En Detail: Witcher 3

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PhelanKell
Beiträge: 115
Registriert: 7. Feb 2019, 10:15

En Detail: Witcher 3

Beitrag von PhelanKell »

Mojen,

ich bin gerade erst bei Minute 5, aber:
Ich habe das Spiel noch nie gespielt :P
Und dabei habe ich es sogar in einem dieser vielen Sales gekauft.

Ich wollte halt immer erst Teil2 vorher abschließen.
Aber das hatte ich aufgrund der Steuerung abgebrochen.
Jetzt sind beide auf dem Pile of Shame :roll:

Abgesehen davon, falls ich es in den nächsten 10Jahren mal spielen sollte, habe ich dieses En Detail wieder vergessen :D

Schönen Tag noch.
Ich freue mich auf den weiteren Inhalt der Sendung ;)
expect the unexpected

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echtschlecht165
Beiträge: 1728
Registriert: 9. Jan 2017, 13:26

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von echtschlecht165 »

ich finds schade dass gerade die Bloody Baron Quest so genau durchgenommen wurde, die ja immer als Beispiel dienen muss, dass Witcher ja "doch so gut erzählt sei"
Die Folge hatte damit etwas von:"Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von uns"
In Stein gemeißelt

skade
Beiträge: 93
Registriert: 18. Jun 2020, 12:32

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von skade »

echtschlecht165 hat geschrieben:
5. Aug 2020, 13:37
ich finds schade dass gerade die Bloody Baron Quest so genau durchgenommen wurde, die ja immer als Beispiel dienen muss, dass Witcher ja "doch so gut erzählt sei"
Die Folge hatte damit etwas von:"Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von uns"
Den Eindruck habe ich nicht, gerade Andres Ausführungen dazu, dass das bessere Ende doch bei genauer Ansicht eine ganze Menge Probleme hat (nämlich z.B. die nicht mehr entscheidungsfähige Frau zum "geläuterten" Ehemann zurück zu schicken oder eben die Auslassungen), fand ich durchaus gut und hatte ich zumindest bisher nicht präsent als Besprechung.

Die darauf folgende Unterhaltung darüber, dass sich da ein Konflikt auftut zwischen der Erzählung und den modernen Lesarten fand ich auch sehr interessant: Ausführung hin und her, Gerald ist halt kein Third-Wave-Feminist im Mittelalter. Die Frage, inwiefern das Setting da überhaupt solche Themen nach heutigen Massstäben "gut" verhandeln kann, fänd ich mal ein super interessantes Thema. Geschrieben Science-Fiction ist da ja viel häufiger der Background dafür. (ich denke da an Le Guin oder so)

Die zweite Hälfte des Podcasts fand ich aber auch sichtlich besser als die erste.

Ich hab mal noch ne Frage an Wolfgang: du sprichst zwischendurch an, dass es ja zwischen den Hexen und ihrer Mutter eine Hintergrundgeschichte geben muss, die nicht erzählt wird. Das ist ja erstmal okay, aber wie geht man an sowas beim schreiben ran? Wird so eine Story in ihrer epischen Breite niedergeschrieben, inklusive diesem Verhältnis und dann dieser Teil gestrichen? Das würde ja meines laienhaften Verständnisses nach die Kohärenz verbessern (weil es eben bei den Schreibenden "passiert ist"), oder bringt das zu wenig und man lässt das?
Zuletzt geändert von skade am 5. Aug 2020, 17:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Torgau
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Registriert: 5. Aug 2020, 12:31

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Torgau »

Ihr Lieben,

insbesondere von Wolfgang war es mir dann doch etwas viel der Relativierung zu Gunsten des Barons - entsprechend war ich für Andrés mehrfache Einsprüche äußerst dankbar.

Zunächst einmal:
AlkoholikerInnen sind perfekt dazu in der Lage ihre Toxizität ausschließlich gegenüber ihren Familienmitgliedern (insbesondere dem Ehepartner gegenüber) auszuleben während sie sich der Außenwelt gegenüber geradezu vorbildlich verhalten. Parallelen zwischen der Ehegattin des Barons und Ciri aufzutun empfinde ich entsprechend nicht nur als falsch sondern sogar schädlich, weil es dem allgemeinen Duktus des "XY ist doch so ein(e) Liebe(r)" dient, dem Außenstehende oft anheimfallen.

Was gebrochene Versprechen betrifft: Mehr Scheidung als es Anna mit ihrer misslungenen Trennung versucht hat, geht in einer feudalen Welt nicht. Soweit ich mich erinnere (und das Wikipedia gibt mir Recht) hat die Methode, die zur Abtreibung des Kindes führen sollte auch Anna selbst graduell getötet weshalb man bei ihrer Suche nach Schutzmaßnahmen hier auch nicht von dem "wiederholten Vertragsbruch" auf beiden Seiten sprechen kann, den Wolfgang hier gesehen haben möchte.

Aus meiner Perspektive ist es das schlechtest mögliche Ende eine wehrlose Frau einem Alkoholiker zu überlassen vor dem sie sich wortwörtlich mit Händen und Füßen gewehrt hat. Für mich war das Baum-Ende entsprechend das "bessere".


Zu Wolfgangs Idee, Tamara hätte ihre beiden Eltern "gleichermaßen" verlassen. Die ist (wie von André auch angesprochen) falsch:

Aus den Kodexeinträgen:

Yet it seemed Tamara had finally had enough of the way the baron treated her mother and decided to flee along with her.
(..)
Tamara had indeed made it to Oxenfurt safe and sound and would not even consider returning to her father. Determined to save her mother from the clutches of the creatures that had imprisoned her in the bog, Tamara had joined the ranks of the witch hunters, hoping their support would allow her to survive a trek into Crookback Bog.

Tamara ist den Hexenjägern also explizit beigetreten um ihre Mutter zu retten.


Alles in allem habe ich mich über eine Rückkehr zum Hexer sehr gefreut. (Ich gehöre zu der Fraktion, den Podcast damals etwas arg nonkonformistisch fand).

Die darauf folgende Unterhaltung darüber, dass sich da ein Konflikt auftut zwischen der Erzählung und den modernen Lesarten fand ich auch sehr interessant: Ausführung hin und her, Gerald ist halt kein Third-Wave-Feminist im Mittelalter.

Sapkowski hat Geralt in eine Beziehung mit der Thirty-Thousand-Waves-Feministin Yennefer von Vengerberg geschrieben.
Moderner wird es nicht.

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Gonas
Beiträge: 614
Registriert: 2. Okt 2016, 14:47

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Gonas »

echtschlecht165 hat geschrieben:
5. Aug 2020, 13:37
ich finds schade dass gerade die Bloody Baron Quest so genau durchgenommen wurde, die ja immer als Beispiel dienen muss, dass Witcher ja "doch so gut erzählt sei"
Die Folge hatte damit etwas von:"Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von uns"
Die Wahrnehmung verstehe ich zwar sehr gut, aber wenn man eine erzählerisch besonders herausragende Quest mit interessanten und Ungewöhnlichen Perspektiven besprechen will kommt man an dieser nicht vorbei.

Ich finde auch, dass es einige andere sehr sehr gute Quests in Witcher3 gibt, aber die sind teils wegen anderer Punkte so gut oder interessant, nicht unbedingt wegen der erzählerischen Exzellenz. Ich glaube der Fokus auf eine andere Quest wäre schwer zu begründen gewesen.

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Andre Peschke
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Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Andre Peschke »

echtschlecht165 hat geschrieben:
5. Aug 2020, 13:37
Die Folge hatte damit etwas von:"Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von uns"
Ich muss zugeben: Ich würde jederzeit glauben, dass Wolfgang neue und interessante Dinge zu sagen hat, selbst wenn die gesamte deutsche Presselandschaft diesen Esel schon geritten hat. ^^ Das die Quest so bekannt ist, hilft bei einem Format wie En Detail außerdem eher, IMO. Das gewinnt ja, wenn man mit dem Gegenstand der Besprechung bereits vertraut ist. Insofern zöger ich da nochmal weniger, in bereits geschlagenen Kerben erneut die Axt anzusetzen. Ich war insgesamt zufrieden und war der Meinung, unsere Besprechung hat neue Gesichtspunkte zutage gefördert. Plus: Wolfgang hat sich das halt ausgesucht und bekanntlich versuchen wir nach Möglichkeit einfach das zu machen, worauf die Crew Lust hat.

Andre

Wolfgang Walk
Beiträge: 335
Registriert: 8. Aug 2016, 20:11

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Wolfgang Walk »

Andre Peschke hat geschrieben:
5. Aug 2020, 16:01
echtschlecht165 hat geschrieben:
5. Aug 2020, 13:37
Die Folge hatte damit etwas von:"Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von uns"
Ich muss zugeben: Ich würde jederzeit glauben, dass Wolfgang neue und interessante Dinge zu sagen hat, selbst wenn die gesamte deutsche Presselandschaft diesen Esel schon geritten hat. ^^ Das die Quest so bekannt ist, hilft bei einem Format wie En Detail außerdem eher, IMO. Das gewinnt ja, wenn man mit dem Gegenstand der Besprechung bereits vertraut ist. Insofern zöger ich da nochmal weniger, in bereits geschlagenen Kerben erneut die Axt anzusetzen. Ich war insgesamt zufrieden und war der Meinung, unsere Besprechung hat neue Gesichtspunkte zutage gefördert. Plus: Wolfgang hat sich das halt ausgesucht und bekanntlich versuchen wir nach Möglichkeit einfach das zu machen, worauf die Crew Lust hat.

Andre
Ich weiß nicht, wo in der - und zwar internationalen - Presselandschaft schon breit über wiederkehrenden Motivik und andere eher kunstästhetische Fragen der Quest diskutiert wurde - und inwieweit die Qualität der Quest damit zusammenhängt, dass die Autoren an der Stelle genau wussten, was sie taten. Lerne aber gerne neue Quellen kennen.

Mahaman
Beiträge: 5
Registriert: 14. Okt 2018, 11:07

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Mahaman »

Da die Quest wirklich sehr oft erwähnt wird, aber immer eher in Form von "wisst ihr noch wie gut die war?", ohne im Detail zu besprechen warum das so ist, fand ich die Besprechung sehr hilfreich. Ich habe Witcher 3 damals durch gespielt und daher auch diese Quest, konnte mich aber beim besten Willen nicht mehr an viele Details erinnern, geschweige denn an die Enden. Alles was ich noch wusste waren Suchaktionen mit den Hexersinnen, Escort-Missionen und dass der Schnellreisepunkt blöderweise vor den Toren der Festung war und ich gefühlt viel zu oft zum Baron hoch geritten bin. Aber genau da ist dann auch der Punkt. Ich habe mich an Gameplay erinnert und nicht an die dargestellte Geschichte. Dass dieses im Vergleich stark abfällt haben die beiden ja angesprochen. Darum habe ich auch nie verstanden warum die Quest immer so gelobt wurde. Das macht diese detaillierte Besprechung also um so hilfreicher für mich um meine Erinnerung aufzufrischen.

Smartie
Beiträge: 191
Registriert: 11. Sep 2017, 09:07

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Smartie »

Vielen Dank für die sehr interessante Folge! Ich würde auf Fortsetzung hoffen- bitte noch eine En detail-Folge zu Witcher3!
Hier mein Quest-Vorschlag:
Witcher 3: Hearts of Stone: Die Sause des toten Mannes (Teil der Main Quest beim ersten Story DLC)

Für mich eine der lustigsten Quests, die ich jemals gespielt habe! Würde mich sehr interessieren, wie ihr die Quest empfindet! Würde einen schönen Kontrast zur "roten Baron"-Quest darstellen: Hier todernst, dort lustig, selbstironisch: Ich kenne keine Quest, in der Gerald dermaßen auf die Schippe genommen wird und seine eigenen Schwächen so stark durch den Kakao gezogen werden.
Weiterer Pluspunnkt: Die Quests aus den Expansions sind nicht so bekannt wie die aus dem Hauptspiel.
Zuletzt geändert von Smartie am 6. Aug 2020, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.

deepskyone
Beiträge: 2
Registriert: 28. Feb 2019, 17:51

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von deepskyone »

Ich schließe mich Wolfgangs Frage nach Werken mit ähnlicher Qualität und emotionaler Wucht wie Witcher 3 in seinen besten Momentan an!

Leider muss ich zugeben, dass mir Witcher 3 und Mass Effect 1 das Hobby etwas "verdorben" haben bzw. mich für das Hobby verdorben haben. Bei beiden Spielen habe ich nach der letzten Szene tief bewegt dagesessen und die kompletten Credits geschaut. Beim Witcher kam dieser Moment erst am Ende von Blood & Wine als Geralt die vierte Wand durchbricht. Die Erweiterungen sind durch ihre Kompaktheit im Vergleich zur Hauptstory auch nochmal wirkungsvoller IMHO.

Bei den meisten Spielen fehlt mir seitdem der emotionale Impact...

Positivbeispiele:

- Die Nebenquests von Mass Effect 2 & 3 (die Hauptstories sind konfuses Mittelmaß)
- Subnautica: Tolles Environmental Storytelling
- Children of Morta: Motivierende und emotionale Story trotz(?) Rouge-lite
- Hades: Siehe oben plus Humor

Negativbeispiele:

- Alle RPGs von Bethesda: Alles irgendwie blutleer
- Pillars of Eternity: "Exposition Dump - The Game"
- AC Origing & Odyssey: Tolle Technik, mittelmäßiges Writing aber durch die Ubi-Formel fühlt sich alles super gamey an und es will keine Immersion aufkommen
- ...

skade
Beiträge: 93
Registriert: 18. Jun 2020, 12:32

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von skade »

deepskyone hat geschrieben:
5. Aug 2020, 20:35
- AC Origin & Odyssey: Tolle Technik, mittelmäßiges Writing aber durch die Ubi-Formel fühlt sich alles super gamey an und es will keine Immersion aufkommen
Ich hab bei beiden dieser Spiele ein ganz komisches Problem: Ich find die Hauptstories sogar richtig gut und kann mit Bayek und Kassandra viel mehr anfangen als mit den meisten Protagonisten. Bayeks Geschichte dreht sich ja zu nicht kleinen Teilen darum, was das ganze aus seinem Verhältnis zu seiner Frau macht - und das Ende ist sehr konsequent. Kassandra hat durchaus Humor und die Geschichte um ihre Familie hat auch ein recht konsequentes Ende. Und interessanterweise bietet gerade die von Odyssey doch bei weitem am meisten Varianten von allen Assassins Creed-Spielen und man kriegt das sogar nur so halb mit, das man gerade auf ein Ende zusteuert, das auf den eigenen Taten fusst. Ich hab auf jeden Fall vor der letzten Sequenz gesessen und gedacht "ah, da ging also was anderes?", ohne davon vor den Kopf gestossen zu werden. Die Story bricht am Ende wunderbar mit dem ganzen "bringe den Bösewicht zur Strecke".

Ich finde auch, dass beide Spiele sich _endlich_ mal trauen, das "wir sind in einer Simulation"-Thema zu nutzen, um auch mal in der Welt was zu machen, z.B. durch einen DLC im jeweiligen Totenreich. (Die kritisierten Minotauren in Odyssey fand ich auch nicht gut, ich fand es konsequenter, die Person in das von ihr gelebte Jenseitsvorstellung zu schicken)

Im _Detail_ sind aber beide Spiele viel zu lang und die Story tritt häufig einfach auf der Stelle. Die Nebenquesten sind lustig dahergeschnackt, aber ultimativ zu 90% blutleer. Die Mercenaries sind ein Grind ohne Ende. Die Kulte auf gewisse Art auch. Da wäre weniger echt mehr gewesen.

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Haecky
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Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Haecky »

Ja ich find die Quest auch ganz gut, bin mir nur nicht sicher welches das bessere ende ist.
Baron an Baum aber Kinder gerettet oder Baron und Frau gerettet aber dafür die Kinder verdammt.

Mein Quest-Vorschlag für eine der Besten Questreihen die ich kenne:
Witcher 3: Hearts of Stone

So viele geniale Ideen was man aus den Gameplay noch so rausholen kann, die Erzählung darüber was man alles verliert wenn man nichts mehr zu verlieren hat und natürlich der geniale Antagonist.

deepskyone
Beiträge: 2
Registriert: 28. Feb 2019, 17:51

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von deepskyone »

Haecky hat geschrieben:
5. Aug 2020, 21:50
Baron an Baum aber Kinder gerettet oder Baron und Frau gerettet aber dafür die Kinder verdammt.
Für mich ganz klar "Team Kinder Retten". Anna bekommt die Möglichkeit in Würde im Kreis ihrer Familie zu sterben. Das Ende des Barons ist krass, aber es fühlt sich nach all den Verletzungen die sich die beiden zugefügt haben "folgerichtig" an und passt zum narrativen Bogen.

Mir drängt sich ein Vergleich zu Breaking Bad auf. Am Ende der 4. Staffel gibt es ein "Happy End", der Bösewicht ist tot und Walther White zwar pleite aber gesund. Das wäre das Äquivalent zum "Baron gerettet" Ende. Hier hätte man aufhören können, was aber nicht zum Handlungsbogen von Walter White gepasst hätte, der sich im Laufe der Serie aufgrund seiner Arroganz und wachsender Skrupellosigkeit ein immer tieferes Loch gräbt. Die 5. Staffel dient daher ausschließlich dazu aus den Konsequenzen des Happy Ends den Abstieg ins totale Verderben zu spinnen. Das hat diese letzte Staffel für mich fast unerträglich gemacht aber auch zu einem kohärenten und folgerichtigen Ende geführt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Genauso geht es mir mit dem schlechten Ende des Blutigen Barons. Unangenehm aber folgerichtig...

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Desotho
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Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Desotho »

Ich bin noch nicht ganz durch und die Erinnerung an die Quest sind schon verblasst, aber der Podcast hat mir sehr gut gefallen.
Auch wenn ich die Quest damals schon gut fand, hatte ich damals im Nachhinein dann eher das Gefühl, dass sie ein wenig zu sehr gehyped wird.
Dass da schon "alles gesagt" war fand ich im Vorfeld nicht, die Artikel die ich gesehen hatte sind da nicht argins Detail gegangen.
El Psy Kongroo
Meine Rübenpreise: https://stalks.io/u/desotho

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Filusi
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Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Filusi »

Vorzüglicher Podcast!!!

Oh man ihr schafft es immer wieder mich von der Arbeit abzuhalten...

Ich stehe hier grad über meinem ersten Behälter (hab den Podcast auf der Anfahrt angefangen und bei den stupiden Vorbereitungsarbeiten am Behälter selbst weiter gehört und bin grad bei Minute 69) und denke nebenher über eure Aussagen nach und formuliere schon meinen Post, den ich irgendwann absetzen möchte, wenn ich den Podcast mal zu Ende gehört habe und Zeit finde.

Aber da es dank eurer Tiefe echt viel gibt, was man ansprechen kann und möchte, mache ich mir schon immer wieder zwischendurch Notizen im Handy, um ja nichts zu vergessen.

Das ist so bizarr, dass ich nicht anders konnte, als mich ins Auto zu setzen und diesen Post hier von mir zu lassen und zu hoffen, dann wieder etwas den Kopf frei zu bekommen...

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Filusi
Beiträge: 628
Registriert: 31. Aug 2016, 20:43

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Filusi »

So habe den Podcast jetzt durch und mir mal eine Mittagspause verordnet. ^^

Da habe ich oben soviel angeteast und dann geht ihr auf viele meiner Punkte am Ende des Podcasts noch selber ein... ^^
Bspw. das die Quest auch das Hauptthema des Spiels auffängt oder Sapkowskis moderne Sicht auf Geralt bzw. sein Handeln in dieser Welt.
Wobei es ja nicht wirklich, wie hier im Thread angesprochenen, ein reines Mittelalter ist bzw. sein soll. Allein der Magierinenenzirkel und ihr Wirken auf die "Mächtigen" der Länder ist ja nun gar nicht mittelalterlich. Von daher finde ich Wolfgangs Meinung bezüglich der zweischneidigen Klinge in diesem Thema ganz passend.

Ich selbst hatte den Waldgeist gerettet, aber sehr lange darüber gegrübelt, mich wegen der Kinder und der Unseriösität der Mumen und auch meinem Verständnis von Geralt dann doch dafür entschieden und war ähnlich wie du @ Wolfgang echt perplex mit dem Endresultat, hab mich aber damit arrangiert.

Das andere Ende habe ich dann gegoogelt und fand es irgendwie weniger passend.

Für mich hatte der Podcast auch noch viel Neues zu bieten gehabt.
Ihr seit im Vergleich zu anderen guten Besprechungen der Quest (u.a. diesem Video der Gamestar: https://www.gamestar.de/videos/warum-di ... 00504.html ) noch mehr in die erzählerische Tiefe gegangen, was wie wirkt oder wo es gut gezeigt wird, u. a. die Ciri Szenen bezüglich des Charakters vom Roten Baron oder Waldgeist = Elternteil der Mumen (war mir jetzt irgendwie komplett neu) oder die Erläuterungen zu den Themen/Motive wie Schutzbefohlenen/Vertrag.

Gerade Wolfgangs Perspektive und Herangehensweise fand ich sehr interessant und würde mir sowas an direkten Bsp. und so im Detail noch öfters wünschen.

Was mir gerade an der Quest noch so gut gefiel, war dass ich in den Dialogen immer Geralt genauso spielen konnte, wie ich Geralt aus den Büchern kenne und fühle. Nämlich mitfühlend und verständnisvoll.
Die Entwickler haben für mich den Ton Sapkowskis extrem gut getroffen und insg. im 3. Teil endlich die Qualität der Bücher erreicht.

Bezüglich deiner Frage @ Wolfgang fallen mir auch wenig Spiele/Quests auf die Schnelle ein.

Wenn auch keine Quest, aber rein emotional halt bei mir noch die Figur Arthur Morgan aus RDR 2 nach.
Ihre Anlegung, ihr Schicksal, ihre Freundschaften und deren Verlauf...
Ich kann es in der Kürze nicht in Worte fassen, aber Arthur erzeugt bei mir Gänsehaut und eine Klos im Hals zugleich, wenn ich an ihn denke.

Andree und sein TLoU 2 würde ich auch in den Ring führen, auch wenn ich immer noch nicht am Ende bin, aber gefühlt kurz davor.
Ich hoffe Andree hat mich mit seiner Aussage dann nicht doch gespoilert. Wenn dann aber auch egal, da ich am jetzigen Punkt zwar immer noch inständig hoffe, aber eigentlich kaum noch Hoffnung habe...

Bezüglich TLoU 2 finde ich aber auch gerade die kleinen aber feinen Zwischenmenschlichen Aspekte bemerkenswert, da ich die so in Spielen sowie in dieser Qualität noch selten gesehen habe.
Allein die ersten beiden Zwischensequenzen zw. den Brüdern oder der unsicheren Vaterfigur und dem Teenager, dem was über die Leber gelaufen ist.

Auch wie diese Beziehungen/Szenen durch andere Erkenntnisse im späteren Verlauf des Spiels immer wieder in ein anderes Licht gestellt werden, großartig.

Auch, wie sich die Figuren ansehen, berühren oder aus den "Weg" gehen.
Sehr filmisch und realitätsnah, schön, dass solch väterliche Themen immer mehr Einzug ins Gaming haben und dann noch mit einem solchen Budget belegt sind.

Freitag
Beiträge: 375
Registriert: 12. Mär 2017, 22:04

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Freitag »

Danke für den Podcast, hat für mich nochmal einige neue Facetten hinzugefügt. Aus meiner dunklen Erinnerung heraus bin ich allerdings auch Team Kinder retten.
Insgesamt sind mir andere Quests aber deutlich stärker in Erinnerung geblieben und Schuld war die Open World. Als ich die Tochter aufsuchen und dafür in eine neue Stadt gehen sollte, wollte ich mir nicht das nächste Gebiet mit zig Quests aufmachen und habe mich deswegen erstmal weiter in Velen ausgetobt und u.a. die komplette Questreihe um Keira erledigt. Als ich nach zig Stunden Unterbrechung endlich die Tochter aufgesucht und die Quest beendet hatte, war ich natürlich nicht mehr so emotional involviert.
Die Open World und ihre zig Aufgaben haben mir auch die Hauptstory insgesamt zerschossen. Die beiden DLC habe ich dadurch in wesentlich besserer Erinnerung. Eigentlich will ich den Witcher nochmal durchspielen, aber das waren beim ersten Mal schon 190 Stunden :shifty:

Vexdt
Beiträge: 9
Registriert: 8. Jul 2018, 14:54

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Vexdt »

Also ich bin eindeutig Team Kinder retten, das andere Ende ist in meinen Augen einfach kaum passend und setzt keinen klaren Abschluss unter die Quest/Geschichte (auch beim 2ten Durchspielen wo ich alles anders machen wollte hab ich hier nochmal geladen und bin gewohnte Pfade gegangen^^.) Ich fand ich die Erläuterungen die gegen das andere Ende sprechen sehr aufschlussreich und gelungen und wenn ihr grad in the Witcher 3 drinnen seit dann schaut euch die Hauptstory von dem ersten DLC Hearts of Stone. In der war meiner Meinung nach das Questmeisterwerk des Spiels versteckt nämlich wie oben schon erwähnt Die Sause des toten Mannes, die Quest ist zwar nicht so todernst wie die des Barons, aber es gab selten so eine die mich so begeistert zurückgelassen hat.

samson511
Beiträge: 2
Registriert: 15. Jan 2017, 07:40

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von samson511 »

Hallo,

an sich sehr schöner Podcast, wie eigentlich immer. ABER: Ihr habt das Spiel im englischen "Original" gespielt? Also das Original ist immer noch polnisch und deshalb hätte ich mir doch gewünscht, das Ihr über die Darstellung der Quest in der deutschen Umsetzung sprechen würdet. Schade!
Zuletzt geändert von samson511 am 7. Aug 2020, 11:19, insgesamt 2-mal geändert.

Voigt
Beiträge: 1809
Registriert: 14. Jun 2016, 14:43

Re: En Detail: Witcher 3

Beitrag von Voigt »

Das Original ist schon die englische Fassung. In Englisch wurde das Spiel entwickelt und Texte original geschrieben. Dieses Original wurde dann in andere Sprachen übersetzt. Natürlich kann man trotzdem die polnische Fassung aus Immersionsgründen bevorzugen, so wie ich Assassins Creed 2 mit italienischem Voiceover spielte.

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