Runde #309: Genres!

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RogueMike
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Runde #309: Genres!

Beitrag von RogueMike »

Genres sind offensichtlich ein sehr interessantes Thema, weil eine schlüssige allgemeine Formel zur Kategorisierung auf den ersten Blick möglich scheint, jedoch schwierig ohne Lücken umsetzbar ist und in der Praxis nur begrenzt bzw. nur auf bedingt sinnvolle Weise Anwendung findet. Dennoch glaube ich, dass folgender "Baukasten" relativ gut funktioniert, ganz im Sinne des im weiteren Verlauf des Podcasts geäußerten Wunsches nach mehr Informationsgehalt bei Genre-Bezeichnungen:

Genre-Bezeichnung = Perspektive (+ Spielstruktur) (+ Setting) + Kern-Genre(Gameplay)
[Zusätzlich lässt sich noch angeben, ob das Spiel Single- oder Multiplayer ist, wobei in Sachen Multiplayer auch "(Local) Co-Op" denkbar ist]
[In manchen Fällen macht es Sinn, Perspektive und Kern-Genre direkt zu verschmelzen, z.B. "First-Person" + "Shooter" = "FPS"]

Perspektive ist typischerweise "First Person", "Third Person", "Top-Down", "Sidescrolling" oder schlicht "3D" oder "2D".

Die Spielstruktur ist unabhängig vom Kern-Genre, hierzu zählen "Open World", "Roguelike"/Roguelight", "Battle Royale" und eventuell "Soulslike". Man kann hier auch von "Meta-Genre" sprechen.

Unter Setting fallen ästhetische Gesichtspunkte. Beispiele wären "Fantasy", "Horror" oder "Science Fiction".
[Horror-Spiele haben oftmals das Kern-Gameplay "Survival"]

Und das Kern-Genre bildet das Gameplay ab, z.B. "Adventure", "RPG", "Shooter" oder "Platformer", wobei teilweise weiter spezifiziert werden kann, z.B. "Action-RPG", "Arcade-Racing" oder "Twin-Stick-Shooter".

Dementsprechend ist Zelda - A Link to the Past ein (Single-Player-)Top-Down-Open-World-Fantasy-Action-Adventure.

Ich würde gerne einmal in die Runde fragen, ob es nur mir so geht, dass "Open World" oder "Third-Person-Spiel" noch nie ausreichende Genre-Bezeichnung waren. Sicher, Open-World-Spiele eignen sich für bestimmte Arten des Kern-Gameplays besonders gut und es hat etwas bis zur Verbreitung von Open-World-Shooter-Spielen wie GTA 3/4/5 gedauert, aber die Unterscheidung zwischen "Action-Adventures" und "Action-RPGs" (sowie die Unterteilung in First Person und Third Person) gibt es ja schon länger. Ich stimme zu, dass der Begriff "Open World" nicht konsequent genug verwendet wird; wie oben angedeutet war ja bereits Zelda - A Link to the Past ein Open-World-Spiel.

Warum Roguelikes/lights (oder "lite" statt "light") kein eigenständiges Genre, sondern eine Art Meta-Genre sind, hatte ich hier bereits dargelegt, mit weiteren möglichen Abstufungen:

viewtopic.php?t=4416

Dann möchte ich noch anmerken, dass zwar im Spiele-Mainstream mittlerweile das Angebot etwas konzentrierter ist als früher (ca. 20 Jahre früher), es aber mittlerweile eine Genre-Vielfalt gibt wie nie zuvor, auch in der Masse der Veröffentlichungen. Und Jump'n'Runs bzw. Platformer sind längst nicht tot! Im letzten Jahr sind z.B. Ori and the Will of the Wisps sowie Spelunky 2 erschienen, die von Kritikern sowie Spielern abgefeiert wurden und teilweise auch gute Verkäufe generiert haben.

Starker Troll von Jochen bzgl. Fußball und Jump'n'Runs, das wird wohl in die Geschichte des Podcasts eingehen wie Dom Schotts Bevorzugung von Darkest Dungeon als Wohlfühlspiel! :lol: Ich stimme aber zu, dass der Begriff der Simulation sehr schwammig ist und für Genre-Spezifizierungen nur bedingt taugt [Am meisten Sinn machte die Angabe, ob es sich um eine Simulation handeln soll, vielleicht bei Rennspielen.], schließlich sagt der Begriff nichts über die Kern-Spielmechanik aus, lediglich über Realismus und ggf. Tiefgang. Dennoch: Dem aktuellen PES kann man durchaus einen Simulationscharakter zugestehen, man muss da wirklich die Übersicht behalten und die Laufwege gut antipizieren - ganz wie bei Mario. ;)

P.S.: Hier eine kurze Fernsehreportage von 1988 (USA), da wird doch tatsächlich davon gesprochen, dass es zwei Kategorien an Videospielen gäbe: Sportspiele und Abenteuerspiele - wie Mario :ugly:

https://www.youtube.com/watch?v=yt4KG9ib8S4&t=2m59s

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Alienloeffel
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Alienloeffel »

Ich bin noch nicht durch, empfinde das Thema aber zunächst als nicht ergiebig. Insbesondere die benannte Problematik von Jochen, was man denn nun zu einem Last of Us sagen würde und third person shooter wären so dominant, finde ich herbeigeredet.
Auch zu der benannten Zeit der frühen 200er/ENde der 90er waren Spiele wie Ocarina of Time sehr klar als Action Adventure benannt und das bewusst als Überbegriff für bestimmte Spiele genannt. Das war ja auch in den nächsten Jahren ein sehr dominantes Genre. Am Ende sind Genres eben Orientierungspunkte aufgrund oft klarer Merkmale. Da gibt es ja auch viel Konsens. Genre ist eben eine Schublade/Label. Das kann man tagelang fusselig reden, aber der grobe Konsens gegenüber vielen Begriffen ist ja da, sonst würden diese ja auch nicht funktionieren?

Da gibt es wenig Handfestes für eine echte Diskussion die Neues bringt, abseits von "Person X empfindet Label Y als nicht sinnvoll, weil Elemente y und z ja eher für Genre bla sprechen". Da fand ich die Nachgeforscht Folge deutlich ergiebiger und auch zielführender.
Geht nur mir das so?


PS: Der "Fifa ist ein JumpnRun" Vergleich ist völliger Unsinn. Es wird dann gesagt, Hand-Auge Koordination usw wäre wichtig zum Bewältigen des Spiels, dann ist Battlefield auch ein JumpnRun...

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Heretic
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Heretic »

Mich interessieren Genrebezeichnungen heutzutage ungefähr genauso wenig wie Bewertungen in Zahlenform. Ich lese nach wie vor Spieletests, da mir dort meist im Detail erklärt wird, was man in einem Spiel so tut. Das passende Genre ordne ich dann selbst zu. ;)

Den Podcast habe ich noch nicht gehört. Bin mal gespannt, ob ich da neue Erkenntnisse rausziehen kann. Fifa als Jump'n'Run klingt schonmal vielversprechend... :mrgreen:

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Gonas
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Gonas »

Alienloeffel hat geschrieben:
7. Mär 2021, 12:35
Ich bin noch nicht durch, empfinde das Thema aber zunächst als nicht ergiebig. ...
Da gibt es wenig Handfestes für eine echte Diskussion die Neues bringt, abseits von "Person X empfindet Label Y als nicht sinnvoll, weil Elemente y und z ja eher für Genre bla sprechen". Da fand ich die Nachgeforscht Folge deutlich ergiebiger und auch zielführender.
Geht nur mir das so?
Ich empfand die Diskussion auch als mühselig und eher sinnlos. Es gibt bei Computerspielen einfach keine sonderlich gut fassbaren Kategorien und jeder Versuch diese in klare Schubladen zu stecken muss scheitern. Deshalb kann es dazu auch kaum eine gewinnbringende Diskussion geben.

Natürlich gibt es einige grobe Sammelbegriffe, aber für mich gibt es dazu kaum etwas wirklich interessantes zu sagen, außer man redet gezielt über einen dieser Sammelbegriffe und deren Vertretern.
Heretic hat geschrieben:
7. Mär 2021, 13:23
Mich interessieren Genrebezeichnungen heutzutage ungefähr genauso wenig wie Bewertungen in Zahlenform.
Das trifft es ganz gut.

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tsch
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von tsch »

Kann ich auch so unterschreiben, dass ich die Diskussion ein wenig konfus fand. Ich bin jedoch der Meinung, dass Genres total wichtig sind und habe mich gewundert, dass sie dafür keine richtige Rechtfertigung (nur Vermarktung?) finden konnten. Wir nehmen unsere ganze Welt doch in Kategorien wahr, weil man sich anders gar nicht darüber unterhalten könnte. Kategorien, was ich in diesem Fall als Synonym für Genre sehe, sind daher super wichtig, wenn es um die Diskussion über Videospiele geht. Wenn ich gerade ein Visual Novel gespielt habe und im Prinzip nur Text gelesen habe, dann bin ich danach erst mal erschöpft von dem "Genre" und habe vielleicht mehr Spaß an einem Jump 'n Run.

Ich sehe es auch so, dass Zahlenwertungen der Qualitätsbewertung eines Videospiels nicht gerecht werden, aber erneut: Die Diskussion wird sehr anstrengend, wenn der Startpunkt ist, dass man 5 Seiten Gamestar-Test vorher als Monolog aufsagen muss, um einer anderen Person mitzuteilen, dass einem das Spiel wirklich sehr gut gefällt. Wenn jemand sich nur in X/10 ausdrücken kann, finde ich das auch nicht schön, aber einfach zu verstehen ist es ohne Frage. Deswegen schaue ich auch gerne mal auf Seiten wie Metacritic, um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen und gehe erst danach ins Detail (z.B. als YouTube Video), was einzelne Leute über das Spiel zu sagen haben.

Die eigentliche Herangehensweise war dann nicht optimal, weil man sich auf einzelne Beispiele gestürzt hat, die nicht zielführend sind - z.B. Fifa ist Jump 'n Run. Man hätte stattdessen mal zu den Leuten schauen können (Vermarktung wurde ja genannt), die sich damit seit einer Dekade beschäftigen - die digitalen Marktplätze wie Steam. Wäre es nicht optimal, wenn man für den Kunden den perfekten Kategoriebaum erstellen könnte, wo er sich sein perfekt passendes Spiel zusammenklicken kann? Mit der Frage werden sich da doch sicherlich schon einige Personen auseinandergesetzt haben.

Und es gibt anscheinend auch ein Ergebnis: Perfekte Genres/Kategorien gibt es nicht, weswegen diese Tags eingeführt werden. In manchen Fällen kann jemanden ein bestimmtes Gameplay-Element ansprechen (z.B. Open-World), in anderen Fällen vielleicht das Setting (Fantasy/Anime/Sci-Fi), möglicherweise das eigentliche Gameplay (Shooter), oder vielleicht sogar sowas wie Sex-Spiele, die theoretisch alles sein könnten - Shooter, Open-World, Sci-Fi/Anime/Fantasy, etc.

Manche Punkte davon können aber für bestimmte Personen wiederum egal sein (für Settings bin ich z.B. sehr offen), oder sie wechseln konstant, wenn man z.B. zu viele Spiele mit großer Open-World gespielt hat. Manchmal spielt dieser Aspekt eine Rolle, manchmal nicht.

Ausgehend davon hätte ich eine Diskussion spannend gefunden, wobei ich aber auch nicht weiß, ob sich die nicht auch im Kreis gedreht hätte, weil man eben keine allumfassende Kategorisierung finden wird - Beispiel Souls-like. Gibt es aber vielleicht doch bestimmte Ebenen, worauf man diese teilweise sehr speziellen Genres einordnen kann?

(Disclaimer: Ich habe bis Minute 90 gehört, danach war ich ein wenig raus :D )

HumanNagafi
Beiträge: 6
Registriert: 18. Dez 2020, 17:40

Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von HumanNagafi »

Ich fand die Diskussion dahingehend spannend, als es mir persönlich wieder deutlich macht, wie ein scheinbar einfaches Thema (Spiele in Kategorien aufzuteilen) so komplex werden kann.

Wobei ich schon das Gefühl hatte, dass André da mit einer gegeben Demut an das Thema gegangen ist.

Ich persönlich kenne das Problem auch aus dem Bereich des Wissensmanagement. Wo bestimmte Theorien und Konzepte auch in Taxonomien überführt werden sollen. Der ein oder andere Entwickler kennt das Problem bestimmt auch aus der Datenbankprogrammierung.

Zwei Ansätze haben mir beim Wissensmanagement bisher sehr gut geholfen:
1. Ontologien: Wortnetze und Beziehungen zu definieren. Ist sehr Aufwändig im Design und Aufrechterhaltung.

2. Tag Systeme: Theorien und Konzepte zu Taggen anstatt sie in eine „Schublade“ zu stecken. Dabei mach dem Motto „Over-Tagging is King“.

pepsodent
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von pepsodent »

Schwierig ist natürlich, dass mittlerweile solche Dinge wie "Nier: Automata" sehr wohl als "Action-Rollenspiel" bezeichnet werden (siehe z.B. bei Gamestar).
Und 4Players ist dazu übergegangen, eher großflächige Bezeichnungen zu wählen, weswegen dort Diablo und Nier "Rollenspiele" sind, ohne Unterscheidung.
Das unterstreicht auch meine Einschätzung, dass generell einwörtige Genre-Bezeichnungen heutzutage nichts mehr Wert sind.
Für mich z.B. ist bei einem Dungeon-Crawler immer sehr wichtig, ob rundenbasiert oder mit Echtzeitkampfsystem. Strategie sowieso, wobei da auch noch ein "4X" durchaus den Unterschied macht. Für mich ist das trotz aller Rundenhaftigkeit unspielbar.
Rouguelikes genauso, das ist kein Genre. Das ist ein wichtiger spielmechanischer Zusatz, taugt aber als Bezeichnung alleine gar nicht. Open World auch nicht. Das ist kein Genre. Oder eben nur näherer Bezeichnung (Rollenspiel, Action-Adventure etc.).

Lustig auch, was z.B. beim Gamestar alles unter Rollenspiel aufgeführt wird. Alles Rollenspiele, natürlich, aber unterschiedlicher könnten "Baldur's Gate" und "Yakuza: Like A Dragon" und "Child of Light" und "Chronos: Before the Ashes" trotz "Rollenspiel" kaum sein.

Ein Genre kann höchstens noch ne grobe Vorstellung vorgeben, was es vermutlich auf keinen Fall ist, aber ohne weitere Begrifflichkeiten kann man heutzutage damit nichts mehr anfangen.

Urlaub_in_Italien
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Urlaub_in_Italien »

Die Folge empfand ich als konfus.

Was ja irgendwie passt... Videospiele als kulturelles Phänomen sind noch sehr neu und das chaotische System der Nomenklatur wird eben noch verhandelt. Ich sehe es da ähnlich wie Andre, es findet eine Art "survival of the fittest" der Bezeichnungen und Kategorien statt und es wird sich erstmal noch zeigen müssen, was genau sich über die Jahrzehnte durchsetzt. Zudem wird der Prozess verkompliziert durch das wahnsinnige Tempo in dem sich Videospiele weiterentwickeln, entsprechend gibt es immer wieder neue Nischen und "Anpassungsdruck" für die Bzeichnungen und Kategorien.

Und Jochen kann sich ja mal eine Duftkerze von Dom zuschicken lassen, damit er ein wenig ruhiger wird ey. Es war teilweise sehr anstrengend ihm zuzuhören ;)

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Rossy
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Rossy »

pepsodent hat geschrieben:
7. Mär 2021, 17:37
Rouguelikes genauso, das ist kein Genre. Das ist ein wichtiger spielmechanischer Zusatz, taugt aber als Bezeichnung alleine gar nicht.
Das liegt aber daran, dass die Spielepresse mit dem Begriff so umging, wie sie umgegangen ist. Noch vor ein paar Jahren war Roguelike eine sehr genaue Genrebezeichnung, die ja ein Subgenre der rundenbasierten RPGs bezeichnete. Das lief solange ganz gut, bis halt die Spielepresse in das Genre reinkam und den Begriff jede Bedeutung raubte. (Witzigerweise sind die Spiele die so heutzutage als Roguelike bezeichnet werden das genaue Gegenteil von dem was man damals als solches bezeichnete, mit ihrem Actiongameplay, Metaprogression und allem.) Das finde ich ein bisschen schade, aber vielleicht sollte ich einsehen, dass sich das wie beim Quantensprung verhält.

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Heretic
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Heretic »

Rossy hat geschrieben:
7. Mär 2021, 22:31
Noch vor ein paar Jahren war Roguelike eine sehr genaue Genrebezeichnung, die ja ein Subgenre der rundenbasierten RPGs bezeichnete.
Ich assoziiere Roguelikes eher mit zufallgenerierten Levels und Permadeath. Von daher finde ich die heutige Verwendung passend. Ich habe das Original aber nie gespielt. War das echt rundenbasiert? :think:

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Rossy
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Rossy »

Naja, zufallsgenerierte Levels und Permadeath gibt es ja wirklich sehr genreübergreifend, das hatten ja auch schon Tetris und Asteroids. Und Permadeath haben diese heutigen Roguelikes ja auch nichtmehr, bei Hades beginnt man zwar immer wieder neue Runs, aber levelt zwischendurch den Charakter auf und schaltet neue Waffen und so frei. Da bleibt also nurnoch die Zufallsgenerierung.

Die klassischen Roguelikes, angefangen mit Rogue, Hack, Nethack, Moria, Angband, Dungeon Crawl, Adom (um mal ein paar Namen zu nennen nach denen interessierte ja googlen können) sind allesamt rundenbasiert und haben noch weitere Ähnlichkeiten. Heutzutage sind neue Spiele leider schwierig zu finden, aber durchaus noch vorhanden, auf der Switch gibt es da z.B. Tangledeep und Shiren the Wanderer, ersteres auch auf dem PC. Wo es auch noch Spiele wie Cogmind gibt. Und bestimmt noch viele weitere vermutlich sogar sehr gute, die leider etwas unter dem Radar fliegen.

Letzteres führt leider dazu, dass ich hauptsächlich die althergebrachten Roguelikes kenne, die zwar auch ständig geupdatet werden, aber auch innerhalb dieses zugegebenermaßen engen Genres könnte es noch mehr Abwechslung geben, wenn man diese denn finden würde.

PS: Fun Fact: Der Grund warum Diablo kein Roguelike ist, ist ja hauptsächlich (neben dem fehlenden Permadeath, ich glaube den Hardcoremodus gab es erst im zweiten Teil) der Echtzeitkampf. Am Anfang der Entwicklung war es ja als reines Roguelike geplant und auch als es dann released wurde spielte es sich wie eine Echtzeitvariante von Angband.

Numfuddle
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Numfuddle »

Bitte, bitte, bitte mit Zucker obendrauf nicht schon wieder die drölfzigste Rogue-like Definitionsdebatte. Sonst lass ich euch zur Strafe 50 mal die Berlin Definition an die Tafel schreiben

Numfuddle
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Numfuddle »

Warum die Genre-Definitionen so absurd sind Teil 22: Das aktuelle Mario-Tennis, dass als Tennis Spiel durchgeht weil Charaktere mit Tennisschlägern in der Hand rumlaufen. Dabei ist es spielmechanisch ein Fighter

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Rossy
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Rossy »

Numfuddle hat geschrieben:
7. Mär 2021, 22:53
Bitte, bitte, bitte mit Zucker obendrauf nicht schon wieder die drölfzigste Rogue-like Definitionsdebatte. Sonst lass ich euch zur Strafe 50 mal die Berlin Definition an die Tafel schreiben
Tut mir leid, aber wo sind Genredefinitionen angebrachter als in diesem Thread :D Zudem ist es immer wieder wichtig zu bemerken, wie die Verwendung von Begriffen durch die Spielepresse gewisse Spielegattungen schwierig zu finden macht. Ist ja nicht so, dass Genres unbedingt ein Selbstzweck sind. Sie sollen als Orientierungshilfe dienen, wenn man eine gewisse Art von Spiel mag und davon mehr will. Da ist es natürlich hilfreich, wenn so Genres zumindest grob definiert sind. Manche benutzen sie um zu wissen was sie spielen wollen, manche wollen einfach keine 4X spielen, wie etwas weiter oben im Thread, und da ist es natürlich hilfreich, wenn man Genrebezeichnungen verwendet. Das gibt es bei Roguelikes ja leider nichtmehr, aber ich bin da guter Dinge und hoffe, dass sich ähnlich wie bei den Boomer Shootern auch bei den Roguelikes ein neuer Begriff bilden wird.

Numfuddle
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Numfuddle »

Ja aber wir führen die exakt selbe Diskussion in zwei Foren gleichzeitig sozusagen multithreaded :D

Voigt
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Voigt »

Ich meine ist ja nich groß eine Diskussion, werden ja bloß Fakten präsentiert. ^^

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XfrogX
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von XfrogX »

Meine Meinung dazu:

Bei Bücher ist der Genre halt lesen bzw. Text wenn man es aus der spiel Perspektive betrachtet. Nun ist das aber bei jedem Buch so außer man halt z.b. ein Bilderbuch da nennt man aber dann auch erstmal Bilderbuch und lässt das ja auch nie weg, weil es ja jedem der Text erwartet vor den Kopf stößt.

Beim Film ist es halt sehen und hören das muss bei jedem Film gemacht werden. Stummfilme und auch Schwarzweiß filme worden auch normal so benannt und stellen dann das Thema hinten an. Auch hier wieder sehen und hören muss man immer beim Film, also worde diese Info auch weg gelassen und man bezieht sich nur noch auf das was man sieht.

Und bei Games ist das auch so normal sagt man erstmal was man zu tun hat/was einen erwartet. Da spielen halt immer Knöpfe drücken ist ging man irgendwann über zu einer etwas genaueren Umschreibung.

Das Thema selber steht halt erst recht weit hinten. Bei Büchern, Filmen, Musik ... ist aber halt durch die Art der darbietung es aber am Ende das Haupt Unterscheidungs Merkmal. Deswegen dort so wichtig.

Und man es ändern würde, wäre Jochens Wissenschaft ja auch nicht geholfen. Klar könnte man dann mit weniger Aufwand alle Horror Titel finden, hätte dann aber viel mehr das Problem das jedes eine ganz andere Art des Spielens ist.

Auch simuliert fifa natürlich Fußball die Regeln sind halt gleich und den Rest hat man halt auf Knöpfe umgelegt. Ja wenn das reale Vorbild auch über knöpfe funktioniert ist eine Simulation realistischer. Aber wenn fifa erst zur Simulation wird wenn man selber läuft und schießt, dann ist es ja am Ende real und würde ja genau nicht erlauben das man auch ohne das echte können die Simulation erleben kann.

Fauve
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Fauve »

Was mir in der ganzen Debatte gefehlt hat und hier ja auch schon thematisiert wurde, ist dass Videospiele qua ihrer medialen Gegebenheiten unterschiedliche Ansprüche bei den Spieler*innen wecken, da einerseits unterschiedliche Erzählweisen möglich sind und andererseits halt das Spielerlebnis, das der Interaktivität entspringt, einen entscheidenden Anteil an der Erfahrung nimmt. Im Optimalfall ist das Ganze dann auch noch irgendwie miteinander verflochten. Die unterschiedlichen Ansätze dabei wurden auch in der Folge thematisiert, aber so wirklich miteinbezogen wurde es nicht in diesen Versuch die Ansprüche in die jeweiligen Spielkategorien einzuhegen.

Und wenn ich ehrlich bin, dann wird auch dem Genre- oder Gattungsbegriff bei Büchern und Filmen eigentlich Genüge getan, wenn man diese in der Regel als zutreffend hinnimmt. Denn auch hier dienen diese ja nur dazu einen beschreibenden Aspekt hervorzuheben. Die Anzahl an Aspekten ist halt bei den Videospielen eben durch Interaktivität und Erzählstruktur nochmal enorm größer. Aber ja da befinden wir uns jetzt halt wieder am Ausgangspunkt der Folge :D

Edit: Freu mich gerade über meinen ersten Beitrag hier, bitte lieb sein! :roll:

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Domi-Wan Kenobi
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von Domi-Wan Kenobi »

Für mich persönlich hat der Genre Begriff kaum noch Auswirkungen auf meine Kaufentscheidung. Spiele sind heute schon weit vor ihrem Release einer breiten Öffentlichkeit präsentiert worden. Teaser/Trailer, Hands-On etc. Es gibt ja kaum noch ein größeres Spiel, bei dem ich länger als 1 min einem YouTube Video folgen müsste um zu erkennen, welches "Genre" das Spiel für mich ist. Und ich davon ableiten kann ob ich es kaufen möchte oder nicht.
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IpsilonZ
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Re: Runde #309: Genres!

Beitrag von IpsilonZ »

Die Diskussion on FIFA ein Jump'n'Run ist war wohl wirklich einer der lustigsten die ich seit längerem gehört habe... :D

Und doch, natürlich simulieren FIFA/PES Fußball. Sie simulieren die Ästhetik von Fußball. Sie simulieren die Bewegungen auf dem Feld vom Fußball. Sie simulieren die Bewegung der Abwehrkette, die taktischen Veränderungen während des Spiels, Abseitsfallen etc. Sie simulieren die Fähigkeiten der einzelnen Spieler, teilweise sogar besondere Eigenarten (Dribbler, welche die sich schnell fallen lassen etc.) von einzelnen Spielern.

Und wie Andre auch gesagt hat, simuliert es auch die Fernseh-Übertragung, mit Kamerafahrten, Kommentar, Schnitt auf den Trainer, entsprechender UI etc.

Selbst das Spielgefühl kann ein gutes Fußballvideospiel für mich gut simulieren. Das Gefühl den Ball am Fuß zu haben, zu versuchen sich schnell Übersicht zu verschaffen während die Gegenspieler auf einen zustürmen und dann entweder den Ball schnell loszuwerden oder sich noch mal ne Sekunde zu verschaffen, in dem man den anstürmenden Gegner aussteigen lässt haben grad die PES Spiele in den letzten Jahren sehr gut dargestellt. Genauso wie man seine Mitspieler heranrufen und Spielzüge angeben kann etc.

Das Argument, dass es nicht das exakte Gefühl des Tritts gegen des Balls wiedergibt ist halt eines über das Eingebegerät. Verliert eine Flugsimulation sofort ihren Simulationsstatus und wird zum Jump'n'Run wenn ichs mit dem Controller spiele? So ein Flug ist ja auch nichts anderes als ein langgezogener und kontrollierter Sprung. :P

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