Frontal 21: Die rechte Unterwanderung der Gamer-Szene

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ZiggyStardust
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Frontal 21: Die rechte Unterwanderung der Gamer-Szene

Beitrag von ZiggyStardust »

Frontal 21 hat mal wieder zugeschlagen. :evil:

https://youtu.be/W6wpFKDhwE0

meieiro
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von meieiro »

ZiggyStardust hat geschrieben:
26. Nov 2020, 12:53
Frontal 21 hat mal wieder zugeschlagen. :evil:

https://youtu.be/W6wpFKDhwE0
Ganz mieser Beitrag. Das ist ein wichtiges Thema. Wurde ja auch hier im Podcast schon das eine oder andere Mal angesprochen. Aber hier wird halt gezeigt, wie man sowas nicht aufarbeiten soll.
Ich will gar keine einzelne Punkte rausarbeiten, weil das von vorn bis hinten einfach nur schlecht ist.

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Sebastian Solidwork
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Sebastian Solidwork »

Auch wenn der Ton und die Präsentation für meinen Geschmack etwas zu überspitz sind, finde ich es inhaltlich gelungen. Es wird differenziert und am Ende bleibt eine offene Frage.
Wohl auch Dank der Mitarbeit von Christian Huberts, der auch schon im Podcast Gast war.
meieiro hat geschrieben:
26. Nov 2020, 15:10
Ganz mieser Beitrag. Das ist ein wichtiges Thema. Wurde ja auch hier im Podcast schon das eine oder andere Mal angesprochen. Aber hier wird halt gezeigt, wie man sowas nicht aufarbeiten soll.
Ich will gar keine einzelne Punkte rausarbeiten, weil das von vorn bis hinten einfach nur schlecht ist.
Kannst du mir wenigstens einen nennen? Wir müssen das nicht ausdiskutieren, ich bin nur interessiert.
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Leonard Zelig
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Leonard Zelig »

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
26. Nov 2020, 15:12
Kannst du mir wenigstens einen nennen? Wir müssen das nicht ausdiskutieren, ich bin nur interessiert.
In dem Video wird nicht erwähnt, dass Heimat Defender auch auf Druck der Gaming-Community aus dem Store entfernt wurde. Der Beitrag vermischt Themen wie Sexismus und Rechtsextremismus. Nur weil sich YouTuber:innen sexistisch äußern, bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass sie über YouTube ihre Zuschauer:innen für rechte Propaganda gewinnen wollen. Auch GTA V als Beispiel für ein frauenfeindliches Spiel zu nehmen, weil man dort auch weibliche Passanten schlagen kann, ist in meinen Augen wenig gelungen. Die GamerGate-Sache wird auch sehr merkwürdig zusammengefasst. Opfer waren da ja vor allem Spieleentwickler:innen und Spielejournalist:innen. Auch gibt es die Alt-Right-Bewegung schon seit 2008, also lange vor GamerGate. Dass jede Steam-Gruppe mit "Germany" im Titel dem rechten Milieu zugerechnet werden kann, wage ich auch mal zu bezweifeln. Breivik ist ein recht häufig vorkommender Nachname in Norwegen, da werden sich auch nicht alle Steam-User:innen auf den Attentäter beziehen.
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Soulaire
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Soulaire »

Killerspieldebatte im Jahre 2020, unfassbar

Rince81
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Rince81 »

Soulaire hat geschrieben:
26. Nov 2020, 19:55
Killerspieldebatte im Jahre 2020, unfassbar
Leider nicht DIE Killerspieldebatte sondern eine andere - eine die LEIDER sehr nötig ist, wenn ich auch bei Leonard bin, die Art wir Frontal das macht ist leider wieder unnötig polarisierend, fehlerhaft und gerade bei der "Vorgeschichte" des Magazins unglücklich.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

Andreas29
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Andreas29 »

Sebastian Solidwork hat geschrieben:
26. Nov 2020, 15:12
Es wird differenziert
What? Es wird an mehreren Stellen pauschalisiert. In dem Beitrag wird wild alles durcheinander geworfen: Attentate, Steam-Gruppen, Gamergate, Propagandaspiele etc.. Spätestens ab der Stelle "Wir haben das für euch mal in GTA 5 nachgestellt" wird der Beitrag zur reinen Farce. Das ist doch an Plakativität kaum noch zu überbieten.
Außerdem wird sich relativ wenig Mühe gegeben zu verbergen, dass man Aussagen im Schnitt verkürzt oder aus dem Kontext reißt. Beispiel: Der Hundevergleich zu Frauen von MontanaBlack mag vollkommen daneben sein, aber sie schneiden den Originalclip genau da ab, wo er es nochmal etwas einordnet.
Die Streamerin, die in dem Beitrag zu Wort kommt, hat sich schon distanziert.
Als Beweis für Thesen im Beitrag müssen Nutzernamen von Steam oder Steam-Gruppen mit 7 Mitgliedern herhalten.

Auch wenn in der Doku zweimal gesagt wird, dass Shooter einen nicht sofort zum Killer machen, macht es das nicht ausgewogener. Denn sie wiederholen wieder einmal das "Alle Attentäter ja Videospieler waren und sie ihre Attentate wie im Computerspiel durchgeführt haben". Korrelation vs. Kausalität... das alte Lied. Zuzugeben, dass es keine Belege dafür gibt, dass Shooter Amokläufer produzieren haben sie wahrscheinlich schon aus Pflichtbewusstsein rein gepackt, weil sie wussten, dass gerade sie als Frontal21 bei so einem Thema super vorsichtig sein müssen.
Und da muss man in der Redaktion schon mal die Kompetenzfrage stellen, wenn man weiß, dass man bei der Vergangenheit mit dem Thema auf Zehenspitzen gehen muss, trotzdem so einen Beitrag zu produzieren.

Das Thema ist wichtig und es gibt Probleme auf der Ebene. Aber der Beitrag erweckt den Anschein, als ob jeder der sich in der Gaming-Community bewegt schon ein Bein im Springerstiefel hat.

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tanair
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von tanair »

Ich denke das Beitrag von Frontal21 wäre doch mal was für einen Podcast-Beitrag.

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DieTomate
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von DieTomate »

Andreas29 hat geschrieben:
26. Nov 2020, 22:16
Auch wenn in der Doku zweimal gesagt wird, dass Shooter einen nicht sofort zum Killer machen, macht es das nicht ausgewogener.
Dass sie es überhaupt erwähnen, zeigt ja, dass sie es immer noch nicht verstanden haben.
"Ein Ego-Shooter macht noch keinen Killer, aber ..."
Hat was von: "Ich bin ja nicht rechts, aber ..."

Andreas29
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Andreas29 »

Ich finde den Beitrag generell ziemlich unprofessionell. Ich glaube da dachte jemand, dass er das mal etwas flapsiger angehen muss, um die Sprache der "coolen Kids" mit ihren "crazy Videogames" zu sprechen. Deswegen wahrscheinlich auch dieses Armutszeugnis von wegen "Wir haben mal Gamergate für euch in GTA nachgestellt".

Direkt am Anfang gibt es ja sofort schon den Satz: "Irgendwas scheint ja dran zu sein". Wer das für Journalismus hält, hat beim ZDF nichts zu suchen.

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tanair
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von tanair »

Hier noch ein Statement von Sissor die im Beitrag interviewt wurde. Sie ist sehr enttäuscht von diesem Bericht: https://youtu.be/RKBeC-3HgYE

Ein Statement von KuchenTV: https://youtu.be/7l1F-XL_Jkk

Generell muss man sagen, dass die Gaming-Community nun mal sehr groß und bunt ist. Steam hat über 1 Millarde Accounts. Über 90 MIo. Accounts nutzen Steam monatlich. In Deutschland kann man sicherlich davon ausgehen, dass es über 5 Mio. Steam Accounts gibt. Die im Beitrag gezeigten rechten Communities haben kommen zusammen gerade mal auf ungefähr 2000 Nutzer (vorausgesetzt Mitglieder nicht mehreren Gruppen beitreten). Wenn man dann ausrechnet:
2000 / 5.000.000 kommt man auf 0,0004%. Und da spricht man schon davon, dass rechte die Gaming-Community unterwandern?

Auch falsch dargestellt wird, dass die Gaming-Community nichts gegen Rechte unternimmt. Steam hat das Spiel z.B. schon nach einer Woche aus der Plattform entfernt: https://www.watson.de/digital/games/727 ... tsextremen

Es gibt auf jeder Plattform auch eine Reporting-Funktion. Diese wird auch aktiv von Gamern genutzt.

Edit: noch ein Video von den Space Frogs: https://youtu.be/0vogCvJmcoY
Falls es euch interessiert noch das ganz ganz böse Hitler Minecraft Video was bestimmt von Neo-Nazi erstellt wurde: https://www.youtube.com/watch?v=5NCb1UyNJ7k Der Kanal heißt lolj und hat gerade mal 1470 Abonennten.

Ich muss ehrlich sagen, wenn man sich solche Berichte ansieht und bemerkt wie schlecht sie recherchiert wurden, wundert es mich nicht, dass viele Menschen der Presse keinen glauben mehr schenken.

Andreas29
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Andreas29 »

tanair hat geschrieben:
28. Nov 2020, 14:29
Die im Beitrag gezeigten rechten Communities haben kommen zusammen gerade mal auf ungefähr 2000 Nutzer (vorausgesetzt Mitglieder nicht mehreren Gruppen beitreten). Wenn man dann ausrechnet:
2000 / 5.000.000 kommt man auf 0,0004%. Und da spricht man schon davon, dass rechte die Gaming-Community unterwandern?
Das ist ja direkt der nächste Punkt. Wenn man sich die Auswahl der "rechten" Gruppen und Profile nimmt, die in dem Beitrag beispielhaft gezeigt werden, sind da jede Menge dabei, wo einfach nur eine Deutschlandflagge im Avatarbild ist oder "German" in den Namen. Ich binjetzt auch kein Patriot, aber das ist doch noch lange nicht rechts.

Außerdem darf man nicht unterschätzen, dass es da draußen im Internet auch jede Menge Edgelords gibt, die keine Nazis sind, aber einfach aus Provokation rechte Symbole oder Namen verwenden. Das ist dann immer noch dumm und geschmacklos, aber anders zu bewerten als Nutzergruppen, wo organisierte Nazis hinter stecken.

Es ist halt der Perfect Storm: Eine Redaktion eines Formats, das bei den meisten Gamern eh schon verkackt hat, macht noch einen Bericht über das Thema, den man nach allen regeln der Kunst auseinander nehmen kann und stilistisch (ich komm nicht über das "GTA-Beispiel" hinweg) mehrfach in die Tonne greift.

Zur Fairness auch mal das Statement vom ZDF von Youtube:
Auf unseren Film gab es heftige Reaktionen. Manche fanden das Thema gut, viele hatten Kritik an dem Ton und andere fanden alles schlecht. Teilweise verstehen wir euren Ärger. Und grundsätzlich: Wir wollen mit euch über das Thema sprechen.

Unser Ziel war, ein differenziertes Bild zu zeichnen – diese differenzierte Haltung vermittelt sich nicht immer. Stilistisch daneben gegriffen haben wir offenbar bei der GTA-Nachbildung. Das tut uns leid.
Nächstes Mal machen wir es besser.
Wir wollen aber auch auf inhaltliche und journalistische Kritik eingehen:

An vielen Stellen im Video sagen wir: Es geht nicht um alle Gamer*innen. Natürlich tut es das nicht. Christian Huberts sagt ganz explizit: Die Gamingkultur hat kein Naziproblem, aber einzelne Subkulturen der Gamingkultur haben sicher ein Problem damit. Und wahr ist auch: Diese Probleme gibt es auch beim Fußball, in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft. Auch darüber wird andernorts berichtet.

Unsere Interviewpartnerin Sissor hat bei KuchenTV kritisiert, bei O-Tönen seien Aussagen weggeschnitten worden. Stimmt, unser Beitrag ist geschnitten. Dabei haben wir journalistisch sorgfältig gearbeitet und Sinn und Kontext der Aussagen wiedergegeben. Tatsächlich war geplant, Sissors Community Management im Film aufzugreifen. Im Lauf des redaktionellen Prozesses haben wir uns aber dagegen entschieden. Dieser Aspekt hätte dem Film nicht geholfen und dem Fokus des Beitrags nicht entsprochen. Trotzdem sehen wir rückblickend, dass Sissors Aussagen nicht ausreichen und wir eine stärkere Gegenstimme gebraucht hätten. Es gibt in der Gamingkultur viele Gegenstimmen. Diese zu zeigen, hätte dem Beitrag sicher gut getan.

Wir haben schon vor Monaten verschiedene Gamer*innen und Streamer*innen angefragt – auch Montana Black. Er hat leider nicht reagiert. Wir haben ihn zu der Zeit angefragt, als er bei Twitch gesperrt war (wegen frauenverachtender Kommentare). Auch seinen Ton haben wir geschnitten, da die längere Version nicht weniger frauenfeindlich ist als der Einstieg seiner Ausführungen. Auch der O-Ton, den KuchenTV anbringt, ist sexistisch und taugt nicht als Gegenbeweis.

Übrigens lassen Namen wie „kebabremover“ und „jewkiller“ keinen Raum für Spekulationen: Das ist menschenverachtend und genauso benennen wir das auch. Ebenso haltlos sind die Vergleiche, dass Mörder, die ihre Taten gamifiziert haben, ja „auch Brot essen”. Die Attentäter haben nicht nur zufällig auch Videospiele gespielt, sondern gamifizierte Elemente in ihre Anschläge eingebaut. Das ist eine super kleine Zahl von Menschen, die sehr großes Leid verursacht haben. Wir finden es wichtig, das zu thematisieren.

Über die Thematisierung des identitären Spiels haben wir lange diskutiert. Man kann durchaus der Überzeugung sein, dass dem Spiel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir haben uns redaktionell anders entschieden und versucht, das strategische Kalkül dahinter offenzulegen. Da wir sowohl das Spiel, als auch die metapolitischen Strategien dahinter, einordnen, haben wir in unseren Augen einen vernünftigen Zugang gefunden.

Wir wollen noch loswerden: Euer Ärger kommt bei uns an und wir setzen uns damit auseinander. Wir sehen, dass die Kritik in manchen Punkten berechtigt ist und wir Fehler gemacht haben.

Wir möchten gerne mit euch über diese Themen sprechen, auch über das Gefühl, dass Medien (auch wir) nicht richtig zu berichten scheinen. Deswegen beginnt das Video ja auch wie es beginnt: Wir wollen wirklich dazu lernen. Und deswegen möchten wir weiter mit euch im Gespräch bleiben – gerne sachlich.

Und zum Thema Gamer-Gate. Unsere Darstellung mag spitz sein, sie ist aber mit Fakten unterlegt. Die New York Times bspw. hat Gamergate so beschrieben:
"What started as a breakup post morphed into Gamergate: a leaderless harassment campaign to preserve white male internet culture, disguised as a referendum on journalism ethics and political correctness, which ran amok."

Nachzulesen hier; https://www.nytimes.com/interactive/201 ... &smtyp=cur

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tanair
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von tanair »

Andreas29 hat geschrieben:
28. Nov 2020, 19:39
Das ist ja direkt der nächste Punkt. Wenn man sich die Auswahl der "rechten" Gruppen und Profile nimmt, die in dem Beitrag beispielhaft gezeigt werden, sind da jede Menge dabei, wo einfach nur eine Deutschlandflagge im Avatarbild ist oder "German" in den Namen. Ich binjetzt auch kein Patriot, aber das ist doch noch lange nicht rechts.
Genau. Auch das mit Brevik. Nur weil sich jemand Brevik auf Steam nennt, muss er kein Brevik-Fan sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass er einfach Brevik heißt. Brevik ist ein normaler Skandinavischer Name.

mockturtle
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von mockturtle »

https://twitter.com/ChristianHaH/status ... 70437?s=20

Christian Huberts hat da ein paar Punkte finde ich.

Andreas29
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Andreas29 »

mockturtle hat geschrieben:
29. Nov 2020, 01:21
https://twitter.com/ChristianHaH/status ... 70437?s=20

Christian Huberts hat da ein paar Punkte finde ich.
Zunächst einmal: Er redet von Beißreflex, hat dann aber diesen Twitter-Meltdown? Puh.

Zu 3/19: Really? Klar werden Interviews gekürzt. Die Frage ist, was man weg lässt und was man nimmt.

Zu 4/19: "Inhaltliche Korrektheit steht und fällt nicht mit der Bildauswahl"? Doch tut es. Die Bildauswahl trägt maßgeblich zur Glaubwürdigkeit des Gesagten und Behaupteten bei. Wer etwas behauptet und zur Untermauerung möglichst knallige und reißerische Bilder wählt, aber nicht darauf achtet, dass dadurch keine Bild-Ton-Schere entsteht, entkräftet seine Argumente.

Zu 5/19: Wenn man die Länge nicht hat, um alle seine Argumente und seine Beweiskette korrekt vorzutragen, lässt man es sein oder man macht den Beitrag länger. Die zur Verfügung stehende Zeit ist kein Maßstab für journalistische Genauigkeit und kein Freibrief für Verkürzungen.

Zu 7/19: Hier also die unweigerliche Karte, dass die, die Kritik am Beitrag haben natürlich unweigerlich zu denen gehören, die das Problem als Ganzes leugnen. Das ist natürlich Quatsch. Es ist ja gerade das Ärgerliche an dem Beitrag, dass er von den echten Problemen ablenkt, in dem er Kleinigkeiten aufbläst. Man wählt gerade die Beispiele, die sich als Luftnummer heraus stellen und hilft somit den Rechten, die man eigentlich bekämpfen will.

Zu 8/19: Ich kenne keine große relevante Gaming-Community, die rechtes Gedankengut oder auch nur Getrolle und Edgelords dulden. Die das erlauben oder sogar fördern, sind meistens vollkommen irrelevant. Die sind ärgerlich, gehören gesperrt und bekämpft. ABER machen einen verschwindend geringen Teil des Gesamten aus.

Zu 10/19: Ich habe eigentlich gar keinen Bock MontanaBlack zu verteidigen. Der Typ hat schwer ein Rad ab. Aber zwischen "Frauen sind Hunde" und "Frauen sind wie Hunde, man sollte sie nicht zu kurz an der Leine halten, weil dann laufen sie weg", besteht ein Unterschied. Ersteres wäre knallharter Sexismus, das Zweite ist ein sehr dämlich formulierter Ratschlag. Und weil Ersteres besser in die gerade von Frontal21 formulierter These passt, hat man den Satz nach dem problematischen Teil gecuttet. Und der Nazivergleich noch hinterher... ach komm hör auf.

Zu 13/19: Schon mal was von Subtext gehört? So klar wird das natürlich nicht gesagt. Aber es entsteht klar der Eindruck. Außerdem beachte man die Formulierung, zweimal im Beitrag: "Natürlich wird nicht aus jedem Spieler ein Amokläufer, aber...". Und dann kommt, dass jeder Attentäter ja Gamer war.

Zu 15/19: Die Unterzeile sieht man bei einem Breivik-Profil. Der Rest ist nur der Name und es ist schlicht nicht zu beweisen, dass das Verehrer des Attentäters sind.

Zu 16/19: Klar ist das etwas anderes als die stumpfe Killerspieldebatte der 2000er, aber macht es das besser? Wir ersetzen einfach "Gamer werden potenzielle Gewalttäter" durch "Gamer werden potenzielle Rechte". Auch wenn man meint einer guten Sache zu dienen, legitimiert man nicht eine Stigmatisierung durch eine andere zu ersetzen.
Ich kann das mit dem "Beißreflex" langsam nicht mehr hören. Games wurden jahrelang für getötete Menschen verantwortlich gemacht, weil es einfach die naheliegendste Antwort war. Es wurde - um es flapsig zu sagen - auf ein Hobby geschissen, dass sehr vielen Menschen sehr wichtig ist, um nicht nach tiefer liegenden gesellschaftlichen und sozialen Gründen suchen zu müssen. Das in der Form übelster tendenziöser, verkürzender, pauschalisierender und teilweise schlicht erstunkener und erlogener Berichterstattung. Wenn sich eine Subkultur einen Beißreflex verdient hat, dann die Gamer.
Um Captain Picard aus Star Trek: First Contact zu zitieren: "The line must be drawn here!". Und da muss jetzt sofort eine rote Linie gezogen werden, dass man "uns" nicht auch noch für die erstarkende Rechte verantwortlich machen kann.

Zu 17/19: "Rumhitlern", ich nenne es eher Edgelorden, ist dumm und dämlich, ABER eben oft auch "nur" pubertäres Geblödel. Daraus abzuleiten, dass wir kurz vor der Machtergreifung stehen, ist Panikmache.

Zum Addendum: Anderen Strohmänner vorwerfen, aber dann den Spacefrogs vorwerfen, dass sie irgendein Spinner taggt. Unterste Schublade.

Sehr viel Respekt vor Christian Huberts verloren.
Zuletzt geändert von Andreas29 am 29. Nov 2020, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.

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philoponus
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von philoponus »

Der neue Pixeldiskurs-Podcast beschäftigt sich ausführlich mit dem Frontal-Beitrag.

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TheDarkShadow
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von TheDarkShadow »

Ich finde Kritik wichtig, genauswie wie die Kritik an der Kritik und sogar die Kritik an der Kritik an der Kritik.
So arbeitet man Stück für Stück die Probleme ab und alle kommen auf den gleichen Nenner, man erkennt Fehler und kann sie in Zukunft vermeiden und versteht sein Gegenüber besser.
Leider geht Christian da einen anderen Weg. Er nimmt die Kritik, zerreist die, argumentiert dagegen (den Part muss man nicht schön finden, ist aber legitim) und sagt dann aber, ja mir egal was Ihr dazu denkt, ich hab Recht und nun lasst mich in Ruhe, Eure Kritik will ich nicht hören, sie ist eh falsch.
Schon ist die Diskussionskette gebrochen, die Fronten verhärten sich wieder, keiner ist zufrieden. Das ist schade, um nicht zu sagen wie wenn man, statt versucht ein Feuer zu löschen, wieder Schwefel reinkippt. *seufz*
Ah, ganz im übrigen, schlussendlich ist es nur ein Frontal21 Beitrag, da sollte man nun wirklich keine Maßstäbe dran setzen, wir wissen alle das dieses Format noch nie sachlich oder kritikfähig war, bei Bedarf kann ich gerne die ganzen alten Links zu deren Beiträge bezüglich "Games und Gamer" hier verlinken, die waren schon immer nicht zu gebrauchen...

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Heretic
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Heretic »

Ich würde auch sagen: Es ist ein Frontal 21-Beitrag - Was habt ihr erwartet? Soll nicht heißen, dass deren Beiträge alle Müll wären, aber für ÖR-Verhältnisse waren die schon immer etwas zu reißerisch veranlagt. Gerade in Bezug auf Computerspiele. Natürlich ist es ärgerlich, wenn durch den Beitrag die Spielerschaft in ein schlechtes Licht gerückt wird, aber ich finde nicht, dass es auf "Computerspieler sind Nazis" hinausläuft. Der Beitrag macht imo auf ungeschickte Art auf ein Problem aufmerksam, dass tatsächlich existiert.
tanair hat geschrieben:
28. Nov 2020, 23:04
Genau. Auch das mit Brevik. Nur weil sich jemand Brevik auf Steam nennt, muss er kein Brevik-Fan sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass er einfach Brevik heißt. Brevik ist ein normaler Skandinavischer Name.
Ich kann mir aber nur schwer vorstellen, dass man sich auf Steam freiwillig so nennt, wenn man nicht mit dem Attentäter Breivik (Brevik heißt der Diablo-Miterfinder ;)) sympathisiert. Ich würd's nicht tun, auch wenn ich tatsächlich denselben Nachnamen tragen würde. Ich würde vielmehr schleunigst den Namen meines Steamprofils ändern.

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TheDarkShadow
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von TheDarkShadow »

Die Namensdebatte, schwierig. Die Attentate sind zwar schon eine Weile her, aber wenn ich so heißen würde und mich zB als Gamer auch schon immer so genannt habe, vielleicht auch vorher, warum soll ich dann meinen Namen ändern, mich gar dafür schämen. Warum wird man aufgrund des Namens in eine Ecke gedrängt? Was ist dann der nächste Schritt, hat jeder der nen Ähnlichen Namen wie ein (Massen)Mörder und/oder Attentäter hat, seinen Namen nun abzulegen, vielleicht zum Bürgeramt zu gehen und diesen zu ändern, weil ihn ein anderer missbraucht hat? Ich glaube nicht das ich in einer solchen Gesellschaft leben wollen würde.

Rince81
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Re: [Sammelthread] Games in den Medien

Beitrag von Rince81 »

Andreas29 hat geschrieben:
28. Nov 2020, 19:39
Außerdem darf man nicht unterschätzen, dass es da draußen im Internet auch jede Menge Edgelords gibt, die keine Nazis sind, aber einfach aus Provokation rechte Symbole oder Namen verwenden. Das ist dann immer noch dumm und geschmacklos, aber anders zu bewerten als Nutzergruppen, wo organisierte Nazis hinter stecken.
Hier entschiedener Widerspruch. Es ist mir scheißegal ob jemand, der ein Hakenkreuz als Avatar oder Profil verwendet, ein Nazi ist oder nicht - ich werde ihn so behandeln. Egal aus welcher Motivation, wenn eine "Community" sowas nicht grundsätzlich ächtet und dieses Leute ausschließt ist die entsprechende "Community" ebenso zu ächten da sie offensichtlich kein Problem damit hat in ihren Reihen Leute mit Hakenkreuzfetisch zu dulden. Jemand der Hakenkreuze in seines sozialen Profilen benutzt verdient absolut keinen guten Willen und erst recht keinen Vertrauensvorschuss, dass er ja vielleicht doch kein Nazi ist.
Die "Gesendet von meinem HTC11 Life mit Tapatalk"-Signatur

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