Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

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Otis
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Re: Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

Beitrag von Otis »

Ich finde, Ihr hängt Euch jetzt ein bisschen zu sehr an dem Begriff Mischform auf. Ich bezog dabei das Wort Mischen auf den Grad der Interaktivität, nicht darauf, dass sich buchstäblich Spielabschnitte und Filmabschnitte abwechseln. Nenne ich es meinetwegen Zwischenform oder Günther.

Mich interessiert dabei eben, warum man von Spielen mit "weniger Gameplay" grundsätzlich abgeneigt ist, dann aber sozusagen Spiele ganz ohne Gameplay, also Filme, völlig normal konsumiert. (Mit grundsätzlich meine ich das Interesse an dieser Medienform allgemein. Dass es immer das eine oder andere Beispiel gibt, das einem doch gefällt, ist klar.)

Ehe es zu Missverständnissen kommt, ich meine das nicht als Angriff und unterstelle auch keinen Widerspruch oder so, ich finde das einfach mal als Gedanken interessant, dass da offenbar eine Art Schranke existiert, wo man sagt, okay, jetzt komplett passiv ist wieder was anderes.

Die Charakterisierung als Film, wo man aber ab und zu einen Knopf drücken muss, damit es weitergeht, finde ich unpassend und zu vereinfachend, denn Ziel ist es, dass die Erfahrung durch die Interaktivität eben anders, im Idealfall bereichert ist. Es ist schon ein Unterschied, ob ich z.B. einen Horrorfilm gucke, der ab und zu pausiert, bis ich wieder auf Play drücke, oder aktiv selber den dunklen Gang entlang steuere, die Kamera bewege usw., auch wenn ich in dem Sinne kein irgendetwas bewirkendes Gameplay habe. Dass das vielleicht nicht jedes Spiel so überzeugend hinbekommt, ist eine andere Sache, aber es ist ja auch nicht jedes "normale" Spiel gut und auch nicht jeder Film.
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Sebastian Solidwork
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Re: Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

Beitrag von Sebastian Solidwork »

Otis hat geschrieben: 20. Okt 2021, 12:02 Mich interessiert dabei eben, warum man von Spielen mit "weniger Gameplay" grundsätzlich abgeneigt ist, dann aber sozusagen Spiele ganz ohne Gameplay, also Filme, völlig normal konsumiert.
Ich bin mir nicht sicher was du hier meinst.
Meinst du mit ersterem sowas wie Edith wo weniger herausforderndes Gameplay ist?
Und mit zweiterem z.B. TloU? Oder mehr Heavy Rain?

Zumindest TloU hat ja auch (herausforderndes) Gameplay. Nur erfährt man dadurch kaum die Geschichte.

Bei Heavy Rain ist man ja mehr Regisseur seines eigenen Films.

Falls es Edith vs Heavy Rain ist, ist meine Vermutung:
Die interaktive Erfahrung eines Edith ist für diejenigen (noch?) zu neu- und fremdartig. Ihn fällt es schwer Zugang dazu zu finden. (Das ist nicht abwertend oder beleidigend gemeint!). Es ist Lernprozess sich an diese neue Art von Erfahrung zu gewöhnen. Hier wird Interaktion nicht als Herausforderung verwendet sondern zum Vermitteln einer bestimmten Erfahrung.
Heavy Rain ist als audiovisuelles Erleben näher an den bisherigen Gewohnheiten, dem Film. Immer noch vergleichsweiße passiv erfährt man die Gesichte und ist dabei mehr Zuschauer anstatt "mitten drin".


Mir dein Kommentar sehr. Gerade im letzten Absatz finde ich mich inhaltlich wieder.
Dann lass uns über Günther reden :D
Das wichtigste finde ich es die Spielekonzepte klar zu trennen.
Edith != Heavy Rain != TloU
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Otis
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Re: Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

Beitrag von Otis »

Sebastian Solidwork hat geschrieben: 20. Okt 2021, 16:45Ich bin mir nicht sicher was du hier meinst.
Meinst du mit ersterem sowas wie Edith wo weniger herausforderndes Gameplay ist?
Und mit zweiterem z.B. TloU? Oder mehr Heavy Rain?
Würde das gar nicht um die Herausforderung herum definieren, aber ja, mit ersterem meinte ich Spiele dieser Art, auch wenn ich im Nachhinein eigentlich finde, dass Edith vielleicht gar kein so gutes Beispiel ist, da es mit seinen Minigames ab und zu ja schon verhältnismäßig viel Gameplay hat.

Mit dem zweiten meinte ich tatsächlich Filme. Also Snakes on a Plane und was es noch so gibt.
Das wichtigste finde ich es die Spielekonzepte klar zu trennen.
Das erweist sich als gar nicht mal so einfach. Die moderne Spielelandschaft bedeutet ja gerade, diese Trennung aufzuheben und … Mischformen :ugly: zu bieten.
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echtschlecht165
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Re: Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

Beitrag von echtschlecht165 »

was ich meinte, waren hauptsächlich die grossen AAA Produktionen, bei denen sich Gameplayszenen und Cutszenes abwechseln, und nur selten ineinanderfliessen.
Was mich aber dabei meist richtig stört ist, wenn das erzählte nicht zum gespielten passt.
Beispiel Uncharted: Ich spiele in den Gameplayabschnitten einen psychopathischen Massenmörder, der auf der Suche nach antiken Schätzen buchstäblich über Leichen geht und dessen einziges Mittel zur Konfliktbewältigung die Schusswaffe ist.

Und in der darauffolgenden Cutszene wird mir dieser Typ dann als sympatischer Buddy und Familienmensch präsentiert.
Sorry, aber das ist Murks.

Mir ist am liebsten, wenn es das spiel schafft aus seinem Gameplay die Geschichte zu kreieren, die ich mir im Kopf dann selbst ausmalen kann.
Das geht super bei Paradoxspielen, bei Rimworld, aber auch bei Sportspielen.
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CybernetikFrozone
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Re: Warum ist mir Story in Spielen (fast) nicht wichtig? Und bin ich damit der einzige, dem es so geht?

Beitrag von CybernetikFrozone »

Wird es zu dem Thema ein oder zwei Podcasts geben?
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