Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

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Andre Peschke
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Andre Peschke »

Flo hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:38 ...Ich hoffe ich habe den Begriff 'intersubjetiv' richtig verwendet.
Leute, die diesen Begriff verwenden, sind generell sehr klug und sofort sehr glaubwürdig!!

(Das ist eine Anspielung an eine Folge, in der ich den benutzt habe... Ich weiß aber gar nicht mehr, ob die schon raus ist, also schreibe ich das mal dazu, dass du nicht denkst, ich disse dich :D)

Andre
Dr_Hasenbein
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Dr_Hasenbein »

Guthwulf hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:43
Numfuddle hat geschrieben: 15. Dez 2021, 17:45 Ich möchte nochmal darauf hinweisen.

Ein NFT ist ein sehr schwer fälschbarer Kaufbeleg oder Kassenzettel es ist nicht das Ding das du gekauft hast.
Ein "Kaufbeleg" aus dem sich nur leider kein rechtlich haltbarer Besitzanspruch ableiten lässt, da das "Ding", das du "gekauft" hast (z.B. der "einzigartige" Helm in Breakpoint), weiterhin in Besitz und Eigentum von (im diesem Falle) Ubisoft verbleibt und wenn die entscheiden, dass sie Breakpoint einfach abschalten und du daher auf dein "Ding" nicht mehr zugreifen kannst und auch niemand sonst was mit diesem Kaufbeleg machen möchte, dann viel Spaß vor Gericht.
Guter Punkt und gilt ja jetzt schon. Der Kassenzettel ist IMHO vor Gericht häufig Beleg genug. Deswegen hat man ja trotzdem nur das ?Nutzungsrecht? erworben.
Rigolax
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Rigolax »

Flo hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:38 (...)
Diese Leute kommen von unterschiedlichsten richtungen, bedienen sich aber alle 'subjektiver Narrative'. Es geht immer nur darum, was der Impfstoff mit der eigenen Gesundheit anstellen könnte. Ein 'intersubjektives Narrativ' hingegen wäre, zu kommunizieren, welche Konsequenzen unterschiedlich hohe Impfquoten für alle haben. Darüber wird von solchen Agitatoren nichts erzählt. (Die antisemitischen Narrative jetzt mal ausgenommen.)
(...)
Ich würde sagen, Impfverweigerungsdemagogen bedienen i.d. R. ein individualistisches Narrativ und Impfvertreter ein sowohl individualistisches (man schützt sich selbst), aber auch (vermutlich sogar eher) kollektivistisches Narrativ (schützt andere, überlastet Systeme nicht, hilft die Pandemie zu beenden, da weniger Verbreitung und Schaffung von Mutanten). Da viele kategorische Impfverweigerer meines Erachtens libertär geneigte Hardcore-Individualisten sind, geht das kollektivistische Argument bei denen in die Leere und wird als Moralismus verstanden; das kollektivistische Argument ist dann auch sinnfrei, wenn ohnehin nicht der Impfnutzen -- entgegen überwältigender Evidenz -- anerkannt wird.

Intersubjektivität bezeichnet nach meinem Begriffsverständnis Sachverhalte, die zwar grundsätzlich subjektiv sind, aber bei vielen Personen subjektiv gültig. Das sind vor allem unter anderem kulturelle und ideologische Vorstellungen (ideologisch meine ich neutral konnotiert): Zum Beispiel ist in der deutschen Gesellschaft stark intersubjektiviert, dass eine soziale Marktwirtschaft etwas gutes ist; in der US-amerikanischen ist das weitaus weniger stark intersubjektiviert bzw. grob gesagt gilt es dort nicht (jedenfalls im Sinne wie sich hier "soziale Marktwirtschaft" gängig vorgestellt wird).

Die Evolutionstheorie ist z.B. auch sehr stark intersubjektiviert, wobei manche sie nicht anerkennen/ablehnen (Kreationismus, "intelligent design"). Sie ist allerdings einem Wahrheitsbeweis grundsätzlich zugänglich, da falsifizierbar (widerlegbar durch Gegenbeispiele) und daher potentiell objektiv gültig. Verifiziert wurde sie allerdings noch nicht (fehlender "Missing Link") und sonst greift das Induktionsproblem -- auch N+1-Indizien sind kein endgültiger Beweis, machen nur eine Theorie wahrscheinlicher und abweichende Theorien unwahrscheinlicher. Im Sinne des sog. kritischen Rationalismus (edit: nicht kritischer Realismus, doh) kann man auch die "Wahrheitsnähe" verschiedener Theorien vergleichen und weniger geeignete Theorien verwerfen. Das wird z.B. deutlich, wenn man bedenkt, dass das Newtonsche Weltbild wohl als "sicher" galt bis Einstein mit seinen Relativitätsgedöns um die Ecke kam. Na ja, und halt Quantentheorie dann noch. (Wobei je nach Scope auch eh das Newtonsche Bild absolut ausreicht, es ist also nicht obsolet.)
Flo hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:38 ...Ich hoffe ich habe den Begriff 'intersubjetiv' richtig verwendet.
Kann aber trotzdem "richtig" verwendet sein. Selbst wenn es eine eher atypische Verwendung wäre. Tatsächlich habe ich mich auch im Nachhinein schon gefragt, ob ich "intersubjektiv" bzw. "intersubjektivierbar" und "Intersubjektivität" mal "richtig" verwendet habe. Ich hab mich aber eh damit abgefunden, dass ich mir wenig bekannte und obskure Wörter tendenziell zunächst "falsch" verwende, bevor ich besser verstehe, wofür die vielleicht eigentlich gedacht sind.
Zuletzt geändert von Rigolax am 15. Dez 2021, 21:04, insgesamt 1-mal geändert.
Numfuddle
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Numfuddle »

Guthwulf hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:43
Numfuddle hat geschrieben: 15. Dez 2021, 17:45 Ich möchte nochmal darauf hinweisen.

Ein NFT ist ein sehr schwer fälschbarer Kaufbeleg oder Kassenzettel es ist nicht das Ding das du gekauft hast.
Ein "Kaufbeleg" aus dem sich nur leider kein rechtlich haltbarer Besitzanspruch ableiten lässt, da das "Ding", das du "gekauft" hast (z.B. der "einzigartige" Helm in Breakpoint), weiterhin in Besitz und Eigentum von (im diesem Falle) Ubisoft verbleibt und wenn die entscheiden, dass sie Breakpoint einfach abschalten und du daher auf dein "Ding" nicht mehr zugreifen kannst und auch niemand sonst was mit diesem Kaufbeleg machen möchte, dann viel Spaß vor Gericht.
Selbstverständlich.

Ich wollte nur darauf hinweisen das ein NFT kein wertvolles Bild ist und kein einzigartiger Gegenstand. Es ist nicht einmal eine Urkunde weil sich daraus keinerlei Rechtsanspruch ableiten lässt. Es ist ein Kassenzettel in der Blockchain
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Guthwulf
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Guthwulf »

Numfuddle hat geschrieben: 15. Dez 2021, 20:14
Guthwulf hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:43...
Selbstverständlich. Ich wollte nur darauf hinweisen ...
Selbstverständlich. Wollte dir damit nicht widersprechen, nur auf deinem Hinweis aufbauen :)
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Smutje187
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Smutje187 »

Numfuddle hat geschrieben: 15. Dez 2021, 20:14
Guthwulf hat geschrieben: 15. Dez 2021, 18:43
Numfuddle hat geschrieben: 15. Dez 2021, 17:45 Ich möchte nochmal darauf hinweisen.

Ein NFT ist ein sehr schwer fälschbarer Kaufbeleg oder Kassenzettel es ist nicht das Ding das du gekauft hast.
Ein "Kaufbeleg" aus dem sich nur leider kein rechtlich haltbarer Besitzanspruch ableiten lässt, da das "Ding", das du "gekauft" hast (z.B. der "einzigartige" Helm in Breakpoint), weiterhin in Besitz und Eigentum von (im diesem Falle) Ubisoft verbleibt und wenn die entscheiden, dass sie Breakpoint einfach abschalten und du daher auf dein "Ding" nicht mehr zugreifen kannst und auch niemand sonst was mit diesem Kaufbeleg machen möchte, dann viel Spaß vor Gericht.
Selbstverständlich.

Ich wollte nur darauf hinweisen das ein NFT kein wertvolles Bild ist und kein einzigartiger Gegenstand. Es ist nicht einmal eine Urkunde weil sich daraus keinerlei Rechtsanspruch ableiten lässt. Es ist ein Kassenzettel in der Blockchain
Richtig gruselig: Aus Gründen bin ich privat mit einer Rechtsanwältin befreundet, die kürzlich auf LinkedIn anfing, diverse Artikel zur Einordnung von Tokens in das Rechtssystem zu posten. In Zukunft wird’s dann wohl nicht nur Fingerabdrucksexperten und Versicherungsvertreter als Experten vor Gericht geben, sondern auch Blockchainentwickler, die dann darlegen dürfen, wie eine Blockchain manipuliert wurde, um dem Mandanten das NFT abzuluchsen…
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Numfuddle »

Was mich stört ist das (meiner Meinung nach völlig falsche) Narrativ, dass ein NFT bedeuten würde der Gegenstand den ich gekauft hätte sei damit einzigartig, könne nicht kopiert werden und wäre nicht fälschbar. Keine dieser Aussagen stimmt.

Das NFT zeigt nur das es (mit heute vertretbarem Aufwand) nur schwer möglich ist meinen Kaufbeleg zu fälschen oder zu kopieren.
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Smutje187
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Smutje187 »

Behind the Bastards hatte letztens auch eine Doppelfolge zu Krypto und NFT und da wurde die Definition eines NFT von Sotheby’s (?) zitiert, die letzten Endes fast gar nichts substantielles enthielt: Im Klartext, selbst das versteigernde Auktionshaus garantiert dem Käufer gar nix.
Numfuddle
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Numfuddle »

Smutje187 hat geschrieben: 15. Dez 2021, 22:58 Behind the Bastards hatte letztens auch eine Doppelfolge zu Krypto und NFT und da wurde die Definition eines NFT von Sotheby’s (?) zitiert, die letzten Endes fast gar nichts substantielles enthielt: Im Klartext, selbst das versteigernde Auktionshaus garantiert dem Käufer gar nix.
To be fair: Sotheby’s garantiert dir auch bei normalen Auktionen nichts. Noch nicht einmal dass die ersteigerte Ware echt ist und auch nicht das es keine Hehlerware ist
PhelanKell
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von PhelanKell »

Mojen,
ich habe mir das jetzt auch einmal angetan.

Viel interessantes. Ein bisschen was gelernt. Aber noch immer viele Fragezeichen. :think:

Was mich etwas hat nachdenken lassen, waren Eure Zukunftsvisionen bzgl. der Onlinewelten.
Vor allem, wenn man Andrés Gedanken weiterspinnt, wenn man nach einiger Zeit als Nachzügler in einer solchen Welt ankommt.
Und diese Gedanken können einem, also in dem Fall erstmal mir, schon Sorgen machen.

Zu den Anfangszeiten von WoW waren die Arbeitslosen aufgrund des grundsätzlichen Zeiteinsatzes im Vorteil. Aber nicht viel.
Mittlerweile gibt es bei vielen Onlinespielen schon diverse Booster für Laute mit viel Geld.
In dem Gedankenszenario wird der Vorteil der Geldbesitzer noch größer. Können wird dabei immer mehr hintergründig.
Und wenn man dann noch (evtl.) betrügerische Tendenzen hat... oh wei.. :| :|
expect the unexpected
Raptor 2101
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Registriert: 22. Mai 2016, 19:50

Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Raptor 2101 »

PhelanKell hat geschrieben: 16. Dez 2021, 08:08 Mojen,
ich habe mir das jetzt auch einmal angetan.

Viel interessantes. Ein bisschen was gelernt. Aber noch immer viele Fragezeichen. :think:

Was mich etwas hat nachdenken lassen, waren Eure Zukunftsvisionen bzgl. der Onlinewelten.
Vor allem, wenn man Andrés Gedanken weiterspinnt, wenn man nach einiger Zeit als Nachzügler in einer solchen Welt ankommt.
Und diese Gedanken können einem, also in dem Fall erstmal mir, schon Sorgen machen.

Zu den Anfangszeiten von WoW waren die Arbeitslosen aufgrund des grundsätzlichen Zeiteinsatzes im Vorteil. Aber nicht viel.
Mittlerweile gibt es bei vielen Onlinespielen schon diverse Booster für Laute mit viel Geld.
In dem Gedankenszenario wird der Vorteil der Geldbesitzer noch größer. Können wird dabei immer mehr hintergründig.
Und wenn man dann noch (evtl.) betrügerische Tendenzen hat... oh wei.. :| :|
Aber auch für "Betrügerische und ausbeuterische" Spielsysteme gilt: es braucht keine Blockchain :ugly: All die beschriebenen Effekte können wir schon jetzt beobachten und erleben, dafür braucht es keine Crypto-Währung.
Floki
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Registriert: 25. Dez 2019, 15:41

Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Floki »

Ich habe en Cast halb durch und habe durch und muss sagen, er macht mich schlauer, habt aber mMn schon ein gewisses Grundwissen, welches er voraussetzt.

Bei den NFTs bin ich noch nicht so wirklich schlauer. Also sagen wir bspw. bei dem Shooter XY gibt es eine Sonnenbrille und dann in 10.000 facher Ausführung. Dann kann ich mir die Brille 6.456 kaufen für X € und die bei Bedarf auch weiterverkaufen und der andere Charakter trägt sie dann auch oder kann sie tragen. Ist dies so richtig?
Das ist für mich irgendwie wie diese Limited Edition von einer Cola Sorte. Schreiben es drauf, aber produzieren dann 100 Mios davon. Da hat die eine Dose auch nach 20 Jahren kaum einen Wertzuwachs. Mal sehen, wie das bei den NFTs ist. Ich finde die Idee spannend und mit den Leuten und deren Wünschen und Vermutungen zu spielen, finde ich auch nicht verwerflich, niemand der mündigen Erwachsenen muss da ja mitmachen.

Ich habe mir mal für 25 € Bitcoins gekauft vor ca. 2 Jahren. Daraus wurden ca. 250 €. Die habe ich jetzt in Ethereum hauptsächlich und auch wieder ein bisschen in Bitcoins investiert. Nur zum Spaß, völlig ohne Ahnung, ich sehe mir die den Verlauf an und werden beim nächsten Hoch, sofern es kommt, wieder verkaufen. Mir sind da die Blogs und Co zu anstrengend. Ich betrachte das mehr wie ein (Glücks)Spiel.
skade
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von skade »

Was mich gerade an NFT stört - und ultimativ auch an den geäusserten Ideen in diesem Podcast - ist die Gewönlichkeit der Ideen. Momentan sehe ich sie nur zur künstlichen Einführen von "Besitz", was ich maximal regressiv finde in einer Welt, in der Kopien maximal billig sind.
turbomaexx
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Registriert: 29. Nov 2021, 07:26

Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von turbomaexx »

Nachdem ich den Cast auch durch habe, muss ich gestehen, dass alle Ideen, die mit der Zukunft zu tun haben, wie Luftschlösser klingen. Klar ist es denkbar, dass nach Jahrzehnten ein Fanserver einen Skin per NFT implementiert. Warum allerdings sollten die Macher eines solchen Servers nicht stattdessen eine Lösung über eine Ingame Economy anstreben? An einem Verkauf eines NFT können diese dann ja kein Geld verdienen (außer, ihnen gehört eine NFT oder Crypto Trading Plattform), stattdessen wäre es sogar möglich, dass der ursprüngliche Entwickler über den ursprünglichen Smartcontract Prozente abbekommt. Also genau die, die das Spiel ja eben nicht mehr supporten. Warum sollte ein Fan so einen Patch entwickeln wollen bzw eine solche Lösung implementieren?

Was mir auch viel zu kurz kam, ist die Herkunft der Rechenpower. Die Rechenleistung kommt ja nicht aus der Luft (oder ist "einfach im Internet"), sondern kommt von vielen (vermutlich hauptsächlich privaten und Desktop-) Rechnern der Nutzer. Vor ein paar Jahren war der Stromverbrauch aller Blockchains ja schon astronomisch hoch, als dort nur Cryptowährungen gehandelt wurden. Ich weiß leider keine aktuellen Zahlen, kann mir aber nicht vorstellen, dass der Verbrauch geringer geworden ist. Worauf ich hinaus will: nutzt ein Ubisoft eine Blockchain, ist für Ubisoft die Rechenleistung gratis. Stattdessen zahlen alle, die an die Blockchain "angeschlossen" (oder wie auch immer das heißt) sind, ihre eigenen Stromkosten. In einer Zukunft, in der (sehr) viele, große Spiele von großen Publishern alle auf einer oder verschiedenen Blockchains laufen, subventionieren alle, die dieses Netzwerk stützen, die Infrastruktur mit. Natürlich ist das sehr attraktiv für Unternehmen, die Serverkosten sparen wollen, aber eigentlich dumm vom Kunden, wenn er das annimmt.
Abgesehen davon ist der Stromverbrauch eines spezialisierten Servers, der nach Ende der Laufzeit eines Spiels abgeschalten oder für einen anderen Zweck genutzt wird, bei gleicher Rechenleistung deutlich günstiger im Stromverbrauch als private Desktoprechner, die mehr Overhead mitbringen. Also auch die Umwelt würde es vermutlich danken, würden Blockchains nicht noch mehr genutzt, als sie es sowieso schon sind.

Generell noch meine Meinung zu Cryptowährungen und NFTs: bisher konnte mich noch kein Argument erreichen, das mir den wahrhaftigen Sinn der momentanen Situation klar macht. Natürlich verstehe ich das Anliegen, eine dezentrale Währung nutzen zu wollen, die unabhängig von Banken ist,finde ich auch generell gut. In der aktuellen Ausprägung haben die allermeisten Cryptowährungen allerdings keine solche Funktion, da ein Händler einfach dumm wäre, eine Bezahlung anzunehmen, die morgen schon nur noch die Hälfte wert sein kann. Außerdem noch die Sache mit dem Stromverbrauch... Aber naja, mal schauen, ob irgendwann Einsicht einkehrt oder wir unseren Enkeln erzählen können, wie wir das Klima noch schneller kaputt gemacht haben, weil jemand einen Kassenzettel für einen hässlichen Affen kaufen wollte, der ihm keinerlei Rechte an irgendwas gibt, sondern einfach nur ein Internetflex ist ;)
turbomaexx
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von turbomaexx »

skade hat geschrieben: 16. Dez 2021, 13:43 Was mich gerade an NFT stört - und ultimativ auch an den geäusserten Ideen in diesem Podcast - ist die Gewönlichkeit der Ideen. Momentan sehe ich sie nur zur künstlichen Einführen von "Besitz", was ich maximal regressiv finde in einer Welt, in der Kopien maximal billig sind.
Danke!! Wie bescheuert wäre es, ein Haus in GTA Online tatsächlich zu kaufen? Nach zwei Minuten online sind einfach alle Apartments weg, weil sich mehrere Hunderttausend Spieler gleichzeitig über einen Markt mit wenigen hundert Wohnmöglichkeiten her machen? Und dann hast du noch einen Cheater, der sich ingame Geld cheatet um etwas zu kaufen, das er danach auf Marktplätzen für echtes Geld verkaufen kann, klasse... Es hat schon einen Grund, warum man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt z.B. Bei GTA Online kein Geld mehr gegenseitig schicken konnte und noch nie Gegenstände handeln. Vermutlich auch ein Grund, warum der Steammarkt nicht in Spielen direkt eingebunden ist, sondern für Handel immer auf Steam weitergeleitet wird.
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DieTomate
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von DieTomate »

Podcast gehört. Ich verstehe es immer noch nicht. Klingt nach viel Hype um heiße Luft. Oder ich bin zu dum.
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Smutje187
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Smutje187 »

skade hat geschrieben: 16. Dez 2021, 13:43 Was mich gerade an NFT stört - und ultimativ auch an den geäusserten Ideen in diesem Podcast - ist die Gewönlichkeit der Ideen. Momentan sehe ich sie nur zur künstlichen Einführen von "Besitz", was ich maximal regressiv finde in einer Welt, in der Kopien maximal billig sind.
Beinahe so, als ob Kryptowährungen und NFT von libertären Fundamentalisten entworfen worden wären? ;-)
Soeck666
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Soeck666 »

Interessanter Podcast, aber im allgemeinen zu positiv formuliert
André hat sein bestes getan um Probleme aufzuzeigen wurde aber von könnte könnte könnte überrollt

Bin noch nicht durch, aber es wirkt sich sehr als würde der Gast ein wenig investiert sein...

Wer ein wenig kritischere Einblicke Hagen möchte sollte mal in dem (schon von André im SoF Altbier empfohlenen) Podcast 'behind the Bastards' reinhören

Dort ist eine ausführliche Geschichte der krypto (und wie alt die Technologie eigentlich ist) zu hören, sowie eine nicht ausschließlich negative Sicht auf Nfts.


Für mich selbst wirkt es nach cyberpunk Mist
Zweiklassen, die coiner und no-coiner, how plötzlich nicht mehr auf Messen können weil sie sich nicht vor 5 Jahren ein nft gekauft haben das jetzt plötzlich ein Eintrittsticket ist.

Edit: die nft im gaming vision ist ja eine Katastrophe
Ich denke nur an das housing in ff14 das finite Bauplätze hat, was dazu führt das Spieler Tag und Nacht die Bauplätze campen wenn eines frei wird um der erste zu sein, der es schafft auf kaufen zu klicken

Das auf eine ganze Spiele Ökonomie auszuweiten sorgt nur für ein circlejerk für Leute mit viel Geld

Und was die Spiele angeht wo man zwar investieren kann, aber wo es noch kein Spiel gibt, die solten sich mal mit earth 2 beschäftigen
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Vinter
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Vinter »

Das einzige, was ich aus dem Podcast heraushöre ist, dass Blockchain, NFTs und Co die Videospiele kaputt machen werden. Das richtet sich dann nämlich nicht mehr an Spieler, sondern an die selben Zocker, die jetzt schon im virtuellen Casino stehen und wetten. Die selben Glücksritter, die uns wegen der abwegigen Chance auf den Hauptgewinn jetzt schon den Grafikkartenmarkt kaputt machen, weil sie Crypto minen wollen, machen uns dann auch die Software kaputt, weil die Hersteller an diesen Leuten mehr verdienen.

Ich hab im gesamten Podcast nicht einen Satz gehört, bei dem ich dachte, dass das eine spannende Idee wäre. Das sind alles nur Vorwände. Und das schwingt auch kaum unterschwellig mit, egal, welche Szenarien da vom Gast entworfen werden. Am Ende geht es darum, dass die Hersteller mehr verdienen, indem sie Glücksspielmechaniken ausnutzen und den Leuten einreden, jetzt könnten sie Millionär werden, weil ihnen bei World of Warcraft ein Mount droppt. Der ganze Rest, die Verkleidung des Casinos als Videospiel, ist nur da, damit die Glückspielbehörden weiterdösen.

Ich finde das regelrecht dystopisch - es wird ja auch nicht bei Videospielen bleiben. Und zwar nicht nur, weil dass der Traum von anarcholibertären Sozialdarwinisten ist, der, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr abgeschaltet werden kann, sondern auch, weil wir nebenbei für die Blockchain unseren Planeten abfackeln.
Ankündigungssaison 2021:

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Registriert: 14. Jun 2016, 14:43
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Re: Das Magazin Spezial: Blockchain, NFT, etc

Beitrag von Voigt »

Bin noch eher am Anfang des Podcasts, als ich Titel las dachte ich ja schon Andre hat sich da alleine tief eingelesen gehabt, aber mit Gast isses ja entspannter. ^^

Ich steige zwar ganz gut durch, fand aber die Tangente mit den Stable Coins eher unnötig, und auch so das Namedropping der verschiedenen Coins am Anfang so, ist ja eigentlich unnötig zu erwähnen.

Ansonsten was ich bisher so mitnahm:
Blockchain ist ja ähnlich zu Torrents, da die ja auch Leute brachten die die Daten weiter verteilten.
NFTs sind als Token quasi jeweils eine eigene Krypto-Währung, bloß halt als Währung mit Größe 1 und Unteilbarkeit definiert. Daher kann man immer nur die gesamte Währung/Token transferieren.
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