricken: Ich markiere eine Mission, in der Regel eine, die weiter entfernt ist und dann lasse ich mich vom Wind grob in die Richtung treiben. Aber ich versuche nicht, möglichst fix am Ziel anzukommen und quer durch die Pampa zu galoppieren.
Ah okay. Ja gut, exakt das hat spätestens bei mir Skyrim gesorgt, also jetzt auch keine völlig neue Erfahrung.
Ausserdem: Es gibt, anders als etwa in Odyssey, auch recht viele verschiedene Dinge.
Gegnerische Camps, die Quellen (uh, Cutscene und ein Dialog - dieses Gameplay ;) ), Bambus kaputthauen (QTE^^), die Arena-Bosskämpfe (die wirklich sehr nice aber viel zu selten sind), Schreine (Rätsel/Sprünge), Fuchsbau (Fuchs hinterherlaufen, dieses geniale Gameplay ;) ), Haiku (...) und die Quests - habe ich irgendwas verpasst? Wirklich viel ist das ja nicht :D

Aus dem Kopf, was Odyssey hat: Camps, Gräber, Türme erklimmen (Schnellreise), Bosskämpfe, die Söldner jagen (die wo so nerven), für Sparta/Athen die Sachen freischalten damit man so eine große Schlacht spielen kann, Tiere als Bosskämpfe, die Arena, etc. Auch nicht weniger.

Wenn ich GoT nur daran bemesse, wie gut das Spiel/Gameplay etc. ist wenn ich mir einfach einen Marker irgendwo hinsetze, und auf den Weg dahin schaue was man machen kann, dann würde ich sagen liegt das Spiel meilenweit hinter ein Skyrim, Fallout NV, Kingdom Come, von mir aus auch Fallout 4 :D
Notiz für mich
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Vinter
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Vinter »

Ja, aber es geht mir an der Stelle nicht ums Gameplay. Natürlich ist das nur "Auf die Bergspitze klettern und Knopf drücken". Völlig klar. Es geht um die Reise an sich. An deren Ende liegt immer irgendeine kleine Sequenz, eine kleine Belohnung, als Signal, dass der Weg nun beendet ist - und dann findet eine neue Reise statt. Und dafür genügt die Menge an unterschiedlichen Aktivitäten: Sie wiederholen sich, aber nicht so häufig, dass es langweilt.

Das wird man allerdings vermutlich anders wahrnehmen, wenn man sich vom GPS auf geraden Linien durch die Welt führen lässt und man den Weg zwischen den Nebenaktivitäten nicht als Teil der Spielerfahrung begreift.
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Guthwulf
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Guthwulf »

Vinter hat geschrieben:
26. Jul 2020, 16:47
Ja, aber es geht mir an der Stelle nicht ums Gameplay. Natürlich ist das nur "Auf die Bergspitze klettern und Knopf drücken". Völlig klar. Es geht um die Reise an sich. An deren Ende liegt immer irgendeine kleine Sequenz, eine kleine Belohnung, als Signal, dass der Weg nun beendet ist - und dann findet eine neue Reise statt. Und dafür genügt die Menge an unterschiedlichen Aktivitäten: Sie wiederholen sich, aber nicht so häufig, dass es langweilt. Das wird man allerdings vermutlich anders wahrnehmen, wenn man sich vom GPS auf geraden Linien durch die Welt führen lässt und man den Weg zwischen den Nebenaktivitäten nicht als Teil der Spielerfahrung begreift.
Sehe ich genauso. Die Reise ist das Ziel. Aber wieso zeichnet das GoT aus und wird jetzt hier so hervorgehoben? Das is doch fast immer so. Selbst in GR Wildlands, das übrigens ein tolles dynamisches Leben mit vielen kleinen Details inszeniert, die fast alle nix mit dem Shootergameplay oder irgendwelchen Markern auf der Map zu tun haben.
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Vinter
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Vinter »

Ich würde nicht sagen, dass es GoT nun exklusiv auszeichnet. Wie gesagt, ähnliche Spielerfahrungen hatte ich auch schon mit anderen Titeln. GoT ist nur wieder eines, welches darin sehr gut ist. Aber ich denke, es kommt auch immer auf die persönlichen Vorlieben der ästhetischen Erfahrung an. Wie gesagt: Origins fand ich fantastisch, Oddyssey sehr meh, obwohl es eigentlich 2x das gleiche Spiel ist.
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Nachtfischer
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Nachtfischer »

Guthwulf hat geschrieben:
26. Jul 2020, 16:29
Is ja schön, dass Andre und Sebastian diese Spielweise nun auch mal für sich entdeckt haben, aber wieso zeichnet das GoT aus? Das geht eigentlich in fast allen Open World Spielen ganz wunderbar und ist seit Ewigkeiten meine normale Spielweise für Open World Spiele.
Das sagen sie ja so eben nicht. Vielmehr sind sie erstaunt, dass die offene Welt (zumindest) nicht stört. Ich höre da wie einige Posts zuvor gesagt raus, dass es ihnen relativ unabhängig von der Meta-Struktur um das Kern-Gameplay (Kampfsystem) geht, das hier (im Gegensatz zu vielen anderen Open-World-Titeln) wohl deutlich mehr Substanz hat.

Pampelmusensirup
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Pampelmusensirup »

Ghost of Tsushima
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Andre Peschke
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Andre Peschke »

Nachtfischer hat geschrieben:
26. Jul 2020, 17:55
Das sagen sie ja so eben nicht. Vielmehr sind sie erstaunt, dass die offene Welt (zumindest) nicht stört. Ich höre da wie einige Posts zuvor gesagt raus, dass es ihnen relativ unabhängig von der Meta-Struktur um das Kern-Gameplay (Kampfsystem) geht, das hier (im Gegensatz zu vielen anderen Open-World-Titeln) wohl deutlich mehr Substanz hat.
Korrekt. Zusätzlich finde ich die Spielerführung via Wind und Wiesel (ok, Füchse...) angenehm elegant. Wenn ich bei Assassin's Creed regelmäßig den Adler starten soll, langweilt mich das schon eher wieder.

Andre

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Feamorn
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Feamorn »

Vinter hat geschrieben:
26. Jul 2020, 16:55
Ich würde nicht sagen, dass es GoT nun exklusiv auszeichnet. Wie gesagt, ähnliche Spielerfahrungen hatte ich auch schon mit anderen Titeln. GoT ist nur wieder eines, welches darin sehr gut ist. Aber ich denke, es kommt auch immer auf die persönlichen Vorlieben der ästhetischen Erfahrung an. Wie gesagt: Origins fand ich fantastisch, Oddyssey sehr meh, obwohl es eigentlich 2x das gleiche Spiel ist.
Ich glaube, das hängt in der Tat unglaublich an den Vorlieben.
Ich hab ja erst Odyssey und dann Origins gespielt und fand das Erkunden in Odyssey irgendwie tausend mal interessanter, aber eben da mein Interesse an Griechenland unheimlich groß ist, ich zudem einige der Orte schon in Natura gesehen habe und am Ende auch, weil es eben doch viel Wiederholung war.
Alexandria fand ich in Origins z.B. unglaublich langweilig, eben weil es im Grunde ja auch eine griechische Stadt ist, davon hatte ich in Odyssey schon massig gehabt. Daher kann ich auch verstehen, wenn man von Origins nach Odyssey dann wieder den Eindruck hat, dass das irgendwie wieder nur das gleiche ist.
Das einzige Gebiet bei dem ich in Origins wirklich ähnlich viel Spaß hatte zu erkunden wie in Odyssey war Gize und dann ausgerechnet diese Einöde (mit der Oase), mir ist der Name entfallen.
Dazu hat Origins mich am Ende der Hauptstory, zumindest gefühlt, enorm gehetzt, weshalb ich die nordwestlichen Gebiete nicht in Ruhe erkunden "konnte". Als die Hauptstory dann durch war, war die Luft leider erstmal raus, nach ca. 35h bei mir. Wenn ich mir überlege, dass ich Odyssey knapp 90h gespielt habe, bevor ich genug hatte, und nach gut 30h überhaupt das erste Mal die Schnellreise benutzt habe...

GoT reizt mich wegen der Thematik gerade auch mehr als gedacht, gut möglich, dass ich mir das demnächst doch noch zulege. (Kenne im Grunde nur ein paar Screenshots und den Thread hier.)

Dee'N'bee
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Dee'N'bee »

Spiel ist glaube ich endgültig für mich gestorben. Ich hab gestern mal ein Neues Spiel gestartet um zu schauen ob ich dort auch den Kamerabug hab(ja hab ich)

Als ich dann heute mein eigentliches Spiel wieder laden wollte. Hab ich es doch tatsächlich geschafft im Ladebildschirm meinen alten Spielstand zu überschreiben.
Wie kann man den im Ladebildschirm zulassen dass so etwas möglich ist? Ich wollte doch einfach nur laden :oops:

Sehr undurchsichtig dieses System. Es hat mich gefragt ob ich den Spielstand überschreiben möchte, ich dachte aber es meint den aktuellen Auto-Save(vom neu gestarteten Spiel)...wie es eigentlich üblich ist. Vieleicht hab ich mich auch wahnsinnig dumm angestellt...ich weis auch nicht. Hätte ich mal lieber mehr als einen Spielstand angelegt :(

Bin jetzt stinksauer und hab keine Lust nochmal 10 Stunden oder mehr nachzuholen...so ein Kack aber auch

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DickHorner
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von DickHorner »

Terranigma hat geschrieben:
15. Jul 2020, 23:36
Diese andere Wahrnehmung zeigt sich dann auch etwa im Artikel von IGN-Japan und der dortigen Besprechung. Die ersten zwei Absätze handeln erst einmal davon, dass es ein Spiel mit japanischen Szenario ist, das von nicht-Japanern entwickelt wurde - und gehen auf den Japan-Hype im Ausland ein und sprechen davon, dass japanische Popkultur via Anime, Manga, Romanen, usw. auch in den Westen schwappte. Als sichtbares Vorbild für "Ghost of Tsushima" nennen sie nicht die Historie, sondern Kurosawa Akira. Anstatt von historischer Authentizität benutzen sie folgenden Begriff zur Einordnung: 歴史系フィクション "Geschichtsfiktion." Während in Deutschland zwar niemand von "historischer Korrektheit" spricht, wird dem Titel doch aber eine große historische Authentizität zugesprochen. In Japan ist die Wahrnehmung eine andere: "Ghost of Tsushima" ist Fiktion inklusive 美化された "idealisierter" Samuraidarstellung und stellt eine spielerische 侍ファンタジー "Samuraiphantasie" dar. Das ist im Artikel aber nicht abwertend gemeint. Die Wertung ist schließlich auch sehr gut mit 9/10.
Ghost of Tsushima: Riesige Schlacht und vernichtende Niederlage, bei der alle bis auf einen Samurai getötet werden. Dieser Samurai begibt sich auf eine ausgedehnte Reise, um Rache zu nehmen.
Realität: Riesige Schlacht und vernichtende Niederlage, bei der alle bis auf einen Samurai getötet werden. Dieser Ronin hat dadurch, dass er offensichtlich nicht genug Einsatz gezeigt hat und lebendig aus der Schlacht gekommen ist, schwere Schande auf sich geladen und begeht rituellen Selbstmord. The End.
Oder?

JanTenner
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von JanTenner »

Ich finde dieses "Ubisoft-Formel"-Spiele bashen ziemlich doof. Klar mögen diese Art Spiele nicht jedem gefallen, aber ich finde nicht, dass es an sich ein Mangel ist, wenn ein Spiel nach dieser Formel funktioniert - ganz im Gegenteil: es ist ein bewährtes Konzept. Vielleicht mittlerweile nicht mehr sehr originell, aber mir machen viele dieser Spiele großen Spaß. (z.B. alle Far Cry seit Teil 3, die letzten beiden Assassin's Creeds, Horizon: Zero Dawn). Die Wertungen und Verkaufszahlen sprechen ja auch dafür, dass es viele Spieler gibt, denen es genau so geht. Für mich ist das einfach ein Spielgenre von dem ich natürlich nicht jeden einzelnen Vertreter gespielt haben muss und natürlich will ich zwischendurch auch mal was anderes spielen, aber von Zeit zu Zeit habe ich immer wieder Lust auf so ein Spiel und bin dann froh, dass es regelmäßig sehr hochwertige Titel dieses Genres gibt.
Du meinst wahrscheinlich 'dediziert' wenn du 'dezidiert' schreibst :ugly:

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Terranigma
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Registriert: 17. Feb 2016, 19:34

Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Terranigma »

DickHorner hat geschrieben:
27. Jul 2020, 08:19
Realität: Riesige Schlacht und vernichtende Niederlage, bei der alle bis auf einen Samurai getötet werden. Dieser Ronin hat dadurch, dass er offensichtlich nicht genug Einsatz gezeigt hat und lebendig aus der Schlacht gekommen ist, schwere Schande auf sich geladen und begeht rituellen Selbstmord. The End.
Hätte es die Praxis gegeben, dass sich die überlebenden Soldaten nach einer verlorenen Schlacht selbst umbringen, wäre das strategisch gesehen ziemlich ... doof gewesen. So sah die Realität wohl nicht aus. :D

JanTenner hat geschrieben:
27. Jul 2020, 11:31
Ich finde dieses "Ubisoft-Formel"-Spiele bashen ziemlich doof.
Irgendwo schon - so gefühlt, denke ich. Ich würde auch nicht kritisieren, dass ein Spiel nach einer Formel funktioniert, wenn's eine gute Formel ist. Ich bin da recht schlicht: ich kann auch jeden Tag Tortellini essen. Das wird mir nie fad und öde, weil Tortellini halt geil sind. Ich würde aber sagen, dass die Ubisoft-Formel wie sie in Assassin's Creed zum Einsatz kommt an sich nicht gut ist - die Verkaufszahlen widersprechen mir da sicherlich, insofern ist's halt auch nur subjektives Empfinden. Aber mein erstes und wohl letztes Assassin's Creed war Origins gewesen, was ja als einer der besten Teile gilt. Und ich empfand es als sehr anstrengend, weil ich nach wenigen Stunden schon gefühlt alles wusste, was es über's Spiel zu wissen gibt. Es gab nach sehr kurzer Zeit nichts Neues mehr - keine neue Spielmechanik, keine Herausforderung. So sehr mich das Szenario auch faszinierte, das alleine hat mir nicht genügt, um diesen Gameplay-Loop längere Zeit zu ertragen.

Habe nun auch'n wenig in "Ghost of Tsushima" reingespielt und meine erste Reaktion war da recht ähnlich: "meh." Hat sich aber gelegt. Was mir doch sehr gefällt, das ist die Konsequenz mit welcher das Szenario umgesetzt wird und die Samurai-Phantasie bedient wird. Vor allem aber, dass das Spiel navigierbar ist ohne die Weltkarte zu nutzen. Ich hasse die Navigation über Karten, weil ich persönlich unfähig bin Einblendungen, Icons, usw. zu ignorieren - auch wenn ich mir damit das Spielerlebnis ruiniere, ich kann nicht so tun, als gäbe es diese Einblendung auf meinem Bildschirm nicht. Die Navigation über die Spielwelt - Wind, Rauchsäulen, und so - in "Ghost of Tsushima" funktioniert für mich umgekehrt ausgezeichnet, und ergibt ein völlig anderes Spielgefühl. Weil ich eben in die Welt schaue, anstatt mit dem Blick nur auf die Minimap oder die Kompassanzeige zu starren. Ich fühle mich hier wohlig an "Breath of the Wild" erinnert, das für mich das persönlich beste OpenWorld-Spiel ist, das ich bis heute spielte.

... was an sich nicht viel aussagt, weil ich mit diesem Genre allgemein sehr wenig anfangen kann. Aber "Ghost of Tsushima" geht für mich da auch teilweise in eine entsprechende Richtung, dass die Navigation über die Spielwelt möglich ist und ich die Map recht gut ignorieren kann. Diese leichte Modifikation der Formel macht für mich'n Unterschied wie zwischen Tag und Nacht.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
Suzuki Shunryū​

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ingonaut
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von ingonaut »

Ich hatte mich in einem früheren Posting ja - ebenso wie die Podcaster - gefragt, warum mir GoT eigentlich noch Spaß bereitet, wo es an vielen Stellen doch sehr generisch ist.

Ich glaube, es ist tatsächlich das noch recht unverbrauchte Szenario (zumindest in dieser relaitätsnahen Form) und die einhergehende Powerfantasy in den Herausforderungen/Stand-Offs einfach mal 3 Gegner mit drei Schüngen wegszuschnätzeln. Alles andere kann es eigentlich nicht sein. Denn alles andere machen andere Spiele besser.

Mir fehlt bspw. die Präsenz des eigenen Chars in der Spielwelt. Da hat - für mich - RDR2 Maßstäbe gesetzt. Wie sehr man als Spieler in dieser Welt wirklich präsent war, war toll. Auch wenn das (insb. Sebastian) nicht so gefallen hat, dass bspw. das Einsammeln und öffnen von Schubladen extrem detailliert und langsam ausgestaltet war. Mir fehlt auch die gut erzählte Story, wie sie für mich auch in RDR2 präsent war oder auch in TLOU1&2 (ich bleibe dabei). Hier wurden auch in der Präsentation und Inszenierung so viele Chancen verschenkt. (Und übrigens... warum enden Fußspuren immer nach 5 Metern und beginnen dann 2 Meter später wieder?!)

Von daher - und weil einfach auf der ersten Insel schon sooo viel Nebenquatsch zu tun ist - strauchel ich jetzt dabei, auf Insel 2 überzuwechseln und der Spielspaß schwindet. Hier ist einfach schon so viel Zeug zu tun, dass ich völlig den Fokus verliere zur Mainstory. Und ich will nicht die Hauptmission auf Insel 1 abschließen, wenn da noch die ganzen unverbrauchten Marker rumschweben...

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Sebastian Solidwork
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Sebastian Solidwork »

ingonaut hat geschrieben:
27. Jul 2020, 12:24
Ich hatte mich in einem früheren Posting ja - ebenso wie die Podcaster - gefragt, warum mir GoT eigentlich noch Spaß bereitet, wo es an vielen Stellen doch sehr generisch ist.
Auf die Podcaster bezogen findest du glaube ich hier eine Antwort:
viewtopic.php?p=144313#p144313
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Varus
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von Varus »

Hat mir auf jeden Fall Lust aufs Spiel gemacht.^^ Meine Probleme mit der Ästhetik, habe ich ja schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Kommt auf die Sale-Liste. Gerade in Anbetracht der hier beschriebenen Bugs, scheint ja "abwarten" diesmal wirklich sinnig zu sein. Interessant, dass das bei einem PS4-Exklusivspiel 2020 noch passieren kann. :think: Bei André und Sebastian scheints ja zumindest so bugfrei gewesen zu sein, dass es keiner großen Erwähnung wert war.
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meieiro
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Re: Ghost of Tsushima

Beitrag von meieiro »

Varus hat geschrieben:
28. Jul 2020, 11:37
Hat mir auf jeden Fall Lust aufs Spiel gemacht.^^ Meine Probleme mit der Ästhetik, habe ich ja schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Kommt auf die Sale-Liste. Gerade in Anbetracht der hier beschriebenen Bugs, scheint ja "abwarten" diesmal wirklich sinnig zu sein. Interessant, dass das bei einem PS4-Exklusivspiel 2020 noch passieren kann. :think: Bei André und Sebastian scheints ja zumindest so bugfrei gewesen zu sein, dass es keiner großen Erwähnung wert war.
Ich bin jetzt mit der Hauptstory durch und bei mir gabs 2 erwähnenswerte Bugs. Einmal hat sich der Kampfmodus nicht beendet und ich konnte zum Beispiel nicht Schnellreisen. Neu laden hat geholfen.
Und einmal war mein Pferd verbuggt und ich konnte nicht absteigen und das Pferd auch nicht mehr steuern. Das Pferd lief dann in eine Gegner Gruppe und dadurch gings dann wieder.
Davon abgesehen gabs bei mir keine Probleme.

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