Kann man fürs Gaming zu alt werden!

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Floki
Beiträge: 330
Registriert: 25. Dez 2019, 15:41

Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von Floki »

Je mehr ich über das Thema nachdenke und versuche zu verstehen, was sie geändert hat, dann komme ich als aktuelle Arbeitshypothese zu dem Punkt:
"Die Spiele waren damals entschleunigter. Durften sie auch sein, denn Zeit war keine Mangelware."

Wenn ich mir heute ein AC Valhalla vornehmen sollte, dann weiß ich bei Launch direkt, dass es ca. 100 Guides in allen Sprachen bei YT gibt, sodass ich meine Spielzeit min maxen kann. Das stresst mich total, denn ich bin dann auch noch so dumm und gucke mir das an. Vielleicht habe ich einen Kniff noch nicht verstanden oder ich kann Zeit sparen. Zeit ist Mangelware mit steigendem Alter, sad but true.

Und wenn ich dann schaue, merke ich, wie das Spiel zu einer Optimierungsorgie verkommt und ich ich irgendwann da sitze und denke: "Du solltest Spaß bringen, los, tu' es. Das ist doch langweilig." Mit Abstand betrachtet kann sowas doch keinen Spaß bringen, zumindest nicht für mich.
Naja und dann kommt auf den Punkt: Es ist die Zeit. die knapp wird und das Game hat nur wenig Chancen, sofort zu zünden - ein neues Game ist ja auch nur ein Abo weit digital entfernt, ich muss nicht einmal aufstehen. Und dann ist man es selber, der sich geändert hat oder alt geworden ist und nicht die Spiele.

Mastertronic
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Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von Mastertronic »

Ich bin jetzt 46 und gehöre fast zur 1. Generation Gamer.. Habe 1981 oder so mit dem Atari 2600 angefangen, dann C 16 (O Gott), C64 (Epyx rules), Sega Master System (bestes Volleyball ever..), Amiga (Cinemaware rules), Div PCs (kein Bock mehr auf aufrüsten gehabt), PS 1-5 (Sony Yeah !) und dann noch zu Nintendo DS, 3 DS, Nintendo Wii, Wii u, Switch .. und trotzdem würde ich mich nicht als klassischen Gamer bezeichnen, da auch bei mir das daddeln (sagt heute glaube ich auch keiner mehr) über die letzten 40 Jahre immer sehr phasenweise war und das ist auch jetzt noch so.

Habe gerade 130 Std in AC Valhalla versenkt auch RDR 2 habe ich durchgespielt - Skyrim sicher 100 Std - Mariokart vermutlich über 1000 Std auf allen Systemen- Besitze aber auch große Lücken - habe den Bioshock Hype verpasst - mir zwar jetzt nochmal die Collection geholt, wollte das nachholen, fand es aber nicht so dolle - Mass effect auch nie gespielt.. kein Souls Like bisher auf der Agenda oder auch Diabolo nie gespielt.

Durch Corona ist daddeln bei mir aber derzeit auch wieder viel mehr geworden - man kann ja sonst auch nicht viel machen..

Ich finde durch die konstante technische Weiterentwicklung bleibt das Hobby aber irgendwie immer aktuell und es gibt immer was zu erleben. Damals habe ich bei Pitfall 2 gestaunt, dann bei Defender of the Crown und jetzt eben bei AC Valhalla. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass dies Hobby für mich mal die Magie verliert, die es inne hat - und wenn ich mal 80 werden soll, werde ich bei COD wohl auch keine Highscores mehr hinbekommen, das wird aber auch jetzt schon nichts mehr - finde das Cold War übrigens mega..

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LegendaryAndre
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Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von LegendaryAndre »

bluttrinker13 hat geschrieben:
17. Mai 2021, 13:15
Gute Frage, ich habe da keine konkreten Vorstellungen da altersgerechte Interfaces und Eingabetechnologien mE großenteils noch entwickelt werden müssen, für Leute ab 65+. Ich kann mir vorstellen, dass bspw Sprachsteuerung und großflächige Eingabegeräte wie Handschuhe ein Weg wären. Alternativ, Kopplung an Gehirnströme (wie jetzt schon bei körperlich Behinderten in Entwicklung), auch wenn die Technologie sicherlich noch 20 Jahre bis zu einer kommerziellen Reife braucht.
Auf der anderen Seite müssen sich die Spiele für alte auch selbst anpassen, und alles was mit Reaktionsschnelligkeit und/oder Feinmotorik zu tun hat, zurückschrauben in favor of andere Sachen, wie Story, Interaktivität oder einfach lauter kaum merkliche assists. Aktuell geht das ja eher über den Schwierigkeitsgrad, aber ich denke, wenn die Käuferschicht der Gamer die 65+ sind größer wird, werden sich hier noch eigene Subgenres ausbilden, die dann andere Schwerpunkte legen. Weil wie gesagt, keiner von uns würde doch irgendwann aus Altersgründen aufhören wollen, allein, der Verfall wird irgendwann schon zu einem Problem werden. Schwierig wird dann auch der kognitive Verfall, insbesondere, also wie man damit konstruktiv umgeht.
Klingt interessant! Vielleicht arbeiten dann Implantate von Neuralink in unseren Köpfen. ;) Da ich dazu nichts Kluges beizutragen habe, beende ich den Post indem ich mich offen frage ob es im Singleplayer-Modus nicht auch alternativ zum Schwierigkeitsgrad eine Anpassung der Spielgeschwindigkeit an die Reaktionszeit (nach einem Test) geben könnte?

:auto-swerve:

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bluttrinker13
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Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von bluttrinker13 »

LegendaryAndre hat geschrieben:
17. Mai 2021, 18:16
Klingt interessant! Vielleicht arbeiten dann Implantate von Neuralink in unseren Köpfen. ;) Da ich dazu nichts Kluges beizutragen habe, beende ich den Post indem ich mich offen frage ob es im Singleplayer-Modus nicht auch alternativ zum Schwierigkeitsgrad eine Anpassung der Spielgeschwindigkeit an die Reaktionszeit (nach einem Test) geben könnte?
War ja bei Echtzeitstrategiespielen anno dunnemals schon möglich. Map zu voll? Einfach Geschwindigkeit runterregeln und den Mammutpanzern, Erntern und was sonst so fleucht beim rumzuckeln zusehen, dabei gemütlich Entscheidungen treffen. :lol: Also ja, Skalierung der Geschwindigkeit wäre definitiv eine Möglichkeit, sehe ich auch so.

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LegendaryAndre
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Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von LegendaryAndre »

bluttrinker13 hat geschrieben:
17. Mai 2021, 18:23
War ja bei Echtzeitstrategiespielen anno dunnemals schon möglich. Map zu voll? Einfach Geschwindigkeit runterregeln und den Mammutpanzern, Erntern und was sonst so fleucht beim rumzuckeln zusehen, dabei gemütlich Entscheidungen treffen. :lol: Also ja, Skalierung der Geschwindigkeit wäre definitiv eine Möglichkeit, sehe ich auch so.
Das hatte ich ganz vergessen (das Alter? ;))! Für mich war Echtzeitstrategie immer das anstrengendste Genre! Command & Conquer, Warcraft etc. habe ich zwar gerne gespielt, aber dabei auch oft geflucht weil es manchmal so stressig war. Ich hatte in den 90-ern das Gefühl dass ich der einzige Mensch bin, der damit nicht gut klar gekommen ist. Danach wurde Rundenstrategie populärer und ich war glücklich. ;) Dabei sind meine Reflexe gar nicht mal so schlecht (Ego-Shooter). Gut so schnell wie Mrz in dem letzten Video bin ich nicht, aber es geht schon was. Ich mag es halt nicht in Echtzeit schnelle Entscheidungen treffen zu müssen.

Vielleicht gibt es irgendwann mal speziell ausgerichtete "Senioren-Turniere" bei Shootern, quasi als Bingo der neuen Generation ... ;) Oh Gott, ich glaube das würde das Ego nicht verkraften, da mitzumachen. Gut, aber noch bin ich noch recht weit von diesem biblischen Alter entfernt.

Um nicht nur "dumm" zu schreiben: ja, die Skalierung der Geschwindigkeit in Spielen könnte alternativ zum Schwierigkeitsgrad eine gute Lösung für ältere oder allgemein beeinträchtigte Spieler sein! Vielleicht als übergeordnete Funktion im Konsolenbetriebssystem, sodass die Spieleentwickler keinen großen Aufwand haben.

Askaguel
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Registriert: 16. Mai 2021, 20:06

Re: Kann man fürs Gaming zu alt werden!

Beitrag von Askaguel »

Sehr schönes Thema!

Ich gehöre auch schon einer älteren Generation an und kann die Spiele dennoch mit zunehmenden Alter besser genießen und auch Wertschätzen. Früher saß ich am Wochenende vor dem Amiga500 von früh bis spät, das änderte sich mit Ausbildung und Beruf etc. doch nun sitze ich am Wochenende wieder von früh bis spät vor dem PC, da ich erstens keine Kinder habe und zweitens nicht mehr das Gefühl habe Schule und Ausbildung für eher Nebensächliches wie Computerspiele zu vernachlässigen. Von der Quantität hat sich meine Spielerfahrung aber hin zu einem qualitativen Mehrwert des Spielerlebens gewandelt, dank dieses Podcasts und dem Internet an sich hat man mehr Informationen, Hintergrundwissen und Lore zu den Spielen. Auch möchte ich eher wieder Solo-, als Onlinespiele spielen, da ich einen guten Spielinhalt, sei es von mechanischer oder narrativer Seite her doch eher Wertschätze und genießen kann als früher und mich auf das Verhältnis von Spiel und Spieler, von den Intensionen der Programmierer und einer durchdachten Spielwelt mehr beeindrucken lasse, welche im besten Fall eher eine Immersion bietet als der soziale Aspekt von Multiplayerspielen, wo mir manchmal die Botschaft der Spielwelt an den Spieler verloren geht.

Also im Grunde genieße ich Spiele wie guten Sommerwein und mit zunehmenden Alter wird das Spielevergnügen eher mehr als weniger, meine Reaktionen lassen vielleicht nach, aber die "Landschaft" genieße ich doch etwas mehr als früher auch ohne den Highscore erreicht zu haben.

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