Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

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dnagel_
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Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

Beitrag von dnagel_ » 15. Feb 2018, 20:38

Hallo zusammen,

ich bin der Neue hier im Forum und begrüße euch alle ganz herzlich. Vor dem Eröffnen des Themas habe ich natürlich die Suchfunktion bemüht, aber keine konkrete Entsprechung gefunden. Wenn es doch etwas in der Art gibt, lasst es mich bitte wissen.

Jetzt, wo die Formalitäten geklärt sind, komme ich zu meinem Vorschlag. Dazu muss ich allerdings erst ein wenig Kontext herstellen. Als Vater eines 13-Jährigen und leidenschaftlicher Videospieler habe ich diese Vorliebe vermutlich an ihn weitergegeben. Gaming ist ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen Miteinanders und stets ein spannendes Gesprächsthema. Allerdings beobachte ich meinem erweiterten Bekanntenkreis einen erschreckend arglosen Umgang mit Spielen auf allen ebenen. Familie A erzieht ihr Kind zum Lootbox-Junkie, Familie B ist der Meinung, dass man sich mit diesem "Kinderkram" nicht auseinandersetzen soll und die Cover von Witcher, GTA V und vergleichbaren Spielen doch hinreichend belegen, dass Kinder sich damit unreflektiert auseinandersetzen sollen und können. Natürlich ist mir klar, dass es hier auf die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Kindes ankommt, aber ich finde, diese Eltern machen es sich eine Spur zu einfach.

Sind nicht gerade Musik, Bücher, (früher mal) Fernsehen, Youtbue und Games tolle Möglichkeiten, seinen Spross auf seiner Reise des Erwachsenwerdens zu begleiten?

Mir geht es explizit nicht um Lootboxen, Spielesucht und Gewalt, die durch das Verhauen von Schweinen in Minecraft ihren Weg in die Schule findet, oder aber auch um Spiele als pädagogisches Werkzeug, sondern mehr um Eindrücke, Wahrnehmungen, Meinungen zu einer Welt, in der ein Kind zwar Mortal Kombat nicht kaufen darf, sich aber ohne Probleme eine Compilation aller Fatalaties im Netz ansehen kann.

Andre hat zu diesem Thema häufig seinen Vater erwähnt und Jochen seine Nichte, aber vielleicht kann man das Thema etwas detaillierter betrachten und vielleicht Wolfgangs Meinung als Senior und Macher von Spielen auch mit einfließen lassen. Mich würde es sehr freuen.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit,

Daniel

danand
Beiträge: 41
Registriert: 13. Jan 2017, 10:14

Re: Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

Beitrag von danand » 16. Feb 2018, 12:44

Zu dem Thema kann ich bestimmt auch etwas beisteuern.

Bei uns sind die Kinder noch ganz klein (fast 5 und fast 2 Jahre), aber bei uns treffen zwei Lebenskonzepte aneinander. Einerseits bin ich leidenschaftlicher Gamer, andererseits ziehen wir unsere Kinder mit nahezu keinem Medienkonsum auf. Der Fernseher im Wohnzimmer ist eigentlich seit fast 5 Jahren ausgeschaltet, solang die Kinder wach sind. Bei den Kids sind uns Dinge auf einmal wichtig, die in unserer Kinderlosen Zeit eigentlich egal waren: Malen, Basteln, "Musik" machen, draußen spielen - Halt die ganzen sinnlichen Erfahrungen anstatt der medialen Erfahrung durch TV, Computer, Tablets oder Mobiltelefone.

Natürlich ergeben sich dadurch komische Situationen, wenn unsere Kinder halt eben nicht mit Dingen wir die Disney-Merchandise etwas anfangen können. Da schauen Erzieher im Kindergarten komisch, wenn das Kind nicht weiß wer Königin Elsa oder Darth Vader ist.

Anderseits habe ich einen Gaming-PC, PS4, VR-Brille, Vita und Gameboy. Auch NetFlix und Co sind wir für uns als Erwachsene nicht abgeneigt.

Wir wollen unseren Kindern diese Welt natürlich nicht vorenthalten aber wann ist der richtige Zeitpunkt dazu ?
Als Eltern steckt man irgendwie immer in eine unterbewussten Wettstreit mit anderen Eltern, mit Kinderärzten und und ... Gefühlt gibt es immer Dinge die man vielleicht mehr fördern sollte (Wie ? Ihr Kind krabbelt noch ? Mit X Monaten kann ein Kind doch schon sprechen? Motorisch müsste mit diesem Alter schon dies oder das gehen ... ).

Jetzt kommt da dieses Gaming dazu, was seit Jahrzehnten von Medien und Pädagogen schlecht geredet wird und obwohl wir als Eltern daran Spaß haben, ist es schwer die richtige Balance bzw. den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden.

Ich arbeite in der IT, meine Frau ist Erzieherin im Kindergarten (Noch in Elternzeit). Die Erfahrungen mit den anderen Kindergartenkindern meiner Frau in Sachen Filme und Videospiele waren schon ziemlich krass. Genug Kids im Kindergarten (!) kennen und spielen Resident Evil oder GTA. Die Effekte dadurch konnte zumindest meine Frau dadurch ziemlich genau erleben.

Es gibt wirklich viele Aspekte im Bereich Kinder und Videospiele. Da würde ich mich gerne einbringen.

Gruß,

Daniel

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Alienloeffel
Beiträge: 361
Registriert: 9. Feb 2017, 14:35

Re: Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

Beitrag von Alienloeffel » 16. Feb 2018, 13:04

Willkommen im Forum!

Ich persönlich habe keine Kinder und kann daher nur Erfahrungen aus der Kinderperspektive beisteuern. Wir hatten einen NES im Haus seit ich 5 oder 6 war. Natürlich war an der Konsole spielen immer der heiße Scheiß, allerdings durfte ich auch nicht immer und so lange spielen wie ich wollte. Das wurde dann über Regeln wie "1 Stunde am Tag" festgelegt. Dementsprechend waren Videospiele aber trotzdem sehr früh präsent. Mit ca. 10 Jahren habe ich dann einen eigenen kleinen Fernseher bekommen, mit dem ich dann später auch das N64 betreiben durfte, dementsprechend wurde mit den Kumpels dann oft gespielt. Auch bei denen war die nötige Hardware im Kinderzimmer. Auch heute verbringe ich gerne Zeit mit Spielen, und vermutlich schwingt da auch ein "hast du ja schon immer gemacht" mit, aber ich denke nicht das sowas schlimm ist.
Ich weiß nicht ob man einen zeitpunkt festmachen sollte, ab dem man den Zugang zu Videospielen erlaubt oder weiter öffnet. Ich glaube auch nicht, dass das im Regelfall einen Unterschied macht. Viel mehr denke ich, dass die generelle Verfügbarkeit von Medien in diesen Tagen einen Einfluss hat und haben wird. Als Elternteil sollte man schon schauen, dass sein 5jähriger eben nicht Resident Evil spielt. Solange man generell eingebunden ist und man auch Spaß am Spielen hat kann man da einen guten Überblick haben und man verbringt gleich Zeit zusammen. Sollte ich mal Kinder haben und eben jenes Kind spielt Megaman 2 irgendwann mit mir durch wäre das doch traumhaft!

dnagel_
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Re: Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

Beitrag von dnagel_ » 22. Feb 2018, 15:50

@danand: Danke für deine Meinung. Ich stimme dir zu und begrüße das gewählte Lebenskonzept. Etwas vergleichbares haben wir auch versucht, aber über kurz oder lang haben uns Kindergarten und Schule, Freunde und die liebenswerten Großeltern einen Strich durch diesen Plan gezogen. :roll:
Bei den Kids sind uns Dinge auf einmal wichtig, die in unserer Kinderlosen Zeit eigentlich egal waren: Malen, Basteln, "Musik" machen, draußen spielen - Halt die ganzen sinnlichen Erfahrungen anstatt der medialen Erfahrung durch TV, Computer, Tablets oder Mobiltelefone.
Oh ja. Es ist eine kleine Zwickmühle. Auf der einen Seite beneide ich die junge Generation darum, in einer Welt aufzuwachsen, die mehr Science Fiction Aspekte aufweist, als wir uns im gleichen Alter hätten vorstellen können, andererseits wüsste ich nicht, ob ich als junger Mensch mit diesem medialen Überangebot zurechtgekommen wäre. Vermutlich ist es wirklich wichtig, dem Nachwuchs aufzuzeigen, dass Gaming eine Form des Spielens ist, aber eben nicht die einzige. Und hier schlage ich mal den Bogen zu @alienloeffel: ich bin auch ähnlich medial selbstbestimmt aufgewachsen und habe das Gefühl, dass die "Nintendo-Zeiten" (oder Commodore-Zeiten, ...) sich im Vergleich zu heute anders angefühlt haben, wenn man gemeinsam gespielt hat. Zumindest bei uns waren Spiele wie Zelda oder Maniac Mansion nicht nur am Bildschirm ein Zeitvertreib, sondern auch auf dem Pausenhof, dem Rücksitz oder in der Halbzeit auf dem Bolzplatz. Man hat sich ausgetauscht, sinniert, Karten gezeichnet und die Spiele so auf einer anderen Ebene erlebt. Durch die unendliche Verfügbarkeit jeder Information hat sich diese Kommunikation verlagert. Man empfiehlt sich jetzt youtube-Anleitungen zu effektiven NBA-Charakteren, Clash Royal-Strategien oder Minecraft Hacks.

alienloeffel und danand, ihr habt beide den "richtigen Zeitpunkt" mit einem großen Fragezeichen versehen - beeinflusst durch außen und besonders diesen unsäglichen Wettbewerb. Könnte eine mögliche - gewagte - These sein, dass sich die heranwachsenden Menschen ihren Zeitpunkt für den Einstieg unweigerlich selber suchen und wir einfach nur ein wenig mehr Vertrauen haben müssen? Aber ohne die Taschenlampe zu weit wegzulegen, wenn der Slenderman sich mal wieder unterm Bett oder im Schrank versteckt :D

Offtopic: Bei uns in Niedersachsen ist Medienkompetenz leider noch kein eigenes Schulfach, sondern stets ein Aspekt von anderen Fächern. Ist das bei euch auchs so?

danand
Beiträge: 41
Registriert: 13. Jan 2017, 10:14

Re: Themenvorschlag: Eltern, Kinder und das liebe Spielen

Beitrag von danand » 13. Mär 2018, 15:30

Hi Daniel,

Ich konnte lange nicht ins Forum schauen (Erkältung), daher erst jetzt die Antwort:
Meine sind ja noch im Kindergarten, sodass ich dazu noch nix sagen kann.

In meinem Fall werde ich das Thema Medienkompetenz wohl eher als Familienvater mit meinen Kids durcharbeiten. In wie weit dies in der Schule nach meiner Auslegung "richtig" oder "falsch" durchgeführt wird, kann ich nicht beurteilen.

Ich kann mich auch noch gut an die Schulhof / Freizeit-Diskussionen rund um die Spiele in meiner Kindheit erinnern. Vor allem habe ich immer noch wie ein Foto in meinem Gedächtnis die Situation im Schulflur. Ich sprach mit einem Kumpel über Zack Mc Kraken: "Ich brauche noch einen goldenen Schlüssel für XYZ ..." - In dem Moment kommt mein Englisch Lehrer um die Kurve und sagt: "Daniel, du solltest lieber den Schlüssel für die englische Sprache finden". Hach was fand ich das damals blöd! ;-)

Gruß,

Daniel

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