Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

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Pinoccio134
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Pinoccio134 »

lovecraftFTW hat geschrieben:
28. Jul 2020, 16:52
Ich versteh schon wie du das meinst, aber ich denke man hat weniger bewusst danach gesucht, sondern es ist eher nebenbei entstanden.
Ich denke schon man sieht auch, dass sich die Formel weiterentwickelt hat, zu dem was sie heute ist, wenn man mal 10 Jahre oder weiter zurück schaut zu den Anfängen der Open-World.
Als man merkte, dass man die goldene Kuh gefunden hatte, hat sich dann alles in die Richtung entwickelt und wurde konkretisiert.

War ja bei Marvel auch ähnlich. Es wurde ab und zu mal mit Comic-Verfilmungen ein Zeh ins Wasser gehalten und als es endlich die richtige Zeit war und die Masse anbiss, wurde der Markt damit vollgeworfen.

Wie es nun am Ende wirklich war wissen, wenn überhaupt, nur noch die Beteiligten und wir können nur mutmaßen...

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olipool
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von olipool »

SebastianStange hat geschrieben:
28. Jul 2020, 15:29

Und was? Im Gratis-Feed?! Huch... das sollte aber nicht passiert sein sollen. Moooooment ...

*edit* Ah, da hat eine Schnittstelle zwischen Auphonic und Soundcloud Mist gebaut. Ich schiebe es auf die API! Ha! Außerdem ist das nun behoben. Alle, die die Folge noch gratis bekommen haben: Glückwunsch zum Bonus-Schnupperinhalt!
Auch wenn ich mich wiederhole und das schon diskutiert wurde, sage ich meine Meinung noch mal (schließlich wurde auch Kathargo irgendwann vernichtet ;):
Was nützen diese guten und wichtigen Gedanken, wenn sie nur am kleinen Stammtisch erörtert werden? Was wird denn dadurch bewegt? Das muss doch eine öffentliche Debatte sein und Wolfgangs Beiträge sind eine wertvolle Perspektive dazu. Das geht gar nicht um Bezahlschranke oder auch für andere Höhrer zugreifbar machen, sondern um noch breitere Kreise. Das kann doch ebenso Werbung sein. Wenn die Kolumne auch in irgendner Kulturseite einer Tageszeitung steht, darf ja auch gerne in den Fußnoten The Pod Erwähnung finden.

lnhh
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von lnhh »

Ach, lasst doch das ewig alte Thema mal sein...

Jeder der eine Leistung erbringt, hat selber das Recht zu entscheiden, ob und wie dies Anderen zur Verfuegung gestellt wird.
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Sebastian Solidwork
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Sebastian Solidwork »

@Wolfgang Danke, dass du mit dem Finger auf ein System zeigst. So sehr wir hier uns über Teile des System streiten, wird mir wo anders noch zu oft auf einzelne Personen gezeigt.
Es würde sich was ändern wenn man nur Leute austauscht. Der Fehler sei mit der Benennung eines Sündenbocks ausgemerzt.
lovecraftFTW hat geschrieben:
28. Jul 2020, 16:52
Pinoccio134 hat geschrieben:
28. Jul 2020, 16:24
lovecraftFTW hat geschrieben:
28. Jul 2020, 16:14

ich glaube nicht, dass die Beatles sich zusammengesetzt haben und eine "Formel" entwickelt haben.
Genauso wenig wird es bei Ubi gewesen sein...

Man musiziert / entwickelt und mehr oder weniger unbewusst formt sich mit der Zeit ein Stil bzw. Schema. Nach diesem richten sich die Beatles / Ubisoft dann mehr oder weniger, in Zukunft weil es sich als erfolgreich und gewinnbringend gezeigt hat.
ich denke doch. oder zumindest ist das der "natürlichste" Weg wenn man alles dem Kapital unterordnet.
...
Dir stimme ich bei allen Kommentaren zu. Ich habe hier die selbe Perspektive. Siehe meine Signatur.
Wolfgang Walk hat geschrieben:
28. Jul 2020, 16:05
Ich glaube nicht, dass sich kreative Freiheit und wirtschaftlicher Erfolg ausschließen. Die Beatles haben eigentlich gemacht, was sie wollten. Manche Leute haben halt massentaugliche kreative Ideen.
Das halte ich für ein Spektrum und für wichtig von welchem Ende man kommt.
Die Beatles war primär kreativ und hatten dann damit kommerziellen Erfolg. Ubisoft will primär kommerziellen Erfolg und ist deswegen kreativ (zumindest die letzen Jahre, ich will nicht ausschließen, dass das mal anders war).

Weiter ist es mir wichtig bei Unternehmen zwei Dinge zu unterscheiden:
1. Die schwarze Null, dass alles bezahlt wird und jeder Gehalt bekommt. Das ist Grundvoraussetzung, damit ein Unternehmen überhaupt arbeiten kann (von sowas wie Insolvenzverschleppung mal abgesehen). Das sollte der primäre Fokus sein. Hierfür sollte jeder Gewinn ins Unternehmen und seinen Angestellten reinvestiert werden.
2. Konstant Gewinn/Rendite für Boni und Anteilseigener erwirtschaften. Hier fließt Geld aus dem Unternehmen ab und kann es dadurch sogar schwächen. Teilweise wird Rendite nur durch Einsparungsmaßnahmen auf Kosten der Angestellten erzeugt.

Geld verdienen (1) != Geld verdienen (2)

Es wäre ja schön, wenn Masse der Einnahmen aus den Konzern-Spielen den Angestellten zu gute käme. Tut es aber meiner Wahrnehmung nach nicht.
Die Gewinne aus dem Verkauf bleiben bei den Führungsetagen und Eigentümern. Die Angestellten zahlen mit Verlust an Lebensqualität (u.a. wegen Crunch) sogar eher noch drauf.
„Schönheit ist auch immer ethisches Empfinden.“

Umweltschutz beginnt im Geldsystem.
Fix the system!

Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie

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Varus
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Varus »

Kann sonst häufig etwas weniger mit den Kolumnen anfangen, aber diese fand ich diesmal, natürlich auch wegen des pikanten Themas, sehr gewinnbringend zu lesen. Hätte es aber interessanter gefunden, das nicht schon wieder am Beispiel von The Division zu verhandeln. Dass das Spiel eine fragwürdige politische Aussage trifft und es lächerlich ist, dass Ubisoft da was anderes behauptet hat, ist denke ich mittlerweile zu genüge bekannt. Ob man diese Firmenmentalität auch in den ja teils sehr auf Diversität abzielenden Assassins Creeds nachvollziehen kann wäre imo spannender gewesen.

Möchte auch nochmal lobend erwähnen, dass hier bekräftigt wurde, dass man sehr wohl überlegen sollte, ob man nicht mit gewissen Instrumenten solch ein toxisches Arbeitsklima verhindern könnte.
I'm Commander Shepard and this is my favorite singature on the Internet.

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olipool
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von olipool »

lnhh hat geschrieben:
29. Jul 2020, 15:15
Ach, lasst doch das ewig alte Thema mal sein...

Jeder der eine Leistung erbringt, hat selber das Recht zu entscheiden, ob und wie dies Anderen zur Verfuegung gestellt wird.
Das Recht spreche ich ja auch niemandem ab, sondern unterstelle mal eine Absicht, mit dem Inhalt etwas bewirken zu wollen (zumindest ist Wolfgang in meiner Wahrnehmung kein zynischer Prinzipien-Nörgler). Und wenn ich denke, dass diese Absicht auf anderem Wege besser verfolgt werden kann, möchte ich zum Ausdruck bringen, dass es mir als zahlendem Kunden keine Bauchschmerzen machen würde, wenn die wertvollen Exklusivinhalte nicht nur in meinem exklusiven Kreis konsumierbar sind.
Als überspitzte Analogie: das ist wie wenn ein Veganer bei seinen Veganerfreunden für Tierrechte wirbt. Oder jemand gegen den Welthunger Kurse zum Kartoffelanbau macht, aber nur für zahlende Mitglieder.

Wolfgang Walk
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Wolfgang Walk »

olipool hat geschrieben:
29. Jul 2020, 16:47
lnhh hat geschrieben:
29. Jul 2020, 15:15
Ach, lasst doch das ewig alte Thema mal sein...

Jeder der eine Leistung erbringt, hat selber das Recht zu entscheiden, ob und wie dies Anderen zur Verfuegung gestellt wird.
Das Recht spreche ich ja auch niemandem ab, sondern unterstelle mal eine Absicht, mit dem Inhalt etwas bewirken zu wollen (zumindest ist Wolfgang in meiner Wahrnehmung kein zynischer Prinzipien-Nörgler). Und wenn ich denke, dass diese Absicht auf anderem Wege besser verfolgt werden kann, möchte ich zum Ausdruck bringen, dass es mir als zahlendem Kunden keine Bauchschmerzen machen würde, wenn die wertvollen Exklusivinhalte nicht nur in meinem exklusiven Kreis konsumierbar sind.
Als überspitzte Analogie: das ist wie wenn ein Veganer bei seinen Veganerfreunden für Tierrechte wirbt. Oder jemand gegen den Welthunger Kurse zum Kartoffelanbau macht, aber nur für zahlende Mitglieder.
Ganz so homogen sehe ich die Podcast-Kundschaft aber nicht. Da gibt es schon genügend Leute, die mit meinen Ansichten zumindest zeitweise wenig bis gar nichts anfangen können. Ist ja auch ihr gutes Recht.
Tatsache ist, dass vor den Internetzeiten es absolut üblich war, für veröffentlichte Meinung zu zahlen - und es kaum einen anderen Zugang gab (außer in Unistädten, in denen einem K-Gruppen, RCDS, Liberale Hochschulgruppe und wie sie alle hießen ihr Geschwurbel gerne im Dutzend umsonst hinterherschmissen.)

Hätte ich gerne eine Zuhörerschaft, die nach Millionen zählt? Klar. Aber dann muss - Stand heute - halt der Podcast so attraktiv sein, dass wir Millionen Subscriber kriegen. Und das wäre dann ja auch in meiner Verantwortung.

Im Übrigen halte ich meine Meinungen für keineswegs so originell, dass die nicht noch ne ganze Menge andere Menschen auch herleiten können. Ich bin vielleicht nur ein bisschen besser als der Durchschnitt darin, sie zu formulieren.

Insgesamt, denke ich, sind meine Kolumnen in diesem Umfeld gut aufgehoben. Und ich habe übrigens mir damals, bei meinem Einstieg, das Recht herausgehandelt, sie nach einer Schamfrist von 6-8 Wochen auch auf meinem eigenen Blog zu veröffentlichen. Dass ich das selten tue hat seine Gründe.

Simsalabim
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Simsalabim »

Ich halte einige Aussagen der Kolumne für unlogisch bzw. falsch.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Ethik und Ästhetik. Weder kann man von einer Ästhetik auf eine Ethik schließen noch kann man von einer Ethik auf eine Ästhetik schließen.
Kommunisten (Ethik) lieben Kartoffeln (Ästhetik), doch wer Kartoffeln liebt, ist nicht gleich Kommunist.
Der Eindruck eines Zusammenhangs zwischen den angesprochenen Ideologien und der dort vorherrschenden Ästhetik entsteht, weil man von der bestimmenden Gruppen auf die Anhängerschaft in ihre Gesamtheit schließt, aber diese bestimmen nicht die Ästhetik, sondern nur die bestimmende Gruppe.

Der Autor verweist auf die Unschuldsvermutung, aber unterläuft sie im gleichem Atemzug. Diese Kolumne wäre in dieser Form ohne Schuldige gar nicht möglich und auch Positionen und Systeme kann er ohne Schuldige nicht in dieser Weise anklagen.
Der Autor hat die Unschuldsvermutung artikuliert um gesellschaftliche Normen zu erfüllen, aber anschließend doch das gegenteilige gemacht. Entweder man meint etwas oder man benutzt es nur. Eine Kolumne ist hier halt nur eine Kolumne.

Die Aussagen in der Kolumne zur Straffreiheit verstehe ich erst gar nicht.
Wie kann ein Konzern jemanden vor Starfreiheit schützen? Sind in Frankreich nicht die Polizeibehörden für die Verfolgung von Verbrechen zuständig?

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Soulaire
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Soulaire »

Kartoffeln sind keine Ästhetik :D

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Gonas
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Gonas »

Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 20:00
Kartoffeln sind keine Ästhetik :D
Das kommt glaube ich auf die Definition von Ästhetik an, ich hatte mal ein Modul im Studium das sich 'Kultur, Ästhetik und Bewegung' nannte und verschiedene Dozenten hatte, dort haben wir von 5 Dozenten 5 unterschiedliche Ästhetik Definitionen lernen müssen...

Simsalabim verwendet aber offensichtlich eine andere Definition an als Herr Walk. :D

Wolfgang Walk
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Wolfgang Walk »

Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 19:46
Ich halte einige Aussagen der Kolumne für unlogisch bzw. falsch.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Ethik und Ästhetik. Weder kann man von einer Ästhetik auf eine Ethik schließen noch kann man von einer Ethik auf eine Ästhetik schließen.
Kommunisten (Ethik) lieben Kartoffeln (Ästhetik), doch wer Kartoffeln liebt, ist nicht gleich Kommunist.
Äh, wie bitte? Willst du die historische Tatsache bestreiten, dass bestimmte politische Ideologien (und das sind IMMER ethische Systeme) bestimmte Ästhetiken hervorgebracht und andere bekämpft haben? Nationalsozialismus? Sozialistischer Realismus? Chinesische Staatskunst? Sind die alle nur von mir dahergefiebert?
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 19:46
Der Eindruck eines Zusammenhangs zwischen den angesprochenen Ideologien und der dort vorherrschenden Ästhetik entsteht, weil man von der bestimmenden Gruppen auf die Anhängerschaft in ihre Gesamtheit schließt, aber diese bestimmen nicht die Ästhetik, sondern nur die bestimmende Gruppe.
Wer redet hier von Anhängerschaft? Ich rede keine Sekunde von Spielern der Spiele Ubisofts! Ich rede im gesamten Artikel ausschließlich von der Führungsspitze Ubisofts. Das sind keine "Anhänger".
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 19:46
Der Autor verweist auf die Unschuldsvermutung, aber unterläuft sie im gleichem Atemzug. Diese Kolumne wäre in dieser Form ohne Schuldige gar nicht möglich und auch Positionen und Systeme kann er ohne Schuldige nicht in dieser Weise anklagen.
Der Autor hat die Unschuldsvermutung artikuliert um gesellschaftliche Normen zu erfüllen, aber anschließend doch das gegenteilige gemacht. Entweder man meint etwas oder man benutzt es nur. Eine Kolumne ist hier halt nur eine Kolumne.
Wenn ich eines wirklich auf den Tod nicht ausstehen kann, dann sind das "Argumentationen", die so tun, als ob wichtige Teile eines Textes nicht existierten. Ich zitiere mich mal aus der Kolumne selbst:
Bevor ich das aber tue, ein Wort zu den Spielregeln: Ich nenne in diesem Beitrag keine Namen von Beschuldigten. Ich spreche über Positionen. Zum einen, weil ungeachtet einer vernichtend wirkenden Beweislage immer noch die Unschuldsvermutung gegenüber diesen Menschen gelten muss. Zum anderen, weil’s gar nicht darum geht, welcher Mensch hier nun mutmaßlich zum Täter geworden ist - sondern um das System in dem er zum Täter werden konnte. Und darum, wie das direkt unter unserer Nase seinen Ausdruck in den Spielen fand, die Ubisoft groß gemacht haben.
Es wird direkt nach wenigen Sekunden also von mir klar ausgesprochen, worum es geht: es geht um eine Systematik, die - WENN DIE VORWÜRFE STIMMEN - nicht nur die Arbeitskultur bei Ubisoft entscheidend mitgeprägt haben, sondern auch deren Game Design. Und meines Wissens weiche ich von dieser Zielrichtung in der Kolumne nirgendwo ab. Ich behaupte auch nirgendwo, sie sei etwas anderes als eine Kolumne. Aber es geht eben in keiner Sekunde um die Personen, sondern um die Positionen, die sie bekleidet haben, um die Strukturen, die diesen Positionen soviel unkontrollierte Macht zugeschustert haben und das, was DEN VORWÜRFEN ZUFOLGE sich daraus ergeben hat. Das alles wischst du also einfach mal weg, ohne eine einzige Textstelle als Beleg für deine Behauptung.

Glaubst du im Ernst, mit solchem wahlweise dummen oder aber bösartigen Geschreibsel ein Argument zu haben? Belege deine Behauptung bitte aus dem Text der Kolumne, ohne Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen (denk dran: jeder kann das nachlesen!) - und dann können wir über diesen meiner Meinung nach geradezu hanebüchenen Vorwurf reden.
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 19:46
Die Aussagen in der Kolumne zur Straffreiheit verstehe ich erst gar nicht.
Wie kann ein Konzern jemanden vor Starfreiheit schützen? Sind in Frankreich nicht die Polizeibehörden für die Verfolgung von Verbrechen zuständig?
Wo spreche ich von Straffreiheit vor der Justiz? Aus dem Zusammenhang wird völlig klar, dass damit die Ubisoft-interne Straffreiheit gemeint ist. Oder wurde das Verhalten - WENN ES SO STATTGEFUNDEN HAT - innerhalb von Ubisoft sanktioniert, bevor es öffentlich wurde? Nirgendwo äußere ich mich auch nur eine Sekunde darüber, ob die französische Justiz sich zuständig fühlt oder zuständig fühlen sollte.

Ganz im Ernst: ich bin immer an einer fruchtbaren Diskussion interessiert. Aber ich möchte bitte über die Texte reden, die ich geschrieben habe. Nicht über den, den du dir irgendwie zusammenreimst.

Simsalabim
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Simsalabim »

Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 20:00
Kartoffeln sind keine Ästhetik :D
Die Verwendung der Kartoffel ist ein Beispiel. Es war zur Vereinfachung gedacht. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass man das nicht wörtlich nimmt. Sie können dort auch die Ästhetik der Architektur eintragen.

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Soulaire
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Soulaire »

Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 21:05
Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 20:00
Kartoffeln sind keine Ästhetik :D
Die Verwendung der Kartoffel ist ein Beispiel. Es war zur Vereinfachung gedacht. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass man das nicht wörtlich nimmt. Sie können dort auch die Ästhetik der Architektur eintragen.
die Architektur von bspw der Sovjet-Union war keinesfalls Zufall, sondern diente relativ eindeutig einem politischen Zwecke.

Simsalabim
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Simsalabim »

Wolfgang Walk hat geschrieben:
29. Jul 2020, 20:17
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 19:46

Nein, ich bestreite keine historischen Tatsachen. Ich sage nur, dass keine Rückschlüsse von Ethik auf Ästhetik und von Ästhetik auf Ethik möglich sind. Wer den Baustil des Neoklassizismus, der Heimatschutzarchitektur und der Stilrichtung des Traditionalismus gut findet, der ist noch lange kein Anhänger der Ideologie der Nazis. Nur weil man ein Nazi ist, findet man noch lange den Baustil des Neoklassizismus, der Heimatschutzarchitektur und der Stilrichtung des Traditionalismus gut. Soll heißen, wer das angesprochene Design nutzt oder gut findet, befürwortet noch lange nicht die angesprochene Unternehmenskultur oder hat es etabliert. Weshalb ich auch nicht vom Spiel auf das Unternehmen schließen kann.

Ich rede von Anhängerschaft, weil Sie in Ihrem Podcast nach einer Erklärung für Ideologie und Kunst gefragt haben. Es ist ein weiterer möglicher Beleg, warum Ethik und Ästhetik keine Wirkung aufeinander haben, denn Sie bringen Ideologien und deren Kunstverständnis als Beleg für den Zusammenhang.

Ich habe diese Textstelle nicht ignoriert, sondern sie ist der Gegenstand meiner Kritik. Sie sagen Unschuldsvermutung, aber sprechen über Positionen und Systeme, in der er zum Täter werden könnte. Sie widersprechen sich selbst und diesen Widerspruch kritisiere ist. Entweder es gibt Täter, dann gibt es System, in welchen er zum Täter werden konnte oder diese Leute sind unschuldig, dann gibt es auch keine System, in den er zum Täter werden konnte.
Ich hoffe, ich habe die Kritik jetzt klarer gemacht.
Glauben Sie eigentlich, dass die Unterstellung von Dummheit und Bösartigkeit zur guten Internetkultur gehört? Ich habe nämlich weder geglaubt, das ein ein gutes Argument und kann weder Bösartigkeit noch Dummheit erkenn. Ich sehe jedoch ein, dass mein Textverständnis nicht unbedingt übertragen werden kann ohne eindeutige Zitat. Zitat: "Glaubst du im Ernst, mit solchem wahlweise dummen oder aber bösartigen Geschreibsel ein Argument zu haben?"

Sie sprechen nirgendwo von der Straffreiheit vor der Justiz, weshalb ich diese Frage auch mit der Aussage einleite "Die Aussagen in der Kolumne zur Straffreiheit verstehe ich erst gar nicht."
Und aus dem Zusammenhang wird es halt nicht völlig klar, denn Straffreiheit verorte ich eher im juristischen Bereich und verbinde es eher mit Verbrechen.

Und jetzt auch von meiner Seite ganz im Ernst,
vielleicht sind Sie auch einfach nur sauer, weil ich Ihren Text nicht bejubele.
vielleicht reime ich mir den Artikel auch nur zusammen,
vielleicht verstehen Sie auch nur nicht meine Argumente nicht,
vielleicht lege ich meine Argumente auch nur schlecht dar.
Ich kann jedoch nicht erkennen, wo ich in meinen Ausführungen Sie auch nur ansatzweise so angegeben bin.
Aber man hat von sich immer eine bessere Meinung. Ich werde meinen Text lieber nochmal überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen
Zuletzt geändert von Simsalabim am 29. Jul 2020, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.

Simsalabim
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Simsalabim »

meieiro hat geschrieben:
28. Jul 2020, 10:22
BlackSun84 hat geschrieben:
28. Jul 2020, 09:28
Ich würde sagen, dass solche Strukturen in verdammt vielen Unternehmen existieren, egal, ob klein oder groß. Das wird man nicht verhindern können, außer, man stellt den Großteil aller Männer an die Wand *Schulter zuck*. Interessant ist da noch eher, wie viele Frauen dies durch aktives Wegschauen noch unterstützen.
Aber das sind wir dann ja wieder beim von Wolfgang angesprochenen "boys will be boys". Wenn es in vielen Unternehmen so läuft, dann muss man überlegen, wie man das ändern kann.

Bei dem Skandal von Ubisoft geht es um Körperverletzung, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Ich habe den Spruch "Boys will be Boys" bisher nicht so verstanden, dass man damit Straftaten rechtfertigt, sondern den Stripclub, den Versuch der Anbahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und harten Sprüchen gegen sich selbst, sein Geschlecht, das andere Geschlecht, Minderheiten, Mehrheiten usw.

Simsalabim
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Simsalabim »

Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 21:41
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 21:05
Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 20:00
Kartoffeln sind keine Ästhetik :D
Die Verwendung der Kartoffel ist ein Beispiel. Es war zur Vereinfachung gedacht. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass man das nicht wörtlich nimmt. Sie können dort auch die Ästhetik der Architektur eintragen.
die Architektur von bspw der Sovjet-Union war keinesfalls Zufall, sondern diente relativ eindeutig einem politischen Zwecke.
Diese angesprochene Architektur steht noch immer in den entsprechenden Staaten. Das Reich der Soviets existiert jedoch nicht mehr. Wenn ich jetzt die angesprochene Architektur in Moskau sehen, dann müßte ich annehmen, dass die Kommunisten noch an der Macht sind. Was nicht stimmt.
Ergo bedeutet es, dass die Verwendung des kritisierten Designs in Spielen nicht bedeutet das die Firma die entsprechende Unternehmenskultur besitzt. Diese Annahme ist jedoch eine Teil der Grundlage der Kolumne.

Voigt
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Voigt »

Die Architektur besteht genauso wie alte Spiele die vor langer Zeir zu einer bestimmten Kultur hergestellt wurden.
Bloß werden neue Gebäude in Moskau jetzt nach der Sovietzeit halt anders gebaut, es wird eine andere Architketur genutzt. Bis sich aber das Stadtbild insgesamt ändert dauert es noch was.
Trotzdem kann ein geänderter Neubau beobachtet werden.

Wolfgang Walk
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von Wolfgang Walk »

Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 22:27
Soulaire hat geschrieben:
29. Jul 2020, 21:41
Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 21:05


Die Verwendung der Kartoffel ist ein Beispiel. Es war zur Vereinfachung gedacht. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass man das nicht wörtlich nimmt. Sie können dort auch die Ästhetik der Architektur eintragen.
die Architektur von bspw der Sovjet-Union war keinesfalls Zufall, sondern diente relativ eindeutig einem politischen Zwecke.
Diese angesprochene Architektur steht noch immer in den entsprechenden Staaten. Das Reich der Soviets existiert jedoch nicht mehr. Wenn ich jetzt die angesprochene Architektur in Moskau sehen, dann müßte ich annehmen, dass die Kommunisten noch an der Macht sind. Was nicht stimmt.
Ergo bedeutet es, dass die Verwendung des kritisierten Designs in Spielen nicht bedeutet das die Firma die entsprechende Unternehmenskultur besitzt. Diese Annahme ist jedoch eine Teil der Grundlage der Kolumne.
Klar. Und Division 2 kam 1988 raus, knapp vor dem Mauerfall...

meieiro
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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von meieiro »

Simsalabim hat geschrieben:
29. Jul 2020, 22:18
meieiro hat geschrieben:
28. Jul 2020, 10:22
BlackSun84 hat geschrieben:
28. Jul 2020, 09:28
Ich würde sagen, dass solche Strukturen in verdammt vielen Unternehmen existieren, egal, ob klein oder groß. Das wird man nicht verhindern können, außer, man stellt den Großteil aller Männer an die Wand *Schulter zuck*. Interessant ist da noch eher, wie viele Frauen dies durch aktives Wegschauen noch unterstützen.
Aber das sind wir dann ja wieder beim von Wolfgang angesprochenen "boys will be boys". Wenn es in vielen Unternehmen so läuft, dann muss man überlegen, wie man das ändern kann.

Bei dem Skandal von Ubisoft geht es um Körperverletzung, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Ich habe den Spruch "Boys will be Boys" bisher nicht so verstanden, dass man damit Straftaten rechtfertigt, sondern den Stripclub, den Versuch der Anbahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und harten Sprüchen gegen sich selbst, sein Geschlecht, das andere Geschlecht, Minderheiten, Mehrheiten usw.
Der große Skandal bei Ubisoft sind meiner Ansicht nicht Taten von einzelnen Mitarbeitern, sondern die Strukturen die da geschaffen wurden, die solches Verhalten begünstigt und sogar entschuldigt haben.
Und die Aussage von BlackSun84, auf die ich mich bezog, ist genau so die "Boys will be boys" Einstellung. Männer sind halt so, da kann man nichts machen. Das ist natürlich die einfachste Lösung. Ist halt so, daher brauchen wir nichts tun und machen einfach so weiter wie bisher.
Aber das ist halt das Problem. Wenn wir es nicht schaffen solche Strukturen aufzubrechen, dann werden solche Skandale immer und immer wieder auftauchen.

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Re: Wortreich: Designphilosophie, Arbeitsplatzkultur & Scheißegalhaltung

Beitrag von olipool »

Hm, aber sind es wirklich die Strukturen? Strukturen an sich sind doch relativ neutral, solang sie nicht von Menschen ausgekleidet werden. Wäre es nicht denkbar, dass Ubis Strukturen funktionieren könnten mit anderen Menschen? Oder haben die Strukturen das Fehlverhalten rausgekitzelt? Klar ist das scheiße, wenn strukturell keine Sanktionierungsstellen im System stecken, aber solche braucht es ja nur, wenn Sanktionen auch nötig werden. Aber vielleicht ist mein Menschenbild manchmal zu positiv ;)

@Wolfgang: danke für deine Meinung zur Bezahlschranke. Dass man früher vor Internetzeiten oft für Meinungen bezahlen musste, mag korrekt sein, aber heute bietet sich mit dem Internet ja nun mal ein ganz anderer Distributionskanal, mit dem sich mehr Menschen erreichen lassen und das, obwohl ja schon einige Menschen für diese Meinung bezahlen. Aber wenn es für dich so alles ok ist, dann werde ich das auch nicht mehr aufwärmen ;)

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