Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

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Wudan
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Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Wudan »

Blogpost von Bioware: https://blog.bioware.com/2020/12/03/a-m ... mYncx4PLlI

Blogpost von Casey Hudson: https://blog.bioware.com/2020/12/03/from-casey-hudson/

Casey Hudson war GM, Darrah war Eexecutive Producer Dragon Age.

Find ich interessant. Wenn ich mich recht erinnere war Hudson Creative Director für Mass Effect, verließ Bioware schon ein mal im Laufe der ME:Andromeda Entwicklung, um dann später als General Manager wieder zurückzukehren. Damals sagte er, er würde die Mass Effect IP wieder anfeuern da sie ihm sehr wichtig sei. Und nun, kurz vor dem Release der Legendery Edition und in der frühen Produktionsphase von ME5 geht er wieder? Und nimmt Darrah gleich mit? Was bedeutet das für Dragon Age 4 und Mass Effect? Interessant!

Rince81
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Rince81 »

Das Darrah weg ist, dürfte für Dragon Age als IP alles andere als eine gute Nachricht sein. Das ist wirklich Schade. Klar, solche Spiele werden nicht von einzelnen gemacht aber Mark Darrah ist für mich Dragon Age.
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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 07:56
Mark Darrah ist für mich Dragon Age.
Der Executive Producer? Also quasi der Ober-Ralf?

Andre

Rince81
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Rince81 »

Andre Peschke hat geschrieben:
4. Dez 2020, 08:31
Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 07:56
Mark Darrah ist für mich Dragon Age.
Der Executive Producer? Also quasi der Ober-Ralf?

Andre
Sozusagen. Er ist das seit Origins und damit für mich DIE Konstante in dem Franchise.
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Pac-man
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Pac-man »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 07:56
Das Darrah weg ist, dürfte für Dragon Age als IP alles andere als eine gute Nachricht sein. Das ist wirklich Schade. Klar, solche Spiele werden nicht von einzelnen gemacht aber Mark Darrah ist für mich Dragon Age.
Und ich hab' die Tage noch gedacht, ich hätte mal wieder richtig Lust auf ein gut gemachtes Dragon Age :(

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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:04
Sozusagen. Er ist das seit Origins und damit für mich DIE Konstante in dem Franchise.
Aber der ist doch damit ein reiner Manager. Der hat auf die Inhalte, um die es dir hoffentlich geht, ja fast keinen (kreativen) Einfluss. Viel mehr Einfluss hat er auf die Produktionsbedingungen wie Crunch etc...

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lipt00n
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von lipt00n »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 07:56
Das Darrah weg ist, dürfte für Dragon Age als IP alles andere als eine gute Nachricht sein.
"DA: Inquisition" war für die IP auch keine gute Nachricht tbh.

Ich weiß nicht, ich bin nicht so ein großer Fan von Personenkult bei Spieleentwicklung. Mir fällt auch auf Anhieb keiner ein, bei dem sein Name irgendwie kontinuierlich für Qualität und gute Ideen steht oder stand.
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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:41
Ich weiß nicht, ich bin nicht so ein großer Fan von Personenkult bei Spieleentwicklung. Mir fällt auch auf Anhieb keiner ein, bei dem sein Name irgendwie kontinuierlich für Qualität und gute Ideen steht oder stand.
Vor allem bei den 600+-Mann-Teams.

Jonathan Blow - was anderes. Gut, da hilft es natürlich auch, nur zwei Spiele gemacht zu haben. ^^

Und sein nächstes Projekt klingt irrsinnig genug, um direkt die Strähne zu brechen.

Andre

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LegendaryAndre
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von LegendaryAndre »

Personenkult hin oder her, bestimmte Personen waren sicherlich maßgeblich für die Qualität früherer Bioware-Spiele verantwortlich und die sind leider längst weg. Dazu gehören für mich die Unternehmensgründer (Greg Zeschuk, Ray Muzyka) und als Hauptautor Drew Karpyshyn (Vision, Hingabe). Bioware fehlt vermutlich eine klare Vorstellung neuer Serienteile. Ich glaube sie verstehen nicht was Dragon Age und Mass Effect eigentlich ausgemacht hat oder sie wissen nicht wie sie daran anknüpfen sollen. Anders kann ich mir die Ergebnisse (DA Inquistion, Andromeda) nicht erklären. Ich denke die Leute die alles übernehmen mussten waren damit überfordert.
Ich freue mich auf die Mass Effect-Neuauflage, aber ob neue Spiele nach Andromeda noch das sein können, was Bioware-Spiele einst ausgemacht hat, wage ich eher zu bezweifeln. Ich rechne vorerst nicht damit, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Aber auf die Mass Effect Legendary Edition freue ich mich richtig! Das ist ja schon mal positiv. Ansonsten wäre ein Remake des ersten und besten Dragon Age-Teils ein guter Anfang. Hoffentlich! :)

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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

LegendaryAndre hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:00
Ich glaube sie verstehen nicht was Dragon Age und Mass Effect eigentlich ausgemacht hat oder sie wissen nicht wie sie daran anknüpfen sollen.
Wird sicher auch eine Rolle spielen. Aber man darf nicht vergessen, dass sich der Spielemarkt und die Anforderungen an AAA einfach auch stark verändert haben. Dinge wie "ihr nehmt jetzt die Frostbite-Engine, bitte", "Open-World mit 100 Std Spielzeit!", "das müssen jetzt 10 Mio Leute kaufen und nicht nur 5!" - das spielt da alles mit rein.

Bei den Autoren kann ich mir am ehesten vorstellen, dass der Verlust von gutem Personal durchschlägt. Aber selbst da weiß ich nicht, wie da Anforderungen an Massenappeal etc durchschlagen.

Andre

imanzuel
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von imanzuel »

lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:41
Ich weiß nicht, ich bin nicht so ein großer Fan von Personenkult bei Spieleentwicklung. Mir fällt auch auf Anhieb keiner ein, bei dem sein Name irgendwie kontinuierlich für Qualität und gute Ideen steht oder stand.
Bild

War Hudson nicht schon mal weg und kam dann wieder für Anthem? Äh hat sich ja gelohnt. Und bei Darrah, also schlimmer als DA:I kann die Reihe nicht werden, von daher... eventuell sogar eine gute Nachricht? :ugly: Bioware hat seinen alten Glanz schon längst verloren. Die können ihren Ruf nur durch Qualität reparieren. Und bei den zwei bin ich mir nicht sicher, ob die das gekonnt hätten. Am Ende ist es auch völlig egal, welche Namen da dann dahinter stehen, Hauptsache die Qualität stimmt.
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BummsGeordy
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von BummsGeordy »

lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:41
Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 07:56
Das Darrah weg ist, dürfte für Dragon Age als IP alles andere als eine gute Nachricht sein.
"DA: Inquisition" war für die IP auch keine gute Nachricht tbh.

Ich weiß nicht, ich bin nicht so ein großer Fan von Personenkult bei Spieleentwicklung. Mir fällt auch auf Anhieb keiner ein, bei dem sein Name irgendwie kontinuierlich für Qualität und gute Ideen steht oder stand.
mir fallen ein paar Spiele ein, wo ich den Entwickler durchgehend mit etwas verbinde, das mir etwas bedeutet hat oder das "gut" war - zumindest für mich persönlich. Muss ja nich jeder teilen:

Terry Cavanagh (insbesondere VVVVVV, Super Hexagon) https://terrycavanagh.itch.io
Ragnar Tornquist (Longest Journey, Dreamfall, Draugen) https://www.ragnartornquist.com
Octavi Navarro (Midnight Scenes, Thimbleweed Park) https://octavinavarro.itch.io
Davey Wreden (Stanley Parable, Beginner's Guide) http://everythingunlimitedltd.com
Chris Remo (Gone Home, Firewatch,... teils als Komponist, teils Autor/Deignser) https://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Remo

und einige mehr :)

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LegendaryAndre
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von LegendaryAndre »

Andre Peschke hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:13
Wird sicher auch eine Rolle spielen. Aber man darf nicht vergessen, dass sich der Spielemarkt und die Anforderungen an AAA einfach auch stark verändert haben. Dinge wie "ihr nehmt jetzt die Frostbite-Engine, bitte", "Open-World mit 100 Std Spielzeit!", "das müssen jetzt 10 Mio Leute kaufen und nicht nur 5!" - das spielt da alles mit rein.
Ja, das war sicherlich ein enormer Druck unter dem sie standen! So wie ich es über die Medien mitverfolgt habe, war der gute Wille von den Angestellten ja immer da. Ich glaube auch ohne den Druck des Arbeitgebers waren die Anforderungen an zukünftige Spiele seitens der Fans so hoch, dass man als Entwickler daran fast nur scheitern konnte.
Gerade das verwässerte Open World-Konzept hat Inquisition für mich ziemlich zerstört. Eine so große Welt zu liefern, die auch noch qualitativ gut ist, erfordert einfach viel Zeit und Expertise. Ging dabei nicht auch noch ein beträchtlicher Teil der Entwicklungszeit für die Anpassungen an die Frostbyte-Engine drauf, weil es immer wieder Probleme gab? Bin mir nicht mehr ganz sicher.

Wie auch immer, ich finde wenn sie keine neuen Spiele in dieser Qualität machen können, wäre es vielleicht wirklich eine gute Lösung Remakes der Klassiker zu entwerfen. Dabei könnten sie nicht viel falsch machen, wenn sie sich streng an die Originale halten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie dabei auch ein Gefühl dafür bekommen wie man diese Spiele macht und sich das auf die Zukunft neuer Bioware-Titel positiv auswirken könnte. Zusätzlich müsste man Geld für richtig gute Autoren ausgeben. Ich weiß es bringt nichts zu spekulieren, aber ich finde es wäre eine gute Kompromisslösung.

Rince81
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Rince81 »

lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:41
"DA: Inquisition" war für die IP auch keine gute Nachricht tbh.
Inquisition war der kommerziell erfolgreichste Teil der Reihe. Und Jochen hat er so wenig gefallen, dass er ihn sogar zweimal gespielt hat. :lol: Ich mochte ihn zumindest sehr, wobei ihn weniger Sammelaufgaben und Füllmaterial zu einem wesentlich besseren Spiel gemacht hätten. Inquisition glänzte durch die Charaktere und kleinen Erzählungen wenn man sich auf diese eingelassen hat.
Andre Peschke hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:33
Aber der ist doch damit ein reiner Manager. Der hat auf die Inhalte, um die es dir hoffentlich geht, ja fast keinen (kreativen) Einfluss. Viel mehr Einfluss hat er auf die Produktionsbedingungen wie Crunch etc...

Andre
Dem würde ich widersprechen, gerade bei Bioware. Schreier hat einen wunderbaren Artikel über die Entwicklung von Anthem geschrieben. Hier waren Darrah, der spät zu dem Projekt kam und wofür die Dragon Age 4 Entwicklung offenbar gecancelt wurde entscheidend, dass überhaupt irgendwas erschienen ist.

https://kotaku.com/how-biowares-anthem- ... 1833731964
When Mark Darrah joined the project in the fall of 2017, he began pushing the Anthem team toward one goal: Ship the game.

“The good thing about Mark is that he would just wrangle everybody and make decisions,” said one former BioWare developer. “That was the thing that the team lacked—nobody was making decisions. It was deciding by panel. They’d almost get to a decision and then somebody would go ‘But what about this?’ We were stagnant, not moving anywhere.”
Das er nun durch den Verantwortlichen der Anthem 2.0 Entwicklung ersetzt wurde lässt zumindest bei mir die Hoffnungen auf ein richtig gutes Dragon Age massiv sinken.
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lipt00n
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von lipt00n »

BummsGeordy hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:26
mir fallen ein paar Spiele ein, wo ich den Entwickler durchgehend mit etwas verbinde, das mir etwas bedeutet hat oder das "gut" war - zumindest für mich persönlich. Muss ja nich jeder teilen:

Terry Cavanagh (insbesondere VVVVVV, Super Hexagon) https://terrycavanagh.itch.io
Ragnar Tornquist (Longest Journey, Dreamfall, Draugen) https://www.ragnartornquist.com
Octavi Navarro (Midnight Scenes, Thimbleweed Park) https://octavinavarro.itch.io
Davey Wreden (Stanley Parable, Beginner's Guide) http://everythingunlimitedltd.com
Chris Remo (Gone Home, Firewatch,... teils als Komponist, teils Autor/Deignser) https://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Remo

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Im Indiebereich, bei kleineren und zT selbstfinanzierten Entwicklungen spielt die Individualität einzelner Kreativer natürlich eine viel größere Rolle, als im AAA Bereich mit den o.g. 600+ Personen-Teams, wo wesentliche Entscheidungen nicht von Kreativen getroffen werden, sondern von Investoren. Das wurde hier ja in den verschiedenen Antworten aufgegriffen.
Meine Aussage auf den Personenkult und das Fehlen nennenswerter Positivbeispiele bezieht sich eher auf gewachsene Prominenz wie Molyneux, Roberts, Romero.
Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:48
lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 09:41
"DA: Inquisition" war für die IP auch keine gute Nachricht tbh.
Inquisition war der kommerziell erfolgreichste Teil der Reihe. Und Jochen hat er so wenig gefallen, dass er ihn sogar zweimal gespielt hat. :lol: Ich mochte ihn zumindest sehr, wobei ihn weniger Sammelaufgaben und Füllmaterial zu einem wesentlich besseren Spiel gemacht hätten. Inquisition glänzte durch die Charaktere und kleinen Erzählungen wenn man sich auf diese eingelassen hat.
Naja, Ubisoft verkaufen ihre Spiele ja auch und sind mit AC sicherlich auch irgendwie kommerziell erfolgreich. Das ist für mich jetzt nicht die Messlatte, an der ich BioWare messen wollen würde. Ich denke bei BioWare an Baldur's Gate 1+2, SWKOTOR, Mass Effect 1, 2, 3 und, meinetwegen, Dragon Age: Origins (auch wenn da in meiner Wahrnehmung schon eine negative Trendwende erkennbar war, zumindest mochte ich das Spiel viele Jahre nicht leiden).
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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:48
Dem würde ich widersprechen, gerade bei Bioware. Schreier hat einen wunderbaren Artikel über die Entwicklung von Anthem geschrieben. Hier waren Darrah, der spät zu dem Projekt kam und wofür die Dragon Age 4 Entwicklung offenbar gecancelt wurde entscheidend, dass überhaupt irgendwas erschienen ist.
Gut, wenn er da nicht von Anfang an dabei war, ist das evtl. was anderes. Geht aber sowieso am Punkt vorbei: Die Sachen, die Fans im Sinn haben, wenn sie sich wieder ein tolles DA wünschen, werden nicht durch einen Wechsel des Executive Producers beeinflusst.

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Soulaire
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Soulaire »

die Qualiät von Bioware-Spielen hat ja in den letzten Jahren stetig bergab genommen, von daher müsste man froh sein wenn sie da weg sein und woanders anfangen können (vorrausgesetzt man ist von diesen Personen wirklich überzeugt).
Aber um den Namen BioWare wird auch ziemlich viel künstliche "Legendenbildung" betrieben. ohne den Spielen ihre Qualität absprechen zu wollen, aber eine klare Handschrift wie bei einem Fumito Ueda erkenne ich da nicht.
die genannten sind mMn aber sowieso eher Producer vergleichbar mit einem Todd Howard, weswegen der kreative Einfluss auf die Spiele überschaubar ist.

lovecraftFTW
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von lovecraftFTW »

lipt00n hat geschrieben:
4. Dez 2020, 11:27
BummsGeordy hat geschrieben:
4. Dez 2020, 10:26
mir fallen ein paar Spiele ein, wo ich den Entwickler durchgehend mit etwas verbinde, das mir etwas bedeutet hat oder das "gut" war - zumindest für mich persönlich. Muss ja nich jeder teilen:

Terry Cavanagh (insbesondere VVVVVV, Super Hexagon) https://terrycavanagh.itch.io
Ragnar Tornquist (Longest Journey, Dreamfall, Draugen) https://www.ragnartornquist.com
Octavi Navarro (Midnight Scenes, Thimbleweed Park) https://octavinavarro.itch.io
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Chris Remo (Gone Home, Firewatch,... teils als Komponist, teils Autor/Deignser) https://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Remo

und einige mehr :)
Im Indiebereich, bei kleineren und zT selbstfinanzierten Entwicklungen spielt die Individualität einzelner Kreativer natürlich eine viel größere Rolle, als im AAA Bereich mit den o.g. 600+ Personen-Teams, wo wesentliche Entscheidungen nicht von Kreativen getroffen werden, sondern von Investoren. Das wurde hier ja in den verschiedenen Antworten aufgegriffen.
Meine Aussage auf den Personenkult und das Fehlen nennenswerter Positivbeispiele bezieht sich eher auf gewachsene Prominenz wie Molyneux, Roberts, Romero.

Einzelne Personen als Aushängeschilder von Videospiele dienten hier im Westen in den aller meisten Fällen nur zu Marketing- und Brandingzwecken. Der klassische individuale Künstler wurde sozusagen instrumentalisiert und das ging leider auch von den Personen selbst aus und nicht nur von den Firmen. So Scharlatane (man muss es leider so sagen) wie Molyneux oder David Cage haben bis heute das Bild von einem Spiele-"Autor" im Westen nachhaltig beschädigt. Diese Leute haben nur so viel Aufmerksamkeit bekommen, weil sie eine Selbstdarstellung betrieben haben, in ihren Spielen und vor allem außerhalb davon. Die Spiele hingen waren relativ belanglos ohne erkennbaren Inhalt.
Dieser Fokus auf Inzienierung geht ja schon soweit, dass selbst ein Todd Howard als "kreativ" bezeichnet wird, obwohl er nur wie ein Auto-Verkäufer seine Produkte an den Mann bringen will. :D

Und leider strahlt das auch negativ auf den Indie-Markt ab. Die kreativsten und neuartigsten Spiele kommen meist nur von einer einzelnen Person wie z. B. Obra Dinn von Lucas Pope. Aber trotz dessen Erfolges wird er nie die Chance bekommen ein größeres Spiel mit einem 30-Mann Team unter seiner kreativen Kontrolle zu entwickeln. Zum einen weil die Publisher ein unkalkulierbares Risiko hätten, aber auch aus kulturellen Gründen. Die meisten aus der Branche haben nämlich eine Struktur verinnerlicht, die auf die Herstellung eines Produktes abzielt und mit Kunst nichts zu tun hat.

Es geht theoretisch aber auch anders. Ich blicke da immer fasziniert nach Japan, wo die Umsetzung einer kreativen Vision einer einzelnen Person zumindest greifbarer erscheint. So Namen wie Miyamoto und Kojima hatten einen enormen Einfluss und man trägt bis heute die Früchte davon. Yoko Taro, Miyazaki, Ueda, Kamiya, Takahashi oder Suda51 sind aus dieser Tradition heraus an die Oberfläche gespült worden und jeder von denen hat eine eigene erkennbare Handschrift, die dementsprechend auch umgesetzt werden konnte. Persönlich finde ich es großartig, dass man Künstlern wie Yoko Taro oder Kojima die Möglichkeit gibt ihre Visionen mit diesem großen Scope zu verwirklichen (Nier Automata, Death Stranding). In Europa und Amerika sehe ich hingegen nichts der gleichen, nicht mal dass der Versuch dazu unternommen wird oder dass man sich überhaupt näher mit diesem Thema auseinandersetzt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


Zum Thema Videospiel-Autheur hatte ich letztens auch schon ein paar Punkte im aktuellen Mailbaig geschrieben.

Rince81
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Rince81 »

Andre Peschke hat geschrieben:
4. Dez 2020, 11:33
Geht aber sowieso am Punkt vorbei: Die Sachen, die Fans im Sinn haben, wenn sie sich wieder ein tolles DA wünschen, werden nicht durch einen Wechsel des Executive Producers beeinflusst.

Andre
Klar, dennoch war und ist der das Aushängeschild des Franchises und ganz sicher auch intern einer der treibenden Kräfte.
Keine Ahnung ob ich "die Fans" bin. Ich fand den zweiten Teil teilweise besser als den ersten. :ugly: Ich denke aber dass seine Rolle in dem Entwicklungsteam fehlen wird.
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Andre Peschke
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Re: Casey Hudson und Mark Darrah verlassen Bioware

Beitrag von Andre Peschke »

Rince81 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 18:19
Klar, dennoch war und ist der das Aushängeschild des Franchises
Ich glaub sofort, dass der "das Gesicht" der Franchise war. Die Producer werden ja auch gern auf Pressetour geschickt statt der Entwickler, weil die dafür in vielerlei Hinsicht am besten geeignet sind. Ich glaube aber nicht, dass die eine Person hier eine erhebliche Auswirkung darauf hat, wie das Produkt nun letztlich aussieht. Wenn ich an all die Filmplakate denken mit "Von den Produzenten von Matrix/Speed/Wasauchimmer"... das hat mich auch nicht vom Gegenteil überzeugt. ^^

Andre

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