Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

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StarShadow
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Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von StarShadow » 12. Sep 2016, 01:54

Kurz. Spieler lieben oder hassen es. Viele Spielemagazine tun sich sogar schwer mit ihren Bewertungen und werten es im Falle der Gamestar sogar nachträglich hoch.

Für mich deshalb ein Spiel, über das sich vortrefflich diskutieren lässt.

Sind seine Spielmechaniken und das kaum geskriptete Alien wirklich unfair? Oder sind manche Gamer zu „dumm“ seine Mechaniken und den Sinn derer zu verstehen? Wurden sie über die Jahre so konditioniert, dass sie mit dieser Art von Spielen nicht mehr klar kommen? Brauchen sie ein Spiel welches ihnen genau sagt was zu tun ist? Muss das Alien berechenbar sein? … etc. etc. etc.

Habe mir einige Let´s Play angeschaut und war sehr überrascht wie schlecht, selbst erfahrene, Gamer mit diesem Spiel klarkamen. Sie versuchten das Spiel mit ihren erlernten Spielweisen zu meistern und scheiterten dabei meist kläglich. Waren danach schnell frustriert und spielten bisweilen wie blutige Anfänger. (Keine richtige Nutzung der Umgebung bzw. von Geräuschen oder Items. Überforderung mit dem ungeskripteten Verhalten z.B. Lernfähigkeit des Aliens. etc.)

Im Übrigen möchte hier nicht als Fanboy rüberkommen. Das Spiel hat seine Schwächen und Fehler aber auch seine Stärken, die für meinen Geschmack aus vielen verschieden Gründen nicht richtig gewürdigt wurden.

Es ist kein Shooter und auch kein klassisches Schleichspiel, mit spielerische Ecken und Kanten, und dennoch ein erfrischendes, beängstigendes, forderndes und belohnendes Spielerlebnis zugleich. Seine gesamte Atmosphäre ist überragend und wird selten in anderen Spielen erreicht.

Im Vergleich zum restlichen Einerlei in jeden Fall ein Ausnahmetitel über den es sich zu sprechen lohnt. Stoff für einige „Auf ein Bier“ Podcast´s.

Grüße…

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Heretic
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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Heretic » 12. Sep 2016, 12:00

Ich habe laut Steam ca. 8 Stunden im Spiel verbracht und bin bisher ganz angetan. Mir gefällt der langsame, atmosphärische Einstieg, der die ersten Begegnungen mit dem Alien noch heftiger wirken lässt. Als alter "Thief"-Veteran komme ich mit der Spielmechanik gut klar. Das unberechenbare Verhalten des Alien lässt zwar ein paar Frustmomente entstehen, aber es wäre doch recht öde, wenn das Alien nur festgelegte Routen ablaufen würde. Bin gespannt, ob das Spiel das bisherige Niveau bis zum Ende halten kann.

Und allein schon wegen "Teewagengate" (GamersGlobal-User wissen Bescheid :mrgreen: )hat das Spiel einen Eintrag in der Liste legendärer Spiele verdient.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 12. Sep 2016, 13:37

Hab vor Kurzem mal ne Stunde reingespielt, das Alien aber noch nicht gesehen. Die Suchspiele fand ich aber schon extrem nervtötend am Anfang. "Hast du auch fein alle Wände und Ecken abgesucht? Guck doch nochmal in die Nische da vorne rein!" Das ist halt "Staubsaugroboter - the game". Hoffe, das wird noch erheblich besser.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von W8JcyyU » 12. Sep 2016, 16:35

Nachtfischer hat geschrieben:Hab vor Kurzem mal ne Stunde reingespielt, das Alien aber noch nicht gesehen. Die Suchspiele fand ich aber schon extrem nervtötend am Anfang. "Hast du auch fein alle Wände und Ecken abgesucht? Guck doch nochmal in die Nische da vorne rein!" Das ist halt "Staubsaugroboter - the game". Hoffe, das wird noch erheblich besser.
In den ersten anderthalb Stunden ist in Alien Isolation das Raumschiff Sevastopol die Hauptattraktion. Das kann sich durchaus etwas ziehen. Fehlt Dir nach 3 Stunden immer noch die Begeisterung, kannst Du's zur Seite legen.

Bei aller Liebe halte ich AI für ein undankbares Thema: Das Ding wurde auf durchweg allen Plattformen diskutiert und hat sich im Lauf der Zeit zum nicht geheimen Geheimtipp gemausert. Mehr als "find ich gut / find ich schlecht, weil ..." kann da nicht herauskommen. Andre ist in der Vergangenheit bereits in einem Podcast auf die nachträgliche Erhöhung der Gamestarwertung eingegangen - inklusive Begründung, warum ein Test bei diesem Spiel etwas schwieriger ist.

Mir fehlen da die kontroversen Punkte. Über Kritik am Spielejournalismus gibt es genügend Podcasts und bei dem ein oder anderen wird auch die Hypekultur der Spieler diskutiert. Zweitere dürfte ein Grund für die mangelnde Geduld und Einarbeitungsbereitschaft sein. Im Vergleich zu Soma fehlen metaphysische Motive bzw. philosophische Fragen im Allgemeinen.

AI ist in meinen Augen ein super Spiel mit wunderbar inszeniertem Horror, aber ein nur mäßig interessantes Podcast-Thema.

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Corben
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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Corben » 17. Okt 2016, 15:55

Als bekennender Alien Fan würde mich zumindest ein halber Podcast über dieses Spiel interessieren. Denn was man nicht ausser acht lassen sollte, ist der Faktor, daß dies eines der wenigen Spiele ist, die sich ideal für ein Let's Play eignen.
Lässt sich der Let's Player auf die Atmosphäre des Spiels ein... ergibt das eine super Unterhaltung. Besonders wenn man das Spiel auch selbst schon gespielt hat, und in etwa weiss, wo es lang geht.

Ein Podcast-Thema müsste sich ja nicht unbedingt nur auf Alien: Isolation beschränken, es gibt noch diverse andere Alien-Games, inkl. der Alien vs. Predator-Reihe. Damit ist viel Diskussionsstoff gegeben ;)

Klar, wer sich für das Thema interessiert wird bereits die meisten Fakten wissen, aber vielleicht lassen sich noch ein paar weitere Hintergrundinformationen recherchieren, gerade bei Aliens: Colonial Marines könnte da noch etwas zutage gefördert werden.
So long, Corben

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 17. Okt 2016, 16:01

W8JcyyU hat geschrieben:In den ersten anderthalb Stunden ist in Alien Isolation das Raumschiff Sevastopol die Hauptattraktion. Das kann sich durchaus etwas ziehen. Fehlt Dir nach 3 Stunden immer noch die Begeisterung, kannst Du's zur Seite legen.
Habe das Ding übrigens noch einige Stunden weitergespielt, um einen Eindruck zu bekommen, was sie mit dem "tollen, dynamischen" Alien denn genau gemacht haben. Leider hat sich das Ganze als ziemlicher "random bullshit" herausgestellt. Die meisten Tode waren schlicht "duh"-Momente. Und der schnellste Weg zum Erfolg scheint einfach das wiederholte Anrennen zu sein, bis das Alien zufällig mal nicht auftaucht. Und dann läuft man einfach so durch und bis auf die hart geskripteten Events passiert gar nichts. Ziemlich dämlich.

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Vinter
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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Vinter » 17. Okt 2016, 16:10

Jupp, ist auch meine Erfahrung.
Vorweg: Ich bin riesen Fan des Universums, deswegen hab ich das Spiel auch durchgespielt. Und Grafikstil, Atmosphäre, Architektur, Soundtrack usw alles extremst geil. Überhaupt keine Frage.

Aber das Spiel ist ne Vollkatastrophe. Nicht nur, dass mir das Spiel keine Angst macht, weil das Alien jedesmal meilenweit vorher zu sehen ist, was ja schon mal der gröbster Schnitzer in einem Horrorspiel ist und man relativ schnell nur noch genervt mit den Augen rollt, wenn es kommt um einen zu holen. Es ist auch voll von willkürlichen Toden in Kombination mit ständig neuem abarbeiten der Fleißaufgaben (Computer hacken, Sachen sammeln...). Ob man einen Levelabschnitt schafft oder nicht ist nach meiner Erfahrung zu 50% Glückssache. Mal taucht das Alien auf, mal nicht. Mal entdeckt es einen in seinem Versteck, mal nicht. Mal steht es direkt hinter der sich öffnenden Tür, mal nicht. Mal krabbelt es in den Lüftungsschacht, mal nicht. Und wenn man das beobachtet, dann fängt man natürlich auch ein sich einzubilden, dass das Alien auf "magische" Art und Weise immer in meiner Nähe auftaucht, man ihm also gar nicht effektiv entkommen kann. Und dann fängt man an, sich zu ärgern. Obs so ist kann ich natürlich nicht belegen, aber das war meine Empfindung und das hat während des Spielens dafür gesorgt, dass ich noch genervter war.

Ich bin einfach mal so dreist, zu behaupten, dass ich kein ganz schlechter Videospieler bin und zumindest annähernd weiß, was ich da tue - aber ich war nicht in der Lage, aus dem Spiel zu lernen und mich zu verbessern. Es war einfach, von vorne bis hinten, komplett willkürlicher Scheiß. Da kann ich auch nen Würfel werfen und bei 1 - 3 "Verloren" rufen.

Vielleicht hätte ich das anders empfunden, wenn ich Angst gehabt hätte. Aber die hatte ich eben nicht. Ein Outlast, ein Amnesia haben mich erheblich mehr ins Schwitzen gebracht als Alien Isolation. Und wenn diese Ebene wegbricht und man auf die nackte Spielmechanik schaut, bleibt wirklich nur eine Katastrophe über. Beim nächsten mal bitte das Alien wieder herkömmlich skripten, das funktioniert deutlich besser.

Und die Ironie der Geschichte: Der ursprüngliche Gamestar-Test hat das alles völlig richtig angekreidet. Und dann haben die Leute angefangen zu heulen, bis man eingebrochen ist und die Wertung hochgezogen hat.

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Dostoyesque
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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Dostoyesque » 18. Okt 2016, 17:15

Geiles, geiles artdesign, aber das Spiel selbst ist imo viiiiiiiel zu lang. Man ist auch zu 90% damit beschäftigt, Türen zu öffnen oder Schlüssel zu finden.

Imo ist die creature AI teilweise echt, echt interessant (an dieser Stelle sei mal wieder auf Miasmata hingewiesen, das sich auch an einer authentischen, "animalischen" AI versucht), es gibt wirklich viele subtile Details im Spieldesign, womit das Spiel und das Alien als Bedrohung deutlich kontrollierbarer wird, aber das "don't show the monster" Prinzip wird quasi in der ersten Szene komplett egalisiert. Leider. Im Original Alien Film sieht man das Alien so gut wie nie in seiner kompletten Form (allein schon deswegen, weil man 2 Personen gebraucht hat, um es überhaupt zu bedienen), es schlendert auch nicht durch die Gänge wie ein Mensch. Im Spiel wirkt das Ding aufgrund seiner Bewegungsmuster (seeeehr humanoid) und seiner permanenten Präsenz deutlich weniger fremdartig (um nicht zu sagen "alien" ;) ) und bedrohlich.
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StarShadow
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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von StarShadow » 18. Okt 2016, 18:16

<Ich bin einfach mal so dreist, zu behaupten, dass ich kein ganz schlechter Videospieler bin und zumindest annähernd weiß, was ich da tue - aber ich war nicht in der Lage, aus dem Spiel zu lernen und mich zu verbessern.>

Das bestätigt wieder meine Beobachtungen. Selbst manch erfahrener Spieler kommt mit der Spielmechanik nicht klar. Es wird sich Ewigkeiten versteckt oder drauflosgerannt. Hop oder Top.

< komplett willkürlicher Scheiß>

Die Aussage kann ich so nicht unterschreiben. Natürlich spielt Glück eine Rolle, wie im richtigen Leben halt auch. Das Alien steht hinter einer Tür und das nächste Mal nicht. Bei zum großen Teil nicht gescripteten Verhalten ist das nun mal so. Oder Spieler wundern sich darüber das das Alien nach dem Dritten Flammenwerfer Einsatz plötzlich nicht mehr flüchtet. Oder auf Aktion xy nach einer Weile anders reagiert als gedacht, da es sich zumindest zu einem gewissen Grad auf die Spielweise einstellt (reagiert). Kein Scripting. Noch ein Beispiel: Spieler hat sich im Schrank versteckt, schaut ständig auf den Trigger und wundert sich darüber, dass er entdeckt wird. Auch das Zusammenspiel von Geräuschen und Verhalten des Aliens wird oft vernachlässigt. Übrigens ist AI eines der wenigen Spiele wo der Sound so Spielrelevant und auch Spielmechanisch wichtig ist (auch gut umgesetzt). Ob das Spiel einem Angst macht bzw. Stresst oder nicht ist Geschmackssache (typabhängig).

Aber ich möchte hier nicht auf jedes Detail des Spiels (falsche oder richtige Vorgehensweise) eingehen. Da schreib ich mehrere Tage dran. Mir geht (ging) es auch nicht so sehr um das Spiel an sich (Schwächen oder Stärke etc.), sondern darum, dass anscheinend viele Spieler auf eine bestimmte Spielweise (in den letzten Jahren) konditioniert wurden. Macht ein Spiel etwas davon abweichend (anders) stehen viele wie der Ochs vorm Berg.

Ich würde mir einfach mehr (bessere) Spiele dieser Art wünschen. Alle rufen doch immer nach besserer KI und weniger Skript!?

Mich hat das Spiel halt an alte Zeiten erinnert wo man sich auf gewisse Dinge einlassen musste (schwer zu beschreiben). Irgendwie erfrischend anders!?

Es ergeben sich halt viele Diskussionsansätze und Sichtweisen. Auch abseits vom Spiel.

Gruss….

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 18. Okt 2016, 18:30

StarShadow hat geschrieben:Natürlich spielt Glück eine Rolle, wie im richtigen Leben halt auch. Das Alien steht hinter einer Tür und das nächste Mal nicht.
Im richtigen Leben steht es aber nur ein Mal hinter der Tür. :D

Das ist übrigens wirklich ein Punkt, der mich gestört hat. Das Spiel würde mit zufallsgenerierten Levels und Permadeath viel mehr Sinn ergeben. Dann würde man sich auch mal wirklich fürchten. Aber so bedeutet der Tod ja genau gar nichts, außer dass er nervt. Es geht einfach weiter: "Nächstes mal steht das Alien vielleicht nicht hinter der Tür!" :dance:

Aber echte Konsequenzen gehen natürlich gar nicht. Man muss dem Gameplay ja wie immer noch eine cineastische Story aufzwängen. Und das führt dann - spielerisch - zu dem, was Vinter so schön als "willkürlichen Scheiß" beschrieben hat.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 18. Okt 2016, 19:02

goschi hat geschrieben:Es ist aber nicht so willkürlich, das Spiel gibt genug Hilfsmittel um zu erkennen wo das Alien ist.
Das war jetzt gar nicht gemeint. Aber beispielsweise die Entscheidung, dem Tod seine Bedeutsamkeit zu nehmen, ist im Sinne des Spiels willkürlich.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von StarShadow » 18. Okt 2016, 19:18

goschi hat geschrieben:Es ist aber nicht so willkürlich, das Spiel gibt genug Hilfsmittel um zu erkennen wo das Alien ist.
Auch so ein Punkt mit dem viele Spieler nicht (mehr) klarkommen. Es erklärt, bis auf ein paar Texteinblendugen im Ladescreen so gut wie gar nichts.

Kein an die Handnehmen. Kein erklären der "Hilfsmittel" und deren Anwendungsmöglichkeiten und Gefahren. Kein erklären der verschiedenen Vorgehensweisen sowie das Verhalten des Aliens darauf. etc etc... der Spieler muss viele Möglichkeiten und Zusammenhänge selbst erkennen (oder auch nicht). So Mancher scheitert daran bzw. hat keine Lust sich diese Dinge zu erarbeiten.

...

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Vinter » 18. Okt 2016, 22:50

goschi hat geschrieben:Es ist aber nicht so willkürlich, das Spiel gibt genug Hilfsmittel um zu erkennen wo das Alien ist.
Wenn das Alien still hinter einer Tür wartet, gibt auch der Motionscanner Ruhe. Oder er detektiert irgendeine andere Bewegung. Hinzu kommt eben noch, dass ich das Gefühl hatte, dass das Alien schummelt und "rein zufällig" immer in meiner Nähe sucht.

Und dann nervt es einfach, wenn man unverschuldet 15 Minuten zurück gesetzt wird und wieder alles einsammeln darf. Und beim nächsten mal hat man an anderer Stelle Pech..... Auch beliebt: Man steht im Schrank, hält still, Luft angehalten und das Alien geht gezielt auf deinen Schrank zu und holt dich da raus. Möööp gehen sie nicht über Los, ziehen sie keine 4000DM ein.....

Aber ich glaube, da könnte ich drüber hinweg sehen, wenn sich nur der Horror eingestellt hätte. Aber wie Nachtfischer schon sagt: Der Tod (und die Aussicht darauf) geht nicht mit Angst und Schrecken einher, sondern mit genervt sein. Und da hat mich das Spiel tatsächlich relativ früh verloren. Es gab auch echt geile Abschnitte im Spiel, wie z.B. als man in ein anderes Schiff (?) geht und dort die Selbstzerstòrung aktiviert. Und dann plärrt die ganze Zeit der Alarm und Warnleuchten erhellen das dunkle Schiff stakkatoartig. Das war so, wie man es sich als Fan wünscht. Aber die zentrale Mechanik, das Alien, war eben kaputt.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 19. Okt 2016, 00:58

goschi hat geschrieben:Man muss sich einfach schon etwas auf das Spiel einlassen wollen.
Das forderst du ein, aber zugleich "ohne es zu exploiten". Dabei ist das bestmögliche Exploiten doch genau das ist, zu was ein Spiel den Spieler auffordert. Der beste Spieler ist der, der das Regelwerk am besten für sich ausnutzt. Nun spricht man von "Exploits" aber nur dann, wenn die beste Spielweise dämlich ist und nichts mehr mit der eigentlich vorgesehenen Spielerfahrung zu tun hat.

Existieren solche Exploits, fällt die "optimale Strategie" also nicht auch mit der interessantesten beziehungsweise vorgesehenen Spielweise zusammen, dann sind das für mich einfach eklatante Schwächen im Game-Design. Deine Forderung scheint nun zu sein, Scheuklappen aufzusetzen, um diese nicht wahrzunehmen. Das geht aber so leicht nicht, wenn sie einem erstmal bewusst sind.

Ich müsste ja dann den "guten Spieler" in mir Zügeln, damit das Spiel mir besser vorkommt als es eigentlich ist, und bin da permanent einem mentalen Zwiespalt ausgesetzt. Deine Aussage von weiter oben ("wenn man es nicht zu exploiten versucht, gewinnt das Spiel enorm") kommt mir daher ziemlich seltsam vor. Das ist ja ein bisschen wie: "Also, wenn man - insbesondere bei den Schwächen - nicht so genau hinschaut, dann ist es ziemlich super!" Uff. :P

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von W8JcyyU » 19. Okt 2016, 11:09

Vinter hat geschrieben: Aber ich glaube, da könnte ich drüber hinweg sehen, wenn sich nur der Horror eingestellt hätte. Aber wie Nachtfischer schon sagt: Der Tod (und die Aussicht darauf) geht nicht mit Angst und Schrecken einher, sondern mit genervt sein. Und da hat mich das Spiel tatsächlich relativ früh verloren.
Normalerweise vermeide ich Diskussionen zum Schwierigkeitsgrad ("Du musst es auf x/y Spielen, erst dann ..."). Aber: auf welchem Schwierigkeitsgrad habt ihr gespielt? Grund für die Frage: Wie lange das Alien in unmittelbarer Nähe zum Spieler herumtanzt, hängt wohl maßgeblich vom Schwierigkeitsgrad ab. Auf "normal" habe ich vielmals deutlich länger in Verstecken ausgeharrt als eigentlich nötig. Auf "schwer" gab es dann Szenen in denen ich dem Alien gezwungenermaßen über mehrere Minuten zuschauen musste. Als Fan genieße ich diese Momente, als Neuling führt das jedoch schnell zu Frust.

Wahrscheinlich würde ich daher beim ersten Mal "normal" empfehlen. Erspart die Warterei (etwas), das Alien bleibt tödlich und die Schießereien mit Androiden sind ohnehin ein Witz.
StarShadow hat geschrieben:Kein an die Handnehmen. Kein erklären der "Hilfsmittel" und deren Anwendungsmöglichkeiten und Gefahren.
Das ist mein größter Kritikpunkt und überhaupt nicht lobenswert. Ob ich mich ducke oder nicht, macht erst dann etwas aus, wenn das Alien direkt über mir lauert. Lüftungsschächte und Türen werden unter lautem Getöse aufgerissen und zugeschlagen - locken das Alien aber nicht an. Die Soundkulisse, genauer die Ortung des Aliens über dessen Schritte, sind bombastisch. Es ist nur überhaupt nicht nachvollziehbar, wie man die Kulisse zwar genial implementieren kann, dann aber willkürlich (logische) Ereignisse ignoriert - und dem Spieler das auch in keinster Weise vermittelt.
Nachtfischer hat geschrieben:Existieren solche Exploits, fällt die "optimale Strategie" also nicht auch mit der interessantesten beziehungsweise vorgesehenen Spielweise zusammen, dann sind das für mich einfach eklatante Schwächen im Game-Design. Deine Forderung scheint nun zu sein, Scheuklappen aufzusetzen, um diese nicht wahrzunehmen. Das geht aber so leicht nicht, wenn sie einem erstmal bewusst sind.
Da die Spielerfahrung maßgeblich vom Alien abhängt, ist AI anfällig für solche Exploits. Es gab Szenen in denen ich direkt vor dem Alien saß und es mich dennoch ignoriert hat. Aus unerklärlichen Gründen war ich nicht im Sichtfeld. Außerdem ist man geschützt sobald das Alien eine Animation, wie z.B. einen Sprung in den Lüftungsschacht, beginnt. Dann kann man lärmen so viel man will, für die nächsten paar Sekunden ist das Alien in der Animationsschleife gefangen. Im zweiten Playthrough sind mir ein paar derartige Schnitzer aufgefallen.

So sehr mir die Umsetzung des Aliens gefällt: Motivation vorausgesetzt könnte man das Verhalten des Aliens austesten und analysieren wie dynamisch das Vieh denn nun wirklich reagiert. Es gibt definitiv Schwachstellen und wahrscheinlich würde ich mir bei einer solchen Analyse die eigene Faszination zerstören. Je nach Spielweise, Gespür oder schlicht Zufall beobachtet man diese Mängel schon im ersten Durchlauf. Dann zündet AI nicht mehr.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Maverick_GER » 20. Okt 2016, 21:43

Die Diskussion hier zeigt schon, dass Alien Isolation ein kontroverser Titel ist.

Ich habe es durchgespielt und mich hat das Spiel mit allen Stärken und Schwächen begeistert.
So eine erfrischende Spielmechanik gepaart mit der genialen Alien-Atmosphäre (z.B. originale Sound-Effekte, visuelle Stilelemente, beängstigte Stimmung und schockierende Hilflosigkeit gegenüber dem Alien) habe ich so noch in keinem Spiel erlebt.

Aus diesem Grund würde mich brennend interessieren, was André und Jochen von dem umstrittenen Alien Isolation halten. :dance:

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 20. Okt 2016, 22:27

Maverick_GER hat geschrieben:So eine erfrischende Spielmechanik
Inwiefern empfandest du sie als erfrischend und nicht als in beispielsweise Amnesia oder stellenweise Outlast bereits genauso gut umgesetzt?

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Maverick_GER » 20. Okt 2016, 23:27

Nachtfischer hat geschrieben:Inwiefern empfandest du sie als erfrischend und nicht als in beispielsweise Amnesia oder stellenweise Outlast bereits genauso gut umgesetzt?
Amnesia und Outlast habe ich nicht gespielt und deshalb fehlt mir hier der Vergleich.
Bei Spielen, die in Richtung Survival Horror gehen, kenn ich mich nicht wirklich aus. :think:

Als einen Vertreter des Science-Fiction-Genre habe ich z.B. Dead Space gespielt und hatte das mit einem ähnlichen Flair im Hinterkopf. Dead Space spielt sich aber eher wie ein klassischer Shooter und in dem Bezug habe ich das mit "erfrischende Spielmechanik" bei Alien Isolation gemeint.

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Nachtfischer » 21. Okt 2016, 00:04

Maverick_GER hat geschrieben:Als einen Vertreter des Science-Fiction-Genre habe ich z.B. Dead Space gespielt und hatte das mit einem ähnlichen Flair im Hinterkopf. Dead Space spielt sich aber eher wie ein klassischer Shooter und in dem Bezug habe ich das mit "erfrischende Spielmechanik" bei Alien Isolation gemeint.
Okay, die beiden Titel haben vielleicht thematisch etwas gemein, aber spielmechanisch nun so gar nicht. Da müsstest du schon eher in Richtung Amnesia, Outlast oder auch Soma schauen (Egoperspektive, Labyrinthlevels, übermächtige Widersacher, keinerlei Angriffsoptionen, Zwang zum Ausweichen/Verstecken etc.). Objektiv betrachtet wird es dann also schon deutlich weniger erfrischend. ;)

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Re: Alien Isolation – Das Ausnahmespiel?! Von unfair über genial bis hin zu Fehlwertungen?

Beitrag von Alienloeffel » 18. Jan 2018, 11:29

Es soll ein Anieln MMORGP geben

https://www.golem.de/news/spielebranche ... 32233.html

Ich kann mir das nur schlecht vorstellen, zumindest in den gängigen MMORPG Formen. Ich hatte auch das Gefühl, dass Alien: Isolation das Alien Feeling sehr genau getroffen hat und daher mein Hunger nach einem neuen Alien Spiel eher nicht so groß ist. Abzuwarten ist auch, ob der neue Eigentümer Disney da so optimistisch ist.
Was sagt ihr dazu?

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