Runde #287: Microsoft kauft Bethesda

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Axel
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Axel »

Soulaire hat geschrieben:
4. Okt 2020, 20:55
Dasselbe sieht man auch an der Diskussion ob man Spiele digital oder physisch kauft. Was das für die Spiele und das Medium an sich bedeutet, spielt leider keine Rolle und scheint einen auch nicht zu interessieren.

Mit Videospiele sind Kunst braucht man dann echt nicht mehr anzukommen :D
Was hat das mit der Dareichungsform zu tun ob etwas künstlerisch ist oder nicht? :think:
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Soulaire
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Soulaire »

Axel hat geschrieben:
4. Okt 2020, 22:06
Soulaire hat geschrieben:
4. Okt 2020, 20:55
Dasselbe sieht man auch an der Diskussion ob man Spiele digital oder physisch kauft. Was das für die Spiele und das Medium an sich bedeutet, spielt leider keine Rolle und scheint einen auch nicht zu interessieren.

Mit Videospiele sind Kunst braucht man dann echt nicht mehr anzukommen :D
Was hat das mit der Dareichungsform zu tun ob etwas künstlerisch ist oder nicht? :think:
Es ist kein Zufall dass Spiele immer digitaler bzw fast nur noch digital erhältlich sind und gleichzeitig immer mehr in Richtung Service gehen, auch dann die Spiele an sich. Nicht nur die Dareichungsform.

King_Jack
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von King_Jack »

Insgesamt ein guter Podcast. Ich bin von der PS4 jetzt auf die Xbox umgestiegen und habe die Series x vorbestellt aufgrund des Xbox Game Pass und des Bethesda Deals. Ich bin einfach nicht bereit 70€ für ein Spiel auszugeben, da ich oft schnell merke, dass ich ein Spiel nicht weiterspiele, so kann ich in alles reinspielen.

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Terranigma
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Terranigma »

Soulaire hat geschrieben:
4. Okt 2020, 22:22
Es ist kein Zufall dass Spiele immer digitaler bzw fast nur noch digital erhältlich sind und gleichzeitig immer mehr in Richtung Service gehen, auch dann die Spiele an sich. Nicht nur die Dareichungsform.
Wenn ich bei Videospielen an Kunst denke, dann waren die allermeisten alle Titel der letzten Monate und Jahre, denen ich dieses Prädikat zuschreiben würde, ausschließlich digital erhältlich. Der gesamte Indie-Bereich lebt größtenteils vom digitalen Handel. Ich empfinde dies sehr positiv. Der Mainstream ist halt der Mainstream, egal ob im Pappschuber im Regal oder für 19,99€ im Sale auf Steam.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
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Wu_tal
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Wu_tal »

Puh.....

Da muss aber in Zukunft mehr kommen.

Über die haarsträubenden Mutmaßungen von Herrn Gebauer (Sony hätte den Preis noch höher treiben können..., "jetzt reden wir von 7,5 Mrd §. Man würde jetzt so ungefähr sagen, ähm....im Businessbereich [...] so 3 bis 4 mal den Jahresumsatz, so für ne' grobe [...] Rechnung für den Kaufpreis...) kann man wirklich nur den Kopf schütteln.

Da werden Behauptungen in die Welt posaunt, ohne Belege, Vergleichszahlen etc.
Wie hoch ist denn der Jahresumsatz von ZeniMax Media?

Des Weiteren wird vollkommen unreflektiert das Abo-Modell als der neue heiße Scheiß verkauft. --> Für 10 €, wer da nicht zuschlägt....
Man könnte sich ja auch mal die Frage stellen, warum Microsoft nur so und ausschließlich agiert und Sony auf Microsoft reagiert. Microsoft hat keine Titel, die zur Konkurrenz von Sony vergleichbar sind. Ihr selbst habt in den letzten Monaten Exklusivtitel von Sony gefeiert. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den letzten Monaten auch nur ein Titel von euch besprochen wurde, der aus dem Hause Microsoft kam, der eine totale Euphorie ausgelöst hat. (Der Flight Simulator hat auch nur ein müdes Lächeln hervor gezaubert.)

Microsoft fährt das Abomodell, weil sie sonst nichts Anderes haben. Microsoft kauft ZeniMax Media, weil sie das Geld und gemerkt haben, dass die nächste Konsolengeneration wieder an Sony geht. Microsoft bringt Halo und alle sagen nur: "das soll Next-Gen sein?"
Der Kauf von ZeniMax Media war und ist aus der Not heraus geboren. Mal ehrlich, wie viele Einheiten haben die denn jetzt mit ihren Spielen umgesetzt? Ich hätte doch wenigstens erwartet, dass auch an dieser Stelle Vergleichszahlen zu anderen Titeln herangezogen werden, damit man seine eigene Argumentation untermauern kann.

Weswegen Microsoft nicht einen der anderen wirklich großen Publisher gekauft hat liegt einfach daran, dass die sie nicht für einen Notkauf kurz vor Konsolenstart vereinnahmen lassen. Fallout, TES, etc. sind doch nicht wirklich aktuelle top Produkte. Über Doom kann man reden.

Insgesamt erscheint die gesamte Folge wie eine reine werbefinanzierte Veranstaltung für und von Microsoft. Bestenfalls ist sie einfach unvorbereitet zwischen Tür und Angel produziert. Sehr schade.

MtM
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von MtM »

Im Prinzip geht es doch darum welcher HTPC bietet das beste Angebot von den normalen Kunden der sein Netflix & Prime damit kuckt und einmal im Jahr sein FIFA, Cod oder AC kauft. Mit den Leuten wird das Geld verdient. Ein Spiele Abo ist für diese Leute total unintersant solange Sie nicht wirklich alle AAA Neuerscheinungen bekommen. MS und Sony werden unmengen an Geld in Ihre ABO Dienste versenken nur um Sie am Ende mit einem hohen verlust einzustellen.

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Jon Zen
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Jon Zen »

Wu_tal hat geschrieben:
4. Okt 2020, 23:54
Insgesamt erscheint die gesamte Folge wie eine reine werbefinanzierte Veranstaltung für und von Microsoft. Bestenfalls ist sie einfach unvorbereitet zwischen Tür und Angel produziert. Sehr schade.
Deinem Argument, dass Zahlen wichtig seien, spätestens wenn man über Multiples spricht, dem stimme ich zu. Da wollte ich auch am liebsten meine Dachlatte hervorholen. :ugly: Multiples geben nur in einem konkreten Zusammenhang Sinn, sie ohne Vergleich (z.B. mit Multiple-Daten zu ähnlichen Unternehmenstransaktionen in derselben Branche) stehen zu lassen, ist Nonsense.

Trotzdem ist deine Unterstellung bzgl. einer "werbefinanzierter Veranstaltung" an den Haaren herbeigezogen. Wieso soll dies eine Werbeveranstaltung gewesen sein? Die überwiegende Anzahl an Argumenten wurde gut hergeleitet und begründet.

Urichplay
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Urichplay »

Ohne jetzt alles gelesen zu haben. Aber dieser Umstand beschäftigt mich jetzt die ganze Folge über :)
Bezüglich des Gamepasses von Microsoft, ist Sony's Ps-Now nicht etwas änliches?
Warum wird dieser Dienst nie erwähnt?

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TheDarkShadow
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von TheDarkShadow »

Urichplay hat geschrieben:
5. Okt 2020, 06:39
Ohne jetzt alles gelesen zu haben. Aber dieser Umstand beschäftigt mich jetzt die ganze Folge über :)
Bezüglich des Gamepasses von Microsoft, ist Sony's Ps-Now nicht etwas änliches?
Warum wird dieser Dienst nie erwähnt?
Vielleicht doch mal etwas vorher lesen, bevor man eine Frage stellt die schon dreimal beantwortet wurde?

Numfuddle
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Numfuddle »

Mich irritiert sehr wie Konsequent überall vom Bethesda gesprochen wird wenn Microsoft doch Zenimax gekauft hat. Das mag kleinlich sein aber ich hätte jetzt doch von den Profis erwartet dass sie da korrekt berichten (gilt für fast alle Berichterstatter)

Zweitens irritiert mich wie hier alle die Spotify-izierung der Spielebranche abfeiern nur weil man - im Moment - für 13 Euro im Monat so viele Spiele bekommt.

Die Umstellung auf Abo- und Servicemodelle und die Konzentration auf zwei drei global Player hat die Musikbranche nachhaltig ruiniert und große Teile der Künstlerschaft effektiv von Einnahmequellen abgeschnitten.

In der TV-Branche passiert gerade durch Netflix und Prime Video das gleiche. Was nicht zu Netflix Kundenaquisestrategie/Marktforschung passt findet nicht statt oder wird halt wieder gecancelt.

Ich sehe da im Moment außer des Dumpingpreises (Microsoft zahlt im Moment drauf, dass werden die nicht ewig so weiter machen) langfristig keine Vorteile für uns.

Erst recht nicht wenn sich ein Dienst komplett durchsetzen sollte.

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Andre Peschke
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Andre Peschke »

Wu_tal hat geschrieben:
4. Okt 2020, 23:54
Über die haarsträubenden Mutmaßungen von Herrn Gebauer
Solche persönlichen Angriffe machen wir hier bitte nicht. "Argument A finde ich nicht überzeugend weil B" ist die Formel.
Wu_tal hat geschrieben:
4. Okt 2020, 23:54
Insgesamt erscheint die gesamte Folge wie eine reine werbefinanzierte Veranstaltung für und von Microsoft. Bestenfalls ist sie einfach unvorbereitet zwischen Tür und Angel produziert. Sehr schade.
Solche Albernheiten ebenfalls nicht.



Zumal:
Wu_tal hat geschrieben:
4. Okt 2020, 23:54
Der Kauf von ZeniMax Media war und ist aus der Not heraus geboren.
Ich habe doch nun wirklich in einem langen Monolog im Grunde genau das gesagt: Der Deal unterstreicht auch Microsofts versagen eigene Marken aufzubauen. Und später habe ich das sogar nochmal aufgegriffen und gesagt, dass sie hier sehr wahrscheinlich zu viel bezahlen mussten, weil sie den Zug verpasst haben und nun kurzfristig ein Flugticket kaufen mussten. Sprich: Exakt deine Position war doch im Podcast mehr oder weniger vertreten. Auch von Jochen, der an den entsprechenden Stellen ja zugestimmt hat. Wir haben an der betreffenden Stelle dann ja nicht weiter diskutiert, weil wir uns - IIRC - in der Logik einig waren, dass aufgrund der Umstände schon klar war, dass das kein "normaler" Preis sein kann und Faktoren wie "wenn Sony die kriegt, stehen wir echt noch blöder da" in den Kaufpreis eingeflossen sein müssen.
Numfuddle hat geschrieben:
5. Okt 2020, 07:28
Mich irritiert sehr wie Konsequent überall vom Bethesda gesprochen wird wenn Microsoft doch Zenimax gekauft hat. Das mag kleinlich sein aber ich hätte jetzt doch von den Profis erwartet dass sie da korrekt berichten (gilt für fast alle Berichterstatter)
Haben wir zwischendrin ja erwähnt. Es geht aber ja nunmal um Bethesda.
Numfuddle hat geschrieben:
5. Okt 2020, 07:28
Zweitens irritiert mich wie hier alle die Spotify-izierung der Spielebranche abfeiern nur weil man - im Moment - für 13 Euro im Monat so viele Spiele bekommt.
Ich habe in so ziemlich jeder Folge zu dem Thema - auch dieser - darauf hingewiesen, dass ich mit erheblicher Verschlechterung der Konditionen rechne. Angefangen mit höheren Preisen über Aufsplittung der Inhalte oder Vorab-Verkauf zum Vollpreis. IIRC habe ich genau deswegen am Schluss nochmal explizit gesagt, dass ich für Microsoft hier eine positive Entwicklung prognostiziere, ich sie deswegen aber nicht im gleichen Maße gutheiße.


Andre

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Axel
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Axel »

Numfuddle hat geschrieben:
5. Okt 2020, 07:28
Zweitens irritiert mich wie hier alle die Spotify-izierung der Spielebranche abfeiern nur weil man - im Moment - für 13 Euro im Monat so viele Spiele bekommt.

Die Umstellung auf Abo- und Servicemodelle und die Konzentration auf zwei drei global Player hat die Musikbranche nachhaltig ruiniert und große Teile der Künstlerschaft effektiv von Einnahmequellen abgeschnitten.

In der TV-Branche passiert gerade durch Netflix und Prime Video das gleiche. Was nicht zu Netflix Kundenaquisestrategie/Marktforschung passt findet nicht statt oder wird halt wieder gecancelt.

Ich sehe da im Moment außer des Dumpingpreises (Microsoft zahlt im Moment drauf, dass werden die nicht ewig so weiter machen) langfristig keine Vorteile für uns.

Erst recht nicht wenn sich ein Dienst komplett durchsetzen sollte.
Ich stimme Dir zu. Und: Ich finde das selber alles kacke! Aber ich versuche die Diskussion aus der Distanz zu führen, sozusagen aus akademischer Sicht. Denn ich bin eh nicht die Zielgruppe von Microsoft. Dafür ist mein Spielegeschmack viel zu speziell.

Und es wird immer eine Plattform geben, wo dann Menschen wie ich flüchten können. Bleiben wir in der Musik. Für den Massenmarkt scheint es nur Spotify zu geben, auch wenn die Plattform immer noch nicht profitabel ist. Was übrigens zeigt wie absurd lange solche Plattformen auf dem Markt bleiben. Aber als Musikliebhaber muss ich ja diese mistige Plattform nicht nutzen! Auf Bandcamp finde ich Proto-Punk aus Argentinien, Death Metal wie er früher mal war, melancholische Singer/Songwriter, cleveren Jazz-Pop oder Surf-Rock, der direkt den 60ern entstammen könnte. Auf Bandcamp finde ich so viel geiles nischiges Zeugs (und vor allem: echte Musik von echten Musikern mit echten Instrumenten!), dass ich schlicht keine Zeit mehr habe mich über den einfallslosen Mainstream aufzuregen, weil ich mich damit Gott sei Dank nicht mit beschäftigen muss. Ich kann das alles stur ignorieren und glücklicher Leben. Und ähnliche Freiräume und Plattformen wird es natürlich auch für Spiele geben. Ich bin mir sehr sicher, dass es immer einen Markt für Spiele von einzelnen Designern oder kleinen Teams geben wird. Diese werden dann nur nicht bei Microsoft sein.

Das einzige was unter den Abos tatsächlich gelitten hat, ist der Filmmarkt. Weil man dafür immer vergleichsweise viel Geld braucht und es hier keinen frequentierten Marktplatz gibt wo Indie-Filmemacher ihrer Werke anbieten können.
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Terranigma
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Terranigma »

Axel hat geschrieben:
5. Okt 2020, 08:54
Das einzige was unter den Abos tatsächlich gelitten hat, ist der Filmmarkt. Weil man dafür immer vergleichsweise viel Geld braucht und es hier keinen frequentierten Marktplatz gibt wo Indie-Filmemacher ihrer Werke anbieten können.
MUBI geht durchaus in diese Richtung.
Zuletzt geändert von Terranigma am 5. Okt 2020, 10:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Axel
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Axel »

Terranigma hat geschrieben:
5. Okt 2020, 09:55
Axel hat geschrieben:
5. Okt 2020, 08:54
Das einzige was unter den Abos tatsächlich gelitten hat, ist der Filmmarkt. Weil man dafür immer vergleichsweise viel Geld braucht und es hier keinen frequentierten Marktplatz gibt wo Indie-Filmemacher ihrer Werke anbieten können.
MUBI geht durchaus in diese Richtung.
Aber eben auch schon wieder nur ein Abo Dienst wo vorher jemand auswählt. Ich meinte das in der Form, dass es einen echten Marktplatz nur für Indie-Filme geben müsste. Also das was Bandcamp für die Musik darstellt. Oder Itch.io für Games.
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Terranigma
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Terranigma »

Axel hat geschrieben:
5. Okt 2020, 10:01
Aber eben auch schon wieder nur ein Abo Dienst wo vorher jemand auswählt. Ich meinte das in der Form, dass es einen echten Marktplatz nur für Indie-Filme geben müsste. Also das was Bandcamp für die Musik darstellt. Oder Itch.io für Games.
Verstehe. Ich bin da wohl unbedarft. Der Kram, der mich interessiert, den finde ich bei Spotify. Der Kram, der mich interessiert und den ich dort nicht finde, den kaufe ich weiterhin ganz altmodisch via CD. Aus Kundensicht hat sich für mich kein Nachteil ergeben.


Bzgl. der anderweitige Kritik - nicht von dir! - am Abo-Modell aus Kundensicht: die teile ich so nicht. Der Hinweis, dass auf Netflix nur stattfindet, was Netflix will, das auf Netflix stattfinden soll, ist richtig. Aber auch banal: als es in den 60er-Jahren in der BRD genau drei Sender gab war's ja nicht anders. Mit der Etablierung des Privatfernsehs hat sich ebenso nichts am Grundprinzip geändert, dass auf Sendern nur stattfindet, was die Sender eben senden wollen. Die Kritik liest sich für mich zumindest so, als würden Amazon Prime, Netflix und Co einen zuvor vielfältigen, innovativen und reichhaltigen Filmmarkt zerstören und durch triste Einfallslosigkeit ersetzen. Das Gegenteil ist ja eher der Fall: Netflix und Co bieten mir inklusive der Eigenproduktionen ein vielfältiges Angebot, welches in vorherigen Jahren in dieser Form nicht gab. Richtig ist, dass Indie-Filme dort eher nicht existieren. Aber im gewöhnlichen Fernsehen existierten diese überhaupt nicht.

Sollte es sich im Videospielmarkt ähnlich entwickeln, sehe ich da erst einmal keinen Nachteil. Indie-Titel werden auf Steam weiterhin überleben, notfalls auf GoG oder anderen Plattformen. Das Abo-Modell von Microsoft ist'n Angebot an den Mainstream, und für den ist's ein sehr preiswertes Angebot. Selbst wenn das Abo 19,99€ kosten würde, wäre es preiswert. Wenn ich an Indie-Titel interessiert bin, so werde ich diese auch weiterhin finden, denn zu denen tritt Microsoft ja gar nicht in Konkurrenz. Auch hier sehe ich nicht, inwiefern das Modell von Microsoft den Markt aus Kundensicht schädigen würde: selbst in der goldenen Zeit des Einzelhandels hat man keine Indie-Titel im Regal gefunden. Was den Indie-Boom erst ermöglichte, das war der von Spielern anfangs verhasste Digitalhandel.


Ich denke die Frage wird sein, ob es in Zukunft auch noch Verkaufsmodell abseits vom Abo geben wird, d.h. ob Plattformen wie Steam, GoG, usw. in ihrer derzeitigen Form bestehen können. Daran habe ich vorerst aber keinen Zweifel. Solange es nebst dem Abo-Modell auch Marktplätze alâ Steam gibt, wo ich auch Indie-Perlen finden kann, bin ich zufrieden.
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Axel
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Axel »

Terranigma hat geschrieben:
5. Okt 2020, 10:05
Bzgl. der anderweitige Kritik - nicht von dir! - am Abo-Modell aus Kundensicht: die teile ich so nicht. Der Hinweis, dass auf Netflix nur stattfindet, was Netflix will, das auf Netflix stattfinden soll, ist richtig. Aber auch banal: als es in den 60er-Jahren in der BRD genau drei Sender gab war's ja nicht anders. Mit der Etablierung des Privatfernsehs hat sich ebenso nichts am Grundprinzip geändert, dass auf Sendern nur stattfindet, was die Sender eben senden wollen. Die Kritik liest sich für mich zumindest so, als würden Amazon Prime, Netflix und Co einen zuvor vielfältigen, innovativen und reichhaltigen Filmmarkt zerstören und durch triste Einfallslosigkeit ersetzen. Das Gegenteil ist ja eher der Fall: Netflix und Co bieten mir inklusive der Eigenproduktionen ein vielfältiges Angebot, welches in vorherigen Jahren in dieser Form nicht gab. Richtig ist, dass Indie-Filme dort eher nicht existieren. Aber im gewöhnlichen Fernsehen existierten diese überhaupt nicht.
Aber es gab einen großen Markt um Filme und Dokus kaufen: Nämlich auf VHS und später DVD. Kultfilme wie Evil Dead oder die Chucky-Reihe wurden weder für Kino noch TV produziert, sondern für den VHS-Markt: Einzelhandel und vor allem auch Videotheken. Selbiges galt dann auch später für die DVD. Es gab enorm viele Produktionen, die direkt für diesen Markt gedacht waren. Von Horror-B-Movies über Arthouse bis hin zu Martial Arts. Wenn Du in den 80ern oder 90ern in eine größere Videothek gegangen bist, da hast Du für jeden noch so obskuren Geschmack irgendwas gefunden. Und auch für Produktionsfirmen von Dokumentationen war dann vor allem der DVD Markt sehr wichtig, weil sie damit Themen bearbeiten konnten die das öffentlich rechtliche Fernsehen nicht haben wollte. Und heute spielen Dokus ja kaum noch eine Rolle, was sehr viel Unmut bei den Produktionsfirmen seit Jahren hervorruft. Man knallt das Programm mit Shows und Krimis zu und der öffentlich rechtliche Auftrag wird vergessen.

Und da waren VHS und später DVD sehr wichtige korrektive. Das ist nun alles weggefallen. Und somit sehr viel Unabhängigkeit für die Produktionsfirmen. Und insofern hat der Filmmarkt natürlich sehr viel an Abwechslung verloren! Gerade ich als Kind der 90er Jahre Videotheken und späterer Fan des DVD-Marktes betrauere das sehr stark. Gerade die DVD war Freiheit! Du konntest aus allen Herren Ländern die die geilsten Sachen importieren, auch weil es fast immer auf DVDs zumindest englische Untertitel gab. Das ist heute schlicht nicht mehr in der Art möglich. Zudem konnten Dir halt einmal erworbene Filme und Serien eben nicht mehr weggenommen werden!
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Terranigma
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Terranigma »

Axel hat geschrieben:
5. Okt 2020, 10:37
Und da waren VHS und später DVD sehr wichtige korrektive. [...] Das ist heute schlicht nicht mehr in der Art möglich. Zudem konnten Dir halt einmal erworbene Filme und Serien eben nicht mehr weggenommen werden!
DVDs kann ich doch heute noch ebenso kaufen. Es stimmt, dass die Videotheken wegfallen, aber ... nun, das ist wohl auch eine Generationenfrage. Ich war meinerzeit dann und wann mal in Videotheken unterwegs, aber der Großteil davon war außer für Bierabende nicht zu gebrauchen. Wie du sagst, eben allerlei B-Movies. Das hat Charme, das ist nett, aber aus meiner Kundensicht ist's nun auch nichts, das ich in meinem Leben vermisse. Selbiges für den ewiglichen Besitz von derartigen Dingen. Bücher kaufe ich, und die stelle ich mir auch in's Regal. Aber bei Filmen, Videospielen, usw. tangiert mich das nicht. Sobald ich's gespielt oder gesehen habe ist mein Bedürfnis erfüllt und der Wunsch da noch einmal zurückzukehren eher gering. In der Konsequenz habe ich vor allerlei Jahren auch alle Videospiel-Pappschachteln, Handbücher, usw. weggeworfen.


Wenn hier im Thread das Abo-Modell als Gefahr für den vorherigen Zustand gesehen werden, so entspricht's nicht meiner eigenen Erfahrung, dass der vorherige Zustand besser war. Als Steam eingeführt wurde, Always-On, der digitale Handel den Einzelhandel zurücktrieb und Pappschachteln durch Plastik ersetzt wurden, da habe ich seinerzeit natürlich auch - wie es sich gehört! - gerantet und mich aufgeregt. Weil halt anders. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass die digitale Revolution im Videospielmarkt das Beste ist, was für mich als Kunde bzgl. Videospiele passieren konnte. So viel Vielfalt wie jetzt war noch nie, und solange das Abo-Modell solche Marktplätze wie Steam, GoG und Co nicht ruiniert - wovon ich nicht ausgehe - sehe ich hier auch keine problematische Entwicklung. Das Abo-Modell wird den Mainstream bedienen.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit. Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten, in dem des Experten wenige.
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Numfuddle »

Steam ist kein Gatekeeper. Bezahl die Listing-Gebühr und die Transaktionsgebühr pro Verkauf und auch du darfst dein Spiel dort verkaufen. Bei Gamepass - wie bei Netflix, Spotify, Apple Music, Prime Video und so weiter - entscheidet Microsoft wer bei Gamepass mitspielen darf und auch wie die Abogelder verteilt werden.

Passt du nicht (mehr) zum Portfolio das Microsoft anbieten will oder zu den strategischen Zielen die aktuell mit der Platform verfolgt werden dann fliegst du wieder raus oder wirst überhaupt nicht erst aufgenommen.

Bisherige Erfahrungen zeigen dass das bitter werden kann wenn dein Inhalt nicht mehr zur Strategie der Platform passt (Siehe Netflix die alles rauswerfen/cancels was nicht kontinuierlich Neukunden anzieht). Außerdem zeigt sich bisher dass von den Aboportalen in der Regel nur die großen Fische der jeweiligen Branche profitieren (Siege Spotify und Co.) wo teilweise 90% der generierten Einnahmen auf weniger als 10 Prozent der Künstler entfallen.

Auch weil diese die Ressourcen und das Geld haben um eigene Deals und Beteiligungen zu verhandeln und sich bessere Listings und Front Page Access zu erkaufen.

Numfuddle
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Numfuddle »

Steam und Co haben tatsächlich vielen Firmen überhaupt erst den Markt geöffnet weil man digital verkaufen konnte und so nicht mehr mit den AAA Publishern um Regalfläche im Elektronikmarkt konkurrieren musste wenn man sich überhaupt die Produktion einer CD Plus Box leisten konnte.

Der Indie Boom der letzten Dekade wäre ohne Digitalvertrieb und dem demokratisierten Zugang mit niedrigen Anlaufkosten vermutlich kaum möglich gewesen.

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Terranigma
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Re: Microsoft kauft Bethesda (+ Runde #287)

Beitrag von Terranigma »

Numfuddle hat geschrieben:
5. Okt 2020, 11:22
Bisherige Erfahrungen zeigen dass das bitter werden kann wenn dein Inhalt nicht mehr zur Strategie der Platform passt (Siehe Netflix die alles rauswerfen/cancels was nicht kontinuierlich Neukunden anzieht). Außerdem zeigt sich bisher dass von den Aboportalen in der Regel nur die großen Fische der jeweiligen Branche profitieren (Siege Spotify und Co.) wo teilweise 90% der generierten Einnahmen auf weniger als 10 Prozent der Künstler entfallen.
Wenn ich das nun mit dem analogen Fernseh der Vergangenheit vergleiche sehe ich nicht den Unterschied. Netflix ist'n Produzent und Sender, wie etwa auch ARD und Co. Auch damals wurde gezeigt, was der Sender eben zeigen wollte. Wie gesagt: Ich sehe auch, dass das Abo-Modell seine Probleme hat, aber solange Marktplätze wie Steam und Co weiterhin existieren, ist das Abo-Modell eine Ergänzung. Wenn ich Mainstream-Titel will, dann ist das Angebot von Microsoft durchaus attraktiv für mich als Kunde. Und das, was ich dort nicht erhalte, kann ich weiterhin bei Steam, o.Ä. kaufen. Für mich als Kunde sehe ich da keinen Nachteil.
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