Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

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Voigt
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Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Voigt »

Da ich damals schon das Feierabendbier anhörte, habe ich mir diesmal nicht nochmal die gesamte Folge gegeben, sondern einfach nur das Fazit gehört am Ende. :P
Eine Frage die sich da bei mir stellt, was denkst du Jochen wäre das Spiel was für Kinder? Ich meine es ist für USK 12 freigegeben, daher kann ja durchaus von 10~13 Jährigen gespielt werden.
Ich finde das wird manchmal leicht übersehen bei "zu einfachen" Spielen, wenn die nicht gerade direkt Casual Spiele sind.
Auch Core Spiele werden von Kindern gespielt, und ich war beispielsweise froh als 6~8 jähriger Bub dass Monkey Island 2 einen simplen Modus hatte, und ich die KI von AoE2 auf einfach stellen konnte. Auch wenn ich heute sagen würde, die KI von AoE2 auf EInfach ist ja ziemlich hirnamputiert, aber mit 8 Jahren bot das halt genau die richtige Herausforderung.

Aber um das auch klarzustellen, das erklärt natürlich nicht warum Erwachsene das Spiel so abfeiern, mit Reviews die sich auch an andere Erwachsene richtet.
Helmsguard
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Helmsguard »

Voigt hat geschrieben: 28. Apr 2021, 12:37 Aber um das auch klarzustellen, das erklärt natürlich nicht warum Erwachsene das Spiel so abfeiern, mit Reviews die sich auch an andere Erwachsene richtet.
Ich glaube Sebastian hat hier schon den wichtigsten Punkt getroffen, Hype und das Fandom machen den Unterschied. Der Fokus liegt stark auf den Charakteren, viel stärker als bei jedem XCOM oder anderem Rundentaktikspiel. Alleine schon dass vor dem letzten Kampf quasi jeder mit jedem einmal durchverheiratet wird, zeigt vorauf der Fokus liegt. Persona hat diese Beziehungsebene noch in ganz okayes Gameplay verpackt, hier wird eben zu Mittag gegessen und Tee getrunken. Jochens Perspektive ist natürlich absolut nachvollziehbar, aber der Fokus des Spiels sind nicht die zum 16ten mal durchiterierten Kämpfe und die Nebentätigkeiten, sondern eben das Charakterdesign und die Interaktionen.
Natürlich kann man die lahm oder eindimensional finden, aber es hat auch nicht jeder englische Literatur studiert und an die 20000 Bücher gelesen. :P
Die meisten Reviewer haben die Schwachpunkte auch genannt, aber die Gewichtung ist eben eine andere.
Warum das Spiel "Best Strategy Game" bei den Game Awards erhalten hat, erschließt sich mir allerdings auch nicht.
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mrz
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von mrz »

Liebe es wie inkompetent ich in Rundenstrategie bin. Jochen ranted wie einfach das Spiel ist und es unmöglich ist eine Schlacht zu verlieren, ggf. Sogar Schaden zu nehmen auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und ich hab auf normal gedacht, dass die erste Schlacht sich an dem Stilmittel "Unbesiegbarer Boss" bedient und nicht zu gewinnen ist 😂
Mastertronic
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Mastertronic »

Danke für die Wertschätzung.. und ich bin raus.. das klingt so gar nicht nach einem Spiel für mich - Daddel auch schon seit den früher 80ern und irgendwie haben FE und ich nie zusammengefunden - wundere mich nur etwas wieso Heinrich "the Godfather of gaming journalism himself" Lehnhardt die Serie so dermaßen abfeiert..
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Heliantha
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Heliantha »

Die Wertschätzung hat mir einiges erklärt. Ich mag nämlich eigentlich gar keine Rundenstrategie - die Überlegungen, die man dafür üblicherweise anstellen muss, sind keine, die mir Spaß machen und entsprechend gut bin ich darin. Aus einem gewissen Mangel an Alternativen zu der Zeit und weil ich die Idee mit der Akademie ganz interessant fand, dachte ich: probiere ich mal. Ich kam mir SEHR mutig vor, Fire Emblem auf "normal" zu starten.

Am Anfang war es für mich auch noch etwas herausfordernd, aber sehr schnell eher ein "Claude - erledige sie alle!", bei dem ich nebenbei noch gut ne Serie schauen konnte. Ich war schon etwas irritiert, das sahen meine bisherigen Rundenstrategie-Erfahrungen SEHR anders aus.

Ich hatte auch durchaus Spaß - allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass mir von der Story mehr verborgen blieb, als mir mit dem Haus enthüllt wurde.
So viel Spaß, dass ich mit einem weiteren Haus noch mal von vorne loslegen wollen würde, dann doch auch wieder nicht...
Not my circus, not my monkeys.
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Alienloeffel
Beiträge: 1456
Registriert: 9. Feb 2017, 14:35

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Alienloeffel »

Erstmal finde ich es schön, dass mehr über Three Houses gesprochen wird, mir hat das wirklich gut gefallen.

Ein paar Sachen sehe ich sehr ähnlich wie Jochen, bei anderen bin ich aber vollkommen anderer Meinung.


Ja, die zweite hälfte ist einfach zu lang und redundant, das könnte schneller gehen und das Tee trinken ist furchtbar... Glücklicherweise gibt es nicht so viel jrpg Übersexualisierung. Die Inszenierung und die Geschichten finde ich aber wirklich gut, auch weil die verschiedenen Verläufe teils sehr unterschiedlich sind.


Aaaaber ich hatte schon den Eindruck, dass das System um Zuneigung zu steigern von Jochen unfairerweise als sehr schlecht abgetan wird. Ja, das ist sehr gamey und gewinnt keinen Blumentopf für Innovation, aber die Limitierungen sollen einen doch dazu zwingen sich für DInge zu entscheiden? Hier wirkte das so als sei das nervige, dass man nicht alles maxen kann (Kann man ja gegen Ende trotzdem, einfach weil das System nicht lange genug mitskaliert, weil Spiel zu lang).

Außerdem würde ich jederzeit sagen, dass die Black Eagles Route die mit Abstand Beste ist. Es gibt nebenbei auch mehr als drei unterschiedliche Routen, das ist aber natürlich auch Geschmackssache.

Mein größtes Problem mit der Folge war aber der Teil über den Schwierigkeitsgrad.
Ich persönlich fand das Spiel nicht super einfach, allerdings war Three Houses auch mein erstes Spiel dieser Art. Mittlerweile habe ich nach mehreren Teilen der Serie auch Three Houses wieder gespielt und glaube einfach nicht, dass sich insbesondere der erste Teil so easy aushebeln lässt.
Aber mal angenommen das ist so (das mag ich ja nicht ausschließen), dann fand ich den langen Vortrag wie grotesk einfach das doch sei und die allermeisten Systeme seien alle für den Arsch, sehr unangebracht. Wenn man das Spiel zweimal durchgespielt hat weiß man eben wie der Hase läuft, thats it. Selbst angenommen man kann die KI mit einer bestimmten Spielweise völlig aushebeln, dann geben einem andere Systeme eben auch Möglichkeiten sich besser aufzustellen, die Charaktere weiterzuentwickeln etc. Das als nutzlos abzutun weil man ja einfach einen Tank vorschicken kann um jeden Gegner einzeln abzuziehen halte ich für irreführend, weil ja nicht jede Spielweise gleich mächtig sein muss um trotzdem zu funktionieren oder Spaß zu machen. Aber dann ist es schlechtes Design wenn das Spiel einem Gegner in den Rücken schickt ohne das man das Einplanen kann ;)

Aber geschenkt, das kann man als MinMaxer ja auch so sehen, dem würde ich eben entschieden widersprechen.
Letztlich hat mir da der Ton aber einfach nicht gefallen. Das in Kombination mit der Länge der Ausführungen, wirkte eben sehr von oben herab. Das müsste nicht sein, den Punkt kann man ja auch anders machen :roll:

Ich fand Three Houses sehr gut und würde jedem Empfehlen sich das trotzdem mal anzuschauen, wenn das Schwierigkeitsargument hier den AUsschlag geben sollte.
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mrz
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Registriert: 2. Sep 2016, 11:43

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von mrz »

Fand auch sehr lustig, wie Jochen meinte "Nach den Persona 5 Palaces freut man sich ja auf die Social Aktivitäten".
Achso. Das wusste ich nicht. Fand die ähnlich lästig und mühsehlig. :lol:

Sollte das einfach sein lassen mit den Spielen, die einen guten Leumund genießen. :D
GoodLord
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von GoodLord »

Muss sagen, dass ich die Folge sehr unterhaltsam und informativ empfand. Dass Jochen sich gerne in extremen Aussagen verbeißt/hineinsteigert wissen wir ja ;). Interesse ist jedenfalls geweckt, aber wahrscheinlich schau ich mir noch ein lets play an, bevor ich mir ernstahft einen Kauf überlege.
Ch3st3r
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Registriert: 30. Jan 2018, 16:58

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Ch3st3r »

Sehr sehr schöne und interessante Folge!

Habe mir spätestens bei Jochens Aussage über den Schwierigkeitsgrad gedacht, dass ich da wirklich gerne ne Gegenstimme zu hätte. Weil es muss ja Gründe dafür geben, dass dieses Problem bei vielen anderen offenbar nicht so aufgefallen ist.
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bluttrinker13
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von bluttrinker13 »

Vor solchen Spielen stehe ich immer flabberghasted... :shock: :think:
JanTenner
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von JanTenner »

bluttrinker13 hat geschrieben: 29. Apr 2021, 12:24 Vor solchen Spielen stehe ich immer flabberghasted... :shock: :think:
Welcher Aspekt solcher Spiele schockiert dich denn?
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bluttrinker13
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Registriert: 4. Jun 2016, 22:44

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von bluttrinker13 »

JanTenner hat geschrieben: 29. Apr 2021, 13:35 Welcher Aspekt solcher Spiele schockiert dich denn?
Sorry, das war jetzt gar nicht als Kritik an den Spielen oder dem Geschmack per se gemeint.

Ich stehe nur einfach unbegreifend vor diesen, für mich, typischen entrückten Settings, wo wenig für mich zusammenpasst - wie bspw diese Kindlichkeit und Schule und Tee trinken etc auf der einen Seite, und regelmäßige Schlachten (mit Tod und Verderben) auf der anderen Seite. Das passt für mich alles nicht zusammen, aber das ist ja auch mein Ding. Auch dieses Gegrinde und dieser Fanservice lassen mich regelmäßig ratlos zurück. Und dann eben wirklich diese seltsamen Rollen - als Lehrer bspw zwingend Beziehungen zu Schülern aufbauen und immer mehr vertiefen (dann noch Sauna, wtf?). Sehr weird. Nur als kurzer Einblick.
JanTenner
Beiträge: 334
Registriert: 29. Apr 2018, 22:04

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von JanTenner »

bluttrinker13 hat geschrieben: 29. Apr 2021, 14:46
JanTenner hat geschrieben: 29. Apr 2021, 13:35 Welcher Aspekt solcher Spiele schockiert dich denn?
Sorry, das war jetzt gar nicht als Kritik an den Spielen oder dem Geschmack per se gemeint.

Ich stehe nur einfach unbegreifend vor diesen, für mich, typischen entrückten Settings, wo wenig für mich zusammenpasst - wie bspw diese Kindlichkeit und Schule und Tee trinken etc auf der einen Seite, und regelmäßige Schlachten (mit Tod und Verderben) auf der anderen Seite. Das passt für mich alles nicht zusammen, aber das ist ja auch mein Ding. Auch dieses Gegrinde und dieser Fanservice lassen mich regelmäßig ratlos zurück. Und dann eben wirklich diese seltsamen Rollen - als Lehrer bspw zwingend Beziehungen zu Schülern aufbauen und immer mehr vertiefen (dann noch Sauna, wtf?). Sehr weird. Nur als kurzer Einblick.
Sollte auch kein Vorwurf sein :D War nur neugierig
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rekuzar
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von rekuzar »

Zu den Tee Zeremonien.. meine Freundin hat quasi jede Gelegenheit genutzt, um ihren Darling Felix anzuschmachten. Wohingegen ich die Dinger komplett ignoriert habe, wie so viele dieser sozialen Interaktionen. Aber das passt natürlich nicht in das konservative Rollenbild von Herrn Gebauer! Schämen Sie sich!

Nicht zu ernst nehmen
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tsch
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von tsch »

Gibt anscheinend eine fundamental unterschiedliche Wahrnehmung, was so manche Dinge betrifft. Habe die Folge nicht gehört, aber mir kommt es oft so vor, dass 3 dimensionale Charaktere und Immersion bei den Podcastern an oberster Stelle stehen. "Gamey" wird hingegen als Kritikpunkt gesehen. Daraus schließe ich, dass es möglichst realistisch und glaubwürdig sein muss. Wenn Spiele das an bestimmten Stellen nicht sind, dann werden "Punkte" abgezogen und das Spiel schlechter bewertet.

Ich hingegen liebe Kontrast in Spielen und Dinge, die so irgendwie gar nicht zusammenpassen wollen - Dating Sim als unnötige Spielmechanik, count me in :D . Ich bin auch völlig ok damit, wenn ein Spiel ganz viele Mechaniken hat, die total Mist sind, oder die ich theoretisch ignorieren kann. Spiele haben für mich Stärken und wenn diese Stärken gut sind, dann sind Kritikpunkte immer noch Kritikpunkte, aber sie mindern meinen Spielspaß kaum. Wahrscheinlich komme ich deswegen auch so gut mit Anime zurecht.

Diese unterschiedliche Wahrnehmung ist auch der größte Grund dafür, dass ich kein Interesse an den Bezahlinhalten von The Pod habe, weil ich Industrie-Besprechungen usw. interessant finde, aber bei Podcasts zu einzelnen Spiele ziehe ich kaum etwas Hilfreiches für mich heraus. Da gehen die Präferenzen einfach zu weit auseinander.

Erneut, keine Kritik an Jochen's Meinung, die ich selbst gar nicht gehört habe, aber ein Gedanke beim Lesen des Threads ;) .
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Kesselflicken
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Kesselflicken »

Erstmal schön, dass Three Houses noch eine vollständige Wertschätzung bekommen hat. Zeigt nochmal sehr schon, dass Aktualität bei euch nicht die alleroberste Maxime ist. 😊 Zunächst habe ich erstmal erschrocken festgestellt, dass das tatsächlich schon 2019 rausgekommen ist. :shock: Mir war das nicht wie ein bald zwei Jahre altes Spiel in Erinnerung. Andererseits war Three Houses ja mein damaliges GOTY und da Hades letztes Jahr rauskam… Diesen komischen Zeitsprung schiebe ich jetzt mal auf die Pandemie. Ohnehin immer ein dankbarer Sündenbock.

Die Folge selber war dann eine Achterbahn der Gefühle. Dass Jochen gerne Extremurteile fällt ist ja nichts Neues, aber an einige Punkten konnte ich seine Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. Beispiel Schwierigkeitsgrad: Ich habe die beiden Fire Emblems auf dem 3DS, XCOM 1 und 2 (mehrfach und auf höheren Schwierigkeitsgraden) und auch einige andere Taktikspiele gespielt, als ich Three Houses angefangen habe. Als Neuling würde ich mich also auf keinen Fall bezeichnen. Habe zu Release auf Schwer gespielt und fand das Spiel über die längste Zeit hinweg recht herausfordernd. Da sind mir die Rückspul-Slots auch schonmal ausgegangen... Inwiefern das an einer guten KI lag weiß ich schlicht nicht mehr, aber alleine durch die hohen Werte und in der Regel Übermacht der Gegner war es oft ziemlich knackig. Sobald die Bestien als Gegnertyp auftauchten, wurde es extra ecklig. (Fand auch komisch, dass die gar keine Erwähnung fanden. Funktionieren rein mechanisch ja doch ein gutes Stück anders als normale Gegner.)
Auch, dass diese Cheesing-Taktik so gut und schnell funktioniert haben soll… Sicher, dass du zu Spielbeginn nicht versehentlich auf „Story Mode“ statt „Maddening“ gekommen bist? :think: Die Werte der Gegner waren bei mir einfach viel zu hoch, als dass ich schnell und zuverlässig Einheiten gehabt hätte, die schlicht unbesiegbar waren.
Erst die letzten Schlachten waren dann etwas zu einfach, da ich meine gesamte Gruppe immer gut gelevelt habe und 4 aus meiner Stammbesetzung doch ziemliche Monster geworden sind.

Auch dass das Social System so unterentwickelt sein soll…. Also ich hab das eigentlich immer sehr ausladend und effizient gemacht, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal öfter als zweimal in der Gruppe was gegessen hätte. Sicherlich kein Vergleich zu Persona 5 oder gar Persona 5 Royal aber doch gut genug, um die Kernfantasie des Spiels zu bedienen.

Insbesondere die tolle Charakterzeichnung wurde mir aber unter Wert verkauft. Bei den allermeisten der Einheiten steckt viel dahinter und die Bonding-Sequenzen unterfüttern das imo so gut. Einige dieser Entwicklungen kamen auch erst mitten im Schlachtgeschehen zu tragen, was mich teilweise echt beeindruckt hat. Im Spoiler mal ein Eindruck von mir aus dem August 2019 mit einem konkreten Beispiel.
SpoilerShow
Total umgehauen bin ich aber von der Charakterentwicklung und der Lore. Das Spiel lässt sich Zeit mir einen riesigen Cast an Charakteren vorzustellen und vor allem die eigene Klasse lernt man wirklich zu lieben. In den vielen vollvertonten Dialogen sieht man sie alle in den verschiedensten Situationen und für mich wurden sie alle zu „echten“ Charakteren, statt Pixelfiguren. Auch wenn einige zunächst als Anime-Klischee rüberkommen stellt sich irgendwann heraus, dass bei allen mehr dahintersteckt. Und nach dem fünfjährigen Timeskip, haben sie sich alle mehr oder weniger stark verändert.

BSP Dorothea:
Während Sie in der ersten Spielhälfte noch die leichtherzige, ständig flirtende Diva ist, ist sie nach 5 Jahren völlig kriegsmüde und ist von einer ständigen Melancholie bestimmt. Das drückt sich sogar in den kurzen Kampfsprüchen aus. Aus „Every Rose has it´s thorns.“ wenn sie jemanden im Kampf besiegt wird nach dem Timeskipp „Only thorns left on this rose.“ Find ich stark. Und ist nur ein Beispiel von vielen.
Wirklich mies fand ich aber, dass viele der empfundenen Kritikpunkte so endlos in die Länge gezogen wurden. Ja ich hab verstanden, dass es das schlechteste Spiel, Kampfsystem, Story etc. aller Zeiten ist. Mies auch, dass den Fans des Spiels dann ständig irgendwelche Charakterschwächen angedichtet wurden. Sie seien pubertär, blöd, notgeil oder schlecht in Taktikspielen. Habt ihr doch nicht nötig, auf dieses Niveau abzufallen. Sebbe war imo auch der am wenigsten geeignete Gesprächspartner hier, da er ja alles was Anflüge einer Animeoptik hat erstmal grundsätzlich für Schmuddelkram hält.

Aber nicht falsch verstehen: unterm Strich bin ich froh, dass es die Folge gibt. So hatte ich nochmal einen Grund meine Einschätzung von damals abzuklopfen und meine Posts aus 2019 zu durchforsten. Und vielleicht wurde der Schwierigkeitsgrad seit Release ja einfach runtergepatcht :ugly:
There's no such thing as a dumb question, Regnitz, but that one came awefully close.
Mantis
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Registriert: 29. Apr 2021, 21:33

Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Mantis »

Varus hat bezüglich des Schwierigkeitsgrades schon einiges erwähnt, das ich ähnlich empfinde. Gerade am Anfang empfand ich das Spiel bei weitem nicht so einfach wie Jochen das dargestellt hat.
Dass Spiele mit gefechtsübergreifenden Fortschrittsystemen gegen Ende zu banal werden, ist aber wohl einfach das Los der "Ressourcenoptimierer-Fraktion", zu welcher ich mich letztendlich auch zähle. Das Gefühl war bei mir z.B. im letzten Drittel von XCOM 2 nicht wirklich anders, wenn man mit etlichen Colonels mit Superrüstungen und überragenden Attachments in die Schlacht zieht. Was letztendlich nur den Schluss zulässt, dass XCOM 2 wohl ein ziemlich schlechtes Strategie-/Taktikspiel ist :ugly:

Meine bisherigen 2 Kampagnen von Three Houses haben mich doch sehr gut unterhalten. Wo ich aber zustimmen würde, ist dass es sich unnötig in die Länge zieht. Auch wenn es mir Spass gemacht hat, mussten zuerst einige Monate ins Land ziehen, bevor ich Lust hatte die nächste Kampagne in Angriff zu nehmen. Das Rumgelaufe in der Akademie ist ab einem bestimmten Punkt einfach ziemlich mühsam, da wäre mir ein alternatives Menu für Aktivitäten und Gespräche sehr entgegengekommen.

Das Szenario war aber interessant. Verschiedene Häuser, bestehend aus vielen Individuen mit verschiedenen Ansichten, die in einen Konflikt geraten.

War aber eine unterhaltsame Folge, auch wenn es stellenweise etwas gar rantig wurde.
Bei Meinungen zu Spielen ist letztendlich wie bei Bier oder Müller-Milch - geschmackssache :D
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Ines
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Ines »

Ich habe solche Spiele nie so wirklich gespielt, vielleicht war es deshalb für mich lange Zeit echt nicht einfach. Irgendwann hat sich das verändert, aber das hat gedauert. Das Herumlaufen in der Akademie war irgendwann sehr lang, aber ich hatte den Ehrgeiz, so viele wie möglich aus den anderen Häusern zu retten und wollte ihnen allen ihre Rolle in den Schlachten geben, sodass eigentlich nicht einer sehr stark wurde. Ich bin vielleicht sehr melodramatisch drauf, aber ich habe in den Schlachten auch immer darauf geachtet, dass nur bestimmte Leute zusammen stehen, weil ich wollte, dass ein bisschen gezielt geheiratet wird. Vielleicht reicht es aber auch aus, die letzten Beziehungssequenzen nicht anzusehen.
SpoilerShow
Lysithea zum Beispiel muss mit Edelgard, Hanneman oder Linhardt enden, damit sie nicht jung stirbt. Also muss man da darauf achten, mit wem sie ihre Zeit verbringt.
Wenn man alle mitnehmen will, muss Byleth ja ziemlich viele unterschiedliche Fähigkeiten haben, sodass sie nicht so stark wird.
Ganz interessant finde ich auch den Unterschied in der Wirkung zwischen männlichem und weiblicher Byleth. Ich finde, die weibliche Variante wirkt in den Zwischensequenzen oft sehr zart und macht eher schüchtern wirkende Gesten, sodass sie - auch weil ja immer betont wird, dass sie nicht viel älter ist - auf Augenhöhe mit den Schüler:innen erscheint. Gerade wenn es um Edelgard, Dimitri und Claude geht, habe ich sie als sogar eher etwas schwächer wahrgenommen, weil sie sich ja mit der Politik nicht auskennt und alles erklärt bekommen muss. Das ist ja schon eine reziproke Position für eine Lehrerin, die Hierarchie verläuft da schon anders. Wenn dann irgendwann noch ein paar gestandene Ritter dazu kommen, kann man sowieso nicht mehr von einer normalen Lehrerin-Schüler-Beziehung sprechen.
"Se faire objet, se faire passive, c'est tout autre chose q'être un objet passif" (S. de Beauvoir)
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Desotho
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von Desotho »

Ich bin nicht der riesige Strategiespiel Fan. Ich hab früher das alte XCom mal gemocht, auch das erste Civ gespielt. Später auch mal Final Fantasy Tactics.
Ich bin daher sehr froh, dass Fire Emblem da Noobs wie mich anspricht. Natürlich wären unterschiedliche Schwierigkeitsgrade in einer Form die Könner und Doofis zufrieden stellen besser.

Ich persönlich hatte über 200 Stunden Spaß mit dem Spiel und einer guten Freundin ging es da ähnlich. Bei der hatte ich noch mehr Bedenken, dass sie bei dem Strategiepart raus ist. Ging aber.

Und dass jemand wie Jochen der so hart schimpft über das Spiel am Ende gleichzeitig sagt er hatte Spaß ist doch auch mal was :ugly:
El Psy Kongroo
Meine Rübenpreise: https://stalks.io/u/desotho
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philoponus
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Re: Wertschätzung: Fire Emblem – Three Houses

Beitrag von philoponus »

Also ich habe es während des ersten Lockdowns letztes Jahr gespielt als sehr erfahrener Rundentaktiker. Ich habe es damals als nettes Casual-Game empfunden. Die Kämpfe habe ich teilweise automatisch ablaufen lassen und entspannt zugesehen. Hat gut gepasst damals und ich habe es deshalb in sehr guter Erinnerung. Zumal ich jetzt auch noch nicht so viel Erfahrung mit JRPGs hatte. Das ist inzwischen etwas besser. Habe ja Persona 5 Royal durchgespielt. Wer ein anspruchsvolleres Taktik JRPG will, der würde ich Valkyria Chronicles 4 empfehlen.
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