En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

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Veldrin
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En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Hi,

Mirror’s Edge ist in Punkto Animationen und Movement in der Egoperspektive mein absolutes Lieblingsspiel.
Für mich ist es ein Meilenstein im Jump-and-Run-Genre und hat dieses revolutioniert. Das Pacing ist einfach perfekt. Schnelle adrenalingetriebene Parcour-Passagen wechseln sich wunderbar mit entschleunigten puzzlehaften Sprung- und Kletterpassagen ab.
Die Geschichte ist aufs wesentliche reduziert und nichts besonderes, aber ohne negativ aufzufallen. Das Art- und Sounddesign finde schön minimalistisch und akzentuiert.

Würde mich freuen, wenn Mirror’s Edge auf diesem Podcast mal besprochen würde. :greetings-waveyellow:
Den Nachfolger ME Catalyst fand ich übrigens auf vielen Ebenen einfach nur schrecklich. Pacing, Leveldesign, Movment, Story, Art- und Sounddesign haben durch die Open World, den Fähigkeitenbaum und die Hipsterisierung der Geschichte definitiv stark gelitten.

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Guthwulf
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Guthwulf »

Würd mich auch über eine Behandlung von Mirror's Edge freuen. Zählt ebenfalls zu meinen Lieblingsspielen. Catalyst finde ich übrigens genial und stark unterschätzt. Aus meiner Sicht konsequent die Stärken ausgebaut. Klar, einige Open World Elemente funktionieren nicht so doll, aber der Kern des Spiels ist nicht nur intakt sondern m.E. sogar spürbar verbessert.

Aus einem alten Forenbeitrag zu Catalyst:
  • Das Parcour Spielgefühl ist mindestens genauso genial wie im Vorgänger, durch einige kleinere Verbesserungen aber eher sogar noch besser. Ich habe das Gefühl deutlich besser in den Flow zu kommen und deutlich seltener "hängen" zu bleiben, wobei ich dank "Open World" viel mehr Freiheiten bei der Wahl des Weges habe.
  • Die Schusswaffen wurden zusammen mit dem hakeligen Waffenhandling ersatzlos gestrichen und durch ein sehr elegantes Nahkampfsystem ersetzt, dass überraschend viele Möglichgkeiten bietet und perfekt in den Flow des Spiels passt, anstatt ihn zu unterbrechen (wie vorher bei den Schusswaffen).
  • Die Story wird sehr viel aufwendiger und professioneller inszeniert. Die Cutscenes gehen zudem nahtlos in die Ingamegrafik über, statt wie im Vorgänger mit einem extremen Stilbruch durch billig animierte Zeichentrickszenen. Man bekommt durch die überzeugendere Story mitsamt der Inszenierung und der Open World Addons wie Audiologs damit einen viel direkteren Zugang zu der Welt und den Charakteren. Zumindest bei mir ist dadurch bisher sehr viel mehr Interesse an der Story da, als im in dieser Hinsicht eher schwachen ersten Teil. Und Faith ist mir direkt gleich wieder ans Herz gewachsen. Sie kommt hier dank Emotionen und Cutscenes viel stärker als eigener Charakter rüber. Natürlich ist die Story am Ende immer noch ziemlich simpel gestrickt, aber sie is hier wenigstens besser inszeniert.
  • Die offene Welt erzeugt ein "Freiheitsgefühl" das so im Vorgänger durch die linearen (Schlauch-)Level fehlte. Auch wenn viele der optionalen Open World Features wie Sammelaufgaben, Herausforderungen oder HideOuts eher aufgesetzt wirken, kommt durch die Open World selbst doch eine viel stärkere Immersion auf. Endlich kann ich einfach mal so über die Dächer hüpfen und die Atmosphäre der Welt sowie den Flow der Bewegung genießen. Bei den Rennen und auch Missionen erzeugen die offeneren Areale außerdem viel stärker als im Vorgänger Möglichkeit für Abkürzungen oder unterschiedliche Routen zum Ziel. Sicher hätte man aus der Open World mehr machen können, aber im Vergleich zum Vorgänger finde ich sie doch als eine Verbesserung.
  • Grafik, Sound und Musik sind wieder hervorragend und noch abwechslungsreicher / detaillierter als im Vorgänger.
  • Das Fähigkeitensystem zum Aufleveln ist ok... Die Social Features sind durch das Open Welt Konzept besser ins restliche Spiel integriert und nicht auf einen extra Spielmodus (Time Trials mit Leaderboards) beschränkt. Brauch ich beides nicht unbedingt, ist aber auch keine Verschlechterung zum Vorgänger.


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Veldrin
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Ich kann dir sagen warum ich MEC nicht so gut fand.

– Warum ich das Movement in Teil 1 besser finde
Im ersten Teil gab es keinen Skilltree und Spezialfähigkeiten. Es war aufs Wesentliche, auf den Parcour, konzentriert – und das hat es für mich stimmig und besonders gemacht. In Catalyst hat man dann aber einen Beschleunigungsmove, diverese andere Spezialfähigkeiten und einen Greifhaken eingeführt, der das Pacing unterbricht. Es ging in Mirror's Edge immer um Parcourlaufen. Special Moves und Greifhaken zerstören das Parcourerlebnis und machen es zu einem beliebigen Spiel.

– Warum ich das Pacing in Teil 1 besser finde
Teil 1 war nicht in der Open World. Daraus ergaben sich mehrere Vorteile. Die Level- und Spieldesign harmonierten. Parcour und darauf zugeschnittene, maßgeschneiderte Levels. In einer Offenen Welt kann das nicht funktionieren, da mussten Abstriche gemacht werden.
In einer Nicht-Open-World ist das Pacing auch deswegen besser, weil die Wegfindung schneller geht und vor allem auch kein Backtracking gibt. Es war ja nicht gänzlich linear, aber es war eben nicht Open World.
In ME1 gab es auch keine erzwungenen Kämpfe. Du konntest in ME1 immer flüchten, wahlweise auch dir eine Waffe schnappen und die Gegner wegballern, das habe ich zwar nicht gemacht, weil es den Fluss zerstört, aber es war Freiheit und hat wesentlich weniger den Fluss zerstört als die Forced Fights aus Catalyst, zumindest meiner Meinung nach.

Es war vielleicht schwerer im Fluss (Flow) zu bleiben, aber genau das machte Mirror's Edge für mich aus. Im zweiten Teil fühlt es sich für mich zu automatisiert an, so dass ich nicht scheitern darf. Aber Trial and Error war für mich eine der Motivationssäulen im ersten Teil

Zur Story. Ja, die Story wird aufwendiger und professioneller inszeniert. Aber das macht es für mich noch nicht zur besseren Story. Ich bin der Meinung weniger ist manchmal mehr und im Falle ME ist weniger mehr. Im ersten Teil waren die Charaktere vage und nicht comichaft überzeichnet. In Catalyst hingegen musste es auf einmal comichafte Widersacher geben und auf einmal musste jeder noch so belanglose Charakter seine Klappe aufmachen und konnte gar nicht mehr aufhören zu quasseln. Auch aus der Schwester von Faith wurde auf einmal eine überzeichnete Widersacherin, wo sie im ersten Teil noch eine gewöhnliche Polizistin war und man ihr Gefühlsleben besser verstehen und nachvollziehen konnte, so wirkte das in Catalyst einfach kitschig und überzogen. Zudem finde ich haben die vielen Zwischensequenzen ebenfalls zum Bruch des Pacings beigetragen. ME1 war ein Trip von A bis Z. MEC hingegen war wie ein Abenteuerspielplatz mit Popcorn und Beschäftigungspflicht, dort ging es von A nach P von P nach D von D nach Y und wieder nach P usw. und immer mal wieder wurde man zwischendurch durch eine sehr wichtige Cutscene unterbrochen. Da hatten sie in ME1 mehr Fingerspitzengefühl wann ein Break angebracht ist.

Ich bevorzuge den reduzierten, minimalistischen Soundtrack vom ersten Teil. Das akzentuierte Artdesign aus Teil 1 hat mir ebenfalls besser gefallen, auch wenn es einige Abschnitte gab die ich in Catalyst ganz nett fand, wie z.B. das japanische Viertel. Die Technische Grafik spielt für mich jedoch keine Rolle, das ist mir nicht wichtig. Die Soundkulisse, mag sein, dass da in Catalyst mehr abging, das weiß ich nicht mehr.
Catalyst hatte zwar hier und da mal Pflanzen und ausgefallenes Artdesign aber auch oft Wiederholungen. Du achtest wohl mehr auf die Formen. Ich meine aber die Farben. In ME1 gab es fast nur Dunkel (Schwarz, Grau), Rot, Weiß und Blau. Und das wars. Im Großen und Ganzen diese Farben. Und in Catalyst dann die volle Farbpalette. Das war eben nicht mehr den Stil den ich mochte. Auch wenn er nicht schlecht war. Das Artdesign ist definitiv nicht das was ich an Catalyst wirklich zu bemängeln hätte. Das wäre ganz unten auf der Kritikliste.

Im ersten Teil war Faith eine Runnerin unter vielen. Im zweiten Teil, das eigentlich die gleiche Geschichte nochmal aufgreift und durcheinanderwürfelt und an den Massengeschmack anzupassen versucht hat, da war Faith auf einmal DIE Runnerin überhaupt. Auch fand ich schöner, dass Faith im ersten Teil selbstständiger war und für sich alleine sorgen konnte. In Catalyst hattest du ständig einen der Hipsterfraktion am Arsch kleben und wurdest den nicht mehr los.

Das Fähigkeitensystem finde ich überhaupt nicht gut. Mirror’s Edge hat sich doch gerade durch sein direktes Gameplay ausgezeichnet. Du hast ein reduziertes Gameplay, dass in Perfektion funktioniert. Meistere es. Das war Mirror’s Edge. Aber in Catalyst hast du auf einmal zig weitere Fähigkeiten und kannst deine Fähigkeiten auch noch aufleveln. Das zerstört auch das Pacing. Wie will man denn da noch, ach ich hab ja vergessen, Open World, zugeschnittene Level gabs ja eh nicht mehr. Ne, aber ein Skilltree lasse ich mir ja in einem RPG gefallen dass sowieso meist miserables Gameplay und Steuerung hat, aber Mirror’s Edge die Königsdisziplin mit einem Skilltree zu vercasualisieren, das war für mich neben der Open World der größte Fehler aus Catalyst.



TL;DR

Das liest sich jetzt alles negativer als es klingen soll. Isoliert betrachtet ist MEC ein unterhaltsames Spiel, aber mit ME1 im Hinterkopf ist es für mich einfach nur biederer Durchschnitt, Stangenware. Hochglanz, aber Stangenware ohne Seele bei der eine Checkliste abgearbeitet wurde:

Open World? Check
Skill Tree? Check
Assassins's Creed Hook? Check
Collectibles? Check
Social Features? Check


MEC ist dennoch tausendmal interessanter als der zwölfhundertste Deckungshooter, COD etc.
Zuletzt geändert von Veldrin am 7. Mär 2018, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Guthwulf
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Guthwulf »

Dann sind wir da wohl einfach unterschiedlicher Meinung :) ich liebe beide Spiele, du nur den ersten Teil. Macht ja nix...
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Veldrin
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Ich bin da vielleicht auch einfach ziemlich emotional. Ich hab halt den ersten Teil genauso zu hundert Prozent geliebt und hätte mir den zweiten Teil in ganz genauso gewünscht. Ich glaube ich übertreibe es bei dem Thema auch etwas. Schön, dass du so normal drauf reagierst. Danke. ^^

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Guthwulf
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Guthwulf »

Supa... wegen dir hab ich jetzt wieder Lust Mirrors Edge zu spielen :D

Lass uns doch einfach mal in Erinnerungen schwelgen:

Mirror's Edge Trailer

Mirror's Edge Catalyst Trailer

Ich kann es nicht genau festmachen, aber beide Spiele haben mich emotional stark berührt und einen festen Platz in meinem Herzen erobert. Vielleicht einfach die Immersion durch die PoV-Perspektive verbunden mit dem großartigen Gefühl für den eigenen "Körper" bzw. dem Momentum der Bewegung. Den Artstyle (Grafik, Sound, Musik) finde ich ebenfalls genial und Faith ist mir irgendwie grundsymphatisch, obwohl die Story in beiden Teilen eher 08/15 Klischee Einheitsbrei ist. Kann übrigens das Artbook zu Catalyst sehr empfehlen!
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Veldrin
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Ich spiele normalerweise keine Spiele mehrfach durch, aber Mirror’s Edge habe ich viermal durchgespielt. Einmal gecrackt, dann direkt legal für Steam und nochmal gespielt und dann noch mal für meinen Bruder (der damals noch Konsolero war) für die X-Box und dann gemeinsam gespielt und letztes Jahr hatte ich es mir auch für GOG gekauft und da auch noch mal durchgespielt XD. Catalyst habe ich mir zu Release gekauft und auch in wenigen Tagen durchgespielt. Wenn ich mit den Spielen die ich momentan spiele fertig bin, werd ich es nochmal spielen. Ich höre mir gerade den Soundtrack an.

Mirror’s-Edge-Soundtrack

Mirror’s-Edge-Catalyst-Soundtrack

Mir ist Faith auch grundsympathisch. Ich fand sie auch noch in Catalyst sympathisch, auch wenn sie sie da ziemlich frech dargestellt haben im Vergleich zum ersten Teil. Das fand ich aber im Verlgeich zu manch anderen gar nicht so schlimm.

Jetzt wo ich den MEC-Soundtrack nochmal höre muss ich konstatieren, dass ich den doch als durchaus ebenbürtig empfinde.

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Leonard Zelig
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Leonard Zelig »

Veldrin hat geschrieben:Hi,

Mirror’s Edge ist in Punkto Animationen und Movement in der Egoperspektive mein absolutes Lieblingsspiel.
Für mich ist es ein Meilenstein im Jump-and-Run-Genre und hat dieses revolutioniert. Das Pacing ist einfach perfekt. Schnelle adrenalingetriebene Parcour-Passagen wechseln sich wunderbar mit entschleunigten puzzlehaften Sprung- und Kletterpassagen ab.
Die Geschichte ist aufs wesentliche reduziert und nichts besonderes, aber ohne negativ aufzufallen. Das Art- und Sounddesign finde schön minimalistisch und akzentuiert.
Hab es damals auch sehr genossen und mir sogar die Mühe gemacht einen User-Test auf GamersGlobal zu verfassen:

http://www.gamersglobal.de/user-artikel/mirrors-edge" onclick="window.open(this.href);return false;

Vielleicht wird das Spiel ja Ende des Jahres bei "10 Jahre Klüger" besprochen.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

Konsolengaming in den 2010er-Jahren - Eine Dekade in Zahlen und Worten

lolaldanee
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von lolaldanee »

Tolles Spiel, einer meiner Lieblingsshooter
ja, Shooter, ich muss der einzige Mensch auf der Welt sein, der die Schusswaffen im Spiel super fand, ich fand das war super umgesetzt
das hüpfen und der Stil war aber auch toll :D

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Veldrin
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Hab mir deine Rezension durchgelesen. Wirklich gut beschrieben. Ich würde aber nicht sagen, dass es streng linear war, man musste schon den Pfad suchen. Im Vergleich zu Catalyst war es natürlich sehr linear. Aber die Linearität sehe ich eher als Positivpunkt, bin nämlich die Nicht-Linearen Spiele langsam überdrüssig geworden. Jedenfalls gab es so keinen Leerlauf, was dem Pacing sehr gut getan hat.

Barracuda
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Barracuda »

Ich fand Teil 1 absolut genial, aber mit dem Nachfolger kann ich überhaupt nichts anfangen. Für mich persönlich ist das nur ein weiteres Game, dass durch den Umstieg auf "Open World" jeglichen Reiz verloren hat. Unterdessen habe ich auch langsam genug von Open World Games, die mit tonnenweise banalen Aufgaben, Nebenmissionen, Sammelaufgaben und anderem Füllmaterial vollgekleistert sind. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich in erster Linie Wert lege auf eine dichte Atmosphäre und die Story. In einem Open World Game kann man nie eine solche Atmosphäre erzeugen wie in einem linearen Game. Genau so verhält es sich auch mit der Story. Der Flow geht beim Nachfolger komplett flöten durch die frei begehbare Welt, wo man alle paar Meter durch eine stupide 0815-Aufgabe oder ein Sammelobjekt abgelenkt wird.

lolaldanee
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von lolaldanee »

Wobei man sagen muss, gerade zum Setting von Mirrors Edge passt open world eigentlch perfekt. Sie haben es nur sehr uninspiriert umgesetzt, so wie ich das sehe

IceGrin

Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von IceGrin »

Irgendwie ist das mein liebstes spiel dass ich nie durchgespielt hab. Komisch...

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BummsGeordy
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Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von BummsGeordy »

bei MEC hat mein Herz geblutet ;(

Das Original ist eine außergewöhnliche Erfahrung gewesen und hat einen besonderen Platz in meiner Spielhistorie erlangt... abgesehen von einigen nervigen Elementen (hängen bleiben und so aus dem Flow gerissen werden, zu hakeliges Gunplay, inkonsistenter Schwierigkeitsgrad,...) fand ich das Spiel absolut großartig und einzigartig. visueller Stil, Musik, Atmosphäre, das Gefühl wenn man den Flow erreicht,... einfach bis heute unerreicht.

Den Nachfolger habe ich dann SO sehnsüchtig erwartet, dass er einer meiner ganz ganz wenigen Vollpreis-Erscheinungstag-Käufe wurde... und mann - hat mich das Spiel enttäuscht :(

klar - technisch besser, größer, "mehr zu tun",... aber das Gefühl.. die Atmosphäre.. all das hat mich überhaupt nicht mehr mitgenommen. Mir hat die Grafik und der Stil im Original einfach DEUTLICH besser gefallen. Die Musik? auch hier fand ich das Original ansprechender. Open-World? geh mir weg... wie soll man denn das Gefühl haben stetig auf ein Ziel zuzusteuern, wenn man permanent im Kreis läuft und immer wieder zur "Basis" geht - oder sich durch irgendwelche Maps bewegt um zu schauen, wo man denn hin soll.. völlig unklar ob Nebenquests sinnig sind oder nicht.. völlig unklar, worauf sich as ganze hinbewegt.

Der Skilltree stört mich zwar auch - aber hätte der Rest gepasst, hätte ich mich damit wahrscheinlich auch anfreunden können. Das kühle, "einsame", meditative und zeiteinfrierende Gefühl des Originals warn für mich in MEC nicht mehr vorhanden.. nach 2-3 Stunden (oder 3-4) fand ich es einfach nur öde und musste es enttäuscht weglegen. Macht mich leider seh traurig, da wir wohl auch nie einen würdigen Nachfolger bekommen werden :(

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Veldrin
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Registriert: 7. Mär 2018, 18:34

Re: En Detail Mirror’s Edge (2008 bzw. 2009 (PC))

Beitrag von Veldrin »

Man könnte meinen wir sind seelenverwandt. Genau die gleichen Gedanken habe ich auch, Geordy. Zur Zeit sind Open-World-Spiele leider sehr populär. Ich hoffe, dass lineare Spiele mit Fokus auf Pacing anstatt Open World mit seinem Fokus auf Beschäftigungstherapie wieder populärer werden.

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