Runde #287: Microsoft kauft Bethesda

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ementeros
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von ementeros »

Die News war auch für mich im ersten Moment tatsächlich etwas schockierend. Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto mehr macht der Kauf von Bethesda aus Microsofts Sicht Sinn. Der Publisher vereint nämlich genau die beiden Sparten, die Microsoft für seinen Game Pass braucht.

Erstens sind da natürlich die klassischen Singleplayer-Titel wie Dishonored, Wolfenstein, Doom, The Evil Within oder Prey. Das sind die Counterparts zu Sonys Exklusivstrategie, und könnten für manche Spieler tatsächlich systementscheidend sein. Check.

Zweitens hat Bethesda aber noch die riesigen Open World-Rollenspielmarken wie Elder Scrolls, Fallout oder demnächst auch Starfield. Diese Titel sind für Microsoft besonders wertvoll bei einem Modell wie dem Game Pass: sie sind massiv. Man spielt sehr lange an diesen Titeln, die Hauptstory ist meistens eher mittelmäßig und dient eher als ein loser Faden für die erste Führung durch die Spielwelt, während der man in verschiedenste Open World-Aktivitäten abdriftet. Skyrim ist kein Spiel, sondern ein Phänomen, das auch 9 Jahre nach seiner Veröffentlichung durchaus rege gespielt wird. Und genau das braucht Microsoft: Spiele, die die Abonnenten für einen Monat mehr an den Game Pass binden, weil sie zum Ende des Monats die Questreihe XY noch nicht abgeschlossen haben. Und dann den nächsten Monat, weil sie noch ein riesiges Dungeon-Komplex entdeckt haben. Und den nächsten... Und wenn die Leute das Spiel irgendwann kaufen wollen, um nicht jeden Monat eine Gebühr für das Weiterspielen abdrücken zu müssen, werden sie es dann auf einer gänzlich anderen Plattform kaufen und dort wieder ganz von vorne anfangen, oder kaufen sie es direkt bei Microsoft und nehmen ihren Fortschritt (und etwaige Ingame-Mikrotransaktionen) gleich mit? Bingo. Bei dieser Art von Spielen ist es tatsächlich sogar weniger riskant, diese ab Day One in den Game Pass aufzunehmen, da man diese Spiele nicht innerhalb des Probeabos durchspielt, ganz zu schweigen von Mods. Aber ausprobieren? Hey, klar, für 1€ im Probeabo bist du dabei! Und den nächsten Monat dann bitte den vollen Abobetrag, wenn du es weiterspielen willst.

Warum hat Microsoft denn sonst Obsidian oder inXile gekauft? Wofür entwickelt man ein Avowed oder ein Fable? Genau dafür. Und natürlich kann Microsoft ganz nebenbei auch das nächste Elder Scrolls zeitexklusiv für PC/Xbox machen. Macht Sony ja auch mit Final Fantasy 16. Was sie auch bei Starfield versucht haben, und Gerüchten zufolge auch bei GTA 6. So what? Microsoft macht nur das, was Sony auch seit Jahren macht. Zumindest mit dem Unterschied, dass der PC dann sowieso alles bekommt (wo Microsoft mit Windows ja auch de facto regiert), und vielleicht Nintendo ab und zu gefälligkeitshalber bedacht wird. PC-Spieler sind da die lachenden Dritten (zum Glück auch zunehmend bei Sony).

Und übrigens sind die Abonnentenzahlen des Game Pass seit April um 50% von 10 auf 15 Mio. gestiegen. Ganz ordentlich.


Wie hier schon angesprochen wurde, würde ich mich ebenfalls über einen ausführlichen Sonntagscast zu dem Thema freuen. Die ganzen Konsolen-Announcements der letzten Wochen aufzuarbeiten und Microsofts und Sonys Strategien nebeneinander zu legen würde sicherlich genügend Gesprächsstoff für 2 Stunden hergeben.

Andreas29
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Andreas29 »

Ich weiß gar nicht, warum es so ein großes Rätselraten um Exklusivitäten gibt.

Microsoft hatte hier bisher die größten Schwächen gegen Nintendo und Sony. Man hatte Halo, Gears of War und Forza. Das war's. Jetzt hat man mit einem Schlag sein Portfolio deutlich erweitert und die wären blöd die entsprechenden Titel nicht exklusiv anzubieten. Denn das ist der letztliche Grund der Übernahme.

Was das für uns als Spieler bedeutet, ist natürlich nicht positiv, aber es macht Sinn, wenn man Shareholder von Microsoft ist.

Legoli12
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Legoli12 »

Da nun hier mehrfach gelobt wurde, dass Sony im Gegensatz zu Microsoft immer nur einzelne Studios und Kreative kauft, habe ich mich gefragt woran das liegen mag.
Dabei fiel mir ein Punkt besonders auf und zwar die vollkommen unterschiedlichen Sphären in denen Microsoft und Sony operieren. Um mal ein paar aktuelle Zahlen in den Raum zu werfen Sony hat 2019 einen Gewinn von 5,4 Milliarden Us Dollar erzielt - Microsoft 39,24 Milliarden US Dollar.
Insofern frage ich mich, ob es für Sony jemals möglich wäre Deals, in dem Volumen wie Microsoft sie durchführt, möglich sind. Oder anders gesagt: Baut Sony selbst Marken und Studios auf, weil Sie es wollen und finden das kaufen anderer Marekn doof, oder aber würde Sony auch gerne das machen was Microsoft macht, aber kann das mit ihren Mitteln nicht?
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. - Cato der Ältere
(Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.)

Rince81
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Rince81 »

Legoli12 hat geschrieben:
22. Sep 2020, 09:42
Oder anders gesagt: Baut Sony selbst Marken und Studios auf, weil Sie es wollen und finden das kaufen anderer Marekn doof, oder aber würde Sony auch gerne das machen was Microsoft macht, aber kann das mit ihren Mitteln nicht?
Es gab ja deutliche Insiderberichte, dass Sony diese Generation viel Geld für zeitliche Exclusivität springen lässt. Erst gestern, dass Sony noch vor kurzem mit Bethesda über eine Zeitexclusivität von Starfield verhandelt haben soll. Effektiv hat Microsoft das jetzt durchkreuzt. Da nehmen sich beide nichts - nur hat nur Microsoft die Möglichkeit so massiv zuzulangen.
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HerrNerd
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von HerrNerd »

Darkcloud hat geschrieben:
22. Sep 2020, 06:57
Soulaire hat geschrieben:
22. Sep 2020, 05:56


Anstatt 7.5 Milliarden für Bethesda auszugeben, könnten sie ja einen Bruchteil davon in ihre eigene Zukunfts-Vision investieren, die sie von Videospielen haben. Aber da ist nichts, rein gar nichts und da war anders wie bei Sony auch noch nie was (leider).
Wo ist das denn bei Sony anders? Weil sie die Studios vor 10-20 Jahren statt jetzt oder in den letzten paar Jahren übernommen haben? Auch einfach weil sie sich jede kleine Übernahme genau überlegen müssen da Sony finanziell nicht so gut da steht.
Wobei Sony letztes Jahr ja auch noch Insomniac übernommen hatte.
Ich mag Videospiele und betreibe nebenbei GamingNerd.net :teasing-blah:

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Golmo
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Golmo »

Na gut so betrachtet ist es schon irgendwie schade was mit dem Geld passiert ist.
Also wir reden hier ja von Millarden, 7,5 um genau zu sein. Meine Güte da hättest du auch locker 5-6 Triple A Entwickler Studios von Grund auf gründen können. Sony übernimmt auch Studios, aber das sind dann ja eher kleinere Entwickler und nicht ganze Konzerne wie ZeniMax Online. Die machen da wohl meist noch einen sehr guten Deal weil Insomanic ja jetzt schon mehr als profitabel für Sony war.

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Vinter
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Vinter »

Insomniac hat allerdings auch vorher schon primär exklusiv für Sony produziert und war nicht der Besitzer einer großen multiplattform Franchise.

Natürlich darf man sich da keinen Illusionen hingeben: Sony würde das auch machen, wenn sie irgendwo 7, 5 Milliarden rumliegen hätten. Aber es geht hier nicht darum zu sagen, das Sony die "Guten" wären, sondern, was dieser Deal ganz konkret für die Spieler bedeutet.

Dass das für Microsoft positiv ist, darüber müssen wir uns nicht unterhalten. Da braucht es auch kein langes Rätselraten, ob dass für sie sinnvoll ist: Ja, ist es. Aber als Spieler wäre ich ja zu heiß gebadet, würde ich diese Position einnehmen und stellvertretend für Microsoft jubeln. Als Spieler ist das vor allem negativ.

Man kann nun lange darüber nachdenken, ob das langfristig hilft, die finanziell mäßig erfolgreichen, aber interessanten Singleplayertitel von Bethesda zu bewahren, unmittelbar jedoch ist völlig klar, dass aus Konsumentensicht dieser Deal kein guter ist.

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Golmo
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Golmo »

Na ja, wenigstens kommt jetzt auch mal wieder Schwung in den Konsolenmarkt. Davon profitieren auch wir Spieler.
Sony wird das nicht auf sich sitzen lassen und muss handeln.

Ich hab kein Problem damit beide Konsolen daheim zu haben, wenn es genug Gründe gibt die jeweilige Konsole auch zu nutzen!
Bei der PS4/One stand die One zu 80% blöd rum und wurde lediglich für Halo und Gears mal kurz angeworfen.

Wenn ich jetzt aber ein geiles Fable bekomme, ein exklusives Elder Scrolle, ein Fallout usw. dann wird auch die Series X bei mir viel öfter genutzt werden.

Halt wie die PS3 / 360 Ära - da gabs für beide Konsolen genug Gründe sie regelmässig anzuwerfen und Sony MS haben richtig Feuer gegeben um die besten Games auf ihre Plattform zu stellen. Das war super als Spieler!

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Vinter
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Vinter »

Das ist in etwa so, als würdest du ein Spiel dafür loben, richtig viel Grind reinzupatchen, weil es dann endlich Gründe gibt, Mikrotransaktionen zu kaufen.

Die Gründe, die XSX anzuwerfen sind schließlich komplett künstlich. Es sind nicht neue Marken, die dich dazu bringen, sondern alte, die du nur im Gegensatz zu früher nicht mehr woanders spielen kannst. Als Spieler ist das kein Grund zum feiern.

TheDome
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von TheDome »

Ich seh ehrlich gesagt auch kein Problem dabei für die allgemeine Spielerschaft. Ich hab da allgemein kein wirkliches Pferd im Rennen bei den Konsolen und Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir kommen von einer Situation wo Sony kilometerlang die Nase vorn hatte, zu einem in etwa gleich auf. Das ist natürlich nicht objektiv und hängt damit zusammen was man mehr präferiert.
Jetzt sind aber MS und Sony interessant und man kann sich je nachdem welche Spiele man möchte in die Richtung bewegen und zuschlagen.

Zoiglbier
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Zoiglbier »

Sehr spannende Sache das Ganze. Finde es grundsätzlich erstmal nicht negativ. Bisher war dieses Jahr der neuen Konsolen ziemlich langweilig was Ankündigungen oder Wettbewerb angeht. Da fand ich z.B. 2013 dieses Battle zwischen den komplett unterschiedlichen Strategien von Sony und Microsoft viel spannender. Vor allem dann diese E3 mitzuverfolgen, bei der Sony kurz nach der Microsoft-PK diesen 100€ günstigeren Preis ankündigt. Und die daraufhin folgende Marktmacht von Sony. Sehr spannend.

Insofern bringt das Ganze eigentlich für mich mal wieder bisschen Pfeffer in die Geschichte. Vor allem weil man eine Zeit lang meinte, Microsoft meints eigentlich gar nicht mehr so ernst mit dem ganzen Gaming. Dafür ist das jetzt aber eine Ansage. Im Vergleich zum Minecraft-Deal ist dieser Kauf auch ziemlich günstig finde ich, wenn man sich allein den Wert der Marke Elders Scrolls anschaut.

Aus Sicht von Bethesda finde ich das jetzt auch nicht unbedingt mies. In letzter Zeit hatten die ja nicht so den Lauf, so kam es mir zumindest vor. Man hatte schon den Eindruck, dass sie irgendwie stagnieren. Auch in Hinsicht auf ihre Engines. Im Angesicht heutiger Standards diese auf ein aktuelles Niveau zu hieven dürfte in Verbindung mit nicht gerade so vielen Einnahmen aus letzten Jahren nicht so einfach sein. Vielleicht bringt Microsoft da jetzt mal bisschen Schwung in den Laden. Wie kann z.B. TES6 inzwischen 9 Jahre auf sich warten lassen und immer noch kein klares Lebenszeichen von sich geben, wenn das die goldene Kuh von Bethesda ist? Im Gegensatz zu Rockstar haben die kein Interesse lange Geld an einem komplementären Online-Modus zu verdienen ehe dann mal entspannt ein Nachfolger kommen kann. Wie kann dieses Franchise eine ganze Konsolengeneration überspringen?

Zusammengefasst für Playstation-Spieler natürlich nicht optimal. Als Bethesda-Kunde aber nicht so übel. Und Sony ist nach Jahren der Konsolendominanz auch mal wieder unter aktivem Zugzwang. Als Sicht eines Gaming-Interessierten für mich sehr spannend anzusehen.

Jörg Luibl fasst diesen "Wumms" in der Spielebranche in einem Kommentar hier auch nochmal schön zusammen:
https://www.4players.de/4players.php/ko ... ll_in.html

Rince81
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Rince81 »

Vinter hat geschrieben:
21. Sep 2020, 22:33
Ich hab meine Gedanken zum Thema Exklusivität, die ich schon eine ganze Weile mit mit herumschleppe, egal, ob Microsoft nun Tomb Raider 2013 kauft oder Sony den Spiderman-DLC zu Avengers, passend zum Anlass, mal in einen Artikel gegossen.

Konstruktive und destruktive Exklusivität: Microsoft kauft Bethesda
Spieler, egal welcher Plattform, profitieren durch destruktive Exklusivität also nicht. Die angeblichen Vorteile entstehen lediglich durch den Blick auf die unglücklichen Spieler der Konkurrenz. Dabei ist es der Deal selbst, der diesen Unterschied erst schafft: Kein Deal, kein Problem.
Ich denke, dass deine Argumentation hier zu kurz greift. Du schreibst:
Den Vorgang, mit Geld ein neues, exklusives Spiel für die eigene Plattform zu schaffen ist dabei nicht zu verurteilen. Hierbei handelt es sich um konstruktive Exklusivität. [...]
Anders sieht es allerdings aus, wenn eigentlich keine neuen Spiele geschaffen, sondern stattdessen bestehende Multiplattformentwickler und Marken mit dem Ziel aufgekauft werden, sie dem jeweiligen Konkurrenten vorzuenthalten. Hierbei entsteht kein Mehrwert für die eigenen Kunden, denn diese hätten den nächsten Teil ihrer Lieblingsserie auch ohne den Aufkauf erhalten.
Last of Us 2 ist also konstruktive Exklusivität? Ok, kann ich nachvollziehen. Nur hat Sony seinerzeit Naughty Dog nicht gegründet sondern gekauft. Die haben davor Spiele für verschiedene Plattformen veröffentlicht. Jetzt hält Sony diese späteren Entwicklungen eines bestehenden Multiplattformentwicklers anderen Plattformen vor - was nun deiner späteren Beschreibung von destruktiver Exklusivität entspricht oder bezieht sich das nur auf Fortsetzungen bereits etablierter Serien? Wenn letzteres - wo ist das Problem bei dem Deal das er so destruktiv wird? Microsoft hat acht(?) Entwicklungsstudios geschluckt. Wenn Arkane oder Machine Games oder eines der anderen Studios nun mit einer neuen IP kommen - wäre das trotzdem destruktiv? Ist das große nichts von Starfield was wir bisher gesehen haben tatsächlich schon ein wegnehmen?

Die meisten von Sonys heutigen Aushängeschildern waren vorher unabhängige Studios, welche auch für andere Plattformen entwickelt haben. Heute sind sie DIE Aushängeschilder für konstruktive Kreativität. Warum nicht Microsoft wenigsten etwas Vertrauensvorschuss geben? Zumindest als PC Spieler haben die sich den bei mir mittlerweile tatsächlich verdient.
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Dr. Zoidberg [np]
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Vinter hat geschrieben:
22. Sep 2020, 10:58
Das ist in etwa so, als würdest du ein Spiel dafür loben, richtig viel Grind reinzupatchen, weil es dann endlich Gründe gibt, Mikrotransaktionen zu kaufen.

Die Gründe, die XSX anzuwerfen sind schließlich komplett künstlich. Es sind nicht neue Marken, die dich dazu bringen, sondern alte, die du nur im Gegensatz zu früher nicht mehr woanders spielen kannst. Als Spieler ist das kein Grund zum feiern.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass du dir mir deiner Unterteilung in konstruktive und destruktive Exklusivität ein künstliches Modell schaffst.

Exklusivität ist aus Konsumentensicht immer scheiße, da gibt es kein konstruktiv und kein destruktiv. Spiele wie Last of Us 2 oder Halo sind genauso möglich, wenn sie nicht nur für eine Plattform entwickelt werden. Ich würde sogar argumentieren, dass sie durch die Exklusivität wirtschaftlich deutlich schlechter abschneiden, als sie könnten.

„Dieses Album gibt es nur auf Schallplatte und Minidisc!“. Klar kannst du das machen, aber das ist, ehrlich betrachtet, vollkommener Unfug.

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Soulaire
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Soulaire »

Wann hat denn das letzte Studio, welches sich auf einem absteigenden Ast befand und dann gekauft wurde noch gute Spiele gemacht? Und Bethesda ist nochmal ein besonderer Härtefall oder welches Studio befindet sich da gerade in der Blütezeit? Vielleicht das Studio hinter Doom noch am ehesten, wobei die wahrscheinlich auch nur dieselbe Art von Spiel machen und man genau weiß was man letztendlich bekommt.

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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] »

Soulaire hat geschrieben:
22. Sep 2020, 12:28
Wann hat denn das letzte Studio, welches sich auf einem absteigenden Ast befand und dann gekauft wurde noch gute Spiele gemacht? Und Bethesda ist nochmal ein besonderer Härtefall oder welches Studio befindet sich da gerade in der Blütezeit? Vielleicht das Studio hinter Doom noch am ehesten, wobei die wahrscheinlich auch nur dieselbe Art von Spiel machen und man genau weiß was man letztendlich bekommt.
Nun, Deathloop sieht schon sehr geil aus, TESO ist sehr erfolgreich und das nächste Elder Scrolls wird sich mit Sicherheit von selbst verkaufen

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Vinter
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Vinter »

@Rince81

Die Realität ist natürlich nicht immer so eindeutig schwarz und weiß, wie es dort dargestellt ist. Nimm etwa Bayonetta 3: Ursprünglich Multiplattformspiel, wird der dritte Teil nun exklusive für Nintendo entwickelt - allerdings, nach allem was man hört, weil Nintendo das Spiel zahlt und es sonst gar keinen Nachfolger gäbe. Ist das nun konstruktiv oder destruktiv?

Anderes Beispiel: Bloodborne. Konstruktiv oder Destruktiv? Einerseits ein Ableger einer extrem beliebten Reihe, andererseits von Sony finanziert, angestoßen, mitentwickelt und nominell kein Souls. Konstruktiv oder destruktiv?

Ich denke, die Frage ob konstruktiv oder destruktiv ist immer auch ein bißchen eine Frage der Umstände. Sicherlich werden wir in zwanzig Jahren sagen, dass Bethesda "schon immer" für Microsoft produziert hat. Dennoch werden Spieler, die es gewohnt sind, dass Fallout und Elder Scrolls auf ihre Plattform kommen, berechtigterweise das Gefühl haben, ihnen wird etwas gewohntes weggenommen, während die eigene Kundschaft davon erstmal keinen expliziten Vorteil hat - vorausgesetzt, die Serien werden tatsächlich exklusiv.

Wenn ich mir dagegen Naughty Dog anschaue: Die produzierten seit 1996 exklusiv für Sony, also seit einer Zeit, in der Multiplattform in dieser Form wie heute noch gar nicht existierte. Da habe ich in der Tat erheblich weniger Schwierigkeiten mit.

Ich denke aber dennoch, dass die Unterscheidung zwischen destruktiver und konstruktiver Exklusivität sinnvoll ist, weil es zweierlei Dinge tut: Zum einen wird anerkannt, dass Exklusivität notwendig ist, damit überhaupt eine Unterscheidung und ein Wettbewerb stattfinden kann. Exklusivspiele sind meiner Meinung nach also nicht per se abzulehnen, wie es gern getan wird. Ich fände es großartig, würde Microsoft mir mit neuen Marken und Spielen einen Grund geben, zur Xbox zu greifen. Das wäre ein echter Mehrwert.

Anderseits wird ein Licht geworfen auf miese kleine Deals, die nicht etwa dem Kunden einen Mehrwert bieten, sondern lediglich dem Konkurrenten einen Stock zwischen die Speichen stecken. Nimm etwa die Zeitexklusivität von Final Fantasy 16: Wem nützt das? Von den (ich werfe jetzt mal irgendeine eine Zahl in den Raum) 5 Millionen, die Sony dafür hingeblättert hat, hätte ich lieber einen zweiten Bloodborne DLC. Das hätte einen echten Mehrwert. Das einzige, was mir dieser Deal bringt, ist die Möglichkeit, Schadenfroh auf den Kumpel mit der Xbox zu zeigen - und aus dem Alter bin ich eigentlich raus ;)

Mir ging es an der Stelle erstmal darum, eine grundlegende Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen von Exklusivität aufzustellen. Wie man dann im einzelnen spezielle Fälle beurteilt, müsste individuell geprüft werden. Das war auch gar nicht mein Anspruch - und im konkreten Fall kann ich das auch nicht beurteilen, weil ja noch gar nicht raus ist, was nun mit Elder Scrolls und Co passiert.

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nachtgiger
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von nachtgiger »

Ich würde die Einteilung in positive (im Sinne von Hinzufügen neuer Spiele) und negative Exklusivität (im Sinne von Wegnehmen) und die Kritik an letzterer sofort unterschreiben. Ich sehe nicht, wo hier ein Mehrwert für die Spielerschaft geschaffen wird, stattdessen müssen nun Playstation-Spieler um zukünftige Doom-, Elder Scrolls- und Fallout-Titel bangen. Bethesda war aus eigener Kraft imstande, immens populäre Spielereihen auf die Beine zustellen, da werden potentielle Microsoft-Millionen nichts daran ändern. Ich kenne mich zwar nicht besonders mit der Naughty Dog-Historie aus, ein kurzer Blick auf Wikipedia sagt mir aber, dass die ihren ersten großen Hit erst 1996 auf der Playstation hatten - kein Vergleich also zum aktuellen Big Player Bethesda, der seit fast zwei Jahrzehnten Generationen prägende Spiele herausbringt.

Unterm Strich als jemand, der mit dem Kauf einer PS5 liebäugelt: sollten zukünftige Bethesda-Titel altbekannter Marken exklusiv werden, dann war das echt ein richtig mieser Move von Microsoft.

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Heretic
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Heretic »

Vinter hat geschrieben:
22. Sep 2020, 12:43
Zum einen wird anerkannt, dass Exklusivität notwendig ist, damit überhaupt eine Unterscheidung und ein Wettbewerb stattfinden kann. Exklusivspiele sind meiner Meinung nach also nicht per se abzulehnen, wie es gern getan wird. Ich fände es großartig, würde Microsoft mir mit neuen Marken und Spielen einen Grund geben, zur Xbox zu greifen. Das wäre ein echter Mehrwert.
Ich sehe keinen Vorteil für den Spieler, wenn er sich zwei Konsolen zulegen muss, um alle für ihn relevanten Titel spielen zu können. Es wäre doch viel schöner, wenn alle Titel für alle Plattformen vorhanden wären. Aber ohne Exklusivtitel müssten sich Sony und Microsoft noch stärker bei der Hardware gegenseitig (oder eventuell andere Konsolenanbieter) übertrumpfen, um relevant zu bleiben. Was sich wiederum positiv auf die Spielentwicklung, gleichzeitig aber negativ auf die Geldbörsen der Spieler auswirken würde, da die Konsolenzyklen wieder kürzer ausfallen würden. Oder die Konsolen aufrüstbar gemacht würden. Womit wir dann quasi wieder beim PC wären. Der dann wieder jedes halbe Jahr eine neue Grafikkarte bräuchte, um aktuelle Titel optimal darstellen zu können.

Fazit: Den perfekten Weg für alle Beteiligten gibt's nicht. Irgendwas is' ja immer... :D

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nachtgiger
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von nachtgiger »

Heretic hat geschrieben:
22. Sep 2020, 13:07
Vinter hat geschrieben:
22. Sep 2020, 12:43
Zum einen wird anerkannt, dass Exklusivität notwendig ist, damit überhaupt eine Unterscheidung und ein Wettbewerb stattfinden kann. Exklusivspiele sind meiner Meinung nach also nicht per se abzulehnen, wie es gern getan wird. Ich fände es großartig, würde Microsoft mir mit neuen Marken und Spielen einen Grund geben, zur Xbox zu greifen. Das wäre ein echter Mehrwert.
Aber ohne Exklusivtitel müssten sich Sony und Microsoft noch stärker bei der Hardware gegenseitig (oder eventuell andere Konsolenanbieter) übertrumpfen, um relevant zu bleiben. Was sich wiederum positiv auf die Spielentwicklung, gleichzeitig aber negativ auf die Geldbörsen der Spieler auswirken würde, da die Konsolenzyklen wieder kürzer ausfallen würden. Oder die Konsolen aufrüstbar gemacht würden. Womit wir dann quasi wieder beim PC wären. Der dann wieder jedes halbe Jahr eine neue Grafikkarte bräuchte, um aktuelle Titel optimal darstellen zu können.
Das ist aber schon arg hypothetisch-apologetisch. Genauso gut könnten sie ja am Preis ansetzen, und darauf verzichten, wie der Konkurrent bald 80€ für neue Titel zu verlangen. Oder sich :shock: im eigenen Haus neue, exklusive Serien überlegen. Sony schaffts ja auch irgendwie, mit weniger Talern im Geldspeicher. Innovieren, statt aquirieren!

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Vinter
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Re: Microsoft kauft Bethesda

Beitrag von Vinter »

Heretic hat geschrieben:
22. Sep 2020, 13:07
Es wäre doch viel schöner, wenn alle Titel für alle Plattformen vorhanden wären. A
Klar wäre das "viel schöner" ;) Aber es existiert nun mal im Prinzip kein anderes Kriterium, sich für die eine oder andere Hardware zu entscheiden. Deswegen kann man diese Notwendigkeit imho auch als Spieler schon anerkennen, vorausgesetzt wie gesagt, es werden Mehrwerte geschaffen.

Eigentlich wäre es der Generation ja sogar gelungen, eine echte Unterscheidbarkeit herzustellen: Microsoft hatte den Gamepass, Sony die Exclusives und Nintendo den Hybriden. Drei Konsolen, drei Konzepte, jede davon spannend, jede davon auf ihre Art reizvoll. Das es nun trotzdem darauf hinausläuft, dass sich zumindest zwischen Xbox und Playstation ein Exklusivitätskrieg anbahnt, finde ich extrem bedauerlich. Jetzt sind es die Playstationspieler, die in die Röhre schauen, aber ich will nicht wissen was los ist, wenn sich Sony Rockstar, CD Projekt Red oder From Software einverleibt. Am Ende verlieren alle.

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